Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 55 (12.7.1927)
- Date
- 1927-07-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 392 Orient lassen und werden sich noch enorme Gebiete dem Orangenkonsum erschließen, und auch der Innertkonsum Palästinas, sowie besonders des benachbarten Aegyptens wächst von Jahr zu Jahr, Hand in Hand mit der schnell zunehmenden Bevölkerungszahl. Ebenso ist die sehr aussichtsreiche Fabrikation von Orangenmarmelade noch kaum begonnen worden. Die einzige Schattenseite der Orangenkultur ist die lange Wachslumsperiode, die verstreicht, bis größere Erträge erzielt werden. Etwas kürzer, aber auch noch lang genug, ist sie bei der Grapefrucht, doch kann diese in der nächsten Zukunft nur in kleinen Mengen gepflanzt werden, da sich ihr Konsum erst jetzt langsam in Europa auszubreiten beginnt. Es läßt sich zwar auch bei der Orange die Periode bis zur Ernte um einige Jahre verkürzen, indem man mehrjährige Bäume pflanzt, aber leider gibt es bisher noch keine Pflanzschulen — oder sie sind doch erst in der Anlage — bei denen matt diese Bäumchen in großer Menge kaufen kann, auch ist das eine Vertrauenssache, und die Pflanzer werden vorziehen, die Anzucht und Pfropfung selbst zu übernehmen oder wenigstens zu überwachen. Es ist jetzt auch vorgeschlagen worden, Bananen als Zwischenkultur zwischen den Orangen zu pflanzen; aber es ist sehr fraglich, ob die beiden recht verschiedenen Kulturen, die auch verschiedene Ansprüche an Bewässerung stellen, einander nicht schon von Anfang an, oder wenigstens vom 2. oder 3. Jahre an, stören. Eher scheint es ratsam zu sein, zuerst Bananen in der für sie brauchbaren Weise zu pflanzen und erst später, wenn diese nicht mehr genügend tragen, die vorher in eigener Baumschule herangezüchteten und gepfropften Orangen zwischen die Bananen oder an Stelle derselben zu pflanzen. Es ist in hohem Grade bedauerlich, daß unsere Versuchsstation aus Mangel an geeignetem Boden bisher keine Möglichkeit hatte, diese und andere Versuche, die unsere wichtigsten Kulturen betreffen, zu machen, und wir müssen jetzt, wo die Versuchsstation endlich das längst ersehnte geeignete bewässerte Land erhalten wird, auch mit aller Entschiedenheit verlangen, daß das nötige Budget für die jetzt zu gründende Hortikultur-Abteilung der Versuchsstation bewilligt werden wird. Nirgends wäre Sparsamkeit weniger am Platze als hier. Zum Schluß noch einige Worte über die Bananenfrage. Daß die Banane in Palästina gut wächst, unterliegt keiner Frage, freilich nur in frostfreien und windgeschützten Gegenden, je wärmer das Klima ist, desto besser. Die beiden Bananen-Preise auf der letzten Fruchtausstellung inTel-Awiw haben daher auch mit Recht die Jericho-Bananen erhalten. Daß aber auch beim Tiberiassee die Bananenkultur noch große Aussicht hat, zeigen die vorzüglichen Exemplare in Migdal und Kinereth. Der 1iwjbtige'Witjd^titz.durch..hiohe, Matten, die von Eucalyphis-Pfählen gestützt sind und zwischen je drei Bananenreihen stehen, ist zwar recht teuer, sichert aber gute Ernten, d. h. große Fruchtbündel und macht sich schnell bezahlt. Die Frage der Zukunft der Bananenkultur Ist weniger eine Frage der Verbesserung der Kultur und der Varietäten, als vielmehr die, ob wir die Bananen so billig auf den Markt bringen können, daß sich ein Export entwickeln kann. Das ist noch nicht erprobt, da: die Bananen bisher im Inlande ihren Markt gefunden haben, und zwar zu recht hohen Preisen. Da letzthin sowohl