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Jüdische Rundschau · 1927-05-10 · Heft 37 (10.5.1927) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 37 (10.5.1927)
Date
1927-05-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 268 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr, 37 ״Krisis“ nnd ״Konsolidierung“ Von Dr. Fritz Loe wenstein, Jerusalem. Der XV. Zionistenkongreß wird, wie nunmehr als sicher anzunehmen ist, noch in diesem Sommer zusammentreten. Trotz Jewish Agency und trotz anderer brennender Fragen kann und muß sein Thema lauten: die Krise und ihre lieber- Windung. Die Zeit, ernsthaft sich mit den Problemen des Kongresses zu beschäftigen, ist gekommen; denn vielleicht niemals stand ein Zionistenkongreß vor so schwerwiegender Entscheidung. Soll aber der Kongreß zu einem Ergebnis führen, wie wir alle es wünschen, soll es nach dem Kongreß langsam, aber stetig wieder aufwärtsgehen, so tut zunächst eins not: Verständigung über die Schlagworte und Parolen, die heute herumschwirren und bei denen sich jeder etwas völlig Verschiedenes denkt. Dabei ist eine Tatsache auffallend, die bereits ein sehr ernstes Symptom der gegenwärtigen Lage zu sein scheint: die völlig verschiedenen Gesichtspunkte, von denen das Galuth einerseits, Palästina andererseits bei der Beurteilung der Lage ausgeht. Wir haben in Palästina viel darüber geklagt, daß man im Galuth von den wirklichen Sorgen Erez Israels fern sei, daß man den brennendsten Problemen nicht das leidenschaftliche Interesse widme, das ihnen gebühre. Galuthrionisten aber, die besuchsweise nach Palästina kommen, sprechen von der Beschränktheit des palästinensischen Gesichtspunktes, von dem Nichtverstehen der Schwierigkeiten unter denen der Zionist im Galuth zu arbeiten hat. Hier klafft eine Kluft, die gewiß aus der Natur unseres Diaporaseins zu erklären ist, die aber dennoch die schwersten Gefahren für unsere Sache mit sich bringen kann. Und diese Gefahr ist noch größer, wenn sie sich nicht offen darstellt, sondern wenn durch den Gebrauch derselben Schlagworte der falsche Eindruck entsteht, als meine man dasselbe, während ein ernsthafteres Gespräch zu dem deutlichen Ergebnis führt, daß hier ganz verschiedene Dinge mit demselben Schlagwort bezeichnet werden. Wir wollen hier, um an Kernfragen des Kongresses heranzukommen, zwei dieser Schlagworte naner betrachten: ״Krise“ heißt das eine, ״Konsolidierung“ das andere. Wenn man in Palästina einen Vertreter der Arbeiterschaft, einen bürgerlichen Demokraten und etwa einen Vertreter des Hausbesitzerverbandes darüber befragen wollte, worin er das Wesen der gegenwärtigen Krise sieht, so wird man gewiß sehr verschiedene Ansichten erhalten. Der eine wird den entscheidenden Anstoß darin sehen, daß die Zionistische Organisation die wertvollen Kräfte der vierten Alijah aufzunehmen sich nicht imstande zeigte, während der andere gerade umgekehrt vielleicht meinen wird, daß gerade im Großwerdenlassen einer für das Land nicht wertvollen Einwanderungswelle der Fehler liege, Und doch liegt allen diesen Meinungsverschiedenheiten eine gemeinsame Grundauffassung in der Tiefe zugrunde: Palästina hat keine Einwanderung, sondern eine Auswanderung, es hat viele Tausende Arbeitslose, seit Jahren ist wenig oder nichts Neues im Lande