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Jüdische Rundschau · 1927-03-25 · Heft 24 (25.3.1927) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 24 (25.3.1927)
Date
1927-03-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 172 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 24 Nr. 24 Der Gedanke, daß der Jude durch die Schaffung der Heimstätte in Palästina ein sujet mixte, ein Sohn zweier Vaterländer, wurde, und daß man ihn in seinem Wohnlande als Fremden betrachten könnte, ist ein Erzeugnis jüdischer Voreingenommenheit und polemischer Unsachlichkeit. Auch die ״Frankfurter Zeitung“, die neuerdings den Ehrgeiz zu haben scheint, sich vom politischen Weltblatt zum Organ für innere jüdische Politik zu entwickeln, hat mit einer merkwürdigen per* sönlichen Gereiztheit, die bekanntlich kein Nährboden der Sachlichkeit ist, dieses allzu alte Argument gegen den Zionismus aufgegriffen. Demgegenüber haben wir Zionisten begreiflich zu machen versucht, daß unsere These vom jüdischen ״Galuth“, diese uralte jüdische Vorstellung, keineswegs bedeutet, daß der deutsche oder amerikanische Jude nicht in Deutschland oder Amerika sein Vaterland erblickt. Das Objekt des Zionismus ist aber nicht der einzelne Jude, sondern das jüdische Volk als Ganzes. Das jüdische Volk hat keine Heimstätte, und nur die nationale Heimstätte in Palästina kann eine volle Entfaltung der nationalen Kräfte verbürgen. Wir haben viele Beispiele abgesprengter Volksteile in der heutigen Welt, nirgends aber ein Beispiel eines Volkes ohne jedes nationale Zentrum. Die nationalen Minder* beiten, etwa die deutschen Minderheiten in Ungarn, Rumänien usw., sind vollberechtigte Bürger ihres Staates, auch wenn sie zugleich den Zusammenhang mit jenem Volkstum pflegen, dessen natürliches Zentrum Deutschland ist. Aber diese Argumente sind so oft ins Treffen geführt worden, daß jeder sie kennt, der ihnen sein Ohr nicht gerade verschließen will. Unsere Forderung, daß Palästina die von der Liebe v und dem Interesse aller Juden geförderte Heimat des jüdischen Volkes werde, besagt und bedingt nicht, daß wir für die Juden in allen Ländern ״nationale Min* derheitsrechtc“ fordern. Es ist uns nie einge* fallen und wird uns nie einfallen, solche Rechte für Deutschland (oder Frankreich, oder England) zu fordern. Das haben wir stets betont und wir werden es wiederholen, solange uns immer wieder dieselbe unrichtige Behauptung entgegengehalten wird. Die Juden in Deutschland erfüllen weder zahlen* mäßig, noch nach ihrer Verteilung und Schichtung die tatsächlichen Voraussetzungen, die für den Anspruch auf nationale Minderheitsrechte notwendig sind. Die ganze Struktur des deutschen Staatswesens ist eine andere als etwa die der Staaten Osteuropas, wo nationale Min* derheitsrechtc der einzige Schutz gegen nationale Un* terdrückung und gegen den Zwang zur Parteinahme im Wechselspiel anderer Völker sind. Deutschland liegt geographisch und geistig zwischen dem östlichen und dem westlichen Europa, und es nähert sich in seiner politischen Form mehr dem nationalen Einheitsstaat der eüropäs' In den Ländern westlicher Zivilisation besteht freilich ein Begriff von politischer Freiheit, der in gewissem Sinne das ersetzt, was im Osten nur als garan* tierte Minoritätsrechte bestehen kann. Auch wir Juden in Deutschland müssen — nach westlicher Art — eine freie