Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 35 (3.5.1927)
- Date
- 1927-05-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2651273-2652877-2652910--19084-2676920- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sehe 252 JÜEDISCHE RONÖSCHäü Nr. SS Die Kolonialfrage (Pariser Brief.) Die Kolonialfrage strebt mit Riesenschritten einer Aen* derung zu. Ein Kampf hat eingesetzt, dessen Ausdehnung, Zähe und Leidenschaft man in Mitteleuropa wohl kaum zu ahnen vermag. Die Ausschließung von jeder Kolonialpolitik hat hier für die Frage Verständnis und Interesse genommen. Unmöglich aber kann die zionistische Politik an dem Problem vorfibergehen. Zu eindringlich waren die Zeichen, als daß sie unbeachtet geblieben wären: Wohl hat man mit Aufmerksam• keil die Unruhen in Indien, die Kämpfe in Syrien und Marokko verfolgt, wohl beobachtet man mit Spannung die Ereignisse in China. Auch die Weltkongresse der Farbigen wurden verzeichnet, seit Jahresfrist nicht weniger als vier: der panasiatische Kongreß in Nagasaki, die beiden panislamitischen Kongresse in Kairo und Mekka und zuletzt der Kongreß gegen koloniale Unterdrückung und Imperialismus in Brüssel. Aber die Erkenntnis ist nicht durchgedrungen, daß hier überall ein Wille herrscht, ein einheitlicher Wille, der eboren wurde im Weltkrieg, als Hunderttausende Farbiger ie europäische Zivilisation aus der Nähe kennen lernten und mit der Distanz auch den Respekt verloren. Damals drängte sich diesen Farbigen bewußt und unbewußt ein Vergleich ihrer Ethik mit der europäischen auf und in Tausenden fand Tagores Wort ein Echo, das der Zivilisationsaufgabe Europas in Asien, die Zivilisationsaufgabe Asiens in Europa entgegenhält, ein Begriff, der in der chinesischen Bewegung Schlachtruf geworden ist. Damals hörten alle diese Farbigen zum erstenmal aber eindringlich von 1789״“ und dem Selbstbesfimmungsrecht der Völker und in ihnen antwortete etwas, das trotz aller Zurückdämmung auch in den primitivsten Völkern niemals seine lebendige Kraft verloren hat: der Freiheitsdrang. Der Gedanke blieb unzerstörbar haften. Unheimlich mutet es an, wie nun allmählich das Werkzeug des Sieges sich gegen den Sieger kehrt, wie diese Mitklmpfer nun bald ebensoviele Fahnenträger des Abfalls in fernsten Lindern werden. * Und nun erfolgt die Antwort des europäischen Gewissens. Auf dem Kongreß in Brüssel haben sich führende Männer der europäischen Geisteswelt mit den Farbigen zusammenefunden, um gemeinsam den Kampf für die vollständige eseltigung jedes Kolonialbesitzes aufzunehmen. Eine Liga wurde zu diesem Zwecke in Brüssel gebildet, der Ende Mai In Paris die Gründung der ersten Ortsgruppe folgen wird. S a r r a u 11, einer der aktivsten französischen Kolonial- Politiker, hat den Kampf mit seiner vielbeachteten Rede in Constantine (Nordafrika) aufgenommen, in der er die Bewegung kurzweg als kommunistisch hinzustellen suchte, eine Behauptung, die als Schachzug geschickt ist, aber nicht der Wahrheit entspricht. Zahlreiche Persönlichkeiten des französisehen intellektuellen Lebens, die dem Kommunismus vollständig ferne stehen, haben ihren Beitritt in der Liga bereits angemeldet. (Hier sei erwähnt der Zionist Viktor Basch, der geistesgewaltige Professor der Philosophie an der Sorbonne und der bekannte