Juden als auch Araber viele Bananen bauen, wird wohl bald die Produktion nicht mehr im Lande konsumiert werden können, und dann müssen die Preise sinken. Nach meinen Berechnungen können wir zwar die Bananen an günstigen Orten, wie z. B. am Tiberiassee, ganz gut zu Preisen kultivieren, die einen Export zulassen, ob aber diese Kultur einen Profit ergibt, wie er von den Orangen zu erzielen ist, hängt davon ab, wieviel JUEDISCHE RUNDSCHAU gute Ernten man, ohne den Boden zu wechseln, erzielen kann. Bei drei Vollernten wird man außer der Bodenverzinsung wohl das Kapital zurtickerhalten, eventuell auch mit einer kleinen Verzinsung, aber cs wird sich für den Privatmann nicht lohnen, größere Mittel in Bananen- Pflanzungen zu investieren. Bei fünf Vollenden errechne ich dagegen schon eine Verzinsung von 12 °/0, bei sieben Vollernten von 18 "/־! und bei weiteren Ernten noch mehr. Dies zu erproben wird eine wichtige Aufgabe sein, da im Falle eines günstigen Resultates für Palästina die Banane wohl die zweitwichtigste Kultur werden dürfte, ja möglicherweise sogar die Orange überflügeln könnte. Aus diesem Grunde habe Ich mich entschlossen, sowohl selbst einen Versuch durch eine Anlage bei Migdal am Tiberiassee zu machen als auch, um für den Exportversuch größere Mengen gesichert zu haben, Mithelfer zu suchen. Es soll Im Herbst in Palästina eine ״Palestine Banana Co.“ gegründet werden, mit einem Aktienkapital von £ 5000 bis 10000, eingeteilt in Anteile von £ 50 (entsprechend dem Anpflanz von 1 Dunaffl) und halbe Anteile von £ 25, damit sich auch recht viele Minderbemittelte an dem Unternehmen beteiligen können*). Gelingt der Versuch, so kann sich daraus eine sehr große Pflanzungs- und Handelsgesellschaft entwickeln, die speziell den Orient und Osteuropa mit Bananen versorgt, ja möglicherweise auch Zentraleuropa und England beschickt. Im anderen Falle wird man schon in einigen Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach sein Kapital zurückerhalten, vielleicht sogar mit einer bescheidenen Verzinsung. Aber auch in allerungünstigstem Falle ist das Risiko sehr gering und steht in gar keinem Verhältnis zu dem Nutzen, den das Gelingen dem Lande bringen muß, da die Bananen schon im zweiten Jahre tragen, und eine darauf gegründete Kolonisation nur etwa die Hälfte der Orangen- und Getreidekolonisation kostet, also eine massenhafte Siedlung die Folge sein würde, zugleich mit einer wesentlichen Verbesserung der Handelsbilanz Palästinas. Elnignngsversnehe Im Jischuw Die Keren Hajessod-Dircktoren Dr. H a ntke und Leib ]affe hatten in Tel-Awiw im Hause von Ros off eine Besprechung mit mehreren führenden Persönlichkeiten aus allen Kreisen über die Lage im Lande und in der zionistischen Bewegung. An der Besprechung nahmen u. a. noch teil: Rosoff, Ismuzik, Churgin, Glückmann, Usieli, Dizengoff, Lerner, Schenker, Fechter, Oberrabbiner Usiel, B. Katznelson, Frau Persitz, Dr. Glücksohn und Jaffe. Es handelte sich darum, eine gemeinsame Sprache für die Behandlung der verschiedenen Fragen zu finden, über die sich die verschiedenen Parteien uneinig sind. Es wurde festgestellt daß kein Grund zum Pessimismus vorliege. Die Kongreßdelegierten aus Palästina sollen als Muster dienen in ihrem Glauben an unser Werk und ihrem guten Willen, mit vereinten Kräften einen AusWÄ aus 4eF läge zu finden. Trotz aller gegensätzlichen Ansichten über das Ärheitssysteirt für die Zukunft könne man die Reibungsflächen verkleinern und in vielen wichtigen