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Jüdische Rundschau · 1927-06-21 · Heft 49 (21.6.1927) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 49 (21.6.1927)
Date
1927-06-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 350 TUEBISCHE RUNDSCHAU Nr. 49 soleHe Tendenzen befürchten. Sie werden bestärkt durch eine nicht immer sachliche Propaganda, die von Kreisen Palästinas ausgeht und z. B. auch auf eine Delegation amerikanischer Geschäftsleute Einfluß gewann, die itn vergangenen Jahr Palästina besuchte. Eine sehr intercssante Debatte hat sich in dem offiziellen Organ der amerikanischen Zionisten ״The New Palestine“ entwickelt, als Isidor Morrison die Forderung aufstellte, die Fun* damente der Zionistischen Organisation müßten umgebaut werden. Er vertrat den Standpunkt, daß der Kongreß nicht eine oberste Verwaltungsinstanz für ökonomisehe Dinge sein kann, insbesondere da seine Mitglieder nicht, gleichzeitig die für die Geldaufbringung verantwörtlichen Kräfte repräsentieren. Gegen diese Auffassung wurde heftiger Widerspruch laut, aber auch lebhafte Zustimmung wurde ihr zuteil. Nun ist zwar nicht anzunehmen, daß in Atlantic City revolutionäre Forderungen dieser Art ohne weiteres durchdringen werden, aber die Aufgabe der amerikanischen Convention und des darauf folgenden Zionistenkongresses wird es sein, in aller Sachlichkeit und Ruhe abzuwägen, was an den Vorschlägen richtig und realisierbar ist. Denn daß der gegenwärtige Zustand, wo der Kongreß in einer kurzen Session über die schwierigsten Fragen einer zwei Jahre dauernden kolonisatorischen Administration Beschlüsse zu fassen hat, eine unhaltbare Abnormität darstellt, ist inzwischen der Mehrheit der Zionisten klar geworden. Es besteht aber die Gefahr, daß der richtige Kern dieser Gedanken zu Uebertreibungen führt, die die Existenz des Zionismus als gesamtjüdische Bewegung bedrohen. Die Gefahr liegt vor allein in der Verlockung, sich aus der Verstrjekung zionistischer Instanzen zu befreien und irgendeine Sache ohne Rücksicht auf den Gesamtplan separatistisch zu verwalten. Das Prinzip, daß spezielle Komitees Geld für Spezialzwecke aufbringen und deren Ausführung aus dem Rahmen der gesamtzionistischen Tätigkeit herauslösen, ist bisher im Zionismus verworfen worden und wird, so hoffen wir, auch von der amerikanischen Convention nicht sanktioniert werden. * Von der Notwendigkeit der Reform der Verwaltung und .des Budgets war auch die letzte A.-C.-Sitzung überzeugt. Sie beschloß auf Vorschlag der durch Mr. Lipsky repräsentierten Exekutive, eine Kommission nach Palästina zu schicken, um für den Kongreß ein Reform- Programm vorzubereiten. Qiese Kommission wurde als das wichtigste Ergebnis der A.-C.-Sitzung betrachtet. Nun ist bereits ein Monat verflossen, und die Kommission hat ihre Arbeit noch nicht begonnen. Nur ein einziges Mitglied, Dr. Kastelliansky, hat sich nach Palästina begeben, die anderen Gewählten haben es abgelehnt, von den zwei amerikanischen Mitgliedern ist bisher eine Antwort nicht mitgeteilt worden, doch sind sie auch nicht nach:״*ÄfäsitMa;;. grfÄhmi; ■Dieses '׳.Resultat-:.wird ״van׳: der zionistische‘»! Oeffentlichkeit mit großer Enttäuschung, ja mit Unwillen aufgenommen werden. Es ist unbegreiflieh, daß eine so entscheidende Aktion in dieser Weise im Sande verläuft. Die Folge wird sein, daß der Kongreß wieder vor einer ungeklärten Lage stellt und daß er die Aufgabe haben wird, eine derartige Instanz einzusetzen, wie die Kommission sie hätte sein sollen. Vielleicht wird in dieser Hinsicht die amerikanische Convention Vorschläge zu machen haben, # Die Convention von Atlantic City wird auch zu der neuen Situation im amerikanischen Judentum Stellung zu nehmen haben, die durch das letzte Abkommen