Advokat Torres, der Verteidiger Schwarzbarths.) Wer bemüht ist, mit einiger Hellhörigkeit an der Quelle Sofier Bewegungen zu lauschen, kann sich unmöglich dem efühl Verschließen, daß hier eine Entwicklung einsetzt, die ihr Ende nicht vor ihrer' restlosen Erfüllung finden wird, dem bleibt das Problem der vollständigen Beseitigung aller Kolonien nur mehr eine Frage der Zeit, ja vielleicht einer überraschend kurzen Zeit Es ist nur zu verständlich, wenn ein solcher Ausblick auf zionistischer Seite die verschiedenartigsten Erwägungen hervorruft, wenn es auch ohne weiteres klar ist, daß der zionistische Aufbau in Palästina und die übliche Kolonialpolitik der europäischen Völker wesensverschieden sind. Trotzdem darf dies aber nicht ein Grund sein, den Blick vor einem Entwicklungsgang zu_ verschließen, der wiederum die letzten Endes doch einzig nützliche Lehre einschärft, alles Heil nur von eigener Bemühung und eigener Kraft zu erwarten. Dr. Artur Rosenberg. * London, 29. April. (J.T.A.) Die Vorbereitungen zur Abhaltung der Konferenz der Koloniai- und Mandatsländer, die am Dienstag, den 10. Mai, im Hause des britischen Kolonialamtes beginnt, sind beendet. Es haben sich zur Teilnähme Vertreter von 24 Kolonien, Protektoratsländern und Mandatsterritorien angemeldet. Der Minister für die Kolonien, Araery, erklärte Vertreten! der Presse, der Verlauf der kommenden Kolonialkonferenz werde es erweisen, ob es erwünscht wäre, die Chamizer ist kein Lyriker und kein Epiker, vielmehr Dramatiker, der immer von starkem Temperament getrieben leidenschaftlich gestaltet und leidend schafft. Sein letztes Werk, der Prophet Elias, der in Ekstase emporgehobene, sich verkrampfende Hüne, ist eines der gewagtesten bildhauerischen Experimente. Es charakterisiert besonders stark die Kraft seines unerhörten Willens zur Tat. Aber hier scheint er sich in dem Kampf, in dem sich dieser Feuergeist seit dem Moment, da er zum Meißel gegriffen, befindet, doch etwas zu weit vorgewagt zu haben. Vorläufig noch. Denn diese erste Ernte verspricht noch große Taten. Jedenfalls ist dieser homo novus in dem kleinen Kreise unserer jüdischen Bildhauer, deren Schaffen nur mit wenigen Ausnahmen von reinem Formempfinden und Raumgefühl getragen ist, ein geborener Plastiker, frei aller eklektischen Befangenheit, vielmehr getrieben von dem Feuer des wahren Künstlers. Das Aprilheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums bringt einen Sammelbericht über die bibelwissenschaftliche Literatur von Max Wiener. Weitere Berichte über die Literatur zu einzelnen Teilen der Bibel werden für die nächsten Hefte in Aussicht estellt. I. May bäum widmet einen Aufsatz dem Rabbiner amuel Formstecher, einem der ersten unter den neueren jüdisehen Theologen, welche eine philosophische Begründung des Judentums versuchten. Diese Arbeit erhält ihre Ergänzung durch die sehr lebensvolle Schilderung, welche im gleichen Heft M. Weißberg von den Aposteln der Aufklärung in Galizien entwirft Ferner führt O. Sc hole m seine vielbeachteten Untersuchungen zur Geschichte der Kabbala weiter. Zu den ״Textkritischen Bemerkungen“ E. Baneths im vorigen Jahrgang sind der Monatsschrift manche Einsendungen zugegangen, die in diesem Hefte mit Aeußerungen Baneths zum Abdruck gelangen. — Man abonniert