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Jüdische Rundschau · 1927-01-18 · Heft 5 (18.1.1927) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 5 (18.1.1927)
Date
1927-01-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 35 Nr. 5 Unterstützung für Arbeitslose Von Georg Landauer, Jerusalem. Ls ist allmählich allgemein bekannt geworden — wenn juch noch nidit genügend ins Bewußtsein gedrungen daß wir Arbeitslosenunterstützungen aus/atilcn. Dies ist eine Tatsache, deren wir uns in verschiedener Hinsicht keineswegs zu schauten haben. Denn es gibt größere und gef es ti giere Staaten, die sich in heftigeren Wirtschaftskrisen befanden und befinden und gleichfalls nicht so schnell die die Arbeitslosigkeit beseitigende Besserung der Gcsamtwirl- Schaft herbeiführen konntet! und sich genötigt selten, Arbcitslosenunterstützungeu auszuzalilcn. Die Beträge, die vonuns dem Einzelnen gewährt werden, sind sogar so gering, daß man keinesfalls entwenden könnte, die öffentlichen Gelder würden bei uns im Vergleich zu anderen Staaten in reicherem Maße zu unproduktiven Zwecken ausgegeben: wöchentlich 25 Piaster für den Junggesellen, in Stufen steigend bis '50 Piaster für den Familienvater mit Kindern sind Sätze, von denen sicher ist, daß sie das Minimum kaum decken. (Uebrigens ist auch der Gesamtbetrag, der bisher verausgabt wurde, gering.) Sodann ist der Kreis der Unterstützungsempfänger begrenzt, und vielfache Prüfungen muß der überstellen, der schließlich einer Unterstützung in der erwähnten Höhe teilhaftig werden will. Endlich soll anerkannt werden, daß die Auszahlung der Arbeitslosen- Unterstützung auf beiden Seiten mit Unlust aufgenommen wird: die Beträge werden ungern angewiesen und ungern 3usgezahlt, und ungern werden sie empfangen. Der Wille, dieser Angelegenheit ein Ende zu bereiten, ist stark. Und die Anzeichen für die sonst in allen Ländern durch das Zahlungssystem entstehende Demoralisierung sind bei uns außerordentlich schwach. Es muß auch zugegeben werden, daß wir durch die Zahlung minimaler Beträge au völlig Erwerbslose ebensosehr einer elementaren Pflicht der Menschlichkeit genügen, die verlangt, daß den Hungernden Brot gereicht werde, wie auch einem sozialen Selbsterhaltungstrieb folgen, der verhütet, daß die destruktiven Kräfte des Hungers in unserer Jungen Wohnung Verheerung aurichten. Und trotz alleden! scheint es mir nötig, die Stimme der Kritik nicht verstummen zu lassen, und die Schwäche unserer Situation ZU beleuchten, daß gerade wir uns in der Lage befinden, Unterstützung auszuzalilcn, und daß dies schon vielfach als weiter nicht besonders bemerkenswert hiugenommctt wird. Noch als wir i!11 Anfang der Zahlungen standen, und deren Umfang viel geringer war als heute, schrieb die Arbeiterpresse Artikel zugunsten der Arbeitslosenunterstützung, und ein wesentliches Argument zur Wahrscheinlichmachung der Beweisgründe war der Vergleich: andere Länder zahlen sie mit Selbstverständlichkeit und wir müssen es ganz genau wie die anderen. Aber wir vergessen leicht, daß es sich bei anderen Völkern um andere Voraussetzungen und um andere Ziele handelt. Andere Völker haben als Ergebnis einer mehr als hundertjährigen Wirtschaftscntwicklung ein großes Proletariat, das als eine natürliche Klasse innerhalb der Schichtung der Bevölkerung