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Jüdische Rundschau · 1927-07-29 · Heft 60 (29.7.1927) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 60 (29.7.1927)
Date
1927-07-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 428 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 60, 29. Vn. 1927 Kongreß-Tribüne Zwischenrufe Von Richard Lichthelm. Weizmann Im Wahlkampf. Die ,,Jüdische Rundschau“ bringt itt ihrer Nummer vom 22. Juli unter der Ueberschrift ״Weidmanns Kongreß- Programm“ ein ״Interview“, das von London aus in der ganzen zionistischen Welt verbreitet wird. Natürlich ist es gar kein Interview — ich möchte mal sehen, wie Dr. Weizmann ״einem Vertreter des Haolam“ ein ״Interview gewährt“ — sondern eine brave Biiroausarbeitung, dazu bestimmt, die Position der Leitung zu stärken. Die Leitung hat natürlich das Recht, ihre Meinung zu sagen und sie kann dazu die Form wählen, die ihr gefällt. Es wundert uns auch nicht, daß der Herr Interviewer des ״Haolam“ an den Herrn Präsidenten die Frage richtet: ״Sehen Sie nach alledem in der re v i s ion i s 11 sehen Propaganda eine Clefahr?“ (Suggestivfrage heißt so etwas im Gerichtssaal) worauf der Herr Präsident — ver* mutlich nach reiflicher Ueberlegung — ernst und sorgenvoll erwidert: ״Ja!“ So geht's eben zu in den hohen Sphären des Zionismus. Nur hat der Verfertiger des Interviews am Schluß vergessen, was er den Herrn Präsidenten am Anfang sagen läßt; sonst könnte er nicht Herrn Dr. Weizmann nach diesem Angriff auf die Opposition versichern lassen, daß er persönlich ״nicht in den Wahlkampf zum Kongreß eingreifen“ und sich ״von dem Kampf der Parteien fernhalten“ möchte. Vielleicht möchte er wirklich — aber er kann nicht. Er muß sich seiner Haut wehren, sein Büro (diesmal wohl das Organisationsdepartement) zwingt ihn zu einer ״Programmerklärung“ und die Herren vom linken Zentrum gar stellen ihn in der Tschechoslowakei und in Oesterreich an die Spitze ihrer Kandidatenliste, wozu sie doch wohl Dr. Weizmanns Zustimmung eingeholt haben müssen. So nimmt Dr, Weizmann am Wahlkampf teil — ohne in ihn einzugreifen. Der erhobene Zeigefinger. Herr Felix Rosenblüth hat namens der Exekutive ein Rundschreiben versandt, worin er die Parteien ermahnt, den Wahlkampf auf sehr edle Weise zu führen. Sie müßten in diesen Kampf mit dem Bewußtsein cintreten, ״daß nach Beendigung der Wahlen alle Beteiligten wieder in das geeinte Lager zurückkehren und sich zu gemeinsamer . . . Arbeit Zusammenschlüßen müssen.“ Sehr schön gedacht und gesagt — kommt aber alles auf die Ausführung an. Wenn z. B. die Opposition erklärt, daß das weitere Ver• bleiben Dr. Weizmanns an der Spitze der Organisation wegen der von ihm eingenommenen Haltung in den wichtigsten Fragen eine Oefahr für den Zionismus darstellt, z. B, wegen des demoralisierenden Einflusses seiner Agencypolitik auf die Bewegung selbst — so ist zehn gegen eins zu wetten, daß die Offiziösen dies als eine ״persönliche Kampfesweise“ und eine ״Schädigung der Bewegung“ brandmarken werden. Wenn aber Herr Dr. Weizmann — der, wie wir gesehen haben, am Wahlkampfe nicht» ieilzuaehnten gedenkt — von der revisionistischen Opposition so spricht, 80 ist es offenbar zulässig. Wir sind nicht so empfindlich. Man hat uns von seiten der Offiziellen mit allen ertaubten und unerlaubten Waffen bekämpft und man wird es weiter tun. Von persönliehen Verunglimpfungen abgesehen, ist die beliebteste Waffe fegen den Revisionismus die Unterstellung unsinniger Beauptungen. Unsere Feststellung, daß das jüdische Volk sich als Kolonisator in Palästina durchaus bewährt und recht erhebliche Mittel aufgebracht habe, daß aber für die Durchführung einer größeren Kolonisation mit dem Ziel der Erlangung der Majorität alle unsere bisherigen und künftigen Bemühungen sich als nutzlos erweisen müssen, wenn es nicht gelingt, die systematische Förderung der Regierung zu erlangen — dieser sehr klare Grundgedanke des Revisionismus (den heute die Parteiprogramme der Poale Zion übernommen haben) wird in dem Weizmann-Intervlew zu folgendem Unsinn verballhornisiert: ״Jüdisches Volk, du hast genug getan!