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Jüdische Rundschau · 1927-03-04 · Heft 18 (4.3.1927) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 18 (4.3.1927)
Date
1927-03-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 128 JÜEDTSCHI RUNDSCHAU. Der VD. KarteDtag des K.J.V. Am 27. und 28. Februar fand in Berlin der Vif. Kartelltag des Kartells Jüdischer Verbindungen statt. Am Sonnabend, den 26. Februar, sprachen in einer großen öffentlichen Kundgebung, zu der sich viele Mitglieder und Freunde des Kartells sowie zahlreiche Außenstehende ein gefunden hatten, die Herren Kurt Blumenfeld und Dr. Erich Hurwltz über die Ziele und Aufgaben des Kartells. Beide Redner setzten auseinander, daß das K. J. V. zwei große Aufgabengebiete hat, denen es einmal durch eine systematische Erziehungsarbeit, zum anderen durch die starke menschliche Verbundenheit seiner Mitglieder gerecht zu werden sucht Schon vor dem Kriege war das K. J. V. an der Auseinandersetzung des Zionismus mit der nichtzionistischen Umwelt und an der Durchsetzung des zionistischen Gedankens im deutschen Judentum entscheidend beteiligt. Auch heute gehört es zu den wichtigsten Funktionen des K. J. V., neue Menschen, insbesondere jugendliche Menschen, für den Zionismus zu gewinnen. Das zweite Tätigkeitsgebiet liegt in der Beteitigtfng des K. J. V. an der zionistischen Arbeit Oberhaupt, wie ah der Bereitstellung ständig nachdrängender Kräfte für die Mitarbeit am Aufbau selbst. Die Kundgebung fand mit der Vorführung des neuesten Palästinafilms ihren wirktmgsvollen Abschluß. Die eigentlichen Verhandlungen wurden mit einer feierliehen Eröffnungssitzung eingeleitet, in der der bisteige erste Vorsitzende, Dr. Herbert Focrder, der Bundesbrüdef gedachte, die in der abgelaufenen Berichtsperiode dem Leben und der Arbeit des Bundes entrissen wurden. Er gedachte hierbei auch eines Mannes, der ohne selbst Mitglied des Bundes zu sein, der Arbeit und den Menschen des K. J. V. aufs innigste verbunden war, des kürzlich vefstorbenen Dr. Adalbert Sachs. Die Generaldebatte setzte sich nach einem Referat von Df. Foerder im wesentlichen mit der Frage der politischen Erziehung im K. J. V. auseinander. Die sehr lebhaft geführte und auf einem hohen Niveau stehende Debatte zeigte eine große Einmütigkeit daß die politische Erziehung, aie Erziehung zu einer fundierten, auf einer umfassenden Kenntnis der objektiven Voraussetzungen beruhenden Stellungnähme zu den entscheidenden Fragen der zionistischen Politik itn Mittelpunkt der Erziehungsarbeit stehen muß. Sehr lebihaft umkämpft wurde die Frage, ob zur Erreichung dieses Zieles votierende Entscheidungen 1'm Leben des Kartells notwendig sind, wobei aber von allen Rednern klar zum Ausdruck gebracht wurde, daß eine partei-politische Festlegung des Kartells nach keiner Richtung hin erfolgen darf. In dem einleitenden Referat spielten die Fragen eines Zusammengehens mit dem Blau-Weiß und die Stellung des K. J. V. zu anderen, Insbesondere nichtzionistischen, Akademiker- und Jugend• Organisationen, eine wichtige Rolle. Die Generaldebatte zeigte, daß das K.J. V. es sich zur Aufgabe machen wird, die zur ,Verfügung stehenden Kräfte des Blau-Weiß zu sammeln und einer organisierten zionistischen Arbeit einzugliedern. Im weiteren Verlauf der Verhandlung erstattete Dr. Bllesfei ein fast zweistündiges, glänzend aufgebautes und durchgeführtes, auf einer umfassenden Kenntnis des Materials beruhendes Referat über Inhalt und Methoden zionistischer Politik. Es war eine eindrucksvolle Demonstration der Bedeutung des K. J. V., daß in der an das Referat sieh anschließenden Debatte eine Reihe von Bundesbrüdern, als führende Vertreter der heute im Zionismus vorhandenen politischen Differenzierungen in groß angelegten Diskussions• reden das Wort ergriffen.. 