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Jüdische Rundschau · 1927-07-22 · Heft 58 (22.7.1927) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 58 (22.7.1927)
Date
1927-07-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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swte «fl JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 58, 22. VH. 1927 sonstigen zionistischen Prinzipien, ist ein Beweis mehr für die Inkonsequenz, die diese Gruppierung charakterisiert, für die Divergenz, die zwischen seinen prinzipiellen Grundauffassungen und der konkreten politischen Stellungnahme besteht. Ich weiß sehr wohl, daß es heute nur mit halbem Herzen noch für die erweiterte Agency eintritt, hauptsächlich weil der Gang der Ereignisse auch ihm bereits Zweifel an der Realisierbarkeit dieser unglücklichen Idee beigebracht hat. Aber schon, daß es prinzipiell diese Idee anerkennt, die ein Ende jeder wirklichen zionistischen Werbearbeit, jedes zionistischen Kampfes um die Vormachtstellung im Judentum bedeuten müßte, zeigt, wie wenig es imstande ist, seine politischen Grundsätze konsequent durchzudenken und zu verwirklichen. Der Versuch, den einer der Begründer des linken Zentrums, Hugo Hermann, unternommen hat, um die erweiterte Agency zu verteidigen, und wobei er sich mit der Existenz des nichtzionistischen und antizir■••:;rischen Judentu ms, wie es heute Ist, endgültig abfinden v zeigt drastisch den wirklichen Sinn dieser Politik, und die unseligen Kon- Sequenzen, zu denen diese Idee die Zionisten verführen muß. Daß Blumenfeld sich veranlaßt gesehen hat, seinen engeren Parteifreund in dieser Sache zu desavouieren, ist nur ein Symptom für den Wirrwarr der Meinungen in der Gruppe des linken Zentrums. Die größere Konsequenz liegt bei dieser Meinungsverschiedenheit zweifellos bei Hugo Hermann, und es sollte für Blumenfeld und seine Freunde doch eine Lehre sein, wohin diese Politik mit Notwendigkeit führen muß, die er nur durch logische salti mortali in Einklang zu bringen vermag mit seiner zionistischen Ueberzeugung. In allen wesentlichen Fragen zeigt das Programm des linken Zentrums immer wieder das gleiche Bild. Gute Absichten und schlechte Effekte, Prinzipien, denen man — solange sie rein prinzipiell sind — zum großen Teil zustimmen kann, und eine Nutzanwendung, die in flagrantem Widerspruch zu ihnen steht. Es besteht ein merkwürdiges Verhältnis zwischen dem radikalen Zionismus und dem jetzt gebildeten linken Zentrum. Alle Prinzipien und Forderungen der radikalen Gruppe sollte eigentlich das linke Zentrum auf Grund seiner Auffassungen sich zu eigen machen; und das wirkliche Unke Zentrum in der innerzionistischen Konstellation stellt doch faktisch die Radikale Gruppe dar. Was das linke Zentrum von den Radikalen trennt, ist vielleicht weniger die Grundeinstellung der Prinzipien, als ihr Mangel an Klarheit und der fehlende Mut, Ernst zu machen mit ihren Grundsätzen. Sie ist eine verunglückte Kopierung, geboren aus der Unklarheit der gegenwärtigen zionistischen Situation, stärkstes Symptom dieser Unklarheit und deswegen nur dazu imstande, sie zu steigern und die Erreichung des wichtigsten Zieles der augenblicklichen Lage, die Klärung der Meinungen, die wirkliche Auseinandersetzung zwischen einem