die Zeitschrift, indem man Mit-?lied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des udentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von 10 M. an diese Gesellschaft (Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7030) sendet Institution einer solchen Konferenz am einer sündigen zu machen und in bestimmten Zwischenräumen solche Beratungen abzuhalten, um auf diese Weise eine wirksame Zusammenarbeit zwischen den Kolonialregierungen in Fragen der Verwaltung, der wirtschaftlichen Entwicklung, sowie der wissenschaftlichen und technischen Forschung herbeizuführen. Als Dauer der Konferenz sind drei Wochen vorgesehen. Pa- I ä 81 i n a wird durch den ersten Vizesekretär der Palästina- Administration, Herrn E. Mills, vertreten sein. Abkommen der Hadassah mit der KapaUi Cholim Wir haben seinerzeit über den Konflikt zwischen der Hadassah und der Kupath Cholim berichtet, deren Mitglieder bei der Aufnahme in die Krankenhäuser der Hadassah gewisse Ermäßigungen genossen. Nach längeren Verhandlungen ist nun zwischen der in Palästina weilenden Delegation der Hadassah und der Leitung der Histadruth und der Kupath Cholim am 13. April ein neues Abkommen getroffen worden. JÜDISCHE VOLKSPARTEI Donnerstag, den 5. Hai, abends 8 Uhr 2 große volhsversammlungen Stadthalle Klosteritr. Tiergartenhof, Bahnhof Tiergarten DER NEVE KURS Abrechnung und Ausblick Referenten 1 Klee, Kareski, Sandler, Waldmann, Lina Wagner-Tauber, Blumenfeld, Heinrich L5we, Kollenieher Jaden Berlin■ erscheint in Maiaent Demonstriert gegen die Reaktion in' der Gemeinde! Danach werden die Mitglieder der Kupath Cholim in die Krankenhäuser der Hadassah laut den verschiedenen Kategorien und Tarifen der Hadassah aufgenommen. Die Kategorie wird laut Anweisung der Kupath Cholim bestimmt. Die Mitglieder der Kupath Cholim zahlen für sich die Taxe, aber die Kupath Cholim zahlt sie kollektiv laut monatlicher Abrechnung. Wo es einen Maximal- und Minimaltarif gibt, zahlen die Mitglieder der Kupath Cholim den Minimalpreis. Diese Abmachung gilt provisorisch bis zum 1. Oktob er. Nach dem 1. Oktober zahlt die Kupath Cholim eine bestimmte Tagestaxe für jedes kranke, in die Spitäler der Hadassah aufgenommene Mitglied, ganz unabhängig davon, zu welcher Kategorie dieses Mitglied gehört (dies war eine der Hauptforderungen der Kupath Cholim, die dem kollektiven Charakter der Arbeiterkrankenkasse am besten entsprechen soll), außer für die Mitglieder, die laut dem Tarif der Hadassah von jeder Bezahlung befreit sind. Die Höhe dieser Bezahlung soll in den nächsten zwei Monaten in Verhandlungen zwischen Vertretern der Hadassah und der Kupath Cholim festgesetzt werden. Ais Grundlage soll die Durchschnittstaxe, die von den Kupath-Cholim-MitgÜedem vom 1. Mai angefangen gezahlt wurde, angenommen werden. Baaarbeit in Palästina Ueber neue Bauarbeiten 1'n den Städten Palästinas berichtet ״Mischar Wetaasiah“: In Tel-Awiw wtirde einem italienischen Unternehmer die Ausführung dreier Bauten übertragen, bei denen 100 Arbeiter, davon die Hälfte Juden, beschäftigt sind. — In der Straße Nachlath Benjamin hat man mit dem Abbruch zweier alter Häuser begonnen, um auf diesem Platz Neubauten zu errichten. — Im Gang der Arbeit bei öffentlichen Bauten, wie Volkshaus, Theater-Studio, Saal des Waad Hatarbuth, Altersheim, Kinderanstalt In Nordiah, Spital der Iriah, Arbeiterhaus des Misrachi und Große Synagoge sind Fortschritte zu verzeichnen. — in Jerusalem hat der Solei B 0 n e h mit der Arbeit an der Straße in Talpioth begonnen, die auf ungefähr £E 1200 zu stehen kommt, und beschäftigt dabei 40 Arbeiter. 