Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 100-101 (23.12.1926)
- Date
- 1926-12-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 100/101 JUEÜISCHE EÜNÜ5CHÄÜ Seite 737 zeigt sich im Rückgang der Seifeneinftjhr, die im ersten Quartal 1926 gegen die gleiche Zeit 1925 um 60000 £ fiel). Deutschland stellt vorne beim Import von Zement, Maschinen, Eisenwaren für Bauzwecke. U. S. A. liefert Autos, Nähmaschinen, Kerosene, Benzin, nimmt dafür etwas Rohwolle und Kulturartikel, Frankreich führt in Seide, ist am Textilimport beteiligt, liefert Kartoffeln und Butterersatz, Italien steht an erster Stelle bei gefärbten Baumwollstücken und ist auch an anderen Posten stärker beteiligt. Es steht auffallenderweise an zweiter Stelle unter den Weinabhehmern. Als Holzlieferant kommt in erster Reihe Rumänien in Betracht, daneben Jugoslavien, das auch Zement cinführt. Kolonialwaren kommen zum großen Teil aus den britischen Besitzungen, Zucker aus Java, Weizen aus Indien, Weizenmehl aus Australien, die eklen letzten auch aus U. S. A. Australien liefert auch beträchtliche Mengen Butter. Leider verbietet der Platzmangel, näher auf die einzelnen Länder einzugehen, was viele interessante Details ergeben würde. Tabelle VIH. Transithandel 1923 1924 1925 Import nach Syrien ZE £E JCt via Haifa . . , 189.680 136.138 71.776 Export von Syrien via Haifa . . , 46.415 61.002 48.752 VI. Zum Schluß wollen wir noch auf einige eingangs gemachte Bemerkungen zurückkommen. Das Defizit der Handelsbilanz von 1924 konnte nur durch die Mittel der Immigranten von 1925 ausgeglichen werden, ln jedem Kolonisationsland, das nicht mit natürlichem Reichtum gesegnet ist, muß eine Erhöhung der Bevölkerung durch Immigration solange eine Steigerung des Importes zur Folge haben, bis die inländische Produktion den Anforderungen entspricht. Sp ergibt sich eine fast gesetzmäßige Importerhöhung, die sich etwa mit 50 £ pro Immigrant errechnen läßt« Eine andere Frage ist allerdings, wie es mit der Produktivitätsbilanz stehe. Diese scheint uns nicht sehr g ü n s t i g, da nur relativ geringe Kapitalteile in die Güter erzeugende Landwirtschaft und Industrie investiert, jedoch große Summen in Bauten und städtischen Böden festgelegt wurden. Mit dem ״Warum“ haben wir uns hier nicht zu beschäftigen, wir haben nur die Tatsache zu konstatieren, und diese ist besorgniserregend. Nicht für heute, sondern für morgen. Wenn auch Werte geschaffen wurden, so sind sie meist doch nicht danach, um ihre Besitzer direkt oder indirekt von den Subventionen des Auslandes unabhängig zu machen. Und das ist doch schließlich das Problem Palästinas. הצפירד־־ז ן_הו העתקים ד!ןולךים נוסד בשנת תרכ״ב ע״י יוצא בוורשה מדי יום כיומו ח. ד. סרונימסהי * בעריכת• י. הפטמו בהשתתפותו הקבועה של ג* סוהויוב ובעזרתם של.טובי הסופרן :*01 V' סי^עמיי^יסוו^מגולז/׳: י:.<־ .־־, ,־ * - י. ■<,./. ׳.׳•••־ . .. 1jf!‘ ־" h;r % « , ■ ,־ ■ - «♦«יז«׳*' הצפיחיזהיא ־היום^עוזון^עברי^מורי׳ב^ והיא־ י משמשת במה לכל השאלות המעסיקות את הצבור העברי, במו שאלות החנוך והתרבות, הרעיון הלאומי, ישוב ה א רע. מפאת תפקידיה אלה אין "הצפירה" עתוו לוקאלי גרידא, אלא היא מקציעה מקום רב לכל הקבוצים הירודים באשר הם שם ומשום זה הוא העתון בה״א הידיעה, של הגולה היהודית. הצפירה יוצאת במרכו הכי־גדול של הגולה היהודית באירופה. היהדות הפולנית שבה נשתמרה המסורת של קגיגי הרוח היהודי, מוצאה את בטויה בעתון זה, העומד על משטר קג־גיה הלאומיים והתרבותיים. ל^רי הצבור היהודי בפולניה, התווטטים י. גרינבוים ודר׳ יהושע *מהון, הם בין עוזריה הראשיים של "הצפירה". הצפירה היא העתון היחידי המקשר את א״י והגולה קשר חי ואמיץ, בהיותו עיזון עברי, אשר הלמות החיים הארצישראליים מפעמת בו. בראש