Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 50 (24.6.1927)
- Date
- 1927-06-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 358 JUEÖ1SCHE RUNDSCHAU Nr. 50 kostbaren Schatz. verlieren. Sieh zu, Alter, d«ß die New Yorker Juden sich dessen bewußt sein sollen, welch einen Diamant sie uns weggenoinmen haben. Sieh zu, daß man ihn richtig einschützt. Du gehst nicht irr die Schul, aber Du hast doch ein jüdisches Her/, dann sag doch allen (to sog sze allemen), daß Wilna auf ihn stolz war und daß New York es verstehen muß, wie solch eine Krone zu tragen.“ Hier in diesem Brief wird zum erstenmal die Kapitulation des imiteriell schwächeren litauischen Judentums vor den! stiirkcreri Binder in Amerika bekundet, zu gleicher Zeit aber der Sehmer/ und die Angst zum Ausdruck gebracht, daß man jenseits des Ozeans d§s Geistige nicht genügend beachten und würdigen wird und da fl man es nicht verstehen wird, die Krone des Geistes zu tragen. Dr. Max Joseph Am '2(1. Juni feiert die Syuagogengcnieinde Stolp i. P. das 25 jährige Amtsjubiläum ihres Rabbiners Dr. Max Joseph. Der tiefeierte zählt zu den ältesten und hervorragendsten Vertretern des jüdisch-nationalen Gedankens und des Zionismus in Deutschland, er gekört jener Generation an, die Hcrzls Auftreten bereits bei der nationalen Fahne fand. Am Anfang der 90er Jahre brachten eine Reihe jüdiseher Nationalisten aus dein Osten Schm. Lcwin, Motzkin, l.nrjc u. a. — unterstützt von Pinskers ״Autoemanzipation“, Rulls Wirken und Schriften, Dimidows ״Wo hinaus?‘‘ die Diskussion über das jüdische Problem unter der akademisehen Jugend Berlins in lebendigsten Fluß. Schon damals entschied sieh Joseph, der an der Lehranstalt f. d. W. d. Judentums studierte, im jüdisch-nationalen Sinne, Er konnte nicht anders, der, ein Kind der jüdischen Stadt Fifehnc, mit guten biblischen und talmudischen Kenntnissen und vor allem mit einem starken jüdischen Empfinden wie wenige ausgestattet war. So erlebte er als einer, der seinen Platz schon gefunden, das Auftreten Herzls und Nordaus, unsere ersten Kümpfe um die neue Idee, auch in Berlin, die ersten Konfresse — den unvergeßlichen, schönen Frühling unserer ewegung. Den Theologen mußte am stärksten bewegen die Auseinandersetzung mit der damals herrschenden Ideologie des assimilatorischen Liberalismus, besonders dessen Messias- und Missionsidcc, in deren Namen die führenden deutschen Rabbiner gegen den Zionismus und die Abhaltung des ersten Kongresses in München Stellung genommen hatten. Jahrelang hat J. neben seinen Studien, deren Frucht eine treffliehe Arbeit über den Primat des Willens bei Schopenhauer war, diese Auseinandersetzung aufs intensivste beschädigt, seine innerliche Gedankenarbeit auf eine neue, dem religiösen Genius des jüdischen Volkes und dem religiösen Orundcharaktcr seiner Geschichte Rechnung tragenden Fundameuticrung des Zionismus gerichtet. Er hat sie uns gegeben in seinem 1908 erschienenen Buche: ״Das Judentum am Scheidewege“. Dieser Aufruf ״an die Starken und Edlen des jüdischen Volkes“, in cintr ebenso klaren wie kraftvollen Sprache geschrieben, der beim Erscheinen eine lebhafte Polemik hervorrief, hat auch heute noch nichts von seiner Bedeutung verloren. Mit unerbittlicher, scharfer Logik weist er die Unhaltbarkeit des assimilatorisehen Religionsideals und die von ihtn geschaffene schwere Krisis des modernen Judentums nach und zeigt, wie