Sphäre für uns fordern, auf die keine staatliche Reglementierung sich erstreckt. Die Form der jüdischen Autonomie in Deutschland ist die jüdische Gemeinde. Auch auf dem Gebiete der Gemeindearbeit sind uns in der Hitze des Kampfes von unseren Gegnern Ziele unterschoben worden, die wir nie verfolgt haben. Die Gemeinde war für uns stets die Stätte des Zusammenwirkens aller Juden, und unsere Forderung ging nur dahin, den Begriff des jüdischen Lebens nicht in Anlehnung an einen unjüdischen Kon* fessionalismus zu eng zu ziehen, sondern wirklich alle Zweige positiver jüdischer Betätigung in die Gemeinde* arbeit einzubeziehen (״Volksgemeinde“). Die Gemeinde muß jedem ihrer Teile Befriedigung seiner jüdischen Jacob Fidiman als Kritiker (Zum 25 Jährigen Jubiläum seines Schaffens) Von Simon Ernst, Tel-Awiw. Der hebräische Schriftsteller Jacob Fichman interessiert uns nicht nur als hochbegabter Dichter, sondern auch als Schön* geist und Kritiker. Bisher wurde ihm nur als Dichter eine halbwegs gerechte Anerkennung zuteil; dafür aber ist seine Bedeutung als vielseitiger ticfschürender und formvollendeter Kritiker noch nicht genügend erfaßt worden. Jacob Fichman ist als Kritiker der schöpferische Vermittler zwischen der Seele des Werkes und dem Leser. Die Kritik ist dabei leidenschaftliche Suche nach Schönheit. Hervorragend sind vor allem seine lyrisch-kritischen Deutungen der Bibel. Die Essays über Koheleth, Hiob, Esther und Ruth sind wohl sein größtes Verdienst. Ist er doch der erste in der hebräischen Literatur, der uns die künstlerische Einfühlung in unsere Urdichfung zugänglich machte. Die frühere hebräische Literatur über die Bibel war entweder gelehrte Vivisektion des lebendigen Geistes, oder Kommentare und Glaubensbekenntnisse. Die K u n st in der Heiligen Schrift konnte sich nur dem kongenialen Fühlen des Dichters auftun. Besonders fesselnd wirkt Fichmans Essay über Hiob, dieses Bekenntnisbuch der leidenden und mit dem Schicksal ringenden Menschheit. Der Mensch in Hiob mit seinem endlosen Erbarmen über das Los von seines Gleichen unter dem zermalmenden Wagen der Geschehnisse ist es, der den Dichter zu pathetisch großartiger Diction, von vielleicht beispielloser Schönheit in der hebräischen Prosa, hingerissen hat. Komplizierter in rationalistischem Sinne war seine Aufgabe im Deutungsversuch Koheleth, dieses ״Hohen Liedes der Skepsis“ nach dem Ausspruch Heines. ״Wer steht da so einsam fremd in der späten Dämmerung, so unheimlich deutlich sich von allem anderen abhebend?“ — fragt der Dichter-Kritiker. Das seltsame Buch erweckt in ihm den uralten Rhythmus der Wanderer in der Wüste bei Vollmond. Der große Unbekannte ist uns unendlich nah. Wer wird an die Jahrtausende glauben, die zwischen einigen Kapiteln Koheleth und den modernsten Seelenbeichten verflossen sein sollten? Die absolute Forderung eines verständlichen lebenswerten Lebens, die Qualen der Sinnloeigkeit aller allzu vergänglichen Freuden zugieid! da uav«r- Bedürfnisse gewähren. Wir Zionisten haben daher innerhalb der Gemeinde nichts anderes verlangt, als die Paritä t auch für unsere Richtung mit ihren besonderen kulturellen und sozialen Interessen. Bei dem letzten Landesverbandstag der preußischen jüdischen Gemeinden hat Blumenfeld in einer Rede, die auch auf die Gegner nicht ohne Eindruck blieb, diese unsere Forderung nach Parität erhoben. Die