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Jüdische Rundschau · 1927-03-08 · Heft 19 (8.3.1927) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 19 (8.3.1927)
Date
1927-03-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 0,25 Goldmerk JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion trnd Verlag Berlin W 15, Meiaekegtraße 10, Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldstark. vierteljährlich 5,25 Goldmark. Aailaadubonnraetita werden in der Wlhrand der eineelnra Linder berechnet- Nummer 19 | Berlin, 8. III. 1927 Anzeigen -Verwaltung Jüdische Rtutdschaa G.aub.H., Berlin W15, Meinekestr.10 Telephon! Amt Bismarek 7165—70. Ajiielgenpre!«: 8 (jespelt-NonpareSleieile 0JO G.-M. Stellengeeuelie 0,25 G״M. A.1iz«igtrfl8chlaß: Dienstag «od Freitag 0 ach mit t a g ■4 Ufer* Telephon: Bismarck 7165- 70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392״ Für Oesterreich! PösisparWassenamt Wien» Konto Nr. 156 030. Fflr Tschechoslowakei נ Poateparkasfeaamt Prag, Konto Nr410 59 ״ Für Polen! Postsp&rkaaseamat Warschau, Konto Nr. 190706. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. - —-ד' איי -ת-רפ j ***“•■»-m• Der tjonliimii erstrebt fOr das jüdische Volk die »dieHung einer eifenlllch - rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina, ״Baseler Programm•** Die Stunde der Prüfung Von Moses Beilinson, Tel-Awiw ln der ״Jüdischen Rundschau“ vom 1. Februar veröffentlicht R. W. einen umfassenden Aufsatz über die gegenwärtige Lage in Palästina und macht dabei eine Reiiie von Vorschlagen, die seiner Meinung nach dazu geeignet wären, die jetzige palästinensische Krise abzubauen und unserer!ganzen kolonisatorischen Arbeit eine neue Grundlage zu geben. Die Vorschläge von R. W, sind sehr radikal und verdienen schon aus diesem Grunde, aufmerksam studiert zu werden. Leider muß ich dabei mit einigen persönlichen Bemerkungen anfangen. W. erwähnt meinen Namen im Zusammenhang mit einem Aufsatze, den ich unlängst, als Antwort auf Aufsätze von H. Margulies, in der ״Jüdischen Rundschau“ veröffentlicht habe. Dabei erledigt W. die Tatsachen, die ich angeführt habe, und meine ganze Argumentation mit einer kurzen Charakteristik: ״Apologetik der Arbeiterwirtschaft“. Augenblicklich steht die Arbeiterwirtschaft unter solchem Feuer, daß ich auch in Apologetik keine große Sünde sehe. Trotzdem nehme ich solche Polemik-Art als Beweisführung nicht an — und W. hätte besser daran getan, wenn er klar und deutlich gesagt hätte, worin ich in meinem ״apologetischen“ (und in Wirklichkeit nur Verteidigungs-) Aufsatz die Sachlage unrichtig dargelegt habe. R. W. erwähnt auch den ״Dawar", der die ״jüdische Rundschau" ״angreift“ — wegen des Konsolidierungsstandpnnktes, ״der auch in den Artikeln vom Kurt Ruppin und Dr. van Vriesland zürn Ausdruck kam“, fiier liegt ein mir unbegreifliches Mißverständnis vor. Während mehr als eines Jahres hat ״Dawar“ mit keinem Worte mit der ״J. R.“ polemisiert, geschweige denn sie ״angegriffen“. Vor einigen Wochen habe Ich allerdings int ״Dawar“ einen Aufsatz veröffentlicht, in welchem ich die ״J. R.“ erwähnt habe. Der Aufsatz stand aber in keinem Zusammenhänge mit dem ״KonsolidierungsstandpUttkfd'L fch habe nur darauf aufmerksam gemacht, daß . P׳!׳״ .