Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 47 (14.6.1927)
- Date
- 1927-06-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Sehe י &3־ .KJEDISCHE RUNOSCHÄÜ ־.־־"- .-.Nr 47 gleichzeitigso viele Sorgen ein, daß sie tjebersicht und Ruhe verlieren müssen, ״So entsteht die Kongreßpsychose, die ständige Begleiterscheinung aller Nachkriegskongresse“. Fast nieninnd vcrsclilicßt sich der Berechtigung dieser Kritik. Wahrend aber die einen, wie neuerdings Arlosoroff in einem Artikel im ,,Hapoel Hazair“, die Konsequenz ziehen, daß der Kongreß entlastet und z. B. die Entscheidüng über das Budget dem Aktfcms-Comitö übertragen werden muß, glauben andere, auf einfachere Weise Abhilfe schaffen zu können. Man schlägt vor: 1. Die Verhandlungsdauer des Kongresses soll auf mindestens vier Wochen verlängert und die Zahl der Delegierten gleichzeitig verringert werden. 2. Der Kongreß soll durch Vorlagen der Exekutive so vorbereitet werden, daß auch komplizierte Fragen, wie z, B. die Budgetfrage sachgemäß und rechtzeitig entschieden werden können. Die Ausdehnung der Verhandlungsdauer auf vier Wochen und die dadurch bedingte Verringerung der Zahl der Delegierten würde praktisch bedeuten, daß der Kongreß eine Domäne der zionistischen Oligarchie und Bürokratie werden würde. Wer außer den zionistischen Beamten und einer Anzahl besoldeter oder unbesoldeter Verbandsfiihrer kann vier Wochen für den Kongreß erübrigen? Wer außer ihnen würde ein Mandat erhalten? Heute besteht eine wesentliche und notwendige Funktion des Kongresses gerade darin, daß er die für die zionistische Arbeit so wichtigen freiwilligen Mitarbeiter und die Führer zweiten und dritten Ranges mit den leitenden Kreisen der Bewegung in Berührung bringt. Der Kongreß wurde durch eine solche Reform seine Volkstümlichkeit und damit gerade die Eigenschaft einbüßen, die, wie noch auszuführen sein wird, besonders wesentlieh ist. Der Kongreß kann durch sachgemäße Vorbereitung zweifellos sehr gewinnen, aber selbst beste Vorsorge wird die Gefahren der Zeitnot nicht beseitigen. Man darf nie vergessen, daß der Kongreß und die Tagungen des Aktions־Comit£s selbst die einzige Gelegenheit auch für Beratungen der Gesamtexekutive bieten. Die Mitglieder der Gesamtexekutive ausreichende, d. h. geraume Zeit vor dem Kongreß zusammenzuberufen, hat sich praktisch noch nie als möglich erwiesen. Es ist sehr wichtig, daß der Exekutive noch während der Tagungen selbst Zeit zu Beratungen gelassen wird, und auch dies ist ein Argument gegen die Zusammendrängung überreicher Stoffgebiete in einem kurzen Zeitraum. Ich wiederhole daher meinen schon nach dem letzten Kongreß öffentlich vertretenen, neuerdings von Ariosoroff im ״Hapoel Hazai'r“ unterstützten und begründeten Vorschlag, vor allem die Beschlußfassung über das Budget dem A.-C. zu überlassen. Aber was für das Budget gilt, muß auf allen Verhandlungsw •Stoff ausgedehnt werden, deese« Bearbeitung ©im hohen Maß vop Sachkunde; Detailkenntnis, Ruhe und Konzentrationsfätiigkeit erfordert, — Eigenschaften also, die in der überhitzten Temperatur der Kongresse nicht gedeihen. Das A.-C, Ist in Wahrheit ein Ausschuß des Kongresses, der seine Kräfteverhältnisse genau wiederspiegelt. Demokratische Grundsätze und Gruppeninteressen sind durch das A.-C. nicht anders und nicht schlechter vertreten als durch den Kongreß, der das A.