geschaffen worden, es fehlt an einem großzügigen Plan der Weiterarbeit. Man wird gewiß auch hiitzufügen, daß unter den Zionisten der Galuth eine gewisse Ermüdung zu spüren sei, daß die Einnahmen der Fonds nicht den Bedürfnissen des Aufbaus entsprechen, aber den Kern wird matt in den bestehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes sehen. Es soll hier nicht etwa behauptet weiden, daß die eben ■r־*M»:Ä^eft«־ Qrundänschauurig־ vttr d#•־ Ttrße• führ־ludh in gatuthzfonistischen Kreisen besteht, und zwar auch außerhalb des Rahmens der Arbeiterparteien. Ebenso unzweifelhaft aber ist, daß gerade die aktivsten Kreise des Galuthzionismus die wesentlichen Elemente der Krise an ganz anderen Stellen suchen, während sie das, was wir oben geschildert haben, mehr für Symptome ansehen. Die Grundauffassung geht etwa dahin, daß in weiten Kreisen des Galuthjudentums, soweit es an Palästina interessiert ist, nicht das Vertrauen besteht, daß die für Palästina aufgebrachten Geldmittel in Palästina mit dem höchst mögliehen Nutzeffekt verwandt werden. Man spricht, je nach dem Parteistandpunkt, von der ״Arbeitermißwirt- Schaft“, von der mangelnden Rentabilität der Kwuzoth, von den ״Defiziten“ im Hamischbir und im Solei Boneh; man spricht von der Schwäche der zionistischen Exekutive, von der Selbstherrlichkdt der Fonds; man spricht vom Versagen des Unternehmertums und erwähnt etwa Kehilijath Zion oder Manor. Eine ״Vertrauenskrise!“ Und weil kein Vertrauen zur Efficiency der palästinensischen Verwaltung, deshalb Stagnieren oder gar Zurückgehen der Einnahmen der nationalen Fonds, deshalb Wirtschaftskrise in Palästina. Wie man sieht, stehen beide Ansichten nicht in einem ganz extremen Gegensatz zueinander, denn der Zusammenhang zwischen Krise und mangelnder Ergiebigkeit der Fonds ist auf allen Seiten unbestritten. Aber doch ist Ausgangspunkt und Verteilung des Schwergewichts in dem ganzen Problemkomplex ein sehr verschiedener. Der Galuthzionist steht in der Haupt- Sache unter zwei Eindrücken: der Schwierigkeit der Geldbeschaffung, die tagtäglich von neuem empfunden wird, und der Anklagen gegen Palästina, die vor allem der Rückwanderer erhebt und die auch vielfach aus Briefen sprechen, die Palästinenser an ihre Verwandten ins Ausland schreiben. Der Palästinenser steht unter dem Eindruck dessen, was in Palästina vor sich geht, Auswanderung und Arbeitslosigkeit sind ihm die entscheidenden Tatsachen. Wo ist der Weg aus der Krise? Alle Palästinenser werden übereinstimmend antworten, daß größere Geldmittel nach Palästina fließen müssen, wobei freilich die einen in erster Linie an die nationalen Fonds und erst in zweiter Linie an das Privatkapital denken, während bei den anderen die Reihenfolge die umgekehrte ist. Im Galuth aber mehren sich die Stimmen, die zunächst gewisse Veränderungen in Palästina verlangen, ehe größere Erfolge bei der Geldwerbung erwartet werden können. Das Schlagwort hierfür ist neuerdings das Wort ״Konsolidierung“ geworden. Nicht nur vom Standpunkte Palästinas, sondern auch vom Standpunkte der allgemein üblichen zionistischen Terminologie sollte dieses Wort möglichst bald verschwinden. Bis vor kurzer Zeit war Konsolidierung ein begrenzter und klarer Begriff. Man verstand darunter, daß die zionistischen landwirtschaftlichcn