radikalen, kämpferischen Zionismus und einem verzichtenden, sich abfindenden, abdankenden Zionismus zu erschweren. Nachbemerkung Herr Dr. Goldmann wählt zur Empfehlung des Pro• grammes der radikalen Zionisten den Weg der Kritik am Programm des linken Zentrums. Er würde seinen Zweck besser wahrnehmen, wenn er sich auf die Erklärung des eigenen Programmes beschränkt hätte. Wenn man die ziemlich weitläufigen Ausführungen Dr. Goldmanns zusammenzieht, so wird man durch die Grundstimmung überrascht, von der aus sowohl Programm der Radikalen, sowie ihre Kritik an dem Programme des linken Zentrums fließen. Herr Dr. Goldmann und seine Freunde sind in bezug auf die zionistische Bewegung, wenn man so sagen darf, derart j. ■ jQrßflik■ Satze die Existenz der Umwelt, des jüdischen Volkes und Palästinas nicht genügend in ihre Ueberlegungen einstellen. Es spricht förmlich der Geist einer splendid isolation aus den Formulierungen der Radikalen und der Kritik des Dr. Goldmann. Voraussetzung einer splendid isolation jedoch, die sich übrigens nicht einmal die stärkste Macht auf die Dauer leisten kann, sind objektive Machtmittel zur Erreichung der gesteckten Ziele. So sehr wir mit der Grundauffassung der Radikalen übereinstimmen, daß letzten Endes alles von unserem Willen, unserer Begeisterung und unserem Opfermut abhängt, so sind wir andererseits durch die Erfanrungen der letzten Jahre viel zu gewitzigt, um unserem fortiter in re auch ein unangebrachtes fortitefr in modo zu gesellen. Herr Dr. Goldmann erhebt gegen die ״Jüdische Rundschau“ und implicite gegen das linke Zentrum den Vorwurf, daß von beiden hinsichtlich der Lage in Palästina geflissentlieh eine Panikstimmung erzeugt werde, um quasi unter dem Schutze dieser Stimmung von anderen wichtigen Problemen abzulenken, deren Inangriffnahme und Regelung entweder in nicht genügendem Maße erfolgt ist, bzw. in schädlicher Art betrieben wurde. Damit ist die Außen- und Innenpolltik der zionistischen Exekutive gemeint. Es erübrigt sich, auf diesen von Dr. Goldmann in seinen Ausführungen nicht zum ersten Male erhobenen Vorwurf einzugehen. Wer mit einem Vorurteil die ״Jüdische Rundschau“ und das Programm des linken Zentrums liest, der ist nicht zu überzeugen. Wer jedoch vorurteilslos in den letzten Monaten die Berichte und Aufsätze der ״Jüdischen Rundschau“ über den Stand des Palästina-Aufbaus gelesen hat, konnte unschwer erkennen, daß trotz der offenherzigen und kritischen Beleuchtung der Zustände in Palästina der Grundton durchaus anerkennend für das bisher Vollbrachte und optimistisch in bezug auf die Möglichkeiten einer Remedur und eines neuen Aufschwunges gewesen ist. ״Jüdische Rundschau“ und linkes Zentrum sind aber darin konform, daß sie als dringendste Aufgabe des Moments eine Ordnung der Unzuträglichkeiten im Palästina-Aufbau erblicken, um sozusagen freie Hand sowohl bezüglich eines neuen Vorstoßes in der Aufbauarbeit, wie auch größere Entschlußfreiheit in der außen- und innenpolitischen Tätigkeit zu bekommen. Es ist festzuhalten, daß in der ״Rundschau“ immer auf die rein momentane Bedeutung der Krise in Palästina hingewiesen und immer betont wurde, daß die großen Linien des Aufbaus sich soweit als möglich u n - abhängig vom Problem der momentanen Ar beitslosigkeit