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Jüdische Rundschau · 1927-01-04 · Heft 1 (4.1.1927) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXII (1927)
Issue
Heft 1 (4.1.1927)
Date
1927-01-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 1 Die Konferenz der Revisionisten Paris, 28. Dezember. (J. T. A.) Nach Eröffnung »kr zweiten Konferenz der Zionisten-Revisionisten durch Wladimir Temkin hielt Jabotinsky, von Delegierten und Gästen stürmisch begrüßt, ein politisches Referat. Jabotinsky beginnt seine Rede in französischer Sprache und setzt dann deutsch fort: Zur Zeit unserer ersten Konferenz herrschte in der zionistisehen Bewegung eine optimistische Applausstimmung, heute ist die Atmosphäre von starkem Pessimismus getrübt; dies sind die Kennzeichen einer planlosen Politik. Die zionistischen Führer erklären, es gäbe keinen freien Boden in Palästina, man verzichtet auf das Ziel der jüdischen Mehrheit im Lande (? Red.), man will in Palästina ein neues Ghetto schaffen, die Idee des Judenstaates gerät in Vergessenheit Nicht das jüdische Volk soll man des Mangels an Opferwillen und an Fähigkeit beschuldigen; das Volk hat mehr als genug getan. In sechs Jahren ist der jüdische Bodenbesitz verdreifacht worden, eine schöne Industrie ist entstanden, tO Millionen ägypt Pfund brachten die Juden nach Palästina. Wenn es trotzdem mißlingt, so ist die Methode schuldig, besser: das Fehlen einer Methode. Das englische Regime in Palästina ist nicht ein Kolonisationsregime, das Platz für neue lmmigration schaffen könnte. Der Bodenbesitz muß vergrößert werden. Das kann man nicht durch Panikkäufe erreichen, sondern nur durch eine staatliche Bodenpolitik. England hat bis heute noch keine Bodenvermessung durchgeführt. Auch die Industrie wird von der Regierung nicht gefördert, die Regierungsorgane erschwerten überall ihre Entwicklung durch eine ganz verfehlte Bahntarif- und Zollpolitik. Die höhere Beamtenschaft wird judenrein gemacht. Das Land ist schützlos. Die Polizei besteht aus 300 Juden und 1009 Arabern. Die Grenzgendarmeric, der 700 Araber und kaum 10 Juden angehören, ist in Transjordanien stationiert. Weizmann hat in Amerika erklärt, die Lage sei befriedigend. ״Herr Prä- *ident Weizman 11,״ sagte Jabotinsky, ״ich muß Ihrer Behauptung ein formelles Dementi entgegen■ setzen.“ Es muß, schloß Jabotinsky, im politischen Regime eine radikale Aenderung Platz greifen. Ohne Agrarreform, eine systematische Pflege von Industrie und Landwirtschaft, ist eine Neukolonisation ausgeschlossen. Das Verhandeln mit den Ministern darf nicht die Form des altmodischen ״Schtadlonuth“ annehmen, wir müssen mit England als gleichberechtigter Kompagnon verhandeln, denn der Nutzen ist ein beiderseitiger. Wir müssen zur öffentlichen Meinung in England und in der ganzen Welt sprechen. Der jetzige Pessimismus Ist übertrieben; wir wollen aktiv an die Arbeit heran. Das jüdische Volk kennt seine Pflichten, die Zukunft birgt Hoffnungen. M. Grossmann umriß die drei Hauptprobleme der revisionistischen Politik: 1. Pflege der äußeren Beziehungen, 2. staatskolonisatorische Arbeit in Palästina, 3. Vorbereitung zur Uebernahme der Leitung in der zionistischen Bewegung. * 1. Die Beziehungen zur Außenwelt basieren auf systematischer und zweckmäßiger Propaganda und Information. Es ist darum nicht ratsam, die Institutionen der Zionistischen Exekutive allzu scharf zu kritisieren und auf diese Weise zu diskreditieren. Hervorzukehren sind die positiven Ziele des Revisionismus. Schon jetzt leisten die Revisionisten positive Arbeit in der revisionistischen Politik. Die Schaffung eines Komitees englischer Parlamentarier für Palästina ist der Initiative und der Arbeit der Revisionisten zu verdanken. 