zionistischen Vertreter der Jüdisehen Volkspartei in der Berliner Gemeinde haben gleich* falls sich bei ihrer Tätigkeit von diesem Gesichtspunkt einer Gleichberechtigung aller Gruppen leiten lassen. Der herrschenden liberalen Partei wurde Autokratie und Mißachtung der legitimen Interessen anderer jüdischer Gruppen vorgeworfen. Wenn nun durch die letzten Wahlen die Herrschaft der Liberalen gebrochen ist, und die Zio* nisten einen maßgebenden Einfluß in der Berliner Gemeinde erhalten, so ist es selbstverständlich, daß sie den Grundsatz, den sie immer verfochten haben, auch gegen* über den anderen Parteien in Anwendung bringen werden. Weit entfernt, andere Teile der Gemeinde zu vergewaltigen, fassen wir Zionisten unsere Aufgabe in der Gemeinde dahin auf, den Boden zu einer wirklichen Zusammenarbeit aller Gruppen zu bereiten. Wir werden selbstverständlich nach Kräften dafür sorgen, daß die Postulate, die wir als Zionisten für uns aufgestellt haben, erfüllt werden: man kann nicht erwarten, daß wir aus unserem Wahlsieg den Verzicht auf entsprechende Einflußnahme in der Gemeinde folgern; aber wir werden auch dafür einstehen, daß die Forderungen und Bedürfnisse aller anderen jüdischen Gruppen gerechte Berücksichtigung finden. In diesem Sinne glauben wir, daß durch die Beseitigung des einseitigen liberalen Parteiregimes wirklich der Weg zum ״innern Frieden“ in der Gemeinde geebnet ist. Durch Aufklärung über die wirklichen Anschauungen und durch Zerstörung von Mißverständnissen und falschen Ausdeutungen kann eine Annäherung erfolgen, die im Interesse des gesamten Judentums zu begrüßen wäre. Freilich darf man nicht von uns Unmögliches fordern, man darf nicht Kompromisse der Gesinnung erwarten, die auf eine Verleugnung dessen hinauslaufen, was uns das Wesentliche ist. Wir wissen, daß es viele Elemente gibt, die den Frieden verhindern wollen. Wir stehen solchen Störungsversuchen mit Gleichmut gegenüber. Wenn von einer Verständigung im innerjüdischen Lager die Rede sein soll, dann fordern wir vor allem Taten auf dem Gebiete der wichtigsten konstruktiven Aufgaben unserer jüdischen Generation. ArbettskonHikteln Palästina In Ser Schwierigen Situation, dffe düi-eh die ArbeifsiöSigkelt in Palästina gegeben ist ist es versiändlich, daß die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sich verschärfen und die Stimmung der Arbeiter eine gereizte ist. Besonders kommt dies bei dem Streik in A k k o zum Ausdruck, der immer noch nicht beigelegt ist. Die Arbeiter haben nun schon ein Jahr die Last der Wirtschaftskrise getragen, sie haben Disziplin und vor allem vorbildliche Solidarität bewiesen und ihrem Organisator!־ sehen Geschick ist es zu verdanken, daß die vorhandene Arbeit wenigstens halbwegs gerecht verteilt wurde, so daß jeder Arbeiter Aussicht hat, ab und zu einen Arbeitstag zugewiesen zu bekommen. Diese ungeheure Leistung kann natürlich nur gelingen, wenn die Arbeitsämter der Arbeiterorganisation, bei denen die Arbeitslosen registriert sind, die Arbeitsverteilung in der Hand haben. Diese Arbeitsämter aber sind schon seit langer Zelt manchen Arbeitgebern, die sich durch sie in ihrer Freiheit beschränkt fühlen, ein Dom im Auge. Vor allem wird von dieser Seite eine paritätische Zusammensetzung der Arbeitsämter durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer gefordert, worüber jedoch eine