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Jüdische Rundschau · 1927-08-05 · Heft 62 (5.8.1927) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 62 (5.8.1927)
Date
1927-08-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Nr. 62, 5.VIH 1027 JUEDISCHE RÜNHSCHÄÜ Sehe 447 Institution übernommen, und zwar des Waisenheinis von Meir Schweja, wo 100 ukrainische Pogromwaisen erzogen werden. Mit derselben Treue steht sie auch zu ihren monatliehen finanziellen Verpflichtungen und 2500 Dollar gehen von der Junior-Hadassah an jedem Ersten nach Meir Scnweja ab, wie die 30 000 der Aelteren Hadassah. Insgesamt bringen die Juniors im Jahre 40 000 Dollar auf. Das Prinzip, an dem die Hadassahfrauen alle unerschütterlich fest Halten und das ihnen viele Spenden besonders bereitwillig zuführt, ist: Hundert Prozent aller Sammlungen gehen nach Erez-Israel. Veranstaitungsunkosten, Verwaltungsspesen usw. werden durch besondere Beiträge zusammengetragen. Großzügig sind die Pläne für das laufende Jahr. 500 000 Dollar sollen von den Seniors zur Deckung ihrer paliistinensischen Unternehmungen aufgebracht werden, außer 250 000 weiteren Dollars, die sie im Rahmen des Vereinigten Palästina-Appell für allgemeine Palästinazwecke aufzubringen sich verbürgen. Eine halbe Million Dollar aber ist der Anteil, der außerdem an dem Baufonds von einer Million übernommen ist, den sie gemeinsam mit dem Amerikanisch- Jüdischen Aerztekomitee zu sammeln ausgehen, um den dringenden Bedürfnissen nach dem Bau von Spitälern, insbesondere eines Universitätsspitals und eines Tuberkulosenheims nachzukommen. Eine ungeheure Last, die fast zu groß erscheint für Hadassahfrauen und die, wenn sie getragen werden wird, ein wirkliches Opferjahr der Hadassahfrauen bedeuten wird. Ein Beweis dafür, wie wenig die Hadassah bisher daran gedacht hat, sich selbst durch Werke von Stein und Erz zu verewigen, ist die Tatsache, daß sie trotz fünfzehnjähriger Tätigkeit es bisher immer zurückgestellt hat, sich ein eigenes Haus, einen eigenen Sitz für ihre vielgestaltige Tätigkeit im Lande zu errichten und sich mit den notdürftigsten Lokalitäten für ihr Büro behalf. Ihr Freund und Bundesfenosse Nathan Strauß hat ihr nun 50000 Dollar eigens zu iesem Zweck gewidmet und das ״Health Centre“, das Gesundheitszentrum der Hadassah in Jerusalem, das nun im Entstehen ist, wird ihr eine würdige Unterbringung oder vielmehr, woran ihr ja in erster Linie gelegen ist, bessere Arbeitsmöglichkeiten sichern. In Amerika aber macht sie sich bei ihrer Arbeit immer stärker und bewußter den Grundsatz zu eigen, den ihre jetzige Führerin Irma L. Lind heim, in die Worte gefaßt hat: ״Wenn ein Volk ein Land erobern will, dann muß es dieses durch Waffengewalt nehmen. Wenn es ein Land durch freiwillige Opfergaben auslösen will, dann muß es dieses kraft seines Willens nehmen. Waffen können gekauft werden, — der Wille muß erzogen werden. Ein Volk, dessen Wille erzogen ist; ist erforderlich, um den Boden Palästinas auszulösen. Sowie eine Demokratie nur dann erfolgreich funktionieren kann, wenn sie ein politisch erzogenes Volk hinter sich hat, so kann Palästina nur mit einem sozial erzogenen Volk erfolgreich aufgebaut werden.