Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 41-42 (25.5.1927)
- Date
- 1927-05-25
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 41/42 JUEDISCHl RUNDSCHAU Seite 303 Bautfeslnnuiig als Ausdruck des Kulturwillens Von Eugen Hoef lieh, Jerusalem• Es mag vielleicht in Zeiten schweren wirtschaftlichen Kampfes, in Zeiten, da« die Sorge um die wirtschaftliche Konstituierung eines im Wiederaufbau begriffenen Volkes die primäre Ist, die Frage nach der kulturellen Selbständigkeit der ethnischen Gruppe, ein wenig müßig erscheinen. Dennoch aber muß diese Frage gestellt werden, sonderlich an das jüdische Volk, das mehr als jedes andere, weit mehr von sentimentalen als von realwirtschaftlichen Gesichtspunkten sich bei der Initiierung einer systematischen Renaissancebewegting hatte leiten lassen. Jeder Aufruf patriotischer Gruppen an ihr Volk, sich der Vergangenheit zu erinnern, und aus dieser Erinnerung an den Aulbau einer gleich großen Zukunft nationalen Eigenlebens zu gehen, war ein Appell an die romantischen Elemente einer latenten Sentimentalität, die beinahe nie an wirtschaftliche, sondern fast immer an kultureile Größe anknüpfte (wobei die heroischen Momente Stützpunkte der Erinnerung blieben). So war es in der neuitalienischen, in der neugriechischen, in der neutürkischen Renaissance. Um vieles aber, um ein Ausschlaggebendes aber mehr in den ersten elementaren Aufrufen zum Zionismus, die in uferloser, aber natürlicher Schwärmerei auf die kulturelje Größe des jüdischen Volkes und gerade auf sie, und nicht auf einstige wirtschaftlich-politische Selbständigkeit sich beriefen. Aus diesem Grunde mag es vielleicht doch nicht so sinnlos sein, selbst in der Zeit schwierigsten wirtschaftlichen Kampfes, der das Leben des jüdischen Volkes im palästinensfschen Lebensraum in seinen Grundlagen immer wieder erbeben läßt, unaufhörlich und mit größtem Machdruck die Frage nach der kulturellen Verankerung dflr jüdischen Gemeinschaft im Lande zu richten. Aus zwei Gründen ist die Frage wichtig: erstens, weil ihr meritorischer Inhalt symptomatisch die Aufbaue es Innung manifestiert und zweitens, weil die Zeit der heroischen Opferwilligkeit, die Zeit des geöffneten Herzens die Periode der historischen Augenblicke ist, deren richtunggebende Bedeutung für alle Zukunft außer Zweifel steht. Beide Gründe sind unpolitisch; sie werden demgemäß in einem Zeitabschnitt höchster politischer Blickbeschränkung leicht übersehen; sie zu vernachlässigen aber heißt in diesem Fall, dies sei vorweggenommen, das Jüdische Volk in Palästina zum Levantinismus verurteilen. Es mag hier nicht über das Wesen des Levantinismus gesprochen werden. Man weißf was Levantinismus heißt und man weiß, wie wir, wie jedes orientalische Volk an den Schnittpunkten östlicher Kultur und westlicher Zivilisation dazu neigen. Es sei nur festgestellt, daß keine politische oder wirtschaftliche Anstrengung welcher Art immer, diesen, die innersten Organe der Nation allmählich vernichlahmen müssen, wenn der Levantinismus die Grundlagen der Nation ergreift (Lehrreiche Beispiele dafür bietet die Oeschichte aller asiatischen Randvölker.) Mehr aus einem bewunderun »würdigen Instinkt, denn aus zielbewußter Erkenntnis dieser Gefahren hat oer junge Zionismus die Wiedererweckung der hebräischen Sprache zum integrierenden Programmpunkt erhoben. Eigene Sprache verlangt eigene Mentalitlt und erhöhte Bereitschaft, sie und ihre Inhalte zu verleidigen, wodurch die Verlevantinierung der allen Einflüssen, die sich aus Kulturmelangen ergeben, ausgesetzten Gesellschati, erschwert wird. Wenn