halten müssen, Dr. Goldmann reitet in seiner Kritik, was bei der Ein- Stellung der radikalen Zionisten nur selbstverständlich ist, besonders eifrig sein Steckenpferd: die Erweiterung des Jewish Agency. Nun weiß man nicht, welche Erweiterung Ser Agency er meint. Die Form, die dieses Problem vor zwei Jahren gehabt hat oder das gegenwärtige Stadium dieser Aktion. Es ist müßig, sich in lange Kontroversen über diese Fragen einzulassen. Unseres Erachtens ist die ganze Angelegenneit in diesem Augenblicke derartig im Flusse und ohne scharfe Kontur (und auch mit Rücksicht auf die gegenwärtig in Palästina arbeitende neutrale Sachver ständigenkommission!), daß man sie, unbeschadet ihrer Be deutung, einfach als nicht übermäßig aktuell zu bezeichnen vermag. Alle Maßnahmen und Aktionen der Exekutive für die Notwendigkeiten Palästinas, vollzogen sich — unc das kann Dr. Goldmann nicht leugnen — ganz unabhängig von den Möglichkeiten und Hoffnungen, die man an eine Erweiterung der Jewish Agency, nach der Meinung der radikalen Zionisten, knüpft, Herr Dr. Goldmann wirft den Anhängern des Unken Zentrums vor, daß in ihrem Programme viel Gemeinplätze vorhanden sind, die von allen Zionisten ohne weiteres akzeptiert werden können. Das gerade erscheint uns als ein Vorzug. Etenn schließlich sind Programme nicht dazu da, um originell zu wirken, sondern um das auszudrücken,was von allen Einsichtigen als notwendig, nützlich und möglich erachtet wird. Und darauf kommt es tatsächlich an. Gerade diese Selbst- Verständlichkeiten, bei denen sich Herr Dr. Goldmann nicht aufzuhalten wünscht, sind die Hauptsache. Wegräumung von Hindernissen, die von allen Fraktionen als Hindernisse empfunden werden, ist im gegebenen Augenblick viel wichtiger als die Abfassung von schnurgeraden, in blinkender Logik stilisierten Programmen, die den Fehler haben, daß sie den Lebenskreis nur in einem Punkte berühren und sich alsdann, Tangenten gleich, im luftleeren Raume fortbewegen. Auf die weiteren in und zwischen den Zeilen erhobenen Vorwürfe und zum Ausdruck gebrachten kritischen Bemerkungen des Herrn Goldmann soll nicht eingegangen werden. Die interessierten Zionisten können sich auf Grund der zahlreichen Aeußerungen aus anderen Fraktionskreisen ihre Meinung über die Art der Kritik und Polemik Dr. Goldmanns allein bilden. M. W. Pie Kongreßwahlen ln der Tschechoslowakei In der vorigen Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ hat unser Wiener Korrespondent berichtet, daß W e i z m a n n in Wien als Listenführer der allgemeinen Zionisten aufgestellt wurde. In der Tschechoslowakei witd, wie die ״Selbstwehr“ mitteilt, gleichfalls Weizmann als Listenführer kandidieren. Die von ihm geführte Liste trägt den Namen: ״Linkes Zentrum — arbeitendes E re z-I s r a e 1“. Der Aufruf, der zur Wahl dieser Liste auffordert, ist unterschrieben von prominenten Führern der allgemeinen Zionisten des ganzen Staates, sowie von einer Reihe tschechoslowakischer Chaluzim und den tschechoslowakischen Jugendorganisationen. Hinter Dr. Weizmann stehen auf der Listt: Dr. Ludwig Singer, Dr. Hugo Herrmann und Erwin Vogel-Z ippor (Haifa). Außer der Liste Weizmann wurden m der Tschechoslowakei noch zwei Listen eiligereicht, und zwar eine Liste der Radikalen, geführt von Dr. Emil