nur auf nationaler, seiner geschichtlichen Basis der jüdische Genius wieder zu schöpferischer Leistung gelangen könne. Das Buch kann gerade jetzt, da die Frage der Gestaltung des jüdisch-religiösen Lebens auch bei uns eine bedeutsame Rolle spielt, großen Nutzen stiften, zumal es von einem streng wissenschaftlichen, dogmatisch freien Standpunkte, geschrieben Nt. — In seiner beruflichen Tätigkeit hat J. während der abgclaufenen 25 Jahre sich durch seine Leistungen als Prediger und Lehrer, als Mensch durch seinen festen, ehrlichen Charakter hohe Wertschätzung erworben. Er hat es ferner verstanden, in der Abgeschiedenheit seiner pommersehen Provinzstadt an seiner wissenschaftlichen Fortbildung so weiter/uarbeiten und mit den Fortschritten besonders der modernen Rcligionswisscns<-haft so Fühlung zu halten, daß er zu den fleißigsten Mitarbeitern der demnächst erscheinenden (Heiktz-Kirschner’schcn) Enzyklopädie gehören konnte. — Mögen dem hochverdienten Vorkämpfer unserer Bewegung und treuen Manne noch viele Jahre gesegneter Arbeit heschieden sein, ihm das Wort sich erfüllen: ירושלם כל ימי חייך וראה בטוב Mordechai. Eine Palästina-Polemik in Amerika lr! den letzten Jahren ist es gelungen, die Palästinaidee in Amerika populär zu machen. Eine große Reihe von jüdischen und nichtjüdischen Persönlichkeiten haben Palästina besucht und enthusiastische Schilderungen von dem neuen jüdischen Leben gegeben, das dort im Entstehen ist. Naturlieh sind aber unter den Besuchern Palästinas nicht nur Freunde der zionistischen Sache, sondern auch Gegner, und in Palästina selbst gibt es bekanntlich zahlreiche Kreise, die sich bemühen, nichtjüdische Besucher in antizionistischem Sinne za beeinflussen. Zu einem wirklichen Studium des Landes und des zionistischen Problems haben natürlich die wenigsten Besucher Zeit und Möglichkeit. So kommt es, daß viele ' freundliche Beobachter nur oberflächliche Eindrücke haben, daß aber auch viele Gegner ihr Urteil keineswegs tief begründen können. (Außerdem spielt bei manchen Be- Suchern eine antijüdische Einstellung mit. So haben wir vor einigen .Monaten in Amerika den Bericht des Dr. Pritehett gehabt, der in seiner Schilderung etwas von jüdischen Weltherrschaftsplänen durchschimmern ließ. Diese Bemerkungen haben nicht nur bei den Zionistcrr, sondern im ganzen amerikanischen Judentum Empörung hervorgerufen.) Jetzt hat der Baptisten-Prediger Prof. H. E. Fosdick. der vor einiger Zeit in Palästina war, bei der Eröffnung seines theologischen Seminars eine Ansprache gehalten, in der er auch über den Zionismus redete. Er betonte seine große Bewunderung für die zionistische Arbeit, zugleich aber schilderte er die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und gab ferner seiner Befürchtung Ausdruck, daß der Zionismus eine ,,gefährlkhe politische Richtung“ cinsclilagen könne, die Riehtung eines extremen Nationalismus, wodurch, so sagte er, ״eine der grollten Tragödien der jüdischen Geschichte“ lierhcigeführt werden könnte. Dr. Fosdick befürchtet eine aggressive Tendenz der Juden gegenüber den Arabeni. Nach seiner Meinung müßten ״gemäßigte Zionisten ׳lach Art des Dr. M igtie•" den Zionismus führen, damit der Einfluß der extremen Nationalisten bekämpft wird. Die amerikanischen ZionNtcn haben sich in mehreren Erklärungen mit Dr. Fosdick a11scinanc\prgcsctzt. Dr. Stephen Wise vcröHent'u hte eine Erklärung, worin er den Vorwurf, der Zionismus könne ins chauvinistische Fahrwasser geraten, zurückwcNt. Die Extremisten bilden nur eine kleine und einflußlose Gruppe in der Bewegung. Ferner betonen unsere amerikanischen Freunde, daß das Palästiuawcrk solange der Unterstützung von außen bedarf, bis die jüdische Gemeinsdiaft in Palästina so erstarkt ‘■־ein wird, daß sic den Aufbau allein weiterführen kann. Die Rede des Dr. Fosdick beweist, welches allgemeine Interesse der ־/s-!