aber das Erlebnis der Sprache efhnlhlich 1n di? Gewohnheit des Alltages abklingt wenn die S£rachp im״:|Äen de* :Tagwriäiöii» «>-'>■#1 ■ scheint, dein beginnt auch ailmflfcicli die Wachsamkeit zu erfahrnen, besonders wenn keine der Sprache adäquate Men* talitlt hinter ihr steht Wir wollen hier nicht die Frage aufwerfen, ob die neuhebräische Sprachbewegung schon Zeit hatte, die ihr notwendige Sprachgesinnung zu erzwingen, wir wollen aber feststellen, daß jede Sprache der Welt ohne die ihr entsprechende Mentalität, nichts anderes ist, als eine Kunstsprache, die keine nationale Sicherung und keinen Nährboden für nationale Kultur Selbständigkeit bilden kann. Solange die Sprache nicht Ausdruck eines utiunterdriickbaren und schöpferischen Willens zu mehr als politischwirtschaftlicher Eigenexistenz eines Volkes i-.,! ..׳ o: sie perl p hl res Produkt des seelischen Aufbauprozesses, Hilfsmittel eines auf die Vereinfachung des Verkehrs abzielenden Wirtschaftsopportunismus, einer Art nationalistischen Schutz- Zollbewegung. Sobald also der natürliche Stolz der jungen Gesellschaft auf ihre sprachliche Eigenart geschwunden ist, wird die Gefahr akut, daß sie dem Ansturm oder dem Einsickern des Sprachschatzes eines ökonomisch mächtigeren Volkes erliegt — ״Hebräische Gesinnung“ ist ein vieldeutiges Wort, aber wenn wir es in diesem Zusammenhang gebrauchen, ist es eindeutig genug, um als Postulat gewertet m werden, und als Ausdruck für eine seelische Bindung zur Sprache und für die Verankerung der Sprache selbst im Denken des Alltags. Sprachgesinnung aber ist nichts anderes als ein Teil der schöpferischen Gesinnung, deren ewig zeugender Antrieb der Wille zu geistiger, zu kultureller Unabhängigkeit ist jener Gemeinschaft wille einer Schicksalsgemeinschatt, sich die Zukunft nach eigenen, ihrem Wesen entsprechenden und ihrer Vergangenheit gemaßen, spezifischen Gesetzen zu gestalten. Es soll hier nicht untersucht werden, wieweit diese eben angeschnittenen Fragen im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Lage der hebräischen Sprache sich beantworten lassen; dazu muß das intuitive Erfassen einer Situation mit dem wohlbe:; rundeten Wissen des Fachmannes sich vereinen. Hier handelt es sich, um auf das Problem zu kommen, um dessentwillen diese Zeilen geschrieben wurden, darum, die Frage zu stellen, ob und inwiefern eigenschöpferischer Kulturwille sich in der neuen Gesellschaft Palästinas, rein äußerlich gesehen, äußert Es ist selbstverständlich, daß in jeder Gruppe von Menschen zumindest keimhaft der Wille zu kultureller Schöpfung vorhanden ist, aber es bedarf eiu.s gewissen Energieaufwandes, um denselben auch zu manifestieren. Worin nun äußert sich dieser Kulturwille am augenfälligsten — wenn wir von der Sprache absehen, die ja dem unkritischen Verstand leicht Kulturkraft Vortäuschen kann, wo eine solche nicht vorhanden ist — auf welchem Gebiet vermögen wir die Anwesenheit eines kulturellen Willens, der ein gewisses Maß von Selbständigkeit aufweist, am leichtesten festzustellen? Auf keinem Gebiet mehr als auf künstlerischen, und hier wieder auf keinem leichter als auf dem der Architektur. Das Haus, das in die Landschaft hinein gestellt wird, Ist bei einem Volk, das die tiefste Stufe der Primitivität bereits überschritten hat, mehr als einfach Behausung oder Schutz bei Kampfhandlungen. Von dem Augenblick an, da das erste kindlich-ungelenke Ornament an einer Hausmauer angebracht wird, da der erste Stein in eine Mauer eingelassen wird, der nicht Zweckmäßigkeitsgründen dient, von diesem kulturhistorisch höchst wichtigen