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Jüdische Rundschau · 1927-05-06 · Heft 36 (6.5.1927) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 36 (6.5.1927)
Date
1927-05-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 30 ־\..§eite Wenn wir auch nicht so weit gehen, wie einer unserer großen zionistischen Freunde, der die gegenwärtige Krise als die beste Gelegenheit zur Verbesserung unserer jüdischen Palästinawirtschaft freudig begrüßt, so sind doch auch wir der Ansicht, daß ein Vorteil der Krise in der Offenbarung mancher Schäden liegt, die bei guter Konjunktur leicht verdeckt werden können und die wahre Gesundung des Wirtschaftslebens hindern. Wir begrüßen es, daß die Parole der Konsolidier rung, mit der wir seit langer Zeit operieren, von der Exekutive in der Form aufgenommen worden ist, daß die Gesamtexekutive davon spricht, daß ״wir der Aufstellung fundamental neuer Pläne und Methoden entgegengehen“. Als Gegner jeder Illusionspolitik auf den Gebieten, in denen nur Wirklichkeitssinn herrschen darf, bezweifeln wir allerdings, daß diese für unser Gefühl überstarke Formulierung einen ebenso starken und klaren Inhalt hat. Eine Koalitions-Exekutive hat die Kundgebung unterschrieben, und wir wissen aus anderen Veröffentlichungen, daß die einzelnen Mitglieder der Exekutive sehr verschiedene Vorstellungen von den ״fundamental neuen Plänen und Methoden“ haben. Das Aktions-Comite wird Klarheit darüber zu schaffen haben, was wirklich gewollt ist. Mit allgemeinen Formeln, denen alle zustimmen, ist nichts getan. In einem bis in alle Einzelheiten ausgearbeiteten Programm muß klargestellt werden, welche Arbeiten in der nächsten Zeit durchgeführt werden sollen. Wir halten es für einen glücklichen Gedanken, daß die Exekutive von einer besonderen, mit nötigen Vollmachten ausgestatteten Kommission spricht, deren Bericht die Grundlage für endgültige Beschlüsse werden soll. In dieser Kommission dürfen nur Männer sitzen, von deren absoluter Sachlichkeit alle Gruppen überzeugt sein können. Wir sind überzeugt, daß es bei der besonderen Struktur der Zionistischen Organisation und den eigenartigen Bedingungen des jüdischen Lebens außerhalb und auch innerhalb Palästinas Männer gibt, die Energie mit Gerechtigkeit und Verständnis gegenüber allen Teilen des Jischuw verbinden. Die mancherorts erkennbaren Bemühungen, bei der Erörterung der Krise die Schuld in erster Linie oder sogar ausschließlich der Arbeiterschaft und der Arbeiterwirtschaft zuzuschieben, werden nur durch eine solche unparteiische Kommission ausgeschaltet werden. In jedem Fall müssen die Arbeiten der Kommission den nächsten Kongreß befähigen, eine einheitliche und starke Exekutive zu wählen, deren Verhandlungsfähigkeit mit Nichtzionisten in ihrer inneren Geschlossenheit und in der Autorität, die sie bei der Zionistischen Organisation genießt, begründet ist. Die Arbeiten der zionistischen Budgetkommission sind eine wichtige Voraussetzung für die Tätigkeit der zwischen Dr. W e i z - mann und der Marshall-Gruppe vereinbarten ^chverständigenkpj|n1ission. Eine starke zionistische IBtÄftte, ein klares, durch die Sachverständigenkommission geschaffenes Arbeitsprogramm sind die beiden wichtigsten Voraussetzungen für ein schnelleres Tempo unserer Arbeit in Palästina und für die Verstärkung unserer politischen Position im Lande. Die vergangene Periode — die letzten 7 Jahre — sehen auch wir als eine Vorbereitungszeit an. Die Lösung der gegenwärtigen