zwischen Weizmann und Marshall geschaffen worden ist. Wir haben seinerzeit berichtet, daß innerhalb der amerikanischen Zionistischen Organisation eine Oppositiori gegen den Friedensschluß mit der Marshallgruppe vorhanden war, aber die Mehrheit der amerikanischen Zionisten hat den Friedensschluß gebilligt. Ausschlaggebend war wohl das Verständnis dafür, daß speziell urtter den heutigen Umständen und angesichts der palästinensischen Situation ein Kampf innerhalb des amerikanischei! Judentums, der wie gewöhnlich in solchen Fällen mit allen Mitteln arbeitet, nicht erwünscht ist und das. Resultat der zionistischen Arbeit in Frage stellen würde. Der Friedensschluß hat eine Stimmung geschaffen, die die Arbeit erleichterte —, das war seine unmittelbare taktische Bedeutung. Darüber hinaus aber verspricht man sich von der Sachverständigenkommission wichtige Ratschläge für die Gestaltung des Siedlungsplanes der nächsten zehn Jahre, dessen Finanzierung die Jcwish Agency durchzuführen haben wird. Man hofft, daß von dieser Kommission ein Anstoß zu praktischer, technisch wohlfundiertcr Arbeit ausgeheti wird, die für die zionistische Sache segensreich wäre. Ob sich alle Erwartungen erfüllen werden, läßt sich natürlich nicht Vorhersagen. Die Agency-Politik, die Weizmann seit vier Jahren führt, ist für uns Zionisten immer nur ein Versuch gewesen, aus der unerträglichen Stagnation der zionistischen Arbeit herauszukommen, neue menschliebe und materielle Kräfte mit unserem Werk zu verbinden. Angesichts der viel zu geringen materiellen Mittel, die uns zur Verfügung standen, durfte kein Zionist die Verantwortung auf sich nehmen, einen solchen Versuch zu vereiteln. Sogar der ,,Jewish Chronicle“, der die Agencypolitik Weizmanns durch Jahre am heftigsten bekämpft, schreibt in seiner letzten Nummer, Dr. Weizmann sei zu dieser Politik getrieben worden ״wegen der relativ geringfügigen Unterstützung, die er von Zionisten erhalten konnte und seiner Einsicht von den wachsenden Lasten, mit welchen die Organisation konfrontiert ist“. Trotz der erheblichen Hindernisse, die sich dem Projekt seit 1923 c-;1tg-gengestellt und zum Teil ganz neue Tatsachen geschaffen haben, mußte — schon auf Grund der amerikanischen Verhältnisse —« der Versuch weitergeführt werden. Die Kommission hat ihre Tätigkeit bereits aufgenommen und in diesem Stadium wire es verfrüht, Urteile abzugeben. Man soll die Kommission arbeiten lassen, ohne sie in den Strudel des politischen Kampfes hineinzuziehen. Wir alle sind daran inter* esiiert, daß diese Arbeit sachliche Resultate hat. Die Convention von Atlantic City wird dem Abkommen mit Marshall zweifellos die Sanktion erteilen. * Die Zionisten der ganzen Welt blicken nach Amerika als dem wichtigsten Zentrum des Diaspora-Judentums. Die Zionistische Organisation wünscht seit langer Zeit eine stärkere Teilnahme amerikanischer Zionisten an der Leitung der Geschäfte der Weltorganisation. Durch den Eintritt Mr. Lipskys in die Exekutive wurde ein wichtiger Schritt getan in der Herstellung des engeren Kontaktes zwischen der Bewegung auf beiden Seiten des Ozeans. Für die Durchführung unserer zentralen Arbeiten in Palästina haben unsere amerikanischen Freunde bisher keine Kräfte gestellt. Es ist unrichtig, wenn hie und da von amerikanischer Seite gesagt wurde, man habe sie aus der Führung der Geschäfte ausgeschaltet. In Wahrheit hat es bisher noch keine Kandidaten gegeben. Vielleicht wird sich das in Zukunft ändern. Jedenfalls wünschen wir, daß der Kontakt zwischen amerikanischen und europäischen Zionisten sich immer enger gestaltet und daß die palästinensischen Probleme, die uns alle beute in gleicher Weise beschäf* tigen, auch in gemeinsamer Arbeit bewältigt werden. Der Zionismus ist das jüdische Volk unterwegs. Er hat die Teile des jüdischen Volkes in verschiedensten Gegenden der Welt zu einer ideellen Einheit zusammengeschmiedet. Auch die geographischen Schwierigkeiten dürfen eine fruchtbare Zusammenarbeit nicht hindern. 