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Jüdische Rundschau · 1926-12-17 · Heft 99 (17.12.1926) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 99 (17.12.1926)
Date
1926-12-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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# Seite 718 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 99 Nr 99 Auswärtigen Amtes als Funktionäre des Komitees in Erscheinung treten, dann haben wir die Gewißheit, daß in etwa sich ergebenden Fällen auch innerhalb des Völkerbundes Deutschland d i e Politik unterstützen wird, die von Qroß-Britannien auf Grund der Balfour- Deklaration für Palästina festgelegt und von den wichtigsten andern Mächten des Völkerbundes in dieser oder jener Form approbiert wurde. Abgesehen von der politischen Bedeutung ist aber das Pro Palästina Gomite von hohem moralischen Wert für die Palästinasache. Mit Recht hat Rabbiner Dr. Baeck in seiner Tischrede darauf hingewiesen, daß dieses Ereignis auch vielen Juden, die bisher die Wahrheit nicht sehen wollen, die Augen öffnen wird. In der Tat hoffen wir, daß manche Juden, die bisher noch Bedenken trugen, durch die überwältigende, ein* drucksvolle Kundgebung maßgebender Kreise der deutschen Oeffentlichkeit veranlaßt werden, ihre Stellung zu Palästina zu revidieren. Denn wenn wir auch mit der Hilfe aller fortschrittlichen Faktoren in der Welt rechnen, so ist doch unsere Sache vor allem ein Werk jüdischer Selbsthilfe An die Juden ergeht immer wieder unser Ruf zur Mitwirkung. In ergreifender Weise hat dies Dr. Weizmann in seiner Rede an die amerikanischen Juden, die wir heute veröffentlichen, ausgesprochen: Die Welt blickt auf uns mit Interesse und mit großen Erwartungen. Was in Palästina geschieht, wird ein Maßstab für die Schaffenskraft des Judentums sein. Der Respekt der nichtjüdischen Welt vor dem Judentum hängt zum großen Teile von dem Gelingen dieser Sache ab. Wir gehen mit großen Hindernissen an die Arbeit, unter schwierigen Bedingungen, mit einem verarmten und durch die Kriegserlebnisse zermürbten Volk; und dennoch — wird der Geschichtsschreiber einst zugeben müssen — haben die Juden den Respekt der zivilisierten Welt erzwungen. Dazu aber müssen alle Juden mithelfen. Das Pro Palästina Comite Dem Komitee sind bisher u. a. beigetreten die Herren: Prof. Dr. O. Auhagen; Ministerialdirektor Dr. H. Badt; Rabbiner Dr. Baeck; Preußischer Kultusminister Prof. Dr. Becker; Oeorg Be rnhard, Chefredakteur der ״Vossischen Zeitung׳'; Eduard Bernstein, M. d. R.; Oraf Bernstorff, M. d. R., Botschafter z, D.; Prof. Dr. M. Blanckenhorn, Marburg; Kurt Blumenfeld, Vorsitzender der Ziomstischen Vereinigung für Deutschland; Preußischer Minister- Präsident O. Braun; Prof. D. Dr. I. V. B r e d t, M. d. R.; Dr. R. Breitscheid, M.d. R.; Robert Breuer; Dr. Martin Bub er, Heppenheim; Geh. Konsistorialrat Prof. D. Dr. Karl Budde, Marburg; Justizrat L. Cahen, Köln; Geh. Regierungsrat G. CI e i n o w: Reichsminister a. D. Dr. Dembürg, M. d. R.; Willy Dreyfus, Frankfurt a. M.; Schulrat D. Eberhard, Greiz; Prof. Dr. Albert Einstein; Major a. D. F. C. End res; Karl Glaser; Dr. A. Gra- Ä 5»Ör.c־Fi*:o eil RegferinggprMf dent &־;* naußraana; Stralsund; Geh. Justizrat - Dr. h. <x