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Jüdische Rundschau · 1927-03-01 · Heft 17 (1.3.1927) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 17 (1.3.1927)
Date
1927-03-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Nr. 17 Seite 120 der Verwendung der Anleihegeber und zugleich die Befugnis erhalten, einen Kommissar als oberste Aufsichtsbehörde für das Siedlungswerk zu ernennen. Die entscheidende Bedeutung der Staatseinkünfte, die in den beiden besprochenen Fällen als Grundlage für die Anleihe dienen, wird noch besser durch das Gegenbeispiel gezeigt, das der armenische. Siedlungsplan bietet. Die für die armenische Siedlung projektierte Anleihe ist von der Untersuchnngskommission des Völkerbundes nicht empfohlen worden. Denn die Sowjet-Regierung hat es abgelehnt, Staatseinkünfte für die Sicherung zur Verfügung zu stellen. Die Garantie det Staatsbank der russischen Sowjet-Union, die an- *'geboten war (und die inan wohl kaum geringer bcwerten wird als die 11 n s Zionisten zur Verfügung stehenden Bankgarantien) genügte der Kommission nicht, denn es besteht die Besorgnis, daß ״leistungsfähige Darlehnsgeber die von der Zentralregierung vorgeschlagene Garantie nicht als ausreichend für eine Transaktion auf geschäftlicher Grundlage anschen würden“. Bei der Untersuchung der Sicherungsniöglichkeitcn hat die Kommission auch die fi'u uns interessante Feststellung getroffen, daß der zu besiedelnde Boden zu Sicherungszwecken wegen der in Sowjet-Armenien bestehenden Nationalisierung des Bodens nicht tauglich sei; eine Sicherheit biete nur Land, das Eigentum einzelner Personen sein könne. Die Untersuchungs-Kommission des Völkerbundes, die in diesem Falle eine Anleihe mangels geeigneter Sicherheiten nicht empfehlen wollte, ist hier zu einem andern Vorschlag für die Finanzierung gekommen. Sie hat angeregt, für die Finanzierung zunächst die Hilfe der - wohlhabenden Armenier in Anspruch zu nehmen, die ״in den hauptsächlichsten Handels- und Finanzplätzen der Welt anzutreffen sind“. Also von dieser Stelle aus der Vorschlag eines armenischen Keren Hajessodl Der Völkerbund soll nach der Meinung der Kommission an die Armenier appellieren. Die letzte Vollversammlung des Völkerbundes hat, indem sie diesen Vorschlag aufnahm — auf Grund eines Berichtes von Breitscheid —י dem Rat des Bundes die Anregung unterbreitet, ein kleines Komitee unter einem vom Rat zu ernennenden Vorsitzenden zu bilden, zu dem auch die privaten am Siedlungswerk interessierten Organisationen heranzuziehen seien; das Komitee soll sich der Aufbringung der erforderlichen Summen und ihrer Verwendung widmen.״ Die Parallelität mit der Jewish Agency ist überraschend. Hat man bei den Bemühungen um die Bildung der Jewish Agency geprüft, ob das, was für die Armenier vorgeschlagen wird, nicht auch für uns möglich und nützlich ist? Wenn der Rat des Völkerbundes es übernähme, die Bildung der jewish Agency zu sanktionieren, sie durch eine Beteiligung an ihfff Bildung mit seiner Autorität auszustatten, dann könnten wir auf eine Resonanz hoffen, die die Umwandlang der Agency zu einem Organ von großer Bedeutung und Leistungsfähigkeit erheblich beschleunigen würde. Wieder einmal erhalten wir auf dem Wege über diese merkwürdige Aehnlichkeit einen wichtigen Hinweis für die Methode unserer politischen Arbeit im Völkerbunde. Aus den Verhandlungen der Mandatkoimnission über Palästina und den Zionismus ist die Lehre zu ziehen, daß die Geschäftsverteilung des Völkerbundes uns in eine ungünstige Position bringt, wenn das zionistische Problem allein in die Zuständigkeit des Departements für Mandate fällt. Das ganze Gewicht des zionistischen Gedankens kann im Rahmen der Kontrolle über die vor• schriftsmäßige Verwaltung der Mandatgebiete nicht hinreichend dargestellt und gewürdigt werden, ln dem Bericht von Breitscheid wird eine aktive Teilnahme des