amwsehen ist und mit dem gerechnet werden muß. ••Und diese1 Wirtschaftsentwicklung führt notwendigerweise immer wieder zu Wirtschaftskrisen und erzeugt Arbeitslosigkeit als eine natürliche Erscheinung. Die regelmäßige Arbeitslosenunterstützung ist das beruhigende Palliativ der bürgerliehen Wirtschaft und Verwaltung, um zu befürchtenden sozialen und politischen Unruhen zu begegnen. Und diese Unterstützung wird aus staatlichen Mitteln gewährt — eine berechtigte Besteuerung der Verdienenden zugunsten der außir Verdienst gesetzten Arbeiterschaft, Die Arbeitslosigkeit ist eine unvermeidliche Krankheit an diesem Organismus, und die Auszahlung der Unterstützung eben eines der Heilmittel. Anders aber liegen alle diese Dinge bei uns. Keineswegs haben wir eine Wirtschaft aufgebaut, die den Gesetzen der bürgerlichen Wirtschaft folgend uns nunmehr mit Notwendigkeit Krisen am Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit bescheren müßte. Das bereits Errichtete und Gefestigte ist überhaupt viel zu klein und viel zu wenig als organischer Bestandteil in der Landwirtschaft verwurzelt — vielleicht von den Pflanzungskolonien abgesehen, die nicht nur keine Arbcitslosigkeit gebracht haben oder bringen, sondern sogar als Reservoir zur Aufnahme städtischer Arbeitsloser gelten können —, als daß unsere Arbeitslosigkeit überhaupt als eine reguläre Erscheinung gelten kann. Weit davon entfernt, wirtschaftliche Erschütterungen als natürlich ansehen zu können, ist unsere Aufgabe, ein Wirtschaftsgebäude erst zu errichten und Menschen einem Produktionsprozeß erstmalig einzuvcrleiben. Die Erscheinung der Arbeitslosigkeit überhaupt entspricht nicht unserem konstruktiven Wollen und Handeln. Keineswegs können wir bereits mit unserer Arbeiterschaft als mit einem verelendeten Proletariat, das um Brot und Freiheit kämpft und mit Unterstützung abgefunden wird, rechnen. Und die Arbeiterschaft selber, die als Programm nicht die Bewaffnung der Arbeiterklasse zum Abwehrkampf, sondern den Aufbau einer arbeitenden Gesellschaft verkündet hat, muß in dem Arbeitslosenunterstützung empfangenden Chaluz eine Krankheitserscheinung sehen — nicht der krisenerzeugenden Landeswirtschaft, sondern unserer Aufbautätigkeit. Keine Erscheinung verdeutlicht so sehr wie unsere Arbeitslosigkeit und die Unterstützungen die besondere Stellung, die wir im Wirtschaftsleben dieses Landes einnehmen, und die Gefahren, die uns aus einer falschen Wirtschaftspolitik drohen. Denn auf zwei Säulen ruht unser Gebäude: Einwanderung upd Ansiedlung. Diese sind die Grundlagen unseres Fortschrittes, sie sind die Quellen unserer Verlegenheiten. Andere Völker haben Bevölkerungsüberscliuß und erkennen die Auswanderung als legitime Erscheinung an, wir sehen die Menschenarmut unseres Landes und rufen nach Einwanderung. Sind dort Arbeitslosigkeit und Emigration ein natürliches Paar, so erscheint Immigration und Arbeitslosigkeit als geradezu paradoxe Verbindung. Die gegenwärtige jüdische Arbeitslosigkeit in Palästina beweist, daß unsere Einwanderung zu übereilt oder unsere Ansiedlungstätigkcit zu gering war — oder beides. Die Auszahlung von Unterstützungen, d. h. die Not- Wendigkeit, Hilfsmittel anzuwenden, die anderswo zwangsläufig nicht mehr vermieden werden können, sollte uns als Lehre dienen. So handelt es sich bei uns