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Jüdische Rundschau · 1927-03-11 · Heft 20 (11.3.1927) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 20 (11.3.1927)
Date
1927-03-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite!44 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 20 Zum Problem einer Neuansiedlung in Palästina Von Rudolf Samuel, Breslau. (Schluß) IV. System und Technik in der Kolonisation. Wir haben zu zeigen versucht, daß die wesentliche aktuelle Aufgabe der Zionistischen Organisation heute nicht in der ideologischen Sphäre liegt. Nicht Judenstaats-Debatte,sondern HerabsetzungderAnsiedlungs• kosten lautet die Parole, uni deren Realisierung wir uns in der nächsten Zeit mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften bemühen müssen. Wenn wir dieses Ziel erreichen können, wird, ganz nebenbei gesagt, vermutlich auch vieles von dem hinffillig, was heute die Geister erregt. Bisher haben wir darüber gesprochen, ob es möglich ist, unser bestehendes Kolonisations« System so abzuwandeln, daß wir mit geringeren Invcstitionskosten auskommen und dabei doch gesündere Betriebe erzielen, weil die so festgesetzten Summen auch wirklich in Verhältnismäßig kurzer Zeit voll eingezahlt werden können. Natürlich wollen wir nicht — insofern ist das Programm aer Konsolidierung völlig berechtigt — die ״teure Wirtschaft des armen Mannes*‘ betreiben. Wir können aber auch nicht die teure Wirt- Schaft des reichen Mannes atifbauen, sondern nur die billige Wirtschaft des armen Mannes. Aus diesem Grunde haben wir daran erinnert, was Kolonisation eigentlich bedeutet hat. Die Entbehrungen der Kolonisten in Nordamerika in vergangenen Jahrhunderten und in Südamerika in diesen Jahren sind um viele Prozente geringer als die unserer Chaluzim im Emek. Wenn sich trotzdem dort die Ansiedlungskosten unter Berücksichtigung aller Nebenujnstände als sehr viel kleiner ergeben, so muß naturgemäß unser Kolonisationssystem dafür haftbar gemacht werden. Sache des Kolonisations(echnikers ist es, ein Schema auszuarbeiten, das mit geringeren Kapitalien auskommt, zwar in manchen Punkten vielleicht sich weniger dem Status des fertig eingerichteten Betriebes eines europäischen Bauern nähert, sondern mehr den Typus echter Kolonisation anstrebt, jedoch gesunde Verhältnisse schafft und gestattet, den Betrieb aus seinen eigenen Ueberschüssen allmählich weiterzuentwickeln. Im Rahmen unserer heutigen Methoden läßt sich so eine Herabsetzung der Investitionen erreichen, die schätzungsweise 25 bis 30 0/0 betragen mag. Dieser Prozentsatz ist immerhin erheblich, aber er reicht noch nicht aus, um wirklich zu eineranderenOrößenordnungder mögliehen Einwanderungsziffern zu gelangen, und es erhebt sich die Frage, ob das System selbst prinzipiell geändert werden kann. In der Arbeiterschaft werden heute (im gegebene{? Augenbück übrigens unverständlicherweise) verschiedene Projekte der Neuansiedlung propagiert. Zum Ted scheinen sie, soweit man es von hier aus übersehen kann, sich in ähnlicher Richtung, wie sie hier skizziert wurden, zu bewegen, nämlich die An* siedlungskosten durch Vereinfachung der Betriebe herabsetzen zu wollen. Zum Teil aber scheinen sie nur wiederum auf eine neue ״Streckung*‘ des Budgets herauszulaufen. Auch wenn wir annehmen, daß man mit zirka £ 400 Investitionen, das heißt mit £ 700 Gesamtkosten inklusive Boden auskommt, so wird an dieser Ziffer nichts geändert, wenn der Siedler diese Summe in sechs anstatt in drei fahren erhält Im Gegenteil, die Rentabilität wird gedrückt, die Verhältnisse unklar, das Leben des Siedlers schwer und fast unerträglich. Das sind gerade die Gründe, aus denen heraus