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Jüdische Rundschau · 1927-03-08 · Heft 19 (8.3.1927) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 19 (8.3.1927)
Date
1927-03-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 136 JUEÖISCHE RUNDSCHAU Nr. 19 organisiert und von der Arbeiterschaft, der zionistischen Exekutive, den Finanzinstituten geführt werden. Das unmittelbare Ziel sind die jüdischen Kplonien, der arabische Markt, Re*!gierungsarbeiten. Diese ״Arbeitseroberung“ muß durch ver* schiedene politische, technische, finanzielle Maßnahmen unterstützt werden (im geeigneten Rahmen kommt auch Lohnsenkung in Betracht). Große öffentliche Arbeiten müssen organisiert ,werden — sie müssen in den Rahmen eines produktiven Kolonisationsplanes fallen, so daß aus ihnen selbst neue Arbcitsquellen entstehen (Pflanzungen kommen dabei ganz besonders in Betracht). Zur Durchführung dieser Arbeiten müssen relativ große Summen mobilisiert werden. Sie sind zu bekommen durch eine innere Zionisten-Anleihc oder auch durch angestrengte Sammlungen (sind in der ganzen Welt keine 3C0 bis 400 Zionisten zu finden, von welchen jeder bereit wäre, in dieser ,Stunde £ 1000 zu geben?). Die zweite Geldquelle ist das zio- Bistische Budget, das etwa eine Million Pfund jährlich beträgt (Keren Hajessod und Keren Kajemcth zusammen) und von dem ein großer Teil als Arbeitslohn ausgegeben wird (eigentliche Beamte, Lehrer, Aerzte usw.). Von diesen Gehältern müssen sofort etwa 20 °/0 zugunsten eines Arbeitsfonds abgezogen werden — und im Vergleich mit der großen Not, die im Lande herrscht, und mit den großen Gefahren, die der Bcwegung drohen, ist diese Maßnahme sicher nicht als zu weitgehend und ungerecht zu betrachten. Wird diese Maßnahme auf alle Landesorganisationen verbreitert (Amerika!), so sind große Summen zu erzielen. In Zukunft soll eine Reform der Verwaltung durchgeführt werden, die den Apparat verkleinert und verbilligt, und eine Aenderung des zionistischen Budgets, die größere Teile von ihm der Kolonisation und der Arbeit zuführen (intensivere Ausnutzung der Regierungsquellen für Sanitäts- und Erziehungsposten). In der Perspektive haben wir das Recht, mit Entwicklung des Ruthenberg-Unternehmens, mit Entwicklung von gewissen Industriezweigen (ohne die Uebertreibungen der ״Industriellen“), mit dem Wachstum der privaten und national?« Pflanzungen, mit neuer nationaler Kolonisation (die nach den neuesten Berechnungen viel billiger sein wird) zu rechnen. In weiterer Perspektive, noch etwas unsicher, aber doch schon bestehen gewisse Chancen auf Arbeitsenveiterang als Folge von Weizmanns Verhandlungen mit der Marshall* Gruppe. Würde dieser oder ein ähnlicher Plan von der ganzen zionistischen Bewegung angenommen, dann könnte man auch an Maßnahmen denken, die eine wirkliche Konsolidierung unserer Kolonisationsarbeit bedeuten würden, dann würde auch unser Morgen viel klarer und heller. Damit dieser oder ein ähnlicher Plan angenommen und durchgeführt wird, ist allerdings cüne außergewöhnliche Anstrengung seitens der Bewegung, seitens jedes einzelnen Zionisten nötig — eine Anstrengung, die in angebliehen Reformvorschllgen sich nicht erschöpft. Es ist der Mut des Entschlusses, der Mut der Forderung nötig und die große Opferwilligkeit. Es ist eine Anstrengung der geistigen und physischen Kräfte unserer leitenden Institute nötig. Unermüdliehe Arbeit, weise Strategie, Organisation fähigkeifen. Unerschütteriicher Glaube an unseren Sieg. Unerschrockene WahrheftsEebe und heilige Unruhe. Reinigung unseres öffentliehen Lebens. Hohes Verantwortungsgefühl und die Bereitsehaft an den Schmerzen der entstehenden ■ jüdischen Geipein• .