Margulies, und eine Liste des Misrachi, geführt von Oberrabbiner Dr. B r o d y. Die amerikanische Delegation zam XV. ZionistenkongreB Die von der Konferenz der amerikanischen Zionisten in Atlantic City gewählte Delegation, die den amerikanischen Zionismus auf dem am 30. August in Basel beginnenden 15. Weltkongreß der Zionisten vertreten soll, setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Louis Lipsky (Präsident der Amerikanischen Zionistischen Organisation), Samuel Blitz (Sekretär), Henrietta Szold, Dr. Stephen S. W1'set Judge Julian W. Mack, Mrs. Archibald Silverman, Rabbi Abba Hillel S i I v e r, Maurice Samuel, Mrs. Irma Lindheim, Judge William M. Lewis, Morris Rothenberg, Judge Hugo Pam, Nina Adlerblum, Abraham Goldberg, Rabbi Max Heller, Mrs. Frieda S. Ullian, Dr. S. Bernstein, Nathan D. Kaplan, Philip Wattenberg, Reuben Brainin, Meyer W. W e i s g a 1, Dr. A. C o r a 1 n i k , Dr. Harry Friedenwald, Bernard A. Rosenblatt, Gershon Agronsky, Charles A. Cowen, Rabbi Joseph Silverman, Rabbi Max Kline, Mrs. Richard Gottheit, Miß Sarah Kitay, Bernard G. Richards, Jacob Fisch man, |udge Gustave Hartman, Samuel J. Rosenbloom, Benjamin Rabalsky, Cral Sherman, William Edlln, Harry P. Fierst, Leo Wolfson, Rabbi Barnett **■**-*■*-■*w- --־■;:■־׳ •-*״י Ersatzdelegierte sind: Mrs. Rose Blondheim, Dr. J. Tennenbaum, Pearl Franklin, Mrs. Cyrus Levinthal, Bernard Shelvin, Mrs. Max Blumberg, Mrs. Harry P. Fierst, A. Liebowitz, Meyer Mintz, Rabbi Simon Greenberg, Louis A. Freed, Robert Silverman, Morris Neaman, Barnet Rapaport, Lawrence Berenson, Abraham Tulin, Fanny B. Smith, Lillian Franklin, Mrs. Qeo. Wyner, Mts. Joseph Horowitz, Dr. Samuel Boorstein, M. W. Norwalk, I. H. Rubin, Dr. Abraham Ball, Louis E. Rosen, Mrs. A. D. Burack, Ida Greenberg, Gertrude Oppenheim, Henry Eiser, Sam Kasle, Mrs. Louis Goldberg, Simon Berg, A. Z. Halpern, Benjamin Groß, Jacon Brandt, E. Hackner. Die Jaden im rumänischen Parlament Bukarest, 18. Juli. (J. T. A.) In die rumänische Kammer werden nur zwei Juden, die auf der Liberalen Liste gewählten Dr. F i 1 d erm a n und Dt. S t r a u c h er , einziehen. Die jüdischen Kandidaten auf den Listen der Nationalzaranisten und des Minoritätenblocks wurden nicht gewählt. In den Senat ziehen fünf Juden ein. In Belce (Beßarabien) wurde das Präsidiumsmitglied der Union rumänischer Juden, der Journalist Horia Karp, in Ardial (Transsylvanien) der Kandidat der Union Dr. Jacobi, in Czernowitz der frühere Bürgermeister Dr. Weißeiberger, in Orhei (Beßarabien) der Präsident der Bukarester Jüdischen Gemeinde Eli Berkovici gewählt. Alle diese waren Kandidaten der Libe ralen Partei. Der fünfte jüdische Senator ist der Landes rabbiner Dr. Niemirower, der als Vertreter der jüdisehen Religion eine Virilstimme hat. Das Organ der jetzigen Regierung ״Viitorul“ bemerkt daß das Bündnis der Liberalen mit der Union rumänischer Juden der Regierung einen großen Vorteil gebracht hat. Kongreß-Bericht Wie bei den letzten Kongressen wird audi diesmal wieder ein vollständiger Verhandlungsbericht in der offiziellen Kongreß-Zeitung erscheinen. Wir haben die Abonnentenwerbung für die Kongreß- Zeitung Insbesondere in unserem Leserkreis übernommen, um das Zustandekommen der Kongreß-Zeitung mit zu ermöglichen. Wir