nunmehr nicht einfach um den Abbau der Unterstützungen. Gewiß sind in jeder Hinsicht die gegenwärtigen Bemühungen, Unterstützung nicht einfach ״zu zahlen“, sondern sie als ״lohn“ für ein bis zwei Arbeitstage ungelernter Schwarzarbeit zu gewähren, anzuerkennen. Gewiß sind öffentliche Arbeiten im weitesten Umfang als zeitweilige Erwerbsmöglichkeit durchzuführen. Aber die Lehre dieser Zeit, die wirkliche Heilung unserer Leiden, die gesunde Fortführung unserer Arbeit verlangt energisch: planvollere Regulierung der Irnmigration - planvollere Beschleunigung und Verbreiterung der Kolonisation. Die Arbeitslosigkeit in Palästina Die Arbeitslosigkeit in Palästina, die!11 den Monaten September und Oktober ein wenig abgenommen hatte, ist in letzter Zeit wieder gestiegen, da sowohl infolge des Winters als auch infolge des Abschlusses einer Reihe von Arbeiten die Bescliäftigungsmöglichkciten wieder geringer geworden sind. So betrug die Zahl der Arbeitslosen in Tel-Awiw Haifa Jerusalem Insgesamt im September 2820 1120 340 3280 im Oktober 2710 790 510 4010 im November 3150 1200 770 5120 Auch in Tiberias und i!1 den Kolonien hat die Arbeitslosigkeit zugenommen. Die Zahl der Arbeitslosen" allein in Petach Tikwah wird auf ungefähr 800 geschätzt. Insgesamt wird die Zahl der Arbeitslosen per Ende November mit über 6000 angenommen. (Ziko.) Streik in der Mazzothlabrik in Haifa In der Mazzothfabrik der Grands Aloulins de Palestine in Haifa ist infolge Nichtbewilligung der von den Arbeitern geforderten Lohnerhöhungen ein Streik ausgebrochen. Die Arbeiter, gegen 75 an der Zahl, verlangten eine Erhöhung des Tagelohns für Arbeiterinnen von 15 auf 20, der Arbeiter von 25 auf 30 und der Facharbeiter von 30 auf 40 Piaster. Die Leitung der Mazzothfabrik bewilligte nur eine Erhöhung des Tageiohns der Arbeiterinnen von 15 auf 17,5 und der einfacher! Arbeiter von 25 auf 27,5 Piaster. Die Arbeiter erklärten, daß sie bereit seien, von der Forderung eines Tagelohnes für Facharbeiter von 40 auf 32,5 Piaster herunterzugehen, jedoch an der Forderung eines Tagelohnes von 20 Piaster für Arbeiterinnen und 39 Piaster für einfache Arbeiter ultimativ festhaltcn. Die Leitung der Mühlen hat daraufhin den Betriebsleiter beauftragt, die Arbeit in der Fabrik cinzustelleii. (Die bisher dort in der diesjährigen Saison hergestellten Mazzoth waren nur für Export bestimmt. Mit dem Backen der Ma/./oth für den Laudeskonsiim soll erst in ungefähr sechs Wochen begonnen werden.) Vom Jafiacr Orangenmarkt Das ״Commercial Bulletin“ berichtet: Ende November wurden über 200 000 Kisten mit Orangen aus Jaffa exportiert. Die Vereinigten Prince, Ellermau und Moß-Dampfer berechnen 2/0 pro Kiste als Fracht nach den Häfen Großbritanniens, während die Konkurrenzlinie Jaffa-Union mit 2/2 pro Kiste abgeschlossen hat.. Die Orangenpreisc auf den britischen Märkten sind befriedigend. Me erstklassigen 144er Kisten wurden am 6. Dezember in Liverpool mit 17 bis 18 6 verkauft. 