״{<• njus in Amerika findet. Auch diese Polemik wird, so hone: wir, dazu beitragen, da$ (!€״'>!]! der V''1-et'i׳:Hü'1«*♦ ״.׳ , ־' '-׳ י' für Palästina .•■ ־Kk- '׳׳;׳ Zur Statistik der Juden in Deutschland Die Zunahme der Juden in Preußen von 1910 b i s 1925. Von Univ.-Prof. Dr. Leop. Karl Ooetz, Bonn a. Rh. Zu dem Artikel in Nr. 35 über die Abnahme der Juden im Deutschen Reich außer Preußen hatte die Redaktion den Wunsch ausgesprochen, auch über das wichtigste Laftd des Reiches, über Preußen mit Berlin, die Statistik vorlegen zu können. Der Wunsch kamt jetzt erfüllt werden, allerdings nur teilweise, nicht in der ausführlichen Art, wie das für die anderen deutschen Länder in Nr. 35 geschehen ist. Nämlich das Statistische Reichsamt hat bis jetzt noch keine genauen Ergebnisse über die Rcligionsgliederung Preußens nach der letzten Volkszählung vom 16. [uni 1925 vorgelcgt; es ist noch keine amtliehe statistische Publikation darüber erfolgt, in welchem Umfang sich die verschiedenen Konfessionen im Verhältnis zur allgemeinen Bevölkerungszunahnie seit der letzten Vorkriegs- Zählung vom 1. Dezember 1910 vermehrt oder vermindert bähen, so daß das Wachstum der Religionen mit dem der Bevölkerung überhaupt genauer verglichen werden könnte. Dagegen ist jetzt die ״Westdeutsche Lamleszcitung“ in München-Gladbach (Nr. 123 vom 5. Mai) in der Lage, wenigstens die absoluten Zahlen der Wohnbevölkerung Preußens nach ihrer Zugehörigkeit zu Religionsgesellseliaften nach den Ergebnissen der Volkszählung vom lfi. Juni 1925 mitzuteilen. wenn wir diesen Zahlen, die richtig sein wqrden, die Zahlen der Israeliten nach der letzten Volkszählung vom 1. Dezember 1910 (nach dem Gebictsstand vom 16. Juni 1925) aus dem Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich 1926 (45. Jahrgang, *Seite 5) gegenüberstellen, so gewinnen wir einen allgemeinen Ueberblick, wenigstens der absoluten Zahl nach, über die im Bestand der Juden in Preußen im Jahre 1910 bis zum Jahre 1925 eingetretene Veränderung. Nach den beiden genannten Quellen belief sich i n Preußen (ohne Saargebiet) die Zahl der I s r a c - iiten am 1. Dezember 1010 (nach dem Gehietsstand vom 16. Juni 1925) auf 366 876 Personen, dagegen am 16. Juni 1925 auf 403969 Per sone n. Wir haben also einen Zuwachs in ganz Preußen von 37 668 Israeliten. Wie sich gleich zeigen wird, kommen über zwei Drittel dieses Zuwachses allein auf die Vermehrung der Juden in Berlin. Fassen wir die einzelnen vierzehn Provinzen Preußens ins Auge, so haben nur neun von ihnen eine Vermehrung der Juden, dagegen fünf eine Abnahme der Israeliten, nämlich in Ostpreußen, Grenzmark Posen-r-Westpreußen, Pommern, Hannover und Hohcnzollern. Das statistische Bild f ii r d i e einzelnen Provinzen ist in Zunahme oder Abnahme der jüdischen Bevölkerung das folgende: O Provinz Zahl der Israeliten Zunahme l: 1910 1925 (־ ) Abnal Ostpreußen 12715 11 337 •— 1 375 Stadt Berlin 114 067 172 672 28 665 Brandenburg 7 349 8 442 1 093 Pommern 8 862 7 761 - 1101 Grenzmark (Posen- Westpreußen) 3 835 3 437 - 398 Niederschlesien 26 654 20 953 3 291 Oberschlesien 9 700 10 069 369 Sachsen 7 833 8341 503 Schleswig-Holstein 3311 4152 841 Hannover 15596 14 895 701 Westfalen 20939 21 595 656 Hessen-Nassau 51 781 52 757 976 Rheinprovinz (o. Saargebiet) 53 889 58 223 . 