2. Es bestehen gegenwärtig in Palästina drei Regierungen: die Paläsfinaregierung, die man gut eine arabische Regierung nennen könnte, die Zionistische Exekutive und die Arbeiter- Organisation. Charakteristisch für die Arbeit in Palästina ist der Umstand, daß die Juden die von der Regierung zu tragenden finanziellen Lasten auf sich nehmen. Erziehung, öffent- Rehes Gesundheitswesen, öffentliche Arbeiten usw. — alle diese Lasten tragen die Juden in einem weit höheren Maße als es die Regierung tut, gleichzeitig leisten die Juden den weitaus größten Teil der Landessteuem. Der Ertrag dieser Steuern wird aber nicht, wie es in allen Ländern der Fall ist, zugunsten der Steuerzahler, sondern zugunsten der Araber verwendet So gibt die Regierung für das allgemeine Erziehungswesen £ 100000, die Juden £ 90000, aus; für öffentliches Gesundheitswesen gibt die Regierung £ 83000, die Juden leisten £ 145 000. Das jüdische Budget in Palästina erreicht jährlich eine Summe von £ 700000, die schon fast dem Budget der Palästinaregierung gleichkommt. Die Juden genießen lange nicht die Rechte, die ihren Leistungen entsprechen. Diese Abnormität müsse abgeschafft werden. Die jüdische Bevölkerung, die ein Sechstel der Gesatnfbevölkerung ausmacht, leistet ebensoviel wie die Regierung. 3. Die jüdischen Massen erwarten von den Revisionisten ein positives, praktisch durchführbares Programm. Sie wollen nicht nur Kritik hören, sondern auch konkrete Maßnahmen wahrnehmen. Ein solches positives Programm zu schaffen, muß die Aufgabe dieser Konferenz sein. Man muß sich bereithaltcn, die Leitung der zionistischen Bewegung zu übernehmen. Am zweiten Sitzungstag setzte Herr M. Grossmann sein Referat fort, an das sich eine rege Diskussion schloß. indischer Boybefl der hanlzlpalwahlen? Wegen der antijüdischen Wahlvorbereitungen Jahreskonlerenz der holländischen Zionisten Amsterdam, 28. Dez. (J.T. A.) Die holländische Zionistische Organisation hielt in Dordrecht ihre 27. Jahres- Versammlung ab. Der Präsident Dr. A. van Raalte, der den Vorsitz führte, stellte fest, daß nach einer Rückgangsperiode die zionistische Arbeit im Lande_ einen neuen Impuls bekommen hat. Felix Rosenblüth, Mitglied der Weltexekutive, berichtete über die gegenwärtige Lage der zionistischen Bewegung und stellte fest, daß für die jüdische Arbeit in Palästina die Möglichkeit einer freien Entwicklung besteht unter der tätigen Unterstützung der Mandatsmacht. Während aber das Augenmerk der Mandatsregierung auf den allgemeinen Fortschritt im Lande gerichtet ist, müssen die Zionisten fordern, daß dem jüdischen Werk eine stärkere Unterstützung zuteil werde. — Die Konferenz wählte Herrn Dr. A. van Raalte wieder zum Präsidenten der holländischen Zionistischen Organisation. Die jüdische Presse Palästinas nimmt scharf gegen die Regierung Stellung, deren Verhalten bei Vorbereitung der Wahlen unverkennbar auf eine schwere Bewachteiligung der jüdischen Wähler hinauslaufe. So findet der ״Haare z“ vom 19. 12. die Ansicht verstandlieh, daß es unter diesen Bedingungen für die Juden kaum zweckmäßig ist, sich an den allgemeinen Wahlen zu beteiligen und damit die offenkundige Absicht zu unterstützen, die politische und tatsächliche Bedeutung des jüdischen Jischuw im Lande herabzumindern. Unter den neueren Maßnahmen der Regierung, die heftig kritisiert werden, stehen an erster Stelle die Wahlkreiseinteilung in Jerusalem und die Annullierung des Wahlrechtes der Einwohner von Tel-Awiw bei den Wahlen in Jaffa. In Jerusalem hat der Bezirksgouverneur die Grenzen des städtischen Wahlkreises so festgesetzt, daß sie gerade bis an die Häuser der jüdischen Siedlungen Talpioth und Bcth-Hakerem reichen, diese selbst aber aus dem Wahlkreis ausgeschlossen sind. Ist das nicht, schreibt ״Haarez“, eine ausgesprochene und klare ״Wahlgeographi e“, die einzig nach den Wünschen der arabischen Notabein aufgcstellt ist und nur bezweckt, den Juden soweit als möglich das Wahlrecht zu rauben? Ueber die Verordnung des High Commissioners, die den § 11 des Tcl-Awiwer Grundgesetzes aufhebt und dadurch den Einwohnern Tel-Awiws das Recht nimmt, sich an den Wahlen zur Stadtverwaltung in Jaffa zu beteiligen, hat unser Korrespondent in der vorigen Nummer der ״J. R.