richten hierdurch an alle unsere Leser die Bitte, uns bei der Werbung von Abonnenten für die Kongreß- Zeitung zu unterstützen und sich nicht nur darauf zu beschränken, ein eigenes Abonnement aufzugeben. Wir sind auch dankbar für Aufgabe von Adressen, an die wir uns direkt mit Abonnementseinladungen wenden können. Die Gebühren betragen für die vorgesehenen 12 Nummern Hk. 3,20. Verlag ״Jüdische Rundschau" Berlin W 15, Meinekesirage 10 Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Die Wahlen zum XV. Zionistenkongreß Bekanntmachiing 1. Die Wahlen zum XV. Zionistenkongreß finden am 7. und 8. August statt Gemäß § 8 der Wahlordnung müssen die Wahllokale, Tage und Tageszeitungen, an denen das Stimmrecht durch persönliche Abgabe des Stimmzettels ausgeübt wird, durch die örtlichen Wahlleitungen den Wählern entweder durch Veröffentlichung in der ״jüdischen Rundschau“ oder in ortsüblicher Weise spätestens 3 Tage vor Beginn der Wahlen, also spätestens am 3. August, bekanntgegeben werden. Die Ortswahlleitungen sind für die Innchaltung dieser Bestimmung verantwortlicch und haben nach den Wahlen zugleich mit den Protokollen über das Wahlergebnis einen Beleg über die rechtzeitig erfolgte Ankündigung der Wahlen an den Wahlvorstand ihres Wahlkreises einzusenden. 2. In den Großstädten sollen die Ortswahlleitungen mögliehst mehrere Wahllokale einrichten, um den Wählern die Ausübung des Wahlrechts zu erleichtern. In diesem Falle ist der betreffende Wahlort nach Bezirken einzuteilen und für jeden Bezirk das entsprechende Wahllokal bekanntzugeben. Jeder Wähler muß dann im Wahllokal desjenigen Bezirks wählen, in welchem er seinen Wohnsitz hat. Auf Beschluß der Hauptwahlkommission darf die Wahlzeit am Sonntag, den 7. August, wegen Tischa Beaw nicht vor 11 Uhr vormittags beginnen und muß sich mindestens bis in die späten Nachmittagsstunden erstrecken. Am Montag, den 8. August, soll die Wahlzeit möglichst von 8 Uhr morgens bis 6 Uhr nachmittags dauern, wobei in kleineren Wahlorten nötigenfalls eine kurze Mittagspause eingerichtet werden kann. Die Wahlzeit soll am Montag, den 8. August, überall um 6 Uhr nachmittags schließen, damit ausreichend Zeit für die Ermittlung des Wahlergebnisses, die Fertigstellung der Wahl- Protokolle und deren Absendung an die Kreisvorstände bleibt, die unbedingt noch am Abend des 8. August per Expreßbrief erfolgen muß: 3. Folgende Orte sind in Deutschland gemäß § 3 der Wahlordnung W'ahlorte, in denen das Wahlrecht derjenigen wahlberechtigten Zionisten, die dort ihren ständigen Wohnsitz haben und während der Wahltage sich dort aufhalten, durch persönliche Abgabe des Stimmzettels im Wahllokal erfolgen muß. In Wahlkreis 1: Allenstein, Berlin, Cöthen, Cottbus, Dessau, Emden, Erfurt, Frankfurt a. O., Gotha, Halberstadt, Halle, Hamburg, Hannover, Insterburg, Jena, Kiel, Königsberg, Lübeck, Magdebürg, Nordhausen, Osnabrück, Stettin, Stolp. In Wahlkreis II: Aachen, Bamberg, Beuthen, Bonn, Breslau, Cassel, Chemnitz, Cöln, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Elberfeld, Essen, Frankfurt a. M., Freiburg, Gelsenkirchen-Wanne, Gleiwitz, Hamborn, Heidelberg, Herne, Hindenburg, Karlsruhe, Konstanz, Leipzig, Mainz, Mannheim, München, Nürnberg, Oberhausen, Oppeln, Pforzheim, Plauen, Ratibor, Saarbrücken, Stuttgart, Trier, Wiesbaden, Würzburg, Zwickau. Schriftliche Abstimmung. 