111 diesem Sinne senden wir Grüße zionistischer Solidaritat zur Convention in Atlantic City und wünschen, daß sie beitragen möge zur Lösung unserer zionistischen Probleme und zur Vorbereitung eines guten und würdigen, der schwierigen Aufgabe gewachsenen XV. Zionistenkongresses. Regierung und Arbeitslosigkeit Jerusalem, 15. Juni. (J. T. A.) Der Chefsekretär und stellvertretende Oberkommissar der Palästina-Regierung, Col. Symes, besuchte Tel-Awiw und weilte auch im Arbeiterheim. In einer Ansnrache an die Vertreter der Arbeiterschaft gab Colonel Symes dem Bedauern Ausdruck, daß die Palästina-Regierung mit den Mitteln für konstruktive Reformen sparsam umgehen muß und auch nicht in der Lage ist, irgendwelche Darlehen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu bewilligen. Die Kinderarbeit in Palistinn LondOÄ,16 ׳. Juni. <Jt!T. A.) In,:den heutige®;Unter-; haüssitzung fragte Miß Liwtenee (Arfe.-Partei) den Kolonienminister, ob es wahr sei, daß in den Streichholzfabriken zu Akko in Palästina sieben und acht Jahre alte Kinder beschäftigt werden und ob in Palästina irgendwelche Vorschritten über Kinderarbeit bestehen. Minister Amery erwiderte: Die Regierung wisse nichts davon, ob in den Zündholzfabriken zu Akko Kinder beschäft;gt werden: wa« den zweiten Teil der Frage betrifft, so be?tehen in Palästina gegenwärtig keine Vorschriften in bezug auf Kinderarbeit, aber es wird ein Gesetzentwurf vorbereitet, narti welchem die Beschäftigung von Kindern unter zwölf fahren in industriellen Unternehmungen verboten sein soll. Die Heeresausgaben in Palästina London, 14. Juni. (J.T.A.) In der heutigen UnterhausSüzung fragte S׳r Frede rick Wise den Kolonienminister, wie hoch sich die Airgaben des Kolonialamtes für die Er- Haltung des Heeres im Irak und in Palästina in den Jahren 1926 und 1927 beziffern. Minister Amery erwiderte, daß in den Jahren 1026 und 1927 im Irak :.ml in Palästina im ganzen ungefähr £ 260 000 für die Erhaltung der dortigen Heeresteile ausgegeben worden sind. Col. Symes in Nahalal Dieser Tage stattete der stellvertretende High Commissioner von Palästina, Col. Symes, der Keren Hajessod-Siedlung Nahalal einen Besuch ab. Namens der Siedler berichtete Hirschfcld über die Entwicklung Nalialals während der letzten zwei Jahre. Störend wirken die in den letzten Wochen recht zahlreich vorkommenden Diebstähle. Svnies versprach, daß er alle möglichen Mittel ergreifen werde, um dieses Uebel abzustellen. Als erster Erfolg des Besuches von Symes ist zu buchen, daß in Nahalal nunmehr auch eine Nachttelephonverbindüng hergestellt wurde, damit im Falle von ueberfällen unverzüglieh polizeiliche Verstärkung herbeigeholt werden könne. Nahalal wurde in die Liste der Siedlungen aufgenommen, in denen die Oscherschätzung nicht mehr alljährlich vorgenommen wird. Der Oscher wird nunmehr auf Grund des durchschnittliehen Ernteergebnisse der letzten vier Jahre entrichtet werden. Die heißen Quellen von Tiberlas Jerusalem, 12. Juni. (J.T.A.) Der letzten Sitzung des Stadtrates von T i b e r i a s wohnte der Gouverneur des Nord-Distriktes von Palästina, Herr Abramson.bei und verlas den Entwurf eines Abkommens zwischen der Regierung und dem Stadtrat, der sich auf die Regulierung und Ausnutzung der heißen Quellen von Tiberlas bezieht. Gemäß diesem Abkommen gehören die Quellen j und das angrenzende Land der Regierung, die sie dem Stadtrat pachtweise überläßt. Zwei Drittel des Nutzens würden der Stadtverwaltung zufallen.. Der Gouverneur gab ' dem Stadtrat den