-C. wählt. Was ist demnach Aufgabe und Bedeutung des Kongresses, wenn der Forderung: ״EntlastungdesKong resse s von spezialistischem VerhandlungsstofF‘ Genüge geschieht? Was bedeutet es praktisch, wenn man dem Kongreß die Entscheidung über ״Prinzipien“ und ״Richtlinien“ zionistischer Arbeit zu- ־weist? Es bedeutet beispielsweise folgendes: Aufgabe des Kongresses ist die Formulierung politischer Forderungen, Billigung oder Mißbilligung der revisionistischen Kritik, Aufstellung organisationspolitischer Grundsätze, Entscheidung über die Jewish Agency-Politik, Billigung oder Mißbilligung der Kritik der Radikalen, Entscheidung über die allgemeine Richtung der Kolonisationspolitik, über Konsolidierung oder Neukolonisation, über Aufrechterhaltung oder Einschränkung der Autonomie der Arbeiterwirtschaften usw. Ein so reformierter Kongreß wird nicht unbedingt ruhiger und leidenschaftsloser verlaufen als frühere Kongresse. Im Gegenteil, viele Fragen werden erst kontrovers, wenn sie aufs Prinzip gestellt werden, während sie im Lichte der Budgetpolitik als geringfügige Differenzen erscheinen. Aber wir kritisieren nicht die Leidenschaftlichkeit früherer Kongreß Verhandlungen, sondern den Mangel an Ernst bei der Sachentscheidung, der bei §0 vielen Kongreßteilnehmern den bitteren Nachgeschmack verantwortungsloser Oberflächlichkeit und mangelnder Selbstachtung hinterlassen hat. Die Hintanhaltung prinzipieller Entscheidungen durch die Verfluchtigung aller Probleme zu Budgetfragen hat sich keineswegs als ein Vorteil erwiesen, sie hat vielmehr die Bildung einer Exekutive auf Grund klarer Programme verhindert. Ist aber der Kongreß zu prinzipiellen Entscheidungen nicht noch weniger kompetent als zur Behandlung von Einzclfragen? Keineswegs. Der Kongreß ist durchaus kompetent, zum Ausdruck zu bringen, zu welchen allgemeinen Systemen und zu welchen Trägern allgemeiner Systeme.er Vertrauen hat. Er hat aber nicht Zeit genug, um aus diesen Feststellungen Konsequenzen im einzelnen zu ziehen. Ich wiederhole früher Gesagtes: ״Wird die hier vorgeschlagene Reform durchgeführt, so werden Rechenschaftsbcricht und Generalkritik, grundsätzliche Ausspräche und Aufstellung allgemeiner Richtlinien unter Vermeidung von Einzelheiten, — alle diese Akte gipfelnd in der Neuwahl der Leitung — als die wahren und einzigen Aufgaben des Kongresses wieder rein hervortreten. In eine Folge von fünf bis sechs erfüllten. Tagen gedrängt, wird er wieder eine Quelle des Kraftgefühls und Selbst- Vertrauens der Bewegung auch in schweren Zeiten werden.“ Ein solcher Kongreß muß und soll in der Tat nicht mehr als eine Woche in Anspruch nehmen. Die zweite Woche und eventuell eine dritte Woche müssen für das neugewählte A.-C. reserviert weiden, das zusammen mit der neugebildeten Exekutive die Einzelheiten des Arbeitsplanes für das kommende Jahr festlegen soll. Eine solche Reform des Kongresses wird ihm seinen alten Glanz wiedergeben, und ihm die Anteilnahme weiteste? Volkskreise sichern, die am Kongreß immer mehr desinteressiert werden, je mehr er sich in zahlreiche Spezialkommissionen auflöst. Es ist nur folgerichtig, wenn man bei Aufrechterhaltung des heutigen Systems eine Ausdehnung der Verhandlungsdauer und die Beschiäatkung der Zahl der Delegierten auf 100—150 Personen fordert. Statt dessen bin ich für einen großen, volkstümlichen Kongreß mit zahlreichen Dele¬ Der nächste Schekelausweis der alle diejenigen Orte umfaßt, an die wir Schekelblocks geschickt haben erscheint In der Nummer vom Freitag, den 17. Juni. Die Ortsgruppenvorstände, Schekelkommissionen und Schekelvertrauensleute werden dringend ersucht, die Schekalim sofort, evtl, telegraphisch, zu