Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 39 (17.5.1927)
- Date
- 1927-05-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr 30 Nr. 31 Seite 280 kann. Die Kommission wird dabei auch vor einschnei• deffden. Maßnahmen und Vorschlägen nicht zurück• schrecken dürfen. Das A.-C. hat ihr freilich nicht die Vollmachten gegeben, die ihr ursprünglich zugedacht waren, Sie wird ihr etwa notwendig erscheinende Maß• nahmen des Abbaues nicht unmittelbar vollziehen können. Dein A.-C. schien es ungehörig, unmittelbar vor dem Kongreß, solche Vollmachten zu erteilen. Dennoch wird das Votum der Kommission zweifellos beim Kongreß von schwerstem Gewicht sein. Die A.-C.-Sitzung bedeutete eine praktische, vielleicht aber noch mehr eine psycho• logische Vorbereitung des Kongresses. Sie zeigte, durch alle parlamentarische Verhüllung hindurch, den ernsten Willen zu einem neuen Versuch, aus der Stagnation herauszukommen. Die SchlaBverhandlangen London, 12. Mai (J.A. T.) Die Hauptarbeit der Tagung des zionistischen Aktions-Comites wird in den Korn- Missionen geleistet. Gestern hielten sämtliche Kommisrioneu' eine gemeinsame Beratung ab, bei welcher Dr. Weizmann das zukünftige Arbeitsprogramm der Zionistischen Organisation eingehend auseinandersetzte. In der darauffolgenden Plenarsitzung unterbreitete Dr. Rufeisen im Namen der Finanzkommission eine Reihe Vorschläge betreffend Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzlage verscMedener halboffizieller zionistischer Institutionen in Palisttaa, wie z- B. P a lest ine Land Development Company, Solei Bo n e h usw. Die Kommission, sagte Dr. Rufeisen, könne nur budgetäre Bewilligungen vorschlagen, sie muß es sich aber versagen, das Problem der Beschaffung der Mittel aufzurollen. _ Colonel Kisch führte aus, die Exekutive habe noch keine Gelegenheit gefunden, die Vorschlage zu studieren. Er wolle aber vorausschicken, daß es keinen Zweck haben würde, Beschlüsse gutzuheißen, ohne gleichzeitig den Weg anzugeben, wie die notwendigen Fonds zU' beschaffen wären. Schließlich wurden die Vorschläge der Kwtitalssion der Exekutive zur Begutachtung iberwiesen. g< % Namens der Kongreß- und Organisationskommission ug; ,Oberrabbiner Dr. Chajes vor, den 15. Zionisten- Kongreß!» vorausgesetzt, daß gewisse Bedingungen technischer Natur erfüllt werden, in Basel abzuhalten. Der Eröffnungstag soll der 30. August sein. Farbstein, Jean Fischer und Leon Le vite beantragten, den Kongreß auf ein JafirZU verschieben, wobei Herr Levite zur Begründüng |usführte, das Bestehen der Krise in Palästina würde den^ Kongreß der notwendigen gesunden Atmosphäre berauben. In zweiter Reihe käme in Betracht, daß die Er-;ebtdsse der Untersuchung der unparteiischen Expertenommission, die sich demnächst nach Palästina begibt, abzuwarten seien. Es müßten demgemäß die Vollmachten der Exekutive auf ein weiteres Jahr ausgedehnt werden. Die nach Palästina sich begebende».»oal«tisfhea Budgetkommissionen wären mit«! ikUtorisehe». Vollmachten ta bezug auf die Regelung der wiftiil|#WIcbt» Probleme auszustafea. Dr. Katznelsoe aut Verschiebung des, Kongresses. a Ä#*• ii® refverfiili unstatthaft sei und zu einem solchen Beschluß, «brach bedeuten würde, nicht beitl. Er könne den Verschiebungsantrag deshalb zur Abstimmung zulassen. .. & wurde sodann der Antrag Chajes, mit dem Kongm£ am 30. August In Basel zu beginnen, angenommen und ferner beschlossen, die Exekutive zu ermächtigen, den Kongreß, falls sich in Basel technische