Rat, das Abkommen zu unterzeichnen j oder aber die Angelegenheit einem Schiedsgericht zur Ent- Scheidung zu überlassen. Das Schiedsgericht werde vom Oberrichter von Palästina geleitet sein. Der Stadtrat beschloß, eine Kommission einzusetzen, die sich mit der Frage befassen und in zwei Monaten Bericht erstatten wird, Aato-Unlall von Jewish Agency-Ixperten Jerusalem, 15. Juni. (J.T.A.) Die in Palästina weilenden Experten Prof. Rosenau und Dr. Wilinsky erlitten im Emek Jesreel einen Auto-Unfall. Sie blieben un - verletzt, während zwei Mitpassagiere ernstlich verletzt wurden. Roch einmal: Die Hadassah gegen die Zionistische Organisation Von Dr. Felix Danziger, Jerusalem. ״Jedoch ist eine wichtige Aenderung, die eine Folgt des Abkommens ist, die Liquidation des Waad Habriuth und das ist es, was uns den Schlüssel zu der wirklichen und wesentlichen Wirkung dieses Dokuments gibt.“ Dieser Satz aus ״New Palestine“, dem offiziellen Organ der American Zionist Federatiön vom 13. Mai gibt mit aller wünschenswerten Deutlichkeit die Bestätigung für jene Behauptung, welche ich i(1 meinem Artikel ״Die separatarische Tendenz der Hadassah“ (in Nr. 41/42 der ״J. R“) aufgestellt habe. Es wird hier also zugegeben, daß der Sinn jener Kontrollkommission lediglich darin bestand, sich von den Verpflichtungen gegenüber der Zionistischen Organisation zu befreien. Wenn man mm noch hinzufügt, daß nach dem Abschluß jenes (an dieser Stelle veröffentlichten) Abkommens zwischen der zionistisehen Exekutive und der Hadassah zwischen beiden Partnern bombastische Glückwunschschreiben ausgetauscht und in der hiesigen Presse veröffentlicht wurden, dann wird man ungefänr ein Urteil haben über die von beiden Seiten entwickelte Strategie und ihren Wert. Der Inhalt des ganzen Artikels besteht aus einem einzigen heftigen Angriff gegen den Waad Habriuth, weil dieser sich angeblich durch die Arbeiterschaft zu einem Pressionsmittel gegen die Hadassah entwickelt habe; und gegen die Arbeiterschaft und speziell ihr Organ, die Kupath Cholim, wird Sturm gelaufen. Der Artikel vertritt die Meinung, daß eigentlich eine Kupath Cholim nicht notwendig wäre, daß eine Krankenversichenmg innerhalb der Hadassah wohl möglich wäre, daß die Hadassah als offizielles sanitäres Organ der Zionistischen Organisation gelten könnte. Auf der anderen Seite bemängelt er das System des Waad Habriuth, welcher auf der Annähme aufgebaut ist, ״daß die im Lande organisierte Bcvölkerung mit der Zionistischen Organisation zusammen das Recht haben, die nationale *Tätigkeit im Lande zu leiten“, ein Recht, das dem Geist des ganzen Artikels durchaus nicht selbstverständlich erscheint. Ueberhaupt Ist das Recht der freien Meinungsäußerung insbesondere, wenn man von ihr bezahlt wird, in den Augen der Hadassah ein höchst problematisches. ״Wir hatten die merkwürdige Anomalie, daß der Vorsitzende und ein bezahlter Beamter des Waad (Habriuth) honorierte Beamte des Hadassah waren, so daß sie in einer Eigenschaft für die Institution verantwortlich waren, die sie in einer anderen Eigenschaft kritisierten. ״Tatsache ist, daß nach dem Abkommen, welches die Hadassah mit der zionistischen Exekutive hier, d. h. mit nur einem Bruchteil derselben, geschlossen hatte, sie ein Abkommen mit dieser so stark befehdeten Kupath Cholim schloß, über welches Herr Pcrlson, der Leiter der Kupath Cholim, im ״Dawar“ immerhin einen Artikel schreiben konnte mit der Üeberschrifi ״Sieg auf der ganzen Linie“. Und nun soll kurz die Situation in ein paar Sätzen zusammmengefaßt werden. Die Hadassah glaubt, daß die von ihr geleistete medizinische Arbeit im Rahmen der Zionistisehen Organisation gefährdet ist und versucht daher mit allen Mitteln, sich und ihre Arbeit der Kontrolle und mehr noch