Einigung bisher nicht erzielt wurde. Die ungeheure nationale und soziale Bedeutung einer geregelten Arbeitsverteilung und die Tatsache der Uebernahme der Verantwortung durch die Arbeiterorganisation werden von seiten der Unternehmer nicht genügend gewürdigt. Leider aber finden wir diese Kurzsichtigkeit nicht nur bei privaten Arbeitgebern, sondern auch bei nationalen Stellen. Dieses Unverständnis für eine besonders delikate Situation hat jüngst in Jerusalem zu erregten Ereignissen geführt. Das Komitee zur Errichtung des L eh rersemina rs, in welchem auch Vertreter unserer obersten nationalen Institutionen sitzen, hat die Arbeit des Baues des neuen Gebäudes einem privaten Bauunternehmer vergeben, ohne ihn vertraglich zu verpflichten, die organisierte jüdische Arbeiterschaft bei dem Bau zu beschäftigen. Diese Tatsache hat eine außerordentliche Erbitterung unter den Arbeitern hervorgerufen, und der Jerusalemer Arbeiterrat teilte der Exekutive mit, daß er mit Rücksicht auf dieses Ereignis nicht weiter die Verantwortung gegenüber den Arbeitslosen tragen kann und die Funktion der Auszahlung der Unterstützungsgelder von nun an nicht mehr a u s ü b e n wird. Den Arbeitslosen ■wurde mitgeteilt, daß der Arbeiterrat nicht mehr auszahle und sie sich direkt an die Exekutive zu wenden haben. Es kam zu Demonstrat i o n e n, in deren Verlauf sich begreiflicherweise radikale Eiemente besonders hervortaten, so daß die Polizei eingreifen mußte (worüber wir bereits in Nr. 21 kurz telegraphisch berichtet haben). Die Exekutive hat sofort einen eigenen provisorischen Apparat zur Auszahlung der Unterstützungen eingerichtet und die Auszahlung auf Grund der wöchentlichen Liste im Büro des Jerusalemer Immigrationsamtes (das nicht im Hause der Exekutive untergebracht ist), vornehmen lassen. Es kam jedoch dort und vor der Exekutive zu Demonstrationen, und eine Deputation der Arbeitslosen übergab dem Generalsekretär der Exekutive folgende Forderungen: 1. Verdoppelung der Arbeitslosenunterstützung, 2. Beschäftigung organisierter Arbeiter beim Bau des Seminars und 3. Befreiung der bei den Zusammenstößen mit der Polizei Verhafteten. Die Exekutive teilte dem Jerusalemer Arbeiterrat mit, es sei unzulässig, die Frage der Verteilung der Unterstützungsgelder mit der Angelegenheit des Seminars zu verbinden, zumal die Leitung des Seminars von der Exekutive unabhängig ist. Sie werde jedoch versuchen, auf das Komitee des Seminars Einfluß zu nehmen. Auch derWaadLeumi sandte ein Schreiben an das Komitee des Seminars, worin er seiner Verwunderung über die Außerachtlassung des Prinzips der Arbeitsbüros Ausdruck gibt. Es wird berichtet, daß der Oberkommissär Lord Plumer während der Demonstration an dem Gebäude der Exekutive vorbeifuhr und den Major Harrington entsandte, um die Ursache der Unruhen festzustellen. Die palästinensischen Zeitungen widmen dem Zwischenfall große Aufmerksamkeit. In einer Reihe von sehr beachtenswerten Aufsätzen untersucht der Chefredakteur des ״Haarez“, Dr. G1 ü c k s 0 n, das Problem, das den Konflikten zugrunde liegt. Die Beseitigung des Konfliktsstoffes ist eine lebenswichtige Forderung für den Aufbau Palästinas. Die Haupt- Schwierigkeit sieht Glückson in der gegenseitigen Gereiztheit der Parteien. Man müsse versuchen, sich um einen Tisch zu setzen und die Frage im nationalen und zionistischen Interesse zu