Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 36 (6.5.1927)
- Date
- 1927-05-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 36 JUEDISCHE RUNDSCHAU 9 s ider 2er-!•r- :licn der ebst ist - 11 נ 000 iten, Das M.r timmen \us- •hält mit Stungslerte Abrtdes ״Re, ben: dem Redern ach- 1t zu ndes lung Re* ruck ו so iilfsieser chen iderbien, die and-!ulen je!1d iden isch- und Für isch- Be- 1m von Jümgsder Die bat ged, n leten dun״ dem aber• des cvorein jiidiiches. .dt rat •us- ״all s c higust j d i - zum ver-;dem 1 W. lisch- an- ►eben 1 der 1. Die 1 follenr Ar- 1 des t aufh daätzen sind, I, die urde.;eten, iiodik >rnäisch idere nung ►wohl r i e - ische und (zuroreben. Der Außenhandel Palästinas im Jahre 1926 Von J. R ebclsky. Handelsbilanz. Die Handelsbilanz Palästinas für das Jahr 1026 zeigt im Vergleich mit dem vorhergehenden Jahre eine leichte Besserung. Die Passivität von 80,5״« im Jahre 1925 verminderte sich auf 77,5 0׳״ im Jahre 192f>, verursacht durch eine Abnahme des I m ports um 12 <>>, bei gleichbleibendem Export. Es ist eine merkwürdige Erscheinung, dal! die Passivität der palästinensischen Handelsbilanz in Krisen- Jahren immer kleiner wird, wie B. auch im Jahre 1923, einem Emigrationsjahr, wo die Passivität um 4,5 0'״ gegenüber 1922 liel infolge einer Importsenkung von ebenfalls 12 0׳,״. Die Tatsache, daf! die Krise sieh sofort iin sinkenden Import auswirkt, ist ganz natürlich, bemerkenswert ist jedoch, daß der palästincnfische Export von den Krisen un beeinfluß bar erscheint. Die nachstehende Tabeile zeigt die Entwicklung des Außenhandeis Palästinas in den letzten fünf Jahren. (Die Ziffern bedeuten Tausende ägyptische Pfund.) Import Export Export 11. Reexport Passivität 1922 5 472 1070 1 257 0״ 77 1923 4 825 1 143 1 377 72,5 °'1> 1924 5 266 1 201 1 343 71,5 1925 7 338 1298 1 437 SO,5 »'!ו 1926 6 435 1276 1 451 0״ 77,5 Entwicklung des Außenhandels nach Monaten. Man kann ferner feststellen, daß der Import nicht nur im Vergleich mit den vorhergehenden Monaten des gleichen Jahres, sondern auch mit den gleichen Monaten des Vorjahres, von Oktober ab, gefallen ist. Das Gegenteil ist beim Export zu beobachten, der vom September ab ständig im Ansteigen begriffen war und in den letzten Monaten des vergangenen Jahres das Doppelte gegenüber den gleichen Monaten des Vor- Jahres erreicht hatte. Dies ist auf die Entwicklung des Orangenhandeis zurückzuführen, (ln den Monaten Oktober bis Dezember 1926 hat der Orangenexport die Ziffer von C 173 400 erreicht gegenüber £ 62 200 in derselben Periode des Jahres 1925.) Import. Die Klassifikation des Imports nach den Hauptkategorien zeigt, daß an erster Stelle stehen die Fertigfabrikatc, dann Nahrungsmittel und an letzter Rohmaterialien. Die nachstehende Tabelle zeigt den Wert (in £E) der wichtigsten Importwaren im Jahre 1926 (verglichen mit 1925). 1926 1925 Textilwaren 721 396 $32495 Mehl 353 016 312682 Konfektion 254 321 310505 Petroleum 204 089 173 080 Maschinen 196 686 238 327 Reis 179 861 179 764 Seidenwaren 176607 158 872 Zucker 174 779 180 831 Benzin 173687 117 379 Automobile 126969 125 182 Interessant ist die Tatsache, daß in fast allen landwirtscliaftlichen Produkten wie Weizen, Gerste, Mais, Bohnen und. andere eine bedeutende Abnah mcinderEinftihr zu verzeichnen ist, während der Export sich gesteigert bat. Auch die Einfuhr von Zement zeigt eine große