Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 8 (28.1.1927)
- Date
- 1927-01-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2652877-2652885--18859-2676670- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 52 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr 8 Nr. 8 man die Summe all dieser Anstrengungen zieht, bei Palliativen. Der Kolonisationsplan mußte stark verkleinert werden und die täglichen Bedürfnisse ließen keine Kraft und kein Geld für einen großen Vorstoß, der befriedigend hätte wirken können. Und. dieses eben ist das zionistische Problem. Nicht die Frage der Ar* beifs losen i st es, die ausschlaggebend ist, 5-0 nd crndieserZu stand, daßwir heute Tausende von Kräften im Lande haben, die zur Untätigkeit verurteilt sind, die ihre Tage damit hinbringen, irgendwo Arbeit zu erhaschen, so daß zwei Arbeitstage in der Woche bereits als ein Glück empfunden werden. Land, das brach liegt, und Kräfte, die brach liegen und keine Möglichkeit, diese beiden Faktoren zusarnmenzubringen, sie für die Kolonisation fruchtbar zu machen. Man zieht heute in Palästina von neuem und mit großer Aufmerksamkeit die Bilanz der zionistischen Bewegung, man kritisiert vernünftiger und gründlicher als früher. In den letzten drei Jahren, die von der Depression über den Tabaktaumel zur vierten Alijah führten, war die Atmosphäre für Kritik und Warnungen nicht günstig. Es ging alles zu glatt, das Tempo war in seinem Vorwärtsstürmen so ein guter Gegenbeweis gegen jeden Unzufriedenen, daß man bald vergessen hatte,' daß in Palästina immer Segen mit Fluch ge• wechselt hatte. Man machte schöne Rechnungen, in wie wenigen Jahren der Aufbau des Landes beendet sein würde, und strebte über die Grenzen Westjordaniens hinaus. Heute wird geprüft und kritisiert, und obwohl dabei auch natürlich das Maß überschritten und häufig genug das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird, trägt diese Kritik gesunde Keime. Sie wendet sich zum wirtschaftlichen und zum psychologischen Gebiete. Es galt lange Zeit in Palästina als ketzerisch, das Kolonisationswerk nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten abzuschätzen. Und in der Tat gibt es Dinge in Palästina, die mit wirtschaftlichen Mitteln allein niemals hätten durchgeführt werden können und bei denen jede Rentabilitätsrechnung ihren Sinn verliert Das hat man langsam einsehen gelernt Man beginnt zu begreifen, daß die ökonomischen Gesetze der ganzen Welt auch in Palästina wirksam sind und daß jede Uebertretung dieser Gesetze sich früher oder später rächen muß. Nachdem der Rausch der großen Einwanderung ver• weht ist, beginnt die Untersuchung der realen Bedin• gungen, die man vorher nicht klar genug gesehen hatte. Nach dem Taumel der städtischen Kolonisation, der noch den letzten Kongreß beherrschte, wird es deutlicher als jemals, daß sich alle Kräfte auf die Landwirtschaft konzentrieren müssen. Es ist ja kein Zufall, daß von der gegenwärtigen Depression die Landwirtschaft nicht betroffen worden ist Wenn man von den noch ira Bau hefindtifchen Sieälungen Im Emek absieht die’ zum größeren Teil noch von der Exekutive abhängig sind, so bleibt als fast einziger unerschütterter Punkt im Lande Jene Gruppe der auf Orangen bau basierten Kolonien. Hier ist es auch gelungen, an die 5033 jüdische Arbeiter zu konzentrieren. Sie kämpfen seit Jahren jenen unendliehen Kampf um ein Existenzminimum, gestützt von der Zionistischen Organisation. Aber auch dieser Kampf wird nicht gehalten werden können, wenn die Kolonisation im gleichen Schneckentempo weltergeht wie heute. Was sind 300, was sind 500 neue Siedler im Jahr gegen- Ober den Tausenden, die sich mit Zähnen und Nägeln in den Kolonien halten, getragen von der einzigen Hoffnung, daß auch für sie die Stunde der Ansiedlung kommen muß? Und damit geraten wir schon in die