4 334 Hohenzollern 405 335 - 79 Preußen 366876 403 969 37 68S * Nachdem das vorhergehende Stück schon gedruckt war*), erschien die neueste Nr. 18 der ״Statistischen Korrespondenz“ des Preußischen Statistischen Landesamt.?, die ausführliche Tabellen über die Zugehörigkeit der Bevölkerung Preußens zu Religionsgesellschaften auf Grund der endgültigen Ergebnisse der Volkszählungen vom 16. Juni 1925 und 1. Dezember 1910 bietet. Nach dieser amtlichen Publikation sind in dem vorhergehenden Stück des Artikels die Zahlen da und dort richtiggestellt worden. Ferner können wir nun nach dieser neuesten amtlichen Statistik genaue Angaben darüber machen, wie groß der Anteil der jüdischen Bevölkerung an der Gesamt- Bevölkerung Preußens im Jahre 1910 und im Jahre 1925 ist, bzw. welche Verschiebungen da eingetreten sind. Es würde zu weit führen, auch jeweils die Zunahme der Bevötkerting Preußens überhaupt von 1910 bis 1925, ebenso die entsprechende Zunahme der einzelnen vierzehn Provinzen Preußens und die der neunundzwanzig Großstädte Preußens anzuführen. Im ganzen Staat Preußen kamen im Jahre 1910 auf das Tausend der Bevölkerung 10,48 Israeliten; diese Ziffer des Anteils hat sich im Jahre 1925 gehoben auf 10,60 Israeliten unter tausind Einwohnern Preußens. Von den vierzehn Provinzen Preußens betrachten wir erst die neun Provinzen, in denen von 1910 bis 1925 eine absolute Zunahme der Israeliten, also die einfache Steigerung ihrer Anzahl erfolgt ist. Unter diesen neun Provinzen sind nämlich fünf, in denen die a b s 0 - lute Zunahme der Israeliten begleitet ist von i h r e r r e I a t i v e n Z u n a h rn e, d. h. in diesen fünf Provinzen machen nach dem Stand der letzten Volkszählung von 1925 die Juden einen höheren Anteil an der Gesamtbevölkerung der Provinz aus, als sie es nach dem Stand bei der vorletzten Volks- Zahlung von 1910 taten. Und zwar ist der Anteil der Israeliten am Tausend der Bevölkerung gestiegen von 1910 bis 1923 in der Provinz Brandenburg von 3,02 auf 3,26, Stadt Berlin von 38.56 auf 42,91, Niederschlesien von 8,91 auf 9,56, Sachsen von 2,54 auf 2,55, Schleswig-Holstein von 2,28 auf 2,73 Personen. ln vier preußischen P r o v i 11 z. e n dagegen ist die absolute Zunahnieder Israeliten begleitet von einer relativen Abnahme, d. h. in diesen vier Provinzen machen nach dem Stand von 1925 die Israeliten einen geringeren Anteil an der Bevölkerung aus als nach dem Stand von 1910, weil die Zunahme der Israeliten nicht gleichen Schritt hielt mit der allgemeinen Bevölkerungszunahme der betreffenden Provinz. Nämlich der Anteil der Israeliten am Tausend der Bevölkerung ist von 1910 bis 1925 zurückgegangen in der Provinz Oberschlesien von 7,66 auf 7,30, Westfalen von 5,10 auf 4,49, Hessen-Nassau von 23,31 auf 22,01, Rlieinprovinz (ohne Saargebiet) von 8,29 auf 8,02 Personen. Bei f ii n f p r c u ß i sehen P r o v i 11 z e 11 i s t d i e a b s o - lute A b n a h in c der I s 1׳ a e 1 i t e n mit i lirer rclat i v e n Abnahme v e r h 1111 d c 11, die Zahl der Israeliten tm.l ihr Anteil