lösen. Er schlägt vor, daß eine Untersuchungskommission mit weitreichenden Vollmachten eingesetzt wird, die durch eine alle Riifc der״ AfbellslosigkelV ‘den Arbeitsbedingungen, denn Verhältnis zwisehen Kapital und Arbeit, der Lohnskala, dem Existenzminimum, Arbeiterschutz, Versicherung, Arbeitsvermittlung, Arbeitszeit usw. zusammenhängenden Fragen genau studiert, und in der Art der in England üblichen Royal Commissions einen Bericht ausarbeitet. Nach Meinung Glücksons könnte diese Kommission auch eine äußerst wichtige Vorarbeit für die Sachverständigenkommission der Agency leisten. Zunächst aber sind nach Glücksons Meinung folgende Richtlinien zu beobachten: 1. beschleunigte und aufrichtige Bemühungen zur Reorganisation der bestehenden Arbeitsbüros nach dem Prinzip der Teilnahme von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, 2. bis zur Durchführung dieser Reorganisation Aufrechterhaltung des Bestehenden, 3. in jedem Fall der Vergebung einer Arbeit an einen privaten Unternehmer eine besondere Vereinbarung über die gerechte Verteilung der Arbeit zwischen die organisierten Arbeiter aller Schattierungen. Sir Robert Waley Cohen, Vizepräsident des Palestine Economic Board, in London, in Begleitung von Herrn Walter Cohen, Sekretär, und von Herrn A. A. Goldwater, nahmen an einer Sitzung der Palästina-Exekutive teil, in welcher die Arbeit des Economic Board besprochen wurde. wüstlicher Hang nach dem Leben (״Und gut ist die Sonne und gar süß für aie Augen“) — die große Angst vor der Einsamkeit (״Wie sind doch Zweie besser als der Einzige!“) — alle diese Motive des Koheleth lassen bei Fichman ein ergreifend lebenswahres Bild entstehen. Schlagwörter wie ״Pessimismus, Optimismus, Skepsis, Glauben“ sinken hier zur Bedeutungslosigkeit herab. Unter den kritischen Essays über neuzeitliche Schriftsteller ist der hervorragendste wohl über Mapu, diesen verlorenen Hirten König Salomos in den Ghetto-Gassen von Kowno. Wie hat dieser zustande gebracht, den verschollenen Klängen der Propheten so andächtig treu zu lauschen, daß er in ihrer Sprache schafft, in seiner ״Anavat Zion“ und ״Aschmat Schomron“. jahrzehntelang vor der Auferstehung des lebendigen Hebräisch? Fichman weiß darüber in seiner feinsinnig nachfühlenden Art zu berichten. Jehuda Steinberg erscheint im Bilde Fichmans als der Volkserzähler und Fortsetzer der Agadaschöpfung, so wie Mapus Schaffen zu den vielleicht verlorengegangenen lyrischen Gesängen und Liebesgeschichten aus der Zeit Hiskias gehören mag. Im zarten Lichte der Nachfühlung erscheint hier die gewohnte Galuthauffassung als eine perspektivische Täuschung kurzsichtiger unheilbar prosaischer Historiker. Die Kontinuität des hebräischen Schaffens wird intuitiv-kritisch hergestellt. Schließlich: es war ein Wagnis Fichmans, auch die Seele des ״abtrünnigen“ Konstantin Schapiro zu ergründen, der mit eisigem Stillschweigen von den gläubigen Zunftkritikern übergangen wurde. Der Mensch Schapiro ist den Versuchungen der Umgebung in seiner russischen Einsamkeit schwächlich unterlegen. Aber das Lied ״Rachels Grab“ ist gerade die Beichte der verzweifelten Reue eines mit echt hebräisebem Empfinden begabten Dichters. Er ist nunmehr in der Einleitung za seinen ״Gewählten Liedern“ uns wiedergegeben worden. — Fichman steht heute auf der Höhe seines Schaffens. Zu seinem 25 jährigen Schriftstellerjubiläuin