überweisen. Zionistische Vereinigung für Deutschland Berlin Wl5, Meinekestraße 10 Postscheckkonto: Berlin 8091 gierten, aber mit begrenztem Programm und kurzer Verhandlungsdauer. Die vorgesehlagene Reform kann schon auf dem 15. Kongreß durchgeführt werden. Die Reform ist technischer Natur und gewiß ist Gelingen und Mißlingen eines Kongresses mehr noch von anderen, als von technischen Momenten abhängig. Aber dennoch ist und bleibt die Organisation des Kongresses ein Faktor, dessen Bedeutung nicht unterschätzt werden darf. Das italienische Pro Palästina-Komitee -■•Utber :Empfang-־der delegiert«*4 ־« Weltorganisation, Dr. Victor Jacobson, bei Mussolini, wird halbamtlich mitgeteilt: Die Unterredung dauerte eine volle halbe Stunde. Dr. Jacobson gab Mussolini ausführliche Informationen über die in Palästina von der Zionistischen Organisation geleistete Arbeit. Signor Mussolini wiederholte bei dieser Gelegenheit den Ausdruck seiner Sympathie für die zionistische Bewegung und deren Aufbauwerk in Palästina und ermächtigte Dr. Jacobson, Schritte zur Bildung eines Pro Palästina - Komitee, dem führende Persönlichkeiten Italiens angehören sollen, zu unternehmen. Mussolini versprach, dieser Gründung sein wohlwollendes Interesse zuzuwenden. Wie der Jta-Vertreter in Rom erfährt, haben bereits eine Anzahl führender Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Italien erklärt, dem zu gründenden Komitee beizutreten. Die Mawromatis-Konzesslon Bekanntlich hat der Internationale Gerichtshof im Haag im vorigen Jahre den Streit um die Mawromatis-Konzcssioi» betreffend die Wasser- und Elektrizitätsversorgung von Jerusalem zugunsten von Mawromatis entschieden. Da die englische und griechische Regierung, ebenso wie beim bekannten Chorzow-Fall Deutschland und Polen, sich über die Höhe der an Mawromatis zu zahlenden Schadenersatzsumme nicht einigen konnten, hat nunmehr die griechische Regierung durch ihren Haager Gesandten beim Internationalen Gerichtshof im Haag eine neue Klage gegen die englische Regierung in ihrer Eigenschaft als Mandatarmacht in Palästina eingereicht, worin eine Schadenersatzleistung von £ 217000 nebst den inzwischen fällig gewordenen Zinsen in Höhe von 60/״ wegen Verletzung der internationalen Mandatsverpfiiehtungen und Beeinträchtigung der Konzessionen griechischer Staatsbürger in Palästina gefordert wird. Dir neue polnische Generalkonsul in Palästina Der vor kurzem in Palästina eingetroffene Generalkonsul für Polen, Titus Zbyszewski, äußerte sich in einem Gesprach mit dem J. T. A.-Vertreter u. a.: Ich werde mein Bestes tun, um die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Polen und Palästina zu stärken. Was den Handel betrifft, so ist ־Polen in der Lage, Bauholz, Zement, landwirtschaftliche und Textilprodukte an Palästina zu liefern und als Entgelt aus Palästina Früchte, insbesondere Orangen und Wein, zu beziehen. Ich bin eben daran, einen bestimmten Plan für die Erweiterung der Handelsbeziehungen zwischen Palästina und Polen auszuarbeiten. Herr Zbyszewski sagte weiter, er schätze die Zahl polnischer Bürger, die jetzt ständig in Palästina wohnen, auf 10 000 bis 12000. Das Interesse an Palästina ist in allen Kreisen in Polen groß. Im kommenden März werden Christliehe Pilger aus Polen in großer Zahl Palästina besuchen. Dr. Zbyszewski hatte bei seiner Abreise nach Palästina auch in Berlin Gelegenheit, anläßlich eines vom Auswärtigen Amt gegebenen Frühstücks mit einer Reihe zionistischer Herren sich über Palästinaprobleme auszuspreehen. Die