6er Vormittag des zweites Tag es war der Erziehung»- ,:ii«,׳die»ea\Probl«i!;*i|te sich, wie sehr man sich im K. J. V. bemüht: die geistig« Haltung des jüdischen Menschen unserer Tage dadurch zu harmonischer Ausgeglichenheit zu bringen, daß man die Er- Schließung jüdischen Kulturguts, die Erkenntnis der Gegenwartslage des jüdischen Volkes und eiße möglichst umfassende Beherrschung europäischer Bildungselemente in fruchtbarer Synthese zur Grundlage der erzieherischen Arbeit macht. Am Nachmittag erstattete Herr Felix Rosenb füt h da Referat, in dem er die Methoden und Zielsetzungen darlegte, die der Arbeit der Exekutive auf den Gebieten der Politik und der Wirtschaft zugrunde liegen. Der Kartelltag fand seinen Abschluß in der Wahl einer neuen Leitung, die sich wie folgt zusammensetzt: Dr. Erich Hurwitz, als erster Vorsitzender; ferner aus den Herren: Dr. Benno Cohn, Dr. Walter Czapski, Dr. Irvin Fisher, Dr. Herbert Foerder, Dr. Sieg-fr. Hoizer, Dr. Siegfried Kanowitz, Dr. Herrn. Loeb, Dr. Ernst Mandelbaum, Dipl.-ing. Julius Michels, Rabbiner Dr. Joachim Prinz, Dr. Boris Silbert, Dipl,-Ing. Kurt Stein. Tagung des Verbandes Jüdischer Slodentenvereine Am 26. Februar d. J. wurde in Leipzig Jm Großen Saale der Alten Börse die 5. Tagung des Verbandes Jüdischer Studentenvereine in Deutschland bei Anwesenheit des Zentralkomitees, 30 Delegierten aus verschiedenen Universitätsstädten Deutschlands und Vertretern der jüdischen kommunalen Behörde'n Leipzigs eröffnet. Die Sitzung wurde vom Mitglied der Exekutive, F. Rabinowitsch, eingeleitet. Er begrüßte die verschiedenen Kommilitonen und Gäste und erteilte das Wort zu,einer Ansprache über die Lage und Aufgabe der jüdischen Studentenschaft in der Gegenwart dem Kollegen Herrn Dr. Rub'jn. der in seinen Au führungen u. a. folgendes sagte: Die, Wellen des kulturellen Antisemitismus, die in der Haupt- Sache in den nach Kriegsausbruch neu entstandenen Staaten Osteuropas ausbrach, hat viele Hunderte von jungen Akademikern gezwungen, ihre Heimstätten zu verlassen und ein Asyl in den Nachbarstaaten Mittel- und Westeuropas zu suchen. Der schärfste Protest müsse erhoben werden gegen die Verfoigungen und Schikanen, denen die jüdischen Studenten in vieien östlichen Staaten ausgesetzt sind und die in der Hauptsachd uns den Anlaß gaben, die Gastfreundschaft der wahren Kulturstaaten in Anspruch zu nehmen. Redner betonte, daß die östlichen Studenten in Deutschland seitens des Staates und hauptsächlich der jüdisch-deutschen Gesellschaft eine verstandnlsvolle Aufnahme finden, ln erster Linie hob er die ersprieliliehe moralische und materielle Hilfe hervor, die von den großen jüdischen Organisationen Joint, lea. Hilfsverein der deutschen Juden u. a. dem Studentenverbande zuteil wurde. Im Namen der jüdischen Gemeinde in Leipzig begrüßte die Tagung der Präsident Herr Goldschmiat, im Namen der Zionistischen Organisation Herr Dr. Woskin, im Namen Öe# jüdischen Frauenbundes Frau Neumann, im Namen der 'Arbeitervereinigung Herr Jolles, im Namen der Kadima Herr Goldhaber, im Namen der Poale Zioa-Presse Herr Kaieeko, im Namen des jüdischen Arbeiter-Kulturverein* Herr Birtmnn, im Namen des Chaluz Herr L. Schächter. Nach einer Ansprache des Ehrenmitgliedes Rabb. Dr. Oötd ra a n n schloß der Versammlungsleiter mit einer Gedenkrede für Achad Haam die Versammlung. Der Stadtrat von Tel-Awiw beschloß, eine Straße der Stadt nach dem vor kurzem in Tel-Awiw verstorbenen