Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 63 (9.8.1927)
- Date
- 1927-08-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 53, 9.VTTI. 1027 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 453 1027 mgrcsses Ländern sommer* verlaufen, sogar zu gen, die die Einem Maße der ein• len. ufig nur u m von fiel der :h immer sten eine Iparteien, Ige aufstgalizien ndidaten• Zeichen gemeinen 11 weiße Misrachi,;e, einige lisiischen esse her* u wurde m haben, er M i s * idatc er* uch hoch der Misith 2, die : Revisio* :hi soviel ikale zu- 1f Grund 101en fol* i 8, Eth Linker date und von ver• . August bekannt, lauteten: sten 421, jebnis in voda von :en 9 er* :ogen tenführer!manu in tehenden׳ 1 zu der r Oester* , gehört ikandidat Kampfes;nten der llen Parichischen Ingeleitet ifstellung ־. Chajes, sich für le Appeal weif sie :ten Kon* City eine 1 befindet ider Vor* jründung id in den Leitung imann in Sache des er Oppoen: Israel U. P. A., Fork, und e Demis- Kenntnis weiter arung im ffen. Die Die erste!fang Juli }. in Um* i die In- (englisch, Palästina ■״ gcg«nptens und träges, er Grund-;ein soll. Tabak (Ziko.) es Staatseteilt, daß hat ent- :rikanischnänischen zu Inter- PoUfisdier Beridif der Zlonlsflsdien Exekutive Das Organisations-Departement der zionistischen Exekutive übersendet uns folgenden (von uns gekürzten) Auszug aus dem politischen Bericht der Exekutive an den XV. Kongreß: I. Politische Arbeit in London. Während der Berichtsperiode stand die Londoner Exekutive ui enger und dauernder FühlungmitdemKolonialamt. Die Beziehungen zwischen der Zionistischen Organisation und der britischen Regierung waren durchaus befriedigend. Die Mitgiieder der Exekutive hatten häufig Gelegenheit, mit den maßgeblichen Persönlichkeiten im Kolonialamt über Fragen der Politik und über laufende Angelegenheiten zu konferieren und die Haltung des Kolonialamtes war im ganzen freundlich und hilfreich. Man kann behaupten, daß die Frage der Er* richtung des jüdischen nationalen Heimes in Palästina jetzt über den Bereich politischer Kontroverse hinausgekommen ist, da der tatsächliche Fortschritt des jüdischen Aufbauwerkes in allen Kreisen zur Anerkennung geführt hat, daß die Errichtung des jüdischen nationalen Heimes jetzt endgültig als feststehende britische Politik angenommen werden muß. ln seinem vor der Reichskonferenz im Oktober 1926 erstatteten Bericht über den Fortschritt der britischen Kolonien und Mandatsgebiete legte der Kolonialsekretär, Mr. Amery, Nachdruck auf die Verbesserung der politischen Lage in Palästina. Er unterstrich die Tatsache, daß die arabische Bevölkerung trotz der von ihren politischen Führern festgehaltenen Opposition allmählich verstehe, daß der Zustrom jüdischen Kapitals und jüdischer Siedler ihnen im gleichen Maße Nutzen bringe wie den Juden selbst. Während der Berichtsperiode nahm das britische Parlament das ״Gesetz über die Garantie für die Palästina- und Ostafrika-Anleihe“ an, welches unter anderem vorsieht, daß das Reich eine Garantie mit Bezug auf eine Anleihe von 4 500 000 Pfund für Palästina gibt. Der Zweck der Anleihe ist es, Mittel für Hafenbauten beizustellen, für die Rückzahlung der vom britischen Staatsschatz ausgegebener! Summen für den Bau von Eisenbahnen in Palästina zu sorgen und schließlich den britischen Kronagenten diejenigen Gelder zurückzuzahlen, die von ihnen aus den Ueberschüssen anderer Kolonien für Kapitalausgaben in Zusammenhang mit Straßen und Eisenbahnen, Telegraphen und öffentlichen Gebäuden in Palästina vorgestreckt worden waren. Im Laufe der Debatte im Unter- und im Oberhause wurden günstige Stimmen von Sprechern