■ Eie^lsraÄ * tfllzniehBiBi.■V,l' / ‘ 'x ■:■>'•; ״•■/.■ < ]־ ׳•'.Das Ist allerdfnp wahr —- vieles, sehr viel« Ist nötig/ um־ die zionistische Bewegung aus der heutigen Krise heraus»!- führen und vor ihr neue Perspektiven zu öffnen. Aber dazu ist auch die Stunde — die Stunde der Prüfung. * Entgegnung Es ist keine angenehme Aufgabe, gegen ein Dokument so reiner Gesinnung und so reinen Willens zu polemisieren, wie es Beilinsons Artikel ist, dem man gern 100 prozentig zustimmen möchte. Daher wollen wir uns auf wenige Bemerkungen beschränken, wobei das Hauptgewicht nicht auf die Rechtfertigung der Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ gelegt werden soll, di« wäre ein zu kleiner Gegenstand, sondern auf das Hauptprohlem, die Ueberwindung des toten Punktes zionistischer Entwicklung. Es wird wohl kaum viele Leser der ״Jüdischen Rundschau“ geben, die dem Vorwurf zustimmen, wir hätten zu wenig von der Krise geschrieben. Andererseits konnte es natürlich keineswegs unsere Absicht sein, im Rahmen des von BeHinson kritisierten Zeitungsartikels sämtliche Probleme* erschöpfend zu behandeln. Auch einer ״organisierten Rückwanderung“ sollte nicht das Wort geredet werden — dieser Punkt wird von B. ungebührlich aufgebauscht — sondern gemeint war nur, daß wir in der heutigen Lage uns von jedem Doktrinarismus befreien müssen, um uns nicht selbst das Tor zu verrammeln. Wenn sich also, so wurde hier gesagt, nachgewissenhaftesterPrüfung ergeben sollte, daß mit dem großen Einwanderungsstrom auch Menschen ins Land gekommen sind, die heute als Arbeits- •lose die Krise verschärfen, aber ihrer persönlichen Qualifikation gemäß aller Voraussicht nach in absehbarer Zeit nicht werden eingeordnet werden können, sonach als Almosenempfänger im Lande bleiben müßten, so sollte man diesen Elementen, sofern sic es Wollen, die Ausreise erleichtern, da das zionistische Budget vor allem für konstruktive Arbeit und nicht für Unterstützungen gewidmet sein muß. Erweist es sich, daß es solche Elemente nicht gibt, dann um so besser; aber die Meinungen der Kenner der Verhältnisse sind darüber zumindest geteilt. Apologetik der Arbeiterwirtschaft: das bedeutet nicht, daß ich eine Verteidigung der Arbeiter nicht für berechtigt halte, sondern nur: daß man mit der — berechtigten! — Verteidigung allein heute nicht weiterkommt. Das Problem des Arbeitgebertums z. B., das ja kein Problem der Ueberredungskunst ist, wird dadurch nicht gelöst. Fachleute: Natürlich war nicht gemeint, daß einem Fachmann seine Parteizugehörigkeit vorgeschrieben werden soll; auch die Nennung von Namen erleichtert keineswegs die Klärung. Dagegen ist damit die Ablehnung des Systems gemeint, mit politischen Druckmitteln Maßnahmen zu erzwingen, die sachlich nicht gerechtfertigt sind und durch die im besten Fall eine momentane Erleichterung für diese oder jene Gruppe bewirkt werden kann, auf lange Sicht aber infolge des notwendigen Mißlingens schwere Schädigung. Dies alles bezieht sich natürlich ebenso auf alle anderen Gruppen wie auf die Arbeiter, und nur die besondere Empfindlichkeit der Arbeiterschaft, die sich fälschlicherweise getroffen fühlt und prompt reagiert, bringt