Dingen ein Einvernehmen hersteilen. Die Diskussion müsse bei aller Gegensätzlichkeit rein sachlieh sein und sich von Uebertrelbtmgen und Beschuldigungen fernhalten. Es wurde angeregt, daß die Führer des Jischuw aus allen Lagern und Parteischattierungen sich in einem Aufruf an das Qaluth wenden und die Lage im Lande wie auch die Erfordernisse der Stunde klarlegen. (Ziko.) Wie der Ziko mitgeteilt wird, hat der Keren Hajessod während seiner sechsjährigen Tätigkeit bis März 1027 für Zwecke des Palästinaaufbaus 2858770 Pfund zur Verfügung gestellt. *) Wir bitten, Freunde des Versuches, die geneigt sind, sich an dem Unternehmen zu beteiligen, ihre Bereitwilligkeit dem Palästinaamt der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W15, Meinekestr. 10, oder mir selbst, Berlin W, Uhlandstr. 175, mitzuteilen. Im Herbst wird eine Anzahlung von 25 ״/״, die zweite Rate im Januar 1928, die dritte im April 1928, die vierte im Juli benötigt. Im folgenden Jahre, also 1929, wird die Pflanzung ihre erste Ernte bringen. Nr. 55, 12.VII. 1927 Die Landeikontereni der polnischen Zionisten Warschau, 6. Juli. (J.T. A.) Der Permanenzausschuß der 8. Landeskonferenz der polnischen Zionlaten unterbreitete zu Beginn der 3. Sitzung den Vorschlag, ein Zentralkomitee zu bilden, dem Vertreter der Gruppen Eth liwnotli, Al Hamischmar und Revisionisten angehören sollen, ln der Gruppe Etli liwnoth, die bis jetzt allein das Zentralkomitee gestellt hat, ist eine Mehrheit für ein gemeinschaftliches Zentralkomitee vorhanden. Die Gruppen Al Hamischmar und Revisionisten behielten sich eine Stellungnahme vor. ln der 4. Sitzung entspann sich eine erregte Debatte über die vierte Alijah und ihre Konsequenzen. Heitmann sagte, die vierte Alijah war das schönste, das in den letzten Jahren vollbracht worden ist. Es kam zu einer Kontroverse zwischen Lc vite und O Hin bäum über zionistische Probleme, sowie über Landespolitik in Polen. Levlte nannte die Bewegung AI Hamischmar einen zionistischen Mussolinismus. Heftmann brachte ein Vertrauens- Votum für das Zentralkomitee ein, was seitens Grünbaums mit der Einbringung eines Mißtrauensvotums beantwortet wurde. Die Resolution Heftmanns wurde mit 80 Stimmen angenommen. Für Grünbaums Resolution stimmten 68 Delegierte. 4 Delegierte enthielten sich der Abstimmung. Nach Erteilung des Absolutorlums appellierte Lean Levite nochmals an alle Fraktionen, sich zu gemeinschaftlicher Arbeit in einem gemeinschaftlichen Zentralkomitee zusammenzufinden. Die 5. Sitzung war hauptsächlich Kulturfragen gewidmet. Heftmann referierte über das hebräische Schulwesen der ,,Tarbuth“. Der zweite Referent Rosenheck- Rowno berichtete, daß in Polen folgende jüdische Erziehung«־ anstalten existieren: 71 Kindergärten, 129 Volksschulen, 15 Gymnasien, 4 Lehrerseminarien. Im ganzen zählt man 969 Lehrer und 22 285 Schüler. Die materielle Lage der Tarbuth- Schulen ist eine sehr schwere, obwohl das pädagogische Niveau ein hohes ist. Abg. Griinhaum referierte über das Verhalten der Regierung zum jüdischen Schulwesen und teilte mit, daß man mit Bezug aut die rechtliche Lage der jüdisehen Schulen Entgegenkommen findet. Zum Schluß teilte er mit, daß das Joint Distribution Committee beschlossen hat, (las hebräische Schulwesen in Polen mit monatlich 2500 Dollar zu subsidieren. Damit war die 5. Sitzung zu Ende. Warschau, 7. Juli. (J. T. A.) Die achte Landes* konferenz der polnischen Zionisten ist gestern Abend zu Ende gegangen. Die von Grünbaum