סופריו בארע־ישראל עומדים הסופרים ר׳ בנימיו וש. טשרנוביץ (ספוג). הצפירה היא במה ספרותית ומדינית הפתוחה לבל רוחות היצירה העברית. העתון העברי איננו משפיל את עצמו אל טעם ההמונים, אלא הוא שואת להיטיב ולשפר את רוחם. והוא טשטש גורם תנוכי חשוב. חובת העברים בכל ארצות תבל היא לחתום ולקרוא את "הצפירה" למען לא יאבד ניר לעתונות העברית במלה. חובת כבוד היא לעם היהודי: קיום עתון יומי באירופה ובאמריקה בשפתו הלאומית. מחיר החתימה: לשנה 12 וולד! לחצי שנח 6 דולר! לרבע שנה 50,« דולר! לחדש 1,20 וולד. הכתונת{ 54 Hacefira“, Warszawa, Leszno״ בברלין ובכל ערי גרמניה מתקבלת החתימה על "הצפירה" ע״י בית הועד העברי ע״פ הכתבת M. Ganzer, Sekr. 4. Bet-Waad-Iwrl, Berlin O Oranienburger Straße 26 meine Nachrichten Eine vom High Commissioner bestätigte Verfügung macht s allen jüdischen Geschäften in T e 1 - A w i w zur Pflicht, tm Sabbat geschlossen zu halten, mit Ausnahme der Cafös und Restaurants, die zu gewissen Stunden am Freitag Abend und Sabbat geöffnet sein dürfen. Mohammedaner und christliche Besitzer solcher Stellen werden von der Anordnung nicht betroffen. Das Direktorium des Jüdischen Nationalfonds hat be- »chlossen, dem ״Kownoer Kinderhaus“, das unter Leitung von Dr. Siegfried Lehmann teilweise nach Palästina verlegt wird, ein Areal von 400 Dunam zur Errichtung einer Schulkolonie zu übergeben. Rabindranath T a g o r e schrieb aus Aegypten an seine Palästinensischen Freunde, er habe zu seinem Bedauern seinen lan, Palästina ai besuchen, aufgeben müssen. In W i e n fand die Gründungsversammlung des ״Verbandes der österreichischen Kultusgemeinden“ statt. Die Wiener Gemeinde ist nicht beigetreten, trotz warmen Eintretens der rionistischen Fraktion. Im Wiener Rathauspark wurde am 19. d. M. ein Denkmal ton J06ef Popper (Lynkeus) feierlich enthüllt Jüdische Frauen-Arbeit Band Zionistischer Frauen in Deutschland Am Sonntag, den 12. d. M., fand in Berlin eine Aussprache der Ortsgruppen des Bundes Zionistischer Frauen in Deutsch-!and statt, an der Vertreterinnen aus Dessau, Halberstadt, Hamburg, München, Nürnberg, Zwickau, sowie der Berliner Ortsgruppen, Mitglieder des Berliner Vorstandes, Vertreterinnen des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina und Vertreter der Zionistischen Vereinigung für Deutschland teilnahmen. In der Vormittagssitzung erstattete Frau Wronsky, Berlin, den Organisationsbericht und sprach über die Grundlinien der Arbeit, deren Ziel die Förderung der zionistischen Idee in Praxis und Theorie ist. Die Förderung der praktischen Arbeit geschieht durch Erziehung und Ausbildung der weiblichen Kräfte für Palästina, die theoretische durch Mitarbeit an der Idee des Zionismus, insbesondere durch Erfassung und Produktivierung der Frauenkräfte innerhalb der zionistischen Gesamtbewegung. Frau Jettka Levy, Berlin, gab einen Bericht über die Aufgaben und Ziele der auf der Berliner Council-Tagung der Wizo im Juni d. J. gebildeten Zentralstelle für Kulturarbeit, die folgende Gebiete umfasse: 1. Schaffung eines Kulturzentrums zum Zwecke der Material- Versorgung der einzelnen Föderationen und Gruppen. 2. Schaffung einer Sammelstelle von Material über jüdische Frauenfragen. 