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Jüdische Rundschau · 1927-07-29 · Heft 60 (29.7.1927) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 60 (29.7.1927)
Date
1927-07-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 426 JUEDISCH E RUNDSCHAU Nr. 60, 29. VH. 1927 Weiß er wirklich nicht, daß auch wir die Größe dessen, was bei allen Mängeln unserer Arbeit geschaffen ist, durchaus und immer anerkennen? Aber was hat das mit der Forderung zu tun, daß Gefahrenquellen für die Zukunft so rechtzeitig als möglich abgestellt werden sollten? Wenn wir mit vollem Recht der nichtzionistisehen Umwelt ein sinngefälliges Ergebnis, berechnet auf den heutigen Tag, vor Augen halten, dürfen wir im engen Kreise der Verantwortlichen deswegen nicht die Sorge für die Zukunft mit allem Ernst in Betracht ziehen? Noch etwas billiger als dieses Argument ist der Versuch, die Anhänger des linken Zentrums mit dem drohenden Rechtskurs zu erschrecken. Auf die Frage, worin denn eigentlich das ״Linke“ am linken Zentrum bestehe, mag Goldmann sich bei seinen Fraktionsgenossen vom vorigen Kongreß, Dr. Glücksohn, dem Redakteur des ״Haarez“ Antwort holen, der soeben in einem Längeren Artikel den Anschluß der allgemeinen Zionisten Palästinas an das linke Zentrum mitgeteilt hat (nachdem ein Teil dieser Gruppe unter dem Namen ״Bürgerlich-nationale“ nach rechts abmarschiert ist). Der Inhalt dieses Artikels, der eine sehr klare Einstellung des allgemeinen Zionismus und dabei auch eine deut'- liehe Charakterisierung des ״rechten Zentrums“ durch Bezeichnung bestimmter wirtschaftlicher Auffassungen bringt, kann hier nicht wiederholt werden. Es genügt, Goldmann daran zu erinnern, daß es zwar nicht in Deutschland, aber in Polen und auf dem Kongreß eine Gruppe Eth Liwnoth gibt. Die Wirtschaftsreform, die von der rechtsbürgerlichen Richtung propagiert wird, soll darin bestehen, daß dem Mittelstand oder der Industrie oder irgendwelchen anderen Interessenten vergrößerte Budget-Anteile zu ge sc hoben werden. In einer solchen Neuverteilung besteht nach der Meinung des linken Zentrums die Reform’ nicht. Unser Ziel ist, daß der Segen der Wirtschaftlichkeit für d i e Werke nutzbar gemacht wird, die die stärkste Zukunft für den nationalen Gedanken versprechen. Nur nach diesem Grundsatz werden wir unsere Entscheidungen treffen. Wie notwendig der Kampf für dieses Reform- Programm ist, zeigt noch einmal die Stellung unserer Gegner in den Wirtschaftsfragen. Die Revisionisten halten es in ihrem Programm für notwendig, die Erörterung über Privatinitiative oder nationales Kapital wieder aufzuwärmen (nachdem offenbar die Versieherungsgesellschaft als Inhalt revisionistischer Rcformvor- Stellungen nicht mehr als ausreichend erachtet wurde). Aber diese Frage schien doch innerhalb des allgemeinen Zionismus und weit darüber hinaus wirklich einheitlich in dem Sinne beantwortet zu sein, daß die Privatinitiative mit allen Mitteln zu fördern und für eine große Ent- Wicklung unentbehrlich!, da® aber das nationale Kapital uncLJfr,; 4Ä,׳%tKlaffieÖÄft ÖeäöitÄg sei. ׳ die' letztere fcirisicht wird bei den Revisionisten, die den nationalen Fonds ״für manche Seiten unserer Arbeit“ größte Bedeutung zumessen, freilich mit einer nicht recht angebrachten Gedämpftheit vorgetragen. Gefährlicher für die Reform als dieser Versuch, in ausgefahrene Gleise zurückzukehren, ist Goldmanns Art, die Wirtschaftsfragen zu bagatellisieren. Für ihn bedeutet Konsolidierung, ״daß