es mit sich, daß der Anschein entsteht, als ob gegen links diskutiert würde. Alles, was hier über Notwendigkeit der Konsolidierung usw. gesagt worden ist, war nicht gegen das Prinzip der Arbeiterkokmisatibn gerichtet, sondern gerade weB wir das arbeitende Erez-Israel als größten nationalen und schöpferischen Faktor unserer Bewegung betrachten, treten wir für Maßnahmen ein, die die Arbeiterkolonisation aus ihrem heutigen unbefriedigenden Zustand befreien und sie wirtschaftlich unangreifbar machen sollen. Versteht man nicht, daß diese Tendenz gerade das Gegenteil von Arbeiterfeindschaft ist? Es gibt sachliche Fragen, die man ohne Affekte erörtern muß, gerade um den ideellen Bestandteil nicht zu gefährden. Und z. B. eine auf finanziellen Illusionen aufgebaute Arbeiterkolonisation muß Im Interesse der Arbeiter abgelehnt werden. Hier liegt der Hauptpunkt unserer Kritik. Nach der von Beilinson vertretenen Theorie muß durch eine Ueberspannung aller Kräfte, durch unbeschränkte Einwanderung trotz Arbeitslosigkeit usw. dauernd eine Katastrophen-Situation geschaffen werden, durch die dann die zionistische Welt in der Diaspora aufgerüttelt und zur Hilfe gezwungen wird. Die Kolonisationsarbeit muß die nationalen Momente berücksichtigen und dabei notwendig unwirtschaftlich sein und ohne materielle Garantien geführt werden. Alles dies ist in einem gewissen Grade riehtig; aber nur bis zu einer Grenze. Und auf diese Grenze kommt es eben an. Wir glauben, daß der gegenwä rtige zionistische Moment eine Umstellung des zionistischen Denkens erfordert. Wir haben eine Periode großzügiger und großartiger Okkupation hinter uns. Wir sind uns voll bewußt, daß diese Okkupation unwirtschaftlich vor sich gehen mußte und haben diese Idee stets an dieser Stelle gegen alle Angriffe vertreten. Die erste Periode zionistischer Arbeit hat viel Geld und viel Menschenkraft gekostet, und hat ein beträchtliches, ja bewundernswertes kolonisatorisches Resultat gehabt. Aber die gegenwärtige Krise charakterisiert nach unserer Meinung ein Entwicklungsstadium, in welchem es darauf ankommt — gerade im Interesse der Arbeiter- Wirtschaft —, das Gewonnene zu fundieren und zu sichern, die im raschen Ansturm entstandenen Methoden nachzuprüfen und durch Konsolidierung des Bestehenden den Weg zu neuen Werken freizumachen. Dies ist aus zwei Gründen erforderlich. Erstens weil die geschaffenen wirtschaftlichen Positionen in der nationalen ebenso wie in der privaten Wirtschaft auf die Dauer np* bestehen können, wenn sie sich selbst erhalten (ungeachtet natürlich der bei einzelnen Wirtscbaftszweigen*von Zeit zu Zeit sich ergebenden Notwendigkeit einer volkswirtschaftlich begründeten Stützung); zweitens weil auch bei bestem Willen das jüdische Volk nicht soviel Geld aufbringen kann, um die gesamte Wirtschaft künstlich durch Zuschüsse von außen bzw. durch provisorische und Notstandsmaßnahmen zu erhalten, so daß der einzige Effekt dieses Systems eine dauernde Verkleinerung statt Vergrößerung der nationalen Positionen wäre. Das wird wohl auch Beilinson anerkennen und im Schlußteil seines Aufsatzes spricht er ja erfreulicherweise selbst für beschleunigte Konsoli* dierung. Produktive, sich selbst erhaltende Betriebe, die Arbeiter dauernd produktiv beschäftigen, sind die einzige sichere Garantie der Ueberwindung der Arbeitslosigkeit. Freilich ist im heutige« Augenblick eine nur rationelle Aktion nicht möglich und eine provisorische Beschäftigung in Notstandsarbeiten unerläßlich; aber mit dieser außerordentlichen Aktion muß man die Gewißheit verbinden, daß für die nächste Zukunft die. Grundsätze der Kon»lMferungm8flgeheo4.sri«w«rd?a, jäa iojkrei «4« , ®teels• ttogitenriiach ' Situation entttünife wie heute.