60 0/0 der Kosten hat die Siedlung von der zionistischen Exekutive aus Mitteln des Keren Hajessod als Darlehen erhalten. Mitte März hat die Arbeit der vom Magistrat hergestellten Straße in der Nähe vom Merkas Mischari begonnen, die 50 Arbeitern Beschäftigung gibt, und an der die Stadtgemeinde sich mit £E 500 beteiligt. Die andere Hälfte gibt die P. L. D. C. Am 1. April sollte man weiter mit den Straßenarbeiten im Merkas Mischari beginnen, die auf £E 2000 zu stehen kommen und 150 Arbeiter beschäftigen. — Die Ausgrabungsarbeiten für das Fundament des Gymnasiums sind beendet. Man hofft demnächst mit den Bauarbeiten beginnen zu können. — In Haifa wurde am 29. März der Grundstein für den Bau des Volkshauscs gelegt. (Ziko.) Ein Ehrenabend für Herbert Samuel London, 28. April. (J.T. A.) Die Liberale Vereinigung von London City veranstaltete gestern einen Ehrenabend für Sir Herbert Samuel, der die Reorganisation der britischen Liberalen Partei unter bereits sichtbaren großen Erfolgen durchführt. Den ersten Trinkspruch brachte Lloyd George aus, der die Veranstaltung leitete. Er führte aus: Sir Herbert Samuel, der Präsident der Liberalen Partei, habe das ungeheuer schwere Unternehmen der Reorganisation dieser Partei auf sich geladen. Er brachte für diese Aufgabe höchste Qualifikationen mit. Fünf Jahre lang hat er eines der Mandatsterritorien, die nach den Friedensverträgen unter die britische Flagge gestellt wurden, verwaltet Er fand ein durch Zwietracht, Argwohn und Eifersucht zerklüftetes Land vor, — ein Land, in welchem es viele Menschen gab, die die Partei und den Zwist über das allgemeine Wohl stellten: die ruhige Besonnenheit Sir Herberts hat aber diese Menschen allmählich dazu gebracht, daß sie nun ihre Partei- und Privatinteressen dem allgemeinen Interesse unterordnen. Es sei darum kein Wunder, daß, als Sir Herbert zur Arbeit in der Liberalen Partei zürückkehrte, die allgemeine Meinung die war: ״Dies ist der Mann, den wir brauchen, der rechte Mann am Platz.“ Major H. L. Nathan, der Ehrensekretär der London Liberal Candidates׳ Association, sandte im Namen dieser Gesellschaft Grüße und Wünsche für Sir Herbert Samuei. Jerusalem, 28. April. (J.T.A3 Miß Dugdale, die Nichte Lord B a I f o u r s, ist in Begleitung des Unterhausmitglieds Major Walter Elliot, Parlamentssekretärs für Schottland, in Palästina eingetroffen. Die Gäste besuchten die nach Lord Balfour benannte Kolonie Baifouria. Miß Dugdale überbrachte den Kolonisten die Grüße ihres Onkels und spendete eine Summe für die Balfouria-Synagoge. Unser Erztehngswesai In Palästina Auf der am 7. April vom Hauptbüro des Keren Hajessod in Jerusalem veranstalteten Pressekonferenz gab der Leiter des Waad Hachinuch, Dr. Lurie, eine umfassende Dar- Stellung des zionistischen Erziehungswerkes im Lande. Dr. Lurie schilderte die Besonderheit der hebräischen Erziehung und die ihr innewohnenden Schwierigkeiten, wobei er die Tatsache unterstrich, daß trotz der überaus