hervorragenden Komponisten und Förderer des jüdischen Volksliedes und der modernen jüdischen Musik, Joel Engel, zu benennen. Justizra! Sonnenfeld gestorben Am T. März verschied ln Berlin Justizrat Hugo Sonnenfeld, der Vorsitzende der Landesversammlung der preußischjüdischen Gemeinden und zweiter Vorsitzender des ״Central- Verein« Deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens“. Der Verstorbene war ein angesehener Jurist und bat sich um die Jahrhundertwende in der Verteidigung in dem Konitzer Ritualmordprozeß große Verdienste erworben. Justizrat Sonnenfeld war ein Repräsentant der jüdischen Denkungsart einer längst vergangenen Epoche. Er gehörte zu jenem häufigen Typus, der in der allgemeinen Politik demokratische Prinzipien vertritt, aus dem jüdischen Leben aber eine Enklave machen möchte, die in der fürsorglichen Obhut einiger Notablen, möglichst unauffällig bleibt. Ganz in der Oedankenweit jener rationalistischen Aufklärung aufgewachsen, die zwischen Menschentum und Judentum eine Scheidewand aufrichtete, vermochte er natürlich für die Regungen eines zu eigenem Leben erwachenden jüdischen Volkstums kein Verständnis aulzubringen. Sonnenfeld war erbitterter Anti* zionist, und wohin er sich von dieser seiner politischen Einstellung verführen ließ, bewies die Affäre, die seinen Namen in jüdischen .Kreisen über Deutschland hinaus vor einiger Zeit bekanntgemacht hat. Seine Intervention bei den preußischen Ministern in der Angelegenheit der Wahlen zur Berliner Jüdischen Gemeinde ging sogar seiden Parteigenossen zu weit, so daß sie Ihn zur Niederlegung seines Amtes in der Repräsentanten Versammlung veranlaßten. Ob sich die Hoffnungen einer inncrjüdischen Annäherung, die sich an das Ausscheiden Sonnenfelds aus der jüdischen Politik knüpften, erfüllen werden, muß leider dahingestellt bleiben. Mit Sonnen* feld Ist eine charakteristische Gestalt der jüdischen Gemeinschaft dahingegangen; auch als politische Gegner stehen wir respektvoll an seinem Grabe. Preußischer Landesverband Jüdischer Gemeinden , (Offizielles Communlquä.) Am 27. Februar fand unter dem Vorsitz des Kammer* gerfthtsrats Wolft wiederum eine Sitzung des Großen Rates des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden statt, die sich bis zum Abend ausdehnte. Den breitesten Raum in den Verhandlungen nahmen die Beratungen über einige der wichtigsten Bestimmungen des Gesetzentwurfs betr. die jÜdtsehe Religionsgemeinschaft in Preußen ein, der von der dazu beauftragten Kommission dem Rate vorgelegt worden war, Und über den Justizrat MakOwer Bericht erstattete. Eine eingehende Erörterung erforderte wieder jener neuäufgestellte Grundsatz (§ 12 des Entwurfs), nach dem derjenige, der unter Verbleib beim Judentum aus einer Gemeinde riistritt, künftig einem Landesverband steuerlich verpflichtet bleiben solle. Ein Antrag, diese Bestimmung ganz zu streichen, fand *ehfteßlich die Zustimmung der Mehrheit. Dann wurde durch Mehrheit«• besehluß ein Antrag Freund angenommen, der die gesetzliche Bestimmung fordert, daß jede Svnagogengemelnde einem Öffentlieh-rechtlichen Verbände, dessen Wahl Ihr freisteht, angehören müsse. Ausführliche Beratungen galten ferner den Bestimmungen des Gesetzentwurfs über die Wahl zu den Gemeindekörperschaften. Ein Antrag, der festlegt, daß die Wahl zur Gemeindevertretung nach den Grundsätzen der Verhältniswahl stattfinden müsse, wenn vierzig Gemeindemitglieder diesen Wunsch zum Ausdruck brächten, wurde gebilligt. Ueber den Etat für das kommende Rechnungsjahr erstattete Direktor Kareski ins einzelne gehenden Bericht. Einige Ab• anderangsantrjfe fanden.J« Zurfjmmjpg:£|g