aller Parteien laut über die gute Entwicklung Palästinas und den dem Lande als ganzem aus der Aufbauarbeit der Zionistischen Organisation und der mit ihr verbundenen Institutionen entstehenden Nutzen. Ein interessanter Passus des Gesetzes in der endgültig beschlossenen Form ist es, daß es vorsieht, daß die Regierung sich überzeugen soll, daß bei der Ansführung aller mittels der Anleihe durchgeführten Arbeiten ״billige Arbeitsbedingungen“ beobachtet werden. Diese Klausel wurde auf Grund von Vorstellungen von Colonel Wedgwood mit besonderer Beziehung auf die Ansprüche jiidischer Arbeiter auf Beschäftigung bei öffentlichen Arbeiten, die im Zusammenhang mit dem Hafenbau stehen, eingefügt. Seit dem letzten Kongreß wureje ein einflußreiches parlamentarisches Palästinakomitee in London gebildet, daß etwa 75 Mitglieder des Parlamentes •aus allen Teilen des Hauses zählt, darunter zwei frühere Ministerpräsidenten, Mr. Lloyd George und Mr. Ramsey Macdonald. Die Initiative für die Bildung dieses■ Komitees ging von Mr. Finburgh, M. P,, aus, einem jüdischen Mitgliede der konservativen Partei, der als Vertreter der Englischen Zioriistischen Föderation am letzten Kongreß teilnahm. Die Mitlieder des Komitees wurden durch das politische Departement er zionistischen Exekutive mit reichem Material an Literatur über Palästina und die zionistische Bewegung versehen. Während seines Besuches in Südafrika gelang es Herrn Sokolow, von der Regierung der Union eine wichtige Sympathieerklärung für die zionistische Bewegung zu erhalten. Ebenso stellte Herr Sokolow während seines Besuches in Dublin im Juni 1927 einen Kontakt mit der Regierung des Irischen Freistaates her, der ein Mitglied der britischen Völkergemeinschaft sowie des Völkerbundes ist. Herr Sokolow hatte Besprechungen mit dem Generalgouverneur, dem Präsidenten des Exekutivrates und dem Minister für auswärtige Angelegenheiten, in deren Verlauf er die Zusicherung der Sympathie der irischen Regierung für die Bestrebungen und die. Arbeit der Zionistischen Organisation erhielt. Im Laufe seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten hatte Dr. Weizmann am 1. November 1926 eine Unterredung mit dem Präsidenten, Mr. Calvin Coolidge. Der Präsident zeigte großes Interesse für den Fortschritt der jüdischen Aufbauarbeit in Palästina und drückte Dr. Weizmann seine große Bewunderung für die geleistete Arbeit und seine uten Wünsche für ihre erfolgreiche Entwicklung in der ukunft aus. Die zionistische Exekutive ist glücklich, Zeugnis von der wertvollen Hilfe abzulegen, die während der Berichtsperiode von einigen ausgezeichneten nichtjüdischen Freunden der Bewegung geleistet wurde, Sir Wyndhäm Deedes, früherer Chefsekretär der Palästinaregierung, stellte seine außerordentlich wertvollen Dienste für Propagandazwecke in großzügigem Maße nicht nur in England, sondern auch im Auslande zur Verfügung. Von sehr großer Bedeutung für die zionistische Arbeit in Mitteleuropa war der Besuch, welchen Colonel Wedgwood, M. P., in der Tschecho- Slowakei unternahm, nachdem er von einer Reise nach Palästina zurückgekehrt war. Eine derartige Informationsreise wurde auch von Commander Ken wort hy, M. P., gemacht, der danach auf eine Propagandareise im Interesse des Zionism!1s nach Amerika ging. Besonders sollte ferner der Besuch erwähnt werden, den der hochverdiente englische Publizist und Freund des Zionismus, Mr. H. W. Ncvinson, in Palästina machte, der nach seiner Rückkehr eine lebhafte Schilderung des neuen Palästina vor verschiedenen Vcrsammlungen in London gab. Die Berichtsperiode sah, dank der Energie und Hingabe von Dr, Viktor