Palästinensische Gemeindeordnanfl Jerusalem, 8. Juni. (J.T.A.) Das Londoner Kolonialamt billigte den endgültigen Entwurf der palästinensisehen Gemeindeordnung, die schon in ganz kurzer Zeit veröffentlicht und in Geltung kommen wwL Probleme der Gemetndearbeit Auf Einladung der Gemcindckommission der Zionistischen Vereinigung Itir Deutschland versammelte sich kürzlich in Frankfurt a. M. eine große Anzahl aus Rheinland-Westfalen, Hessen- Nassau, Baden und den angrenzenden Gebieten stammende Vorsteher und Repräsentanten jüdischer Gemeinden, die der. Jüdisehen Volkspartei angehören. Zum Vorsitzenden der Tagung wurde Rechtsanwalt Dr. Klee- Berlin gewählt. Das Präsidium bestand ferner aus den Herren Justizrat Bodenheimer-Köln, Rechtsanwalt Dr. Pfälzer-Weinheim, Fritz Sotidheimer-Frankfurf am Main, Rechtsanwalt Baum, Lehrer Steinhardt-Magdeburg, Direktor Kareski-Berlin und Frau Loew-Tachauer-Würzburg. Auf der Tagesordnung standen Referate der Herren Dr. Klee und Kareski über das Verhältnis zu den anderen Organi■ sationen, Dr. Köllens eher über ״Reichsverband und Juden• gesetz“ und Dr. Emmerich- Frankfurt a. M. über Frankfurt er Fragen. Ein Referat des Herrn Kurt Blumenfeld mußte leider ausfallen, da Herr Blumenfeld im letzten Moment am Erscheinen verhindert war. Die sehr eingehenden Debatten ergaben eine Uebereinstimmung in einer Reihe wichtiger Fragen. Es wurden folgende R es01 u ti o n e n angenommen: I. Die Tagung drückt ihren stärksten Unwillen darüber aus, daß in der größten Gemeinde Deutschlands immer noch nicht die aus den Wahlen vom Mai 1926 hervorgegangene Repräsentantenversammlung ihre Arbeit hat aufnehmen können. Da die Arbeit der Berliner Gemeinde für das ganze Deutsche Reich von entscheidender Wichtigkeit ist, verdient di« Tätigkeit der Liberalen Partei, die bis heute die Arbeiten ver• hindert hat, schärfste Mißbilligung. II. Die Tagung verlangt vom neuen preußischen Judengesetz die unbeschränkte Gleichberechtigung aller Juden ohne Rücksicht auf die Staatszugehörigkeit, die Beseitigung des Rechtes auf Austritt aus den Gemeinden und damit die Beseitigung des Rechtes auf Bildung neuer Personal• gemeinden, weiter das gesetzliche Erfordernis auf die Zuge• Hörigkeit aller Gemeinden zu einem Landesverbände. III. Die Tagung macht es den der Jüdischen Volkspartei angehörenden Funktionären in Gemeinden und Verbänden zur unbedingten Pflicht, für die Schaffung einer Reichsorgani• s a t i o n einzutreten, die eine auf demokratischer Grundlage gewählte Reichstagung als Bundesversammlung besitzt. Sie empfiehlt aus praktischen Gründen den Weg über die vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebund am 23. Januar 1921 be• schlossene Verfassung. IV. Die Tagung fordert alle Teilnehmer auf, wo immer es ■ tunlich erscheine, in ihren Gemeinden Anträge auf Förderung [ des KerenHaiessodunddesKerenKajemeth oder; anderer Palästinazwecke zu stellen. 1 V. Die Tagung fordert alle Vertreter der Jüdischen Volks• partei auf, gemäß der Aufforderung des Hauptbüros des Keren Kajemeth in Jerusalem die Eintragung der Gemein• den in das Goldene Buch im JuMläumsjahr durchzuführen. Anregungen der Herren Steinhardt-Magdeburg und Simon• Frankfurt a. M. auf Einsetzung einer Programmkommis• sion erledigten sich dadurch, daß der Vorsitzende, Rechts• anwalt Dr. Klee, die Neubearbeitung des bei den Berliner Wahlen aufgestellten Programms in Aussicht stellte. Am Abend fand im Anschluß an die Tagung eine Kundgebung statt, die von annähernd 1000 Personen besucht wurde. Es sprachen