Siedlungen den noch außenstehenden Teil ihres Budgets erhielten, so daß sie als voll ausgerüstet gelten könnten und aus dem Budget zu verschwinden hätten. In diesem Sinne war Konsolidierung niemals ein Gegenstand der Diskussion, jeder Zionist wollte es. Gegenstand der Diskussion war nur die Frage, ob in einer bestimmten Reihe von Jahren jede neue Kolonisierung unterbleiben solle, bis alle bestehenden Siedlungen konsolidiert seien, oder ob Konsolidierung der alten und Begründung neuer Siedlungen Hand in Hand gehen könnten. Langsam aber begann der Ausdruck ״Konsolidierung“ auf Gebiete überzugreifen, auf die er ursprünglich nicht gemünzt war. Man spricht von Konsolidierung der Arbeiter- Wirtschaft und denkt dabei an den Solei Boneh, man betont, nicht nur die Arbeiterwirtschaft sei konsolidierungsbedürftig, sondern auch die Privatwirtschaft und begreift auch dies unter demselben Begriff. Endlich nennen diejenigen, die z. B. eine Unterstellung der Fonds unter die zionistische Exekutive wünschen, oder die das Verhältnis der Histadruth zur Zionistischcn Organisation als ungeklärt und klärungsbedürftig empfinden, auch dies Konsolidierung. Man sieht, daß der Ausdruck eine Elastizität gewonnen hat, die es erlaubt, die Ausbcsserung jedes wirklichen oder vermeindlichcn Mangels in Palästina als ״Konsolidierung“ zu bezeichnen. Das aber ist gefährlich, gerade weil Konsolidierung im ursprünglichen, engeren Sinne ein so klarer und im Grunde keinem Widerspruch begegnender Programmpunkt war. Gefährlich ist diese Begriffserweiterung aber auch deshalb, weil sie der Anlaß unzähliger Mißverständnisse ist, weil niemand beurteilen kann, was der Gegner gerade im Augenblick unter Konsolidierung versteht. Terminologisch sollte der Ausdruck Konsolidierung entweder verschwinden oder nur in dem ursprünglichen, auf die Siedlungen des Keren Hajessod bezüglichen Sinne gebraucht werden, während man das andere etwa als ״Reform der Palästinawirtschaft“ bezeichnen sollte. Wenn also Palästina fragt: ״Was wollt Ihr zur Liquidierung der gegenwärtigen Krise tun?“, so muß klar verstanden werden, daß die vom Galuth gegebene Antwort überhaupt keine Antwort ist. Die Reform der Palästinawirtschaft -- wir unterstellen, daß sie erforderlich ist — ist ohne Zweifel ein sich langhinziehendes Werk. Noch länger wird es dauern, bis die Ergebnisse einer solchen Reform sich im Galuth bemerkbar machen, wenn wirklich die Annahme richtig ist, daß etwa die Keren Hajessodergebnisse in hohem Maße von diesen Reformen abhängig sind. Betonte man in Palästina bisher mit Recht, daß die Erweiterung der Agency, wenn sie überhaupt kommt, jedenfalls erst in einem solchen Augenblick wirksam werden kann, daß bis dahin mit der Liquidierung der Arbeitslosigkeit nicht gewartet werden kann, so muß heute klar dasselbe von der Reform der Palästinawirtschaft gesagt werden. Setzen wir den Fall, daß den Befürwortern dieser Reform alles gelingt, was sie planen: Wahl einer mit ungewohnlicher Autorität ausgerüsteten neuen Exekutive, die sofort in Palästina an die Ausbesserung aller Schäden geht, so befürchten wir, daß in kurzer Zeit ein klar vorauszusehendes Ereignis cintreten wird. Auch der neuen Exekutive werden zunächst keine größeren Mittel zur Verfügung stehen; denn erst nach Durchführung der Reformen