־•irr nicht geht, daß die ernste zkuiisbsehe Presse ■ ״Haolarn“’, ״Jüdische Rundschau“, «dt:' atit1"'atte®möglichen,,an sich sehr wichtigen und Interessanten Fragp, ,w|f ״״Judenstaat“, ״jüdische Mehrheit ׳©der. Minderhait“, Revisionismus, wirtschaftliche Revision, lokale jüdische Fragen «sw. intensiv beschäftigt, während die zionistische Front zusammen zu brechen droht. Ich habe ausdrücklich betont, dqß die zionistische Presse das volle Recht und auch die Pflicht hat, sich mit allen diesen Fragen zu beschäftigen, sie sollte sie aber nicht ins Zentrum der zionistischen Aufmerksamkeit stellen. Meiner Meinung nach sollte sie die Diaspora-Zionisten zu einer großen nationalen Aktion zur Rettung der palästinensischen Front auffordern — denn darin eben besteht die zionistische Erziehung, daß man die Zionisten unmittelbar vor die schweren Probleme der palästinensischen Wirklichkeit stellt und von ihnen eine tatkräftige Hilfe verlangt. Die weitere Entwicklung der Lage hat mir Recht gegeben —- denn in der letzten Zeit ist auch die ״Jüdische Rundschau“ gezwungen, die palästinensische Krise ins Zentrum der zionistischen Aufmerksamkeit zu stellen, und wer weiß, hätte sie — und mit ihr alle führenden Zeitungen — es vor einem Jahre getan, hätte die Krise vielleicht keine so drohenden Formen angenommen. Nach dieser erzwungenen persönliehen Erklärung gehe ich zu Vorschlägen van R. W. über, wobei ich seine ideologischen Andeutungen (Achad-Haamismus usw.) außer acht lasse, um mich nur auf eine Frage zu konzentrieren — die Lösung der Krise. Niemand wird es bestreiten, daß ein ״genauer Wirtschafts- und Arbeitsplan“ für die zionistische Kolonisation eine lebenswichtige Notwendigkeit ist. Nun ist es allerdings sehr fraglieh, ob diese Forderung, in der von R. W. vertretenen extremen Form, ausführbar sei. Nicht für einen Augenblick dürfen wir vergessen, daß wir mit einer nationalen Volksbewegung zu tun haben. Diese Bewegung wird von gewissen Bedürfnissen und von gewissen Gefühlen getragen, und es geht nicht, sie außer acht zu lassen. Wir sind keine Unternehmung, die sagen kann: soundsoviel Geld habe ich, das und das tue ich, soundsoviele Leute lasse ich ins Land hinein. Das jüdische Volk ist von unzähligen politischen und geistigen Strömungen zerrissen und die nationale, zionistische. Bewegung ist dabei keine vorherrschende. Um siegen zu können, um aus der Enge der intellektuellen Kreise herauszukommen, um volkstümlich zu werden, muß sie den Volksmassen fortwährend etwas bieten, muß sie eben eine Bewegung sein. Und eine Volksbewegung hat ihre Gesetze, die sich schwer in einen ״genauen Wirtschajtsplan“ einfügen lassen. R. W. verlangt, daß man keine ״Arbeit ohne materielle und sachliche Garantie“ beginne — und Zweifel ist am Platze, ob wir, hätten wir immer diesem Prinzip gefolgt, heute als Volksbewegung noch am Lebert wären —, wir hätten dann auch keine Emek-Siedfungen, kein Nahalal und Ein-Charod, die R. W. in demselben Aufsätze ins zionistische Aktivum als hohe Posten einträgt. Ussischkin, der als Bodenkäufer seine Sorgen hat, sagte unlängst: ״Unsere Bodenpolitik leidet infolge der Einwanderung. Jeder Einwanderer verteuert den Boden. Am billigsten für uns wäre es, könnten wir für einige Jahre Palästina abschließen, mit aller Rederei über Geulath-Haarez aufhören und stillschweigend den Boden ankaufen. Nur fürchte ich, daß wir dann keinen. Pfennig für diesen Ankauf vom jüdischen Volke. bekommen würden.