Schwierigkeiten ergebeti, nach einem anderen geeigneten Ort einzuberuf en. _ /Die Organisationskommission beschäftigte sich auch mit Reformen des Kongreßwahlsystems, wobei es sich u. a. auch SP Einführung eines einheitlichen ״Schekel“ handelte. Dr. Barth schlug die Anlegung einer interterritorlalen Wahlliste für jede zionistische Gruppe vor, damit die zersplitterten Stimmen in den verschiedenen Länaern addiert und der betreffenden Gruppe zugeführt werden. Auf diese Weise sollen insbesondere den kleineren Parteien und Landesorganisationen mehr Chancen gegeben werden. Dieser Antrag war von der Mehrheit der Kommission gebilligt worden. Dr. Leon Reich erklärte namens der Minderheit ein solches System als unpraktisch und undurchführbar. Kurt Blumenfeld führte aus, eine solche Reform würde nur dem linken und dem rechten Flügel der Bewegung nützen, den allgemeinen Zlonisten aber abträglich sein. Nach einer eingehenden Diskussion wurde beschlossen, den Antrag Barth einer dreigliedrigen Kommission zwecks Ausarbeitung eines Kornpromißvorschlages zu überweisen. Zu Mitgliedern dieser Kommission wurden Dr. Hantke, B. Locker und ein Exekutivmitglied ernannt. Die Organisationskommission schlug vor, das Aktions- Comiti möge der Exekutive, die Machtbefugnisse über die Festsetzung der Zahl der Wähler für ein Mandat besitzt, empfehlen, die Wählerzahl von 4000 auf 3000 herabzusetzen. Aus der Mitte des Plenums wurde vorgeschlagen, die Wählerzahl auf 2000 festzusetzen. Dieser letztere Antrag in Form einer Empfehlung an die Exekutive wurde angenommen. Knodgebang zu Ehren der A.-C.-Mitglieder London, 13. Mai (J. A, T.) Zu Ehren der Mitglieder des Zionistischen Aktions-Comites veranstalteten die englischen Zionisten gestern eine Begrüßungskundgebung. Den Ehrenvorsitz hatte Dr. Weiz mann inne. Der zweite Redner, D i z e n g 0 f f, knüpfte an das Wort Weizmanns an, daß die Menschen in Palästina in den vordersten Schützengräben der Arbeit seien und sagte, die Brüder im Auslande hätten die Pflicht, diesen Kämpfern Munition zu senden. Herr Finburgh, Mitglied des Unterhauses, begrüßte mit besonderer Herzlichkeit Dr. Weizmann und feuerte die britischen Zionisten an, Palästina zu Hilfe zu kommen und auch dafür zu sorgen, auf dem 15. Zionistenkongreß gehörig repräsentiert zu sein. Leo Motzkin sagte, auch die Freunde Palästinas machen sich keinen Begriff davon, was die Zionistische Organisation an Aufbauarbeit geleistet hat. Nicht allein die Chaluzim bringen Opfer, — die Führer müssen des Heims und des Privatlebens entbehren, um dem Ideal leben zu können. Der zukünftige Historiker erst wird die gehörige Distanz besitzen, der Selbstverleugnung der zionistischen Führer gerecht zu werden. Trotz der Krise geht es im ganzen Lande vorwärts; man hat Grund, auf die Brüder in Palästina stolz zu sein. — Es sprachen noch Abg. Dr. J. Th0n, HillelZlatapolsky, Dr. Mossinsohn, Rabb. Dr. Samuel Daicnes und Morris Myer. Die Kundgebung verlief sehr eindrucksvoll. Urals Lipskys Jnbiläum London, 12. Mai. Zu Ehren Louis Lipskys veranstaltete die Exekutive und das Präsidium des A.-C. ein Bankett, an dem Vertreter beider Körperschaften und eng- Uschc Zionisten teilnahmen. Dr. Weizmann führte den Vorsitz und beglückwünschte Lipsky zu seiner fünfundzwanzigjährigen Tätigkeit im Dienste der Organisation. Nahum Sokolow sprach über Louis Lipskys literarisches Werk. Motzkin feierte Lipsky als einen Mann, der mit der Zionistischen Organisation gewachsen sei. Dr. Schmarja Levin schilderte die Entwicklung des amerikanischen Zienis« mus. Miß Szold hob die Bedeutung Lipskys für die amerikanischen Zionisten hervor. Lipsky dankte für die dargebrachten Glückwünsche. Urals Marsball über Expertenkommission?:§. % 4,11,»-•׳». ,•ipre'itthhÄtÄ.