und nach allgemeinem Bekanntwerden der Tatsache, daß Palästina nunmehr eine vorbildliche Verwaltung habe, hofft man größere Einnahmen erzielen zu können. Drei Monate nach Wahl der neuen Exekutive wird sie sich in derselben Situation sehen, in der sich die gegenwärtige Exekutive sieht: Lehrer und Beamte fordern ihre rückständigen Gehälter, die Siedlungen ihre Budgets, die Arbeitslosen Arbeit und Unterstützung, und die Exekutive wird die Forderungen nicht erfüllen können. Und dann wird man erkennen, daß die schwache Stellung der gegenwärtigen Palästinaexekutive, für die gewiß auch andere Momente maßgebend sind, vor allem darauf beruht, daß die Exekutive ihren Verpflichtungen finanzieller Art nicht nachkommen kann.: Ei ne Leituiig aber, die nicht einmal Jfie MItteFhtit, tt« ih:te'1ri‘äufe1fde'־n' AffeFpfl lieht« äffen ־i'tT'genügen, geschweige denn, daß sie die Mittel für ein großes aufbauendes Werk in den Händen hätte, kann keine Autorität haben. Besitzt die Zionistische Organisation einige Genies und setzt sie sie unter den gegenwärtigen finanziellen Verhältnissen nach Palästina als Exekutive, so wird die Folge sein, daß wir das Ansehen und den Respekt vor den genialen Männern in ein paar Monaten vergehen sehen werden und daß wir nichts erreicht haben, als wieder ein paar unserer Menschen gezwungen zu haben, ihre besten Kräfte einer Sache zu geben, ohne daß die Mittel dazu vorhanden waren. Das alles ist keine Stellungnahme zur Frage der Reformbedürftigkeit unserer Verwaltung; es soll aber das Galuth vor dem verhängnisvollen Irrtum warnen, als ob Verwaltungsreform ohne ausreichendes Budget möglich wäre. Die Erkenntnis ist nicht neu, aber sie bleibt unverändert richtig, daß die Be- Schaffung der Mittel das Kernproblem ist, ohne dessen Lösung alle anderen Maßnahmen, sie seien noch so notwendig, verpuffen. Wir scheinen vor einem circulus vitiosus zu stellen. Palästina sagt: mehr Geld, das Galuth antwortet: ohne Verwaltungsrcform ist nicht mehr Geld aufzubringen, Palästina antwortet: eine VerwaUungsreform setzt Regelung der Finanzen voraus. Dennoch scheint sich ein Ausweg aus diesem Zauberkreis zu bieten. Es hat gewiß keinen Zweck, auf dem Kongreß ein Phantasiebudget zu beschließen und es den Mitarbeitern des Keren Hajessod zu überlassen, dies Budget auf/ubringen, wenn sie erklären, daß das unmöglich sei. Wir müssen in Palästina lernen, daß das Budget nicht nach den Bedürfnissen Palästinas allein aufgebracht werden kann, sondern daß zwischen Möglichkeit und Notwendigkeit eine Beziehung hergestellt werden muß, die in irgendeiner Weise beiden Seiten gerecht wird. Gibt es einen Weg dazu? 1. Ausweis der Sd1ekel~Eingä11ge 5687 abgeschlossen am 5. Mai 1927. Berlin 1 556 Jeßnitz 8 Breslau 60 Königsberg 50 Beuthen 155 Mainz 65 Bonn 1 Mannheim 42 Bütow 7 Militsch 13 Buchau 2 Nürnberg 133 Bunzlau 9 Rastatt 3 Chaluzzentrum Saargebiet 10 Selters 2 Dessau 40 Stangenhag; 9 Dortmund 50 Sterkrade 7 Görlitz 34 Stettin 50 Hamburg 130 Suhl 7 Heilbronn 10 Trachenberg 10 Herford 4 Ulm 3 Jauer 2 Waltershausen 4 Jena 7 Der zweite Schekel-Ausweis erscheint am 20. Mai. Er wird sämtliche Orte enthalten, an die wir Schekelblocks geschickt haben. Es gibt manches, was zur Bejahung dieser Frage führen könnte. Es geht nicht länger an, daß der Keren Hajessod