Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 64 (12.8.1927)
- Date
- 1927-08-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 460 JUEÖISCHE RUNDSCHAU Nr. 64, 12.Vm. 1927 Politlsdier Beridif der Zionlsllsaen Exekidve Das Organisation*-Departement der zionistischen Exekutive übersendet uns folgenden (von uns gekürzten) Auszug aus dem politischen Bericht der Exekutive an den XV. Kongreß: (Schluß.) etwas exponiert, ist, wie schon erwähnt, die Frage der Selbstverwaltung. Dieser Bericht sollte daher den zioiiistischen Politikern und Schriftstellern eine Lehre sein, die aus Unzufriedenheit mit gewissen Maßnahmen der Mandatannacht einer jüdischen Beschwerde an den Völkerbund das Wort reden und denen die zionistischen Memoranden nicht genügend energisch abgefaßt zu sein scheinen. Nach der heutigen politischen Konstellation liegt nicht in Genf der Schwerpunkt unserer politischen Arbeit, sondern in London. Mit der Mandatartnacht haben wir es in erster Linie zu tun, sie haben wir von uer Zweckmäßigkeit unserer Forderungen zu über■ zeugen. Wir werden dabei um so mehr Erfolg haben, je mehr wir nachweisen können, daß unsere Tätigkeit auch irn allgemeinen Interesse des Landes liegt. Unserm Unmut gegenüber der Mandatskommission Luft zu machen, ist keine gute Politik. Die vorsichtige, zielbewußte, die jüdischen Forderungen geduldig stets von neuem begründende Politik Dr. Weizmanns ist das einzig mögliche politische System. Merkwürdigerweise sind gerade die Kreise, die der im Völkerbund maßgebenden Grundhaltung einer fortschreitenden Demokratisierung der palästinensischen Verwaltung entschieden gegnerisch gegenüberstehen, gleichzeitig für eine immer erneute Anrufung des Völkerbundes gegen England. Es ist daher notwendig, auf Grund der uns vorliegenden Dokumente, die uns über die Anschauung der Mandatskommission unterrichten, auf die Unlogik dieser Ansichten hinzuweisen. Nur wenn wir die politischen Verhältnisse nüchtern und objektiv prüfen, können wir auch für unsere eigene Tätigkeit die richtige Orientierung finden. R. W. Sacco und Vanzetti Vollständige Ruhe in Basel. Es handelt sich nicht um das persönliche Schicksal der beiden italienischen Arbeiter in Boston, sondern um die erfreuliehe Tatsache, daß sieh aus diesem Anlasse in der ganzen Welt etwas geregt hat, was man Weltgewissen nennen könnte. Zweifellos ist die Bewegung für Sacco und Vanzetti ein erfreuliclies Symptom menschlicher Solidarität, das man mit Befriedigung verzeichnet. Ueberflüssig und schädlich sind natürlich die gewalttätigen Proteste, die sich in Bombenwürfen und Zer- Störungen von Gütern und Gefährdung von unbeteiligten Mensehen äußern. Diese Ausschreitungen sind leider nicht auf Amerika allein beschränkt geblieben. Offenbar sind es vereinzelte Fanatiker gewesen, die auch in Basel, der Stadt, in der der Zionistenkongreß stattfinden soll, Bomben sprechen ließen. Zum Glück ist der Eindruck dieses Anschlages auf die Stadt und die •Bevölkerung bald einer vollständigen Bcru hi gung gewichen, da man mit Recht annimmt, daß sich derartige sinnlose Anschläge sicherlich nicht wiederholen werden. Der europäische Nationalitäteakongreß Genf, 9. Juli. (J. T. A.) Der, 3. Nationalitäten-Kongreß findet vom 22. bis 24. August in Genf statt. Es werden über 35 verschiedene Mindcrhcitsgruppcn׳ aus allen Teilen Europas, die zusammen eine Bevölkerung von über vierzig Millionen Menschen umfassen, beteiligt sein. Dem Kongreß werden Vcrtreter der Juden aus Lettland, Litauen, Polen, R u m ä n i e it der Tschechoslowakei und Bulgarien beiwohnen. Die Tagung wird vom Präsidenten der beiden bisherigen Nalionaütätcnkongrcssc, dem