in diesem Blatt seit dem Sommer .1924 immer wieder gegen das Prinzin des überhöhten Budgets und für das der Konsolidierung gekämpft wurde. Derartige PJIne können nur eine vorübergehende Vergrößerung!i||#ii#-A*1firfhnff׳'heWi.rken,, •deren, unheilvolle Folgen genau wie in der letzten ^eft wenige Jahre später zutage treten müssen. Die Pläne, die eine Aenderung des Systems und damit eine beträchtlichere Herabsetzung der Ansiedlungskosten bezwecken, lassen sich in zwei Gruppen zusammenfassen. Die eine Art will ihr Ziel durch Errichtung höchstintensiver Be* triebe erreichen, ein Beispiel ist Soskin. Dadurch wird die für eine Familie benötigte Bodenfläche herabgesetzt, so daß in diesem Posten erhebuche Ersparnisse gemacht werden können. Jedoch liegt es in der Natur der Sache, daß gerade bei höchstintensiven Betrieben die Investitionskosten gegenüber dem heutigen System nicht mehr allzu sehr herabgesetzt werden können. Die Gesamtkosten könnten also noch einmal um viel* leicht 200/0 gedrückt werden. Dazu kommt noch, daß die Produkte dieser Betriebe auf bestimmte Absatzmärkte angewiesen sind, zu denen sie auch frachtgünstig liegen müssen. Öas heißt, man soll die Soskinschen Pläne fördern und es besteht vielleicht doch die Möglichkeit, einige wenige solcher Siedlungen in der Nähe der drei großen Städte zu errichten, aber sie können nicht die Basis unseres Kolonisationswerkes abgeben. Die zweite Gruppe fordert im Gegenteil extensive Betriebe auf billigem Boden. Als Beispiel seien hier die von Wil kan sky vorgetragenen Gedankenginge, ferner auch die verschiedenen Aufsätze von Hermann Kranold genannt, in denen er in diesen Blättern immer wieder den Versuch einer Ansiedlung in Südpalästina nach den Prinzipien der besonders in Amerika ausgebildeten Dry Farming-Wirt* Schaft gefordert hat. Wir glauben, daß diese Anregung höchst beachtlich ist und daß man nur bedauern kann, daß noch immer kein Versuch damit gemacht wurde. Das System der Trocken* farmen hat sich sowohl im mittleren Westen der Vereinigten Staaten als auch bei der jetzt vor sich gehenden Kolonisation der argentinischen Pampas bewährt. Es beruht daraut, daß aut Steppenböden bestimmte Pflanzen angebaut werden, die so tiet wurzeln, daß sie das Grundwasser erreichen, während der Stickstoffgehalt des Bodens angereichert und seine Behandlung der großen Oberflächenverdunstung angepaßt wird. Die Großviehwirtschaft Nordargentiniens beruht auf der Alfalfa, einer Luzernenart, die mehrere Meter (!) tief wurzelt Nach Belieben kann mit ihr Mais oder Weizen in Fruchtwechsel treten. Der einzige Einwand gegen das Dry Farming konnte bisher darin gesehen werden, daß für uns der Maisbau infolge mangelnder Schweinehaltung nicht in Betracht kommt. Dagegen ist dreierlei zu sagen: Mais kann auch (als Körnerfutter) an Rindvieh verfüttert werden und ist auch in vielfältiger Weise zur menschliehen Nahrung geeignet. Ferner lassen sich Mais und Weizen im Fruchtwechsel gegenseitig ersetzen und tiefwurzelnder Weizen, für das Dry Farming geeignet, ist bereits gezüchtet worden. Endlich aber hat man in Nordamerika anläßlich einer Senkung der Schweinefleischpreise vor einiger Zeit ein rentables Verfahren ausgearbeitet, um Maisstärke zu verzuckern. Seitdem wird ein Teil des in der Dry Farming-Wirtschaft gewonnenen Mais auf Zucker hin verarbeitet. Das geht so weit daß dieser Maiszucker trotz der enormen Frachtquote und des Schutzzolls selbst in Deutschland noch den Rübenzucker aus der Halberstädter Gegend unterbieten kann, und in der letzten Zeit sind die ersten Mengen von ihm nach Deutschland importiert und haben bei den deutschen Zuckerproduzenten wegen Güte und Billigkeit