Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 22 (18.3.1927)
- Date
- 1927-03-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2652877-2652899--18981-2676806- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 160 JUEBISCHE RUNÜSCHKB Nr.» Die Landeskonferenz des deafsebea ledtalaz Die Beschlüsse. Von der Konferenz ist nachtrarend zu berichten, daß am Montag ein Referat von Chawer Zi «fing über die Lage de* Welthechaluz stattfandj in dem er im besonderen über die Lage dir russischen Chaluzim sowie über das Verhältnis des deutsehen Hechaluz zum Welthcchaluz berichtete. Am Nachmittag folgte ein weiteres Referat von Chawer Dr, Epstein über landwirtschaftliche Ausbildung deutscher Chaluzim, an das sich eine ausführliche Diskussion schloß. Darauf wurden nach An* trag des Permanenzausschusses die nachstehenden Re * solufioncn angenommen und die Wahlen durchgeführt. 1. Die Konferenz erklärt ihre S o 1 i d a r 11 i t mit dem Weg und Ziel der palästinensischen Arbeiterschaft. Sie sendet zur bevorstehenden Weidah der Histadruth ihre chawerischen Grüße. 2. Die Konferenz beauftragt den Merkas, fortan in engem Konnex mit dein Welthechaluz zu arbeiten. Sie hält es für notwendig und möglich, mit den ״Hechaluz“-Organisationen in Oesterreich und Tschechoslowakei wegen Aufstellung von Riehtlinien für Tarbuth- und Hachscharah-Arbeit in Verbindung zu treten. 3. Die 5. Landeskonferenz des deutschen Hechaluz beauftragt den künftigen Merkas im Sinne und in ausdrücklicher Anerkennung des zwischen der Z. V. f. D. und dem H ec haiuz bestehenden Vertrages alle in diesem Abkommen gegebenen Möglichkeiten einer Zusammenarbeit voll auszunutzen. Im besonderen hält die Konferenz es für notwendig, daß die Z. V. f. D. in stärkerem Maße als bisher sich für die den Chaluzim in Hachscharah und Alijah gestellten Aufgaben verantwortlich fühlt und für Produktivierung innerhalb der jüdischen Jugend tatkräftig einsetzt. In Anbetracht der Tat- Sache, daß für Teile des deutschen Hechaluz die Frage ״dcutsehe Chaluzim in Palästina“ noch weitgehend ungeklärt ist, wird der Merkas beauftragt, mit den hierfür in Frage kommenden Instanzen in Palästina und Deutschland die Möglichkeit der Lösung dieser Frage zu prüfen. Die Konferenz setzt voraus, daß diese Prüfung Im Einverständnis mit der Histadruth haklalith geschieht und ihren gesetzmäßigen Institutionen das Vetorecht zusteht. 4. Die Konferenz wendet sich gegenjedeVcrminderupgeinerAHjahvonChaluzim.die eine genügende H«ehscharah hinter sich haben. Sie erblickt in der Alijah chaluzifh eine Bedingung für den Fortbestand der Chaluz zionistischen Bewegung. Sie fordert deshalb, daß Zertifikate in erster Linie an Chaluzim gegeben werden. 5. Die Konferenz begrüßt «s im Oesamtinteresse des Hechaluz, daß die Entwicklung innerhalb der Praktikantenschaft des J.j.W.B. und Blau-Weiß zur Bereitschaft gemeinsamer Arbeit im Hechaluz geführt hat. Sie sieht hierin vor allem die entscheidende Voraussetzung für eine zweckvolle Weiterführung der Hechaiuzarbeit. Sie hält es für einen wichtigen Bestandteil der Oesamtarbeit, den Kreis der nicht in Bünden organisierten Chaluzim zu stärken und zu erweitern. 6. Die Konferenz beauftragt den Merkas, einen kleinen Kreis von Vertrauensleuten außerhalb Berlins zu schaffen, der mit der Arbeit In engster Verbindung steht. 