verschiedene einzelne Institutionen tatsächlich reorganisiert und wirtschaftlicher als bisher aufgebaut werden müssen“. Nach dem, was oben über die grundlegende Aenderung unserer Haltung in allen wirtschaftlichen Entscheidungen gesagt wurde, braucht nicht wiederholt zu werden, daß diese ״Erkennttiisse“ Goldmanns mit dem Reformprogramm des linken Zentrums nichts zu tun haben. Sicher ist, daß man mit einer solchen Verniedlichung der Wirtschaftsfragen auch die ״Reorganisierung einzelner Institutionen“ nicht durchsetzen wird. Die Reform wird aus tausend Gründen ein sehr schwerer Prozeß sein. Wir werden Traditionen brechen, wir werden den Willen ausgezeichneter Zionisten umbiegen, wir werden auch vielen einzelnen Mensehen persönlich Unrecht tun müssen. Sie kann nur gefingen, wenn man sich des vollen Ernstes ihrer inneren Notwendigkeit bewußt ist. Sie wird nie gelingen, wenn man sie in Goldmanns Art als eine Bagatelle behandelt gegenüber den andern ״großen Fragen“. Diese ״großen Fragen“ müßten nach Goldmanns Meinung wohl ausführlicher behandelt werden, als es hier noch geschehen kann. Aber es ist nicht möglich, bis zum Ueberdruß an Hand von großen und kleinen Tatsachen zu wiederholen, daß eine Darstellung der po- [irischen Lage in Goldmanns Stil, daß wir nämlich von England ״nicht jenes Minimum an Schutz und Unter- Stützung erhalten hätten“, oder daß gar (Programm der Revisionisten) ״keine einzige der im Mandat vorgesehenen Maßnahmen, durch welche die Mandatarmacht die jüdische Kolonisation fördern sollte, bisher zur Ausfiihrung gelangt sei“, durchaus unrichtig und eben deshalb politisch unklug ist. Lieber die politische Aufgabe der nächsten Zukunft — keine Aufgabe von heroischem Ausmaß und farbenprächtigem Charakter —, die Steigerung der Aktivität der Mandatannacht über das jetzt vorhandene Maß hinaus, herrscht im großen und ganzen Einigkeit — nachdem die politische Opposition sich unter dem abkühlenden Einfluß realpolitischer Darstellungen, wie sie in der ״Jüdischen Rundschau“ und in Kreisen des linken Zentrums üblich sind, dazu verstanden hat, ihre phantastischen Maximalforderungen beiseite zu legen. Einen interessanten Beweis für diesen Abkühlungsprozeß bietet das revisionistische Programm. Er ist leider noch nicht soweit vorgeschritten, um gewisse iniellektuelle Unstimmigkeiten zu beseitigen: der Mandatarmacht wird ״grundsätzliche Wohlgesinntheit“ besehetnigt, obwohl sie einige Zeilen höher ״keine einzige der im Mandat vorgesehenen Maßnahmen usw. ausgeführt hat“ und obwohl sie nach der üblichen revisionistisehen Darstellung, mit einer offenbar satanischen Freude gerade nach Palästina einen Haufen von antisemitischen Beamten geschickt hat, an welchem hochstens das ängstliche Mäuschen Herbert Samuel (über dessen staatsmännische Qualitäten man bei dem englischen Konservativen Oarvin etwas andere Urteile lesen kann, als bei unseren revisionistischen Meistern in der Politik) als Verzierung angebracht wurde. Die Abkühlung ist auch noch nicht soweit gediehen, um diese zionistische Gruppe daran zu verhindern, daß sie in einem parteioffiziellen Dokument von dem Mairfie, der dem jüdischen Volk die Balfour-Deklaration gebracht hat: schreibt: ״Die Leitung — also Weizmann — die, um sich zu behaupten, abwechselnd den Sachwalter arabischer oder angeblicher englischer Interessen spielt“ — womit allerdings ein Maß von verwilderter Böswilligkeit erreicht ist, das in zivilisierter Sprache schwer gekennzeichnet werden