«»' 11‘*««״• A!.2MaMmettsdzung4w •Ich gemäß dem Abkommen zwischen ihm und Dr. Weizmann betreffend dtp Jewish Agency nach Palästina begeben wird. Als Mitglieder des Präsidiums der Kommission werden Sir Alfred Mond, Felix M. Warburg und Dr. Lee K. Frankel, der Vizepräsident der Metropolitan Life Insurance Company, fungieren, die anderen können noch nicht mit Bestimmtheit genannt werden. Der Kommission wird ein Stab von Sachverständigen beigegeben sein, der sich aus folgenden Persönlichkeiten zusammensetzen wird: Professor Elwood Mead, Leiter der Urbarmachungskommission im Staatssekretariat des Innern der Vereinigten Staaten; Professor Frank Adams, der lnhaber des Lehrstuhls für Geologie an der McGill-Universität in Montreal; Knowles Ryerson; A. T. Strahorn; C. C. Henriques, der Sachverständige für Bewässerangswesen bei der palästinensischen zionistischen Exekutive; Victor Mosserl; Professor Milton J. Rosenau, der Inhaber des Lehrstuhls für Prophylaxe und Hygiene an der Harvard- Universität; Dr. Charles F. Wi 1 in8ky; Dr. Ernest Ka hn; Dr. Maurice B. H e x t e r. »n^Rtennt «Wurzeln״ des Antisemitismus*) Von Arnold Zweig. Gehen wir daran, jene bestimmte Kategorie von Tatsachen zu untersuchen, die man gelegentlich als Wurzeln der Antisemitismus aufzuzeigen liebt. Für uns, das gaben wir im breitesten zu erkennen, wurzelt Antisemitismus dort, wo die übrigen Grvppenaffekte des Menschen ihre Nahrung herziehen; besondere Wurzeln des Antisemitismus anzugeben, brauchen wir nach allem nicht mehr das Bedürfnis zu haben. Sehr wohl aber müssen wir auch diejenigen geistigen Tatsachen und wirkenden Ursachen erwähnen und analysieren, die, aus der Situation der Juden selbst heraus, den auf sie zielenden Differenzaffekt so besonders färben und so dauernd nähren und wach halten. ' Eine von ihnen haben wir bereits bestimmt; die Siedlungsweise der Juden, verstreut und eng eingebettet in die Völker, die so nicht imstande sind, sie zurückzuschieben, ebenso wie die Juden dadurch verhindert sind, Gestalt in gruppenhaftera Sinn, Volksgestalt, die ihnen zugeordnet wäre, anzunehmen. Wie an den -Grenzen, an denen zwei Völker sich berühren, die falscheuten Urteile beider über beide entstehen und geglaubt werden, wie z. B. Polen und Deutsche am aufgeregtesten und unsachlichsten in den Grenzmarken sich begegnen (Deutsche upd Italiener, Deutsche und Tschechen, Deutsche und Dänen), oder wie die irische Frage am unlösbarsten aus der Perspektive des englisch besiedelten Ulsterlandes erschien, entzündet sich an der intensiven Berührung der Juden- und Nichtjudenheit und an dieser unübersehbar langen Grenzlinie der Affekt zu einem dauernden Grade abnormer Temperaturhöhe, und nicht vermittelt sich durch dieses gegenseitige Durchdringen von Inden und Nichtjuden etwa besonderes Verständnis jüdischen Wesens und besondere Einsicht in seine Werte; wie eine liberale Missionstheorie gerne behaupten möchte. Es sieht vielmehr so ays, und jüngste Ereignisse bewiesen es, daß man in den letzten hundert Jahren über Juden nichts zugelernt hat. . Aber andere, wurzelhaftere, tiefer greifendere Ursachen gilt es, aufzudecken. Die Analyse hat bewiesen, daß es in der Seele der Menschen Vergangenheit nur für die