Völkerbundes an der Ausführung des armenischen Sied* Jüdische Kumteindrücke in Paris Die Auswirkung des Willens zu nationaler Selbstbtsttonumg, einer der politisch formbildenden Kräfte des * Jahrhunderts, in Kunst und Kunstbetrachtung, ist ein vernaehlässigtes Thema. Das Kunstgeschehen wird gestaltet von den großen europäischen Völkern, die es nicht nötig haben, sich im Nationalen zu übersteigern. Gehört der eine oder der andere Führer des Kunstlebens zu den kleinen, weniger begünstigten Nationen oder gar zu den nationalen Minderheiten, so' gebärdet er sich häufig päpstlicher als der Papst, verdrängt und sublimiert bis in die noch kaum wahrnehmbaren Regionen des Geistes die eigenen nationalen Geltungsbestrebungen. Was ist denn an dem englischen Schrittsteller Conrad von seinem Polentum wahr/imehmen gewesen? Man sagt, seine Liebe zum Meer, dem Meer, das die Polen so schmerzlieh entbehrten. Aber wenn sie ihn nun für sich reklamieren, wie dünn klingt ihre Stimm',' im Konzert der europäischen Großmächte! Der ukrainische Kunsthistoriker Zaloziecki, Dozent der Prager Universität, widmet Dwor/ak eine Studie über die Holzbaukunst in den Karpathen, in der er das Moment der nachbarlichen Beeinflussung gegen das der nationalen Eigenart jusspldt und sieh vollkommen in den Dienst der deutschen kunstwissenschaftlichen Richtung stellt, die den dem kirnstierfechen Schaffen einer Epoche immanenten Form willen für das Primäre, die Rassenum! Volksbcsonderheitcn für das Sekundäre erklärt. Gewiß sind einzelne, die sich einem fremden Kniturkomplex ansdiließeu, wenn sie auch noch so zahlreich wären, für das Gebaren der nationalen Gemein- Schaft, die sie verlassen haben, nicht illustrativ, um so weniger, als man einem Zaloziecki Männer, wie Strzvgowski, entgegenhalten kann, dessen wissenschaftlicher Entwicklungsgang durch die rastlose Auseinandersetzung mit dem Rassen- und Völker- Problem in der Kunstgeschichte beherrscht ist. Die römische Theorie zugunsten der orientalischen mit großem Geschick bekämpfend, sah sich Strzygowski gezwungen, den semiü'scheu «nd gar den jüdischen Einflüssen eine besondere Bedeutung ruzugestehen, welcher Gefahr er durch Auffindung noch be- Jeutaamerer arischer Einflüsse, die er erst iui Iran, dann *ber im Norden Europas entdeckte, steuern m könnmi glaubte. Entscheidend für die Haltung in nationalen Dingen ist picht dt« Einstellung versprengter tinz«!rter, sondern wohl die JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. I־/ ungsplanes in Ucbereinstimmung mit der sündigen Haltung der Völkerbundversammlung verlangt, die jedes Jahr seit der Gründung des Bundes Sympathiebeschlüsse für das Ziel des Planes, ״nämlich die Schaffung eines Nationalheiins für Armenien“ gefaßt habe. Sollte es nicht möglich sein, den Völkerbund zu einem solchen aktiven Interesse auch für das jüdische Volk zu bringen? Wird Nansen, der edle Vertreter einer auf Humanität gerichteten Politik, auf dessen Energie und Initiative mit der ganzen Flüchtlingsarbeit des Völkerbundes auch die hier besprochenen Siedlunppline beruhen, nicht verstehen, daß auch der Zionismus in dieses Ressort für Humanität in der Politik gehört? Vielleicht werden unsere Möglichkeiten größer, wenn der Völkerbund anerkennt, daß über Zionismus nicht nur in der sechsten (politischen), sondern auch in der fünften Kommission (der für humanitäre Fragen) gesprochen werden muß — weil der Zionismus wie der Kampf anderer um ihre Existenz ringender Völkergruppen eine Aufgabe der Menschlichkeit ist. Unsere Betrachtungen verdienen noch einige Zahlen, die uns über den Nutzeffekt der verschiedenen Anleiheplane, die mit ihrer Hilfe ausgeführten oder erwarteten Leistungen informieren können. Die griechische Ansied־ lungsHommiseion hat bisher in einer Arbeit von 2(4 Jahren 550000 Personen oder etwa 110 (WO Familien mit einem Kostenaufwande von £ 6600 000 