210 bis 250er Orangen erzielten 15 bis 17/0 pro Kiste. In London erzielte man 15 bis 17 Shilling für die besten und 14 bis 15 für sehr große Früchte, ln Manchester wurden für 144er Kisten 17 Shilling erzielt. (Infolge der großen Frostschäden in Spanien und der dadurch verursachten Verzögerung der Reife der dortigen Orangen wird ein weiteres Anziehen der Preise für Jaffaorangen erwartet.) Rcgenmangel in Südpalästiaa Während in Nordpalästina durch die zahlreichen Regenfälle in der ersten Hälfte [Dezember die im Oktober und November herrschende Trockenheit behoben wurde, hält die Trockenheit in! südlichen Teile Palästinas weiter an. Der Mangel an Wasser macht sich überall stark bemerkbar. So mußten in Hebron schon Wasserkarten ausgegeben werden. Das Hospital in Hebron wird, falls der Regen auch weiterhin ausbleibt, wegen Wassermangel geschlossen werden müssen. (Ziko.) Für eine Gesamiorganisation des deutschen Judentums In Altona wurde am 9. Januar eine Konferenz von Vertretern der jüdischen Gemeinden der Hansastädtc und Nordwestdeutschlands abgehalten, in der nach einem Referat des Herrn Dr. Ismar Freund über den Stand der Gesamtorganisation der deutschen Juden die folgende Ent- Schließung angenommen wurde: ״Nachdem durch die einstimmige Ablehnung des geplanten Dachverbaudes der jüdischen Landesverbände durch den preußischen Landesverbandstag der Weg zum Reichsverbände über die Landesverbände versperrt worden ist, halten es die anwesenden Gemeindevertreter für notwendig, die am 23. Januar 1921 auf dem 15. Deutsch-Israelitischen Gemeindetage beschlossene Gesamtorganisation des deutschen Judentums mit großer Beschleunigung zur Verwirklichung zu bringen.“ Im Verlauf der Tagung wurde auch die Frage der Begründung einer Arbeitsgemeinschaft der nordwestdeutschen Gemeinden und Gemelndeverbände besprochen und eine vorbereitende Kommission eingesetzt. Plälzer mtd Bayrischer Gemeindeverband Der Verband der Israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz veröffentlicht folgende Erklärung: ״Nach Mitteilungen der Presse sind Bestrebungen im Gange, den Verband der Israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz mit dem bayerischen Landesverband zu vereinigen. Hierzu erklären wir: Der Verband der Israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz wurde am 18. März 1927 gegründet Drei Jahre später, am 21. April 1920, erfolgte die Gründung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Noch im leichen Jahre, nämlich am 19. September 1920, beschloß er Pfälzer Verband den Beitritt zum bayerischen Verband und gehört ihm seit dieser Zeit als Mitglied an. Eine völlige Verschmelzung der Verbände mit der Folge der Auflösung des Pfälzer Verbandes ist in keiner Weise beabsichtigt.“ Der Münchener Studenienkrieg Dem Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde München wird mitgeteilt: ״ln Sachen der Beteiligung der jüdischen Studentenverbindungen an den Feiern der Münchener Universität hat der von uns beklagte Zustand, wie er sich bei der Jahrhundertfeier bemerkbar machte, nunmehr eine Veränderung erfahren. Auf die Vorstellung des Rektors hat der Korporationsausschuß beschlossen, daß angesichts der fortbestehenden Schwierigkeiten in der Frage des offiziellen Auf• tretens der Verbindungen bei Universitätsfesten bis auf weiteres vom Chargieren abgesehen werden solle und der Korporationausschuß aufzulösen sei. Damit ist die Gleichberechtigung aller Studenten auf dem akademischen Boden der Universität hergestcllt.