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Jüdische Rundschau · 1927-02-08 · Heft 11 (8.2.1927) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 11 (8.2.1927)
Date
1927-02-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 7h JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 11 Das jüdische Schulproblem in Polen Jüdische Schulfragen Im Vordergründe. — Das Schuhfrerk In Ziffern. — Der ״Joint" und das hebräische Schulwesen. — Unverständliche Stellungnahme. — Kundgebungen der polnischen Regierung. (Von unserem Korrespondenten.) —g. Warschau, Anfang Februar. Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses der jüdischen Gesellschaft rn Polen steht letztens das jüdische Schul- Problem. Nicht nur Schulmänner und Lehrcrorganisationen, 'sondern auch politische Vertreter und die gesamte jüdische Presse widmen viel Zeit und Platz den Schul- und Erziehungsfragen. Es werden sowohl Grundsätze als auch praktische Details ausführlich erörtert. Es gibt erfreulicherweise jetzt auf diesem Gebiete mehr Arbeitsals Kampfessümmung. Jede Richtung arbeitet intensiv laut ihrem Programm. Die energische Tätigkeit erstreckt sieh nicht nur auf das innerjüdische Gebiet Der Regierung und polnischen Ge- Seilschaft gegenüber werden die jüdischen Schulforderungen in den letzten Wochen mit der größten Kraft vertreten und es sind begründete Hoffnungen vorhanden, daß diesmal die bereehtigten Postulate der jüdischen Bevölkerung Polens berückslclitigt werden. Leider endet die Außenfront des jüdischen Schulkampfes in Polen nicht bei den Regierungsbehörden. Er gilt auch denjenigen jüdischen Organisationen des Auslandes, welche für das Geschick des jüdischen Schulwesens in Osteuropa mitverantwortlich sind. Die Geschichte und der Leidensweg der jüdischen Schule in Polen kann jetzt und an diesem Ort nicht geschrieben werden. Es ist eines der wichtigsten und interessantesten Kapitel der jüdischen Bewegung. Das Resultat langjähriger Bemühungen, eine eigene nationale Schule zu errichten, auszubauen und zu vervollkommnen, ist ein durchaus positives. Es gibt heute in Polen außer dem großen, ziffernmäßig schwer erfaßbaren Netz der orthodoxen Schulen (Chedarim) und außer einer verhältnismäßig geringeren Anzahl öffentlicher Schulen für jüdische Kinder mit polnischer Unterrichtssprache — einen großartigen Bau von Schulanstalten sämtlicher Stufen (bis auf Hochschulen) mit hebräischer und jiddischer Unterrichtsspräche. Das hebräische Schulwesen ist nach Zahl und nationaler Bedeutung an erste Stelle zu setzen. Es wird fast gänzlich von der Organisation ״T a r b u t h“ geleitet. Es sind ihm unterstellt: 141 Volksschulen mit 19780 Kindern, 61 Kindergärten mit 1712 Zöglingen, 15 Mittelschulen mit 3964 und 5 Lehrerseminare mit 568 Schülern und außerdem in 233 Städten hebräische Abendkurse. Das monatliche Budget dieser Anstalten beträgt zirka 50 000 Dollar. Aber nur die Hälfte davon kann aus Schulgeldern gedeckt werden, da die Zöglinge dieser Schulen den ärmsten Schichten angehören. So hat das hebräische Schulwesen, welches vom besten Geiste beseelt ist und hohes pädagogisches Niveau erreicht hat, nicht nur zu kämpfen mit Widerständen von innen, es muß nicht nur schwer um Anerkennung seitens der Behörden ringen, sondern die Hauptfrage besteht leider im Finanziellen. Es wäre ja natürlich und gerecht, daß die jüdische Gesellschaft in Polen selbst diese Schulen erhalte. Aber beim besten Willen ist dazu das polnische Judentum» besonders in den letzten Jahren, nicht imstande. Die Gesellschaft ist verarmt und das nationale Schulwerk ist auf Hilfe von draußen unbedingt angewiesen. Nicht anders ist die Lage der Schulen mit jiddischer Unterrichtssprache, welche von der ״Zentralen Jiddisehen Schulorganisation“ geleitet werden. Es gehören dazu 182 Volksschulen mit 22347 Zöglingen, 4 Mittelschulen mit zirka 600 und 1 Lehrerseminar mit 141 Schülern, sowie 32 