slowenischen Abgeordneten im italienischen Parlament, Dr. J. Wilfan, eröffnet werdet! und sich dann mit der Frage ״Gefährdung des europäischeu Friedens durch nationale Unduldsamkeit“ befassen. — Dem Präsidium der beiden bisherigen Kongresse gehört hekaimtlich als Vertreter der Juden Leo Motz Ui n, Präsident des Komitees der jüdischen Delegationen in Paris, an. Das Palästina-Theater ln Tel-4wlw Wie der ״Ziko“ aus Jerusalem telegraphiert wird, wurde am 8. August der Neubau für das palästinensische Theater in Tel-Awiw offiziell mit einer Vorstellung des ,,Dy buk“ eingeweiht. Der Eindruck der Innenausstattung des neuen Theaters sowie der Eröffnungsvorstellung war außerordentlich. Georg Hermanns Meinung beruht auf seiner falschen Auf- Fassung vom Wesen des Antisemitismus: als ob man den andern nur recht gut ztireden Und ihnen klar zu machen brauche, daß ihr Antisemitismus nur ein Zeichen dafür sei, wie sehr sie ״ethisch, politisch und in den Leistungen und Gesinnungen“ versagt hätten. Und als ob alles in Ordnung wäre, wenn das gelänge. Der Antisemitismus ist eine Spannungsersdie.'mmg zwischen zwei Gruppen; und es ist vennessen, es ist nationaler Chauvinismus, wenn man den Grund für niese Spannung mir und ausschließlich auf der Gegenseite finden will. Genau das tut der Antisemit, und Georg Hermann etabliert sich als sein getreues Gegenstück. Natürlich hat er recht mit seinen Einwendungen gegen das Deutschtum, das sich als ״schlechter Siegelbewahrer des Menschentums“ bewährt habe. Aber das, scheint uns, ist die Sache der anderen, Wie scharf haben bei allen Völkern der Erde im Weltkriege gerade die wildesten Nationalisten die Fehler der anderen gesehen und auf einem wie hohen sittlichen Niveau müßte jedes Volk gestanden haben, wenn es sich nach den Ermahnungen der anderen gerichtet hätte. Wir unsererseits halten es für richtig, im eigenen Hause anzufangen, und konzentrieren alle Ermahnungen auf uns selber. Und deshalb mußte unsere Antwort allerdings etwas anders aiistallen, als Georg Hermann sie erwartet hatte. Gustav Krojanker, ״Rosei Olam“ (Geheimnisse der Welt), eine neue Sammlung hebräischer Dichtungen von Rabbiner Dr. Armand Kaminka (Verlag ״Menora“, Wien). Das Buch enthält teils Dichtungen über Stoffe aus alter Geschichte und Sage, teiis zur Zeitgeschichte (Elegien aus den Jahren der Kriegsnot), ferner Uebersetzungeii aus der Weltliteratur (Niobe von Ovid, die Hauptszene von Rostands ״Chantecler“, ״Das Grab im Busento“ von Platen, ״Oleg“ von Puschke, Gedichte von der Palästinareise, Psalmen (״Tcfillot“) — Fortsetzung einer bereits in der Sammlung ״Zohoraim“ begonnenen Serie) und Epi• grammc. Ladenpreis (in elegantem Einband, für Geschenke geeignet) 2 M. Die beiden Jahre, die seit dem letzten Kongreß vergangen sind, brachten mehrere wichtige Ergänzungen zu der grundlegenden Gesetzgebung Palästinas. Besondere Aufmerksamkeit erfordern die ״Verordnung über die palästinensische Staatsbürgerschaft“, der ״Erlaß über das Oemeindewahlrecht“ und der ״Erlaß über die religiösen Gemeinden“. In der Berichtsperiode wurden weitere Fortschritte sowohl in der Organisation und Entwicklung des Gerichtswesens als auch in der Ausarbeitung einer wirtschaftlichen und sozialen Politik in Gemäßheit der Bedürfnisse des Landes gemacht, in welchem die Lebensbedingimgen infolge der An- Wendung bestimmter Bestimmungen des Palästinamandates raschen und grundlegenden Aenderungen unterworfen sind. Noch bevor die Naturalisationsämter der Regierung eröffnet wurden, unternahm die zionistische Palästina-Exekutive eine Kampagne, um im ganzen fischtiw für die Naturalisation zu wirken. Es wird erinnerlich sein, daß