landwirtschaftlich angcsicdelt. In Bulgarien ist die ländliche Ansiedlung von 120000 Personen (hier als 30000 Fami׳ lien gerechnet) geplant. Hier soll die Ansiedlung von 11600 gänzlich mittellosen Familien etwa £ 800000 kosten (der Rest der 30000 Familien soll in verschicdenen Abstufungen aus eigenen Mitteln Beiträge zu den Ansiedlungskosten leisten, so daß der aus der Anleihe zu entnehmende Gesamtaufwand von £ 1,6 Millionen für die 30000 Familien für Vergleiche nichts besagt), ln Armenien ist die Ansiedlung von 25000 Personen geplant, für deren Ansetzung auf dem Lande — ohne die erheblichen Kosten der Bewässerung, auf welcher der Siedlungsplan beruht — reichlich £ 500000 berechnet werden. Die Zionistische Organisation hat bis Ende 1925 mit einem Kostenaufwande von £ 335000, 4500 Personen (die gleich 2250 Familien gerechnet werden) angesiedelt (Bericht an den XIV. Kongreß; von den Gesamtausgaben des Departements für landwirtschaftliehe Kolonisation sind nur die für dauernde Ansiedlung verwandten Kosten gerechnet), ln allen Fällen sind die Kosten des Bodenerwerbes nicht in Betracht gezogen. Die Kosten der Ansiedlung einer landwirtschaftlichen Familie betragen in Griechenland (wieder ohne den Preis des Bodens) £ 100, wobei £ 50 für Gebäude und £ 50 für andere Ausstattungen jgerechnßt werden. Für Bul■ garien soll die Summe £ 75 betragen, ebenfalls die Hälfte für Gebäude, die Hälfte für andere Ausstattungen. Für Armenien werden die Kosten pro Familie auf etwa £ 100 berechnet, wenn eine Familie zu fünf Köpfen an• genommen wird. Hier enthält das vorliegende Material keine näheren Angaben über die durch diesen Betrag gedeckten Leistungen. Die Anstedlungskosten einer Familie bei der Zionistischen Organisation betragen nach den Berechnungen der Plankommission £ 700. In den neueren Kolonien der P. I. C. A. ru Palästina soll die An- Siedlung einer Familie nach Angabe von Siedlern £ 1000 (ohne Boden) kosten. Die Ausstattung ist nach den Annahmen der zionistischen Plankommission etwas, aber nicht erheblich reichlicher als die griechische und bul garische Ausstattung. Die Gebäudekosten, die in Griechenland zwischen £ 50 und £ 100 schwanken, bc׳ tragen nach dem zionistischen Anschlag allein £ 320. Die zu besiedelnde Fläche ist in Griechenlanc 500 000 ha, in Armenien 36 000 ha. Bei der Zionistischen Organisation sind Ws Ende 1925 9000 ha besiedelt Die der einzelnen Familie zur Verfügung gestellte Boden* liehe beträgt in Griechenland etwa 40, In Bulgarien 55, in Armenien etwa 60, in Palästina etwa 100 Dunam. Die Verwaltungskosten sind in Griechenland 4% nlo, in 5alästina knapp 4 °0 (wobei allerdings nur die im Etat des landwirtschaftlichen Departements enthaltenen Ver• waltungskosten berechnet sind, und nicht etwa amu• rechnende Teile der allgemeinen Verwalterngsspesett, die noch einen besonderen Posten im Etat der Palästina- Exekutive bilden). Bei Vergleichen zwischen diesen Ziffern ist natürlich erhebliche Vorsicht geboten. Denn die Natur der Länder, der Charakter der anzusicdelnden Bevölkerungen — die bei den nichtjüdischen Unternehmungen durchweg seit vielen Generationen landwirtschaftlich geschult sind —־, muß zu starken Verschiedenheiten auch in den zahlen• mäßigen Bedingungen führen. Allerdings gibt es auch manche Uebereinstimmung in wichtigen charakterlsiisehen Zügen. Z. B. ist auch bei den nichtjüdischeu Siedlungsplänen der Kampf gegen die Malaria von großer Bedeutung. Da die Aufwendungen der Zionistischen Or* ganisation über die entsprechenden Kosten der anderen Unternehmungen sehr erheblich herausgehen, wäre es erwünscht, wenn von sachverständiger Stelle unseres Kolonisationswerkes eine Erklärung über die Gründe dieser Unterschiede gegeben werden könnte. Auf einige wichtige Punkte, die für den Nutzeffekt des Sicdlungswerkes von Bedeutung sein und daher bei einer Erörterung dieser Differenzen zur Sprache