Abnahme von £ 242000 aut £ 83000, die natürlich der Entwicklung der palästinensischen Zementindustrie (der Fabrik ״Ncsher“ in Haifa) zu verdanken ist. Die Hauptursache ist jedoch die Abnahme der Bautätigkeit. Die Hauptländer des Imports sind Aegypten, Syrien, Englatid, Deutschland, Frankreich, Amerika, Italien und Rumänien. Nach Palästina werden importiert: aus Aegypten: Reis, Zucker, Tabak, Baumwolloel, Petroleum, Gemüse; aus Syrien: Textil- und Seidenwaren, Vieh, Eier, Futtermittel; aus Eng-!and: Textilwaren, Kohle, Metalle, Maschinen; aus Deutschfand: Maschinen, Metalle, Konfektion und Baumaterialien; aus Amerika: Petroleum, Benzin, Kerosin, Automobile, Mehl; aus Italien: Textilwaren, Automobile, Marmor, Teigwaren, Maschinen; aus Rumänien: Holz (für Bauzwecke und Orangenkisten). Deutschlands Import nach Palästina ist in den letzten Jahren auf 11 bis 13 0/0' des Gesamtimports gestiegen, wie ans nachstehender Tabelle hervorgeht: Ueberblick über den Import der wichtigsten Länder in den Jahren 1924 bis 1926. Land 1926 £E .0/0 1925 ,£ E 0/0 1924 1:1: 0/0 Aegypten*) Syrien 1 729 000 27 375 000 5 360 000 7 1000000 ׳ 16 1 018000 11 810000 16 England 731000 11 1 083 000 15 981 000 19 Deutschland 714000 n 930000 13 5b0000 10 Frankreich 416000 6 564 000 7 320 000 6 Amerika 335 000 5 667 000 9 401 000 8 Italien 279000 4 356 000 5 289 000 5 Rumänien 207 000 3 320 000 4 211 000 4 Export. Beim Export kommen im Gegensatz zum Import in erster Linie die landwirtschaftlichen Produkte, dann die Fcrfigtabrikatc und Rohmaterialien. Vor dem Kriege waren die Hauptexportartikel Orangen, Seife und Wein, nach dem Kriege ist der Weinexport bedeutend gefallen und von dem Export an Melonen überholt worden. Orangen Seife Melonen Kisten £E fons CE tons £E 1925 1 868000 551 400 5 853 247 700 29 740 128 400 1926 1 888000 566 500 4 MS 170500 31680 102700 Die wichtigsten Exportländer für Palästina sind: England, Aegypten, Syrien, Deutschland, Frankreich und Amerika. Nach Artikeln getrennt werden exportiert: nach England: Orangen und Wein; nach Aegypt cn: Seife, Orangen, Melonen, Wein; nach Syrien: Melonen, Sesam, Mandeln, Wein; nach Deutschland: Tabak, Orangen”); nach Frankreich: Erbsen, Linsen; nach Amerika: Mazzoth und Teppiche. Ueberblick über den Export nach Ländern in den Jahren 1924 bis 1926. 1926 1925 £E ״/» £L ״/o 1924 0/״ CE. England Aegypten Syrien Deutschland Frankreich Amerika 508 000 40 415000 33 160 000 12 52 000 4 34000 2,5 26000 2 114 000 34 577 000 44 158000 12 20000 1,5 23000 2 26000 2 367000 31 517000 43 200000 17 19000 1,5 26000 2 16000 1 *) Zu der plötzlichen Steigerung des ägyptischen Imports nach Palästina ist zu bemerken (von £ 375000 auf 1 730000), daß dies in den amtlichen Tabellen nur deshalb so erscheint, weil im Jahre 1926 alle diejenigen Waren, die durch Aegypten aus änderen Ländern nach Palästina kamen, in den palästinensischen Zollhäusern als ägyptische Waren registriert worden sind. Als Beweis mögen die amtlichen Berichte über den Außenhandel Aegyptens dienen, die den Export nach Palästina im Jahre 1926 nur mit £ 391 000 beziffern. **) Der Orangenexport nach Deutschland begann erst im Jahre 1925 mit 14000 Kisten und stieg auf «)000 Kisten im Jahre 1926. Ein deufcdi-hebräisdiesWörierbudi In den vorstehenden Zahlen sind nur die Konsumwertc des Exports aus Palästina enthalten. Uebcr Reexport, Transit und