So wurde der Befräfe für aie Wönff&ftrfipfk«־® «mönt, Beläge zur Ausbildung von mlfskantören und zur 'ElnHÄfif von jeschiwans bereitgestellt. Für das laufende Rechnungsjahr wurden insbesondere dem Reichsausschuß für jüdische lugendverbände 15 000 M. und daneben für die in dem Ausschuß nicht vertretenen Sportvereine noch 4000 M. bewilligt. Die neuen Satzungen des Wohlfahrtsausschusses und den von diesem ausgesprochenen Subventionen wurde zugoitlmmt. Dr. fsmar Freund berichtete über seine Verhandlungen mit den verschiedenen Ministerien in bezug aul dfe Staatsbeihilfen. Unsere heutige Jugend und Ihre Probleme (Vortrag Dr. Siegfried Bernfeld.) Ueber dieses Thema sprach Dr. Bernfeld auf Ein• iadung der Jüdisch-nationalen Frauenvereinigung. Auf der Grundlage psychoanalvtlscher Erkenntnis zeichnete Bernfeld die besondere Lage der westjüdischen Jugend, die sich für ihr ganzes Leben eine in der Zeit der Pubertät erwachsene systematische Opposition gegen Lebensart und kulturelle Ent- Scheidung der Eltern bewahrt. Diese abnormale Haltung entspricht der abnormalen Situation des jüdischen Volkes: ist aie Zugehörigkeit zur Nation ein Akt freiwilligen Sich- Hinzuzählens, so erfordert dies eine seelische Piusleistung, die wiederum nur während der Pubertät erfaßt und geleistet werden kann. Es ergibt sich also für die Erziehung dieser west jüdischen Jugend eine äußerst schwierige, weil entsagungs- und konffiktsvolle Aufgabe: die Erhaltung der Pubertät und größtmöglicher Verzicht auf Autorität. Der brave, nicht-oppositionelle Typ ist ab/ulehnen, weil er unschöpferisch, ja sklavisch abhängig ist von seinem Milieu, weil er letzten Endes den gesellschaftlichen und beruflichen Anforderungen unserer Zeit, besondere unserer jüdischen Gegenwart nicht gewachsen Et. Zu starke Autorität führt notwendig zur Ablehnung des als aufgezwtihgen und unecht empfundenen Kulturgutes. Der zionistische Erzieher muß also mit Ber'nfeld pessimistisch in die Zukunft sehen, da keine Gewahr vorhanden ist, daß sein Werk von der Jugend aufgenotnmen und fortgesetzt wird. Die Diskussion gab auch dieser schweren Sorge Ausdruck. Leider konnten sich aber der Vortragende und die besorgten Eltern nicht verständigen, da Psychoanalytiker und Nicht-Psychoanalytiker zwei verschiedene Sprachen sprechen. Dann aber zeigte sich in diesem Vortrag deutlicher als in* den früheren Vorträgen Bernfelds, daß die Psychoanalyse doch nicht über den Rand dieses einen tiefen Schachtes, den sie sich gegraben hat, hinaussiehf. Gerade die kulturgeschichtlichen Probleme widerstreben •vielfach .der rein-psychologischen Deutung, da oft gerade aus den Reihen der sogenannten ״Ausnahmen", die der Psychoanalytiker als untypisch beiseite läßt, der Typ einer künftigen Generation erwächst. Vielleicht ist. aber auch Dr. Bernfeld, der selbst seine Entfremdung gegenüber dem Zionismus bekannte, verborgen geblieben, daß sich bereits ganz leise eine neue jüdisch-nationale Haltung entwickelt, die nicht mehr krampfhaft, parteiartig ist, sondern deren Träger ruhig und selbstverständlich, duldsam und selbstsicher ihre Idee verwirklichen. Im Rahmen eines solchen, wenn man sagen darf: gesünderen, umfassenderen Zionismus dürfte auch das Ideal einer jüdischen Erziehung erstehen, die immer noch eine schöpferische, idealistische, begeisterungsfähige, aber memal* untreue, unberechenbare, traditionslose Generation auf• wachsen läßt. Dr. Kurt Wittkowski. Das Jordan tal ist stark,überschwemmt. Die Alienby- Brücke und ihre gknze Umgebung sind vom Verkehr abgesperrt. Nr. 18 Schoenaich in Lettland Riga, 28. Februar. (J.T.A.) Die große Iettländisch« Keren