“ Die Kritik an der gefährlichen, planlosen, ergebnislosen Agencypolitik Dr. Weizmanns wird durch die unwahre Behauptung abgewehrt, die ״von anderer Seite vorgeschlagene Alternative“ sei ״die Proklamation des absoluten Kampfes gegen Nichtzionisten“. Bevor Herr Felix Rosenblüth nochmals warnend den Zeigefinger hebt, soll er einmal überlegen, wie der Präsident der Organisation, den er mit Hilfe des ganzen amtliehen Apparates zu stützen und zu verteidigen strebt, sich in den letzten fünf Jahren zu seiner Organisation, zum Kongreß und zu den Parteien verhalten hat und wie die Argumente beschaffen sind, deren er sich jetzt im Kampf gegen die Opposition bedient. Weizmanns Programm? Was uns in dem erwähnten Interview geboten wird, soll Dr. Weizmanns Kongreßprogramm sein. Ist es sein Programm? lieber die großen grundsätzliehen Fragen Agency, Politik, Wirtschaft — soll hier nicht gesprochen werden. Aber sonderbare Widersprüche zwischen diesem Programm und kürzlich erfolgten Verlautbariingen Dr. Weizmanns sind unverkennbar. Es wird in dem Programm sehr viel von den Finanzen und der Notwendigkeit neuer großer Finanzaktionen gesprachen, bei denen die berühmte Agency helfen soll. (Dabei fällt auf, daß Dr. Lee K. Frankel nach seiner Rückkehr aus Palästina den ganz neuen und genialen Plan entwickelt hat, man solle eine Aktiengesellschaft bilden und die vier Millionen jüdischer Familien in der Welt sollten durchschnittlich Aktien für je 15 Dollar erwerben: also das Geld soll nach dem Plan, den Herzl bei Gründüng der Kolonialbank hatte, von der großen Masse aufgebracht werden . . .) Item: Wir brauchen mehr Geld. Wie aber steht’s mit dem berühmten Konsolidierungsprogramm und dem eigentliehen System unserer Wirtschaft? vor wenigen Wochen ־— nach der A.-C.-Sitzung — erklärte die Exekutive, auch in einer großen Programmkuiägebung, daß unsere Arbeit auf völlig neue Grundlagen gestellt und nach völlig neuen Grundsätzen geleitet werden müsse. Herr Blumenfeid, der inzwischen im großen De Lieme nachgeschlagen hatte, pries diese Wendung und fing bereits an, den starken Mann in der Wirtschaft zu spielen. Nun aber heißt es — in dem allerneuesten Programm Dr. Weizmanns — daß man viel Geld benötigen werde für die Konsolidierung, ״d. h. die Versorgung unserer Institutionen mit vergrößertem Kapital und den Ausbau der bestehenden Siedlungen bis zum Stadium der Ertragsreife und Rentabilität“. Die Konsolidierung: ״& h.“ — dieses ״das heißt“ soll man sich gut merken. Die Konsolidierung ist also offenbar keine Systemänderung, sondern eine — an sich gewiß notwendige ־- Zuführung neuer Geldmittel. Dazu stimmt’s denn auch, daß Dr. Weizmann auf die Frage, ob denn nicht die Finanzkrise auf eine Reformbedürftigkeit des ganzen Systems hindeute, die Antwort erteilt: ״Vielleicht —• obgleich es sieh verstehen läßt, daß Ausgaben von drei Millionen Pfund, die im Laufe von fünf bis sechs Jahren in Pionierarbeit gemacht werden, mit einer Budgetüberschreitung — denn darum handelt es sich doch — von £ 150 000 bis 180 000 — abschließend‘ Also darum handelt es sich — eine Budgetüber- 8 c h r e i t u n g von 5 