alleroberste Zone des *) Aus dem Im Verlag Kiepenheuer, Potsdam, demnächst erscheinenden neuen Buche von Arnold Zweig ״Caliban oder Politik und Leidenschaft“, Versuch über die menschlichen Gruppenleidenschaften, dargestellt am Antisemitismus. wachen Bewußtseins gibt Unterhalb ihrer leben auch beim Individuum alle Erfahrungen bis zur frühesten Kindheit und darüber hinaus die Erfahrungen aus der Zeit im Mutterleibe, und noch weiter zurück alle psychischen Gegebenheiten, die innerhalb der Vergangenheit aes Stammes oder der Gruppe einmal wach waren. Je tiefer eingebaut ins Seelische sie ihren Ort haben, um so schwerer bewußt zu machen sind sie, um so instinkthafter treten ihre Wirkungen als Selbstverständlichkeifen in die Wertung und Weltbetrachtung des Einzelnen ein. Von solchen verborgen wirkenden, dem oberflächlichen Blick weit hergeholten Grundtatsachen stellen wir jetzt einige dar. Zunächst wird immer wieder vergessen, daß ins Bewußtsein der heutigen Völker die Juden als Kriegsgefangene traten. Sie waren seit der Zerstörung ihres Reiches unter Titus und noch einmal unter Hadrian von den Sklavenmärkten Roms her in Scharen durch das Imperium verteilt worden. Nirgendwo vollzogen sie eine Landnahme durch das Schwert oder wurden geschlossen angesiedelt; überallhin kamen sie waffenlos, sei es als Händler oder als Nachkommen römischer Unfreier. Dieser Charakter der Kriegsgefangenschaft gab ihnen innerhalb des römischen, wie des germanischen Rechts eine ganz besondere Stellung unterhalb der freien vollwertigen und vollbürtigen Männer, eine Stellung zwischen Person uno Sache, eine Stellung ähnlich der germanischer Höriger und antiker Sklaven. Frei- Zügigkeit und Waffentragen war ihnen, wie Landbesitz, verwehrt. Damit fiel unter Völkern, die den freien Mann gerade an diesen drei Kennzeichen unterschieden, vom Unfreien auf sie von vornherein ein entwertender Schatten. Es nutzte ihnen nichts, daß sie etwa unter den Ostgoten gegen die Byzantiner oder unter den Mauren gegen die Kastifiauer beherzt und waffengeübt fochten; als Volk niemals erobernd ins Bewußtsein der nordischen oder südlich ziehenden Germanenstimme ge* treten, immer nur als Einzelne, als Händler und Nachkommen von Kriegsgefangenen bemerkbar, war ihre Stellung Innerhalb des Lehnssystems ein für alle mal hn Gefühl der anderen festgelegt, und so erklärt sich sowohl, daß in mittelalterlichem Recht den Juden gelegentlich der elementare Anspruch des Menschen auf Notwehr abgesprochen wurde, wie daß um das Jahr 1925 deutsche Studenten in ein Beifallsgetrampel ausbrachen, als ihr Rechtsprofessor diese Tatsache Gelegenheit hatte, vorzutragen. Aus ihrer Waffenlosigkeit resultierte eine Komponente der Entwertung, aus einer zweiten eine andere: aus der Furcht Me nMtehe Vorstadt von Tel-Awiw Ueber den jetzt in Angriff genommenen Bau der ״Sehe chunatb Hazaf on“, der nördlichen Vorstadt von Tel Awiw, wird berichtet: Die Pläne dieser Gartenstadt wurden von dem Spezialisten für Gartenstadtbau, Prof. O e d d e s , entworfen. Der Bau wird bereits auf Grund der ״ästhetischen Batiweise“ durchgeführt. Dieses neue Stadtviertel verspricht das Herrlichste nicht nur von Tel-Awiw. sondern von ganz Palästina zu werden. Die Baupläne sehen die Errichtung aller eriorderliehen Kulturanstatten, Sportplätze, Schulen, Vortragshallen usw. vor. Da sich diese neue Vorstadt bis hart ans Meer erstreckt, hat sie Aussicht, allmählich die palästinensische Riviera zu werden. Der notwendige Boden wurde