“ . Mit dieser Art ״Glcichbcrechtigung“ sich ziiirieden zu ״eben, beweist ein gutes Maß Genügsatukeit. Meine Nachrichten Uk de! ״Haarez“ berichtet, ist Josua Qordon, der Vizeleiter des Immigrations-Departements der Zionistischen Palästina-Exekutive, von seinem Amte zurückgetreten und hat einen Posten bei der Rutcnberg-Gescilschaft angcnonnnen. Der Leiter der Tcl-Awiw er Polizei, Ha Ipern, hat laut dem ״Haarez“ sein Demissionsgesuch überreicht. (Ziko.) In Amman, der Hauptstadt von Transjordanien, versuchte ein schwerbewaffneter Bandit in das Haus des Stell- Vertreters des britischen Repräsentanten in Trans- Jordanien einzudringen. Es gelang, ihn festzunehmen. Der Direktor des Argo- Joint in Rußland, Dr. Joseph Rosen , ist von seiner Amerika-Reise nach Moskau zurückgekchrt. , In_ London starb im Alter von 50 Jahren der jüdische Novellist und Dramatiker Samuel Gordon. Oordon ist in Deutschland geboren, kam als zwölfjähriger Knabe mit seinen Eltern nach England. Sein Vater, der verstorbene Rev. A. E. Gordon, war viele Jahre hindurch Prediger an der Großen Synagoge zu London. Von Gordons Werken sind zu nennen: ״Daughters of Shem“ (Töchter des Schern), ״Sons of tlic Covenant" (Söhne des Bundes), ״Strangers at the Gate“ (Fremde am Tore). In Bukarest verstarb 1111 Alter von 92 Jahren Abraham Enianuel Gaster, der Vater des Londoner Chachams, Dr. Gastcr. Dank den Bemühungen des Zionistischen Immigrationsamtes in Jaffa werden jetzt dort jüdische Hafen-Lastträger mit einem Tageslohn von 25 Piastern (5 M.) beschäftigt werden. Arabisch sprechende jüdische Arbeiter, die körperlich geeignet und mit den Hafenverhältnissen vertraut sind, werden vom jüdischen Arbeiterrat von Jaffa beigestellt werden. In den nächsten Wochen sollen die Bauarbeiten an dem eigenen Gcshäftshause der APC. in Tel-Awiw auf dem ihr gehörigen großen Platz im Ausmaß von 1,25 Dutiam in Angriff genommen werden. Das zweistöckige Gebäude wird nach den Plänen des Architekten-Büros Berlin und Pacowski aus Eisenbeton und Silikatriegein erbaut werden. (Ziko.) Am 23. Dezember fand in Tcl-Awiw die feierliche Grundsteinlegung zu einem eigenen Hause für das palästinensische Theater-Studio (die unter Leitung von Onessin stehende Truppe) statt. (Ziko). Die ״Palestine Tobacco Corporation“ in New York City (eine Gründung des Hauses Lubliner), die in Amerika eine große Fabrik zur Verarbeitung palästinensischer Tabake unterhält, hat jetzt ein neues Produkt, die ״Baifour-Zigar e 11 e“, eingeführt. Unter der Redaktion von Dr. S. Eise 11 stadt beginnt im Januar in Jerusalem eine juristische Monatsschrift ״Hain i s c 11 p a t h“ (Das Recht) zu erscheinen. Zahlreiche führende jüdische Juristen in und außerhalb Palästinas haben ihre Mitarbeit zugesagt. Der Abonnementspreis beträgt außer* halb Palästinas halbjährlich 3 Dollar. (Ziko.) Zu den zahlreichen Sprachen, in denen der Jüdische Nationalfonds sein Golden Buch-Flugblatt in Jerusalem veröffentlicht hat, kommt jetzt die arabische hinzu. Diese Ausgabe ist für die arabisch sprechenden Juden im Orient bestimmt und in hebräischen Buchstaben gedruckt. In den Keren Hajessod Moschwe-Owdim Merchawia und Djedda im Emek Jesreel hat der Jüdische Nationalfonds mit Brunnenbohrungen als erster Maßnahme zur Wasser- Versorgung dieser Siedlungen begonnen. Eine Chaluz- Gruppe aus Jugoslavien wird in Djedda angesiedelt. Mit Zunahme der Bevölkerung und des Lokalverbrauchs wird naturgemäß der Tomatenexport aus Palästina von Jahr zu Jahr immer