״ ausführlich berichtet. In weiten Kreisen der Bevölkerung herrscht Empörung über diesen Beschluß. Der ״Dawar“ vom 21. 12. schreibt über die Lage ln Jerusalem, daß die Wahlrechtsberaubung dort so klar zutage liege, daß die Regierung sich kaum die Müh« gebe, sie zu verschleiern. Gegenüber der Forderung der jüdischen Vertreter, die jüdischen Villenviertel Talpioth und Beth-Hakerem, die in dauernden, unmittelbaren Beziehungen zu Jerusalem stehen, in den städtischen Wahlkreis Jerusalem einzubeziehen, hat man gedroht, auch die arabischen Dörfer (?) in der Nähe von Jerusalem in den Wahlbezirk einzubeziehen, obwohl diese Dörfer weder administrative noch munizipal-wirtschaftliche Beziehung zu Jerusalem haben. Schließlich hat man die jüdischen Delegierte* wissen lassen, daß die Verordnung über die Wahlkreisein• teilung aus dem Büro des High Commissioner stamme und ein Einspruch gegen sie daher zwecklos wäre. So gewinnt immer mehr die Ansicht Raum, daß es untersagt sein sollte, durch Teilnahme auch nur einer kleinen Anzahl von Juden an den Wahlen dieser ״F1 k - tion“ legalen Charakter zu verleihen- Der Waad Leumi gegen den Boykott Wie der Ziko aus Jerusalem telegraphiert wird, behandelte der Waad Leumi auf einer Sitzung den von den Revisionisten eingebrachten Antrag, die für März in Palästina anberaumten Stadtratswahlen zu boykottieren, da die Regierung alle von jüdischer Seite eingebrachten Vorschlage für Verbesserung des Wahlgesetzes abgelehnt hat. Der Waad Leumi beschloß, den Antrag der Revisionisten auf Boykottierung der Stadtratswahien abzulehnen, dagegen die jüdischen Forderungen neuerlich der Regierung zu unterbreiten. Oie Konzession znr Ausbeutung des Tetra Meeres Wie der ״Dava t“ berichtet, haben bisher mehrere Gesellschatten um die Erlaubnis angesucht, am Toten Meer Probeforschungen betreffs der dort zu gewinnenden Naturschätze vornehmen zu dürfen, um dann über die Bewerbung um die Konzession zur Ausbeutung dieser Schätze endgültig zu beschließen. Die jüdische Gesellschaft, die sich mit dieser Frage befaßt, hat vor kurzem ihre Vorstudien abgeschlossen, die etwa ein Jahr gedauert haben. Die chemischen Untersuchungen wurden vom Chemischen Laboratorium der Jerusalemer Universität und auch von anderen Sachverständigen vorgenommen. Auch eine australische Gesellschaft hat Studienforschungen vorgenommen, die, wie auf Anfrage erklärt, das Colonial Office befasse steh jetzt mit Untersuchung der Anträge für Erteilung der Konzession zur Ausbeutung der mineralischen Schätze des Toten Meeres. Die Wahlen znr Hlstadrath-Konlerenz Wie der Ziko aus Palästina telegraphiert wird, fanden dort diese Woche die Wahlen zur III. Konferenz der Allgemeinen Organisation der jüdischen Arbeiterschaft (Histadruth) statt. (Ke II. Konferenz fand Anfang 1923 statt.) Es erhielten die Liste der Achduth Haawodah 8500 Stimmen, die des Hapoel-Hazair 4300, die vereinigten linken Gruppen 3000 und die Revisionisten 200 Stimmen. Zn Oppenheimers Kritik der ״Großen Kwuzali“ Im ״Dawar“ vom 20. Dezember erwidert Lewkowitz, der Leiter der ״Großen Kwuzah" En-Charod, ausführlich auf das Gutachten von Prof. Oppenheimer. Er konstatiert ebenso wie die Verfasser der früheren Antworten aut das Outachten, daß , Oppenheimer nicht ein Wort gesagt hat, das nicht schon früher von anderen, Marxisten und Nichtmarxisten, gesagt worden und das den Leuten von E!1-Charod nicht selbst schon gut genug bekannt wäre. Den einzelnen Beweisen Prof. Oppenheimers stellt Lewkowitz bestimmte Gegenbehauptungen