7. Die Konferenz begrüßt die Anfänge einer Hachscharah kibuzith in Deutschland und beauftragt den Merkas, alle Be- Strebungen einer Hachscharah und Alijah kibuzith zu unterstützen. Me Hachscharah folgende Richtlinien auf: 1״, Intensive Hachscharah. Diese soll mindestens 3 bis 4 Jahre dauern. Sie soll nicht nur auf Bauernhöfen, sondem auch auf größeren Gütern erfolgen. Eine, wenn auch zeitlich sehr begrenzte theoretische Ausbildung soll sich mögliehst der praktischen anschließen. 2. Extensive Hachscharah. Diese soll mindestens zwei Jahre dauern und kann auch allein auf Bauernbetrieben erfolgen. Ihr Zweck ist, die Chawerim körperlich zu ertüchtigen und in die landwirtschaftliche Arbeit einzuführen. Um die günstigen Ausblldungsmöglichkeiten in Deutschland für den Zionismus auszuwerten aus Gründen der wirtschaftlichen Lage in Palästina und aus Gründen der leichteren Verwurzelung der einzelnen Chawerim im Lande, hat die künftige Hachscharah in erster Linie nach Gesichtspunkten der intensiven Ausbildung zu erfolgen.“ Eine Resolution, die die Chaluzim und die jüdische Oefientlichkeit auffordert, den russischen Chaluzim ihre Alijah zu ermöglichen, wurde zur dringlichen Bearbeitung dem Merkas übergeben. Ein Antrag der Ortsgruppe Magdeburg betr. Weitererhaltimg des Chaluzheitns in Magdeburg wurde zur dringenden Bearbeitung dem Merkas übergeben.) Die Konferenz bedauert die Mängel der bisherigen Tarbutharbeit. Sie hält die zionistische Durchbildung der Chawerim, ihre Orientierung über die Wirklichkeit Palästinas insbesondere die Arbeiterbewegung im Lande für eine so ausschlaggebende Erziehungsfrage, daß ohne deren Erfüllung der Erfolg der gesamten Hachscharaharbeit gefährdet ist. Die übrigen Beschlüsse betreffen Verwaltungsmaßnahmen des Merkas. Der neue Merkas besteht aus: Alfred v. d. Walde, Paul Scbnurmacher, Mordechal Kuscnir, Paul Lorenz, Chanan Lernau, Anneliese Klopstock, Adolf Israelski, Mordechai Schaffner. Ein weiteres Mitglied des Merkas, dessen Kandidatur noch nicht feststeht, ist vorgesehen. Stiidenlenkrawalle in Wien W | e n, 14. März. (J.T. A.) Die von den deutschvölkischen Studenten Ende der vorigen Woche inszenierten Krawalle an der Hochschule für Welthandel setzten sich in den letzten Tagen fort Etwa 50 Studenten und Frontkämpfer versuchten, in die Hochschule für Welthandel einzudringen. Schließlich räumte die Polizei die Rampe des Gebäudes. Ein Teil der Anhänger Korbers hatte aber die Aula besetzt und begann in der Vorhalte der Hochschule nationale Lieder zu singen. Unter den Rufen: ״Juden hinaus“ fingen die Völkischen eine wüste Keilerei an und verprügelten sozialistische und jüdische Studeuten. Selbst gegen den Rektor, der sich in die Aula begab, nahm die völkische Studentenschaft eine drohende Haltung an. Seine ruhigen und eindringlichen Worte wurden niedergezischt, so daß Rektor Gruntzel sich entschließen mußte, das Haus zu sperren und die Vorlesungen einzustellen. Gegen eine Reihe von Studenten werden Disziplinaruntersuchungen geführt werden. Rechtsradikale bulgarische Studenten haben sich gemeinsam mit den Deutschvölkischen an den Krawallen beteiligt Wien, 15, März. (J.T.A.) Von einer WählerversammlUlMhcs Jahrbndi für Berltn Einen jftdlscjien Baedeker für Deutschland zU Schaffen, ist eine Forderung, die wiederholt von verschiedenen Seiten gestellt worden ist. Und in der Tat — ea fehlt ein Buch —, aas über die zahlreichen Denkmäler jüdischer Vergangenheit