Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 59 (26.7.1927)
- Date
- 1927-07-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Zionistenkongre$ Die Heren Ha|essod-Eingänge tan Jonl 1927 (Mitteilung des Hauptbüros.) Vereinigte Staaten £ 11 743. 3. 8 Südafrika 5000. 0. 0 Rumänien 3094. 2. 0 Deutschland 1486.14. 3 Algerien 1 440.18. 3 Oesterreich 1 413.12.10 Portugal 1050. 0. 0 Argentinien 1 000. 0. 0 Polen 862. 7. 4 England 747. 6. 2 Holland 703.13. 0 Tschechoslowakei 590.12. 6 Aegypten 514. 2.10 Palästina 456. 0. 4 Lettland 428.12. 6 Holländisch-Indien 394.19. 4 Schweden 321.12 1 Belgien 279.12. 1 Finnland 250,10. 0 Litauen 201.19. 5 Italien 159.10.11 Gibraltar 120. 0. 0 Griechenland 85. 0. 0 Dänemark 77. 0. 2 Estland 69. 0. 0 Danzig 50. 0. 0 Frankreich (Straßbttrg) 36.. 5. 3 Jugoslawien 30. 0. 0 Norwegen 26.11. 4 Sibirien 29. 7. 9 Kuba (Havana) Peru (Lima) 19. 7. 5 10. 0. 0 China (Shanghai) 5. 0. 0 zusammen £ 32697. 1. 5 Dazu befnerkt das Hauptbüro des Keren Hajessod: Im Monat Juni sind die Eingänge des Hauptbüros des Keren Hajessod auf £ 32607 gefallen, also auf einen so niedrigen Betrag, wie er seit 1025 nicht zu verzeichnen war. Der Rückgang ist dadurch zu erklären, daß die Vereinigten Staaten, die im Mai allerdings £ 33117 überwiesen hatten, jetzt im Ausgleich nur £ 11743 nach Jerusalem überwiesen. Um so mehr ist zu hoffen, daß die ueberweisungen im Juli, August und September den Beitrag der Vereinigten Staaten wieder auf die Höhe bringen werden. Unter den anderen Ländern ragt Südafrika mit £ 5000 und Oesamtrumänien mit £ 3094 hervor (das Rcgat mit £ 1859). Deutschland hat £ 1468 gesandt, Algerien, wo Dr. Halperin arbeitet, £ 1440; Portugal, als Ergebnis der Aktion Dr. Bensions, £ 1050. Unter den £ 1413 aus Oesterreich sind Doll. 6000 eines Legats. Argentinien sandte die ersten £ 1000 der Kampagne Dr. J. L. Wilenskys. Die übrigen Beträge sind unter der £ 1000-Qrenze. Barlassinas antiifidlsche Propaganda London, 20. Juli. (J.T.A.) Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Monsignore Barlassina, der von seiner antizionistischen und antijüdischen Propaganda in früheren Jahren her bekannt ist, hat vor kurzem in der katholischen Presse mehrerer Länder einen Aufsatz, veröffentlicht, cler Klagen gegen Juden und Protestanten in Palästina enthält. Zu den Nöten, die die Kirche im Heiligen Lande bcdrängen, schreibt Barlassina, gehören die zionistische Arbeit und die aktive Proselytenmacherei seitens protestantischer Agenten. Der Zionismus bildet eine kompakte Masse, die Feicfuich unterstützt wird und das Leben der breiten Masse der Bevölkerung ungeheuer beengt. Vor dem Kriege war das Handwerk in einem sehr primitiven Zustande. Jetzt sind die Juden in Palästina eingedrungen, vorzüglich trainiert durch europäische Erziehung, und haben die wichtigen Industrien und Berufe okkupiert. Der eingeborene Arbeiter wird zurückgesetzt. Auch auf dem Lande haben die Juden die früheren Arbeiter verdrängt und an ihre Stelle Religionsgenossen angesiedelt. Die katholische Bevölkerung muß den Boden verlassen, auf welchem sich die Juden ansiedeln. Me Mawromatis - Kon Zession Jerusalem, 18. Juli (J. T. A.) Es verlaufet, daß die Regierung dem Griechen Mawromatis die ihm von der türirischen Regierung verliehene Konzession zur Elektrizitäts- und Wasserversorgung Jerusalems entziehen will, da er trotz wiederholter Prolongation noch keine Schritte unternommen hat, die Konzession auszunutzen. werk und Industrie, sondern auch für den öffentlichen Verkehr, so daß z. B. die städtischen Autoomnibusse ruhen, während natürlich der Verkehr der