Moment an, da der künstlerische Standard des Menschen sich über den des Tieres zu heben beginnt, ist die Architektur, besonders die Außenarchitektur, ein hervorragendes Mali für den Orad kulturelle»» Eigenwillens, kultureller Selbständigkeit ein« Volkes. Wie steht es nun damit in Palästina, in den jüdischen Siedlungen des Landes? Sehen wir von Tel-Awiw ab. Was hier aufgebaut wurde, steht ja außerhalb der Kritik, denn hier paarten sich eigenartige ökonomische Voraussetzungen von höchster Dringlichkeit mit künstlerischem Unverstand zu einer niederträchtigen Mischung, die jede Organisation und Vereinheitlichung der künstlerischen Ausdrucksmögtichkeiten ver- An unsere Abonnenten! Die Post verlangt von uns die Anmeldung der vom 1. Juli 1927 ab zu liefernden Exemplare bis 2um 15. Juni. Wir sind daher gezwungen, die Abonnementsgebahren von denjenigen Abonnenten, die die ״Jüdische Rundschau" direkt bei uns abonnieren, in den ersten Junitagen zu erheben, und zwar werden wir ihnen zu diesem Zweck Nachnahmen zugehen lassen. Wir bitten darum, im eigenen Interesse dafür Sorge zu tragen, daB diese Nachnahmen prompt eingelöst werden, da sonst UnregelmShigkeiten in der Zustellung der ״Jüdischen Rundschau" nidtt zu vermeiden sein dürften. Berlin, im Mai 1927. Verlas, Jüdische Rundschau“ Berlin W15, Melnekestraße 10 hindert Tel-Awiw ist, wenn wir nur sein äußeres Bikl ins Auge fassen, Levante, Levante kafexochen. Doch über diese Stadt soll hier nicht gesprochen werden, schon weü sie, meiner bescheidenen Ansicht nach, in keinen Belangen ein Abbild der jüdischen Geschichte des Landes Ist, jener Geschichte, die für die Zukunft bestimmend ist; und bestimmend sein darf. Ke Kolonien vielmehr (vielleicht findet man endlich doch Gradmesser dieses Willens zu selbständiger Kultur, von der hier gesprochen wird, gewertet werden. Nun: diese Dörfer, wir sprechen — wohlgemerkt! — von ihrem äußeren Bild, stimmen traurig «ad nachdenklich, wenn man das Sentiment des ersten Erlebnisses überwunden hat Hören wir, was ein Unvoreingenommener, ein außerhalb des Zionismus, auch außerhalb des Judentums stehender Reisender dazu sagt Hans Much ,ein deutscher Gelehrter, schreibt in seinem Buch: ״Rings um Jerusalem“: ״. . . Aber auch äußerlich wird das Land durch den Zionismus verändert und das bl?her leider zu seinem Nachteil. Von den öden Kasernenbauten ln Jerusalem will ich gar nicht einmal reden, wohl aber von den Kolonien. Zwar weisen diese eine gute Bebauung des früher schlecht bestellten Landes auf und gewinnen große Landesteile der Beackerung zurück und erziehen“ usw. . . . hebt sich ein Haufen im rohesten europäischen Maurermeisterstile aufgeführter Häuser aus den ruhigen Wellen der Höhenzüge und schreit oft in die Landschaft. Das arabische Dorf ist immer schön; mit seinen runden Kuppeln und seinem den Boden entnommenen Gestein macht es einen einheitlichen, der Landschaft an geschmiegten Eindruck. Zwar ist es hygienisch nicht einwandfrei, aber ohne dem Stil zu schaden, sind die Fehler leicht zu beseitigen. Man hat die Empfindung und trifft mit ihr sicherlich das RechteJ daß dieser Stil seit Jahrhunderten derselbe blieb, und daß ein Dorfbild aus der alten Zeit nicht anders war. Die jüdischen Kolonien hingegen sind ganz ohne .Stil gebaut und die elenden stillosen Verputzbauten der Christen haben oft genug als Muster gedient. Der sonst so fest am Lande seiner Väter hängende Jude sollte bedenken, daß die Prägung, die die bauende Menschenband der Landschaft gibt, die Heimatliche veredelt, und daß die alten schönen Formen die Sehnsucht wacher halten als die neuen Formlosigkeiten, die mit dem Landschaftsbild nichts gemein haben.