Krise muß einen Abschnitt in unserer zionistischen Entwicklung darstellen: Konsolidierung als Voraussetzung schnellerer Kolonisation! Wir erwarten, daß schon auf der Sitzung des Aktions-Comites eine Konzentration der zionistischen Kräfte stattfinden wird. Alle Gruppen, die es mit einer Sanierung der Wirtschaft ernst meinen, werden erkennen müssen, daß jene Versuche, gleichzeitig — sozusagen nebenbei —- andere außenwirtschaftliche Ziele zu erreichen, nur dazu führen können, daß alles beim Alten bleibt. Wer mit einer neuen Ordnung der Palästinawirtschaft zugleich ״Das Judentum in der Musik" Von Arno Nadel. Unter diesem durch Richard Wagners Broschüre berühmt gewordenen Titel versucht es Heinrich Berl, ein Nichtjude, wie er in der Einleitung betont, aber, wie aus jedem Laut erhellt, ein dem Judentum sehr nahestehender G״ist, die judenfeindliche These Wagners ins Gegenteil zu verkehren, oder besser, sie positiv auszunutzen*). Ich habe das durchweg geistreiche und kenntnisreiche Buch mit größtem Interesse gelesen und könnte wieder, manchem von Berl Gesagtem zur Bekräftigung, aber seinen Grundthesen entgegenwirkend, selber ein Buch, als Kritik, schreiben. Aber wo den Raum hernehmen, wo die Zeit, die doch besser zu rein Positivem ausgenutzt werden muß. Das Berlsche Buch hat drei Haupttlicmen. Zuerst wird der Gegensatz der Musik des Ostens zu der Musik des Westens beleuchtet, dann wird die jüdische Musik als zur Musik des Ostens gehörend dargestellt, — endlich wird versucht, die ״jüdische Pseudomorphose“ als wesentliche Ursache der asiatisehen Krise in der europäischen Musik zu erweisen. Fast aus dem Stegreif kann man zu den Berlschen Betrachtungen Notizen machen und Erwägungen anstellen. Jedoch: was sollen wir beispielsweise zu diesem Tempo und diesem eigenwilligen Pathos sagen, die formvollendete Thesen zutage fördern, aber ebenso vage Festsetzungen, wie: ״Es ist keine Frage, daß auch Mahler, Schönberg und Schreiber, die drei Hauptgestalten, mit denen sich die hier vereinigten Arbeiten in immer neuen Anläufen auseinandersetzen, von der Romantik herkommen.“ Allerdings wird vorerst nichts weiter festgestellt, als daß das Buch sich mit diesen drei Hauptgestalten befaßt. Aber welche Zusammenstellung! Mahler, Schönberg — Schreiher?! Schon über Mahler — Schönberg wird man in hundert Jahren allerlei sich denken, trotz der unbestreitbaren Genialität, vielleicht sogar Echtheit des atonalen Komponisten. Aber Schreiber! Sein Geist selber wird darüber läcneln. Ich kannte den vornehmen, stillen Musiker, der mit einer Gewalt und Häßlichkeit herausfordernden Welt nicht fertig werden konnte. Er hat mir Orchesterschöpfungen und Lieder vorgespielt. Natiirlieh: ein begabter und feiner Musiker. Ihn aber als epochemachenden Schöpfer hinstellen wollen, und gar wegen seiner •) Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart, 1926. auch eine Aenderung der Leitung der zionistischen Politik herbeiführen will, wird in Wahrheit dazu beitragen, auch die Konsolidierung der Wirtschaft zu verhindern. Die Politik Dr. Weizmanns gibt uns die Sicherheit für die Weiterführung einer guten zionistischen Politik in der jüdischen und nichtjüdischen Welt. Aber alle Erfolge einer überlegenen Führung können ohne eine Konsolidierung der Palästinawirtschaft und auch der Palästina- Exekutive keine entsprechenden Folgen haben. Die Exekutive appelliert an die Frische und Jugendkraft der zionistischen Bewegung. Wir glauben, daß von dieser