kommen könnten, mag im Zusammenhang mit dem Material des Völkerbundes noch hingewiesen werden. Die Gelder der Siedlungsanleihen müssen nach bindender Vorschrift rein produktiv verwendet werden. Auch in Griechenland wird die entsprechende Vorschrift des Statutes genau eingehalten, trotzdem auch hier, wie immer wieder betont wird, die Ausgaben erheblich größer sind als die Mittel; trotz der akuten Notlage der zusammengepreßten Flüchtlingsmassen ist kein Teil der Anleihegelder für unproduktive, außerhalb des Siedlungsplanes liegende Zwecke verwendet worden. Die Beachtung des Prinzips der produktiven Verwendung zeigt sich auch darin, daß die Ansiedler sofort bei der Ansiedlung Rückzahlung?- Verpflichtungen übernehmen, ln Griechenland sind bis• her £ 15000 Rückzahlungen von landwirtschaftlichen Siedlern geleistet worden, 22/י Jahre nach Beginn der Tätigkeit der Ansiedlungskommission. Die Ansiedlung in Griechenland wird nach einem zentralistisch durchgeführten Administrations-System vor• genommen. Die Ansiedler werden von Administratoren beaufsichtigt, die bezirksweise von Oberadministratoren kontrolliert werden. Die Oberadministratoren unter• stehen wieder höheren Behörden. Auch die Frage des full equipment (volle Ausstattung des Siedlers) taucht in den Berichten des Völkerbundes auf. Bei Beginn der griechischen Ansiedlung stand die Kommission vor der Frage, ob sie mit den verfügbaren Mitteln möglichst viele Familien mit einer geringen Ans• statiung oder eine geringere Anzahl mit besserer Ausstaltun g ansetzen wollte. Die Kommission hatte den Wunsch, durch möglichst schnelle Ergebnisse das Ver• trauen der Oeffentlichkeit für ihr Unternehme!» zu gewinnen, und daher bestand zunächst Stimmung für die erste der beiden Möglichkeiten. Aber sobald die Kommission de 11 Betrag kennt, der zu ihrer Verfügung steht, geht sie zu dem System des full equipment über. Auch als im Laufe der Arbeit der Druck immer stärker wird, noch tausende von FKiditlingsfamilien, mehr als ur* sprünglich angenommen, auf dem Lande anzusiedeln, bleibt sie dabei, daß die festgesetzte Zahl der Siedler, für welche die Berechnungen mit der notwendigen Aus* stattung aufgesteilt sind, nicht vergrößert werden darf, der bodenständigen Volksgemeinschaft. Man dürfte an* nehmen, daß nach Erlangung der politischen Freiheit, die nationalen Kulturen mit ftsonderem Eifer ausgebaut werden würden. Demgegenüber sind die Feststellungen der Pologne Literaire zum Beispiel, über den Rückgang des früher in den breiten Massen vorhanden gewesenen Interesses für nationale Geschichte und nationales Denken zugunsten des Universalismtis und eines »historischen Gegen warissi mies von Gewicht. Die nationale Befreiunir, wird lediglich vom Gesichts- Punkt des Wovon, nicht des wozu, betrachtet, sie bedeutet zunächst die Beseitigung einer Hemmung. Nicht für alle Völker hat jedoch die Stunde der Freiheit geschlagen, nicht allen erscheint cs daher zweckmäßig, sich vorbehaltlos dem allgemeinen Kulturstrome anzuschließen. Mit dem Strome gehen heißt etwa .... sich mit altchristlicher Kunst beschäftigen, deren Umgang etwas wahrhaft Erlösendes hat, denn es fehlt ihr, wie Professor Oskar Wulff es dartun konnte, der ״unveränderliche Träger eines einheitlichen Volkstypus“, sie ist das Produkt verschiedener Rassen und mehrerer Kunstkreise. Sich mit dem Strome bewegen heißt auch beispielsweise Studien in der islamischen Kunst treiben, denn diese Kunst- Übung verdankt ihr Entstehen und ihren Charakter der Rcligion und der Regierung, die Länder und Völker zu einer Einheit verbanden, wie dies Professor E. Herzteld nachgewiesen bat. Weder in der altchristlichen, noch in der tnahammedanisehen Kunst spielt das Volkstum eine ausschlaggebende Holk. Im Sinne des Zeitgeistes ist es auch, wenn ein jüdischer Künstler, wie Feder, in Paris Negerplastik sammelt, denn was in den Negerschöpfungen