Goldeinfuhr und Ausfuhr gibt die folgende Tabelle Aufschluß: 1920 £ 1925 £ Reexport 175 000 HO 000 < ioldcinfulir 000 ו 1 191 OCK) rioldausfuhr 13000 102 000 Transit 108 000 123 000 Schiffsverkehr, Die folgende Tabelle gibt noch eine Uebcrsieht über die Zahl der in Palästina Jahren angelaufcnen Schiffe: in den beiden letzten Dampfer tons Segelschiffe tons 1925 754 1 832000 1 718 27 000 1926 712 I 581000 1 939 3 4 000 Damit sind die charakteristischen Striche für den Außenhandel Palästinas festgclegt. Wie zu ersehen ist, kann die Passivität der Handelsbilanz in absehbarer Zeit nicht überwunden werden, aber man kann wohl mit Recht behaupten, daß sie eher durch Verminderung des Imports als durch Erhöhung des Exports abgeschwächt werden kann. Die Ent- Wicklung des Exports ist naturgemäß eine sehr langsame, aber die Abnahme des Imports, die durch die fortschreitende Ent- Wicklung der einheimischen Industrie und Landcsproduktion erreicht werden kann, wird in dieser Richtung rascher nnd nachdriicklicher wirken. Schon heute ist die palästinensische Industrie imstande, einen großen Teil der Bedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen. In der letzten Zeit hat auch die Regierung ihre Bereitwilligkeit bewiesen, zur Ent- Wicklung der Industrie beizutragen, indem sie den Zoll für einige Rohmaterialien beseitigte. Es ist zu hoffen, daß diese Maßnahmen der Regierung sich zum Besten der ökonomischen Ent- Wicklung Palästinas bewähren werden. Die Arbeiter im Wirtschaftsleben 111 der Peßachnummer des ״H a p o e 1 Hazait“ nimmt Arlosoroff zu einer Reihe von Ereignissen der jüngsten Zeit Stellung, insbesondere zu Fragen, die die Stellung der Arbeiterschaft im palästinensischen Wirtschaftsleben betreffen. Er beginnt mit dem Hinweis auf den Antrag der Partei Hapoel Hazair in der soeben beendeten Sitzung des W'aad Lcumi, daß auf die bevorstehende Tagung der Assefath Haniwcharim der Antrag auf Schaffung eines ״inncrenArbeitsgcsctzes“ gesetzt werden solle. Gewiß würde ein derartiges, die Verhältnisse zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern regelndes Gesetz der Assefath Haniwcharim keine zwingende Kraft haben und das gewiß in einer Frage, wo oft genug selbst gesetzgebende Versammlungen nicht die Autorität hatten, sich durchzusetzen. Aber die Assefath Haniwcharim würde ewig ein blutleeres Gebilde bleiben, wenn sie nicht beginne, die Wirtschaftliehen und sozialen Fragen des Jischuw in ihren Tätigkeitsbereich einzubcziehen. Der auf der letzter! Sitzung der Assefath Haniwcharim gemachte erste Versuch in dieser Richtung sei keineswegs ganz erfolglos gewesen. Die Seminarangclegen heit habe das Fehlen eines derartigen Gesetzes aufs deutlichste bewiesen. An dem Streit, der in diesen Fragen entstanden sei, trüge die Baukonimission durchaus die Schuld. Die Fehler der Moazath Poalc Jcruschalijim seien zuzugeben, aber die Syhuld der Komniissionsmitglieder vermindere sich dadurch nicht. Das Argument, die Mitglieder der Kommission seien dort als Einzelpersonen, nicht als Vertreter ihrer Institutionen anwesend gewesen, sei, wie in der letzten Sitzung des Waad Leumi erwiesen, unwahr. Wenn anläßlich der Semlnarangelegenheit die Frage der Schaffung neutraler Arbeitsämter akut geworden sei, so müsse man unterscheiden, daß diese Frage nur ein Teilproblem aus dem Gesamtkomplex der Arbeitsfragen sei, ein Teilproblem, dessen