erheblichen Schrecken erregt. Nachdem sieb die Regierungsparteien im Reichstag auf Grund der Baisse des Weltmarktpreises, aber auch auf Grund dieses Vorganges mit den Rechtsparteien auf eine Heraufsetzung des Zuckerzolles von 10 auf 15 M. für den Doppelzentner geeinigt haben, wäre es an der Zeit, auch für Palästina die Fortschritte der modernen Kolonisationstechnik nutzbar zu machen. Denn damit ist der letzte Einwand gegen das Dry Farming-System im Negeb hinfällig. Zucker, und noch dazu billiger Maiszucker, ist in Palästina da Produkt, das für verschiede^ Stellen des vorderen Orients außerordentlich frachtgünstig liegt, abgesehen davon, daß auch der Binnenmarkt mit und ohne Marmeladefabrikation ein erhebliches Quantum aufnehmen kann. Aber selbst wenn man, z. B. wegen jener erwähnten Baisse, auf dieses Zuckerroblem nicht soviel Wert legt, so ist doch sicher, daß dieses ystem des Dry Farming in Südpalästina große Möglichkeiten zeigt. E rwünscht,scheint es aus folgenden Gründen: zunienst scheint Getreidebau gegenüber dem Gemüsebau des intensiven Betriebes einen wesentlichen Vorteil in Wirtschaftspolitischer Hinsicht zu bedeuten. Die zunehmende Industrialisierung der Kolonialiänder bedeutet eine in der Zukunft immer mehr zunehmende Verengung der Möglichkeiten des Getreideimports der europäischen Industrieländer. Die Weltwirtschaft bewegt sich sichtlich in dieser Richtung, und es wäre leicht, nur noch mehr rautnfüllend, dafür einen exakten zahlenmäßigen Beweis anzutreten. Das bedeutet für uns eine Warnung, die Basis unseres Kolonisationswerkes etwa in der Erzeugung von Luxusprodukten zu wählen, deren Absatz immer schwerer werden wird. Aber auch schon heute wären Aegypten und Teile des vorderen Orients willige Abnehmer für billiges Getreide, wie es das Dry Farming-System (übrigens auch das gegebene System für Transjordanien) liefert. Die Ansiedlungskosten aber könnten bei ihm ganz wesentlich herabgesetzt werden. Ebenso wie bei Soskins System reduziert sich der Bodenpreis. Zwar wird nicht das Bodenausmaß eingeschränkt, aber der Steppenboden ist billig, teilweise sogar herrenlos. Zugleich aber könnten nach dem amerikanischen Beispiel die Investitionskosten ganz wesentlieh reduziert werden. Die Ansiedlungskosten würden sich überschlagsmäßig auf ein Viertel bis ein Drittel der heutigen belauten. Das bedeutet aber tatsächlich die Erreichung einer anderen Größenordnung in den Ansiedlungsziffern. Es soll nicht verschwiegen werden, daß in den Vorschlägen, die von den damaligen Leitern des Kolonisationswerkes der (ahreskonferenz von 1920 gemacht wurden, von einer ähnlichen konzentrierten Siedlung im Negeb die Rede war. Im Gegenteil, nicht nur weil es die Objektivität gebietet, sondern gerade auch als ein Anhänger des linken Zionismus ist es mir ein Bedürfnis, einmal auszusprechen, daß JuliusSimon und N. de Lieme in manchem, was damals die Gemüter bewegte, recht behalten haben. Aber seitdem hat man von diesem Projekt nichts mehr gehört. Kolonisation ist aber keine Sache, die wir erfunden haben, und wir können unser Ziel überhaupt nur dann erreichen, wenn wir aus der Kolonisationsgeschichte vergaiigener Zeiten und aus der Kolonisationstechnik von heute lernen. Man kann am Beispiel des Drv Farming erkennen, wie ein einziger Fortschritt der Kolonisationstechnik eine ganz neue Situation schaffen kann. Ein weiteres Beispiel sei noch angeführt, das auch für Palästina, wenn auch in viel beschränkterem Maße, Bedeutung erlangen kann. Bei der Rohrzuckeroroduktion wurde, wieder in Amerika, ein Verfahren ausgearbeitet, das gestattet, die Abfälle der Rohrzuckerpmdnktion zu verwerten. Die ausgepreßten und ausgelaugten Zu'kerrohre werden zermah!