unsere Generation reizte, war, nicht das ethnographische Moment, nicht das Negertom an sich, sondern ein rorinenschema, eine der Natur gegenüber geschaffene Haltung, die ihr in einer bestimmten Etappe ihres Aufstieges eine willkommene ״contcnance“ liclerte. Anders verhielt sich zum Völkischen das historische 19. Jahrhundert, das Völker geschieht« mit Eifer trieb. Es war das die Zeit, in der ein russischer Idealist, der Direktor der Leatngrader Staatsbibliothek Wladimir Stassow, sich für das ״hebräische Ornament“ eln$etan konnte. Der großzügige Manu glaubte an jüdisch« Eigenart, per jüdische Bildhauer Antokolski hatte seinen Erfolg der selbstgefälligen Geste rassischer grand-seigneure zu verdanken, die wohl eine Pikan- :״)lange 1׳ die fami’ begonnen drei Lau bei Bcgi bereitet diesem 1 sumpfunj Strecken terie darin fanden, den Wünaer Judenjungen, der nicht korrekt russisch sprechen konnte, den Vertreter des unterdrückten Volkes, zu verwöhnen. Solange dieses Volk seine Unter* drückung geduldig trug, war ja die Pose nicht weiter gefährlich. So kam es, daß eine Reihe russisch-jüdischer Künstler in jener Zeit durch hochgestellte Gönner, und zwar die allgewaltigen Generalgouverneure, entdeckt wurden. Nuji, Wie dort eine vor allem liehe Ete'1 Partei ge ähelush, Der patriarchalische Zustand war überwunden. Die Gegenwart hat für den nationalen Gedanken nicht viel übrig, wohl weil die ideologische Phase verklungen ist und die Zeiten der Verwirklichung, der grauen Praxis das nationale Pathos entbehren können. Es ist auch vielfach diskreditiert worden durch die Unterdrücker, denen es be• liebte, sich der Phraseologie der Unterdrückten zu bedienen. Sie zündet nicht mehr. Ein Volk, das heute noch für seine nationale Freiheit kämpten muß, wird in seiner kulturellen Werbearbeit die Losung der Eigenart nicht mißbrauchen dürfen, denn das Argument vom neuen Wort, das man zu sagen hat oder gesagt haben will, überzeugt nicht, um so ו mehr, als es vollkommen genügt, an das gute Recht zu appellieren, reden ZU dürfen, wie׳ einem der Schnabel gewachsen ist. Es ist für unsere heutige Gesinnung bezeichnend, daß Dr, lgtu2 Schipper in seiner Kulturgeschichte der polnischen Juden im Mittelalter, <j>« soeben in jiddischer Sprache erschienen Ist. nachzuweisen bestrebt ist, daß die Juden ein Volk sind, wie dje anderen, nicht schlechter, aber auch nicht besser. Or. Schipper ist sogar stolz darauf, daß er, wie er das in einem Privat* gesprach äußert«׳, einen Autor veranlaßt oder ermutigt hat, eine Geschichte des Gaunertums unter den Juden zu schreiben. ״Liebet uns, die Unreinen; wären wir rein, wer würde Ut»s <ja nicht lieb gewinnen!“ sagte schon der ukrainische Satiriker Gogol, der sich seines Gegensatz« zur großrussischen Ma* jarität bewußt war. Die jüdische Kunst hat ein Volk und eine Religion sunt Träger, aber ein zerstreutes Volk ohne einheitliche Regierung uno eine Religion in Defensivhaltung. Das bedeutet eine Kunst ohne Absatz, ohne Auftraggeber. Zangwill pflegte mit Bitter־ keit zu sagen, daß er verhungert wäre, hätte er vom jüdischen Leser leben sollen. Chagall'sagt dasselbe in bezug auf den jüdischen Kunstfreund. Ihm wurden allerdings in Rußland Der , von der ת rn denen essen de fordert 6 f f e » 11 kommend und in d Vertreter fdiließljd den übrif Lösung f Nach G ru p p erklär׳ ״national Awiw, < Immigrar Polen, t Im , maßen: Vereinigt gung uu nützlich, eine einfl ohne öl nationale schicdem Leben / samkeit, dem nah liehen f Grtmdlaf Im . Gründun mäßigke! der Fac ingenieu angeschl׳ bezweifc Vereinig der Grü ״ramm daß sie ln den ״Arbeite Linken; wo eine Das eit jener bi nach V׳ verborg! die aller Wi< sische p h i s c eigenen Möglich geliebte gaben AHmant Befriedi Wand er in Rußl Ist eine die nid ist die, Künstle ־ hRy suchen Schule, höchste sie lebt zumal i Pa! 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