geringer. Er betrug im Jahre 1923 164 Tonnen tür £F: 1560, 1923 129 Tonnen für XL 747, 1921 87 Tonnen für £E 1081 und 1923 14 Tonnen für £E 189. Die Weizen Produktion in Palästina betrug int Jahre 1921: 72 885 Tonnen, 1922: 87146 Tonnen, 1923: SC 457 Tonnen, und 1925: 101078 Tonnen. Der Warschauer Magistrat hat in seiner letzten Sitzung 300 000 Zloty für Vollendung des Baues der Anstalt für heimatlose, kranke Juden und 300000 Zloty für den Bau eines Erziehungsheimes für jüdische Findlinge bewilligt. Die von der Hebräischen Universität und der jüdischpalästinensischen Forschungsgesellschaft unternommene Freilejzung der historischen ״dritten Mauer“ von Jeru- Salem, die unter der Leitung von Dr. Sukenik vor sich ging, ist nun zu Ende geführt worden. Dabei wurde eine Fort- Setzung der dritten Mauer gegen Süden entdeckt. Zwischen zwei Türmen, gegenüber dem Grabe der Königin Helena, ist ein Torweg freigelegt worden. Das Tor wird von Josephus in seinem ״jüdischen Krieg“ erwähnt. Die Jerusalemer Bibliothek erhielt von der zentralen Regierungsbücherkammer in Moskau eine große Sammlung von wissenschaftlichen russischen Zeitschriften, die während der letzten Jahre erschienen sind. Insgesamt enthielt die Sendung 599 verschiedene Zeitschriften aus allen Gebieten des Wissens, insbesondere aus dem Gebiete des Bibliothekwesens, der Erziehung, des Rechts, der Arzneikunde, der Handelswissen■ schaft und des Ackerbaues. Die Bücherkammer teilte der Bibliothek mit, daß sie diese Zeitschriften nunmehr regelmäßig weitererlialten wird. Entsprechend dem Beschluß der Tagung der Landes- Versammlung der jüdischen Gemeinden in Preußen soll eine Kommission zum Schutz der jüdischen Altertümer Preußens eingesetzt werden. Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur. Da* vom Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur herausgegebene Jahrbuch, das jetzt zum 27. Male er* scheint (Verlag M. Poppelauer, Berlin C2, Preis 3,50 M.), bietet wiederum eine Fülle von lesenswerten und belehrenden Artikeln. Den Eingang bildet wie üblich das Kalendarium für das Jahr 5637. Darauf erfolgt der Rückblick auf das abgelaufene Jahr 56S6 von J. Et bogen. Von besonderem Interesse ist der Aufsatz von M. Golde über die berühmte illustrierte Bibel des Herzogs von Alba, die auf Veranlassung des Ordensgenerals von Calatrava durch Rabbi Mose de Arragei übersetzt und erklärt wurde. A. S. Horodezky bringt eine begeisterte Würdigung des S o h a r. Das Kultur- Problem in der jüdischen Geschichte behandelt Dr. F. Perle s. Von einigen interessanten Persönlichkeiten des jüdischen Lebens handeln die Aufsätze von M. Grunwald über den hervorragenden russisch-jüdischen Bildhauer Autokolski und Jessie Kurrein über ihren Vater Louis Loewc, den Begleiter des Sir Moses Montefiore auf seinen Reisen nach Damaskus und Palästina und dem langjährige״ Berater dieses unvergeßlichen Philanthropen. J. Kas t a n setzt seine anregenden und anschaulichen Erinnerungen fort, die uns nach dem aufstrebenden Berlin von 1860 führen. Georg Hermann beschließt die Reihe mit einer Erinnerung an den ersten Jom Kippur, den er als Vierjähriger bewußt erlebte. — Das Buch zeichnet sich durch Illustrationen und durch besseres Papier vorteilhaft vor seinen Vorgängen! aus.

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