schweren finanziellen Lage in den Schulen sowohl administrative als auch erzieherische Fortschritte zu verzeichnen seien. Die Zahl der Kinder in den Kindergärten hat sich Im Lanfe der letzten sieben Jahre von 2500 auf 3475 vermehrt. Jedes Kindergartenkind kostet den Keren Hajessod jährlich £E 4,5, wobei 12 «/8 des Erziehungsbudgets den Kindergärten zugute kommt. Fast alle Abendkurse für Erwachsene, auf denen hebräische Sprache und Literatur gelehrt werden, sind von der Erziehungsabteilung der Allgemeinen Jüdischen Arbeiter- Organisation, dem Waad Hatarbuth. eingerichtet, die diese Arbeit mit Unterstützung der zionistischen Palästina- Exekutive durchführt. Diese Kurse werden von etwa 5000 Schülern besucht. Das Erziehungsdepartement der zionistisehen Palästina-Exekutive widmet seine Mittel und Kräfte hauptsächlich den Elementarschulen, die insgesamt 197 Klassen umfassen. Der Keren Hajessod verausgabte in diesem Jahre £E 7000 an Mieten für die Schulgebäude, die durchaus unzulänglich sind. Die Mittelschulen dagegen werden nicht mehr völlig vom Erziehungsdepartement unterhalten. Für sie steht nur noch ein Betrag von £E 6370 oder 5,9 «/o des Jahresbudgets zur Verfügung. Es existieren vier Lehrerseminare, zwei von allgemeinem Charakter für Lehrer und Lehrerinnen und zwei orthodoxe, ebenfalls für Lehrer und Lehrerinnen. Eine Reihe von Absolventen dieser Institutionen wurde durch das Er- Ziehungsdepartement zwecks weiteren Studiums in verschiedene Länder geschickt. 37 palästinensische Lehrer sind zurzeit in Griechenland, Jugoslawien, Aegypten, Tunis und Mesopotamien beschäftigt. Das Erziehungsdepartement ist bemüht, auch die laud* wirtschaftliche Arbeit in den Schulen zu vergrößern und, entsprechend englischen Methoden, eine berufliche Ausbildung zu geben. Die sanitäre Aufsicht in den Schulen wird durch die Hadassah Medical Organisation ausgeübt. Innerhalb dieser Institution besteht ein spezielles Schuldepartement, das seine besondere Aufmerksamkeit den Haut- und Augenkrankheiten der Kinder zuwendet. Die Bürde der Unterhaltung des hebräischen Schulwerkes lastet fast ausschließlich auf der Zionistischen Organisation, da die Regierung bis zu diesem Jahre nur gegen £E 2500 jährlich beigesteuert hat. Obwohl die Palästina-Regierung in diesem Jahre hierfür £E 9740 bewilligt hat, so bedeutet auch dies noch immer einen nur sehr dürftigen Betrag, da er nur 6 0/0 der Summe ausmacht, die für die jüdischen Erziehungsanstalten ausgegeben werden, oder 8 ״/o des Budgets des Erziehungsdepartements. Die Regierung ist um eine Beihilfe von £E 20000 angegangen worden, und man hofft, daß sie die Notwendigkeit einer Erhöhung Ihres Beitrages einsehen wird. Trotz des Wachsens des Jischuw wurden dem Erziehungsdepartement der zionistischen Exekutive für das laufende Jahr nur £E 74000 bewilligt. Während im Jahre 5679 der Jischuw 9,5 #/0 und die Zionistische Organisation 90,5 °/0 der Schulausgaben trugen, bringt im laufenden Jahre das palästinensische Gemeinwesen 40,6 0/0 und der Keren Hajessod 46,7 0/0 auf. Rabbi Berman gab sodann eine Darstellung der gesetzestreuen Schulen im Lande, die Gegenstände allgemeiner Kultur mit religiös-traditioneller Unterweisung mit Erfolg zu vereinen wissen. Die Zahl der Schüler in den orthodoxen Schulen, die unter