“ Diese Worte erklären am besten jenes Gefühl grenzenloser Enttäuschung, das jeden Menschen ergreifen muß, der nach dem Erlebnis arabischer Baukunst die ״geradezu groteske Häßlichkeit“ (ßaerwald) jüdischer Bauten sieht, die in seitener Einmütigkeit die morgenländische Landschaft, in die sie gestellt sind, auf das Vollendetste vergewaltigen. Nirgends die Spur einer harmonischen Einfügung des Baues in die Landschaft, nirgends die Bedachtnahme auf die Erfordernisse dieses orientalischen Lebensraumes (am schlimmsten aber ist es dort, wo ״maurischer Stil“ gemacht wird!), nirgends ein Ansatz zu selbständiger Baugesinnung, die ״die Bauten mit dem Charakter der palästinensischen Landschaft zu verschmelzen sucht״*), Fragen wir nun, welche die Ursachen dieses bedauerlichen Mangels sind (ich habe in meinem ersten Pallstinabuch und in einem Memorandum an den seinerzeit bestandenen ״Kulturausschuß‘ nachdrücklich auf diese Angeienbeit hingewiesen), fragen wir aber auch, welche Sytnp- *) Dieses und die folgenden Zitate sind einem Aufsatz des vorzüglichen Architekten Regierungabaurat Alexander Baerwaia entnommen. tome wir daraus zu erkennen vermögen. Ist der Mangel an Geld der ausschlaggebende? Nein; auch mit wenig Geld!Ißt sich ein Fenster, ein Dach, eine Stiege so setzen, daß die Harmonie ineinandergreifender Landschaftslinien nicht ge» stört wird, und auch mit wenig Geld läßt sich ein unter dem sattblauen palästinensischen Himmel zur Raserei bringender, niederträchtig greller Hausanstrich vermeiden, wie sich das unmöglich rote Dach aus Marseiller Ziegeln vermeiden läßt; der Fellache hat meist noch weniger Geld, aber er weiß, daß die Landschaft nach Kubus und Kuppet verlangt. (Man spreche ja nicht wegwerfend über die Baukunst der Araber! Wir können, wenn wir ihre künstlerischen Erfahrungen mit der Baumethodik Europas zu vereinen wissen, mit einem Schlag den Zustand der Baubarbarei verlassen!) Auch die mitunter not» wendige Schnelligkeit des Bauprozesses kann nicht die Ursache sein, denn arabische Häuser werden gemeinhin ״über Nacht“ gebaut. Nein, die Ursachen liegen anderswo und sind höchst symptomatische; sie liegen in uns, in unserer Mentalität; in einer sträflichen Ueberhebung über den Araber und in einer kritiklosen Nachahmung europäischen, aber für ganz andere Verhältnisse berechneten Lebenstils, verbunden mit einer jeder geistigen Umschichtungstendenz hohnsprechenden Verwurze* lung in okzidentalen Kategorien, die nie die Entstehung einer Nativegesinnung, sondern immer nur die einer Kolonial» gesiitnung gestatten. Was oben von der Sprache gesagt wurde, gilt in ver» stärkten! Maße von den andern, leichter erfaßbaren Kultur» äußerungen der jungen jüdischen Gesellschaft Die richtige Nativegesinnung, sei sie nun Sprachgesinnung, sei sie Bau- Nation mit den natürlichen Wachstumsgesetzen des Landes, wie sie sich aus Milieu, Klima, Vergangenheit, Tradition und aus den ins Metaphysische hmübergleitenden Schwingungen ergeben. Wie die hebräische Sprache aus der Rolle ein» Fremdsprache sich zur Landessprache abschleifen wird (durch die Ausbildung einer richtigen, dem Lande gemäßen Phonetik, die in Europa naturgemäß verschwinden mußte), so muß auch die andere Aeußerung kulturellen Eigenwillens, die Baukunst, in Bahnen münden, die einem dem Lande gemäßen Lebensstil entsprechen. Das soll natürlich nicht heißen, daß krampfhaft ein eigener jüdischer Stil ״gemacht“ werden; überstürzt?twas geschaffen werden soll, was immerhin gewisse Zeit zur Entwkklung