psychologische Seite der Frage hinein. Die gegenwärtige Depression wird vorübergehen, ebenso wie die früheren vorübergegangen sind. Dann muß eine neue Einwanderungswelle kommen. Und sie wird kommen. Aus den Reihen des Chaluz werden neue Kräfte ins Land drängen. Palästina wird sie fordern. Ihnen nach werden die andern folgen, die ihre Wirtsländer verlassen müssen, die zionistische Bewegung wird sie gleichsam automatisch ihrem Ziele zuführen. Und heute gilt es die Frage bear• beiten, was wir aus dieser Alijah machen wollen. Es ist undenkbar, daß sich unsere Kolonisation so abspielt wie ein Naturereignis: Depression, Besserang der Lage, Ansteigen der Einwanderung, Ueberflutung des Landes, Abebben der Bewegung und neue Depression. Dieses Spiel wird sich nicht lange wiederholen können. Der Chaluz wird nur seine Positionen hallen, wenn er sein Ziel vor sich sieht. Der bemittelte Einwanderer kann nur im Lande vorwärts kommen, wenn ihm die nötige Hilfe und der nötige Rat zuteil wird. Das alles weiß man in Palästina. Aber es ist unmöglich, irgend etwas vorzubereiten, Pläne auszuarbeiten, wenn sich alle Kräfte darauf konzentrieren müssen, für den heutigen Tag zu sorgen, der so viel verlangt, daß für das Morgen, ge״ schweige denn für das Uebermorgen irgend etwas übrigbleibt. Diese Dinge weiß der Jude im Galuth. Aber er weiß sie, ohne wirklich zu empfinden, was das alles bedeutet Und vielleicht liegt es daran, daß Palästina das Empfinden hat, einsam im Kampfe zu stehen. Wie weit beschäftigt den Zionisten irgendeiner Ortsgruppe die Lage in Palästina? Kennt er sie In Ihren Einzelheiten? Empfindet er sie als persönliche Not? Gibt sie ihm das Bewußtsein, daß es von ihm abhängt, wie sich das Schicksal des Landes gestaltet? Das ist die Frage, die Palästina sich heute stellt, denn von ihrer Beantwortung hängt alles ab. Wir leben heute noch vom Galuth. Nicht nur dadurch, daß wir das Budget von dort bekommen. Sondern dadurch, daß von dort der neue Kräftezufluß kommen muß, daß Palästina sich darauf verlassen kann, daß sein Schicksal das Schicksal der gesamten Judenheit ist und von jedem einzelnen draußen so empfunden wird. Aber vielleicht können geschriebene, nicht einmal gesprochene Worte heute nicht vermitteln, wie dieser Kampf, den Palästina für das Galuth kämpft, heute aussieht. Me Zakim't von Eaila Kenworthy hielt in New York bei einem von der Zioni't:s־׳hen Or״a״Fation ve-anrtalteten Empfang ehe Rede, in der er u. a. erklärte: ״Der Hafen von Haifa soft zu einem Tiefwasser-Hafen ausgebaut werden; er wird der Haupthafen des Orients sein, das Ende der Röhrenleitun״ für das Erdöl von Mesopotamien. Palästina wird für den Mittleren Osten das we-den, was Holland für Europa ist, und Haifa wird die Rolle Rotterdams spielen. Die Bedeutung des zionistischen Programms H die.Ve-wirk- Ihhung einer jatrhunde te'nn״en An“t־'engun׳r für die Wiedererrichtung der nationalen Heimstätte für ein Volk, das so viel an Literatur, Religion und Zivilisation ges-baffen hat und wenn es zu diesem Erfolg kommt, so wird dies das einzig gute Ergebnis des Weltkrieges sein.“ Me Einuni Answandernnj Von Dezember 1919 bis November 1926 sind nach Palästina 97 129 Immigranten gekommen, da־un'.er 93 959 Juden. Trotz kritischer ökonomischer Bedingungen im Jahre 1926 sind vom 1. lanuar bis 31. Oktober '12174 Juden ins Land gekommen, eine Zahl, die fast der Gesamtimmigration von Juden in der zweiten Hälfte 1921 und in dem ganzen Jahre 1922 glei hkommt. Es sind aber in den ersten 10 Monaten 1926 5911 Juden aus Palästina ausgewandert, gegenüber 1503 in der Periode 1921/1922. Von den 12174 Juden, die lanuar bis November 1926 eingewandert sind, wurden 8800 auf Grund von Zertifikaten der Zionistischen Organisation zugelassen: 2100 Personen wa־en von pallrtNenris-hen Einwohnern abhängige Verwandte; 1200 waren im Besitz von