privaten Autos nicht verboten werden kann. Eine Sorge bereitet dem Rabbinat der sabbatliche Sportbetrieb, doch zeigt der Vortragende auch in dieser Frage Verständnis. ln den alten Kolonien um Jaffa wohnen in überwiegender Mehrheit orthodoxe Juden, und in den neueren eine starke Minderheit. Der Vortragende erkennt an, daß auch die ״Freien" in diesen Kolonien altes zu unterlassen bestrebt sind, v׳as echte religiöse Gefühle verletzen könnte. Der Tenor v.es Vortrags ist Optimismus. Die Religion schreitet im neuen Palästina von Eroberung zu Eroberung fort. Man wird diesen Sachverhalt je nach der Stellungnahme verschieden beurteilen. Eines ist sicher: er besteht und kann nicht übersehen werden. M. Sp. * Auf Veranlassung der Weltzentrale des Misrachi, die vor kurzem in Ausführung eines Beschlusses der Antwcrpener Weltkonferenz die Gründung der Jeschiwah chaklaith in Angriff nahm, fand am 12. d. M. eine Zusammenkunft einer Reihe namhafter Vertreter des Berliner konservativen Judentums aller Parteirichtungen statt, die zur Bildung eines neutraleil Komitees zur Unterstützung und Propagierung des neuen Unternehmens führte. Oberrabbiner Aronsohn aus Tel-Awiw legte den Plan dar für diese neuartige Lehranstalt, in der das Studium von Thora und Talmud verbunden werden soll mit gründlicher Ausbildung in der Landwirtschaft, zur Heranbildung eines Bauernstandes, der erfüllt ist von Lehre und Tradition des Judentums, zur Ueberführung junger Talmide Chachamim in produktive Tätigkeit im Heiligen Lande. In der Diskussion wurde es als besonders erfreulich begrüßt, daß dies groß angelegte Projekt, das bei der gesamten traditionell eingestellten Judenhcit Verständnis erwecken dürfte, bei seiner Verwirklichung die Mitwirkung weiter Kreise der gesetzestreuen Judenhcit auch außerhalb des Misrachi finden soll. Dem sofort gegründeten vorläufigen Komitee traten bei die Herren Prof. Dr. B a n e t h , Dr. A. Barth, Rabbiner Dr. Bleichrode, Samson Buttenvvieser, Bruno Galewski, Rabbiner Dr. Löwenthal, Dozent Dr. Grünberg, Baruch Kahan , Dr. Oskar Wolfsberg. (Schluß aus Nr. 57.) VII. Bautätigkeit. Die schon im letzten Berichtsabschnitte begonnene Reorganisation der Bauarbeit hat in den letzten zwei Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Sowohl in bezug auf die Anzahl der Bauobjekte, die in dieser Periode ausgefertigt oder in Angriff genommen wurden, als auch in bezug auf die Verbilligung der Bauten sind ermutigende Resultate zu verzeichnen. In diese Berichtsperiode fällt die Ausarbeitung der Bebauungs plane für die älteren und eine Anzahl neuer Siedlungen, und zur Zeit des Kongresses dürften die Bebauungspläne auch für das ganze Gebiet der Neukolonisation fertiggestellt sein. In dem Berichtsabschnitt wurden in den Wirtschaften 129 Bauobjekte, darunter 48 Wohnhäuser, ausgeführt und den Siedlern übergeben. 144 Objekte sind im Bau begriffen. Bauverträge für weitere 169 Objekte stehen vor dem Ab- Schluß. Insgesamt werden bis zum Ende des Budgetjahres in den zwei Jahren 442 Objekte mit einer bebauten Fläche von 24 194 qm für einen Betrag von £E 81 089 ausgeführt sein. Im Falle der Realisierung des Programms zwecks Beschäftigung von Arbeitslosen werden diese Zahlen auf 603 Objekte mit einer bebauten Fläche von 33 200 qm für einen Betrag von £E 113 489 anwachsen. ln der Bautätigkeit war die Hauptaufmerksamkeit auf zwei Prinzipien gerichtet: Die Herstellung von angemessenen, den hygienischen Bedingungen entsprechenden Objekten und die Erlangung eines Minimums an Baukosten. VIII. Pflanzungen. In den letzten zwei Jahren wurde die Anlage von neuen