als jenes unerschöpfliche Reservoir betrachtet wird, dessen Mittel für jeden Zweck zur Verfügung zu stehen haben, den irgendeine Oruppe auf dem Kongreß für wichtig hält. Es geht nicht länger an, daß der Keren Hajessod die Aufgaben des Staates in einem Augenblick durchführt, wo dieser selbe Staat über gute Finanzen verfügt, wir aber für das Notwendigste keine Mittel haben. Und endlich — und da berühren wir uns mit denjenigen, die von Verwaltungsreform sprechen — es geht nicht länger an, daß in den zentralen zionistischen Stellen und in den Landesorganisationen (dabei ist selbstverständlich auch an die Fonds und an die anderen Institutionen gedacht) auch nur ein Beamter mehr sitzt und ein Piaster mehr Gehalt gezahlt wird, als bei Berücksichtigung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation in Palästina zu erwarten ist. Hier ist eine Verwaltungsreform möglich, die unsere Ausgaben merklich verkleinern und damit unseren finanziellen Status ebenso merklich verbessern kann. Der Kongreß sollte eine Skala von Beamtengehältern festsetzen, mit eventuellen Zuschlägen entsprechend den Landesverhältnissen, mit eventuellen Aufwandsentschädigungen, die absolut zu gelten hat, nicht nur für Palästina, und nicht nur für die Exekutive, sondern für jeden Landesverband, jedes Komitee des Keren Hajessod und des Karen Kajemeth, jeden Angestellten der Bank. Die Forderung wird seit langem von bestimmten Teilen des Jischuw vertreten und es ist bedauerlich, daß die Art, wie sie zuweilen vertreten worden ist, ihr Gegner statt Freunde geworben hat. Vielleicht wäre die zionistische Beamtenschaft selbst die geeignete Stelle, um hier einmal ein Beispiel chaluzischer Gesinnung zu geben, das nicht nur moralischen, sondern sehr fühlbaren materiellen Einfluß hätte. Wenn also eine Erhöhung der Einnahmen im Augenblick unmöglich erscheint, so muß der andere mögliche Weg beschritten werden, nämlich der einer radikalen Beschneidung der Ausgaben. Der Kongreß sollte den Mut haben, seine gesamte Tätigkeit auf wenige entscheidende Gebiete zu konzentrieren, die, wie cs uns scheint, Land- Wirtschaft und Arbeit zu sein haben. Es muß mit allem Nachdruck versucht werden, für die anderen Gebiete andere Geldquellen flüssig zu machen, vor allem müßte von der Regierung Ucbernahme des Erziehungs- und Sanitätsbudgets in weitem Ausmaß verlangt werden. Wir stehen nicht an, selbst die letzten Konsequenzen ins Auge zu fassen und zu sagen, daß im Notfall eine oder die andere Schule geschlossen werden soll und glauben, daß das besser ist, als den gegenwärtigen Zustand andauern zu lassen. In der Kon- Zentrierung der gesamten zionistischen Aktivität auf wenige Hauptgebiete und in Verkleinerung und Verbilligung des zionistischen Apparates sehen wir die Maßnahmen, die von dem nächsten Kongreß zu verlangen sind. Mit ihrer Durchführung würde zugleich eine Brücke zwischen dem Verlangen Palästinas nach Liquidierung der Krise und dem der Galuth nach Reform der Verwaltung geschlagen werden. Schalem Asch In Palästina Schalom A8ch ist in Begleitung Perez Hirschbeins In Palästina eingetroffen, wo sie Gäste Bialiks in Tel-Awiw sind. , Zu'v&ma ••:vibgwÄih *gp1uM*älte|tqfc.d!e zionistische Palästina-Exekutive und das Hauptbüro des Keren Hajessod einen Empfang, auf dem nach Begrüßung