gegenüber. Vor allem wendet er sich gegen die Schlüsse, die Oppenheimer aus dem zieht, was er während eines zweistündigen Besuches in En-Charod gesehen hat. ״Wenn Prof. Oppenheimer ein Jahr zuvor gekommen wäre, würde er die Fläche von 70 Dunam, deren Vernaehlässi - g u n g er jetzt als Beweis für seine These anführt, nicht 70, sondern nahe an 200 Dunam groß gefunden haben, ja vor zwei Jahren noch mehr als 400 Dunara groß. Wenn er jetzt käme, würde er auch diese 70 Dunam gepflügt vorfinden.... So wenig wir sonst von Ordnung, Methode und Verwaltung verstehen mögen, so verstehen wir doch noch, Steine aus den Feldern zu entfernen. Während der fünf Jahre, die wir hier wohnen, haben wir mehr als 5000 Dunam Bodenfläche entsteint. Es ist nicht unsere Schuld, daß sich Prot. Oppenheimer für seinen Besuch gerade dieses Jahr und nicht das kommende ausgesucht hat.... Was die Ernährung der Kühe und Maultiere angeht, so kann man über diese Frage — die Frage der Milch- Wirtschaft im Lande überhaupt — nur sehr vorsichtig urteilen. Die Kühe in den großen Kwuzoth erhalten kein Gramm Futter mehr als in den übrigen einzelnen Privatwirtschaften des Landes. Im Lande besteht für das Futterquantum pro Tag und Kopf eine Norm, die allgemein anerkannt ist und in direktem Verhältnis zur Milchergiebigkeit des betreffenden Tieres steht, eine Norm, die von allen Rassetierhaltern in den Kwuzoth und bei den Bauern befolgt wird.... Die Rechnung, die Prot. Oppenheimer aut Qrund der 100 Kühe des En- Charoder Stalles aufmachte, stimmt überdies schon deshalb nicht, weil dort nur 46 Rassekühe standen.... Das Problem der Milchwirtschaft, die unter den besonderen Verhältnissen Palä* stinas bei sehr viel größeren Ausgaben und ebensoviel höheren Einnahmen als in Europa doch nicht den Minimalüberschuß erreicht, der in Europa erzielt wird, besteht in dieser Form nicht nur für die große Kwuzali, sondern für alle Wirtschaftsformen in Palästina.... Prot. Oppenheimer hat in den Kwuzoth ״Friedhöfe von Maschinen“ gesehen, deren Zerstörung seiner Ansicht nach durch Ueberalung und Unkenntnis des Bedienungspersonals verursacht worden ist. Es mag sein, daß auf den Touristen, der zu kurzem Besuch nach En-Charod kommt, der große Haufen einzelner Maschinenteile, der dort lagert, einen schlechten Eindruck macht, aber En- Charod hat dieses Material vor vier Jahren in diesem Zustande aus Heeresbeständen erworben, und es leistet ihm noch heute gute Dienste bei Maschinenreparaturen jeder Art und hat ihm schon Hunderte von Pfunden erspart. Der schlechte und verwahrloste Zustand der Bauten in En-Charod ist nicht auf das Konto der dortigen Siedler zu setzen. Genügt die bittere Wahrheit nicht, daß alle Baulichkeiten von En-Charod bei der Uebernahme in halbzerstörton Zustand waren und nur durch dauernd wiederholte Ausbesserungen brauchbar blieben! Diese Bauten waren eine Hinterlassenschaft der Araber, die früher hier gewohnt habe», und sie werden solange benutzt werden, bis die neuen Bauten in Kumi fertiggestellt sind.“ Der Verfasser bedauert sehr, daß Prof. Oppenheimer zum Teil voreingenommen, zum Teil falsch oder ungenügend informiert an die Beurteilung dieser Dinge herangetreten ist. Nachdem er selbst sich kaum persönlich von der Wahrheit dieser Fakta überzeugen kann, schlägt der Verfasser vor, daß eine unparteiische Untersuchungskommission die von ihm vor■ gebrachten Angaben nachprüfen soll Amelforationsarbciien ln der Kischon- Ebene Jerusalem, 15. Dezember. (P.C.) Der K.K.L. hat die Vornahme der Ameliorationsarbeiten in Angriff genommen, die auf seine Böden in der oberen Kischon-Ebene erforderlich sind. Es handelt sich um die Böden von Kneifes, Jebatta, Vrankany, Tel-Tera und Tel-Schamatn, rund 43 000 Dunam am Oberlauf des Kischon südlich und südöstlich von Nahalal. Die Arbeiten dürften etwa 80 bis 100 