“ Das ist «bes der zwingende Punkt einer Volksbewegung — sie• ist gezwungen, in gewissem Maße unwirtschaftlich zu arbeiten. Und als Treibpflanze wird der Zionismus nicht gedeihen. Das heißt selbstverständlich nicht, daß wir planlos arbeiten müssen — die Erfahrungen dieser planlosen Wirtschaft sind zu schmerzlich. Das heißt nur, daß wir weder in Planlosigkeit noch in Planfordenmg extrem sein dürfen. Uebrigens auch W. weiß, daß sein ״genauer Wirtschaftsplan“ nur für morgen Gültigkeit hat — für heute bat er andere Vorschläge. ״Liquidierung der heutigen Arbeitslosigkeit“ — so heißt es bei R. W. und gemeint sind damit seltsame Dinge, die, wenn ich mich nicht irre, zum ersten Male in der zionistischen Presse zur Diskussion gestellt werden. ״Ganz resolut“ muß zu Werke gegangen werden — aber nicht im Sinne der Arbeitsbeschaffung, sondern im Sinne der Organisierung des Landesverlassens, ^ler Hilfe bei Landesverlassen für diejenige«, die keine Aussichten der Einordnung im Lande haben. Für die anderen, für diejenigen, die im Lande bleiben, aber vorläufig noch keine Arbeit haben, soll die Unterstützung der Hilfsgesellschaften angerufen werden. In diesen konkreten Vorschlägen offenbart sich dieselbe nationalistisch-naive Meritalität, die einen ganz genauen, im voraus ausgerechneten Wirtschaftsplan für eine nationale Kolonisationsbewegung verlangt. Wer kann jetzt in Palästina bestimmen, wer wirklich absolut keine Aussicht auf Einordnung im Lande hat? (Denn es ist selbstverständlich, daß nicht die Kranken oder Schwachsinnigen von R. W. gemeint sind.) Wer kann bestimmen, wei; keine Aussicht dazu morgen und übermorgen haben wird? Ist überhaupt ein solches Vorgehen bei Volkskolonisationsunternehmungen möglich? Wenn wir wirklich ״ganz resolut“ zu Werke gehen, wieviel Juden — aus der recht kleinen Gruppe von 160000 — werden im Lande bleiben? Wohl nur diejenigen, die direkt vom zionistischen Budget leben — einige es ans gelungen, auch die wenigen fm täatde lebende1״ Juden *hier 'zu versammeln ~ auch sie;töHten tat Grundlage der immer wachsenden, Immer neue Kräfte ljl#h«ii1den Gemeinschaft werden — und jetzt. müssen wir den Leuten helfen, das Land zu verlassen? Mit welchem Rechte? Verlangen dies die Leute selbst? Wer will, verläßt doch das Land und keiner wird zurückgehalten. Es ist nicht anzunehmen, daß diejenigen, die bleiben, es nur deshalb tun, weil ihnen die wenigen Pfunde, die für die Reise nötig sind, fehlen. Das Reisegeld ist in Palästina immer zu erhalten. Die Leute bleiben, weil sie in Palästina ihr Land, ihre Heimat sehen, weil sie in ihrem Lande ihrer Befreiungsbewegung dienen wollen. Wer von den 7500 Arbeitslosen hat R. W. die Vollmacht gegeben, für ihre Rückwanderung zu sorgen? W. macht sich die zionistische Sache, die zionistische Verantwortung, Verantwortung für die Bewegung und für die lebendigen Menschen wahrhaftig zu leicht, wenn er sagt, daß ״die übermäßige Einwanderung nicht im Rahmen eines zionistischen Programme« erfolgt ist“. Als diese Leute ein gewandert sind, existierte der ״genaue Wirtschaftsplan“ noch nicht — und wir, wir alle, die ganze zionistische Bewegung, und R. W. mit uns allen, wir haben jahrzehntelang diese Leute gerufen, wir haben bei ihnen den Willen zur jüdischen Renaissance geweckt, wir haben vor ihnen das Chaluz-ldeal hingestellt, wir haben ihnen gepredigt, daß der rechte Zionisrrtus in. Alijah besteht — und wir, kein anderer, keine Hilfsgesellschaften, wir sind direkt für jeden einzelnen von diesen Menschen verantwortlich und für ihr Schicksal haftbar — und es geht nicht, sich dieser Verantwortung mit dem Hinweis auf die jüdische Notlage, die zur Palästina-Ein- Wanderung geführt hat, zu entledigen. Und ebenso sind wir für das Schicksal der Bewegung verantwortlich, und cs ist nicht zu ermessen, welchen Schaden man der Bewegung zufügt, wenn man mit. solchen Vorschlägen kommt, in welchem Maße man das ganze zionistische Heer — im Lande und im Galuth -- entmutigt und die letzte Flamme des zionistischen Pathos erlöscht. Es ist leicht, zu schreiben: ״Aus diesem Faktum (der organisierten Rückwanderung) sollten keine Schlüsse auf das zionistische Gesamtproblem gezogen werden.