4. Jeder Zionist, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, muß dann schriftlich abstimmen, 1• wenn er seinen ständigen Wohnsitz an einem Orte hat,;־;der׳״.»tehi Wahlart ist, in dem als» persönliche Wald (durch Abgabe des Stimmzettels in einem Wahllokal) nicht stattfindet. Diese Zionisten müssen auch dann schriftlich, d. h. per Brief abstimmen, wenn sie sich während der Wahltage zufällig an einem Orte aufhalten, der Wahlort ist, in dem also für die dort ständig wohnenden Zionisten persönliehe Abstimmung im Wahllokal vorbestimmt ist; 2. wenn er zwar seinen ständigen Wohnsitz in einem Wahlort hat, sich aber am 7. und 8. August nicht in seinem ständigen Wohnsitz aufhält, sondern verreist ist, wobei es gleichgültig ist, ob dieser Aufenthaltsort am 7. und 8. August ein Wahlort ist oder nicht. Wer schriftlieh abstimmt, hat den Stimmzettel in einen undurchsichtigen Briefumschlag zu tun und diesen Briefumschlag zusammen mit der auf seinen Namen lautenden Schekelquittung für das Jahr 5687 oder mit 1,— M. (am zweckmäßigsten in Briefmarken) mit einem Begleitbrief, der eigenhändig und deutlich leserlich unterschrieben sein muß, an die Hauptwahlkommission in Berlin zu senden. (Es wird aus* drücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die Schekelquittung bzw. der Betrag von 1,— M. nicht in den inneren Briefumschlag gesteckt werden darf, der vielmehr nur den Wahlzettel enthalten darf.) Der Brief an die Hauptwahlkommission muß folgenden Wortlaut haben: An die Hauptwahlkommission für die Wahlen zum XV. Zionistenkongreß in Deutschland Berlin W Ich beteilige mich an der Wahl durch schriftliche Ab- Stimmung: a) weil mein ständiger Wohnsitz nicht Wahlort ist, b) weil ich am 7. und 8. August nicht an meinem ständigen Wohnsitz weile. (Nichtzutreffendes ist zu durchstreichen.) Ich füge das verschlossene Kuvert mit Wahlzettel bei. Ich füge ferner die auf meinen Namen lautende Schekelquittung für das Jahr 5687 bzw. 1,— M. für den Schekel des Jahres 5687 bei. Ich versichere, daß ich das 18. Lebensjahr vollendet habe, daß ich mein Wahlrecht zum XV. Kongreß nur auf diese Weise und mittels dieses Briefes ausiibe und daß dieser Brief von mir eigenhändig unterschrieben ist. Name: Ständige Adresse: Gegenwärtige Adresse: Datum: (Deutlich leserliche Unterschrift erforderlich.) Diese Wahlbriefe sind nur dann gültig, wenn sie den Poststempel vom 7. oder 8. August tragen und nicht später als am 10. August, abends 8 Uhr, bei der Hauptwahlkommission in Berlin eintreffen. 5. Die Wahlleitungen in den Wahlorten (Wahlkommissionen) sind unverzüglich zusammenzusetzen. Sie sollen grundsätzlich bestehen aus drei Vertretern der Allgemeinen Zionisten, einem Vertreter der radikalen Zionisten, zwei Vertretern des Misrachi, einem Vertreter der Hitachduth, einem Vertreter der •Poale Zion. In Orten, in denen eine dieser Richtungen nicht vorhanden ist, soll die Zusammen- Setzung der Wahlkommission sinngemäß geändert werden, Wahlvorschläge von Richtungen, die in dieser Zusammen- Setzung nicht enthalten sind, haben das Recht, je einen Vertreter mit beratender Stimme in die Wahlkommission zu entsenden.

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