Arbeiter etwa acht Wochen lang beschäftigen. Sie erreichen einen Gesamtwert von rund £E 14 500; davon £E 7000 für Materialien, £E 5000 für Löhne und den Rest für Ausarbeitung der Pläne und Kostenvorschläge, technische Beaufsichtigung, provisorische Anlagen zum Schutze der Gesundheit der beschäftigten Arbeiter usw. Die Arbeiten werden nach einem neuen System durchgeführt. Die Regulierung des oberen Kischonbettes wird durch Ansammlung des überschüssigen Wassers in Sammelbecken erzielt, aus denen das Wasser durch Syphonleitungen abgeleitet und zum größten Teil für den Bedarf der umliegenden Wirtschaften verwendet werden wird. Für die Vergebung der Arbeit wurde eine Ausschreibung unter einer beschränkten Anzahl qua'i'tzicrter Unternehmer durchgeführt. Den Zuschlag erhielt der Solef-Boneh, dessen Offerte mit £E ■1870 das gü n ־ stigste war. Vom palästinensischen Orangenhandel Bis zum 6. Dezember wurden von Palästina 2S0 003 Kisten Orangen nach England verschifft. Da auch eine gewisse Zahl von Kisten über Aegypten versandt wurde, worüber es keine genaue Statistik gibt, und ebenso auch nach Hamburg, so ist mit einer Gesamt-Exportzahl von 300000 Kisten zu rechnen. Der ,,Haare 1“ vom 2. Dezember berichtet über ein Referat, das Dr. Weinberg, der Leiter der Pardes-Gesellschaff, in der Gesellschaft der Agronomen über den palästinensischen Orangenhandcl gehalten hat. Die vorgekommenen Mißerfolge in der Orangenwirtschaft schreibt Dr. Weinberg der Unkenntnis der kommerziellen Bedingungen zu. Die Produzenten müßten sich viel sorgfäl'igerc Informationen darüber verschaffen. Der innere Handel erreicht heute eine Höhe von ungefähr £E 500 000 bis 600 000. Es tritt nur ein kleiner Bruchteil der Orangenpftanzer in direkte Beziehung zu den ausländischen Käufern, da die Ernte ,größtenteils noch auf dem Baume an Großhändler verkauft zu werden pflegt. Die in den letzten Jahren erzielten Preise für Orangen waren recht hoch. Der Bruttoerlös für den Ertrag eines Dunam beläuft sich in diesem Jahre auf £E 50 bis 60, in manchen Fällen erreicht er sogar £E 75, Die Höhe dieser Summe wird einem klar, wenn man bedenkt, daß man noch vor fünf Jahren einen Dunam fertiger Orangengärten für £E75 erstehen konnte. Die Preissteigerungen sind zum großen Teil der Erweiterungdes Marktes für die Palästinaorangen zu verdanken. Man müsse für weitere Ausdehnung des Marktes Vorsorge treffen. In Skandinavien, Holland und Belgien z. B. kenne man die Jaffaorange nicht, und die dortigen Importeure von spanischen Orangen scheuen sich vor neuen Versuchen. Da die Anbaufläche für Orangen in Palästina ständig steigt — es sind im letzten Jahr nach vorsichtiger Schätzung mindestens 7000 Dunam mit Orangen bepflanzt worden — sö kommt dieser Frage große Bedeutung zu. Man müsse aber vor allem dafür sorgen, daß die einmal erzielte Qualität der exportierten Paiäsfinaorangen nicht zurückgehe. Export landwirtschaftlicher Produkte Durch Vermittlung der Arbeiter-Konsum- und Verkaufs- . 11־־־’־־י* ־־'־ ' י ״ ’־*־'־ ' , J wirtschaften in Palästina für Export ins Ausland erworben. Der ״Hamaschbir“ hat dieser Tage an einen Regierungsunternehmer in Aegypten 400 Tonnen Heu von den Feldern der landwirtschaftlichen Arbeitersiedlungen im Etnek und Benjamina für den Betrag von £E 1500 verkauft. (Ziko.) Die Elektrifizierung Palästinas Jerusalem, 30. Dez. (J. T. A.) Die soeben abgehaltene Aktionärversammlung der Jaffa Electric Company Ltd. beschloß die Ausschüttung einer Dividende von 8 0/0 auf Vorzugsaktien und von 6 0/0 auf gewöhnliehe Aktien. Dem Bericht des Direktorenrates ist zu entnehmen, daß der Kraftverbrauch in diesem Jahre den des Jahres 1925 um 33 0/0 überstiegen hat. Das gezeichnete Kapitat der Gesellschaft ist im Rechnungsabschluß mit 114 637 Pfund beziffert.

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