Rechenschaft gibt, das jüdische Leben der Gegenwart beschreibt, kurz: dem an jüdischen Dingen Interessierten Gelegenheit zu genauer allseitiger Information gibt. Es wird noch manches Jahr vergehen, bis ein solches Buch ins Lehen gerufen werden kann, und ob sich überhaupt je ein Unternehmen oder eine öffentliche Stelle findet, die sich dieser ungeheuren Aufgabe unterzieht, muß leider bezweifelt werden. Um so dankbarer haben wir jeden Baustein zu einem solchen Werk zu begrüßen. Ein wertvoller Beitrag ist jetzt erschienen: das ״Jüdische Jahrbuch für Groß-Berlin“*). Lediglich ein Reiseführer durch das jüdische Berlin ist freilich das Jüdische Jahrbuch nicht, und wenn es sieh auf dem Titelblatt bescheiden als ״ein Wegweiser durch die jüdischen Einrichtungen und Organisationen Berlins“ bezeichnet, so hält es weit mehr als es verspricht. Der erste Teil des Jüdischen Jahrbuches besteht aus einer Anzahl von Aufsätzen, welche die politische und religiöse Organisation, die geistige und kulturelle Struktur der Berliner Judenschaft beschreiben. Sehr dankenswert ist das einleitende Kapitel von Jacob Jacobson: Ueberblick über die Geschichte der Juden in Berlin. Berlin ist zwar eine verhältnismäßig junge Gemeinde (die älteste Urkunde über Juden in Berlin, die im Jahrbuch reproduziert ist, stammt aus dein Jahre 1295), aber das vorhandene historische Material ist so dürftig, daß jede neue Zusammenstellung wertvoll ist, zumal aus der Feder eines Autors, dessen Kenntnisse nicht auf Wissenschaftliehen Ergebnissen anderer, sondern auf eingehenden eigenen Quellenstudien fußen. Dr. Jacobson zeichnet für den größten Teil des Buches verantwortlich. Die Gemeindeverwaltung, das Partei- und Organisationswesen sind eingehend behandelt. Mit am interessantesten ist das Kapitel über geistiges und kulturelles Leben. Das Profan- und Religionsschulwesen ist für jeden jüdischen Vater und jede jüdische Mutter eine wichtige Frage, zweifei* los bleibt auf diesem Gebiete noch vieles und wichtiges zu tun. Es sei deshalb jedem Juden, dem sein Judentum ernst ist, angelegentlichst empfohlen, sich mit der Schulfrage zu beschäftigen, zu der Im Jüdischen Jahrbuch die sachlichen Grundlagen übersichtlich zusammengestellt sind. Gerade weil die Frage des jüdischen Unterrichts nicht als restlos gelöst zu betrachten ist, besteht ein besonderes Interesse für die vielfältigen Möglichkeiten, sich in jüdischer Beziehung fortzubilden. Jeder wird im Jüdischen Jahrbuch Institute und Organisationen verzeichnet finden, die ihm bisher unbekannt geblieben sind, und die er für seine Belehrung nutzbar machen kann. Der Mit-Herausgeber des Jüdischen Jahrbuchs, Dr. Jacgb Segall, ist mit zwei Kapiteln aus seinem Spezial- Forschungsgebiet im Jüdischen Jahrbuch vertreten: Statistik der Berliner Juden und jüdische Wohlfahrtspflege. Ueber die große Bedeutung dieser beiden Themen braucht njehts gesagt zu werden. Zu erwähnen ist nur, daß hier erstmalig die Ergebnisse der Volkszählung 1925 verwertet sind,»darunter unveröffentlichte Zahlen, die vom Statistischen Amt eigens zur Verfügung gestellt wurden. Die Berliner jüdische Wohl fahrtspflege nimmt unter allen jüdischen Gemeinden Deutsch laiids eine exzeptionelle Stellung ein, weil sie dem Umfange un.d der räumlichen Ausdflnur«::,|ac|»,,ilt.WAhtt1!h.tt1t:flett. an alte anderen Orten um ein Vielfache» ibertrifft. Ihre vor* bildliche