Abendkurse für Erwachsene. Nun hat der amerikanische ״J o i n t“ in sein Unter- Stützungsprogramm auch das jüdische Schulwesen in Polen aufgenommen. Aber wie ungerecht wird da verfahren. Während für die orthodoxen Anstalten monatlich zirka 15 000 Dollar Unterstützungsgelder aus Amerika einfließen, während die jiddischistischen Schulen vom Joint monatlich 6500 Dollar erhalten — hat die ״Tarbuth“-Organisation während des ganzen Jahres 1926 nur 170M Dollar erhalten, also etwas mehr als die orthodoxen Schulen in einem Monat. Es halfen bisher keine Vorstellungen, Bitten und Memoranden. Wie es dazu kommen konnte, bleibt der jüdischen Oeffentlichkeit ganz unaufgeklärt. Der ״Joint“ reduzierte zwar in den letzten Jahren seine Ausgabeposten für Schulen, aber warum diese ungerechte Verteilung derjenigen Gelder, die doch für Schulen bestimmt sind? Besonders kraß kommt diese Benachteiligung des hebräischen Schulwesens zum Vorschein, wenn wir die oben angeführten Ziffern beider Schulwerke (der hebräischen und jiddischen) vergleichen. Das hebräische Sdiulnetz ist unbedingt ziffernmäßig größer. Es sind noch dazu zu rechnen 27 Mittelschulen, wo zwar sogenannte allgemeine Fächer mit polnischer Sprache unterrichtet werden, aber jüdische Lehrgegenstände in sehr breitem Ausmaß (ein Drittel der Stundenzahl) gelehrt werden und der Geist dieser Schulen jüdisch-national ist. Und auch diese Schulen können sich nicht mehr selbst erhalten. Aber davon abgesehen, warum wird das rein hebräische Schulwerk in Polen seitens der amerikanischen Juden 80 stiefmütterlich behandelt? Es ist doch klar, daß auf diese Weise ein Schulwerk bevorzugt wird und daß ein eventuelles Prädominieren nur dank dieser äußerlichen Unter- Stützung elntreten würde. Diese Absicht liegt aber, wie wir annehmen dürfen, den amerikanischen Jointleitern ganz ferne. Also welche Ursachen sind es? Die gesamte jüdische Oeffentlichkeit hat wohl Recht darauf, Antwort zu bekommen. Schnellste Aufklärung und energisches Eingreifen in Amerika tut not. Die finanziellen Nöte bedrohen unmittelbar die Existenz des ganzen hebräischen Schulwerkes. Es ist für die jüdischen Schüler von größter Wichtigkeit, gerade Jetzt durchzuhalten. Die Regierung hat letztens in einer Reihe von offiziellen Kundgebungen sich bereit erklärt, das jüdische Schulwesen grundsätzlich anzuerkennen. Erfreulicherweise wird nicht mehr die Ausrede gebraucht, die Uneinigkeit in der Sprachenfrage im jüdischen Lager mache es der Regierung unmöglich, die jüdische Schulfrage zu regeln. Die gegenwärtige polnische Regierung hat die Berechtigung selbständiger jüdischer Schulen und die Gleichberechtigung beider Schultypen (maßgebend soll der Wunsch der Eltern sein) ausgesprochen. Die Erfüllung der Schulpflicht durch Besuch jüdischer Schulen wird anerkannt und es wurde erklärt, daß Erteilung des Oclfcntlichkcitsrechts an jüdische Schulen (beider Gruppen) und etwaige Staatszuschüsse nur vom organisatorischen und pädagogischen Niveau der Schulen abhängig sind. Die oberste Unterrichtsbehörde gellt daran, Prüfungskomimissionen und Inspektoren für die jüdischen Schulen zu ernennen, hat begonnen Bestimmungen für Ausbildung und Qualifikationen der Lehrer jüdischer Fächer in jüdischen und öffentlichen Schulen auszuarbeiten, beschäftigt sich auch mit Feststellung eines Lehrplanes jüdischer Gegenstände in Regierungsschulen. Dies alles zeigt, daß das jüdische Schulproblem in Polen schon genug reif ist und daß der ״neue Kurs“ den Juden wenigstens auf diesem Gebiete - ihrer Kulturforderungen — etwas Positives bringen wird. Aber Voraussetzung dafür ist: Die Schulen müssen existieren, ihre innere Organisation ausbauen, den pädagogischen Zustand heben, um den von der Regierung gestellten Forderungen zu genügen, die Vorbedingung der Staatliehen Anerkennung und Beihilfe sind, Das hebräische Schulwerk in Polen hat größte Aussicht, dieses Examen zu bestehen, wenn