Oberaufsicht des Erzlehungsdepartements stehen, beträgt 5530 und die Zahl der Lehrer 215. Der Repräsentant des Waad Haiarbuth der Allgemeinen Jüdisehen Arbeiterorganisation, A. Schein, berichtete über die Kulturarbeit unter den Arbeitern in den Städten und Kwuzoih. Die jährlichen Ausgaben des Departements betragen bis zu £E 7000, von denen £E 3500 vom Erziehungsdepartement der zionistischen Exekutive aus den Mitteln des Keren Hajessod gedeckt werden. An der regen Diskussion beteiligten sich der Vertreter der Lehrerorganisation Berachjahu, der sich gegen die zuweilen erhobene Forderung der Uebernahme des jüdisehen Schulwerks durch die Palästina-Regierung aussprach, da das Niveau der Regierungsschulen niedriger sei als das der unsrigen. Es sei vielmehr von der Regierung ein Zuschuß, der im Verhältnis zu ihrem gesamten Schulbudget steht, zu fordern, d. i. £E 20000. Die Erziehungsarbeit ist ein wichtiger Teil unserer Aufbauarbeit, und es sollte durch die Zionistische Organisation ein besonderer Erziehungsfonds gegründet werden. — Es sprachen ferner Mordechai Ben H1 Ile 1 Hakohen, Siiman, der darauf verwies, daß, wenn es im Oaluth bekannt würde, daß das Erziehungswesen in Palästina auf entsprechender Höhe stehe, dies auch dem Keren Hajessod zu großem Nutzen gereichen würde, Charifai, Rabbi Benjamin, Sakai, Kaspi, der sich wundert, warum nicht über die Universität berichtet wurde, für die doch der Keren Hajessod ebenfalls £E 7000 ausgibt, und Karmon, der die verbreiteten Gerüchte widerlegt, als ob in den Schulen religiöse Gefühle verletzt würden, worauf Jaffe den Diskutanten eine kurze Antwort gab. Er verwies auf die großen Steigerungen der •Keren Hajessod- Einnahmen während der letzten sechs Monate, wobei zu bedenken sei, daß die Keren Hajessod-Delegierten im Galuth nur unter den größten Schwierigkeiten arbeiten können, hauptsächlich infolge der verschiedenen falschen Gerüchte, die von Rückwanderern oder auch in Briefen von Unzufriedenen im Lande verbreitet werden. — Dr. Mossinsohn bemerkt, daß auch dieses lahr nicht alle Kinder in die jüdisehen Schulen eingeschult werden konnten, ln Tel-Awiw gibt es auch heute noch 300 Kinder in den Missionsschulen. Er weist zum Schluß auf die große Bedeutung hin, die das Erziehungswesen für das Gelingen unseres Werkes hat. Jerusalem, 28. April. (J.T.A.) Professor Emanuel Liebmann von der Columbia-Universität, eine anerkannte Autorität auf dem Gebiete der inneren Medizin, der gegenwärtig in Palästina weilt, hat die Einladung, Vorlesungen über medizinische Fragen an der Hebräischen Universität zu halten, angenommen. Prof. Liebmann ist Schatzmeister des Amenkanisch-jüdischen Aerztekornitees und Mitglied des Direktorenrates der Hebräischen Universität zu Jerusalem. New York, 27. April. (J.T.A.) Zur Feier der Sjährigen zionistischen Tätigkeit von Louis Lipsky bereiten die amerikanischen Zionisten große Veranstaltungen vor, zu deren Durchführung ein Jubiläumskomitee gegründet wurde. Dem Komitee gehören an: Dr. Stephen Wi se, Emanuel Newwihoff und Larin wiedergewählt. Der verstorbene Adolf Winter aus Buffalo hinterließ letztwillig die Summe von $ 12000 für Erziehungs- und Gesundheitszwecke in Palästina. Lord Plumer tritt im Mai einen Ferienurlaub an, den et außerhalb des Landes verbringt