Jacobson, die Bildung nichtjüdischer Gesellschaften von Freunden des Zionismus in verschiedenen wichtigen europäischen Zentren. Das Genfer Büro der Zionistischen Organisation (43, Rue Plantamotir) hat in der Berichtsperiode seine Tätigkeit unter der Leitung von Dr. Viktor Jacobson fortgesetzt. Mit Zustimmung des Generalsekretärs des Völkerbundes wurde der Titel des Büros geändert in ״Ständige Vertretung der Zionistischen Organisation beim Völkerbund“. Der Zweck des Büros blieb die Schaffung und Erhaltung des Kontaktes mit Organisationen und Einzelpersonen, die ihren ständigen Sitz in Genf haben, insbesondere mit dem Sekretariat des Völkerbundes, dem Internationalen Arbeitsamt und dem Internationalen Institut für geistige Zusammenarbeit, welche Institutionen sämtlich Dr. Jacobson als den offiziellen Vertreter der Zionistischen Organisation anerkannt haben. Während der Berichtsperiode beschäftigten sich zwei Sitzungen der Ständigen Mandatskommission mit der Frage des Palästinamandates. Die Zionistische Organisation legte jeder derselben ausführliche Memoranden über die Entwicklung des jüdischen nationalen Heimes vor; die Memoranden waren von Deckbriefen an den High Commissioner für Palästina begleitet, in welchen die besonderen Forderungen der Zionistischen Organisation wegen Verbesserung der Administration‘ dargelegt wurden. Der Bericht der Ständigen Mandatskommission über die siebente Sitzung, die im Oktober 1925 in Genf stattfand, zeigte eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem der vorhergehenden Sitzung. Die Kommission stellte die Besserung der politischen Lage in Palästina fest, betonte die Pflicht der Regierung, die Ansiedlung der Juden auf Staatsländereien und Brachländereien zu erleichtern, anerkannte die Leistung der jüdischen medizinischen Arbeit in Palästina und drückte im allgemeinen Befriedigung über die Entwicklung des Landes aus, Der Bericht beschäftigte sich weiter mit den verschiedenen von der Zionistischen Organisation in dem Deckbrief zum Memorandum erwähnten Punkten, welches die Kommission als wertvolle Informationsquelle bezcichnete. Der Bericht stellte fest, daß die Kommission gern entschiedenere Schritte von Seiten der Regierung sehen würde, um den Juden gemäß Artikel ödes Mandates Zugang zu Staats- und Brac-hländereicn zu verschaffen. Mit Bezug auf die Frage der Regierungshilfe für jüdische Er- Ziehung wird die Hoffnung ausgedrückt, daß die Regierung, wenn sich ihre finanzielle Lage bessere, in die Lage kommen würde, auch entschiedenere Hilfe für jüdische Schulen zu leisten. Der Text des zionistischen Memorandums wurde als Anhang zu dem Protokoll der Kommission im Wortlaut abgedruckt. Die neunte Sitzung der Ständigen Mandatskommission fand am 8. Juni 1926 statt. Außer dem Memorandum der Zionistischen Organisation wurden der Mandatskommission noch Petitionen vom Waad Lcumi, von der Agudath Israel und von dem Exekutivkomitee des palästinensisch-arabischen Kongresscs überreicht. In ihrem allgemeinen Bericht stellt die Kommission die Besserung der politischen Lage in Palästina fest, ln ihren besonderen Bemerkungen fordert sie die Rcgierung auf, den Abschluß der Landvermessungen zu beschleunigen, mit dem Hinweis auf die große Wichtigkeit der letzteren für die Entwicklung Palästinas und insbesondere für die Errichtung des jüdischen nationalen Heimes. Es ist erwähnenswert, daß die Regierung, während sie in ihren schriftlichen Bemerkungen zu aen in dem Deckbrief der Zionistischen Organisation berührten Punkten eine negative. Haltung einnahm, später tatsächlich beträchtliche Schritte in der von der Zionistischen Organisation