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Jüdische Rundschau · 1927-03-18 · Heft 22 (18.3.1927) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 22 (18.3.1927)
Date
1927-03-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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' Seite 156 derung zu steiger n, Gerade Alfred Monds Reden bei verschiedenen Gelegenheiten — zuletzt in Kanada — beweisen, daß er diese Problemstellung anerkennt. In manchen Kreisen wird vielleicht Monds Wahl Bedenken erregen, weil er ein extremer wirtschaftlicher Individualist, ein Gegner des Sozialismus ist, einer der wirksamsten antisozialistischen Redner des englischen Parlaments. Es könnte befürchtet werden, daß diese prinzipielle Ein- Stellung ihn auch für Palästina zu Resultaten kommen läßt, die als arbeiterfeindlich empfunden werden könnten. Wir glauben aber, daß Mond genügend Verständnis für die speziellen Verhältnisse Palästinas haben wird, um solche Uebertreibungen zu vermeiden. Es kommt darauf an, den Weg zu finden, wie Palästina unter Mitwirkung aller jüdischen Kreise und aller aufbauenden Faktoren zu einer höheren wirtschaftlichen Stufe entwickelt und zur nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes gemacht werden kann. Wenn die Kommission, ohne sich in irgendwelche Parteikämpfe oder Affekte hineinziehen zu lassen, diese Aufgabe erfüllt, dann wird sie einen Wendepurikt in der Geschichte der jüdischen Wiedergeburt bedeuten. f * Durch die vielen Berichte über die Arbeitslosenkrise wird der zionistischen Öeffentlichkeit manchmal nicht bewußt, daß die Entwicklung Palästinas ständig große und wichtige Fortschritte macht. In der letzten Zeit sind zwei Ereignisse zu verzeichnen, die für diesen Fortschritt charakteristisch sind. Das eine ist die offizielle Publikation der Ruthenberg-Kon- Zession, worin ausgesprochen wird, daß die Ruthenberg-Gesellschaft ihre Arbeit innerhalb zwölf Monaten aufnehmen muß. Es ist kaum zu ermessen, welcher gewaltige Aufschwung für das ganze Land durch die Elektrifizierung bewirkt wird; freilich darf auch nicht übersehen werden, daß der Ausbau des Kraftwerkes nur mit entsprechender Entwicklung der Industrie Hand in Hand gehen kann, denn die ungestörte Erzeugung von elektrischem Strom ist abhängig ,von genügender Nachfrage, die nur von der Industrie kommen kann. Da jedoch das Fehlen von billiger Kraft eines der großen Hindernisse industrieller Entwicklung war, wird die Etablierung des großen Elektrizitätswerkes anregend und ermutigend auf die industrielle Initiative wirken. Bei der Finanzierung der Ruthenberg-Gesellschaft, die die Bedeutung für eine definitive Bestätigung der Kon- Zession war, ist der Keren Htjessod bahnbrechend vorangegangen. Die zweite Tatsache von großer Bedeutung, auf die wir hinweisen möchten, ist die kürzlich von uns veröffentiiehte Nachricht, daß einem, Berichte der zionisti- «i IrifciJrtdwr!**»וו »T fe*. ו»ז4ו:ו%ו|׳ז1#11.1^ק ««•lil ׳feeifÄv'its;׳®lBt fitadgdt" -d«r; Keren Hajestod ausgeschieden wurden. Öiese acht Punkte sind also heute selbsterhaltende jüdische Dörfer geworden. Sie haben ihre Existenz dem Keren Hajessod zu danken, der unter großen Schwierigkeiten und unter immerwährendem Kampf gegen seine eigene Geldknappheit die Siedlungen allmählieh so ausgestattet hat, wie es dem Plane entsprach. Der Erfolg der acht Siedlungen ist freilich zum Teil auch auf den Umstand zurückzuführen, daß sie die Elite der jüdischen Arbeiterschaft umfassen, die bereits 15—20 Jahre im Lande arbeitet. Die Siedler werden es auch in der nächsten Zukunft sehr schwer haben, bevor sie ihre Wirtschaft wirklich befestigt haben, sie werden . schwer arbeiten müssen und notdürftig leben müssen, aber für die Zukunft ergeben sich