Privatkapital. Die Hauptzentren der Emigration waren Polen und Rußland. Die rum3nisd1e Zionisten-Koiueraw verboten Bukarest, 23. Januar. (J. T. A.) Die für die Zeit vom 23, bis 26. Januar nach Buieu einberufene Konferenz der Zionisten ganz Rumäniens, an welchem als Vertreter der Zionistischen Weltorganisation Dr. Victor Jacobson teilnehmen sollte, wurde im letzten Augenblick von den Behörden verboten. Als Grund des Verbots wird angegeben, es bestünde die Gefahr antisemitischer Ausschreitungen. Ein Ersuchen des Komitees für die Vorbereitung der Konferenz, die Abhaltung des Kongresses in Bukarest zu gestatten, wurde abschlägig beschieden. Me Jaden im rnmänisciten Senat Bukarest, 25, Januar. (J. T. A.) Nach der Annullierung des Mandats des Senators Mendelssohn und der erzwungenen Demission von Rabbi Z i r e 1 s o h n ist nun auch das Mandat des Bukarester Oberrabbiners Dr. Jacob Nienierower in Gefahr, ungültig erklärt zu werden, Dr, Nienierower ist ira Senat der Vertreter des jüdischen Kultus und wurde auf Grund des Senatsgesetzes von der ״Union der jüdischen Gemeinden Altrumäniens“ dorthin ent• sandt. Der Bukarester Raw S e h o r legte gegen Niemerowers Mandat Protest ein und behaupte, daß eigentlich er im Senat zu sitzen habe. Die InvaUdierungskommission des Senats unter dem Vorsitz von General Koanda, hat nun beschlossen, daß, falls die beiden Rabbiner innerhalb einer festgesetzten Frist sich über den Mandatssitz nicht einigen, dieser Sitz bis zur Schaffung eines neuen Gesetzes über die Vertreter• schaft der jüdischen Religion als vakant zu gelten habe. Me Zioslsteirveriolgtmges in Rußland Paris, 24. Januar. (J.T. A3 Einem Mi Arbeiter der Pariser jüdischen Tageszeitung ״Fia’nt" gegenüber, der ihn über die Massenverhaftungen von Zionisten in Rußland be• fragte, äußerte sich der Botschafter der Sowjet-Union in Paris, Ra ko w sk i, wie folgt: Die gegen die Ziem sten ergriffenen strengen Maßnahmen haben ihren Grund darin, weil sich die Zionisten bei ihrer Propaganda der Argumente der Feinde der Sowjetmacht bedienen. Um die Juden za bewegen? nach Palästina zu gehen, sind die Zionisten schon durch die Logik der Propaganda gezwungen, das Sowjet-Regime in einem Lichte erscheinen zu lassen, das von uns nicht akzeptiert werden kann. Wir halten niemand davor zuruck, nach Palästina zu gehen; die Auswanderung ist frei Wir können aber nicht erlauben, daß die Emigration durch eine Propaganda gegen das Sowjet-Regime gestützt wird, — Die Mitteilungen eines Emigrantenblattes über antisemitische Ausschreitungen gegen die neuen jüdischen Kolonisten in Rußland verwies Rakowski in das Reich der Fabel. Die Sowjet-Regierung schloß er, ist wachsam, und die geistige Verfassung der russischen Bauernschaft hat sich radikal geändert. Ir Wal Arbeiter Landes, mal sch י kritisiert *ethode man au! liehen l sind, so vermeid': Schaft,! ״Ration! geholter berechti und zu nicht ri Sache י Allerdin dauernd tischen fast ru: Diaspor kelt be gute o handelt! leiten, von ihr durch < Diaspo! Formu'1 lange c ist uns ihre M ganze Lahmle dem Z De sind in Kraft Es gib Wirtscl keine : wird. Zionis&elte Arbeit la Ulanen Das Zentralkomitee der Zionistischen Organisation Litauens feilt uns mit: Die zionistische Zentrale in Kowno veranstaltet an jedem Freitagabend im Saale der Bibliothek Abraham Mapu zionistische Versammlungen, bei denen Aussprachen und Diskussionen über zionistische und nationale Probleme stattfinden. Die letzten Abende hatten die Themen: Die Strömungen iw Zionismus, Der Revtsionirmus, Die Auswanderung aus Palästina, Die Teilnahme Englands am Aufbau Palästinas. Die Versammlungen erfreuen sich einer großen Beliebtheit und sind stets von einer großen Zuhörerschaft besucht. — Der Redakteur der ״Jiddisehen Stimme“, Herr Rubinstein, besuchte kürzlich auch Schkud und hielt eine Reihe von zionistischen