kann. Aber die Forderungen selbst, die das revisionistische Programm bringt, sind ein Katalog von Einzelforderungen, so wenig aufreizend, daß man sie höchstens dem linken Zentrum Zutrauen würde. Erstaunt sucht man alles das, was früher den Revisionismus auszeichnete. Wo sind die Demonstrationszüge nach London? Wo ist die Bodenbeschlagnahme? Wo ist das Wahlrecht aller Juden auf der Erde zur gesetzgebenden Versammlung Palästinas? Wo habt ihr, liebe Freunde, sogar eure Legion gelassen? Für dieses Programm ist weder eine ״neue Aera“, die ihr noch jetzt damit einleiten wollt, noch ein Revisionismus nötig — es sei denn, wegen der Notwendigkeit, die ״freundliehe Behandlung der Immigranten“ zum Programmpunkt unserer Politik zu machen. Ob unsere Politik mehr Erfolg haben wird, wenn sie mit der ruhigen Festigkeit Weizmanns betrieben wird ך־ Goldmann hört von ihm allerdings nicht mehr und nicht weniger, als daß er gewisse ״Punkte.... mit unhörbarer Flüsterstimme kaum hinzuhauchen wagt“ — oder durch erregtes Herumfuchteln mit ״verstärkten Forderungen“ (wobei es nicht klar ist, worin die Verstärkung besteht), ist nicht nur eine Frage des Geschmacks. Die Tatsachen haben gezeigt, daß durch das System Weizmann von England Wichtiges zu erreichen ist. Wir bezweifeln, daß Radikale und Revisionisten dieser Macht mehr imponiert hätten. Weizmanns Art scheint uns besser in die rauhe Luft der politischen Wirklichkeit zu passen, als die von der Opposition vorgeschlagene — die allerdings für die Atmosphäre eines zionistischen Glashauses mehr geeignet sein mag. Der Unterschied zwischen der Weizmannschen und uns an folgende AeüieÄ^ iW!es׳*raeÖretikfers der Politik erinnern, der in *einer Untersuchung über den Begriff der Politik ausführt: ״Das Kind, dem die Sorgfalt der Eltern die Not des praktischen Lebens fernhält, trifft keine Ent- Scheidungen, die für den Verlauf seines Lebens und die Erreichung seines Lebenszweckes maßgebend werden; nur im Spiel, in der Befriedigung seiner Lust kommen selbständige Entschlüsse und jene Klugheit zum Ausdrucke, welche dem Durchsetzen seines Willens gegenüber seiner Umgebung dienen sollen. In dem Maße aber, als der erwachsende Mensch dem Ernste seines Daseins näher rückt, beginnen dessen Entschlüsse hierfür wichtig zu werden, und in diesen gewinnt jene Klugheit, die man aus der Beobachtung seiner Umgebung schöpft, immer mehr Bedeutung.“ Von dieser Klugheit, die man aus der Beobachtung seiner Umgebung schöpft, können wir in den politischen Vorschlägen der Opposition nicht allzu viel entdecken; sie schmecken noch immer nach einer Politik des Kindesalters. Das muß auch über die Haltung der Opposition in der Agency-Frage gesagt werden. Goldmanns Argument, daß Weizmann selbst ״vorsichtig erklärt, daß niemand sagen kann, wie das konkrete Resultat sein werde“, mag gebrauchen, wer gewohnt ist, in politischen Angelegenheiten von Bedeutung mit Versprechungen weniger vorsichtig zu sein. Von politischer Naivität zeugt es, wenn das Agency-Programm wie eine Wechselverbindlichkeit behandelt wird, die ihre Bedeutung verliert, wenn sie nicht an einem bestimmten Termin erfüllt wird. Die Er- Weiterung der Agency bietet noch immer, auch nach den Unfällen, die sie nicht ohne Mitschuld zionistischer Gruppen erlitten hat, große Aussichten für eine Verbreiterung unserer Arbeit in Palästina, durch welche für den Aufbau des nationalen Heims ein erheblich schnelleres Tempo erreicht werden kann. Diese Ansicht wird man