“ Dr. Nadja Stein. Frauenarbeit Die deutschen Zionistinnen haben von den Männern gelernt, ihre eigenen Probleme und Arbeiten als nicht vollwertig und als nicht ganz ernst zu nehmen anzusehen. Die Unsicherheit gegen sich «eibst lähmt ihre Kraft. Die amerikanische Frau ist Trägerin wesentlicher geistiger ,J^egu»get1״־־rltt.;׳ Amerik!»״, » der Mann betrachtet sie als zentral wirkende Kraft bei der Kulturentwicklung ihres Landes. Wir neigen dazu, zeitlich oder räumlich bedingte Gegebenheiten als Naturgegebenheiten zu nehmen. Wenn wir aber erkennen, daß andere Frauen ihr Leben in freier Anerkennung ihrer Pflicht und ihres Rechts innerhalb der Gemeinschaftsarbeit leben, werden wir aufhören, unsere eigene Beschränkung als Gesetz anzusehen. Und wenn wir verstehen, was der zionistische Wille der Frau in Zionismus bedeuten kann, wird unsere Arbeit in das Zentrum der Bewegung Vordringen und aufhören, zweitklasig und von uns selbst belächelt zu sein. M. Turnowsky. Zionistische frauen Uebet euer Wahlrecht aus! Beteiligt euch an den Wahlen zum XV. Zionistenkongreß! Die zionistische Verfassung gibt uns Frauen gleiche Rechte, es ist Pflicht aller Genossinnen, davon Gebrauch zu machen. des bekannten Hetz-Antisemften Grafen Reventlow, so ganz anders in Charakter und Geist als ihr Bruder und doch auch in ihrer Art so durchaus arisch, hat um die Jahrhundertwende in München gelebt, zu einer Zeit also, da diese Stadt als Geistes- und Kulturzentrum in höchster Blüte war. Das Buch gibt ein ausgezeichnetes Bild von dem Geist, der diese Stadt damals beherrschte. Es gewährt aber zugleich Einblick in ein Leben, das erfüllt war von einem unerbittlichen Streben nach Befreiung von allen Vorurteilen und Fesseln, die eine sogenannte moderne Gesellschaft dem geistigen Menschen zur Qual macht, und es ist zuweilen erschütternd zu lesen, wie schwer Franziska für diese Freiwerdung zu kämpfen hatte. Sind die Tagebücher so als Dokument ehrlichen Kämpfertums lesenswert, so bilden die nachfolgenden voneinander unabhängigen Noveilen, Plaudereien und ein autobiographischer Roman kleine dichterische Kunstwerke. Wie hier mit scheinbarer Oberflächiichkeit — dem Oberflächlichen mag manches darin leichtfertig klingen — die tiefsten Wahrheiten gestreift werden, das geht weit über den Durchschnitt der Alltagsliteratur hinaus und bestätigt die Richtigkeit des auch sonst verständnisvollen Geleit- Wortes, in dem die Schwiegertochter Else Reventlow von Franziska sagt: ״Sie war leicht, ohne seicht zu sein.“ Verwandt in seiner Problematik mutet uns der Geist an, der durch ein Buch weht, das Frauen- und Gesellschaftsprobleme einer neu werdenden Welt in dichterischer Form autrührt. Es heißt leider irreführend ״W egederLieb e“, von A1 e x a n - dra K ollontay (Malik-Verlag, Berlin). Das Erwachen des selbständigen Menschen in der Frau, ihr Wille, unter Zuhilfenähme eigener Kraft an der Gestaltung und dem Aufbau ihres Volkes und Landes mitzuarbeiten: diesen neuen Menschentypus kennen wir auch bei uns in der palästinensischen Frau, vor allem der Arbeiterin. Die Novellen der Koliontay zeigen nicht mehr einseitig und schönfärberisch die Stellung der Frau in Sowjetrußland, sondern sie lehren, daß auch dort noch schwer zu ringen ist