braucht — Heißhunger nach kultureller Aktivität macht blind! aber die gesunden Ansätze einer toeereth- Haares-Bewegung aufs Geistige, Kulturelle übertragen, hieße einen großen Schritt vorwärts machen. (Ueber aas Wesen einer originellen, dem Lande und seinen Sehönheitsgesetzen entsprechenden Kleidung müßte man in diesem Zusammenhang eigentlich auch sprechen, um so mehr als sich manches Prinzipielle aus dem oben Gesagten auch auf die»« Gebiet anwenden ließe, auf dem gleichfalls eine bedauerliche Kultur» schwäche zu konstatieren ist, aber dies hieße den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen.) Man geht daran, im Emek eine Stadt zu bauen. Es wire also Gelegenheit, zu beweisen, daß man ln Tel-Awiw gelernt hat, wie man nicht bauen soll. Es gibt neben der großen Zahl von künstlerisch höchst Impotenten und außerordentlich verantwortungslosen Häuserbauern in Palästina ein paar wertvolle Architekten, die, ihrer Verantwortung durchaus bewußt, nur an der Böswilligkeit der um ihre ökonomische Stellung besorgten Nichtkönner scheitern. Mögen sie, die ״vonpaliatincnsischcr Bauweise wie gleichzeitig . von solider Technik und exakter Ausführung“ etwas wissen, sich «sammenschließen, durch Weiterführung der stehengebliebenen ara» bischen Bauart und durch ihre Veredelung zu einem jüdischen Baustil gelangen, mögen sie alles daran setzen, daß das künstlerische• ttAftvne»en..ticf.<NatiQ»b. das. — leicht gar seit Bezalel) schläft, wachzarütteln. 0(« yw©» ierung eines Bauschutzgesetzes, das das Land vor Kitsch Wi nichtswürdigen Entorientalisierung im äußeren — das Innere oft sehr bestimmenden — Bilde schützt, wie zum Beispiel die alte Stadt Jerusalem geschützt wird, wäre durch ein« ihrer Verantwortung bewußte Architektenvereinigung (an dar natürlich auch die Araber teilhaben müßten) von der Regie» rang zu erlangen. Aber das wichtigste ist und bleibt, die Schaffung der richtigen Gesinnung, die die Symbole und die Symptome erkennt, die Stunde für Stunde und Augenblick für Augenblick eine Warnung aussprechen. Dann wird, um mit ßaerwald zu schließen, ״die junge Generation des Landes, die die verschiedenartigsten Erinnerungen an die Oaiuth vergessen hat und ganz selbstverständlich palästinensisch lebt, denkt und fühlt, eben auch so bauen. Darin wird Schöneres, Charaktervolleres und Einheitlicheres zu schauen sein als heute“. Vortrag Kort BJnmenleM Am Montag, den 23. d. Mts., fand im Reichswirtschaftsamt ein Vortrag von Kurt Blumenfeid über das Thema ״Das jüdische Palästina, ein Reisebericht“ statt Der Saal war überfüllt, obwohl Herr Blumenfeld wiederholt in verschiedenen zionistischen Kreisen über dieses Thema gesprochen hatte. Das Auditorium, das sich zum großen Teil aus Nichtzionisten zusammdnaetzte, folgte den Ausführungen mit gespanntem Interesse und dankte dem Redner durch stürmischen Beifall. Ueber den bemerkenswerten Vortrag werden wir in der nächsten Nummer noch ausführlich berichten. Tagung des Landesvorstandes der Z.V.f. D. Der Geschäftsführende Ausschuß hat beschlossen, die nächste Sitzung des Landesvorstandes der Z. V. f. D, für Sonntag, den 19. Juni, nach Berlin einzuberufen. Sir Wyndham Deedes hat sich bei der Judea Insurance Company of Palestine zugunsten des Jerusalemer jüdischen Blinden-Instituts auf eine Summe von 10000 Dollar versichert. Jerusalem, 22. Mai. (J.T. A.) Der ehemalige Rabbiner von Astrachan, Israel Kaplan, zuletzt Lehrer an den Schulen Tel-Awiws, ein bekannter hebräischer Pädagoge, ist gestern hier verstorben. An alle Ortsgruppen und Verf r u c* Per nächste Schekelausweis erscheint am 3. Juni