׳’'Oiror mÄn't ft.," aucfi'tana würden'' sich wieder 300 Ws 400 Zionisten finden, die je £ 1000 geben? Kann man auf einer leider so fragwürdigen Annahme ein kolonisatorisches System aufbauen? Wir haben gewiß nie verkannt, daß die Leidenschaft der nationalen Volksbewegung die Arbeiter zu ihrem ungestümen Vorwärtsdringen treibt, keineswegs egoistische Motive. Aber wir haben uns dagegen gewandt, daß auf einer illusionären Budget-Politik, für die B. in seinem Artikel wieder ein Musterbeispiel liefert, ein Wirtschaftsplan aufgebaut wird. Wir alle wollen ja nicht nur Beendigung der Krise und notdürftige Beilegung der Arbeitslosigkeit, sondem wir wollen den Aufbau von Erez-Israel, die Verwirklichung des Zionismus, und das heißt: große Einwanderung und Massenkolonisation. Dazu sind ganz große Mitte! erforderlich, die aber nur dann bleibende Werte schaffen werden, wenn sie im höchsten Maße rationell verwandt werden. Daher muß gerade in einem Moment, wo der Aufwand für nichtkonstruktive Zwecke überhand zu nehmen droht, eine Grenze gesetzt werden. Ein solcher Moment ist ein Anzeichen dafür, daß die Politik geändert werden muß. Wenn uns die Konsolidierung gelingt, wenn die Arbeiterschaft dabei mithilft, wenn vor allem die Zionisten der ganzen Welt, die die Notlage erkannt haben, das Ihre tun, dann wird vielleicht bald wieder ein Augenblick kommen, wo wir an die Eroberung neuer Gebiete herangehen können, wo dann mit vollem Bewußtsein wieder nach den Prinzipien einer Okkupations-Wirtschaft vorgegangen werden muß. Die Volksbewegung muß das verstehen und wird es verstehen, wenn sie nicht durch falsche Schlagworfe in eine verderbliche Exaltation versetzt wird. Es gibt keine schwerere Gefährdung für die Volksbewegung als die Herbeiführung eines Zustandes, in welchem die Krise permanent wird und ihre Nachwirkungen in allen Teilen des Galuth zu spüren sind. ׳ R. W. Eine berechtigte Antikritik Der ״Doar Hajo m“ vom 7. Februar veröffentlicht ein Mahn wort an die Journalisten im Lande, die die moralische Pflicht hätten, in ihren Berichten an die ausländische Presse mehr Verantwortung zu zeigen. So sei z. B. in einer großen Zeitung in Polen ein Aufsatz von einem palästinensischen Journalisten über den Anteil der Juden an der Zahl der Beamten der palästinensischen Regierung erschienen, der seinem Stile und Tone nach verfehlt sei. Der Verfasser des fraglichen Aufsatzes erwähnt z. B. nicht, daß die überwiegende Mehrheit der hohen Beamten Engländer seien, worüber sich der Jude im Galuth, mindestens zurzeit, nicht erregen werde. Der Verfasser vergleicht aber diese Lage mit der, wie sie itn zaristischen Rußland war. Er erzählt, daß in einigen Departements die jüdischen Beamten eine Minderheit seien, in anderen gar nicht vertreten wären, und bedient sich des Wortes ״judenrein“, eines Wortes, das in Galuthländern, die die Juden methodisch von jedem Regierungsdienste fernhielten, geprägt wurde, und wer könne sagen, daß dieser Ausdruck zutreffend sei, um die Lage hier zu kennzeichnen? Der Verfasser schreibt weiter, z. B. über das Fehlen der Juden in dem Erziehungsdepartement, und er