0/« der im ganzen verausgabten Beträge... Und darum Räuber und Mörder? Darum die gellenden Verzweiflungsschreie unserer zionistischen Presse? Darum Blumenfelds eherne Entschlossenheit? Und die Aufregung der Arbeiterschaft? Und Lipskys Erklärungen über die Reform an Haupt und Gliedern? Vielleicht — sagt Dr. Weizmann — ist das System reformbedürftig, nicht nur ״auf dem ,finanzpolitischen Gebiet“ — d. h. der Beschaffung neuer Geld quellen. Vielleicht — vielleicht auch nicht ״Ich bin in dieser Hinsicht mit meinem Urteil stets zurückhaltend und überlasse das Wort den Sachvcrständigen.“ ״Nach meinem Gefühl haben sich die wesentlichen Grundsätze unseres Siedlungswerl».... im großen und ganzen bewährt“ Na also! Dann ist ja alles in Ordnung. Fragt sich nur, was dann die neuen Sachverständigen eigentlich tun sollen, die uns bekanntlich ganz neue Pläne und Methoden zu bringen haben, fragt sich vor allem, was die Exekutive mit ihrer früheren Erklärung bezweckte, wonach ״völlig neue Methoden“ nötig seien.... Schwamm drüber! Weizmanns Programm! Was hingegen die Politik betrifft, so herrscht überhaupt nach den aller-aller-neuestet» Darstellungen der amtlichen Presse in der ganzen Bewegung die vollste Harmonie. Die ״Jüdische Rundschau“ schreibt in einem Artikel ״Nach fünf Jahren“ folgendes: ״Die politische Arbeit der zionistischen Exekutive im Verlaufe der letzten fünf Jahre war ein ununterbrochenes Ringen um die Durchführung dieser Bestimmungen“ (nämlich des Mandats). ״Gerade die wichtigsten Bestimmungen des Mandats werden bisher nicht durchgeführt.“ Dr. Weizmann versichert im neuesten Interview, er betrachte als das unmittelbare praktische Ziel unserer Bemühungen ״die Beeinflussung der Mandatarmacht in dem Sinne, daß sie unser Aufbauwerk in steigendem Maße aktiv unterstützt und fördert“ Dr. Goldhammer erklärt für die Wiener Radikalen: ״Die gesamte Zionistenschaft. empfindet es außerordentlich schwer, daß die englische Regierung noch nicht dazu gebracht werden konnte, aktiv die Errichtung der nationalen Heimstätte zu fördern.“ Das Programm der deutschen Poale-Zion nennt die Politik der Mandatsmacht ,,eine Kette von Enttäuschungen für den Zionismus“ und fordert Wiedervereinigung des Ostjordanlandes mit Palästina, Zuteilung freier Bodenflächen, Steuerbefreiung der neuen Kolonien usw. Ganz in Uebereinstimnumg mit den Resolutionen der beiden Pariser Konferenzen des Revisionismus. Was bleibt diesem noch, da ja alle Gruppen nunmehr die wesentlichsten Teile seines Programms akzeptiert haben? Nach Ansicht des Artikelschreibers der ״Jüdischen Rundschau“ nur die Lächerlichkeit ^E>»m׳״,,w«w»;:־wir׳,;«it״:der gepanzerten Faust drohen, weiden wir lächerlich״ — und es ist ja weltbekannt, daß die Revisionisten mit der gepanzerten Faust drohen, wohingegen die Anhänger des linken Zentrums unter der Führung Dr. Weizmanns (und mit der bisher offenbar nur versehentlich vermißten Zustimmung der Radikalen und der Poale Zion) seit langem nichts anderes erstreben, als die Durch- Setzung der Mandatsbestimmungen. — Nun erst werden Dr. Weizmanns Reden in Boston, Berlin und Jerusalem völlig klar. ״The political Situation has never been so satisfacty.“ ״Wir könnten auch unter den jetzigen politischen Bedingungen jährlich 25 000 Menschen in Palästina ansiedeln, wenn die Juden das nötige Geld hergeben würden.