Hajessod-Aktbn, für die eine dreiwöchige Dauer festgesetzt worden ist; hat soeben unter der Mitwirkung des Generalmajors Dr. v. Schoenaich und des berühmten Verteidigers Oskar Grusenberg eingesetzt Die erste Massenversammlung, die unter dem Vorsitz des Sejmabgeordneten Rabbiner JVL Nurok stattfand, wurde durch den Iettländisch«« Außenminister F. Zelens durch ein Schreiben begrüßt Große Begeisterung weckte die fast zweistündige Rede des Generals v. Schoenaich, der Palästina schilderte, wie er es bei einem längeren Aufenthalt erlebte und der mit den Worten schloß: ״Wäre ich Jude, ich würde stolz sein auf die Aufgabe, Palästina wieder aufzubauen.“ Unter großem Enthusiasmus schloß die Versammlung. Die Rigaer deutsche Gesandtschaft veranstaltet« zu Ehren des Freiherrn v. Schoenaich einen Empfang im Gesandtschaftshause, dem prominente Persönlichkeiten der lettländischen Hauptstadt beiwohnten. General v. Schoenaich empfing die Vertreter der jüdischen, der lettländischen und der auswärtigen Presse und äußerte eich ihnen gegenüber über die Probleme des Kampfes gegen Antisemitismus und der positiven Leistungen der Juden in ihren Heimatländern und neim Aufbau Palästinas. Der Zionismus, sagte er, bedeutet nicht Chauvinismus, er würde ihn sonst als Pazifist bekämpfen müssen. Aber Zionismus ist schöpferische Tat, ein welthistorisches Experiment. Palästina wird in den kommenden Jahrzehnten etwa 2 Millionen Juden aufnehmen können. Das bedeutet nicht die Lösung der Judenfrage, da es 16 bis 17 Millionen Juden in der Weit gibt Aber es bedeutet eine Entgiftung, eine Klärung, und vor allem eine aufbauende Tat und — für aie 2 Millionen — eine Lösung. Freiherr v. Schoenaich hielt in Danzig in einer zahlreich besuchten zionistischen Kundgebung eine großangelegte Rede über Palästina und die Probleme des jüdischen Aufbau*. Der Redner erntete enthusiastischen Beifall. Misrachl-Delegation bei König Felsal Di» Misrachi-Delecatiön, welche letzt den Orient bereist, Oberrabbiner von Tel-Awiw, Benzion u ziel, und Rabbi j. L״ Fishman, vyurde anläßlich ihres Besuches «Bagdad vom König F e i s a I in Audienz empfangen. Aut die Segenswünsche des Rabbi Uziei erwiderte der König, er kenne und schätze manche europäische Juden, und er hege große Bewunderung für Dr. Chalm Weizmann. Der König gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß judenund Araber friedlieh Zusammenleben würden; obwohl er mit Bedauern noch manchen Konflikt zwischen Juden und Arabern in Palästina sehe, sei er doch überzeugt, daß durch weise Führung vieles zugunsten des gesamten Orients gebessert werden könne. Kleine Nachrichten Jerusalem, 2. März. Lord Planier bewilligte bei einem Besuche Tel-Awiws Regierungskredite ffi r Öffentliche Arbeiten. Er versprach gleichzeitig eine stlrkereBeteiligung der Regierung an dem Erziehung®־ und Gesundheitsbudgtt der zionistischen Exekutive. Der Unterstaatssekretäf des britischen Koionialamft, Sir .I4lla.8l1.ucltbur2.il. Ilt in .PaUftina eingetroffen. hang mit d«r IrWdSing׳ einer Reihe von ttöfiilfiltn-«Mb׳ Wlrtschaftsfragea Palstinas, *wobei. Stisbesonaert der . größt Ruthenberg-Plan, mit dessen Verwirklichung im M4i 1927 begonnen werden soll, eine Rolle spielt. Präsident Masaryk hat seine Ankunft in Palästina für den 5. ApfU d. J. angekündigt. Die zionistische Exekutive wurde zur Teilnahme an der im April d. J. in einer Stadt der Vereinigten Staaten ab• zuhaltenden internationalen Konferenz für Völkäbü* düng eingeladen. Die Exekutive wird auf der Konferenz durch eine Delegation vertreten sein. Die amerikanische Regierung hat die Zionistische Orgänisation Amerikas