erläutert nicht, daß wir aut diesem Gebiete volle Autonomie genießen, und daß die Regierung die Angelegenheiten unseres Schulwesens nicht verwaltet. Der Aufsatz mache einen Eindruck, als ob wir hier in Palästina das gleiche Galuth und die gleichen Bedingungen wie im Auslande fänden; das entspreche weder der Wirklichkeit, noch nütze es unseren Interessen. Neue Hetze der ״Frankfurter Zeitung" Unter der Ueberechrtft ״Das Pro Palästina-Komitee“ bringt die ״Frankfurter Zeitung“ in deren! zweiten Morgenblatt vom 5. Mint auf der ersten Seite folgende Notiz: ״Es ist schon darauf hingewiesen worden, daß das Pro Palästina-Komitee, das nach seiner Aufmachung angeblich nur für humanitäre und siedlerische Bestrebungen eintreten sollte, in Wirklichkeit zur Förderung der zionistischen Bestrebungen bestimmt ist und daß die nicht zionistischen Mitglieder des Komitees, namentlich die hohen Regierungsbeamten und Abgeordneten, über diesen eigentlichen Zweck offenbar im Unklaren geblieben sind. Die ״Jüdische Rundschau“ hat auf unsere ersten Ausführungen hin ausdrücklich erklärt, daß eine Wendung zum Nichtnationalen sich nicht vorbereite, so daß also an den jüdisch-nationalen Bestrebungen des Zionismus in vollem Umfange festgehalten wird und jede Förderung des Zionismus auch auf eine Förderung dieser Bestrebungen hinauslaufen muß. Diese Klarstellung hat offenbar ernüchternd auf viele gewirkt, die sonst geneigt gewesen wären, ein nichtpolitisches Unterstützungswerk ln Palästina zu fördern. Wie uns nun mitgeteilt wird, ist aber eine neue Aktion geplant, durch die man hofft, nichtzionistische jüdische Kreise mit Hilfe des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zu finanziellen Unterstützungen heranzuziehen. Es haben Besprechungen führender deutscher Zionisten mit Führern des Central-Vereins stattgefunden, bei denen erstere versichert haben sollen, sie würden in Deutschland jede jüdisch-nationale Betätigung unterlassen und auf die Galuth-Theorie verzichten. Daraufhin sei ihnen in Aussicht gestellt worden, daß man für die Beteiligung von Nicht* wonisten am Palästinawerk tätig sein wolle. Schon für den 6. März sei vom Central-Verein eine Besprechung darüber angesetzt worden, die in Frankfurt a. M. stattfinden soll, wobei bemerkenswert ist, daß zu dieser Besprechung nicht einmal die Hauptvorstandsmitglieder des Central-Vereins durchweg eingeladen worden sind. Es wäre aber doch wohl eine schwere Täuschung, auf Versicherungen wie die vorher §' . land sich anders äußern und betätigen könne und werde als anderswo. Er verzichtet, wie seine Organe immer wieder betont haben, nicht auf seine Grundziele, und darum bedeutet jede ihm und seinem Werk zuteil werdende Förderung auch eine Unterstützung seiner politischen Ziele. Darüber müssen sich alle Zionisten klar werden, wenn an sie der Sararaelruf ergeht, und danach sich entscheiden. Eine wirkliche Wandlung des Zionismus bedürfte anderer Garantien als seiner zweifelhaften Aktion.“ Wir werden auf diese Notiz, deren Angaben in dieser Form keineswegs den Tatsachen entspreche^: noch zurückkommen. Wohl haben private Besprechungen stattgefunden, sie sind jedoch zu keinem Abschluß gelangt. Es bleibt jedenfalls auch durch erbittertsten Antizionismus unerklärlich, daß die ״Frankfurter Zeitung" sich zu einem Werkzeug innerjüdischer Quertreibereien, die den Unfrieden im jüdischen Lager schüren sollen, hergibt. PattsHii&Irageii tan Unterhaus ׳.toad#J»,r3״,-,Mirz.. (J.T.A.) In :׳der״, heutigen Sitzung-, l#t, :■JReg^nwg. ein« ׳.Mitteilung, |en'־ffa׳ftdef*V4T«fchr' zwischen Englandund Palästina.