Schalom Aschs durch Prot. Pick Asch u. a. erklärte, er sei zum dritten Male in Palästina, das einen ständig wachsenden Eindruck aut ihn mache. Zum ersten Male gewinne er die Ueberzeugung, daß aus Palästina ein Erez-Israel wird. Tiefen Eindruck habe auf ihn auch die innere Disziplin der Bewegung und der Arbeiterschaft in dieser schweren Zeit, besonders in Tcl-Awiw, gemacht. Hier im Lande fühle man erst die Bedeutung der Zionistischen Organisation und ihrer weltumspannenden Institutionen. Die Arbeit in Palästina ist aufgebaut auf freiem Willen und moralischer Kraft, nicht auf Zwangsgewalt der Regierung. Deshalb sei sie um so mehr verpflichtend für alle Juden, auch für die Nichtzionisten. Er selbst unterstelle sich als Nichtzionist hier der Kraft der Zionistischen Organisation. Schalom Asch trat am 5. Mai in Begleitung von Leib Jaffe eine für sechs Tage berechnete Fahrt durch die Siedlungen des Keren Hajessod an. Palästinas Import und Export Jerusalem, 25. April. (J.T.A.) Ein soeben erschienener Bericht gibt die Import- und die Exportzahlen Palästinas ln den Jahren 1924, 1925 und 1926 an. 1924 belief sich der Gesamtimport auf einen Wert von £E 5 589679, 1925 auf £E 7 603 923, 1926 auf £E 6513 331. Der Gesamtexport betrug 1924 £E 2 120 931, 1925 £E 1 588157, 1926 £E 1 497921. Der Export von eigentlichen Palästinaprodukten betrug 1924 £E 1 200 012, 1925 £E 1 297 539, 1926 £E 1 275625. Der Transitexport betrug 1924 £E 61002, 1925 £E 48 752, 1926 £E 33 811. Die Geldausfuhr betrug 1924 £E 717 275, 1925 £E 102145, 1926 £E 13 356. Die Wiederausfuhr fremder Güter belief sich 1924 auf £E 141 842, 1925 £E 139701, 1926 £E 175179. Verbrauchswaren wurden importiert 1924 für £E 5 266 349, 1925 für £E 7 338 491, 1926 für £E 6429245. Die Transitimporte betrugen 1924 £E 136138, 1925 £E 71776, 1926 £E 73 257. Die Bargeldimporte betrugen 1924 £E 187192, 1925 £E 193 656, 1926 £E 10 835. Jerusalem, 2. Mai. (J.T.A.) In der Passahwoche besuchten, wie festgestellt wurde, 20 000 Menschen die Klagemauer. Obgleich das jüdische Passahfest mit dem christlichen Ostertest und dem arabischen Nebi Musa-Fest zusammenfiel und viele tausende Fremde aller Konfessionen in Jerusalem weilten, so daß in der Altstadt ein außergewöhnlicher verkehr herrschte, kam es nirgends zu irgendwelchen Zusammenstößen. Es herrschte überall beste Ordnung. Das Fremdengesetz im britischen Oberbaus London, 6. Mai. (J.T.A.) Im House of Lords wurde heute das Gesetz zur Einschränkung der Fremdeneinwanderung in zweiter Lesung vorgenommen. In dem Bericht wurde erwähnt, daß in vielen noch unruhigen Teilen Europas für viele ein Drang besteht, nach England zu kommen, wo aber Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit ihre Gegenwart unerwünscht erscheinen lassen. Lora Haldane sprach sich für die Ablehnung der Bill aus, die, wie er sagte, schließlich erwünschte Elemente ebenso fernhält wie unerwünschte. Die Bill nehme England den Vorzug, auch weiterhin ein Asyl für diejenigen zu sein, die politischer und religiöser Verfolgung entronnen sind. Er wünsche die Zulassung von Fremden, deren Vorzüge den nationalen Mängeln der Briten ein Gegengewicht bieten. Die Bill wurde bei namentlicher Abstimmung mit 53 gegen 20 Stimmen angenommen.

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