Lösung im Sinne einer Neutralisierung der Arbeitsämter vom Hapoct Hazair bereits vor seiner Tagung in Pefach-Tikwah, also lauge vor dem Ausbruch des Seminarstreits, aufgesteilt worden sei. Die Schaffung derartiger Arbcitsiimter stoße auf viele Schwierigkeiten, deren größte es sei, dal! der organisierten Arbeiterschaft keine entsprechende A r b e i t g e h e r g r 11 p p e gegenüberstehe und cs habe sich schon hei der Füiifzelincr-Kommission gezeigt, daß ein solcher vcrhandlungsfähigcr Partner nicht existiere. Eine Schwierigkeit sei ferner, daß die Arbeitsämter den örtlichen Bedingungen angepaßt werden müßten, wie denn etwa in den Kolonien die Aufgabe des Arbeitsamtes viel weniger in der Arbeitsvermittlung als vielmehr in der Ausfindigmachung neuer A r b e i t s g c 1 c g e 1111 c i t für Juden bestehe. Aber alle diese Schwierigkeiten dürfen die Arbeiterschaft nicht daran hindern, mit allem Emst eine Lösung der Frage zu versuchen. Weiterhin beschäftigt sieh Arlosoroff mit dem Protest der Kulturkommission der Histadruth gegen den Beschluß des Arbcitsdepartcnients der Palästinaexekutive, wonach diese vom 1. April anfangend nicht mehr imstande sein werde, das bewilligte Budget auszuzahlcu. Der Protest sei, wie bei aller Anerkennung der Wichtigkeit der Arbeiten der Kultnrkommission gesagt werden müßte, nicht begründet. Gerade Sprinzak, der Leiter des Departments, sei bei jeder Gelegcnhcit für die Kulturarbeit der Arbeiterschaft eingetreten. Nur die zwingenden finanziellen Notwendigkeiten des Augenblicks hätten zu diesem Beschluß geführt, rechtfertigen i )1 n a b e r a 11 c 11. Es habe keinen Zweck, daß sich die Kulturkominission auf die Wichtigkeit ihrer Arbeit und die Bcstimnuingen des Budgets berufe: die Arbeitslosigkeit habe längst bewirkt, daß das beschlossene Budget n u r a 11 f dem Papier stehe und dazu gezwungen, jeden einzelnen Arbcitszweig daraufhin zu prüfen, ob bei ihm Abstriche gemacht werden könnten. Alle Arbeitsgebiete seien lebenswichtig, wir müßten also eben diejenigen bevorzugen, die am allerlebenswichtigsten seien. Man könne auf die Frage, ob man Vater oder Mutter mehr liebe, nicht antworten, mail liebe beide mehr. Man müsse endlich begreifen, daß man 1 Pfund nur einmal ausgeben könne. Im Monat März wurden in Tel-Awiw Baulizenzen für etwa 2000 qm erteilt. Besonders gering war die Zahl der Baulizenzen im Februar, wo Baubewilligungcn mir für 1000 qm erteilt worden sind. Berliner Zionistische Vereinigung Montag, den 23. Mai, abends 81/! Uhr im Keichawirtschaftsrat, Bellevuestr. 15 Vortrag UPt BlUdlSntSlH: ״Das jUüilchePalältlna־ Ein Reisebericht. Im Benjamin Harz-Verlag (Berlin-Wien) ist soeben ein deutsch-hebräisches Wörterbuch von S. M. Laser und H, Torczyncr erschienen, das dazu berufen ist, für den Hcbräisch-Lernenden und besonders den Hebräisch-Schreibenden deutschsprachlicher Gebiete eine der empfindlichsten Lücken atiszufiillen. Wer bisher vom Deutschen als Mutterspräche ans Hebräische licrankam und nach langjährigen Studien cs endlich soweit gebracht hatte, daß er in sich die Fähigkeir und Lust verspürte, seine eigenen oder anderer Gedanken in einem literarischen Hebräisch auszudrücken, mußte sich bald überzeugen, daß ihm ־zu einem derartigen Unternehmen ein wichtiges Hilfsmittel fehlt: das dcutsch-hebräischc Wörterbuch. In häufigen Fällen läßt sich — bei gutem Gedächtnis — zwar ein