beträchtliche Aussichten. Manche Zweige der Landwirtschaft haben sich schon jetzt vorzüglich bewährt und gute Erträge ab- Anstatt einer Purimgesdiidtte Von Moses Wald mann. Es war im Jahre 190S. Da wurde ich im Aufträge des i an erösterrdehischen Distriktkomitees in Wien auf Agitation in die mährischen Kehilloth geschickt. Das mährische Judentiim hahm im ehemaligen Oesterreich eine Sonderstellung ein. * Es bildete eine Mittelstufe zwischen Ost- und Westjuden. Die jniluischen Juden waren assimilierter als die Juden in Galizien, aber viel weniger assimiliert als die Juden in Wien. Sie sprachen nicht das östliche Jiddisch, aber auch nicht das Deutsch der Wiener Juden. Sie redeten eben den spezifischen mährischen Jargon. Um einen Begriff zu bekommen, wie dieser Jätern sich anhört, sei folgende typische Redesvendung mitgeteW. Drei alte mährische Juden sitzen beieinander. Darauf erklärt der eine nach längerem Nachdenken: ״Ach rach“. Worauf der zweite meint: ״Ach rach ach“. Zu diesen Bemerkungen fügt der dritte hinzu: ״Rach ach adi“. Ins Gemeinverständliche übertragen heißt das: ״Ich rauche“, ״ich rauche auch“, ״rauche ich auch“. Ein weiteres Kennzeichen der mährischen Judenheit war das Vorhandensein von achtzehn autonomen jüdischen Gemeinden, in denen der Rosch Hakahal gleichzeitig Bürgermeister der Gemeinde war, da diese zugleich auch die ״politische“ Gemeinde darstellte. Dieser Umstand erwies sich oft von großem Nutzen. Wenn es sich als dringend erwies, einen ausländischen Juden zu naturalisieren, so nahm ihn eben die Gemeinde Nikolsburg oder Gaya als Bürger auf, wodurch dieser ausländische Jude automatisch Oesterreicher wurde. Von den Funktionen der betreffenden Oemeindehäupter wurde viel Ergötzliches erzählt So waren die Ortspolizisten im Nebenamt Schamossim und wenn am Simchath Thora bei der Lizitation der Alijoth im Bethause ein Streit ausbrach, so pflegte der Schammes zu drohen: ״Scha Jiden, seid ruhig, sonst geh ach nach Hause und hol’ meinen Säbel“. Die Beförderung der Polizisten zu höheren Dienstgraden erfolgte formlos. So erzählte man von einem Rosch Hakahal, namens Zweig, daß er den Schamraes in folgender Art zum Korporal ernannte. ״Haschei״, sagte er, ״du bist zwar ein Chammer, aber ich habe gehört, daß deine Tochter Ester 9011 a Kalle werden. Wie srirst du da als Mechutten JUEDISCHE RUNDSCHAU geworfen. Das Bewußtsein, auf eigenen Füßen zu stehen, wird den Siedlern große moralische Kraft geben. Und vom Standpunkt der Gesamtheit sind diese kolonisatorischen Erfolge von unschätzbarem Wert, weil sie den Weg der zukünftigen Entwicklung, die schon die Erfahrungen der ersten verwerten kann, weisen. Auf Grund des Vorbilds von Nahalal, Kfar Jccheskiel, Oiwah und Dagania wird man in Zukunft besser und schneller zum Ziel kommen können als in der ersten Periode, wo man ohne Erfahrung und ohne Präzedenzfllle arbeiten mußte. Die Schnelligkeit, mit der die übrigen Siedlungen zur Selbsterhaltung geführt und neue gegründet werden können, wird von der Höhe der Einnahmen des Keren Hajessod abhängen. Jeder Keren Hajessod-Zahler wirkt dabei mit. Beide Tatsachen, Symptome gesunden Fortschritts, zeigen uns, was mit dem Oelde des Keren Hajessod geleistet wird, und was geleistet werden könnte, wenn mehr Geld da wäre. * Die palästinensischen Zeitungen berichten über einen seltsamen Zwischenfall, der sich anläßlich der Grundsteinlegung des GcsundheitsZentrums in Jerusalem ereignet hat. Wie bekannt, wird dieses Zentrum aus den Mitteln einer großherzigen Spende von Nathan Straus unter den Auspizien der medizinischen Organisation Hadassah errichtet. Zur Eröffnungsfeierlichkeit wurde die zionistische Exekutive nicht eingeladen. Vor uns liegt die in den drei Landessprachen gedruckte Einladung