Pflanzungen, insbesondere von Weingärten, erweitert. Die Pflanzungen in den Siedlungen umfassen drei Kategorien: 1. Weingärten für Tafcltrauben, 2. Obstbäume, und zwar mit und ohne Bewässerung, und 3, Wald- und Zierbäumc. Im Jahre 5686 wurden in 17 Siedlungspunkton 200 000 Stück Reben auf einer Gesamtfläche von zirka 1000 Dunam, im Jahre 5687 234 000 Reben in 23 Siedlungen auf einer Gesamtfläche von 1400 Dunam angepflanzt. Im Jahre 5686 hatten die Betriebe zum ersten Male nennenswerte Traubenernten. Nahalal, En-Charod und Daganjah B brachten damals ihre Erstlingsfriichtc auf die Märkte, ebenso Kirjath Anawim. Sowohl die Menge als auch die erzielten Preise waren befriedigend. Der Erfolg bei den Tafeltraubcnpflan/angen hängt zu einem großen Teil auch mit der Rosinen- Industrie zusammen. Um diese Industrie in den Wirtschäften einzuführen, organisierte das Kolonisationsdepartoment i. J. 5686 in kleinem Maßstabc probeweise eine Rosinenbereitung. Dieser kleine Versuch hatte gute Ergebnisse. Nicht bewässerte Obstbaumpflanzungen, wie Aprikosen-, Pflaumen-, Apfel-, Oliven-, Feigen- und Nußbäuine nehmen in den Siedlungen keine nennenswerte Stellung als Wirtschaftszweig ein. Eine Ausnahme bilden nur Kirjath Anawim und Ataroth, wo die nichtbewässerten Obstbaumpflanzungen eine selbständige Stellung einnehmen und in naher Zukunft einen Haupterwerbszweig dieser Betriebe bilden werden. Unter den bewässerten Pflanzungen nehmen die Bananen die erste Stelle ein, zumal in den Betrieben des Jordantales und der östlichen Jesreel-Ebene. Die guten Erfolge, die Kinereth mit den Bananenpflanzungen in den bisherigen Jahren erreicht hatte, gaben den Anstoß, die Bananenflächen auch in Daganjah A und B, Tel Josef, En Charod und Gewa zu vergrößern. Pflanzungen von Citrusfrüchten sind in unseren Betrieben nur in beschränktem Maße, in Kinereth und Daganjah A und B vorhanden. An Waldbäumen wurden in den letzten zwei Jahren rund 60 000, zumeist Eukalypten, angepflanzt. Die Ausdehnung der Pflanzungen auf große Flächen und entfernt voneinander liegende Siedlungspunkte sowie die vielseitige Verzweigung brachte die Notwendigkeit mit sich, das Personal der Pflanzungsscktion zu vergrößern und regionale Instruktoren einzusetzen. Die Instruktoren haben die Aufgabe, von Zeit zu Zeit die Siedlungen zu besuchen und in jeder Jahreszeit die Siedler in den jeweiligen Arbeiten zu unterweisen. IX. Tätigkeit in den bestehenden Kolonien. Anleihen an Einzelsiedler. Die Anleihegew'ährnng an die Kolonien Beer Tewiab, Gederah, Beer Jaakow, Kfar Saba, En Ganim und Kfar Uriah wurde nach dem vorher festgesetzten Plane und gcmäß den finanziellen Mitteln fortgesetzt. Die Haupt- Investierungen in diesen Kolonien wurden im Laufe dieser zwei Jahre für lebendes und totes Inventar und teilweise für Bauten gemacht. Außerdem wurden Anleihen an Einzelsiedler in den Kolonien gegeben. Im ganzen wurden solche Anleihen an 110 Ansiedler in 20 Punkten mit einer Gesamtsumme von £E 12 000 gewährt. Palästina im englischen Budget London, 21. Juli (J.T.A.) Das britische Kolonialamt gibt soeben den Bericht ihres Departments für den mittleren Orient für das Jahr 1927 heraus. Es wird zunächst festgestellt, daß die Gesamtausgaben für 1927 £ 3395 000 gegen £ 4444 000 im Jahre 1926 betragen. Die Gesamtersparnis beträgt demnach £ 1 049 000. Von dieser Ersparnis entfallen auf den Irak £ 1 141 400, auf Palästina £ 166 600, während die Ausgaben für Arabien sich um £ 259 000 erhöhten. Die Unterhaltungskosten für die Reich sgarnisonen im Irak und in Palästina haben sich von £ 3 455 500 im Jahre 1926 auf £ 2 519 000 im Jahre 1927, also um .