Stichwort für den fehlenden oder vergessenen Ausdruck finden, mit dessen Hilfe man sich auch in einem guten hcbräisch-dcutschcn oder nur hebräischen Lexikon belehren kann. Wenn aber das Gedächtnis versagt und kein ״lebendes“ Lexikon in Gestalt eines befreundeten Kenners der Sprache zur Verfügung steht, dann führt die Hilfslosigkcit zu lähmender Verzweiflung und der stolze Vorsatz, selbst Hebräisch zu schreiben, verwandelt sich im besten Fall in neuen Lern- und Leseeifer, d, h. in den Entschluß, das rein rezeptive Studium fortzusetzen. Auch diejenigen, denen der Zufall noch ein antiquarisches Exemplar des seligen Schulbaums oder des (das Deutsche nur mangelhaft beherrschenden) Marge! in den Schoß warf, verspürten nicht allzuviel von den Segnungen dieser stark veralteten Lexika, die noch tief im unbeholfenen Melizah-Stil der Haskalah stecken geblieben waren und, so verdienstvoll sie zu ihrer Zeit gewesen sein mögen, bei der raschen kxikographischen und phraseologischen Entwicklung des modernen Hebräisch dem Benutzer unserer Tage nicht allzuviel Brauchbares zu geben vermochten. Andere, kleinere deutschhebräische Wörterbücher der letzten Jahre (Menorah-Wörterbuch usvv.; waren deshalb wenig nützlich, weil sic ja fast nur die nackten Vokabeln ohne genügende Berücksichtigung der syntaktischen Anwendung und des phraseologischen Sprach- Schatzes enthielten. Das neue Wörterbuch von Laser und Torczyner ist daher dem Hcbräisch-Sehrcibenden ein unschätzbares Hilfsmittel, das alle die Mängel seiner Vorgänger weit hinter sieh läßt und demjenigen, der iii die Sprache genügend eingelebt ist, eine hervorragende Stütze seines Gedächtnisses bietet. Dieses Buch ist nicht etwa ein bloßes Vokabular, in dem für ein deutsches Wort ein oder mehrere hebräische Aequivalcrrtc zu finden sind. Es bemüht sich vielmehr, dem Benutzer die Unterscheidung der verschiedenen Nuancierungen bei Synonymen zu erleichtern und ihm bei der Orientierung über syntaktische und phraseologische Verhältnisse eine knappe, aber f ü rden Verständigen und Belesenen durchaus genügende Auskunft zu erteilen. Für den Verständigen und Belesenen! Hier muß ein allgemeines Wort der Warnung vor Benützung solcher Lexika durch Unbefugte gesagt werden. Häufig genug werden Lehrer von ihren Schillern schon nach den ersten Semestern ihres fremdsprachlichen Studiums um Nachweis eines geeigneten deutsch-fremdsprachlichen Wörterbuches gebeten, mit dessen Hilfe sic Uebcrsetzungcn anfertigen und ihre eigenen Gedanke ,,frei“ ausdriieken könnten. Diese Allzuungeduldigen glauben, daß es nur eines gewissen grammatischen Formengerüstes und eines zuverlässigen Wörterbuches bedürfte, um sich in der fremden Sprache ausdriieken zu lernen. Und wenn der Lehrer dieses sinnlose Unternehmen nicht unterbindet, sondern etwa gar noch unterstützt, dann kommt es zu jener kläglichen Spraehveninstaltung, die der Tod jeder wahren Einfühlung in die Sprache ist. Der Einwand, daß ja auch an Schulen Fremdhprachen birtfig• nach einer Methode unterrichtet werdet», die von vornherein Uebersetzungsiibungen in die Fremdsprache geben, ist hier nicht stichhaltig, da ja diese Uebersetzungen vom Schüler nach eindeutig gegebenen Wortregistern rein mechanisch angefertigt werden, ■ohne viel Kopfzerbrechen zu verursachen. Die Wahl der Wörter in den Registern und mannigfache sonstige Anweisungen schützen wie von selbst vor