geforderten Richtung unternahm. So erhielt die zionistische Forderung nach der Bewilligung einer angemessenen Zuwendung für das Erzichungsbudget für die hebräischen Schulen jetzt eine günstige Erwägung, wie in einem anderen Teile des Berichtes gezeigt. Der am wenigsten befriedigende Teil des Berichtes der Kommission besteht in ihren Bemerkungen zur Frage der jiidischen Beteiligung an der Grenzschutztruppe. Die Erklärung, daß ״das Prinzip gleicher Behandlung für alle Teile der Bevölkerung befriedigend anerkannt zu sein scheint“, berücksichtigt nicht die Frage, wie das abstrakte Prinzip der Gleichheit sich in der Wirklichkeit auswirkt. Es ist offensichtlich, daß die Berichte der beiden Sitzungen der Ständigen Mandatskommission einen entschiedenen Fortschritt in der Bewertung der Wirklichkeiten der Situation in Palästina darstellen, und besonders wird der hoffnungsvolle Ton der Bemerkungen beachtet werden, der so stark mit dem schwach verschleierten Pessimismus ihres ersten Berichtes über Palästina im Jahre 1924 konstatiert. Andererseits zeigt der Bericht klar, daß die Kommission, die naturgemäß unter den Begrenzungen arbeitet, die ihr durch ihre Entfernung von Palästina auferlegt sind, in ihrem Urteil in sehr weitem Maß von der Information und den Vorschlägen der Mandatarmacht und ihres beglaubigten Vertreters abhängig sein muß. Die Aufrechterhaltung eines engen Einvernehmens mit der Mandatarmacht muß daher, wie bisher, als eine Kardinalforderung der zionistischen Politik angesehen werden. H. Politische Arbeit in Palästina. Mit Bezug auf die Staatsländereien ist noch nicht über einen endgültigen Fortschritt zu berichten, da das Hindernis der Beisan-Vcreinbarung als einer ״causa judicata“ vorliegt, bezüglich deren die Regierung ihren Standpunkt nur mit Zustimmung der arabischen Unterzeichner ändern zu können glaubt. Was Boden außerhalb des in der Bcisan-Vereinbarung behandelten Gebiete betrifft, so hängen die Aussichten von den Ergebnissen der eben jetzt durchgeführten Bodenvermessung ab, doch scheint cs, daß die Haltung der Regierung günstig ist. Während des Jahres 1926/27 wurde der * Beitrag der Regierung für die jüdischen Schulen beträchtlich erhöht. Die zionistische Palästina-Exekutive erhielt von der Regierung X 9740 als Subvention für die hebräischen Schulen, die unter der Leitung des Waad Hachinuch stehen, während eine weitere Zuwendung von L. E. 924 anderen jüdischen Schulen auf Grund der alten Basis der Kopfzahl zugewiesen wurde. Dieses Arrangement beruht darauf, daß die Regierfng die hebräische Erziehungs- Organisation der zionistischen Exekutive als das offizielle hebräische Erziehungs wesen des Landes anerkennt, und diese Anerkennung ist auch die Grundlage der die Erhöhung der Subvention begleitenden Bedingungen. Die Regierung hat nicht die Absicht, ein Vetorecht in technischen Erziehuiigsfragen zu fordern, sondern sie wünscht bloß ein angemessenes Ausmaß finanzieller Kontrolle mit Bezug auf den Beitrag aus öffentlichen Mitteln. Es ist zu hoffen, daß der Beitrag der Regierung für hebräische Erziehung für das Jahr 1927/28 wieder beträchtlich erhöht werden wird. (Ist inzwischen geschehen. — A. d. R.) Die Reorganisation des Waad Habriuth auf Grundlage der Beschlüsse des XIV. Zionisfenkongresses führte zu der Schaffung enger Beziehungen zwischen dieser Körperschaft und dem Gesundheitsdepartement der Regierung, insbesondere während der Typhusepidemie im Sommer 1926. Im Herbst 19% wurde eine Vereinbarung abgeschlossen, durch welche die Regierung die Inspektion der Sanitätsmaßnahmen in den jüdischen Kolonien übernahm und sechs jüdische Sanitätsinspektoren