man ihm nur finanziell hilft, diese schicksalsschwere Uebergangszeit und die wirtschaftliche Krise der polnischen Judenheit zu überwinden. Wir wollen hoffen, daß unsere Genossen in Amerika ihre Pflicht tun werden. Dr. Victor Jacobson in Rumänien Dr. Victor Jacobson weilte während der letzten Januarwoche in Bukarest, wo er eine Reihe politischer Besprechungen hatte und auch einige Vorträge hielt Am 24. Januar fand im engeren Kreise der zionistischen Führer Bukarests die erste Begrüßung Dr. Jacobsons durch den Präsidenten der Zionistisehen Landesföderation Rumäniens, Direktor Adolf Bern- Hardt, statt. Dr. Jacobson gab ein ausführliches Expose über die Lage des Zionismus una insbesondere über das bisher in Genf Erreichte und erklärte das Wesen der verschiedenen bisher gegründeten Gesellschaften der Freunde des Zionismus und Palästinas. Am 25. Januar wurde Dr. Jacobson in Begleitung Dr. Mibaschans vom rumänischen Außenminister M i t i 1 i n o 11 in besonderer Audienz empfangen. Am 27. Januar hatte er Besprechungen mit dem rumänischen Innenminister G o g a und dem Unterrichtsminister P e t r o v i c i. All die enannten rumänischen Regierupgsmifglcder gaben ihrem lebaften Interesse für die zionistische Bewegung Ausdruck und ließen sich von f>r. Jacobson genau über den Stand und die Entwicklung des Zionismus und seine Errungenschaften in Genf unterrichten. Dr. Jacobson hatte außerdem noch Besprechungen mit dem bekannten rumänischen Soziologen Prof. G u s f y und mit dem früheren rumänischen Botschafter in Washington Prinz B i b e s c u. Ferner hielt Dr. Jacobson im Bukarester Komitee für den Völkerbund einen Vortrag über den Zionismus und sein Verhältnis zum Völkerbund. Im zionistischen Kreise sprach Dr. Jacobson am 24. Januar vor einem auserwählten zahlreichen Publikum der besten jüdischen Gesellschaft Bukarests. Außerdem hatte Dr. Jacobson noch eine besondere Besprechung mit den Vertretern der in Bukarest lebenden russisch sprechenden Zionisten. Der Eindruck des Besuches von Dr. Jacobson in Rumänien war überaus stark. Die raminisehe Zionistenkonlerenz Bukarest, 5. Februar. (J. T. A.) Im Zusammenhang mit der Anwesenheit von Dr. Victor Jacobson in Bukarest hat die Regierung das bereits ausgesprochene Verbot der Abhaltung der Konferenz der rumänischen Zionisten aufgehoben und gestattet, daß die Konferenz am 13. uiid 14. Februar in Bukarest stattfindet. Der wichtigste Beratungspunkt der Konferenz wird die Frage der Schaffung einer einheitlichen Zionistischen Organisation der Zionisten ganz Rumäniens sein, die die Länderorganisatfonen in Aitrumänien, Beßarabien, Bukowina und Siebenbürgen in sich vereinigen soll. Bei den Wahlen zur Konferenz der rumänischen Zionisten hat die radikale Gruppe ״Renasterea“ einen starken Erfolg davongetragen; sie wird auf dem Kongreß durch eine große Zahl Delegierter vertreten sein. Auch die Revisionisten werden eine größere Gruppe entsenden. Dr. Jacobson ist von Bukarest nach Rom abgereist. Er wird dort mit führenden italienischen und jüdischen Persönlichkeiten Zusammentreffen. Bukarest, 1. Februar. (J.T.A.) Ke Zeitung ״Renasterea“ protestiert in ihrem Leitartikel in sehr scharfer Form gegen das Verbot des Kongresses der י rumänischen Zionisten durch die Regierung. In dem Artikel heißt es: Der Innenminister Goga setzt anscheinend seine Ehre daran, jede selbständige jüdische Regung im Lande zu ersticken. Wenn die Regierung aufrichtig um die Sicherheit der jüdischen Bevölkerung besorgt ist, warum hat sie dann nicht den StudentenkongreB in Jassy verboten, durch den die Sicherheit der Juden sicherlich weit mehr bedroht war. Der Antisemitismus in Sowjetrußland Moskau, 3. Februar. (J.T.A.) Während seines Aufenthaltes in Leningrad hieit Bucharin eine Rede, in der er sich mit der Lage der nationalen Minderheiten beschäftigte. Er beklagte es, daß sich bei den Minderheiten chauvinistische Tendenzen