am Tausend der Bevölkerung ist yuriickgegangni. Nämlich unter tausend Einwohnern sind von 1910 bis 1925 die Israeliten zurückgegangen in der Provinz Ostpreußen von 5,03 auf 5,02, Pommern von 5,16 auf 4,13, Grenzmark Posen-Westpreußen von 12,37 auf 10,34, Hannover von 5,28 auf 4,67, Hohenzollcrnsehc Lande von 5,70 auf 4,66 Personen. Die Tabellen der Statistischen Korrespondenz gestatten es, unsere Betrachtungen 1־<!cL weiter nus/udelinen, nämlich auf ן stiiuicicnj inst de; Jre ionsf ' \ jjeseb -Ott״ •vb., die Zunahme oder Abnahme der Israeliten in den tieunundzwanzig (bei der Volkszählung des Jahres 1925 vorhandenen) preußischen Großstädten mit je über hunderttausend Einwohnern. Wir unterscheiden dabei wieder absolute Vermehrung oder Abnahme der Israeliten und relative Vermehrung, d. h. Steigerung oder Minderung ihres Anteils am Tausend der Bevölkerung der betreffenden Stadt. , In siebzehn preußischen Großstädten haben wir von 1910 bis 1925 sowohl absolute Vermehrung der Israeliten als relative Z 11 n a h m e, d. h. Steige• rung ihres Anteils am Tausend der Bevölkerung. Das sind Berlin: absolute Vermehrung von 144 007 Personen auf 172672, relative Zunahme von 38,56 Israeliten unter tausend Einwohnern auf 42,91; Köln: absolut von 12393 auf 16 093, relativ von 20,65 auf 22,98; Breslau: absolut von 20212 auf 23240, relativ von 39,25 auf 4171; Essen: absolut von 2944 auf 1209, relativ von 7,18 auf 8,95; Düsseldorf: absolut von 3985 auf 5130, relativ von 11,11 auf 11,86; Magdeburg: absolut von 1843 auf 2356, relativ von 6,59 auf 8,01; Dortmund: absolut von 2830 auf 3820, relativ von 10,93 auf 11,87; Duisburg; absolut von 1554 auf 2080, relativ von 6,77 auf 7,62; Kiel: absolut von 527 auf 605, relativ von 2,33 auf 2,83; G e I s e n k i r c h e 11: absolut von 1261 auf 1441, relativ von 6.57 auf 6,91; Barmen: absolut von 668'auf 720, relativ von 3.57 auf 3,85; Altona: absolut von 1824 auf 2409, relativ von 10.57 auf 12,98; Elberfeld: absolut von 1919 auf 2335, rclativ von 11,28 auf 13,93; M ii n c h e n ־ G 1 a d b a c h: absolut von 902 auf 951, relativ von 8,14 auf 8,24; Wiesbaden: absolut von 2744 auf 3088, relativ von 25,17 auf 30,06; Hamborn: absolut von 356 auf 818, relativ von 3,41 auf 646; Oberhausen: absolut von 413 auf 513, relativ von 4,36 auf 4,87. In fünf preußischen Großstädten i stdie abs o I u t c Zunahme der Israelit e n v on 1910 b i s 1925 verbunden mit einer relativen Abnahme; der Anteil der Israeliten am Tausend der Bevölkerung ist geringer geworden, weil die Israeliten anteilmäßig sich nicht so vermehrt haben, wie die Bevölkerung der Stadt gewachsen ist. Das ist der Fall hei Frankfurt a. M.: absolute Zunahme der Israeliten von 26 228 Personen auf 29385, relative Abnahme von 63,26 vom Tausend der Bevölkerung auf 62,85; Hannover: absolute Zunahme von 5386 auf 5521, relative Abnähme von 14,11 auf 13,06; Bochum: absolute Zunahme von 997 auf 1122, relative Abnahme von 5,54 auf 5,31; Kassel: absolute Zunahme von 2675 auf 2750, relative Abnahme von 17,46 auf 16,06; Erfurt; absolute Zunahme von 807 auf 819, relative Abnahme von 6,53 auf 6,04. In sieben preußischen Großstädten haben w i r sowohl absolute Abnahme als relative Ver- 111 i n (1 e r u 11 g der Israeliten, Senkung ihrer Gesamtzahl wie Senkung ihres Anteils am Tausend der Bevölkerung. Das sind die Städte: Königsberg i. Pr.: absolute Abnahme von 4565 Personen