“ Tatsächlich wissen wir — aus der Erfahrung der heute schon bestehenden Rückwanderung —, daß die Schlüsse — für uns fatale Schlüsse — gezogen werden und man soll nicht meinen nur von denjenigen, die nie einen Zionsglauben hatten. Man soll nur zusehen, welche Schlüsse aus der Rückwänderung von den im Lande Bleibenden selbst gezogen werden, mit welchem Schmerz, der manchmal an Verzweiflung grenzt, die Rückwanderung von diesen Ausharrenden empfunden wird. R. W. hat noch andere konkrete Vorschläge — Verzicht der Arbeiterschaft auf ״intransigente Lohnpolitik“. Dieses recht heikle und komplizierte Problem wird mit einigen Zeilen erledigt, in Wirklichkeit ist es gar nicht so einfacch. Erstens ist nicht zu vergessen, daß jeder Arbeiter ein Konsument ist Es ist nicht anzunehmen, daß der Arbeiter seinen Arbeit«• lohn in eine Bank legt oder nach dem Ausland schickt — er verbraucht ihn im Lande. Man spricht jetzt in Palästina von Arbeitslosen und ״Erwerbslosen", und mit diesem letzten Ausdruck meint man diejenigen ״kleinen Leute“ — Händler. Handwerker, kleine Hausbesitzer —, die vom Arbeiter und von seinem Lohn leben» Das Problem der ״Erwerbslosen“ ist eng mit demjenigen der Arbeitslosen verbunden — wird der Arbeiter seinen Arbeitslohn bekommen, so werden auch diese erwerbslosen Leute ihren Unterhalt finden. Die Her»bsetzung des Arbeitslohnes ist aber eine Herabsetzung der Kaufkraft des Arbeiters und folglich Erschwerung der Lage der ״Erwerbslosen“, Zweitens nehmen wir an, daß das heutige palästinensische Lebensniveau für die Landesverhältnisse wirf;- lieh m hoch ist -- das Land verlangt ane ״Annäherung an das Fellacltennivcau". Diese Meinung wird von vielen int Lande vertreten und, in gewissem Maße jedenfalls, ist sie richtig. Es entsteht aber die Frage: Warum muß diese Niveausenkung von den Arbeitern ausgehen? Weshalb soll der Prozeß nicht von anderen Klassen des Jischuw an gefangen werden, die doch dazu viel größere Möglichkeit haben? Drittens: es muß doch einmal die Frage gestellt werden, ob die Politik der Arbeiterschaft wirklich 80 ״lntransigent" ist und ob nicht schon jetzt die untere Grenze der Lohnsenkung vielerorts erreicht wurde. Viele Hunderte und Tausende von städtischen Arbeitern arbeiten augenblicklich weit unter den von den Arbeitskammern festgesetzten Löhnen — die Löhne von 20, 15, 10 Piaster und sogar noch niedriger sind keine Seltenheit ln den Kolonien beträgt der von den Arbeitskammern festgesetzte Lohn 16 bis 17 Piaster, und noch vor einigen Wochen, als die Arbeitssaison noch nicht angefangen hatte, arbeiteten dort die Arbeiter auch für 7 bis 10 Piaster täglichen Lohnes. Ist eine noch weitere Senkung möglich? Es ist richtig, daß in den Stidlen der von den Arbeitskammem festgesetzte Lohn 25 bis 30 Piaster beträgt. Aber R. W. seihst weist auf die Rationierung der Arbeitstage hin — ein Arbeitstag pro Woche für den Ledigen, zwei Arbeitstage für den Familienvater ist ein Ideal, das bis jetzt nicht erreicht wurde. Und so kommt es, daß in den^ von den Arbeitskammem verteilten Arbeiten der Tagelohn 25 bl» 30 PiaaiepEbjträgf» .Ar iatsicWiHi