das Aktions-Comitd in seiner Sitzung im August 1926 erklärte, daß es die elementare Pflicht aller palästinensischen Juden ist, in weitestem Maße von dem Rechte der Einbürgerung Gebrauch zu machen und hinzufügte, daß ,.die Erwerbung der palästinensischen Staatsbürgerschaft die staatsrechtliche Grundläge des Aufbaus des jüdischen nationalen Heimes ist“. Dieser Beschluß war die Basis •der Tätigkeit der Exekutive. Sie hielt es für richtig, so weit als möglich mit Hilfe des Waad Leumi zu handeln, der den organisierten Jischuw repräsentiert und der erste Schritt dieser Art war die Schaffung eines alle Teile der Judenschalt vertretenden Komitees. Gleichzeitig lieferte das Generalsekretariat der Exekutive allen Stadt- und Kolonieräten genaue Erklärungen zur Staatsbürgerscliaftsver- Ordnung und Informationen über die mit dem Vorgang der Naturalisation verbundenen Formalitäten. Die Mitarbeit aller Kreise wurde durch eine öffentliche Kampagne zugunsten der Naturalisation gesucht und in großem Maße auch erreicht. Leider führte eine Anzahl von lokalen Persönlichkeiten in Haifa eine Gegenkampagne gegen die Naturalisation, die eine gewisse Wirkung hatte. Die unmittelbare Wirkung der Agitation zeigte sich in der Zusammensetzung der Mandate für den Haifaer Gemeinderat, in welchem die Vertretung der Juden infolgedessen auf zwei Sitze beschränkt wurde. Die effektiven Ergebnisse der Naturalisation auf Grund der ״Verordnung über die palästinensische Staatsbürgerschaft“ bis zur Abfassung dieses Berichtes sind die folgenden: . Zertifikate auf Grund von Artikel 5 (Optanten von 1922): 3712, Zertifikate auf Grund von Artikel 7 (Naturalisation): 1253. Die Zahl der Gesuche, die nocli bei der Regierung zur Eriedigung liegen, beläuft sich auf ungefähr 3600 weitere. Am 1. September 1925 wurden die neuen Einwanderungsbestimmungen publiziert, bezüglich deren die zionistische Exekutive sowohl in London als auch in Jerusalem lange Verhandlungen mit der Regierung geführt hatte. Die Bestimmungen führten den Vorgang ein," daß alle Immigrationszertifikate von dem Chef des Immigrationsamtes der Palästinaregienmg in Jerusalem ausgegeben und unterzeichnet sein müssen. Dies rollte sogleich die Frage der Visa für Personen mit unabhängigen Mitteln auf, die bis zur Inkraftsetzung der neuen Bestimmungen ihre Visa von den britischen Konsularbeamten im Ausland hei Vorlage des Nachweises erhielten, daß sie das nötige Kapital besitzen. Auf Grund der neuen Bestimmungen mußte jedes einzelne Ansuchen zur Entscheidung durch den Chef des Imnüßrationsamtes nach Jerusalem geleitet werden. Als Ergebnis lange währender Verhandlungen und wiederholter Forderungen von Seiten der Exekutive ermächtigte schließlich die Regierung von den palästinensischen Einwanderungs-Konirollbcamtcn in Warschau, auf Grund gewisser Bedingungen Personen mit unabhängigen Mitteln ohne vorherige Ent- Scheidung von Palästina Visa z.u verteilen. Eine weitere Schwierigkeit wurde insofern befriedigend gelöst, als der Chef des Immigrationsamtes ermächtigt wurde, auch Personen nach Palästina zuzulassen, die Staatenlose sind. Es ist erwähnenswert, daß die Funktion der Zion ist isehen Organisation bezüglich der Vorlage von Vorschlagen über die Zulassung von Arbeitereimvanderern (Zertifikatsystem) in die Bestimmungen ausdrücklich aufgenommen wurde. Im Frühling 1926 besuchte der Chef des Immigrationsamtcs der Palästinaregierung eine Anzahl jüdischer Einwanderungs- Palästina au! dem Gewerkschaftskongreß Paris, 3. August. (J. T. A.) Dem hier tagenden Internationale:. Gewerkschaftskongreß (Amsterdamer Internationale) wohnen als Delegierte der palästinensischen