*n, zu Holzbrei gekocht, entwässert und sehließ'ich zu einer, Celotex genannten. Masse gepreßt, die ein vollwertiger Ersatz für weiches Holz, aber viermal so!eicht ist. Für Möbel, Kisten und selbst als Bauholz wurden z. B. von einer einzigen Firma in wenigen Monaten sieben Millionen von Celotex-Brettem für Kistenfabrikation verwandt, auch 7590 Kühlwagen wurden auf den amerikanischen Eisenbahnen schon 1924 damit verschalt. Eine schnelle Aufforstung Palästinas kann nur durch den Eukalvptus erfolgen, dessen Holz zu reich an Wasser und Kieselsäure ist, um als Brenn- oder Nutzholz zu dienen. Aber es besteht natürlich kein Zweifel, daß das Celotex-Verfahren auch für Eukalyptus abgewandelt werden kann. So kann wiederum durch einen Fortschritt der Kolonisationsteehnik im holzartnen Palästina möglicherweise die Aussicht für eine ganz neue jüdi- ...lebe ig^ustrit eröffnet.ctprdeo,;•.י.•.•‘«.׳;■..•,‘ ״ #1..' ,י'r' kommen also trotz .•des 'pessimistische#-Anfangs zii einem optimistischen Schluß. Dia Erreichung de* zioni*'.i־ch״n Kolonhatioiwfeles i«t möglich. Jedo־h nur dann, wenn man, frei von allen Gefühlsmomenten, in rationaler Weise vorgeht, wenn man das System der Kolonisation und das der zionistischen Wirtschaftspolitik den gegebenen Umständen und Möglichkeiten anpaßt und die Ergebnisse der modernen Kolonisationstechnik aumützt. Wir möchten nochtnals betonen, daß der hier vorliegende Versuch einer Befrgiung von gefühlsmäßigen Bindungen nicht einen Angriff gegen irgendwelche Gruppen bedeutet. Ganz bestimmt nicht einen Angriff gegen die Arbeiterschaft, dagegen zeugen alle früheren Artikel des Verfassers. Wenn sich aber herausstellt, daß das heutige Kolonisationssystem geändert werden muß, weil mit ihm unser Ziel in unerreichbaren Fernen und Zeiten verschwindet, so trägt die Arbeiterschaft keinerlei Schuld daran, sondern diejenigen Instanzen, die dafür verantwortlich sind. Also letzten Endes der Kongreß, das heißt wir alle. Wir behaupten nur. daß die Leiden, die das heutige Svstera dem Ansiedler auflegt sinnlos sind, weil sie unnötig sind. Sie werden an falscher Steife und in zu weitem Umfang getragen, das bedeutet aber zweifellos keinen Vorwurf gegen den Heroismus des einzelnen Chaiuz. Noqh eine «׳eitere Schiußbemerkung sei gestattet. Wir behaupten nicht ein neues Koionisationssvstem in der Tasche zu haben und wollen uns nicht als Kolonisationsfachmann gerieren. Wir wollen nur zeigen, daß es höchste Zeit ist, das System der zionistischen Koionisation in Palästina erneut in vollem Umfang zur Diskussion zu stellen. Dazu muß aber einmal alles das schonungslos und offen ausgesprochen werden. Seit dem ersten Blick in den in Wien überreichten Bericht der zionistischen Exekutive haben wir anderthalb Jahre darauf gewartet, daß berufene Fachmänner die ganze Problematik unserer heutigen Kolonisations- Politik offen darlegen würden. Bis zu dem Augenblick, in dem der 15. Zionistenkongreß ausgeschrieben wird, ist das nicht erfolgt. So blieb uns nichts übrig als, gleichsam ein zionistisches Schulmeisterlein Wuz, den Artikel selbst zu schreiben. Wir stützten uns .dabei lediglich auf eine gewisse minimale Kenntnis der palästinensischen Wirklichkeit, wie man sie allerdings von jedem von uns verlangen muß, der den Mut hat, durch Abgabe seiner Stimme bei den Kongreßwahlen von hier aus unsere Kolonisattenspolitik zu beeinflussen, ferner auf einige wenige zufällige Kenntnisse der Kolonisationstechnik und allerdings auf jenen Mut zum konsequenten Denken, der in den exakten Wissenschaften üblich ist. So werden wir es den Fachleuten gewiß nicht übel nehmen, wenn sie jeden Satz dieses Artikels