geführte Gruppe ״Al Hamischmar“ erklärte in der Schlußsitzung, sie werde nur dann an der Bildung des Zentralkomitees sich beteiligen, wenn ihr 50 ״׳״ der Sitze zuerkannt werden und Grünbaum zum Vorsitzenden bestimmt wird. Da die Gruppe ״Eth Liwnoth“ ihrerseits erklärte, nicht zustimmen zu können, daß die Minderheit die Führung in der Organisation übernimmt, beschloß die Gruppe ״Al Hamischmar“, keine Vertreter für das Zentralkomitee zu nominieren, sich aber an der Bildung des Parteirates zu beteiligen. Das hierauf von der Mehrheit gewählte Zentralkomitee besteht aus folgenden ״Eth Liwnoth“-Mitgliedern: Leon L e v i t e , Dr. NT Davidson, Dr. M. Hindes, Advokat Seidmann, Dr. J. Heftmann, Redakteur Apenschiak, Schwif, Dr. Wortmann, Dr. Rosenblatt und Elchanan Lewin. In den Parteirat wurden gewählt: von ״Eth Liwnoth“ Bergmann,!. Rosenberg, Dr. Fuchs, Sabecki, Dr. Bichowski, Feldstein, Olomucki, Perelmann, Ing. Wilikow und Hefnerj von ״Al Hamischmar“ Hartglaß, Podlischewski, Dr. Klumel, Elenberg, Grawicki, Dr. Szyper, J. Cohen, E. Lewin und LeWin-wilikow. ■'•יי ׳ •■׳';־ Ueber die Schlußsitzung ist noch zu berichten: Dr. G 0111 i e b referierte über die Ziele «kr Zionisten in der Warschauer Jüdischen Gemeinde, die den Tendenzen der Agudah-Mitglieder entgegenwirken müssen, die Agudah vertritt nämlich den Standpunkt, daß die jüdische Gemeinde ausschließlich religiösen Charakter tragen müsse. Andererseits können sich die Zionisten nicht denjenigen Gruppen anschließen, die eine rein weltliche Gemeinde haben wollen. Eine gewisse Verständigung wird auf Sozialpolitik schem Gebiet erzielt. Sowohl die Agudah, als auch die demokratische Richtung in der Gemeindeverwaltung verhalten sich zum Zionismus positiv. — Abg. Hartglaß referierte über die politische Lage in Polen und über die verschiedentlichen Handlungen des jüdischen Parlamentsklubs mit der polnischen Regierung. Noch immer werden auf allen Gebieten des polnischen öffentlichen Lebens die Juden benachteiligt. Die Stellung zur Regierung müsse oppositionell bleiben. Abg. Grünbaum beantragte, die Konferenz möge den jüdischen Parlamentsklub auffordern, zu der im August in Zürich stattfindenden Konferenz für Rechtsschutz der Juden Delegierte zu entsenden. Nach Annahme dieser und anderer Resolutionen wurde die 8. Landeskonferenz gegen Morgen geschlossen. Von zwei Spekulationen und einem Wunder Von M. Y. B e n - G a v r i e 1, Jerusalem. (Nachdruck verboten) ln Jerusalem gibt es so etwas wie einen Stadtgarten, das heißt ein paar verstaubte Bäume, die 1m Verein mit einem Häuschen, die einst von Djemal Pascha, Tyrannen von Syrien (der schließlich, wie man sich erinnern wird, auf der Straße erschossen wurde), durch ein, heute nur mehr fragmentarisches Gitter vom Verkehr der Rechow Jaffo, wie die Hatiptverkehrsader Jerusalems heißt, abgeschlossen wurde. Dieser Garten nun wurde eines Tages von der Munizipalität zur Bewirtschaftung, das heißt zur Errichtung eines Kaffeehauses ausgeschrieben. Da die Lag'—־׳י — —■*—-'־׳—»- ־.