Verstößen gegen den Geist der Fremdsprache (wenn auch nicht zu leugnen ist, daß nicht selten auch bei diesen Ucbungen schwer gesündigt wird). Ein von der Muttersprache ausgehendes Lexikon dar) mit gutem Gewissen nur der benützen, der über genügend praktische Erfahrung i!1 der Fremdsprache verfügt, um das Gebotene am eigenen Sprachgefühl zu prüfen und das für seinen Zweck Geeignete jeweils aiiszuwählcii und richtig an zu wen den. Kein Lexikon der Welt kann diese an lebendigen Sprachg e f ft gen erworbene Erfahrung durch noch so weitgehende Ausführlichkeit bei der Nuancierung der Synonymen, der Erläuterung des Sprachgebrauchs und in der Darbietung fester Redewendungen ersetzen. Wer ein derartiges Hilfsmittel gebraucht, sollte es sich zur N o r m machen, nur dasjenige Material zu verwerten, an das er sich — als bereits früher in seiner Lektüre vorgekommcii — deutlich erinnert, dessen sprachlicher Gehalt sowie syntaktische Elastizität und Einfügbarkeit in den Zusammenhang seinem Sprachgefühl vollkommen erreichbar ist. Jeder diese Norm mißachtende Gebrauch ist ein Mißbrauch und rächt sich bitter. Das Gesagte gilt für derartige Lexika aller Fremdsprachen. In erhöhtem Maße aber gilt es für das Lexikon einer Sprache, deren lcxikographischcr und phraseologischer Bestand sich aus den verschiedenartigsten Kulturperioden einer mehrtausendjährigen Entwicklung (bei mannigfaltigsten Einflüssen fremder Kulturen) aufgespeichert hat. bie Gefahren der Be- 11 nt zu 11g eines derartigen Spraclmiagazins sind ebenso grob wie die Schwierigkeiten, die der Abfassung eines solchen Lexikons cntgegcnstclien. Wer vermöchte die Grenze zu ziehen zwischen Bestandteilen der Sprache, die — noch heute in lebendigem Bewußtsein — in ein praktischen Zwecken dienendes Lexikon aufgenommen werden müssen, und solchen, die — als älteres, vergessenes Sprachgut — an sieb fcrnzuhaltcn wären, aber morgen vielleicht,'von einen! Schriftsteller oder Dichter wieder aufgegriffen, in der modernen Litcratursprache, ja vielleicht sogar in der Sprache des täglichen Umgangs wieder Bürgerrecht erlangen werden? Wer vermöchte vor allem entscheiden, welche von den Neubildungen der letzten Jahre oder Jahrzehnte sich erhalten und welche wieder von der Bildfläche verschwinden werden? Die Verfasser haben die Schwierigkeit dieses Problems sehr wohl gefühlt und bekennen im Vorwort, daß sic eine große Anzahl von Neubildungen aufgenommen haben, die noch keineswegs in der Sprache Bürgerrecht erworben haben. Dabei hielten sie es nicht einmal für wünschenswert, diese umgeprägten Wörter und Ausdrücke besonders zu kennzeichnen, indem sie die ausgesprochene Tendenz verfolgen, diesen Neuprägungen nach Möglichkeit erst Heimatrecht in der Sprache gewinnen zu lassen. Kein Wunder also, daß dieses Lexikon einen beinahe verwirrenden Reichtum an älterem und jüngerem, geläufigem und weniger bekanntem Sprachgut aufweist. Um so notwendiger ist es aber, daß der Benutzer selbst über ein großes Maß historisch-stilistischer Spracherfahrung und Linfühlungsmöglichkeit verfügt. Werden doch an sein sprachliches Urteils- und Unterscheidungsvermögen hohe Anforderungen gestellt! Nur dem wirklichen Sprachkenner, dem zumindest weit Vorgeschrittenen, kann die Benützung des Lexikons (soweit sic sich nicht mit Nachschlagen längst eingebürgerter, eindeutiger Vokabeln und Phrasen begnügt) zum Segen gerdeben.