mit dem Programm der Feier; nach der Er- Öffnung durch den Vertreter der Hadassah sind eine Reihe von Ansprachen vorgesehen, darunter die des Oberkommissärs, die des Leiters des Gesundheit«- departements der Regierung, der als ausgesprochen judenfeindlich gilt, des arabischen Bürgermeisters von Jerusalem usw. Als einziger jüdischer Repräsentant wird der Präsident des Waad Lcumi, Herr David Yellin, erwähnt. Später wurde nach einigem Hin und Her die Sache korrigiert, und bei der Fyier hat dann Col. Kisch als Vertreter der Jewish Agency brw. der zionistisehen Exekutive gesprochen. Trotz dieser Beilegung ist das Ereignis nicht bedeutungslos. Wie bekannt, war vor einiger Zeit ein scharfer Kampf zwischen der Hadassah und der medizinischen Organisation der Arbeiterschaft Kupath Cholim ausgebrochen. Wer in diesem Streit im Rechte war, läßt sich ulme genaue Kenntnis des Materials nicht entscheiden und auf keinen Fall dürfte es richtig sein, einen solch!« Kampf durch öffentliehe Versammlungen und Pressefehden auszutragen. Die Hadassah hat sich geweigert, die Sache der Exekutive zur Entscheidung vorzulegen. Und dies ist bereits ein bedenkliches Symptom, denn wenn die Autorität der äonisftcheff ׳'•!nstifationil Irrt ■la«de;|ewfltrt^#rl^ mß wird ihre Stellung und Arbeit ungebührlich erschwert. Wahrscheinlich war dieser Streit der Grund zur Brüskierüng der Exekutive; denn auch die Redaktion des ״Davar“, der damals gegen die. Hadassah Stellung genömmeit hatte, wurde mit Nichteinladung ״bestraft“, und erst als die ganze Presse mit Boykott drohte, wurde ״Davar“ eingeladen. Dies alles scheint uns etwas kindlich und kleinlich, aber es hat eine ernste Seite. Die Hadassah ist eine zionistische Organisation und müßte für das Prestige des Zionismus und für das Interesse der zionistischen Gesamtheit Verständnis haben. Gerade von unseren amerikanischen Genossen, die in einem politisch freien und demokratischen Lande erzogen sind, können wir erwarten, daß sie in unserem palästinensischen Gemeinwesen gemeinschaftsbildende, aufbauende Kräfte entwickeln und nicht destruktive Tendenzen, die den Gemeingeist erschüttern. In gegenüber dem Vater des Chossens aussehen? Di bist zwar a Chammer, aber der Schlag soll dich treffen, von heute an bist du Korporal“. * Als krasser Ostjude wurde ich also auf Agitation zu den mährischen Juden geschickt, um die Heilslehre des Zionismus in einigen kleinen Kehüloth zu verbreiten. Meine erste Station hieß Napagedl, tschechisch Napajedly. Ich meldete mich dort beim Vertrauensmanne, einem gewissen Herrn Qoldberg. Hen Goldberg enipfing mich stimrunzelnd: ״Ausgerechnet nach Napagedl sind Sie gekommen! Die schlechtesten Juden der ganzen Welt wohnen in Napagedl. Bei utjg in Napagedl ist Adam Harischon niemals gewebten. Es ist noch niemandem gelangen, etwas in Napagedl auszurichten. Die Napagedler Juden haben für nichts Sinn. Sie haben kein Gewissen, keine Menschlichkeit, keine Jüdischkeit. Ich erkläre Ihnen, Gottes Fluch hat Sie hierher geschickt . .Uebrigens, was soll ich Ihnen sagen, Sie werden ja selbst heute abend im Bethaus sehen.“ Aengstlich und verschüchtert sah ich den Abend herankommen. Nach dem Abendgebet schlug Herr Oöldberg auf sein Betpult, rief: ״Scha“ und ich legte los. Ich redete und redete und traf mir auf skeptische Mienen. Trotzdem aber gelang es, ein Komitee zusammCnzustellen, das die Aufgabe übernahm, eine zionistische Ortsgruppe zu gründen. Am nächsten Tage war ich In Gaya. Vertrauensmann war ein gewisser Herr Stein. Kaum hatte ich seinen Laden betreten, empfing mich Herr Stein mit den Worten: ״Ausgerechnet nach Gaya sind Sie gekommen. Die schlechteste Kehille in der ganzen Welt ist Gaya. Nirgends leben sehlech* tere Juden als in Gaya. Es ist