wünschen wir, daß er uns auch in Zukunft noch vieles bescheren möge, nicht nur als Dichter, sondern auch als Kritiker und Wegweiser, als Lehrer, der unserer neuen Generation die Schönheiten unserer hebräischen Sprache und Literatur enthüllt Nene Werke von Franz Werfel Werfels Schaffen ist erstaunlich. Noch nicht vierzigjährig, als Lyriker vielleicht der größte seiner Generation, Schöpfer zweier großer Romane; als Dramatiker mit mächtigen Schritten von dem blassen und gedankeniibe Hasteten Spfegelmenschen über das dunkelglühende Revolutionsbild ״Bocksgesang“ hinweg zum großen historischen Drama fortschreitend: eben hat er nach dreimaliger Umarbeitung die Tragödie des Judentums, ״Paulus unter den Juden“, vollendet. Und schon liegen wieder zwei Werke vor uns, von denen das eine, das Bildnis Giuseppe yerdis, freilich aus jahrelanger Beschäftigung mit einer Liehlingsgestalt hervorging — das andere aber, die Novelle ,,Der Totfdes Kleinbürgers“ (Verlag Paul Zsolnay, Wien 1927), etwas wie einen neuen Farbton auf diese reiche Künstlerpalette bringt, einen sehr reizvollen neuen Ton. Thomas Mann hat kürzlich eine kleine Novelle geschrieben, ״Unordnung und frühes Leid“ — die von allen seinen Freutiden geliebt, von manchen aber geradezu als der Inbegriff seines Schaffens bezeichnet wird, der Text, zu welchem die zwei Bände des Zauberbergs nur Kommentar sind. So weit möchte ich nun für Werfel nicht gehen, zumal man bei ihm zum Glück noch nicht weiß, welche neuen Texte sein Werk gebären wird; und doch ist zu sagen, daß in diesen hundertvierzehn Seiten etwas vom innersten Wesen dieses Künstlers lebt — wenn auch von ganz anderer Seite gesehen. Nach dem Pathos des Lyrikers und Dramatikers erscheint hier zum ersten Male das Idyll als Thema eines Werfelschen Kunst- Werkes; aber nicht ein Idyll, wie wir es aus dem siebzigsten Geburtstag des redlichen Voß’ kennen: ״auf die Postille gebückt, zur Seite des wärmenden Ofens...“, sondern ein Idyll, von Tragik überschattet, das Idyll eines Juden, um es mit einem Vförte zu sagen. Wie sehr dem Künstler daran gelegen war, die neue Spielart seiner Kunst, die Kleinmalerei, zu pflegen, sehen wir aus dem bezeichnenden Umstande, daß er das Idyll des ״Kleinbürgers“, der als Held seiner Novelle erscheint, uns in zwei Spiegelungen vorführt, als könnte er sich satt hören an der neuen Weise seines Saitenspiels. Da ist .. Pfeifenköpfen an der Wand auf dem Ständer, der Gruppen- Photographie aa der Wand und dem rotgewürfeltea Kaffee- Der Der 1 palästüien speziellen Palästinas liehe Enti den Schli seinen w) ganzen T Kairo—H ihrem vol Akko—B< punkt, At kehrsstre׳ Uebersce dieo-Linü Stelle, ni knüpf ung daß mit 1 Palästina platz un< so daß T Entwickl Som deutung vorteilha Der meer!וזיו und wie! die Küs Meer h« Küstenb die Hän erst üb! Das hei ausgede der Eb« Die W« wickelni und de schaftli« als Wo Schädig Berg- 1 Im hat di< wichtig Es wu zirka 5 Bezeid Ze sind, s letzten reich, kauft ו Anzahl P.L.E D! alt, ge wordei ,Acliu! Bebaut entwoi Develc ländes bauter Siedlm forstui dieser und i Karr meere inanni Karm< und d stuck« allgen (jesta oder ׳ hei m die fi tuch letzte gewc des Kran Städi sclmi da « Mutt Kind Trag das der ring! noch seint spar Lebt Frai gern Jahi der Abh folg aus! IJnc Es Qu: Met Gel tnai beg Lef tna ma kar ״ei

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