von einer Orappe des Tel-Awiwer Mietervereins, dem Angestellte, Ar* beiter, Handwerker und Kleinhändler angehören, schon vor zwei Jahren, zur Zeit der höchsten Wohnungsnot und Wohnungsteuerung, erworben. Mit dem Bau hätte eigentlich schon damals begonnen werden sollen, da sowohl der Stadtrat von Tel-Awiw, wie auch einige Finanzinstitute ihre Mitwirkung und Förderung zugesagt hatten. Dann brach die Wirtschaftskrise aus, die Mitglieder des Mietervereins bleiben zum großen Teil ohne Arbeit und Einkommen, eine starke Abwanderung setzte ein, und nun begannen die Tel-Awiwer Hausbesitzer, alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit diese neue Vorstadt nicht erbaut werde. Es kann als Zeichen der beginnenden Besserung der Verhältnisse und des steigenden Vertrauens gewertet werden, daß die ״Pa lest ine Economic Cor* poratlon“ in Amerika sich nunmehr entschloß, die Durch• führung des Planes selbst in die Hand zu nehmen und die er• forderlichen Kredite für den Bau zu gewähren, allerdings unter der Bedingung, daß der Boden, auf dem die neue Gartenstadt errichtet werden soll, Eigentum des Nationaifoad s bleibt, der ihn den Besitzern der neuen Häuser für die Dauer von 99 Jahren in Erbpacht gibt. (Ziko.) Die Staate von Chederah zur Eisenbahnstation Nach langen Verhandlungen zwischen der Regierung und dem Kolonie-Komitee von Chedera einerseits und den Einwohnern der Kolonie unter sich andererseits wurden alle Hindernisse, die bisher den Beginn der Arbeiten an der Chaussee von der Eisenbahnstation nach Chedera verzögerten, aus dem Wege geräumt. Die Vertreter der Kolonie Bot• kowsky und Meyersohn übergaben dem Kreisgouverneur Abramson einen Verpflichtungsschein über £E 4CKX) als Bel• trag Chederas zu den Kosten aes Wegebaus, worauf an das Regierungsdepartement für öffentliche Arbeiten in Haifa sofort der Auftrag erteilt wurde, mit den Arbeiten zu beginnen, ln der Vereinbarung wurde festgesetzt, daß der Straßenbau von jüdischen Arbeitern zu bewerkstelligen ist, die gemäß gemeinsamer Festsetzung der Abteilung für öffentliche Arbeiten und des Arbeiterrats von Chedera entlohnt werden. An den Arbeiten, die dieser Tage beginnen, werden ungefähr 150 Ar» beiter während acht Monaten beschäftigt sein. Das Bankdarlehen, das Chedera für die Kosten des Straßenbaus erhalten hat, soll von der Erhebung von Abgaben von allen von der Kolonie ausgeführten landwirtschaftlichen Erzeugnissen und den eingeführten Waren zurückgezahlt werden. Diese Ab• gaben werden au* Grund der Erlaubnis der Eisenbahnverwäl■ tung von dem Stationsvorsteher von Chedera «!!gezogen. ■ mit Die palästinensische arabische Executive überreichte Lord F!unter ein Memorapdum, in dem gefordert wird,, di« m Ajä8.fegyt«t!ן&. <t»1 r jsgh&txn -der»-.bewerbend««;' zu erteilen; sondern die Exploitieruag" dieser Naturschitee durch die Regierung selbst zum Wohle der gesamten Bevölkerung Palästinas vorzunehmen■ Keren Hajessod* Aktion 1■ Stuttgart Der Vorsitzende des Präsidiums des deutschen Keren Ha• jessod, Oskar Wassermann, Direktor der Deutschen Bank, Berlin, hat auf Einladung von Kommerzienrat Moos in Stattgart in mehreren Zirkeln über die Bedeutung des jüdischen Pa• lästinawerkes für das deutsche Judentum ausführlich referiert. Za den Veranstaltungen waren die führenden jüdischen Personlichkeiten Württembergs erschienen. Die ungemein interessanten und aufschlußreichen Darlegungen von Herrn Oskar Wassermann haben bewirkt, daß nunmehr auch ln Stuttgart, einer der wenigen