ursprünglichen Kraft der zionistischen Bewegung in dem Augenblick mehr offenbar werden wird als im gegenwärtigen Moment, da die Ueberzeugung, daß die Exekutive einheitlichen Willen und einheitliches Auftreten in ihrer Arbeit zeigt, weitere Kreise der Organisation durchdringt. Kurt Blumenfeld. Reform des Zionistenkongresses ln der letzten Nummer des ״New Palestine“ schlägt Isidore D. Morrison vor, den Zionistenkongreß, der sich einzig auf die Schekelzahler stützt, durch eine neue Institution zu ersetzen, in der auch die Meinung derjenigen Kreise zum Ausdruck kommt, die die zionistischen Fonds unterstützen. Morrison, einer der Organisatoren der zionistischen Bewegung in Amerika, Mitglied des Administrativen Komitees der amerikanischen Zionisten und der Exekutive des United Palestine Appeal, der u. a, 1925 eine Summe von 100000 Dollar für den Keren Hajessod, den Jüdischen Nationalfonds und die Hebräische Universität gespendet hat, führt ungefähr aus: Als Theodor Herzl den zionistischen Kongreß schuf, war die Lage eine ganz andere als heute. Herzls Absicht war, der Forderung des jüdischen Volkes nach einer Heimstätte eine organisatorische Form zu geben, er schuf auf demokratischer Grundlage den Kongreß, in welchem jeder Jude ohne Rücksicht auf Vermögen, Befähigung und Position vertrete« war. Der Zionistische Kongreß wurde so eine demonstrative, nicht aber eine technisch-konstruktive Körperschaft. Bestenfalls war er eine Gesetzgebende Körperschaft, aber auch dies nur in der Theorie. Er behandelte Imponderabilien, Ideen, Prinzipien — mit einem Wort: Aspirationen. Die Kontrolle über die Kongresse obliegt denjenigen, die die größte Zahl Schekelzahler auf die Beine bringen, nicht denjenigen, die aufbauende Arbeit in Palästina tun. Heute jedoch, fährt Morrison fort, ist die Funktion der zionistischen Bewegung eine ganz andere als früher. Auch heute noch ist der Wert der Demonstration nicht gering zu schätzen, allein die größte Demonstration ist der Hinweis auf den rapiden Fortschritt des Aufbauwerkes auf jüdischer Heimstätte. Wir sind also vom politischen wie vom praktischen Standpunkte In die Richtung des technischen Aufbaus gedrängt. Es erhebt sich nun die Frage: hat das von Herzl geschaffene rein demonstrative Instrument noch heute seine Berechttjgung? Die Antwort ist negativ, und diese Negierung wird von Jahr zu Jahr schärfer. Juden in allen Ländern der Welt, die meisten ohne jede Erfahrung und vollkommen unwissend in bezug auf technischen Aufbau, mit nichts als guten Absichten, wählen aus ihrer Mitte Hunderte von Delegierten, die ebenfalls für ihre Aufgabe nicht das nötige Rüstzeug besitzen, und diese sollen über die Verwendung unge-!teuerer Fonds entscheiden, zu denen das Kongreßelement selbst so wenig beigetrageh hat. Politische Schlagworte, die für Palästina belanglos sind, werden als leitende Grundsätze des Kongresses proklamiert. Die Meinung der Sachverständigen wird ignoriert, weil die Delegierten ihren _ Parteien verpflichtet sind. Zu der technischen Unerfahrenheit gesellt sich Parteivorurteil. Es gibt — nach fremden Mustern — eine Rechte, eine Linke, ein Zentrum. Und von diesen Eiementen hängt die Verwirklichung unseres Zieles ab, _ das soviel Scharfsinn, kühle Ueberlegung und höchste technische Erfahrung beansprucht. Der Kongreß tagt alle zwei Jahre, dazwischen sind seine Machtbefugnisse dem Aktions-Comitd übertragen, welches nach genau den gleichen Gesichtspunkten zusammengesetzt ist; eine