3. Regelmäßige Veröffentlichungen über jüdische Frauenfragen. Frau Dr. Mayer, Nürnberg, und Frau Dr. Edith Hirsch, Halberstadt, sprachen über Schwierigkeiten in der Bundesarbeit. Frau Dr. Mayer, Nürnberg, wies besonders auf die Schwierigkeiten hin, die sich aus der gleichzeitigen Arbeit des Kulturverbandes und des Bundes Zionistischer Frauen für die Wizo ergeben und machte Reorganisationsvorschläge, die in einem Antrag zur Vereinheitlichung der Arbeit formuliert wurden. Frau Dr. Edith Hirsch, Halberstadt, sprach besonders über das Verhältnis zum jüdischen Frauenbund. Sie erklärte die Mitarbeit in den Ortsgruppen des Frauenbundes als wünschenswert. Das Ziel und die Hauptaufgabe des Bundes Zionistischer Frauen sieht sie in der Erziehung der Frauen, die als Trägerinnen des jüdischen Hauses und als Erzieherinnen׳ der künftigen Generation die wichtigsten Funktionen für die Zukunft Palästinas zu erfüllen haben. Herr Kurt Blumenfeld begrüßte Im Namen der Z. V. f. D. die Tagung, betonte die Wichtigkeit der Frauenarbeit besonders im gegenwärtigen Moment der Konzentration aller rionistischen Kräfte und bezeichnete gleichfalls als wesentlichsfes Ziel des Bundes Zionistischer Frauen die zionistische Erziehung und Durchbildung der Frauen. Herr Dr. Rosenblüth, der die praktischen Leistungen des Bundes Zionistischer Frauen auf allen Gebieten der rionistischen Arbeit anerkannte, richtete an die Frauen den dringenden Appell, sich insbesondere auch in den Dienst der Schekelaktion zu stellen und so die Gesamtorganisation zu stärken. Die Debatte erstreckte sich auf die Fragen der Qrganisation, der Finanzfragen, der praktischen Arbeit und der 3־®irTe -־#'׳ ,A!utahm!e einiger; ״Anträge bezüglich der Verstärkungünd Vereinheitlichung dif' Frauenarbeit Zur 2. Vorsitzenden des Bundes wurde Frau J e 11 k a Levy, Berlin, gewählt, zur Kooptation in den auf dem Delcgiertentag der Z.V. f. D. eingesetzten Erziehungs- und Kulturausschuu FraU S. Gronemann, Berlin, vorgeschlagen. Die Nachmittagssitzung diente im wesentlichen einer Aus- Sprache über die Arbeit in den einzelnen Gruppen. Die Gruppenberichte ergaben übereinstimmend als praktische Arbeitsgebiete im wesentlichen die Sammelaktion für den Kulturverband und die Wizo, die jetzt sehr stark aufgenommene Keren Kajemeth-Arbeit und als theoretische Arbeit die zionistische und jüdische Durchbildung ln Arbeitsgemeinschaften. Am Abend fand eine zwanglose Aussprache im Hause von Frau Direktor Kareski statt, in der die Delegierten Gelegenheit hatten, sich auch persönlich näher kennenzuTemen. Es wurde in eingehender Weise die Frage des in den Arbeitsgruppen zu behandelnden Stoffes besprochen, insbesondere nach der Richtung hin, ob es sich empfiehlt, die Gruppen rein zionistisch oder allgemein jüdisch zu orientieren. Man kam zu der Auffassung, daß, so wesentlich auch eine allgemein jüdische Durchbildung sei, doch das Primäre die Behandlung zionistischer und palästinensischer Fragen sein müsse. Es fand weiter eine eingehende Aussprache über die Jugendarbeit statt, in der stark zum Ausdruck kam, daß heute das Elternhaus die Stelle werden müsse, die jüdische gnd zionistische Erziehungsarbeit zu leisten habe. Ueber diese Aussprache wird an anderer Stelle ausführlich berichtet werden. Am nächsten Vormittag fand eine interne Aussprache mit den zufällig anwesenden auswärtigen Vertreterinnen über die Arbeit des Kulturverbandes statt. Zur Intensivierung der Arbeit wurden Reorganisationsformen beschlossen, die eine Kreiseinteilung und Kontingentierung der Gruppen vorsehen. Das erste Zusammensein der Ortsgruppen des B. Z. F. zeigte allen Teilnehmerinnen die Notwendigkeit persönlicher Fühlungnahme und Klärung gemeinsamer Arbeitsfragen im Dienste der Arbeit. Die ״Hadassah“ die zionistische Frauenorgar.hation von Amerika, hat von Herrn und Frau Nathan Straus eine Spende von $ 150 000 für die Gründung eines Institutes für vorbeugende ärztliche Hilfe und erzieherische Hygiencprepaganda in Jerusalem erhalten, das den Namen führen soll: ״Nathan und Lina Straus Gesundheitszentrum für alle Rassen und