Vorträgen. Bei dieser Gelegenheit wurde eine Ortsgruppe der Frauenorganisation Hadassah gegründet. Ebnmg Johann Kremenelzfcys Wien, 24. Januar. (J. T. A.) Das Präsidium des Keren Kajemeth in Oesterreich hat anläßlich des 25 jährigen Jubiläums des Naticmalfonds beschlossen, eine großzügige Ehrung tohanr Kremenetzkys, des ersten Drektors des Nationa'tonds, durchzu'üh en. Es wurde zu die em Zweck ein Ehrenkomitee gebildet, dem der Präsident der Landeskonimission des Keren Kajemeth, Adolf Böhm, der Präsident der Zionistischen Organisation Oesterrei-hs, Dr. Leo Goldhantmer, Dr. David Rotblum, Dr. Chaim Tartakower u. a. m. angehören. Das Ehrenkomitee beschloß, eine Keren Kajemeth-Marke mit dem Bilde Kremenetzkys herauszugeben und einen Kremenetzky-Hain in Palästina zu stiften. suchen daß di! im pal! was 11׳ sind n die gi stehcru stärker Wenn, tion«! fandwi sich b׳ haften Last, < gilt fi ganze gäbe 1 freiuns um A der K sierun: diese Wirtsc »an : man 1 das 1־ aber Intelle des F Zorn Vortrag von Felix Weltscli Kommenden Dienstag spricht in Berlin an einem Abend der B. Z. V. der Prager Philosoph und Zionist, Dr. Felix Weltsch (s. Ankündigung), Felix Weltsch, den man nun auch in Berlin kennen fernen wird, hat unter den Gestaltern der zionistischen Öff־׳ntflehen Meinung eine besondere Note. Sie ist einmal durch seine Herkunft als solche, zum anderen durch seine systematische Stellung in der philosophischen Wissenschaft, von der er eben kommt, bestimmt. Felix Weltsch war in der Wissenschaft schon zu einer hoben Reife und zu bemerkenswerten Leistungen gelangt, als er den Weg zum Zionismus fand. Und da er nun ganz in dessen Schicksalsgemeinschaft steht, ist seine Art an ihrem Leben teilzuhaben, die theore tische Besinnung, seine Art di« Leben mitzugestalten, die unbestechliche Verkündigung ihrer Ergebnisse. Die phi'osophische Haltung Felix Weltschs, erwachsen unter dem Einfluß der strengen Zucht und des hohen Ethos, welche die Prager philosophische Schule besonders von Marty und Ehrenfels, mittelbar von Brentano und Bolzano als Siegel aufgedrückt erhielt, trägt deutlich die Spuren dieses Einflusses: außerordentlich geschulte und hochgezüchtete fntellektualität, deren Aufgabe immer wieder Werterkenntnis, Unterscheidung von Gut und Böse ist. Was immer nur an verantwortlicher und ernster Denkarbeit geleistet wird, es mündet in Werterkenntnis. 1913 schreibt Felix Weltsch zusammen mit Max Brod ein Buch ״Anschauung und Begriff“ (Kurt Wolff, 3 M.), das sich rein erkenntnistheoretisch logischen Fragen zuwendet und zu Ihnen eine übrigens immer mehr beachtete Sonderstellung darlegt und begründet. Und 1923 erscheint ein zweites Buch, diesmal ohne Mitautor, dessen Titel nichts anderes ist als eine dem Eingeweihten sofort verständliche Uebersefzting des zur Uebersehrift jener ersten Schrift gewählten Begriffspaares ins Ethisch»Religiöse. ״Gnade und Freiheit“ heißt das bei uns noch viel zu wenig beachtete und in mehr als einer Hinsicht sehr beachtenswerte Buch (Kurt Wolff, 3 M.), Es nimmt das in ״Anschauung und Begriff“ in reia theoretischen Sphären verfolgte Spannungsverhältnis nun in wiederholten Anwendungen auf Ethik und Religion wieder auf als ״Freiheit und Notwendigkeit“, ״Leben und Einheit“, ״Vitalität und Geist" usw. Man sieht, hier geht Theorie, Klärung von Begriffen einher mit Erkenntnis vom Wert. Diese aber ist der Weg der Liebe zum Wert, jenen zu verwirklichen. Mit der Liebe zum Wert allein ist es nicht geschehen; es muß dieser in jedem Falle neu konkretisiert, lokalisiert, der Weg zu ihm schrittweise gangbar gemacht werden. Daher die hohe Funktion des Intellekts, der kritischen Prüfung von Sachverhalten, ihrer Zurßekführung auf immer klarere, zugänglichere, in ihrer Werthaftigkeit deutlichere Instanzen. Und das ist es, was Felix Weltsch nun mit den Erscheinungen des