allgemeinen Arbeiterorganisation (Histadruth Klalith) Dr. Arlosoroff, Be 11 G u r i o n und Ben Z w i hei. Einer der palästinensischen Delegierten erstattete einen Bericht über die Cicvvcrkschaftslage in Palästina. —• Die drei palästinensischen Arbeitervertreter werden die Histadruth auch auf den! am 16. August in Stockholm beginnenden Kongreß der Internationalen Bemfsgcnossenschäften vertreten. Der Numerus clausus in Polen Warschau, 8. August. (J. T. A.) Die Sachverständigenkommission heim politischen Komitee des Ministerrats hat den folgenden Beschluß gefaßt: ״Mit Bezug auf den Numerus clausus erkennt die Kommission an, daß bei der Aufnahme von Stuliierenden an den Hochschulen nationale oder religiöse Motive keine Rolle spielen dürfen und daß diesem Prinzip durch eine entsprechende Verordnung Nachdruck gegeben werden müsse. Diese Verordnung soll so frühzeitig erscheinen, daß sie schon hei den Inskriptionen für 1927/1928 Anwendung findet.“!111 Zusanunenhang mit diesem Beschluß hat der Unterriclitsminister an die Rektoren der Hochschulen ein Zirkularsdireiben gerichtet, in welchem gesagt wird: Sollten auf Grund des Zirkulars vom September 1926 Einschränkungen bei der Aufnahme von Studierenden notwendig werden, so müssen diese ßeschränkungen in Uebereinstimmung mit dem Gesetz, stehen, so daß die Zugehörigkeit zu einer Nation oder Religion hierbei nicht in Betracht gezogen werden soll. Die 29. Generalversammlung der Jüdischen Kolonialbank (Jewish Colonial Trust) wird am 9. September in Basel stattfinden. Zentren. Diese Inspektion bewirkte eine engere Zusammenarbeit zwischen der Regierung und der Zionistischen Organisation und es ist zu erwähnen, daß der Chef des Immigration*- amtes seine volle Befriedigung über die Art zum Ausdruck brachte, wie die Immigrationsfragen in jenen Palästinaämtern der Zionistischen Organisation behandelt werden. rFe er besucht hatte. Die Arbeitslosigkeit machte sich zuerst im Herbst 1925 fühlbar, stieg auf in*- gesamt 3500 bis Ende des Jahres und wuchs bis auf 6200 im Juni 1926. Im Sommer 1926 besserte sich die Arbeitslage, die Arbeitslosigkeit fiel auf 4000 im September, doch stieg die Zahl im Herbst rapid und erreichte im Februar 1927 das Maximum mit 8300. Diese Arbeitslosigkeit wurde notwendigerweise der beherrschende Faktor iti den Be- Ziehungen zwischen der zionistischen Paliistina-Exekutive und der Regierung, wie sie auch die hauptsächlichste Frage war, mit der sich die zionistische Exekutive selbst beschäftigen mußte. Der High Commissioner in Palästina befaßte sich persönlich sehr stark mit dieser Frage und ließ sich häufig von der Exekutive darüber informieren. Die von der Palästinaregierung eingenommene Haltung war, daß die arbeitslosen jüdischen Arbeiter ein Teil der allgemeinen Bevölkerung seien, tür deren Wohlfahrt die Regierung verantwortlieh sei. Von diesem Gesichtspunkt aus war die Regierung bereit, innerhalb gewisser Grenzen Hilfe bei der Erleichterung der Arbeitslosigkeit durch konstruktive Arbeit zu leisten, und I die Regierung traf Maßnahmen für die Durchführung einer Anzahl öffentlicher Arbeiten, die im Budget nicht vorgesehen waren, eben als ihren Beitrag zur Arbeitslosenhilfe. Damit die Arbeitslosen Vorteil von diesen Arbeiten haben könnten, gab die Regierung ihre Zustimmung dazu, daß sie ohne Konkursausschreibung von jüdischen Arbeitern durchgeführt werden sollten, vorausgesetzt, daß die Kosten für die Regierung nicht über das Maß dessen hinausgehen, was das Departement für öffentliche Arbeiten in der Regel zahlt. Die der Regierung durch die Situation der Arbeitslosigkeit auferlegten Aufgaben hatten unvermeidlich Einfluß auf