der Mitarbeit mit den übrigen Instanzen des nationalen Aufbaus zu entziehen. Es ist Im vorigen Artikel gezeigt worden, wie selbständig und unangetastet zu jeder Zeit selbst nach dem Philadelphiaer Abkommen die Verwaltung der Hadassah gewesen!st. Von einer Gefährdung der finanziellen Selbständigkeit der Hadassah, wie sie in dem zitierten Artikel mehrfach behauptet wird, ist nie .die. ,Rede gewesen un1d;'k#inte,'eÄ.,'a1׳l'ch''nient־'ttih1. Und׳ es ist; Wehl auch kaatn/׳;'׳ anzühehmäii, daß die' rtädassaft-Leitung es äiif sich nehmen' würde, eine solche Behauptung aufzustellen. Wenn die Hadassah auf dieser These steht, dann blieben ihr zwei Wege: Entweder sie mußte formell und offiziell das Philadelphiaer Abkommen kündigen, dann würde sie Wieder eine private zionistische Frauenorganisation mit allen Rechten und Pflichten einer solchen, aber sie war frei. Und auch d־e Zionistische Organisation war ungebunden. Oder aber die Hadassah übernahm offiziell das Ressort in der Exekutive für Sanitätswesen, wie der Schreiber dieses es bereits vor Jahren Miß Szold angeraten hat, und war damit in jeder Beziehung den Organen der Zionistischen Weltorganisation verantwortlich. Entweder dieser Weg oder der andere, einen dritten gibt es nicht. Keinen von beiden aber will der offizielle oder offiziöse Autor dieses Artikels gehen. Und so entsteht aus diesem Artikel der fatale Eindruck einer merkwürdigen Direktionslosigkeit gerade in dieser so selbstbewußten Organisation. Und dieser Eindruck wird noch verstärkt, wenn man sieht, daß die Hadassah trotz ihrer Bekämpfung der Kupath Cholim eben dieser Kupath Cholim kein Haar krümmt, sondern ihr sogar noch Avancen macht; So b'eibt aus dieser ganzen Angelegenheit für den zionistischen Beschauer das bittere Gefühl zurück, daß hier ein großer Aufwand vertan ward und daß die Zionistische Organisation in ihrer Gesamtheit einen schweren Verlust an Prestige und Einheitlichkeit davongetragen hat. Die Textiliabrikation in Tel-Awiw In ״Palestine and Near East“ vom 25. Mai wird in einer Uebersicht über die Textilindustrie in Tel-Awiw darauf hin• gewiesen, daß diese durch die Krise nicht nur nicht gelitten, sondern sich sogar erfreulich weiterent wickelt habe! Während 1924 in Tei-Awiw nur drei Textilfabriken mit zu■ sammen 24 Arbeitern existierten, gab es 1926 dort schon 1c Fabriken mit 216 Angestellten. 73,5 0'״ der Arbeiter sind in den drei größten Fabriken beschäftigt. Gezahlt werden teil• weise Akkordlöhne, wobei sich die Arbeiter auf £E 5 monatlieh stehen, teilweise Zeitlöhne. Das in diesen Fabriken in• vestierte Kapital betrage gegen £E 99 000, d. h. etwa IS ״/o des im ganzen in der Tel-Awiwer Industrie investierten Kapitals. Von diesem Kapital seien 76 «0 in den beiden größten Fabriken investiert. (Ziko.) Keren Kajemelh-Feier in London London, 16. Juni. (J. T. A.) Das 25 jährige Bestehen des Jüdischen Nationalfonds wurde durch ein Diner im Hotel Great Central gefeiert, bei dem Colonel H. J. Sol omon den Vorsitz führte und in der Eröffnungsansprache die englischen Juden aufforderte, eine Summe von 36000 Pfund aus Anlaß des Jubiläumstagcs atifzu bringen, um neuen Boden in Palästina erwerben zu können. Sir Wyndham D c e d es , der der Feier beiwohnte, führte aus, Zionismus sei die an-• ständigste Form des Nationalismus, und je mehr das Verständnis für den Zionismus zunehme, vermindere sich die Zahl derjenigen, die sich anderen Völkern assimilieren wollen. — Ferner sprachen Joseph Co wen, Öberrabbiner Hertz und Col. Wedgwood. In Kumi, dem neuen Siedlungsort von Ein-Charod und Tel-Josef, hat man die Arbeit am Bau der Zentralschule wieder aufgenommen. Man ist jetzt bei der Errichtung des dritten Gebäudes.

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