bemerkbar machen. Noch mehr beklagte er es, daß derAntisemitismussogar schon in die Reihen der kommunistischen Partei eingedrungen ist. Es müsse gegen ihn ein energischer Kampf geführt werden. Er betonte aber, daß die Kommunisten bei diesem Kampf auf der Seite der armen, nicht der reichen Juden zu stehen haben. Rahe an der Kownoer Universität Kowno, 5. Februar. (J. T. A.) Der Kampf zwischen den litauischen und jüdischen Studenten der Universität in der Angelegenheit der Beistellung von jüdischen Leichen für das anatomische Institut ist auf g ü 11 i c h e W e i s e belgelegt worden. Beide Teile veröffentlichen in der Presse Entschuldigungserklärungen wegen ausgesprochener Beleidigungen der Gegenseite. Das anatomische! njtitut wurde wieder eröffnet. Ke Frage der Beistellun^, von Leichen wird durch ein besonderes Gesetz geregelt werden. Kowno, 5. Februar. (J. T. A.) Wie der ITA-Vertreter aus maßgebender Quelle erfährt, hat das litauische Außenministerium beschlossen, die Rückberufung des Generalkonsuls für die Vereinigten Staaten, Dr. Rabinowitsch, außer Kraft zu setzen, so daß Dr. Rabinowitsch auf seinem Posten verbleibt. Der amerikanisch-jüdische Kongreß New York, 1. Februar. (J. T. A.) In Amerika werden gegenwärtig die Wahlen von Delegierten zu dem am 20. und 21. Februar stattfindenden amerikanisch-jüdischen Kongreß durchgeführt. Der Kongreß wird in Washington abgehalten werden; dessen Beratungen sind wichtigen amerikanisch-iüdischen und weltjüdischen Fragen gewidmet. Die Lage der {!Kien in Rumänien und in den anderen osteuropäischen ,Indem wird ebenfalls zur Beratung stehen Amery Uber die Entwicklung Palästinas London, 1. Februar. (J.T.A.) Der Kolonienminister Amerv hielt in Birmingham eine Rede, in der er die britische Tätigkeit im Nahen Osten, insbesondere in Pallstina, schilderte. Nach einem Ueberblick über die Geschichte der alten Zivilisationen in Palästina, Aegypten und Mesopotamien schilderte er das Schicksal dieser Lander unter der Herrschaft der späteren Eroberer und sagte, auf Palästina zu sprechen kommend, Großbritannien habe dieses Land In einem Zustand übernommen, wie er vor Jahrhunderten geherrscht hat. Jctzt erst geht ein bemerkenswerter Aufschwung vor sich. Um die Verwaltung und die Sicherheit sei es sehr gut bestellt Das Lebensniveau hat sich gehoben, die Gesundheitsfürsorge ist mustergültig. Neue Wege und neue Städte werden erbaut Die jüdische Bevölkerung hat sich infolge der Einwanderung stark vermehrt, aber auch die Araber haben große Fortschritte gemacht und sind weit entfernt davon, irgendwie zurückgedrängt zu werden. Infolge der Abnahme der Kinder- Sterblichkeit und der allgemeinen Verbesserung der Lebens- Bedingungen ist auch die arabische Bevölkerung im steten Wachsen begriffen. Minister Amory empfahl eine stete, aufrichtige Zusammenarbeit mit den Ländern des Nahen Ostens; durch eine solche Zusammenarbeit werde der Abgrund zwischen der westlichen und der östlichen Welt überbrückt und Wege zu den entfernteren östlichen Ländern geschlagen. Auf diese Weise wird der Zukunft der gesamten Menschheit gedient Die Kluft des Rassenhasses, die zwischen Europäern und Asiaten heute noch besteht, birgt immense Gefahren für die Zukunft. Um diese Gefahren zu bannen, ist ein großes Werk zu tun. Das Werk ist in Angriff genommen, wir dürfen nicht die Hände davon lassen, bevor es vollendet ist. Fflrsorgetätigkeit in Palästina Die Zionistische Palästina-Exekutive hat auf ihrer Sitzung vom 18. Januar, an der auch die Leitung des Keren Hajessod und des Wa ad Leu m i teilgenommen hat, beschlossen: Die Initiative zur Regelung der Fürsorgetätigkeit für die Notleidenden im Lande wird dem W a a d Leumi überlassen. Der Waad Leumi ernennt zu diesem Zweck eine besondere Kommission, zu der auch je ein Vertreter des Joint Distribution Committee und der Zionistischen Palästina-Exekutive eingeladen wird. Im Zusammenhang mit der