יי-••׳- י־ 1י--*י* —*-«--- Geschäft lieh viele Anwärter. Ueber die Geschichte dieses Kaffeehauses nun berichtet die Legende ■— deren Richtigkeit zu prüfen nicht meine Sache ist — folgendes: Die Ausschreibung des Gartens ־war, wie man leicht verstehen kann, dem Besitzer eines in unmittelbarer Nähe des Gartens gelegenen ״Grand Kaffee Stambul“, einem Griechen, nichts weniger als angenehm, denn es war vorauszusehen, daß das neue Kaffeehaus infolge seiner zentralen Lage eine große Anzahl von Gästen abziehen würde. Zuerst dachte der Grieche daran, selbst den Stadtgarten zu pachten, doch bald erfuhr er, daß seine Bewerbung aus verschiedenen Oründen nicht in Betracht käme. Sorgenvoll ging er ein paar Tage herum, bis ihm plötzlich eine vielversprechende Idee kam. Flugs ging er zu einem Juden, von dem er wußte, daß er bei der Munizipalität gut angeschrieben sei, und bat ihn, sich um den Stadtgarten zu bewerben. Der gute Mann hielt den Griechen zuerst für verrückt, denn er, der den vom Kaffeehausgetriebe durchaus abseitsliegenden Beruf eines Uhrmachers ausübte, hatte natürlieh, selbst wenn er nicht ein notorischer Hungerleider gewesen wäre, nie die Ambition gehabt, Kaffeehausbesitzer zu werden. Dem Mann vom Grand Kaffee aber war dies durchaus unwesentlieh. Er wußte, daß eine Bewerbung des Uhrmachers um den Stadtgarten aussichtsreich wäre, und ließ daher nicht locker. ״Ja, aber ich verstehe doch absolut nichts von geschäftlichen Dingen,“ jammerte der Uhrmacher, ein kleiner, ängstlicher Mensch, der sein Leben über Räderchen und Spiralfedern zugebracht Hatte, ״Das ist es ja eben,“ schrie begeistert der Grieche vom Grand Kaffee, ״das ist es ja eben, was ich suche,“ Und dann entwickelte er aem Uhrmacher seine Spekulation. Er sei bereit, ihm nicht nur di« Pachtsumme zinsenfrei vorzustrecken, sondern verpflichte sich auch, ihm durch zwei Jahre allmonatlich eine gewisse Summe auszuzahlen, die sein gegenwärtiges Eigentum bei weitem übersteige, ja, er werde sogar das neue Kaffeehaus aus eigenen Mitteln ein richten, wenn — und jetzt kam das Ziel der Spekulation — wenn er sich verpflichte, das Stadtgartenkaffee binnen zwei Jahren derart zugrunde zu richten, daß für ewige Zeiten kein Gast mehr hineinginge. Es ist weiter nichts zu berichten — so wurde mir erzählt — als daß die Spekulation glänzend gelang. Der Uhrmacher schlug ein, bekam das Kaffeehaus und war bereits nach einundeinhalb Jahren so weit, daß er beruhigt das Kaffeehaus im Stadtgarten zusperren konnte, denn um diese Zeit zahlte ihm der Grieche bereits die volle Summe für das letzte Halbjahr befriedigt aus. Der Stadtgarten bildete keine Gefahr mehr für ihn. So waren alle Beteiligten zufrieden. Der Grieche sowohl als der Uhrmacher, der eine, weil er sich seine Gäste erhalten hatte und der andere, weil es ihm gelungen war, dieselben, wie abgemacht, zu vertreiben. Er hatte mit solchem Talent und solcher Umsicht seinen Vertrag erfüllt, daß kein Gast mehr als zweimal den Stadtgarten besucht hatte. Wer einen Kaffee bestellt hatte, hatte unfehlbar nach sechs Reklamationen ein Glas Raki bekommen, und wem es um eine Wasserpfeife zu tun gewesen war, hatte froh sein können, wenn er ein Glas Läbän, das ist saure Milch, bekommen hatte, in dem ein paar Fliegen sich anschickten, ihr Leben aufzugeben. Der Einzige, der bei dieser Spekulation benachteiligt war, ist möglicherweise die Munizipalität, denn auf ihre Kosten ist der Stadtgarten in die Legende eingezogen. * Eine andere, gleichfalls glückliche Spekulation: Es gab irgendwo, in der Gegend von Tul-kerem einen unbeweibten Araber, der das Verlangen hatte, sich eine Frau zu kaufen. Sein Gesamtvermögensstand aber betrug nicht mehr als zehn Pfund, eine Summe also, für die man gemeinhin keine Frau zu kaufen bekommt. An eine Frau aus dem Norden wagte er natürlich nicht einmal zu denken, da dies« Frauen ja unter hundertundfi'mfzig ägyptische Pfund nicht zu haben sind. Selbst die billigeren