Organisation ist auch für außerdeutsche Groß* gemeinden von größtem Interesse und die vorliegende ein* gehende Beschreibung dürfte jedem an der Wohlfahrtspflege Interessierten reiche Anregungen bieten. Der zweite Teil des jüdischen Jahrbuches (zu dem der Sache nach das letzte Kapitel des ״ersten Teils“ unzweifelhaft gehört) liegt eine Zusammenstellung aller organisatorischen und persönlichen Verhältnisse im öffentlichen Leben Berlins. Am verdienstvollsten ist die Zusammenstellung sämtlicher jüdischen Vereine, und es wird selbst dem Eingeweihten und genauen Kenner eine Ueberraschung bedeuten, daß es über vierhundert jüdische Vereine in Berlin gibt. Es ist Jacobson, der die Vereine zusammengestellt hat, gelungen, von fast allen Vereinen sämtliche Einzelheiten über Zweck Geschäftsführung, Vorstand usw. zu bringen. Wer die Schwierigkeiten der Beschaffung authentischen Materials auf diesem Gebiete kennt, kann ermessen, welche Arbeit in dieser vorzüg* liehen Leistung steckt. Den Schluß des redaktionellen Teiles bildet eine große Zahl von Personen Verzeichnissen, Tabellen, Hinweisen u. ä., die sich auf die Organe der Gemeindeverwaltung (auch der Adass Jisroel und Reformgenteinde), Synagogen, Kultusbeamte, Wohlfahrtsanstalten, Schulen, Synagogenvereine und unter Gemeindeaufsicht stehenden rituellen Lebensmittelgeschäfte beziehen. Besondere Erwähnung verdient der Führer durch die Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde, der manehern Besucher Zeit und lästige Fragereien ersparen dürfte. Alles in allem: Das ״Jüdische Jahrbuch“ schließt eine fühlbare Lücke in der jüdischen Literatur Deutschlands. Es ist ein Buch, dessen Kenntnis wir jedem Juden dringend empfehlen möchten, denn es ist ein lebensvolles Spiegelbild des jüdischen Berlin. Dem Verlag sei seine Bemühung um ein würdiges äußeres Gewand angerechnet. Das Buch ist in einer schönen, klaren Antiqua auf gutem holzfreien Kunstdruckpapier sauber gedruckt, enthält auch eine Anzahl von Abbildungen, und ist in einen hübschen farbigen Halbleinenband geschmackvoll gebunden. Ein jüdischer Baedeker durch Deutschland fehlt noch, aber dieser jüdische Baedeker durch Berlin ist eine Leistung, deren wir Juden uns gewiß nicht zu schämen haben- Hermann M. Z. Meyer. Deine Nachrichten Am f. Mint fand unter dm Vorsitz vom Dr. Kuppln etae Sitzung ries Finanz* und Wirtschaftsrates statt, in der beschlossen wurde, mit Rücksicht auf das für die nächste Zeit erwartete Eintreffen der amerikanischen Sachverständigen-Kommission und den bevorstehenden Zusammentritt des Ziomstenkongresses vorläufig von einer definitiven Konstituierung de» Finanz* und Wirtschaftsrates Abstand zu oehmen. Der Finanz* und Wirtschaftsrat wird sich vielmehr bis zum Kongreß auf folgende Aufgaben beschränken: die Vorbereituttg des Statuts des Finanz- und Wirtschaftsrates und die Beratung der Zionistischen Exekutive in allen Wirtschaftsfragen, insbesondere bei der Zusammenarbeit mit der amerikanischen Sachverständigen-Kominission. (Ziko.) Der Ministerpräsident des Irak, Jaafar Pascha Askau, hat in diesen Tagen die Schulen der Jüdischen Gemeindc von Bagdad besucht. Er drückte seine Zufriedenheit mit den Fortschritten der Schüler in der arabischen und hebräischen Sprache aus. Jaafar Pascha war vor dem Kriege Lehrer für Türkisch an den Bagdader Schulen der Alliance IsraGitc Universelle. Der Leiter der Versuchsstation