und daß menschliche Probleme schließlich über alle nationalen Differenzierungen und über alle sozialen Neuordnungen hinweg als menschlich begriffen sein wollen. Martha Weltsch. Der Band Zionistischer Frauen aal der Wizo-Konierenz Vom Bund Zionistischer Frauen in Deutschland werden an der Wiko-Konferenz teilnehmen: Frau S. Wronsky, Vorsitzende des Bundes, als Mitglied des Aktions-Comitfis der Wizo, ״ Jettka L e v y - Berlin als Delegierte, ״ Jenny Blumen fei d-Berlin ,, ״ ״ Paula Frenke 1־ Frankfurt a. M. ״ ״ ״ Lore Ettlinger -Karlsruhe ״ ״ Fräulein Regina Schächter - Berlin als Ersatzdelegierte, Frau Zahnärztin Löw-Tachauer-Frankfurt a. M. als Ersatzdelegierte. Paris, 1. August. (J. T. A.) Im Zusammenhang mit der Pariser Tagung der Gewerkschafts-Internationale findet hier ein internationaler Arbeiterinnen- Kongreß statt. P a - lästina ist durch Rachel Yanait und Ada Fish man von der allgemeinen jüdischen Arbeiterföderation (Histadruth Klalith) vertreten. Die jüdisch-sozialistische Partei ״Bund“ ist durch die Warschauer Stadträtin Frau Schweber vertreten. Außerdem sind aus mehreren Ländern jüdische Arbeiter-Vertreterinnen erschienen. Konllnentalbund zionistischer Madchenverelnlgnngen Der Kontinentalbund zionistischer Mädchen Vereinigungen hielt seinen zweiten Bundestag vom 3.-5. Juli in Wien ab. Zahlreiche Delegierte und Gäste aus Oesterreich, Deutschland, der Tschechoslowakei, Polen, Rumänien nahmen an der Tagung teil. Der inoffizielle Teil der Tagung wurde durch eine feierliche Freitagabend-Fei er, welche die Kultusgemeinde als Begrüßung dem Kontinentalbund veranstaltet hatte, eingeleitet In der Rede- und Lesehalle der jüdischen Hochschüler fand tags darauf von den jüdischen Jugendverbänden Wiens eine Begrüßung für den K. B. statt. Anläßlich der Tagung des Kontinentalbundes hatte man den Herzl-Grabgang auf Sonntag, den 3. Juli, verlegt, so daß sich die Teilnehme־ rinnen daran beteiligen konnten. Am Nachmittag desselben Tagek eröffnete Frau Edith Lachmann die Tagung in den Räumen des jüdischen Zentrums. In ihrem Bundesbericht über die einjährige Tätigkeit des Bundes führte Regine Stern lieb aus, daß die Mädchenarbeit in fast allen Ländern des Kontinents sehr darniederliegt, daß gerade in den Mädchenkreisen starke Assimilation zu beobachten ist, die zur vollkommenen Entjudung des Hauses, der Kinder und der Gesellschaft führt. Sie berichtete von guten Erfolgen der Arbeit in der Tschechoslowakei, Oesterreich und Polen. Besonders schwierig sei die Arbeit in Deutschland und in der Schweiz, aber auch da sind viele Beziehungen angeknüpft. Der Bund hat die ihm angeschlossenen Gruppen mit Arbeits- Programmen, Einführungskursen, Referaten usw. reichlich versorgt. Außerdem hat die Bundesleitung angeregt, wo irgendmöglich, den Mädchengruppen Kindergruppen anzuschließen. Nach dem Bundesbericht folgten die Berichte der Delegierten und der einzelnen Gruppen. Anschließend daran wurden Referate gehalten. Henny Rappaport, Wien sprach über ״Religiöse Strömungen 1m Judentum“. Frau Prof Bertel Zaitschak, Brünn, sprach über die Stellung des Kontinentalbundes zur Chaluziuth. Das Schlußreferat hielt Frau Edith Lachmann, Breslau, über ״Jüdisch-Soziale Probleme“. Nach den