£ 936 500, vermindert. Die britische Regierung steuert für das Jahr 1927 eine Summe von £ 45000 zu der Erhaltung der in Trans- Jordanien stationierten Grenzschutzmacht bei und bewilligte außerdem £ 62000 als Beihilfe zu den Verwaltungskostcn Transjordaniens. Palästina steuert £ 31 000 zur Erhaltung der Reichsgarnison bei. Die zur Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit und zur Verteidigung Palästinas und Transjordaniens aufgestellten Kräfte wurden reorganisiert. Neben den zivilen Polizeitruppen beider Territorien wurde eine Schutztruppe unter dem Namen Transjordanische Grenzmacht gebildet, die nach Bedarf in beiden Territorien verwendet wird. Gemäß dem neuen Arrangement deckt Palästina die Gesamtkosten seiner Polizei und trägt außerdem fünf Sechstel zu den Kosten der transjordanischen Grenzmacht und ferner die früher erwähnte Summe zur Unterhaltung der britischen Militärkräfte bei. * X. Ansiedlung von Jemeniten. Der Sanierungsplan der jemenitischen Arbeitersiedlungen, der i. J. 5685 ausgearbeitet wurde, ist nur in geringem Maße in die Tat umgesetzt worden. Der Haupthinderungsgrund war die Schwierigkeit, Boden in der Nähe der Kolonien zu erwerben. In den lahren 5686/5687 wird das Kolonisationsdepartement für die Konsolidierung der jemenitischen Siedlungen £E 4900 ausgeben, hauptsächlich für den Bau von Wohnungen und öffentlichen Gebäuden, Anleihen für die Einrichtung von Kleinwirtschaften und für Wasserversorgung. XI. Instruktion, Anlernung und Unterricht. Wie in der vorigen Kongreßperiode, so wurde auch in den letzten zwei Jahren die landwirtschaftliche Anlernungsarbeit in allen ihren Formen fortgesetzt, um sie in den Dienst sowohl der neuen, noch unerfahrenen Ansiedler, die teilweise, namentlich die Mittelstandssiedler, noch der Gewöhnung an schwere körperliche Arbeit entbehren, zu stellen, sowie der landwirtschaftlich tätigen Frau, als auch des Ansiedlers, der trotzdem der Hilfe eines Wanderlehrers bedarf. A. Instru kt ionsarbeiten. Die Instruktionen in den Betrieben wird folgendermaßen erteilt: 1. durch direkte Demonstration im Felde und in der Hauswirtschaft, 2. durch Aufklärung und Erziehungsarbeit, 3. durch wissenschaftlichen Dienst, 4. durch Organisation der Landwirte nach Wirtschaftszweigen. Das Instruktionswesen umfaßt zwei Bezirke: 1. Das Jordan- und Jcsrecl-Tal, 2. Judäa und Saron. Den Bezirksinstruktoreii mit ihren Gehilfen obliegt die Beaufsichtigung der Instruktionsfclder, Prüfung der Erträge und die Deinonstrationen bei der Schädlings- und Krankheitsbekämpfung. Sie vermitteln durch ihre!läufigen Besuche zwischen den Betriebe» und dem allgemeinen Dienst der Instruktion«- abteilung. Diese hat m ihrer Verfügung Fachleute für Viehzucht, Obst- und Gemüsekonserven und Geflügelzucht. B. I) i e M ä d c 11 e n - L c h r b e t r i e b e. Zu den drei Mädchen-Lehrbetrieben, die i. J. 5685 in Pethach-Tikwah, Schcchunath Borochow und Nachlath Jchuda bestanden, kamen im Laufe der Zeit noch die Mädchen-Lehrbetriebe in Chederah und Jerusalem und in Pethach-Tikwah der Mädchen-Lehrbetrieb des Misrachi ״Beruriah“ hinzu. In jedem Betrieb befinden sieh 20—25 Arbeiterinnen, von denen jede z,wei Jahre in der Wirtschaft bleibt und sich in allen Zweigen der Land- und Hauswirtschaft ausbildet. Die Mehrzahl der Arbeiterinnen, die ihren Lehrgang beendet haben, sind als Genossinnen in bestehende Wirtschaften und Moschawim eingetreten und bewähren sich in der Arbeit. Ein Teil von ihnen dient äh Instruktorinnen in den Chawuroth und Mädchen-Lehrbetrieben. Der Wirtschaftsplan dieser Lehrbetriebe konzentriert