Glaubensbekenntnisse“. Im Sichren Moschee- Viertel in der neuen Stadt ist bereits ein Grundstück erworben worden. Vom Kulturverband Der Aufbau Palästinas gehört zu den Dingen, von denen man ״beim Sich-Niederlegen und beim Aufstehen“ sprechen soll und von dem besonders bei uns Frauen nicht genug erzählt werden kann. Unsere schnellebige Zeit weckt in _ uns tausend Interessen, die ehcnsoschnell verwehen, reißt uns von einem Problem zum anderen, da ist es gut, wenn man sich auf eine Aufgabe besinnt, die geeignet ist, uns im jüdischen Leben zu verankern und somit uns auf einen festen Boden zu stellen. Eine solche Aufgabe ist der Aufbau Palästinas und wieweit auch wir Frauen des Galuth bei dem Werke helfen können, zeigt uns die Arbeit des ״yerbandes Jüdischer Frauen für Kulturarbeit,in Palästina“, der den meisten vielleicht unter der kurzen Bezeichnung ״Kulturverband“ bekannt ist. Dieser Verband, der als erster vor einer langen Reihe von Jahren die Frauenarbeit für Palästina proklamiert hat, zählt in Deutschland zirka 4300 Mitglieder, die allen religiösen und politischen Richtungen angehöreu. Sein Ziel ist soziale Hilfeleistung auf neutraler Grundlage und so treffen sich in diesen Bestrebungen Zionistinnen und Niclitzionistinnen, Konservative und Liberale und was es sonst für Schattierungen im jüdischen Leben gibt. Der Verband ist sowohl dem Jüdischen Frauenbund wie auch dem Bund zionistischer Frauen angeschlossen. Mit dem Bund zionistischer Frauen verbinden ihn noch andere Bande, wie es ja aus seiner speziellen Aufgabe — der Arbeit für Palästina — resultieren muß. Er hat es übernommen, die jährlichen Beiträge, die der Bund, wie alle Landesorganisationen, an die Wizo zu leisten hat, aufzubringen und an die Wizo weiterzuleiten. Diese Beiträge fließen an die einzelnen Institutionen in Palästina, wie Frauenfarm, Kinderfürsorge, Hostel usw. Trotzdem das letzte Jahr wegen der ungünstigen Wirtschaitsverhältnisse in Deutschland als ein sehr schlechtes bezeichnet werden muß, hat der Verband folgende Aufgaben durchgeführt: Für einen Cha 1 uzoth-AusbIIdungskursus in Haifa (Hauswirtschaft) wurden vierteljährlich £50 überwiesen. Es sind in diesem einjährigen Kursus 14 Midchen in der Hauswirtschaft ausgebiidet worden. Die Werk- Stättenarbeit wurde weiter gefördert und es kann mit Befriedigung festgestellt werden, daß die Handarbeiten aus Palästina, die in Jerusalem zumeist von sephardischen, in Tel-Awiw von aschkenasischen Frauen hergestellt werden, sich verbessert haben und auch allmählich hier bekannt und begehrt werden. Von der Zentrale In Berlin tvurden seit dem 1, Januar über 5000 M. für Handarbeiten überwiesen. Einer Gärtnerin aus Berlin wurde zü ihrer Uebersiedlung nach Palästina ein Darlehen von 150 M. gewährt, wovon ein Teil bereits zurückgezahlt wurde. Eta weiteres Darlehen von 100 M, wurde einer Chaluzah zur ihrer Ausbildung als Hebamme gewährt. Der Lehrfarm in N a h a I a 1 wurden auf Wunsch ihrer Leiterin Lehrbücher im Werte von 78 M. geschickt. Eine Wohlfahrts-Marken-Aktion, die im Oktober begönnen wurde, ist bestimmt, die Mittel zur Unterstützung der Säuglingsfürsorgestelle der Wizo in Tel-Awiw aufzubringen. Diese Aktion hat bisher zirka 2000 M. gebracht, es besteht aber die Hoffnung, daß die Wohlfahrtsmarken weht allejn die £»,210, mit fiepen wir:.