Referaten wurden Beschlüsse gefaßt, daß der Bund entsprechend den Anregungen der Referenten arbeiten wird. Ausführliche Berichte über den Bundestag sowie die Referate stehen auf Wunsch zur Verfügung. Anfragen sind zu richten an: Die Bundes- 4eitun§M«1®»Konitattifeübündes zfon. Midchenverdnlguhgeh, Breslau, Höfchcnstraße 84. Die Pläne der ״Habima“ Zwischen dem von seiner Amerika-Tour in Berlin eingetroffenen Ensemble des Theaters Habima und dem Direktor B a r n 0 w s k 1 ist ein Vertrag abgeschlossen worden, wonach die Habima im Monat September im Komödienhaus am Schiffbauerdamm gastieren wird. Das Gastspiel wird mit der Aufführung des ״Hadvbuk“ eröffnet. Von Berlin wird sich das Habima-Ensemble nach anderen deutschen Großstädten zu Gastspielen begeben. Sodann wird sich das Ensemble für längere Zeit in Berlin niederlassen, um hier drei neue Stücke einzustudieren und seine Reise nach Palästina vorzubereiten. Das Ensemble des Habima begibt sich, wie wir schon berichteten, vor den kommenden Passah-Tagen nach Palästina, wo der Grundstein für ein ständiges Theater ״Habima“ gelegt werden soll. Bei dieser Gelegenheit wird das Habima-Ensemble zum erstenmal in Palästina spielen, und zwar unter freiem Himmel auf dem Platz, auf welchem der Theaterbau später aufgeführt werden soll. Aus Anlaß des XV. Zionisten-Kongresses wird die Habima in den letzten Augusttagen ein Gastspiel in Basel geben, um den zionistischen Delegierten und Gästen Gelegenheit zu geben, das moderne hebräische Theater kennen zu lernen, Dr. Weizmann hat in einem persönlichen Schreiben an die Habima seiner Freude Ausdruck gegeben, daß das Ensemble im 30. Jahre der zionistischen Bewegung vor den Kongreß- Delegierten das hohe Niveau der hebräischen Theaterkunst demonstrieren wird. Weizmann, der im amerikanischen Komitee ״Lemaan Habima“ neben dem Bankier Otto H. Kahn und anderen prominenien Persönlichkeiten aktiv tätig ist, teilte den Mitgliedern der Habima-Verwaltung, Fräulein Rowina und den Herren Tschemerinski und Meskin, mit, daß er nach dem Kongreß an die Gründung eines europäischen Komitees ״Leraaan Habima“ schreiten wird. Das amerikanische Komitee ״Lemaan Habima“ verfolgt das Ziel, dem Ensemble die volle Möglichkeit zu geben, in Ruhe an ihrer äußeren Ausgestaltung zu arbeiten und ihr Repertoire zu erweitern. Das Komitee wird die Habima solange materiell unterstützen, bis das Ensemble seine Ausgestaltung in Berlin vollendet haben und die Reise nach Palästina antreten wird. Gegen den Anttzionismus der Folkisten Riga, 25. Juli. (J. T. A.) Professor S. Dubnow, der geistige Vater der Jüdischen Volkspartei fFolkistische Bewegung), richtete an W. Latzky-Bertholdi, früheren jüdisehen Minister in der Ukraine und jetzigen Chefredakteur der Tageszeitung ״Frimorgn“, ein Schreiben, worin es ungefähr heißt: Mir liegen überaus häßliche Proklamationen einer provinziehen lettländischen Organisation der Jüdischen Volkspartei und des ״Bund“ vor, die so gar nicht der Richtung und dem Stil der Volkspartei entsprechen. (In diesen Proklamationen wurde die jüdische Bevölkerung aufgefordert, die zionistischen Fonds zu boykottieren.) Es ist zu unterscheiden zwischen der positiven zionistischen Aufbauarbeit und jenen