noch niemandem gelungen, bei den Juden in Gaya etwas auszurichten. Ich erkläre Ihnen, Gottes Fluch hat Sie hierher gebracht“. Nun aber war ich gewitzigt Und ich erklärte Herrn Stein: ״Herr Stein, Sie können mich nicht mehr stutzig machen; ich kenne das Geheimnis: die schlechtesten Juden der Welt wohnen in Napägedl, und darum müssen die Juden in Gaya besser sein. Pilr jeden Fall wollen wir heute abend im Bethaus eine Vers,1mmhing abhalten״ ... Seit jener Zeit passiert es mir immer wieder, daß in einzcInen Ortsgruppen und Judengemeinden irgendein Oöldberg Nr.; Nr. 22 *ionistischeu Kreisen wird manchmal die Besorgnis ausgesprochen, daß durch die Teilnahme amerikanischer Kreise in der erweiterten Agency ein System der Autokratie und der mangelnden Eingliederung in das Gesamtwerk gezeitigt werden könnte. Solche Befürchtan* gen sind vielleicht nicht ganz unbegründet, aber um so mehr kommt alles darauf an, daß die zionistische Gesamtheit sich eins fühlt mit dem Jischuw und die Erfordernisse der nationalen Disziplin klar empfindet. Wenn aber schon zionistische Institutionen sich derartige Verstöße gegen die zionistische Loyalität zuschulden kommen lassen, dann freilich wird unsere Kraft, unseren Geist ln der Kooperation mit anderen durchzusetzen, keineswegs gestärkt. Oie Verträge mit «es Sledtern Die frage des Abschlusses der Verträge des Keren Hajessod (bzw. der mit den Mitteln des Keren Hajessod arbeitenden Kolonisations-Instanz) mit den mit Mitteln des Keren Hajessod ausgestatteten Siedlern hat die zionistischen Instanzen bereits mehrfach beschäftigt. Die ,,Jüdische Rundschau“ hat wiederholt auf die Dringlichkeit dieser Frage aufmerksam gemacht, der zuletzt Kurt Ruppln mehrere Aufsätze in unserm Blatte widmete. Nunmehr hat sich, wie die palästinensischen Zeitungen melden, der aus allen Kreisen der landwirtschaftlichen Bevölkerung Palästinas und Saehverständigen bestehende Beirat des Kolonisations-Departements, der ״Waad Hachaklauth“, mit dieser Frage beschäftigt. Es handelt sich hauptsächlich um die Klärung folgender Punkte: 1. Wer sind die, Vertragspartner? 2. Wie hoch Lst der Zinsfuß? 3. Wie wird die Schuldsumme festgesetzt? und 4. Welches sind die Zahlungsbedingungen? Der ״Waad Hachaklauth“ hat im Verlaufe der Verbandlungen mit Stimmenmehrheit sich dahin ausgesprochen, daß von der einen Seite der K. H. und auf der anderen Seite der Siedler und die lind wirtschaftliche Kooperativ-Gesellschaft ״Nir“ Vertragsschließende seien. Ebenso kam man zu de!n Schluß, die Schuldsumme nicht nach den Büchern der zionistischen Exekutive, sondern mit einem Betrage fCstzusehen, der für die Errichtung eines landwirtschaftlichen Betriebs objektiv erforderlich ist. Man einigte sich ferner auf einen Zinsfuß von 2 ״/n und auf Zahlungsbedingungen in der Form, daß das Darlehen innerhalb 50 Jahren, die vom 5. Jahre nach der Darlehensnahme an gerechnet werden, getilgt werden soll. Dem K. H. und der Gesellschaft ״Nir“ steht nach 10 Jahren das Recht zu, eine Revision der Zahlungsfristen zu fordern. Darüber hinaus hat der ״Waad Hachaklauth“ empfohlen, denjenigen Wirtschaften, die noch keine festen Wohnbauten haben, besondere Anleihen zur Errichtung von Wohngebäuden zu gewähren. Besondere Erleichterungen seien gegenüber den troekenen Getreidewirtschaften (״dry farming“) am Platze. Die Stellungnahme des ״Waad Hachaklauth“ dient dem A.