zionistischen Lebens soviel ich sehe, im Augenblicke öffentlich als Einziger tut. Und — auf den ersten Blick erstaunlich — befähigt ihn gerade diese theoretische, vom Geschehnis immer das Typische abziehende Haltung, eine zionistische aktuelle Wochenschrift so zu leiten, daß sie in Jeder Hinsicht zu dem besten gehört, was an zionistischen periodischen Ver- Öffentlichungen erscheint. Seine Aufsätze, die immer vom Anlaß zu einem festen und allgemeingültigen Wertzentrum gehen, erhalten dadurch eine innere Ruhe und Gleichmäßigkeit, die sie über den Anlaß hinaus und untereinander zu einem dauernden Ganzen wachsen läßt und ihnen ihre klare und schöne, häufig in aller Nüchternheit geradezu dichterische Sprache verleiht. Eine Anzahl davon ist jetzt mit Aufsätzen von Max Brod gemeinsam unter dem Titel ״Zionlsmus als Weltanschauung“ in Buchform (bei R. Faerber, MIhrisch-Osfrau, Preis 4 M.) erschienen, und so auch dem, der die ״Selbstwehr“ nicht liest, zugänglich gemacht — Zweifellos wird auch die angekfmdigfe philosophische ״Disputation“ über einige bedeutsame, unsere öffentliche Meinung mit Recht beschäftigende, weil für unsere Selbstbesinnung so wichtige Erscheinungen fruchtbar ver'aufen. Man wünschte, es wäre eine wirkliche Disputation mit Gegnern, der Felix Weltsch sicher gewachsen wäre und die nicht nur für die Gegner und Opponenten manches Neue und Unbekannte m bringen geeignet sein könnte. M. 5p. Von den )fldlschen Katakomben ln 80m Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Von den jüdischen Katakomben in Rom, auf die die Wissenschaft schon zu Anfang des 16. Jahrhunderts zum ersten Male aufmerksam wurde (Antonio Bosio, 1632, Roma sotteranea), von denen weitere dann Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt und über deren bedeutendste, die 1904 gefundene Katakombe von Monteverde, die Forschungen von Nicolaus Müller 1919 publiziert wurden, weiß man im allgemeinen in der Oeffentlichkeit recht wenig. Und doch ist die genaue Kenntnis dieser Grabstätten der Juden für die Forschung von rößter Bedeutung. Gerade sie geben durch die Art ihrer auweise, durch Sprache (fast aussehließü:h griechisch!) und Inhalt ihrer Inschriften wichtigste Aufschlüsse über Umfang, Schichtung, Sprache und Kultur des griechisch sprechenden Diasporajudentums in römischer Zeit, jenes ziemlich wenig erforschten Judentums, das eine große Kraft religiöser Propaganda der Umwelt gegenüber entfaltete (zahlreiche Grabsteine sprechen von Proselyten) und aus dem ja auch die Apostel des neuen, sich vom Judentum endgültig loslösenden Christentums entstammten. Auf diese Tatsachen wies Prof. Dr. Lietzmann Im ersten Teil seines Vortrags hin, den er im Rahmen der öffentliehen Montagsvorlesungen am 24. Januar in der Aula der Hochschule für d 1 e Wissenschaft des Judentums über obiges Thema hielt. — An Hand von Lichtbildern machte er dann einen Rundgang durch die neu entdeckte jüdtsehe Katakombe bei der Villa Torlonia, die auf seine Veranlassung gründlich untersucht, vermessen und —- als erste jüdische Katakombe! — in allen Einzelheiten photographiert wurde, besprach typische Inschriften, zeigte die architektani• sehen und malerisch-ornamentalen Ausschmückungen der Grabstatten — als Kuriosum: auch ein Hakenkreuz kommt als Schmuck vor — und vermittelte so einen ans״hauli:hen Eindruck von Art und Bedeutung dieser Ueberreste. Zum Schluß bezeichnet« der Redner es als Aufgabe des Judentums, Geldmittel für die notwendige Konservierung, Erfrischung und wissenschaftliche Publizlerung dieser Denkmäler zu beschaffen. Der Vortrag wurde mit viel Interesse und Beifall entgegengenommen. Dr, Alex Bein. H Oese! um d der s he.it! Förde führt« Be.gal Musik 25 Jai gegrü Stund Vergt grupp Meist w i ri p! k anläß reise habe! hat rin a־ Orth! Herv Instit wend Hebet jfidis! muß Kons Küns wegs Die eil . noch Musi wirk