zionistischen Theorien, die die Arbeit in der Gaiuth verneinen und Haß gegen die jiddische Sprache lehren (? — A. d. R.). Es geht aber nicht an, daß kleine Grüppchen von Folkisten unser Programm einfach zunichte machen. Wie verschieden man hären kann ... Dieser Tage kam uns der Bericht zu Gesicht, den die Wiener ״Neue Freie Presse“ über die große Berliner Kundgebung des Pro Palästina-Komitees veröffentlicht hat. Dieser Bericht, der, nebenbei gesagt, viel angemessener und objektiver ist als der der meisten Berliner Zeitungen, stammt von dem Berliner Vertreter des Blattes, der gewiß nicht im ״Verdacht“ steht, Zionist oder zionistenfreunduch zu sein, in der Veröffentlichung der ״N. Fr. Pr.“ heißt es wörtlich : ״Die ersten Ansprachen hielten Graf Bernstorff, Kultusminister Becker, die ehemalige Reichsratsabgeordnete Frau v. Ohcimb, jetzige Frau v. Kardorf f, und andere. In den meisten Ansprachen wurde betont, daß, wenn ein Jude das Sicdlungswerk Palästina unterstütze, daraus nicht etwa gefolgert werden dürfe, daß er kein treuer Staatsbürger seines Heimatstaates sei. Frau v. Kardorff bezeichnet es als eine phantastische Dummheit, den Juden das Heimatrecht in Deutschland bestreiten zu wolle n.“ (Im Original gesperrt. Es folgt sodann eine kurze Wiedergabe von Weizmanns Rede.) Bekanntlich hat die C.V.-Zeitung in Berlin über dieselbe Veranstaltung nichts anderes berichtet als eine angebliehe Stellungnahme der Frau von Kardorff gegen das Heimatsrecht der deutschen Juden in Deutschland. Die C. V.- Zeitung und einige Nachbeter, wie z. B. die Israelitische Gemeinde-Zeitung für Württemberg (Redakteur: Rabb. Dr. Rieger) haben es für richtig gehalten, diese angeblich — nach ihrer Meinung — antisemitische Aeußerung der Frau von Kardorff zum ״K e r ns t ü c k“ der großartigen Kundgebung des Pro Palästina- Komitees.aufzubauschen. Jedem Teilnehmer der Versammlung mußte klar sein, daß die Darstellung der C. V.-Organe irrig ist und keine Basis in der Wirklichkeit hat. Das gerade Gegenteil dessen, was der C. V.-Vertreter heraushörte, ist richtig: Alle Redner haben unteranderm (ohne daß diese Selbst- Verständlichkeit das ״Kernstück“ gewesen wäre) betont daß zwischen Palästina-Interesse und Patriotismus kein Gegensatz besteht. Solches Urteil von autoritativer nicht jüdischer Seite sollte jeden befriedigen, der wirklich darauf aus ist, der antisemitischen Agitation eines ihrer Argumente (übrigens ein von Antisemiten sehr selten, nur von Juden sehr häufig gebrauchtes Argument) zu rauben. Der Berichterstatter der ״N. Fr.Pr“, dem dieser Punkt wichtig schien, hat ihn ganz richtig wiedergegeben. Es ist interessant, daß er gerade Frau von Kardorff als stärkste Zeugin zitiert, freilich in entgegengesetztem Sinne wie die C. V.-Leute. So verschiedene Ohren können Menschen haben. Dem C, V. kommt es viel weniger darauf an, Argumente gegen antisemitische Verleumdüngen zu verbreiten, als den Zionismus bei der C. V.- Gemeinde unpopulär zu machen, indem man ihn als eine Art Handlanger des Antisemitismus denunziert. Dagegen hat jüngst Herr von Schoenaich ausgezeichnet Stellung genommen. Aber auch die parteiverblendetsten C. V.