״Im ׳■ Jahre 1026 wurden von England nach Palästina Waren im' Gesamtwerte van £ 674 000 exportiert; dagegen wurden von Palästina nach England in dem gleichen Jahre Waren im Werte von £ 1346 000 eingeführt. Colonel Wedgwood richtete an den Kolonienminister Amery dfe Frage, ob er Auskunft geben könne über die Tunlichkeit und Erwunschtheit der Einführung einer fairwagesclause im Arbeitswesen Palästinas und ob die Palästina- Regierung Vorbereitungen getroffen hat, um ein faires Lohn- , $ystem einzuführen. Amery erwiderte, Lord Plumer habe der Londoner Regierung die Versicherung gegeben, daß die Palästina-Administration die Notwendigkeit einsieht, bessere Arbeitsbedingungen im Lande zu treffen, gleichzeitig aber betonte der Oberkommissar, daß die Interpretation einer ״fair wagesclause“ in Palästina, wo der Lebensstandard und die Leisfungs* fähigkeit unter'den verschiedenen Teilen der Bevölkerung soweit auseinandergehen, große Schwierigkeiten machen würde. Colonel Wedgwood fragte weiter, ob der Minister Auskunft darüber geben könne, wann in Palästina ein Versieherungsmodus für Arbeiter bei Unfällen, bzw. Haftbar* keit der Arbeitgeber, Gesetz werden würde. Amery erwiderte, es sei unlängst in Palästina eine Kompensationsverfügung Gesetz f" . Entschädigung zu gewähren. Bevor ein solches Gesetz erweitert wird, wären Erfahrungen über die Wirkung der bereits bestehenden Verfügung zu sammeln. Das Abkommen zwischen Weizmann und Marshall New York, 1. März. (J.T.A.) Richter William M. Lewis, der Nationalpräsident des United Palestine Appeal, der soeben von einer Propagandatour durch mehrere Zentren Amerikas zuruckgekehrt ist, richtete an Dr. Weizmann und Louis Marshall ein Schreiben, in welchem er erklärt, daß das zwischen Dr. Weizmann und Louis Marshall geschlossene Abkommen betreffend die Erweiterung der Jewish Agency eine unmittelbare Wirkung auf die amerikanische Palästinaaktiön hat Diese Einigung, schreibt er an Marshall, hat die Energie und den Eifer der jüdischen Minner und Frauen für Palästina gestärkt, sie sind glücklich, nunmehr neue Verbündetein der Arbeit für den Aufbau des jüdischen Nationalheims gefunden zu haben. In dem Brief an Dr. Weizmann heißt es, daß die zustaodegekornmene Einigkeit überall mit tiefer Freude begrüßt worden ist und bewirkt hat,*daß die Anstrengungen für den United Palestine Appeal erhöht worden sind. Richter Lewis erklärt, er dürfe im Namen von vielen tausend Männern und Frauen sprechen. In dem Zustandekommen der Jewish Agency sehen sie eine glänzende Prognose für den beschleunigten Aufbau der jüdisch-nationalen Heimat in Palästina. Die salomonischen Teiche Wie die ״Ha“ meldet,%ind infolge der umfangreichen Schnee- und Regenfälle in Palästina zum ersten Male »eit Jahrhunderten die von König Salomo zur Versorgung der Stadt Jerusalem angelegten Wasserbassins gegenwärtig wieder vollständig gefüllt Die Bassins fassen ungefähr 40 Millionen Gallonen Wasser. Der Jerusalemer Stadtrat veranstaltete anläßlich dieses Ereignisses eine große Feier, bei der der High Commissioner Lord Plumer eine Ansprache hielt. Er* betonte in dieser die Notwendigkeit, zur Versorgung der Stadt Jerusalem eine moderne Wasserleitung za» errichten. V \ *.

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