widerlegen können. Was wir wollen, ist lediglich eine erneute Diskussion und nichts würde uns mehr freuen, als wenn sich herausstellen würde, daß die Grundlage, von der wir ausgingen, falsch ist und unsere Situation sehr viel günstiger, als sie sieh in diesem Artikel malt. Baompflanznngeii und Häuscrbao in Aluleh Zahlreiche Hausbesitzer in Ir J esreel (Afuieh) pflanzen in diesem Jahre Zier- und Fruchtbäume auf ihren Grundstücken. In gewissen Abständen sind auf einem Grundstück zirka MO Bäume gepflanzt worden. Das lokale Arbeiterkomitee hat beschlossen, rund um den Sportplatz einen Hain von 30 Dunam zu pflanzen. Ir J esreel zählt jetzt 100 Wohnhäuser, von welchen 21 im Verlauf des letzten Jahres gebaut wurden. Der Schulbau wird demnächst beendet- Palästinensische Frauenarbeit Vom 27. Februar bis I. März tagte in Tel-Awiw die 4. Vertreterinnen-Versammiung der Vereinigung jüd. Frauen In Palästina. Die Histadruth Naschim Ivrioth ist die größte palästinensische Frauenorganisation•, ihr Ziel ist, die palästinensischen Frauen aller Schichten zu gemeinsamer Arbeit für den palästinensischen Jischuw zu erziehen. Die Aufgaben, die sie den Frauen zuweist, liegen auf dem Gebiet einer Fürsorge für Mutter und Kind. Das Budget der H.N. I. beträgt jährlich ca. £ 7000. Bisher Hat die H.N. I. folgende Arbeiten geleistet: Jerusalem: Fürsorge für schwangere Frauen in den einzelnen Stadtvierteln. Einrichtung von. Nähkursen für werdende Mütter. Einrichtung eines Säuglingsheims, in dem zurzeit 21 Kinder untergebracht sind. Arbeit der Mitglieder der H.N.I. in den Säuglingsstationen der ״Hadassah“. Unterhaltung, von zwei Kindergärten in der Alten Stadt und im Viertel ״Schimon Hazadik“. Anstellung einer Gemeinde- Pflegerin in ״,,Schimon Hazadik“. Einrichtung der Arbeitsstube ״Schani“ in ״Schimon Hazadik“. Einrichtung von hebräischen Kursen für Frauen und Mädchen in den gesamten Vierteln der Stadt. Letzthin ist auch die Jerusalemer Arbeitsschule der H. N. I. angegliedert worden. Das Gesamtbudget für diese Arbeiten beträgt £ 3 605 mit der Jerusalemer Arbeitsschule £ 1200 * Jährlich £ 4 805 Tel-Awiw: Fürsorge für schwangere Frauen. Milch- Verteilung für Säuglinge und kranke Kinder. Tagesheim für Säuglinge. Das Gesamtbudget für diese Arbeiten beträgt: £ 1170. Haifa: Notstandsküchen für Arbeitslose. Fürsorge für schwangere Frauen. Milchverteilung für Kinder und Frauen. Milchküche für Säuglinge. Das Gesamtbudget für diese Arbeiten beträgt: £ 788. Rechowoth: Fürsorge für schwangere Frauen. Arbeit der Mitglieder der H.N.Iin der Sauglingsstation der ״Hadassah“. Speisungen für yemenitische Kinder. Das Gesamtbudget für diese Arbeiten beträgt jährlich £ 173.28. Neß Zion ah: Milchverteilung für kranke Kinder und Frauen. Das Oesamtbudget für diese Arbeiten beträgt: £ 11.81. * Tiberias: Arbeit der Mitglieder der H.N.I. in den Säuglingsstationen der ״Hadassah“. Petach Tikwah, Rischon le-Z!on, Ekron: Diese drei Ortsgruppen organisieren ihre Arbeit nach dem Muster der anderen Filialen. Ein weiteres Werk der H. N. I. ist die gemeinsam mit der amerikanischen Frauenorganisation ״Hadassah“ erfolgende Herausgabe der Frauenzeitschrift ״Ha I sch ah“, die seitens der H.N.i, ein jährliches Budget von £ 50 erfordert. Unter dem Druck der jetzigen Verhältnisse sieht sich die H. N. I. genötigt, demnächst auch die folgenden Arbeiten in Angriff zu nehmen: Erweiterung des Säuglingsheimes in Jerusalem von 20 auf 35 Betten. Erweiterung der Arbeitsstuben- Einrichtung von Tageskrippen in Haifa und eventuelle in anderen Orten. Einrichtung einer Haushaltsschule im Anschluß an die Jerusalemer Arbeitsschule, die sich kürzlich der H. N. I. angeschlossen hat. Geplant ist ferner die Herausgäbe von Informationsblättern über Frauenarbeit in Palästina in deutscher und englischer Sprache, im Anschluß an die Zeitschrift ״Ha Ischan“. Auf der soeben beendeten Tagung wurden eine Reihe von wichtigen Beschlüssen über die Stärkung der Arbeit '■w׳ack־;'iit»gk 'UÄ, dlf ״•Aaidejinung' te%^rlpM@kreU»-paok “:Aaß«J'gpa»־־'־• ״ .