Frauen aus der Umgebung von Tul-kerem, die man vielleicht schon um fünfzig Mund bekam, *waren Ihm ver• •wehrt. Als er aber eines Tages zufällig hörte, daß unten in Gaza Mädchen am billigsten zu haben seien, nahm er sein Geld und fuhr, respektive ritt er auf seinem Esel, so daß er die Reisekosten ersparte, nach Gaza. Dort angekommen aber traf ihn eine schwere Enttäuschung. Auch hier konnte unter zwanzig Pfund kein Weib gefreit werden. Mahmud, so hieß dieser unternehmungslustige Araber, aber gab das Rennen dennoch nicht auf, denn plötzlich ergriff ihn eine glückliche Idee. Er ging hin und legte, trotz der Verwunderung und des Gespöttes der Ortsbewohner, siebeneinhalb ägyptische Pfund für ein blindes Weib hin, das seiner Blindheit wegen — es hatte den Star auf beiden Augen —- billiger im Preise stand, um nicht zu sagen; das unverkäuflich war. Man hielt allgemein den Mahmud aus Tul-kerem für einen Tollgewordenen. Aber Mahmud aus Tul kerem wußte es besser. Er band das neugekaufte Weib mittels eines Strickes an seinen Esel, schwang sich auf das Tier, und trabte, das Weib hinter sich, nach Jerusalem. Ohne sich am Tor EI chafil, wo es ein Kaffeehaus mit einladend schattige! Terrasse gibt, auch nur einen Augenblick aufzuhalten, ritt ei sehnurstraks zur jüdischen Augenklinik, legte die restlichen zwei• einhalb Pfund hin und sprach zum Arzt: ״Friede über dich, Segen und Glück, 0 Hakim! Siehe, o Herr, hier sind zweieinhalb ägyptische Pfund, die um drei Punkte höher stehen als die englischen Pfunde, und hier ist ein Weib, das blind ist. Repariere sie, denn sie ist mein einziges Besitztum, auf daß diese Summe dein werde und damit dieses Weib das Herz deines Dieners erfreuen könne.“ < Der Arzt machte das Weib aus Gaza sehend, und Mahmud eilte nach ein paar Tagen beglückt nach Tul-kerem heim. Seine Spekulation war geglückt, und man preist seit damals die Schlau• heit Mahmuds aus Tul-kerem, der für zehn Pfund ein funkel• nagelneues Weib erstanden hatte, das unter Brüdern mindestens das Doppelte wert war, und dies in einer Zeit, da die Frauenpreise eine Tendenz zu bedeutender Steigerung■ aufwiesen. * Daß es in dieser nüchternen Zeit noch Wunder gibt, beweis! die Geschichte vom Präsidenten Masaryk, die man bereits im ganzen Lande erzählt. Als der Präsident der tschechoslowakisehen Republik letzthin auf seiner Reise durch das Land auch in eine jüdische Mädchenfarm kam, wurde er zu einem einfach ländlichen Mittagessen gebeten, das von den Mädchen der Farm bereitet worden war. Man setzte sich zu Tisch, die Mädchen Nr. 55, Vo Ich wil tägigen Ai Amman,1 noch so w ist, daß au! ist, über s! Die gi daß Transj vielmehr 1 Bodens W« Jerusalem wenn man, die Allenb Paßkontrol! vertraut ar sich kaum bald die! Es-Salt her Salem, füh i" einen in verleiht. E essantes S1 besonders europäisch! zahllose G gepflanzt \ Wasser! für das L: der als ei faßter Flu und der G Ganz ähnl Amman ns wuchs, de nimmt, so heimischer faßte, teil' und sehfie starke Str! für die n bot. Gera das mode! scheidet, zeichneten Die 3 Landes. Eindruck mit fließe diese Geg ohne eine: etwa 80 k gibt es z• sowie die Tscherkes: es ein eil Uebei gesagt wi viel groß! Siedlung : haftigkeit liegt darf Verkehr r andere wi Es gibt t so in Ui der arabi! weit gröf nach Palä hadjirs“, ] Kriege b« als ein re: versetzt ו Dorf arat wie wir unscheinb trugen di! eintrat. E Präsident! doch der 1 es sei nicl lieh nicht: nensische der ein. 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