die Herren Dr. Klee, Dr. Köllenscher, Fritz Sondheime r־Frankfurt a. M., Steinhardt- Magdeburg und Kareski- Berlin unter stürmischer Zustimmung der Versammlung. ״Die Ausbreitung des völkischen Antisemitismus birgt *dch Gefahren für die Millionen deutscher Abstammung, die in außerdeutschen Ländern ihre Heimat haben. Denn was den Völki• sehen in Deutschland gegenüber den Juden recht ist, muß auch den Völkischen anderer Länder gegenüber ihren ,deutschstämmigen* Mitbürgern billig sein.Der Ku Klux Klan, der Verband der Amerikanisch-Völkischen, bekämpft die ihr Deutschtum bewahrenden Deutsch-Amerikaner mit der gleichen Heftigkeit, wie er Juden und Katholiken bekämpft....“ In i welchem zionistischen Artikel hat das gestanden? In gar! keinem — sondern im letzten Heft des ״Morgen“, der Zwei-! monatsschrift des Central-Vereins, und zwar dort nicht in einem zufälligen Beitrag, sondern in der zusammenfassenden Schluß■ betrachtung der großen Aufsatzserie ״Völkischer Antisemitismus“, die der Herausgeber der Zeitschrift selber, Prof. Dr. Julius Goldstein, Darmstadt, verfaßt hat. Wir Zionisten pflegten genau mit diesem Argument seit Jahrzehnten die Vereinbarkeit deutscher Staatsgesinnung und jüdischer Volksgesinnung zu bchaupten; der C.-V. war es, der noch bis in die letzten Wochen hinein den Kampf gegen den Zionismus in seiner Bekämpfung des Antisemitismus einbezog, weil der Zionismus, eben auch durch jenes Argument, den Judenhaß steigere. Und nun spricht man selber so. Man lernt von uns! Oder sind nicht wir die Lehrmeister, ist es die Geschichte? Dann um so besser! ״Die Presse der Joden“ Die im Mai 1928 in Köln zu eröffnende ״fnternationale Presse-Ausstellung“, die eine Weltschau der geistigen und wirtschaftlichen Bedeutung des Pressewesens in allen Erscheinungen bringen wird, wird eine Sonder- ״ Gegenwart bieten wird. Die Sondergruppe ״Die Presse der Juden“ wird zunächst eine historische Gruppe aufweisen, die die Anfänge der jüdischen Nachrichtenübermittlung im Altertum und die Ent- Wicklung des jüdischen Nachrichtenwesens bis auf unsere j Generation darstellen wird. Bedeutsame historische Doku- | mente, die ältesten jüdischen Zeitungen, alle Zeitungen, die j im jüdischen geistigen Leben eine Rolle gespielt haben, ebenso! bildliche Darstellungen historischer Ereignisse, Bilder histo- | rischer jüdischer Persönlichkeiten, die Entwicklung des jüdi- I sehen drucktechnischen und Kunstdruckwesens in früherer Zeit (die berühmten hebräischen Druckereien in Amsterdam, Venedig, Prag, Wilna usw.) werden zu sehen sein, ebenso Standard- Werke aer hebräischen und Judaica-Literatur der Vergangenheit. Den Mittelpunkt der Ausstellung wird die jüdische Presse von heute, gegliedert a) nach Ländern, b) nach Sprachen, c) nach Fächern, bilden. Jede Zeitung wird durch j eine Gruppe vertreten sein, die das erste Exemplar, die Jubiläumsrrummem, andere denkwürdige Nummern, sowie das | letzte Exemplar zeigt. Bilddarstellungen der Häuser und 1 Druckereien der großen jüdischen Zeitungen, wie das moderne! jüdische Druckwesen überhaupt, werden zu sehen sein, ebenso das Illustrationswesen der jüdischen Presse. Die französische Liga für Menschenrechte veranstaltete eine Protestversammlung gegen die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Ländern Ost- und Mitteleuropas, hauptsächlich in Rumänien; es sprachen Prof. Victor Basch, Rechtsanwältin Yvonne Netter, Fernand Corcos, Bernard Lecache, ferner Adamar und Georges Hoog, beide prominente Führer des jaosöäsdtca Katholizismus