die Haltung der Regierung zur Immigration und es wurden ernste Einschränkungen auferlegt. Die Exekutive selbst war aus eigener Initiative bereit, die Einwanderung vorübergehend auf Personen zu begrenzen, deren Unterbringung im wirtschaftlichen Leben des Landes ihr gesichert schien. Erörte* rungen zwischen der Regierung und der Exekutive über diese Frage führten zu der Bewilligung reduzierter Einwanderungsplane für die Zeit vom Oktober 19% bis zum März 1927 und vom April 1927 bis zum September 1*327, die die Zahl von 1500 bzw. 500 Einwandererzertifikaten vorsahen. Mit dem Anwachsen der Arbeitslosigkeit und der Ein- Schränkung der Einwanderung entstand auch, was ja unvermeidlich war, ein Wachsen der Auswanderung. Die gesamte Auswanderung vom Januar bis Dezember 1926 betrug 7365, vom Januar bis April 1927: 1547, während die Ein- Wanderung in denselben Zeitabschnitten 13081 bzw. 820 betrug. Die Wirkung dieser Bewegung auf die Zusammensetzung der Bevölkerung war die fm’gcitde Jüdische Bevölkerungsziffer 11: Volkszählung vom 23. Oktober!922 83 800 Ende 1922 85 300 1923 ״ 93 530 321*1 ״ 110 003 1925 ״ 147 001) 19% ״ 158 600 Die Gesamtbevölkerung Palästinas einschließlich der Bcduinen wird auf SS7 COl) geschätzt, so daß die jüdische Bevölkerung 18 Prozent der Gesamtheit darstellt. Der Verlust durch Auswanderung während der Jahre 1926 und 1927 ist zweifellos eine ernste Angelegenheit, doch darf man die Auswanderung nicht bloß mit Bezug auf die kurze Periode, in welcher sie sich geltend machte, betrachten, sondern für die ganze Periode von sieben Jahren, für welche Einwanderungs- und Auswanderungsstatistikcn verfügbar sind. Wenn wir dies tun, haben wir festzustellcn, daß die Aus- Wanderung seit den! Anfang der Nachkriegsentwicklung des jüdischen Palästina sich auf 24 Prozent der Einwanderung belief, eine Ziffer, die sehr vorteilhaft mit den entsprechenden statistischen Feststellungen in Argentinien und anderen Ländern, die durch Einwanderung aufgebaut wurden, verglichen werden kann. Der Bau des Lehrerseminars in Jerusalem Wie der ״Ziko“ aus Jerusalem telegraphiert wird, fand am Montag, den 8. August, in der Jerusalemer Vorstand-Beth Hakerem die feierliche Grundsteinlegung für den Bau des Hebräischen Lehrerseminars und der mit ihm verbundenen Musterschule statt. Die Feier wurde durch eine Rede des Direktors des Lehrerseminars und Vorsitzenden des Waad Leumi David J eil in eröffnet. Weitere Ansprachen hielten der Gnuverneur von Jerusalem, Col. Kisch für die Exekutive der Zionistischen Organisation, Herr Mejuchas für den Waad Flair und der stellvertretende High Commissioner Col. Symes. Letzterer vollzog die ersten Hammerscbläge. * In diesen Tagen wurde der Bau des Hebräischen G y m n a s i u in s in Jerusalem, nachdem das Angebot des Solei Boneh nicht i!1 Frage kam, einer Privatfirma übertragen. Der Bau des Gymnasiums, für den die Zionistische Palästina- Exekutive ein Darlehen zur Verfügung stellt, gehört zu den Arbeit! 1% die seinerzeit zum Zwecke der Beschäftigung der Arbeitslosen beschlossen wurden, und wird, wie man annimmt, in Kürze beginnen. (Ziko.) WeHkonlerenz des ״Haschomer Hazair“ Danzig, 4. August. (J.T. A.) Die Konferenz des Welt• verbandes jüdischer Pfadfinder ״Haschomcr Hazair“ wurde für den 15. September d. J. nach Danzig einberufen. Der Weltverband ״Haschomer Hazair“ entstand vor drei Jahren aus dem Zusammenschluß verschiedener Länderorganisationen jüdische- Pfadfinder und umfaßt heute 40 039 jüdische junge Leute m 18 Ländern und in allen Weltteilen. Der Verband gibt jetzt eine Zweiwochenschrift in hebräischer Sprache unter dem Tito' ״Haschomer Hazair“ heraus. .....