•׳ ״״■; ..■•־׳- 5־׳" ־׳׳ *•'״־ Eine%Ü|ti der Tagung beanspruchte die Diskussion von Plänen zur Zusammenarbeit mit anderen Frauenorganisationen. Wie erinnerlich, haben schon auf der Wiener Frauenkonferenz die Vertreterinnen der Histadruth Naschim Ivrioth einen Plan für Vereinheitlichung der Frauenarbeit in Palästina vorgelegt: er bestand in dem Vorschlag, daß die größten Frauenorganisationen des Landes: Histadruth Naschim Ivrioth, Moazat Hapoalot usw., sowie die ausländischen Organisationen Wizo und Hadassah gemeinsam einen Zentralrat in Palästina schaffen. Dieser Vorschlag wurde bekanntlich von der Wizo abgelehnt. Nachdem neuerdings durch Mitglieder der H. N. I. Be» Ziehungen zu den in Palästina weitenden Leiterinnen der Wizo gesucht und der Plan wiederum erörtert worden ist, bringt auch die Wizo dem Moazah-Plan Verständnis entgegen. Allerdings ist die Lage dadurch sehr kompliziert und die Verhandlungen erschwert worden, daß die Wizo während der schwebenden Verhandlungen und ohne vorherige Benachrichtigung der in Palästina bereits arbeitenden Frauenvereine mit der Gründung einer neuen Frauen-Landes- Organisation — einer palästinensischen Wizo — begonnen hat. Die Versammlung der H. N. I. wählte einen Ausschuß von drei Mitgliedern zur Fortführung der Verhandlungen. Voreilige Kommentare Die bekannte Notiz der ״Frankfurter Zeitung“, die über Verhandlungen zwischen Zionisten und Nichtzionisten in Deutschland• berichtete, hat verschiedenen jüdischen Zeitungen des Auslandes Anlaß gegeben, sensationelle Artikel zu veröffentlichen, in welchen behauptet wird, die deutschen Zionisten hätten die nationale Grundlage des Zionismus aufgegeben. Es wäre unseres Erachtens richtiger gewesen, eine wirkliche Darstellung der Tatsachen abzuwarten und sich nicht auf Informationen zu verlassen, die, wie die Notiz der ״Frankfurter Zeitung“ den Stempel der Zwischenträgerei auf der Stirne tragen. Wenn Verhandlungen zwischen Zionisten und Nichtzionisten, die ja durch Jahre hindurch stattgefunden haben, den Charakter direkter persönlicher Aussprachen annehmen, so ist dies vor allem darum zu begrüßen, weil bei solchen Gelegenheiten eine Menge von Irrmeinungen und Legenden, die sich im Laufe der Zeit an gesammelt haben und eine Verständigung auch in der praktischen Arbeit auf allen Gebieten erschweren, aus der Welt geschafft werden können. Wir Zionisten haben ja stets unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen jüdischen Kreisen betont, vorausgesetzt, daß in Gesinnungs- und Weltanschauupgetragen kein Zwang auszuüben versucht wird. In diesem Sinne können direkte Verhandlungen die Lage klären. Wenn z. B. Immer wieder behauptet wird, die deutschen Zionisten beabsichtigen die Führung einer nationalen Minoritätspolitik in Deutsch- Und, so haben wir seit Jahren erklärt, daß diese Behauptung unrichtig Ist, und wir sind jederzeit bereit, diese Aufklärung von neuem zu geben. Ebenso aber haben wir stets darauf hingewiesen, daß jede Einigung, die die Aufgabe weltanschaulicher Prinzipien zur Bedingung stellte, von vornherein zur Unwirksamkeit verurteilt wäre. Es wäre also «in der KommentieruHg von Meldungen, auf deren Meritum wir noch in anderem Zusammenhänge zurückkommen werden, mehr Vorsicht anzuraten.

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