-C. als Material für die endgültige Beschlußfassung in der Frage der Verträge. ZionwöscheArbeit 1■ Norweflen ,5'׳f Tir W crfc e rü 1 oobWljlfraSe dir rioniltiicW״%xekutiv% des Direktoriums des Keren Hljessod und des'1 Direktoriums de# Keren Kajemeth Lejisrael in Norwegen. Herr Dr. Bloch hatte Gelegenheit, an vier Abenden in Oslo und an zwei Abenden in Trondhjem Vorträge zu halten. De jüdischen Jugendveitine in Oslo und Trondhjem gaben Herrn D. Bloch bereitwilligst Gelegenheit, vor der jüdischen Jugend über deren Aufgaben zu sprechen. Die Keren Hajessod-Arbeit wurde von den Komitees in Oslo und Trondhjem gut vorbereitet, so daß die Möglichkeit gegeben war, auf Zirkelveranstaltungen ausführliehe instruktive Palästina-Referate zu halten. Das Ergebnis der Keren Hajessod-Aktion für 1927 in Norwegen beziffert sich auf norw. Kr. 10Oft), wobei zu berücksichtigen ist, daß Norwegen unter einer schweren Wirtschaftskrise leidet. Es ist ferner gelungen, die Arbeit des Keren Kajemeth Lejisrael zu systematisieren, so daß mit neuer Energie auch an die Arbeit für den Keren Kajemeth herangegangdn wird. Für den 22. Juni 1927 wurde nach London eine internationale jüdische Konferenz zur Bekämpfung des Frauen- und Mädchenhandels einberufen. oder ein Stein sich beeilt, nachzuweisen, daß die schlechtesten Juden der Welt gerade in seiner Gemeinde leben. Desen Leuten entdecke ich mein Geheimnis: ״Mir kann man nichts mehr vormachen: Ich weiß bereits seit zwanzig Jahren, daß die schlechtesten Juden der Welt in Napagedl leben und darum müssen die Juden 1n allen anderen Gemeinden besser sein“. Ein anderes Mal befand ich mich in Gesellschaft von Dr. Rudolf Nassau, dem in jungen Jahren verstorbenen Redakteur des im Jahre 1908 gegründeten Zentralorganes der öster״ reichischen Zionisten, der ״Jüdischen Zeitung“, auf Agitationsreise wiederum in Mähren. Es war um die Zeit, da eine regelrechte zionistische Versammlung mindestens drei Reden anhören mußte: Eröffnungsrede, Tendenzrede, Schlußrede, in Galizien trieben sie es noch bunter. Dort waren für jede Feier und jede Versammlung mindestens fünf Reden angesetzt. Also: Begrüßungsrede, Eröffnungsrede, Tendenznede, Volksrede und Schlußrede. Es war eben eine redselige Zelt. Aus diesem Grunde fuhren immer mindestens zwei Referenten auf Agitation und bestritten dann das Programm der vorgesehenen Abende. Zumeist polemisierten die beiden Referenten gegeneinander und lieferten sich zum Gaudium aller Anwesenden hitzige Redeschlachten; Oft wurde der Trick in Anwendung gebracht, daß nur ein Referent angekündigt war und sein Beglater quasi als blinder Passagier mitreiste. Auf Grund einer vortusgegängenen Verabredung trat dann der blinde Passagier als Dskussionsredner auf, um dem Referenten Gelegenheit zu geben, den vermeintlichen Gegner restlos zu besiegen. Mit Dr. Rudolf Nassau reiste ich damals in Eigenschaft als blinder Passagier. Ich sollte erst dann in Aktion treten, wenn sieh aus der Versammlung kein einziger Dskussionsredner melden wollte. Unsere erste Station war Olmütz. Dr. Nassau hielt eine zündende Ansprache. Er selbst war mährischer Jude und kannte die Psychologie seiner engeren Landsleute ganz genau. Es gelang ihm auch tatsächlich, Stimmung zu erzeugen und die Zuhörer zu rühren. Stürmischer Beifall war der Lohn für seine oratorische Leistung. Der Vorsitzende, ein Herr Soyka, hinter dem ich als Einflüsterer stand, räusperte sich und mit ln verstorl deutsch roarkan besten kratie, der be: dem, י verwirk Länder! be recht railiert* Sinne, land. Weise milierti über * echter liehen sein j! Deutsc aus de turas 1 jüdisch Juden politisr nierter blieb! Rolle sein \ und ir der B Mögii! Berlin; tische! schein wichti in die der y Natha Staats aktion prozes eine i hassei ihr■ R! ‘umfas Als di ausbr! deutsi für di Balka einige nach der ז סמי Deuts sorge t bleib* in de zu ni aktioi europ mühu mats deute zu. s! Math Schul ähnli! stelle!and* unve! stock der Kein daß rieht! ten wie tief i strec zu! Häm geze Vors an d entp Kafk heiß frag von eine den aus Vor sehe Gru De die gni! haft

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