-Mitglieder werden sich fragen müssen: Ist es k 1 u g von Juden, so zu handeln, und liegt diese parteiische Darstellung im jüdischen oder deutschen Interesse? Der Kongre&bericht des Keren Kajeraeth .•. .-P«;tl|^lhrteÄ|K»HSÄ«rlcht, *;ff scheint unter dem Titel 25״ Jahre Keren Kajemeth Leisrad“ in einer neuartigen Form. Er zerfällt in zwei Teile: einen Gesamtbericht über die 25 jährige Entwicklung des Keren Kajemeth in bezug auf seine Propaganda und Palästinaarbeit, und den eigentlichen Kongreßbericht, der 3 Teile enthält: Geldaufbringung, Palästinaarbeit, Finanzen. Der erste Teil, der auch als Sonderdruck herausgebracht wurde, ist durch zwei Bildbeilagen geschmückt, die die 25jährige Leistung des Keren Kajemeth für die ländliche und städtische Siedlung in Palästina darsteüen. Hierfür wurde zum ersten Mal die moderne Form der Kompositionsphotographie verwandt. Der Gesamtbericht ist zum Preise P. T. 21/g, der Sonder- Druck, der die 25jährige Geschichte des Keren Kajemeth• behandelt, zum Preise von P. T. 1.— durch das Hauptbüro des Keren Kajemeth in Jerusalem zu beziehen. Kleine Nachrichten Lord Plumer hat am 29. Juli in Begleitung von Lady Plumer und seinem Sekretär Captain Drummond von seinem Urlaub in London die Rückreise nach Palästina angetreten. Shanghai, 15. Juli. (J. T. A.) Der vor kurzem verstorbene J. S. Perry hinterließ 150 000 Dollar für den Bau einer jüdisehen Schule in Shanghai und stellte in seinem Testament die Bedingung, daß mindestens die gleiche Summe von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Shanghai aufgebracht werden solle. Der Verstorbene hinterließ auch größere Summen für jüdische Unterrichtszwecke in Paläs t i n a und in Bagdad. Das polnische Außenministerium gibt den vom polnischen Generalkonsul in Palästina, Zbyszewski, erstatteten Bericht über seinen Besuch in den jüdischen Kolonien Palästinas als offizielle Mitteilung heraus. In dem Bericht schildert der Generalkonsul, daß die aus Polen stammenden Kolonisten ihn mit wärmster Sympathie empfangen und ihre Treue und Ergebenheit zum polnischen Vaterland bekundet haben. Der jetzt in Palästina weilende Generalarzt der Irak- Armee, Dr. Malouf, hat mehrere jüdische Aerzte in Palästina für den ärztlichen Dienst in der Armee des Irak verpflichtet. Wie die ״Times“ meldet, hat König I bn Saud £ 500.— für die Opfer des Erdbebens gespendet. Wie ״Doar Hajom“ mitteilt, wird der jetzige Generalinspektor des Polizei- und Gefängniswesens in Palästina, Colonel Mavrogordato, einen anderen Posten erhalten. An seine Stelle wird Colonel A. J. Mac Ne i 11, Kommandant der aufgelösten britischen Gendarmerie in Palästina, zum Chef der Landespolizei ernannt werden. Dr. Nathan H a 1 p e r n , Delegierter des Hauptbüros des Keren-Hajessod in Jerusalem für Nordafrika hat in den Städten Algier eine außerordentlich erfolgreiche Kampagne eingeleitet und hat Beträge in Höhe von über 500000 Francs in Zeichnungen erhalten. Fräulein Frankel, die Sekretärin des holländischen Konsuls in Palästina, Jacobus H. Kann, wurde von der holländischen Regierung mit der Leitung des Konsulats während der Urlaubszeit des Herrn Kann betraut. Es ist dies der erste Fall, daß in Palästina eine Frau die Funktionen eines Konsuls ausübt. i

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