für die Zucht von Seidenraupen in Nachlath Jehuda weist in einem ausführlichen Artikel erneut auf die Möglichkeiten der Entwicklung der Seidenraupenzucht in Palästina hin. Nach seiner Meinung läßt sich dieser Wirtschaftszweig sehr erfolgreich entwickeln und kann ohne große Investierungen in erheblichem Maße die Einnahmen der palästinensischen Landwirtschaft steigern. Inder letzten Zeit wurden durch den Ingenieur Berditscheivski mehrfache Versuche mit der Kultur des Zucker* roh rs in Palästina gemacht. In Regierungskreisen neigt matt dazu, an den Erfolg der Anpflanzung von Zuckerrohr in Palästina zu glauben. Gegenwärtig bereist Herr Berditschewski das Ausland, um entsprechende Geldmittel zur Verwirklichung seiner Pläne aufzubringen. (Ziko.) Der Völkerbundsrat hat die Vorschläge der Vericehrs- und Transitkommission betreffend die Identitätspässe für Staatenlose erörtert und beschlossen, die Vorschläge zur weiteren Behandlung und Berichterstattung in der nächsten Tagung des Völkerbunds«ts, die in Genf am 24. August beginnt, zurück* zugeben. Jerusalem, 7. März. (J.T.A.) Auf dem See von Galiläa rammten um Mitternacht arabische Fischer mit ihrem Boot ein Boot mit jüdischen Fischern. Jüdische Arbeiter aus der benachbarten Siedlung D a g a t! i a eilten herbei und retteten die jüdischen Fischer. Die Araber flüchteten mit ihrem Boot. Am Tage darauf wurden die Mannschaften beider Boote von der Polizei verhaftet. Die Angelegenheit wird vor dem Gericht ihr Nachspiel haben. Der Oberkommissar für Palästina hat verfügt, daß wissen* schaftliche Mitglieder archäologischer Expeditionen, die durch ein Zeugnis des Direktors des Antiquitäten-Departements der palästinensischen Regierung anerkannt sind, von der Zahlung der Einreisegebühren befreit sind. Im Monat Januar sind in Tel-Awiw 285 Personen naturalisiert worden. Die Gesamtsumme der Personen, die in Tel*Awiw das palästinensische Bürgerrecht erworben haben, beträgt bis jetzt 3643 (d. s. mit Angehörigen zirka 12000 Seelen). M. L. Pierrard, sozialistisches Mitglied des belgischen Parlaments, besuchte kürzlich Palästina und die neuen Kolonien im Emek Jesreel, wobei er vergleichende Studien׳ über die soziale Struktur der Kwuzah und des Mosch»» Owdim ten judenhetzerische Lieder und schlugen in einigen von Juden bewohnten Häusern die Fensterscheiben ein. , Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden bringt in der letzten Nummer seines ״Verwaltungsblattes“ einen unterrichtenden Aulsatz ״Hauszinssteuer und Synagogengemeinden“ von Dr. Ismar Freund nebst einer reichen Fülle sonstigen, auf die Rechtsstellung der jüdischen Gemeinden und ihrer Organe, sowie auf die Verwaltung der Gemeinden bezüglichen Materials, so Minister«!- erlasse über Wohlfallrtsrenten, über Aufwertung von Markanleihen von Kirchengemeinden, Bekanntmachungen über die Mazzoth-Versorgung, über die Ausbildung von Schächtern und ähnliches. Ferner wird eine Reihe von Antworten auf Anfragen von Synagogengemeinden über allgemein interessierende Fragen, zumal aus wichtigen steuerlichen Ge* bieten, wiedergegeben. Das ״Verwaltungsblatt“ können außer Behörden und Gemeindevorständen auch Privatpersonen gegen Einsendung von 0,20 M. nebst Porto für die Nummer vom Büro des Preußischen Landesverbandes jüdischer Ge* meinden, Berlin N 24, Oranienburger Str. 29, beziehen. *) Jacobson, Jacob, und Jacob Sega!!: Jüdisches Jahrbuch für Oroß*Berlin a. d. Jahr 1926■ Ein Wegweiser durch d. jüd. Einricht, u. Organis. Berlins. Bin.: «herbe! & Co, (1927). (XV, 474 S.) Hlwd. M. 3,80. Jerusalem, 6. März. (J.T.