Rechte, eine Linke, ein Zentrum. Sogar die Exekutive wird nach dem Willen der Parteien, die den Kongreß kontrollieren, gewählt. Es können Sachverständige nicht herangezogen werden, wenn ihre politische Ueberzeugung den Mehrheitsparteien nicht genehm ist. Es ist nun Zeit, Charakter und Struktur des Zionistenkongresses zu ändern, so daß er der neuen Lage und den der Lösung harrenden Aufgaben gewachsen ist. Es muß ein enger Kontakt geschaffen werden zwischen den Männern, die ״jüdischen Musik“, die sich in unerkannten Zeichen und Wunaern offenbaren soll, — jenes Trio zu rechtfertigen, dazu gehört nicht nur Jugendlichkeit, sondern schon eine gute Portion Kindlichkeit. Selbst, wenn es genügend ängstlich und zaghaft, wie im vorliegenden Falle, geschieht (Seite 149/50). Lieder Schreibers, wie ״Trotzköpfe“, ״Wiegenlied“ und ״Minnelied“ das sind hübsche, völlig unauffällige Lieder, nicht besser und nicht schlechter als sie vor zehn oder fünfzehn Jahren von jedem halbwegs begabten Komponisten geschrieben worden sind. Schreiber gar, wie gesagt, als spezifisch jüdischen Musiker entdecken zu wollen, das ist ebenso gewollt originell, wie den wahrhaften Meister Mahler als typisch jüdisch auszurufen. Hier gelangen wir (wenn wir wollen, — denn Berl3 Buch ist auf jeder Seite voll von problematischen Behauptungen, die alle zur Diskussion reizen, weil sie von einer lebendigen, in Nietzscheschem Feuer gestählten Seele stammen) zum eigentliehen Problem der jüdischen Musik. Berl selbst faßt seine Thesen in folgenden, wie ich gleich bemerken will, höchst klaren und unbestreitbaren Sätzen zusammen: ״Es gibt heute schlechthin keine einseitige Festlegung mehr. Ob Diatonik, Pentatonik, Sextatonik; ob Cnromatik, Bichromatik, Polychromie; ob Ganzton, Halbton, Viertelton — gleichviel: sie alle sind die gegebenen Mittel des Ausdrucks, und es entscheidet einzig die Genialität des Komponisten, was er damit beginnt.“ .... Ist dem aber so, — wo um Gottes Willen gibt es eine spezifische jüdische Musik? Entweder — oder! Mahler ist ein großer Musiker, der, wie ich selbst nach und nach lerne, zu den ganz wenigen produktiven Künstlern unseres zwanzigsten Jahrhunderts gehört. Aber nicht wegen seiner großen Melodik, oder wegen seiner Vorliebe für Marschrhythmen, seines Volksgesanges, seiner Trauer, seiner Ironie, — sondern schlechthin wegen seiner Genialität. Mir schien es in früheren Jahren, als wäre Mahler sehr oft im Experiment stecken geblieben. Inzwischen aber habe ich einfeschen, daß er wohl als Jude mehr als ein bodenständiger lusiker mit sich zu ringen hatte, daß aber der Künstler in inm so stark den Sieg davongetragen hat, daß sein ganzes Werk nunmehr neben dem kühleren Bruckner, neben dem bürgerlichen aber genügend großen Brahms und neben dem grandiosen aber inhaltlich nicht genügend weitreichenden Technik־!״ Strauß ein repräsentatives Ganzes darstcllt, das, solange Musik gehör* werden wird, nicht wird überhört werden können. Dies aber nicht, weil er ein Jude, sondern weil er ein großer Musiker Nr. die Mittel für den Palästina-Aufbau beistellen, und den Kanälen, durch die diese Mittel dem eigentlichen Aufbau zugeführt werden. Das Wahlrecht zum Kongreß muß dahin abgeändert werden, daß die zionistischen Steuerzahler, das sind die Spender, direkt vertreten sind, und nioht allein die• ienigen ausschlaggebend bleiben, die es verstehen, die meisten Schkolim an den Mann zu bringen. Für die Lösung der dringenden Aufgaben des Palästina-Aufbaues