mt»i der, Atbdtet, diesem Betrage eine Woche aitskom.utu. Ist hit. Juc weiter׳ ״ iinfimg möglich? Wie man sieht, ist die Sache mit der ״intransigenten Lohnpoßtik“ gar nicht so einfach. Weitere Vorschläge von R. W. betreffen eine radikale Reform des Zionistenkongresses und Beschränkung seines bud• getären Rechtes, wobei mit keinem Worte angedeutet wird, wem dieses Recht zufallen soll und wie die Sache überhaupt zu regeln wäre, und ״Reform der Verwaltung“. ״Die yerwaltung muß durch Fachleute geführt werden, die von politischen Einflüssen frei sein müssen“ — diese Forderung wurde von R. W. schon zu wiederholten Malen aufgestellt und ihre weitere Begründung und Erklärung ist er schuldig geblieben. Wer wird diese parteilosen und politikfremden Fachleute bestellen? Der Kongreß oder das Aktions-Comitd, die notgedrungen parteimäßig gebildet sind? Hört ein Fachmann auf, nur deshalb, weil er einer bestimmten Partei angehört, ein zuverlässiger , Fachmann zu sein? Konkret gesprochen — aus weichem Grunde ist Sprinzak (der Mitglied von Hapoel Hazair ist) als ungeeignet zur Leitung des Arbeitsdepartments anzusehen? Weshalb ist Kaplansky (der Mitglied von Achduth Haawoda ist) ein schlechter Leiter des Kolonisationsdepartments? Die technische Arbeit muß von Fachleuten geführt werden — darüber ist kein Streit möglich, aber der Fachmann muß aus seinen fachmännischen Qualitäten heraus beurteilt werden, und der Glaube an den heilbringenden parteilosen, unbedingt parteilosen Fachmann ist eines von vielen zionistischen Vorurteilen. Das sind die konkreten Vorschläge von R. W., die eigentlieh keine sind. Was an ihnen besonders auffallend ist, ist, daß sie keine Forderungen enthalten — ausgenommen an die Adresse der Arbeiterschaft, des kleinsten und am schwersten leidenden Teiles der zionistischen Bewegung. Mit seinen Forderungen an die Diaspora-Zionisten ist R. W. sehr bescheiden, mit ״einem Appell an das Gewissen des Volkes“ ist seiner Meinung nach wenig getan. Den bemittelten Teil des Jischqw erwähnt er mit keinen! Wort. Von der zionistischen Exekutive verlangt er gar nichts. Die palästinensische Regierung existiert für ihn nicht. Solcher Plan der ״Konsolidierung und Arbeit“ ist wirklich kaum umfassend zu nennen, und es ist zu zweifeln, ob er auf der Höhe der schweren Stunde steht. f- Der polemische Teil dieses Aufsatzes ist leider so_ angewachsen, daß mir wenig Platz für positiveVorschläge bleibt und ich gezwungen bin, mit Schlagworten zu operieren. Sie können aber später und vielleicht von Anderen näher erläutert werden. Die Lage im Lande ist äußerst ernst, und sie droht, die besten zionistischen Kräfte zu zerstören. Die ganze zion i s t i s c h e Bewegung ist für diese Lage verantwortlich, und kein Zionist hat das Recht, sich dieser Verantwortung zu entledigen. Die Lösung der Krise muß so durchgeführt werden, daß weder die einzelnen Menschen, noch die Bewegung darunter leiden. Die Lösung der Krise muß im Lande selbst gesucht werden. Sie besteht erstens in Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten für die Arbeitslosen (und damit wird tum großen Teile die Lösung der ״Erwerbslosen“-Frage gageben) und zweitens in langsamer Verankerung der jetzigen Arbeitslosen in der palästinensische« Wirtschaft. Verschiedene Wege führen zu diesem Ziele . Wege, die viel versprechen, und Wege, die weniger versprechen: alle müssen ausgenützt werden. Es muß eine neue Bewegung de!!!,Arbettserobenmg“

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