allerdings nicht teilen können, wenn man mit Goldmann in der Agency ״in erster Reihe eine politische Körperschaft“ sieht und ganz vergißt, daß mindestens eine ihrer Hauptsorgen die Geldaufbringung für ein großzügiges Kolonisationsprogramm sein wird. Auch wäre die Er- Weiterung der Agency als ein Unternehmen von Geisteskranken anzusprechen, wenn sie den Sinn haben sollte ״Leugner und Gegner des Begriffes eines jüdischen Volkes zur Leitung der nationalen Weltpolitik (!) eben dieses jüdischen Volkes mitzuberufen“. Der eben zitierte Goldmann sollte wissen, daß es Massen von Juden gibt, die den Zionismus nicht als ihre eigene Sache und, wie Zionisten, als die Sache ihres Lebens anerkennen, die aber der Schaffung der öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstatte für das jüdische Volk in Palästina starke Sympathien entgegenbringen. Der Versuch, diese Schicht in den Kreis der Kräfte einzuordnen, die unser Palästinawerk auf bauen, bedeutet keineswegs einen Verzicht auf Zionismus. Die Tatsachen zeigen, daß in Ländern, wo man die Agency-Politik unterstützt — Tschechoslowakei, Deutschland — der Zionismus an zionistischem Gehalt so wenig verloren hat, daß ihm sogar Goldmann die Ueberein- Stimmung mit den Grundprinzipien der Radikalen bescheinigt. Und andererseits sind in Ländern wie Polen und Oesterreich die Schwingen des Zionismus gewiß nicht durch ein Uebermaß von Agency-Politik beschädigt worden. Es kommt nirgends auf die Agency-Politik, sondern überall auf den Zionismus der Zionisten an. Das gilt auch für Amerika, das im übrigen, mit Fontane zu reden, ein weites Feld ist. Aber, erwidern die Radikalen, die Erzeugung dieses Zionismus, auf den alles ankommt, wird durch die Agency- Politik verhindert. Hier stoßen wir auf einen grundsätzliehen Gegensatz. Uns scheint, daß der stärkste Ausdruck des Zionismus, auch die stärkste Möglichkeit, seine Kraft in der Gesamtheit des jüdischen Volkes zur Geltung zu bringen, durch die jüdische Wirklichkeit Palästinas geschaffen wird. Deren Bedürfnisse sind für uns maßgebend in allen unseren Entscheidungen. Im Gegensatz hierzu machen die Radikalen das Schicksal des jüdischen Volkes nicht in dem Maße wie wir von der von ihm erfüllten Realität Palästinas abhängig. Sie haben noch eine andere Chance: ״das lebendige Volk“ in seinem heute bestehenden Leben. Die Fragen der Landespolitik konkurrieren für sie an Bedeutung mit denen Palästinas, weil sie die Sorgen, die sich aus dem gegenwärtigen Leben des Volkes ergeben, auf eine Stufe stellen mit denen der in Palästina aufzubauenden Zukunft. Sie unterscheiden sich hier von den Revisionisten, die, wie wir, der jüdischen Entwicklung in Palästina überragende Bedeutung zubilligen. Aber diese trennen von uns ihre Unlustgefühle gegenüber der Wirklichkeit, die sie in eine Welt der Annahmen und lllusionen flüchten lassen. Wir binden das Schicksal des jüdischen Volkes an das jüdische Werk Palästinas; aber an das Palästina, wie es heute auf Grund der Bedingungen der Wirklichkeit beschaffen ist und aufgebaut werden muß. Diese ideologischen Unterschiede der drei Gruppen führen, je nachdem, zu den praktischen Forderungen, daß es Aufgabe des Kongresses sei, vor allem die Erweiterung der Agency zu verhindern (Radikale) oder gegen Englands Politik z« protestieren (Revisionisten) oder für unsere Wirtschaft in Palästina eine neue Basis zu schaffen, die uns vergrößerte Leistungen verbürgen soll (linkes Zentrum). Zwischen diesen drei Losungen