brauchen wir nicht einen kopfreichen, schwerfälligen Kongreß, der nur demonstrativ wirkt; wir brauchen eine sachkundige Körper- Schaft, die nicht nur den Schekelzahlern, sondern auch den Steuertragenden der Fonds verantwortlich sind; — eine Körperschalt, die nicht mit politischen Schlagworten arbeitet, sondern nach wissenschaftlich erprobten Regeln; die unbeeinflußt von Massenemotionen, dem einen Ziele zustrebt: Resultate zu erreichen. * V. mit F Denn über 1 Wirts! Lande Tab! unvcrl es kla absoll Tabak ähnlic Tonristen In Palästina In dem Touristenstrom, der in der Frühlinessaison dasl macht jetzt seinen ersten Besuch in Palästina. Dr. Emanuel Libmann aus New York, ein bekannter Herzspezialist, weilt hier, und soll eine Anzahl Vorlesungen ati der Hebräisehen Universität halten. Sir John Rüssel, der als landwirtschaftlicher Chemiker Weltruf genießt, nimmt eine Analyse des palästinensischen Bodens vor, und hat im Verlauf seiner Untersuchungen die zionistische Versuchsstation in leb ata und die Regierungsbaumschulen in Akko besucht. Sir John hat kürzlich Vorlesungen an der Hebräischen Universität und vor einer Konferenz landwirtschaftlicher Experten in T e 1 - A w i w abgehalten. Reverend Dr. Max Heiler aus New Orleans in den Vereinigten Staaten, ein zionistischer Pionier in den Reihen jüdischer Reformer, ist soeben von einer Tour in die landwirtschaftlichen Kolonien nach Jerusalem zurückgekehrt. Dr. Hans Vives, Leiter des Handelsdepartements der Tschechoslowakei und ein bekannte Schrittsteiler, unternahm in Begleitung Leib 1 alles eine Reise in die jüdischen Siedlungen. Samuel C. Lamport, ein angesehener zionistischer Kaufmann aus New York, besucht jetzt Palästina wieder (sein erster Besuch erfolgte im Jahre 1925 als Repräsentant der Brown Universität bei der Universitätseröffnung). Herr Lamport bereitet jetzt die Gründung einer Genossenschaft für zinsenlose Darlehen im Aufträge seines Vaters Nathan Lamport vor, der für diesen Zweck $ 250000 gestiftet hat. ■ egnr Verve einzus A denen sich 1 heute darüb Zeit Jaffa• usw. die B Leo Motzkin unternahm eine Reise durch die judäischen Kolonien und besuchte die Kolonien in der Ebene Jesreel und in Galiläa. Am 24. April fand im Hause von Colonel Kisch ein Empfang für Motzkin statt. Enthüllung von Kriegerdenkmälern in Pallstina Jerusalem, 1. Mai. (J.T.A.) Die Serie der geplanten großen Kriegergedenkfeiern und der Enthüllung von Kriegerdenkmälem begann am 27. April mit der Enthüllung des Kriegerdenkmals in Gaza für die auf den palästinensischen Schlachtfeldern gefallenen britischen Soldaten der East Anglian Division. Die Enthüllung nahm Lord Pluraer vor. Der Verband der ehemaligen Jüdischen Legionäre in Palästina legte am Fuße des Denkmals einen Kranz nieder. Der anglikanische Bischof von Jerusalem, Dr. Ren nוe McI n n e sfl leitete dep Gottesdienst. Das Denkmal wurde yon Sir Jöh | 'Bürteet-!fentworfen;־::'W^,2־־w׳fefte *EtAünuii^'zereinoiiie'fmäet. am Freitag, den 6. Mal, in Ramleh, die dritte am 7. Mai in Jerusalem in Gegenwart von Viscount A11 e n b y, dem Eroberer von Palästina, statt. Das Denkmal auf dem Jeru* salemer Kriegerfriedhof hat die Form einer Kapelle, die kein einziges religiöses Emblem oder Symbol ziert, da auf dem Jerusalemer Kriegerfriedhof Soldaten aller Konfessionen, auch jüdische, beigesetzt sind. Der italienische Konsul in Jerusalem, Dr. Pedrazzi, der sich in Italien als Antizionist betätigt hatte, erklärte in einem Presse-Interview, daß