sich auf Gemüsebau, Miichsvirtschaft, Geflügel- und Bienenzucht und in der Hauptsache auf Baumschulen. In der letzten Zeit wurde auch Blumenzucht eingeführt. Die Lehrbetriebe machen recht erfreuliche Fortschritte. Die Jahresbilanzen haben mit kleinen Gewinnen abgeschlossen. C. Anlern 11 ng und Arbeit in den alten Kolo• n i e n. Auch in den letzten zwei Jahren wuchs der Zustrom der Arbeiter nach den Kolonien ständig an. Das Aufblühen dci Pflanzungskolonien, die Arbeitslosigkeit in den Städten und die Möglichkeit, sich durch Lohnarbeit in die Kolonien an die landwirtschaftliche Arbeit anzupassen, alle diese Faktorcr brachten es mit sich, daß die Zahl der jüdischen Arbeitei in den Kolonien bis zum Nissan 5687 (April 1927) auf übet 6700 gestiegen ist. Davon waren 3600 Landarbeiter und die restlichen 3100 in anderen Berufen beschäftigt. Von den landwirtschaftlichen Arbeitern lebt etwa die Hälfte in ver• schiedenen Gruppen (Chawuroth) und Anlernungsgruppen, die andere Hälfte sind einzelne Lohnarbeiter. Hinsichtlich dei Arbeitsform besteht kein Unterschied zwischen den alleinstehenden und den in eien Kibbuzim lebenden Arbeitern. Die einen wie die andern erhalten Taglohnarbeit durch die Arbeitsnachweisstelle der Kolonie zugewiesen. Nur in dei letzten Zeit fturde der Versuch der ersten Chaw'uroth er neuert, Akkordarbeit zu unternehmen. Es wurde durch dir Organisation der Landarbeiter ein Untcrnchmungs• biiro (Misraci Kablani) für landwirtschaftliche Arbeiten in; Leben gerufen. Das Ziel der Gruppen ln den Kolonien ist das Leben der Arbeiter auf dem Grundsatz des gemein- Samen Konsums einzurichten. Auf dem Wege der Entfaltung der Hilfsbetriebc und Arbeitersiedlungen in der Nähe der Kolonien liegt vorläufig noch ein prinzipielles Hindernis, und zwar der Mangel ar verfügbarem Boden in der Umgebung der Kolonien, der für die Arbeiter in Betracht kommt. Diesem Mangel muH zwingenderweise abgeholfen werden, soll die Einordnung der jüdischen Arbeiter in den Kolonien gelingen, und es obliegt dem Keren Kajemeth, Mittel und Wege zu finden, um in der Nähe und Umgebung der Kolonien Grund und Boden zu erwerben. Es soll auch nicht verheimlicht werden, daß iA:~ '— :•■->:-«:• •!- < ..״1״ ״:—!-■׳» •־•■ - *-*•- J- Staatsforste in einer Ausdehnung von einer halben Million Dunam werden in Palästina untei halten, ferner hat die Regierung 14 Baumschulen mit mehr als einer halben Million Bäume angelegt. In Acre wurde eine zentrale Pferdefarm mit fünf Zweigabteilungen in den Distrikten angelegt. Das Schatzamt wurde ermächtigt, eine Anleihe von C •1 560000 aufzulegen. Die Stadtratwahlen wurde!! /um erstenmal April 1927 abgebalten. Das Register des Landbesitzes, das unter der Türkei in einem desolaten Zustand war, wird residiert. Es wurde mit der Anlag«־ eines systematischen Katasters auf Grund neuer Vermessungen und Prüfungen begonnen. Chaasseebaifen im Norden Palästinas Ir» der letzten Zeit wurden die Vermessungs- und Vorbereitungsarbeiten für den Bau einer Chaussee zwischen J a w - niel Und Kinereth begonnen. Die Arbeit wird seitens der Regierung durchgcfiibrt und von dieser und der Pica finanziert. Nach Fertigstellung der Pläne wird sofort mit dem Bau begönnen werden, der mehr als 100 Arbeiter beschäftigen wird. Die Regierung trat ferner an die Ausarbeitung der Pläne tür eine Chaussee zv/ischen Afuleh und Kfar Tabor heran. Endlich begann man in der letzten Zeit mit Instandsetzungsarbeiten an den Chausseen in der Umgebung von Tiberias. Bei diesen Arbeiten, die ebenfalls durch die Regierung durchgeführt werden, werden etwa 30 Arbeiter beschäftigt sein. ״vr|