mögen sich die Wähler entscheiden. Ueberall in der Welt der geistigen Erscheinungen stehen Inhalt und Form in notwendiger Abhängigkeit voneinander. Auch in unserem Falle sind nicht nur einige inhaltsmäßig bestimmte Fragen zu beantworten, sondern es soll zugleich entschieden werden, welcher politische Stil für die Politik des Zionismus angemessen ist In;das,MoMtlaben :«.:^Aptfübrni una Staatsminner sind die extremen Erscheinungen unter den Potitikern. Jene fußen in der politischen Negation, diese in der positiven Leistung; während der Staatsmann die Bahnen der praktischen Politik einhält, irrt der Agitator wie ein naives Kind durch die Ereignisse; während jener mühevoll das undankbare Geschäft vollzieht, die politische und soziale Entwicklung zu leiten, schwebt dieser immer nur in den Regionen der Illusion und Leidenschaft.“ Das linke Zentrum glaubt, daß die Politik des Zionismus staatsmännische Politik sein muß. Der Oberkommissar von Neuseeland Aber Palästina London, 25. Juli (J. T. A.) Sir James Parr, der Oberkominissar von Neuseeland, der soeben von einem Palästinabesuch in London eintraf, richtete an die Zionistische Organisation ein Schreiben, in welchem er ausführt: Ich hege großes Interesse für das Werk der Zionistischen Organisation in Palästina und war erfreut, die Fortschritte dieses Werkes verfolgen zu können. Die Organisation tut gute Arbeit. Mich interessierte besonders die gründliche wissenschaftliche Methode in der landwirtschaftlichen Ausbildung und Organisation. Das System der Ausbil dungsfarmen ist demjenigen in Neuseeland und Australien ähnlich. Mich überraschten besonders die Erfolge der Landwirtschaftsschule für jüdische Mädchen in Nahalal. Diese jetzt noch 17 jährigen Mädchen werden ihren späteren Gatten eine wertvolle Stütze sein. Ich glaube, die zionistischen Siedler in Palästina werden in vielerlei Hinsicht wertvolle und treue Mittler zwischen dem Westen und dem Osten sein und gewissermaßen eine Verbindung zwischen den großen östlichen und westlichen Völkern der Welt schaffen. Freilassung der verhafteten Kommunisten Jerusalem, 18. Juli (J. T. A.) 39 Kommunisten, die wegen Teilnahme an einer illegalen Demonstration in Haifa verhaftet worden sind, sind gegen Kaution aus der Haft entlassen worden. Der Kommunist Leib Karp der wegen Veröffentlichung eines Bulletins der ״Roten Hilfe“ zu 50 Tagen Gefängnis verurteilt worden war, ist nach Verbüßung der Strafe nach Polen ausgewiesen worden. Haifa, 26. Juli. (J. T. A.) Ruth S uc h od u I e s k i, Debora Sobol und Abraham Stockstil, in deren Wohnungen Dokumente der Roten Hilfe gefunden wurden, wurden ausgewiesen. — Eine Gruppe Kommunisten veranstaltete auf der Eisenbahnstation Tel-Awiw eine Kundgebung für den nach Polen ausgewiesenen Kommunisten Leib Karp. Man sang revolutionäre Lieder und der Kommunist Hatshi hielt eine Ansprache. Die Polizei verhaftete den Redner; seine Kameraden machten einen vergeblichen Versuch, ihn zu befreien. — Der Jerusalemer Einwohner Dworkin und Frau hatten sich vor Gericht wegen Zugehörigkeit zu einer illegalen Organisation, der ״Frakziat Hanoalim“, zu verant- Worten. Der Richter sprach sie frei, aa nach dem ottomanischen Gesetz nur die Gründer und Leiter einer illegalen Organisation strafrechtlich zu verfolgen sind. König Ferdinand von Rumänien hat für Wohlfahrtszwecke 50 Millionen Lei hinterlassen, darunter auch einen Betrag für jüdische Synagogen.

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