bestellte, die unter der Leitung der Bezirks- Sanitätsbeamten arbeiten und mit dem Gesundheitsinspektionsbeamten des Waad Habriuth Zusammenwirken sollen. Die Regierung hat im Prinzip zugestimmt, an der Erhaltung des Spifals in Tel-Awiw teilzunehmen. Die Subvention der Regierung wird wahrscheinlich mit einem Betrag von ungefähr £ 2000 pro Jahr festgesetzt werden und die von der Stadt- Verwaltung für den Bau dieses Spitals ausgegebene Summe von £ 6000 wurde als Beitrag der Regierung übernommen. Anfangs 1926 fand sich die Stadtverwaltung Tel-Awfw infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Depression in ernsten finanziellen Schwierigkeiten und es wurde notwendig, sich an die Regierung um Unterstützung zu wenden. Die Regierung anerkannte, daß die Schwierigkeiten der Stadtverwaltung zum großen Teil der Tatsache zuzuschreiben sind, daß diese in der Vergangenheit keine materielle Unterstützung von der Regierung erhalten hatte, und ihre Haltung seit dem Ersuchen um Beistand war außerordentlich nützlich. Es wurden Vercinbarungen geschlossen, durch welche der Hauptteil der Kosten der Polizei von Tel-Awiw in Zukunft von der Regierung getragen werden wird, während Tel-Awiw natürlich auch von den Beiträgen für Erziehungs- und Sanitätszwecke, die bereits erwähnt wurden, Nutzen ziehen wird. Die Regierung kam außerdem der Stadtverwaltung direkt durch beträchtliche Geldvorschüsse zu Hilfe, um die Deckung dringender Zahlungsverpflichtungen zu erleichtern. in Verbindung mit der Arbeitslosenunter* Stützung hat die Regierung eine Anzahl öffentlicher Arbeiten ausgeführt, wobei jüdische Arbeiter verwendet wurden, und im allgemeinen mehr Bereitwilligkeit gezeigt als in der Vergangenheit, finanziell an den verschiedenen Gebieten jüdisener Tätigkeit teilzunehmen. Es kann nicht behauptet werden, daß in der politische! Haltung mit Bezug aut die Tragung der Kosten für die ji hc Entwicklung in Palästina eine Aendcrung eingetreten is,, doch wurde ein wesen t- 1 i c h c r Fortschritt mit der Beseitigung wenigstens einiger der Ungerechtigkeiten gemacht, die in der Vergangenheit dadurch herbeigeführt waren, daß der jüdischen Bevölkerung Beiträge aus den Staatseinnahmen für Aufgaben oder öffentliche Dienste vorenthalten wurden, für welche die Araber derartige Beiträge erhielten. (Schluß folgt.) Der Beamten-Abbau Im Zusammenhang mit den Sparsamkeits-Maßnahmen, die von der zionistischen Palästina-Exekutive durchgeführt werden, wurden insgesamt 17 Beamte entlassen, davon 5 im Einwanderungsbiiro in Jaffa, 5 im Einwanderungsbüro in Haifa, drei im Immigrationsdepartement der Zentrale, je 1 im Informationsbüro in Alexandrieii und im politischen Departement in Jeru* safem, endlich 2 im Departement für städtische Kolonisation. Die Presseabteilurig wurde gänzlich geschlossen. Eine Anzahl der Beamten wurde von anderen Departements übernommen. (Ziko). Der Verlag Stybel in Berlin Der bekannte Verlag Abraham Joseph Stybel bereitet gegenwärtig eine Neuorganisation vor, deren Zentrum Berlin sein soll. Der Stybel-Verlag hat sich ein großes Verdienst um die Entwicklung und Verbreitung der hebräischen Liter a t u r erworben. Sein Leiter, Herr Abraham Joseph Stybel, hat schon in frühester Jugend den Plan gefaßt, einen Verlag zu schaffen, der durch Uehersetzung der Weltliter a t u r in die hebräische Sprache unserer Heranwachsenden Jugend geistige Nahrung geben sollte, ohne daß diese gezwungen ist, andere Sprachen als die hebräische zu gebrauchen. Auch die Original-Literatur in hebräischer Sprache sollte durch diese Uebersetzungen angeregt werden. Im Jahre 1917 wurde in Moskau mit dieser