jüdische» Gemeinden Deutschlands, in denen der Keren Hajessod bisher verhältnismäßig nur wenig Anhänger hatte, die führenden jüdischen Persönlichkeiten für das Palästinawerk gewonnen wurden. Der ideelle und materielle Erfolg der Ver» anstaltung war außerordentlich günstig. Direktor Wassermann war von den Herren Berger und Marcus vom deutschen Keren Hajessod begleitet. Der Jude trat zu den nordischen und westlichen Germanen- und Slawenstämmen als fertig durchgeformter Geist, ganz und gar erzogener Meoschentyp, während sie selber sich gerade erst 1m Lehnssystem eine primitive Kultur und Rechtsordnung geschaffen hatten. Alle ihre geistigen Akte waren auf Anschauung gegründet, ebenso wie alle ihre wirtschaftlichen Beziehungen sich in Naturprodukten oder Personalleistungen vollzogen, war ihr Verhältnis zum Staate mittelbar, gebunden, im Stufejibau des Lehnsstaates, dem Grundherrn und dem Grafen des Königs gegenüber, an körperliche Dienste der Arbeit oder des Wehr• Systems, so entsprangen ihre Rechtsanschauungen der Sitte oder dem Rechtsgefühl, wie es sich innerhalb der Gemeinde und des Stammes traditional vererbte, und endlich, langsam aus• gebildet, mehr in der Ueberlieferung von Vater zu Sohn als in festen Begriffen, Rechtsnormen oder gar Oesetzesbüchern weitergeben ließ. Dagegen lebte der Jude in einer durchaus modernen Rechtswelt, die mit ihren feingegliederten, theoretisch und rechtsphilosophisch durchgebildet en Prägungen eine weit spätere Stufe menschlicher Kultur darstellte und den so Ge• schulten mit einer, dem einfacheren, sittengebundenen Dorf• oder Stadtmenschen gegenüber, sehr fühlbaren Ueberlegenheit ausrüstete. Und dazu kam nun, daß sowohl das kanonische Recht, wie auch das immer intensiver vom Erbe Roms und der byzantinischen Juristen durchtränkte Königs* und Staatsrecht, mit dem Juden In einer Linie marschierte, so daß für den einfachen Laien aus niederem Volke der Jude, der geistliche Richter und der Justitiar des Staates in einer, durch geistige Gewandtheit, Disziplin, Vielgliedrigkeit und geschmeidige Reife nahezu unheimlichen Ueberlegenheit stand. So erklärt sich die Tatsache, daß noch im 11. und 12. Jahrhundert die Gerichte der nichtjüdischen Staatswesen, des normannischen in Sizilien z. B., da» Zeugnis eines Juden für gültiger annahmen, auch wenn er gegen Christen zeugte, als dasjenige von Christen gegen Juden. Der Talmud, die Pandekten und der Kanon des Kirchenrechtes stammten gleicherweise aus der hohen intellektuellen Zivilisation der spätrömische» Großstadtepoche, während das Rechtsgefühl der Kelten, Germanen und Slawen sich aus den primitiven, gefühlshaft durchtränkten Schichten sogenannten Naturrechts nährte. Dadurch ward den Völkern immer wieder als Unrecht, d. h. als List, Abstraktionskraft, betrügerische Schlauheit und Winkelzug bewußt, was für den juristisch weit durchgebildeten Juden ein vollgültiger, einsichtig verständlicher Rechtsanspruch war. in Lagen, in denen der Slawe oder Germane sich rettungs- Die I greß beg ihre Grur seine Exi anderes < Man daß es n dem, ihn eine Art das Wah Isidore A offizieller offen ge eine ״ko! die nicht des Palä so sagt < einem Z! daher in auftreibe so gewäl den Aufi als eine brauchen ist der I Morrisot Schekelz verantw« Schlagw! Regeln; Ziele zu Mor Keren K von 100 ernster wegung der ame viele an lestine“ aber au Uns aber nie nur wie Argtunc statt ab rügten positivei durch d Standes duld di! 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