erforderlichen Geldsammlung für die oben erwähnte Fürsorge wird die Wichtigkeit und das Bedürfnis betont, daß sich auch der Jischuw in Erez-Israel an der Beistellung dieser Gelder beteiligt. Es wird dem Waad Leumi überlassen, zu beschließen, wie diese Aktion zu organisieren ist, damit die Teilnahme der Juden des Landes an der Bei- Stellung der Gelder für die Fürsorge eine entsprechende sei. Diese Kommission des Waad Leumi gilt als die zentrale Kommission für die Sammlung und die Ausübung der Fürsorge. In den verschiedenen Städten wird der betreuende Rat der jüdischen Gemeinde als Zweigstelle gelten. Der neue Oberriehler Palästinas London, 3. Februar. (J.T.A.) Amtlich wird mitgeteilt, daß zum Obersten Richter Palästinas an Stelle des zurückgetretenen Mr. Haycraft Herr Michael Francis Joseph McDonnel, bisher Barrister am Inner Temnlc-Gerichtshof, zum Oberrichter •am Obersten Gerichtshof Palästinas ernannt worden ist. Herr McDonnel hat bisher in verschiedenen Teilen des britischen Reiches und der Dominions Dienste geleistet. Warburg in Palästina Vor seiner Abreise aus Palästina übergab Felix War* bürg den Vertretern der Presse eine schriftliche Erklärung, deren Inhalt in unserer vorigen Nummer wiedergegeben wurde. In einer mündlichen Mitteilung an die Pressevertreter trat Herr Warburg dem Gcrüch t entgegen, daß die ameri• kanische Marshall-Gruppe schon in diesem Jahre eine Million Pf lind für den Palästinaaufbau beitragen wo’le. Ein Erfolg der Kooperative Solei Boneil Jerusalem, 4. Februar. (J. T. A.) Die jüdische Ar■ beiter-Baukooperative ״Solei Boneh“ hat laut Kontrakt mit der Regierung die Luftfahrtstation in Gaza mit 40 Meter langem und 3 Meter breitem Aerodrom innerhalb zweier Monate erbaut und die Station zur, festgesetzten Stunde der Regierung übergeben. Die Regierung sprach der Kooperative ihre vollste Zufriedenheit für die schöne Leistung aus. Ke Luftfahrtstation in Gaza ist eine Zwischenlandung«- stelle auf der Strecke Kairo —Karachi. Regienmgsarbeiten in Haila Das Regierungs-Departement für öffentliche Arbeiten errichtet in Hqifa ein großes Magazin, das die Exportwaren, besonders die Orangen aus Chedera und Sich ron Jacob aufnehmen soll. Die Baufläche beträgt 600 qm und die Kosten des Baues, an dem jüdische und arabische Arbeiter beschäftigt sind, £E 5000,—. Die Regierung soll beabsichtigen, in der Nähe des Zollhauses demnächst noch weitere Bauten auf einer Fläche von 8000 qm herzustellen. (Ziko.) Haifa erhält ein eigenes Einwandernngsamt Wie aus Haifa berichtet wird, weilte dieser Tage der Chef des Einwanderungs-Departements der Regierung, Hm Hyamson, in Haifa, um dort eine Filiale des Ein- Wanderungs-Departements zu errichten. Das neue Amt erhätt weitgehende Vollmachten, in den nächsten Tagen schon soll der Leiter des Einwanderungsamtes von Haifa ernannt werden. Eine arabisch-jüdische Advokaten-Vereinigung Jerusalem, 1. Februar. (J. T. A.) Es sind gegenwärug Verhandlungen zur Bildung eines einheitlichen arabisch - j üd!sehen Rechtsanwälte-Verbandes im Gange. Eine in Haifa abgehaltene Versammlung jüdischer Rechtsanwälte bevollmächtigte die Rechtsanwälte weinschal und Levi, die Verhandlungen mit den arabischen Rechtsanwälten zu führen. Eine Gruppe Sachverständiger von der landwirtschaftlichen Versuchsstation der zionistischen Exekutive wird sich im kommenden Sommer nach der Sinai-Halb in sei begeben, um dort das Phänomen def Mannah zu studieren, von dem sich nach der Bibel die Juden während ihrer Wanderung durch die Wüste eine Zeitiang ernähren könnten. Der palästinensische Verband der Völkerbundfreunde als eine Abteilung des Weltverbandes der Völker• bundiigen ist nun endgültig begründet In der soeben abgehaltenen konstituierenden Versammlung wurde M- M. Ussischkin zum Präsidenten des Verbandes und Herr M. Dizengoff zum Präsidenten der Exekutive gewählt.

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