er als seine alleinige Aufgabe in Palästina erblicke, die kulturellen und Wirtschaftliehen Beziehungen zwischen Palästina und Italien enger zu knüpfen, und jdaß er alles vermeiden werde, was als gegnerische Einstellung zur zionistischen Palästina-Politik aufgefaßt werden könnte. Für die Haifaer Stadtratswahlen haben 1915 Mohammedaner, 1836 Christen und 939 Juden das Wahlrecht. Von den elf Stadtratsmandaten beanspruchen die Juden drei für die jüdische Liste. gewesen ist. Trotzdem er ein Jude war. Denn uns Juden bleibt nichts übrig, als die ganze kleine Erde als uns gehörig zu bezeichnen, und das ist nicht übel und nicht beschämend. Allenmen angel um c beste Oran Orari Paral eine Es i! Paläs Anlai Frucl laufe der ן nisse r u n sind gepll hinzt nicht Der ln d! dun! steh! sein die 1 lud« f£ die I des zog« Tik\ auf Orai dien gröl alle halb Ervi habi Da Dr. heg P e leut hun und eine das zu bau plai Ora Gel wie Ris ein Laj 111c in falls kann der Jude, wenn es ihm gegeben •ist, eine innige Neigung zu seiner Heimat fühlen, zu Palästina, vielleicht zu Asien und sie in seinem Schaffen, das heißt in der Verwirklichung seiner Sehnsucht, beweisen. Gilt nicht dasselbe in der bildenden Kunst? Wer wird Liebermann als spezifisch jüdischen Maler bezeichnen wollen? Obgleich jeder Kenner zugeben wird, daß irgendein Judentum aus seinem Werke spricht, — sogar weit, weit mehr als aus den Werken der Maler, die nur Juden und jüdisches Leben malen. Wo ist da die Grenze zwischen jüdischer und nichtjüdischer Musik! Eine Schwebung, ein Fühlbares ist vorhanden, aber wie dieses Unfaßbare deutlich machen wollen, um am jüdischen Wesen die Welt genesen zu lassen! Das jüdische Wesen, wenn es im Chaos des Hasses und des Uebels sich deutlich und stolz offenbart, wird schon soviel Kraft beweisen, um unser Judentum stolzer und selbstbewußter zu machen. Man denke: wenn Verdi Jude gewesen wäre, was hätte man nicht aus diesem melodischen Helden für einen jüdischen Orientalen machen können! Oder aus dem großen Musikanten Mozart. Ferner: meine These, daß es tatsächlich eine jüdische Musik gibt, und daß dies einzig die synagogale sei. Berl meint (Seite 154), daß ich die Dinge musikhistorisch betrachte, während er musikpsychologisch das Problem ansehe. Das stimmt nicht. Mich interessiert die Historie so wenig wie möglich. Ich sehe nur, was vor mir liegt: nämlich eine Summe von nicht gesichtetem, bedeutendem Material, das, durch den jüdischen Gottesdienst geläutert, weitaus am reinsten jüdische Seele und jüdisches tiefstes Wesen dokumentiert. Was liegt letzten Endes daran, daß die wertvollsten und schönsten Synagogenmelodien sich als deutsch — oder russisch — oder ungarisch — oder gregorianisch — oder byzantinisch — verwandterweisen lassen! Die edelsten Weisen selbst, nämlich die seltenen und herausgelesenen, die so wenige, wenige Juden kennen (weil leider infolge der verworrenen Meinungen und der Unkenntnis der Materie, auch infolge einer bejammernswerten, vielleicht im Moment notwendigen allzu materiellen Einstellung gerade in den am meisten jüdisch empfindenden Kreisen kein Interesse für dieses einzige und letzte echt jüdische künstlerische Gebiet besteht) sie zeugen von einer ungeheuren jüdischen Leuchtkraft und von einer vom Sinai herwehenden Gottesluft, wie syt un! scli sch de! cd! de! tig di« me die ch• dci wa he licl di! Kc vo W־( vo W ze üt da gi! an icl M bi!11 Sf ei bi m b; k E Q

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