ringeladen, im Rahmen der amerikanischen Delegation an der am 11. April in Honolulu beginnenden Panpazifie-Konferenz teilzunehmen, und über die modernen kolonisatorischen-Methoden im Zusammenhang mit dem Pa* lästlna-Aufbau zu referieren. Jerusalem, 27. Februar. (J.T.A.) Hermann Bernstein, Chefredakteur der ״Jewish Tribüne“ in New York, wurde von Lord Piumer, dem ChefsekretSr der Palästina-Regierung Colonel G. $. Symes und dem Gouverneur von Jerusalem, E. Keith Roach, empfangen. Alle drei erklärten, daß sich die wirtschaftliche Lage Im Lande gebessert habe. Die Wirtschaft mache ungeachtet der Krise gute Fortschritte. Es bestehe die Hoffnung, daß die Wirtschaftskrise sehr bald an Schärfe verliefen wird. Am vergangenen Freitag verstarb in Lodz der in der Chassidim-Welt sehr populäre Rabbi Eiieser Dow von Radöszice, ein Enkel des berühmten Rabbi Baer von Radöszlce, im Alter von 73 Jahren. Er wurde unter ungeheuerer Beteiligung der Lbdzer und der aus der ganzen Umgegend herbeigeströmten Chassidim zu Grabe getragen. Die hebräische Universität Jerusalem hat aus Anlaß des Spinoza-Gedenktages folgende Adresse an die Sninoza-Ge- Seilschaft im Haag in hebräischer und lateinischer Sprache gesandt: ,,Am Tage der 250. Wiederkehr des Todestages Baruch Spinozas, an welchem Sich die Augen der ganzen Welt nach dem Lande richten, in weichem er gelebt hat, wird die hebräische Universität in Jerusalem mit tiefer Ehrfurcht Baruch Spinozas gedenken. Ueber die Kämpfe mit der jüdischen Gemeinde, die Baruch Spinozas irdisches Leben verbittert haben, hat ein Vierteijahrtausend den Schleier der Vergangenheit gebreitet. Lebendig und gegenwärtig aber blieb uns als sein Erbe das reine Leben und die reine Lehre, die er!unterlassen hat. Er war ein Sohn seines Stammes darin, daß seine Philosophie geboren war aus dem Streben nach Einheit, nach der Erlösung aus der Zweiheit und Zerrissenheit. Er war ein Sohn seines Volkes in seiner religiösen Begeisterung und in der leidenschaftlichen Intensität Seines Gottesbewußtseins, das er keusch hinter strengen mathematischen Formeln verbirgt Und das dennoch am Schlüsse seines Hauptwerkes in heilen Flammen durchbricht Di« Universität Jerusalem wird den Spinozatag durch ein« Feier begehen. Sie ®endet Ihnen an diesem Tage Ihre ehrerbietige» Grüße.“ Alexander Baerwald. Am 3. März vollendet der her- Vorragende Berliner Architekt Baurat Alexander Baerwald sein 50. Lebensjahr. Architekt Baerwald weilt gegenwärtig in Palästina, wo er seit Jahren umfangreiche Aufgaben durchführt. Baerwald hat bekanntlich das Technikum ln Haifa und mehrere öffentliche Gebäude in anderen Orten Palästinas, namentlich in TcLAwiw, erbaut, so u■ a. ein Krankenhaus, ein Gymnasium, ein Bankhaus und ein Hotei Nr. 18 VenwaUei Der Ha wähl der V finden in d tigt und w ״ßeder der die Rechte ruhen. J«® er den Sch ■Wählern jedoch min! nach dem bundenen 23. März i Der Wahfv händig (m von denen tigter Veri aß einen geschlagen in den W pflichtmäßi werber dt dieren, ja werber sui Reihenfolg oder wem sind. Meh werden. 1 treffenden der B. Z. werden. Die \ sebäftsstui der Zeit im Büro reichung gen wert Eier Hau Das Musik-Ak Wesens i Kahn s steine zu übern Musikkri raitce g< Prof. H! Arnold i Frank V mann, d< Dr. Kur tariat h Mit den tegemvi stehen,! An! Hazai diesem ״Gordo ״Gordo spreche crer Zio statt. Arbeite) Am itn Res des Gr eingela Fo 10 Vc I 1. z Au de Er fäi kn fäs ih R» A 2. B b 3. m at Z A R A G F Dreiii E tmd f besot Infon gäbet wirkt Anw< luget 1 hat i roerl Sitzt Zeäti vere Wie in il zitie Bre! einii Vor auf Tor Jüd mit

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