“ Auch die Rede Dr. Weizmanns auf dem letzten Kongreß, in der er nachwies, daß Englands Interesse an Palästina und an den Juden sehr gering sei, war ein Teil jener Politik, die die volle Durchführung der Mandatsbestimmungen zum Ziele hatte.... Ja? an politischer Erleuchtung fehlt es nicht Es ist alles da. Für jeden Geschmack und für jede Situation ist gesorgt. Und der deutsche Zionist zumal, der die Politik der ״Jüdisehen Rundschau“, ihre Begeisterung für Herbert Sainuel, ihr mannhaftes Auftreten gegen den Jischuw in der Gendarmeriefrage noch im Gedächtnis hat — a propos Gendarmeriefrage: im Weizmannschen Kongreßprogramm wird sie nicht, wie im vorigen Jahr, als ein Erfolg der Leitung behandelt, sondern schlicht als ein ״Rückschlag“ bezeichnet — also der deutsehe Zionist weiß nun ganz genau, was für eine Leitung er in diesen Jahren unterstützt hat und wohin sie ihn in den nächsten Jahren führen wird! Weizmanns Programm! Kongreß-Bericht Wie bei den letzten Kongressen wird auch diesmal wieder ein vollständiger Verhandlungsberidit in der offiziellen Kongreß-Zeitung erscheinen. Wir haben die Abonnentenwerbung für die Kongreh- Zeitung Insbesondere In unserem Leserkreis übernommen, um das Zustandekommen der Kongreh-Zeitung mit zu ermöglichen. Wir richten hierdurch an alle unsere Leser die Bitte, uns bei der Werbung von Abonnenten für die Kongreh- Zeitung zu unterstützen und sich nicht nur darauf zu beschränken, ein eigenes Abonnement aufzugeben. Wir sind auch dankbar für Aufgabe von Adressen, an die wir uns direkt mit Abonnementseinladungen wenden können. Die Gebühren betragen für die vorgesehenen 12 Nummern Mk. 3,20. Verlag «Jüdische Rundschau" Berlin W15, Meinekestrafce 10 Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. An alle misractiistischen Schekelzahlcr! An alle Förderer des Auf baus von Erez-Israel auf der Orundlage der Tradition. Der XV. Zionistenkongreß wird am 30. August d. J. in Basel eröffnet Auf ihm wird Richtung und Ausmaß der Palästina-Aufbauarbeit und der allgemeinen zionistischen Tätigkeit für die kommenden zwei Jahre festgelegt Nie hat die Zionistische Organisation eine so ernste Krise durchgemacht, wie seit dem letzten Wiener Kongreß, nie insbesondere hat Erez-Israel, seit der Aufbau des Landes im Mittelpunkte der zionistischen Tätigkeit steht, eine so ernste Erschütterung durchgemacnt Hier ist nicht der Ort, Schuld, Versagen und tragisches Oeschick, für das keine zionistische Instanz verantwortlich gemacht werden kann, auseinanderzuhalten. Uns liegt jede Demagogie fern, und wir werden die Leitung keinesfalls für Dinge verantwörtlich machen, die außerhalb ihres Machtbereiches liegen. Jedenfalls ist sie an der Entwicklung der Dinge in Polen seit 1925 gänzlich unschuldig. Die Leitung kann auch nicht zur Verantwortung dafür gezogen werden, daß das jüdische Volk, insbesondere außerhalb der zionistischen Reihen, sich vielfach den Pflichten gegenüber dem Aufbauwerk entzieht Ist schon in Zeiten relativen Gelingens die Mitarbeit der jüdischen Gesamtheit in moralischer und finanzieller Beziehung unentbehrlich, so wird man gewiß sie jetzt fordern müssen, um die akute Notlage, die insbesondere in der großen Arbeitslosigkeit sich ausdrückt, aber auch durch den stockenden Fortschritt bezeichnet wird, zu überwinden. DerJudedesGaluth mußdie Kriseln Palästina als ein nationales Unglück, das auch seine Person in Mitleidenschaft zieht, empfinden, dannwirdcrseinePflichtzuerfüllen wissen. Wir müssen aber auch die Fehler, die wir begangen haben, ausmerzen. Von den sachlichen Fehlern des Aufbaus und den politischen Unzulänglichkeiten abgesehen, erblicken wir in Mängeln geistiger, kultureJIer, sittiicherundreligioser ArtUrsachen des Niederganges. Wäre die ganze Judenheit in Einheit und ehrlichen Willens an das Aufbauwerk unseres Landes herangetreten, wäre der Geist, der die nationale Bewegung unseres Volkes leitet, der Quelle allen