auf 4049, relative Verminderung von 18,56 vom Tausend der Bevölkerung auf 14,46; Stettin; absolute Abnähme von 2757 auf 2615, relative Minderung von 11,61 auf 10,28; Halle a. S.: absolute Abnahme von 1397 auf 1236, relative Minderung von 7,72 auf 6,35; Aachen: absolute Abnähme von 1565 auf 1420, relative Minderung von 9,98 auf 9,11; Krefeld: absolute Abnahme von 1815 auf 1626, relative Minderung von 14,03 auf 12,40; Mülheim a. Ruhr: absolute Abnähme von 664 auf auf 623, relative Minderung von 5,84 auf 4,91; Münster i. W.: absolute Abnahme von 637 auf 580 , Personen, relative Minderung von 7,06 auf 5,45 Personen unter Tausend der Bevölkerung. In allen diesen neunundzwanzig Groß- Städten zusammen ist die Zahl der Israeliten von 1910 bis 1925 gestiegen von 249 875 auf 294 230 Personen, der Anteil der Israeliten am Tausend der Bevölkerung hat sich gehoben von 24,59 auf 26,40 Personen. So können wir für die neun undzwan zig p r e u - ,Bischen Großstädteeinedoppelteabsteigende Reihe aufstellen, einmal nach ihrer absoluten Zahl der Israeliten und dann nach d errelativen Z a 11 1 der Israeliten a u 1 : Tausend der Bevölkerung der betreffenden Stadt, beides nach dem Stand von der letzten Volkszäüliing des Jahres 1925. Reihe nach der absoluten Zahl: Berlin 172 672 Duisburg 2 OSO Frankfurt 29 385 Krefeld 1 626 Breslau 21 240 Gelsenkirchen 1 441 Köln 16 093 Aachen 1 420 Hannover 5 521 Halle a. S. 1236 Düsseldorf 5 130 Bochum 1 122 Essen 4209 München-Gladbach 951 Königsberg i. Pr. 4 049 Erfurt 819 Dortmund 3 820 Hamborn 818 Wiesbaden 3 088 Barmen 721 Kassel '2 750 - Mülheim (Ruhr) י 2 6 Stettin 2 615 Kiel 5׳"0 Altona 2 409 Münster i. W. 580 Magdeburg Elberfeld 2 356 2 335 Oberhausen 513 Reihe nach de 1־ relativen B e v ö I k e Zahl auf Tausend der rung: Frankfurt 62,85 Essen 8,95 8,20 Berlin 42,9! München-Gladbach Breslau 41,71 Magdeburg 8,91 Wiesbaden 30,06 Duisburg 7,62 6,91 Köln 22,98 Gelsenkirchen Kassel 16,06 Hamborn 6.40 Königsberg i. Pr. 14,46 Halle a. S. 6,35 Elberfeld 13,93 Erfurt 6,01 Hannover 13,06 Münster i. W. 5,45 Altona 12,98 Bochum 5,31 Krefeld 12,40 Mülheim (Ruhr': 4,91 Dortmund!1,87 Obcrhaiisen ■1.87 Düsseldorf 11,86 Barmen '!,S5 Stettin Aachen 10,28 9,11 Kiel 2,83 Dr. Richard Wolfheim Dr: Richard Wob'lirim, VorsilzenJer der Zionistischen Ortsgruppe Erfurt, feiert in diesen lagen seinen 53. Geburtstag. Wer Wolfheim kennt, wird von dieser Nachricht höchst überrascht sein, denn niemand hätte diesen jugendlichen Sliirme! auf dieses Alter geschützt. Wolfheim ist erst im vorgeschrittener Mannesalter zum Zionismus gekommen; sein bedingungslose! Idealismus fordert Ganzheit, volle Verwirklichung und konseijueiitcrweisc hat auch Wolfheim, für den Zionismus stet? eine *L-irlic revolutionärer Lebcsisgcstaltimg war, sich jener Gruppe aiigeselilosscn, die ini Zionismus die Neugestaltung mich des menschlichen und sozialen Lebens sicht. Er ist seit Jahren cm führendes Mitglied des deutschen llapoel Hazai'r. Was Woltheim in seinem engeren Arbeitsrayon in Thüringen für dir Chaluzausbildiing, für den Keren Hajessod, für die Bewegung geleistet hat, das fostzustellen ist heute verfrüht, da er mitten in aktivster Arbeit steht. Für heute genügt cs, den! jugeudlieben Fünfziger die Glückwünsche der deutschen zionistischen Welt zu übermitteln mit dem Wunsch, ihn ne׳• ׳1־׳i־׳1״ 'alirzehnt׳• ■; und At »eitsfreude in 't>: Reihen r.; bningüng;,״, .