« den Aufgaben der Wizo tellnenmen, decken werden, sondern uns darüber hinaus ermöglichen werden, eine in Tel-Awiw geplante Kinderspelsung zu unterstützen. Der augenblicklich außerordentlich schlechte Gesundheitszustand der Tel-Awiwer Kinder erfordert nach uns vorliegenden Berichten besondere Maßnahmen. Große Aufgaben melden sich auch in der Notwendigkeit der Gründung neuer Mädchen-Kwuzotli an. Auch da gilt es mitzuhelfen, um möglichst viele Mädchen der Land- und Hauswirtschaft zuzuführen. So reiht sich eine Aufgabe an die andere und Stein für Stein wird zum großen Bau gefügt. Was uns heute noch klein und unbedeutend erscheint, wird, wenn es von uns allen getragen wird, einst als große Leistung dastehen. Kein schöneres Denkmal können sich die jüdischen Frauen unserer Zeit setzen, als dieses Mitwirken am lebendigen Kleide des Judentums. Das Jahr des Jüdischen Frauenbundes (5687—1926/27). Berlin, 1926, Verlag des J. F.-B. In ganz ausnehmend geschmackvoller Weise führt uns dieser Kalender durch das jüdische und durch das deutsche Jahr. Jede Woche bringt neben den jüdischen wie deutschen Daten, Neumonden wie Feierzeiteti, ein gutes Wort oder ein schönes Bild aus dem Schatze alter und neuerer jüdischer Weisheit. Besonders dankenswert ist es, daß auch weniger bekannte Quellen jüdischen Schrifttums herangezogen werden: so wird mancher •und manche verwundert und beglückt bei den so edlen wie zarten Lebensgrundsätzen stehenbleiben, die dem alten Licblingsbuche unserer Urgroßmütter, der Zennc Renne, entnommen sind. Auch daß die jüdischen Frauen der Gegenwart, deren Namen uns allen durch ihre unermüdliche soziale Tätigkeit vertraut und verehrungswert sind, hier als Erbinnen solcher jüdischen Lebens- und Frauenweisheit mit eigenen Aeußerungen erscheinen, ist nicht abzuweisen־, frei- Hfch mag es manchmal dabei zutage treten, daß diese mit Recht verehrten Frauen jenem taUnudbchen Baume gleichen, dessen Wurzeln zahlreich und dessen Aeste kärglich sind, ״alle Stürme der Welt, wenn sie daher kommen und ihn umwehen, können ihn nicht entwurzeln“. Denn ihre Taten sind wertvoller als ihre Worte . . . Das schlicht und schön ausgestattete Büchlein, dessen Einbanddecke! von Käte Lehfeldt in den alten jüdischen Farben höchst anziehend entworfen wurde, ist in der Restauflage für den Preis von 2 M. in der Geschäftsstelle des jüdischen Frauenbundes, Rosenstr. 2/4, zu haben und als Geschenk, das eine Quelle starker jüdischer Anregung werden könnte, sehr zu empfehlen. Dr. Bertha Badt-Strauß. Der amerikanische Senat nahm ein Gesetz an, wonach etwa 30000 Gattinnen und Kinder unter 24 Jahren von Deklaranten (Personen, die um die Einbürgerung angesucht haben), d e vor Juli 1924 nach Amerika eingewandert waren, außerhalb des Rahmens der Länderjahresquote zu ihren Gatten bzw. Vätern oder Müttern kommen dürfen. Dar Departement der palästinensischen Exekutive für Handel und Industrie hat ein vollständiges alphabetisches Register (in englischer Sprache) über alle verzollbaren Waren, Zollsätze usw. herausgegeben. Dieses Register ist soeben unter dem Titel ״Der Zolltarif von Erez-lsraei“ erschienen. In C a n ada trifft man eifrige Vorbereitungen für die diesjährige Keren Hajessod- Kampagne, die im Februar durchgeführt werden soll. In New York ist der Professor der Aegyptologie an der Pennsylvania-Universität, Prof. Getzel Selikowitsch, im Alter von 63 Jahren gestorben. Er war nicht nur eine Autorität in seinem engeren Fache, sondern auch ein glänzender jüdischer Schriftsteller. Herr S. J. Cohen ist von der Palestine Securities lnc. entsandt worden, um in den Ländern des Nahen Ostens und des Mittelmeeres Aktien der Allgemeinen Hypothekenbank von Palästina, Ltd., abzusetzen. Büro des Landesverbandes der Zionisten-Revisionisten in Deutschland und der Ortsgruppe Berlin ist in die Passauer Straße 38 (Hochparterre), Telephon Steinplatz 135—93, verzogen.