jüdischen Denkens, der großen religiösen Tradition näher geblieben, niemals hätte die Krise Im Aufbau unseres Landes solches Ausmaß angenommen. Ueber die wirtschaftliche Seite des Aufbaus bestehen egenwärtig zwischen den Forderungen des Misrachi und enen einer Reihe anderer Parteien keine wesentlichen Differenzen. Unser Programm hat Raum für Förderer verschiedener Wirtschaftsformen, solange sie im Einklang stehen mit den Normen, die unser Gesetz uns angibt. Ist doch der Misrachi Ä' WftäÄitllcher Hinsicht ein zionistischer Mikrokosmos. Wir wünschen, daß der Aufbau nach sicheren wirtschaftlichen Grundsätzen, frei von doktrinären Theorien, frei von utopischen Plänen und unbegründeten Experimenten gestaltet wird. Das wünschen heute alle anderen Parteien innerhalb der Zionistischen Organisation auch, freilich jede mit spezifischer Begründung und auf verschiedenen Wegen. Man darf sagen, daß ein großer Teil der Versuche, das palästinensische Wirtschaftsleben auf einer neuen Grundlage aufzubauen, die soziales Unrecht ausschließt, die jedem Ansiedler gleiche Möglichkeiten schafft und den Boden in den Besitz der Gesamtheit des Volkes gibt, als geglückt anzusehen ist, obgleich deren wirtschaftlicher Erfolg heute noch nicht in trockenen Zahlen ausgedrückt werden kann. Wir fordern, daß sich jetzt der soziale und Wirtschaftliehe Aufbau auch bewußt dem Geist anlehnt, und sich orientiert an den Ideen, die das jüdische Gesetz lehrt, daß dem Ueberwuchern fremder Elemente und Formen und der kritiklosen Uebernahme aller möglichen politischen Lehren ein Ziel gesetzt, dab aus der jüdischen Einstellung zu sozialem Aufbau Konsequenzen gezogen werden, die auf die jüdische Struktur des individuellen Lebens rückwirken. Wirfordern einen Aufbau, der allen Juden die Möglichkeit gibt, an allen Orten des Landes zu leben, d. h. daß überall auch dem traditionstreuen Juden und seinen kulturellen und geistigen Anforderungen an das Leben Rechnung getragen wird. Die bei uns organisierte Arbeiterpartei HapoüIHamisrachi hat gezeigt, daß die Grundsätze unserer Lehre auch heute noch zu vereinbaren sind mit den Postulaten, die der Aufbau in Erez-Israel stellt, und die insbesondere für die ihn verwirklichenden Menschen gelten. Die Erfolge unserer Arbeiter weisen den Weg zur Gestaltung eines reinen jüdischen Lebens im jüdischen Lande. Die Bedeutung unseres Schul - und Er- Ziehungswerks ist ständig im Wachsen begriffen, es findet heute auch bereits Anerkennung bei uns früher prinzipiell entgegenstehenden Kreisen und übt seinen Einfluß im ganzen Lande zur Stärkung des Thorahgeistes aus, da es zeigt, welch lebenstüchtige Menschen dies System hervorbringt. IndieserRichtungmitallenKräftenfortzufahren, ist eine der Hauptaufgaben des Misrachi. Die Zeit der Experimente muß vorbei sein, die harte Wirk* lichkeit fordert dies gebieterisch. Parteiprestige darf nicht mehr mitsprechen bei irgendwelchen Forderungen. Die Linke muß das Gute, auch wenn es baalebatisch ist, die Rechte muß das Gute, auch wenn es sozialistisch ist, anerkennen und mit durchführen: Zwei Forderungen haben wir an den XV. Kongreß: Aufbau in U ebereinst immung mit der jüdischen U eberliefe rung. Aufbau auf Grund wirtschaftlich erprobter Methoden. Wer diese Oedanken unterstützen will, übe sein Kongreßwahlrecht aus zugunsten der Misrachiliste! Kein Schekelzahler darf an der Wahlurne fehlen! Zentralbüro des Misrachi in Deutschland. Dr. O. W o 1 f s b e r g. Alexander Adler. Deutsches Zentralkomitee des Misrachi. Dr. Barth. Zentrale der Zeirej Misrachi in Deutschland. Dr. H e ס מ n e r.

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