Arbeit begonnen. Stybel hat alle hebräischen Schriftsteller und Gelehrten, die erreicJhbar, waren, zu dieser. Arbeit herangewge« und trotz der Schwierigkeiten der Revolutionszeiten die Verlagstätigkeit begönnen. Infolge der bolschewistischen Revolution mußte er jedoch aus Moskau fliehen, die Setzerei und der Papiervorrat wurden von den Bolschewisten beschlagnahmt, die hebräischen Bücher als Heizmaterial verwendet. Zwei Janre später ist es einem Mitarbeiter (Herrn Benzion Katz) gelungen^ die Matrizen und Manuskripte aus Rußland zu retten. Inzwischen hat Herr Stybel neue Niederlassungen in Warschau, New York, Tel-Awiw und Leipzig gegründet. Im Laufe einer Verhältnismäßig kurzen Zeit wurden zahlreiche Werke aller Literaturen, belletristische von Homer bis Hauptmann und Dostojewski, philosophische von Plato und Spinoza bis zu Windelband und Hermann Cohen, ins Hebräische übersetzt. Außerdem wurde die Originalproduktion der hebräischen Schriftsteller in jeder Weise gefördert. Kinnen kurzer Zeit sind einige hundert Bände im Stybel-Verlag erschienen. Eine großartige repräsentative Sammelsdirift bildete die vierteljährlich erscheinende Zeit- Schrift ״Hatekufah“, Das Prinzip des Verlages war es, keinerlei literarische Einseitigkeit zu pflegen, sondern die Fülle der Weltliteratur in der hebräischen Sprache wiederzuspiegeln. ln den letzten Jahren ist der Verlag in geschäftliche Schwierigkeiten geraten. Herr Stybel hat persönlich 2 Millionen Dollar für dieses Unternehmen aufgewandt. Die Deflationskrise in Polen und Mitteleuropa, die Wirtschaftskrise in Palästina haben jedoch den Absatz der Bücher sehr beeinträchtigt. Außerdem klagt Herr Stybel darüber, daß verschiedene Persönlichkeiten, denen er die Geschäftsführung in seinem Verlag anvertraut hat, sein Vertrauen mißbraucht haben und sogar eine Reihe von Schriftstellern den Verlag nicht korrekt behandelt haben, so daß schließlich ein Passivum von 75 000 Dollar entstanden ist. Durch außerordentliche Bemühungen ist es Herrn Stybel gelungen, den größten Teil dieser Schulden abzutragen, trotzdem er selbst — in seinem privaten Beruf als Ledergroßhändler — durch die veränderten Verhältnisse in eine Lage geraten war, die ihm nicht gestattete, so wie zuvor Gelder in größerem Maßstabe in den Verlag zu investieren. Der Verlag besitzt eine große Anzahl von Manuskripten, sehr wertvoller Werke, die druckbereit sind und eine Reihe von Werken befinden sich in der Arbeit bei verschiedenen Autoren. Der Verlag erstrebt nunmehr, wie uns Herr Stybel mittcilt, eine völlige Reorganisation, um seine Tätigkeit wieder aufnehmen zu können, und zwar mit dem Zentrum in Berlin. Als literarischer Leiter ist der Dichter Saul Tschernichowski in Aussicht genommen. Die Aktiva des Verlages an Büchern, Manuskripten, Matrizen, Verlagsrechten usw. werden auf etwa 200 000 Dollar geschätzt. Es wäre sicherlich sehr zu begrüßen, wenn der Verlag seine Produktion, wenn auch in verringertem Umfang und mit einer auf seinen Erfahrungen beruhenden Rationalisierung, fortsetzen könnte. Wie wir erfahren, ist dazu eine Investition von 10 000 Dollar notwendig. Es wäre bedauerlich und beschämend, wenn sich keine Persönlichkeit fände, die mit einer derartigen relativ kleinen Beteiligung dem Unternehmen auf die Beine hälfe. Die große Gemeinde der Hebräischlesenden hofft bald wieder vom Verlag Stybel beliefert zu werden. Der Bericht des Hauptbüros des Keren-Hajessod zum 15. Zionistenkongreß in hebräischer, englischer und deutscher Sprache wird in diesem Jahre zum ersten Mal in Jerusalem gedruckt. Der Bericht wird am 1. August an alle Delegierten des Keren-Hajessod versandt.