Ä.) üte' .Presse fordert die Regierung auf, die Frage der Unwaadlipg der S i n a i - H a 1 b I n s c I in ein Landwirtsehaftsgebiet ernstlich .In Erwägung zu ziehen. Zunächst sollen die während des Krieges der Zerstörung anheimgefallenen Brunnen wieder hergestellt und den Siedlern allerlei Erleichterungen und Vergünstigungen gewährt werden. Jerusalem, 6. März. (J. T. A) Die Eigentumsurkunden über den Boden für die auf Initiative des Oberrabblnera A. J. Kuk in der Jerusalemer Vorstadt Bcth Hakerem zu er* bauende We ft-Jeschiwah wurden bereits dem Jeschiwah- Komitee übergeben. Der Boden umfaßt 20 Dunam. Die Palästina-Regierung wird fünf Brücken über d«B Jordan im Tale Al H ule h im Norden des Landes erbauen. Dadurch wird die Verbindung zwischen Palästina und dem Libanon-Gebiet wesentlich verbessert werden. Jerusalem, 8.*März. (J.T.A.) Ben Awi, der Sohn Ben J e hu das, hat mit der Herausgabe einer Serie hebrä* ischer Schriften in lateinischen Lettern begonnen. In kurzem wird das Hohe Lied in einer Luxusausgabe mit lateinischen Lettern erscheinen. Auch wird Ben Am demnächst mit der Herausgabe einer illustrierten Wochenschrift In hebräischer Sprache mit lateinischen Lettern beginnen. Ein wohlhabender Bürger von Tel-Awiw hat den vollen Besitztitei auf sein Haus samt Boden dem Keren Kajemeth übertragen. Der gegenwärtige Wert des Besitzes beträgt über £E 2000. Im Festsaal der Wiener Universität wurde unter rief Leitung des Oberrabbiners Prof. Chajes eine Spb noza-Feier abgehalten. Prof. Chajes begrüßte den erschienenen Gesandten Hollands, die Vertreter der österreichischen Re■ gierung und die zahlreich erschienenen Gelehrten, worauf Prof. Dr. Gebhardt die Spinoza-Oedenkredg hielt. Bel den Wahlen zum Rat der Bukarester Jüdischen Ge* meinde wurden gewählt: Zum Vorsitzenden der Gemeinde Herl Eli Bercovici, zu Vizevorsitzenden die Herren Adolf Ber* harät und Micu Zentier. Herr Dr. G. Tarlo, der die Keren Hajessod-Arbeit In West-Galizien mit Erfolg geleitet hafc’rfcist jetzt nach Estland und Finnland als Delegierter des Hauptbüros des Keren Ha• . Das Mitglied der Zentralverwaltung des Verbandes ORT, Herr Dr. Lvovitch, hat vor kurzem eine Propagandareise nach den Vereinigten Staaten angetreten. Nach der Statistik in der neuesten Nummer von ״Briutb Haam“ sind 402 Schwestern in den Hospitälern von Palästina tätig. Davon sind 209 oder über 50 «/o jüdische Schwestern, von denen 79 in der Medizinischen Hadassah-Organisation tätig sind, 14 in der Kupath Chclim (Arbeiter-Krankenkasse) und 16 im Irrenhaus, das von der Ezrath Naschim verwaltet wird. New York, 25. Februar. (J.T.A.) Im Hause des be* kannten Finanziers Otto H. Kahn (der gegenwärtig in Berlin weilt. —■ A. d. Red.) vom Hause Kuhn, Loeb & Co., fand vor dessen Abreise nach Europa ein Bankett für das Moskauer Hebräische Theater ״Hab im ah“, das gegenwärtig eine Gastspiel-Tournee in Amerika absolviert, statt. Unter den Anwesenden bemerkte man Dr. Chaim Weizmann, den Habimah-Direktor N. Zem ach, den berühmten russischen Sänger Schaljapin, u. a. m. Ein Organisationskomitee wurde geschaffen, das die Durchführung des Planes der Schaffung eines ständigen Theaters ״Habimah“ in Palästina zur Aufgabe hat.