A. Hellberg, Breslau; Prof. Dr. O. Hoetzsch, M.d.R.; Prof. Dr. J a e c k h; Prof. Dr. A. J i r k u, Breslau; Regierungsßräsident a. D. Dr. Junghann; Domkapitular Prälat Prof. r. K a a s, M. d. R.; Geh. Justizrat Prof. Dr. Dr. Kahl, M. d. R.; Dr. von Kardorff, M. d%R.; Landrat H. Kranold, Sprottau; Geh. Legationsrat Dr. R. Kuenzer, Haupt- Schriftleiter der ,,Germania‘׳; Generalkonsul Eugen Landau; Alfred L i s s e r, Hamburg, Paul L o e b e, Präsident des Reichstags; Thomas Mann; Prof. Dr. C. Meinhof, Hamburg; Oekonomlerat Dr. L. Meyer; Reichskanzler a. D. Hermann Müller, M. d. R.; Fritz Naphtali; Frau Katharina von Oheim0; Prof. Dr. Franz Oppenheimer, Frankfurt am Main; Generalkonsul Prüfer, Tiflis; Freiherr von Rechenberg, Oouverneur a. D,; Freiherr von Richthofen, Abteilungsdirigent des Auswärtigen Amtes; Staatssekretär von Schubert (Auswärtiges Amt); Prof. Dr. Walther Schükk i n g, M. d. R.; Geh. Konsistorialrat Prof. D. Dr. Sellin; Oberregierungsrat Dr. H. Simons, Direktor der Deutschen Hochschule für Politik; Legationsrat Prof. Dr. M. S o b e r nheim; Kommerzienrat Konsul Dr. W. Sobernheim; Geh. Prof. Dr. W. Sombart; Prof. Dr. L. Stein; Prof. Dr. B. Thomsen, Dresden; Oscar Wassermann; Staatssekretär Dr. Weismann; Konsul Kapp; Ministerialrat Edward, hess. Bevollm. zum Reichsrat; Dr. Felix Pinner; Staatssekretär Dr. Pßnder; Ministerialdirektor Dr. Poetzsch, sächs. Bevollm. zum Reichsrat; Freiherr von Schoenaich; Reichsminister a. D.; Dr. G r a d n a u e r, sichsischer ■Gesandter. Zu dem Bericht über di« Gründungsversaramlung auf Seite I ist noch nachzutragen, daß auf Antrag des Freiherrn von Rechenberg Frau Katharina von O hei m ם und Herr Karl Olaser zu Schriftführern des Komitees gewählt wurden. Neue landwirtschaftliche Kolonisation Im Emek Wie der ״Ziko“ aus Palästina telegraphiert wird, hat die zionistische Palästina-Exekutive auf ihrer Sitzung vom 10. Dezember beschlossen, mit Hilfe der vom Keren H a j e s s o d zur Verfügung gestellten Mittel eine weitere landwirtschaftliche Kolonisation im Emek in Angriff zu nehmen. Vorgesehen ist die Ansiedlung von 253 Familien aus den Kreisen der Chaluzim, der Chassidim, der Angehörigen des Mittelstandes und der orientalischen Juden. Das vorläufige Budget wurde mit £E 165000 festgesetzt. Vor dem XV. Zionisfenkongreß Von der zionistischen Exekutive wird mitgeteiit, daß der XV. Zionistenkongreß im Sommer 1927 stattfinden wird. Der genaue Termin und der Tagungsort sind noch nicht festgesetzt. Es wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß dieser Kongreß eine Million Schekelzahler repräsentieren wird. Es ist daher von größter Wichtigkeit, daß alle zionistischen Verbände die Schekelarbeit mit aller Energie aufnehmen. Weizmanns Rede in Boston verkünden, d: ohne W a f I Das führt Situation, uns Wir haben bereits einen kurzen telegraphischen Berieht über die Palästina-Konferenz gebracht, die am 21. November in Boston zur Eröffnung des ״United Palestine Appeal1׳, zwecks Aufbringung von 7!,4 Millionen Dollar für Palästinazwecke, stattiana. Die mm vorliegende Nummer des amerikanischen ״The New Palestine“ veröffentlicht eine protokollarische Dar- Stellung der Verhandlungen der Konferenz. An der Hand dieses Berichtes geben wir nachstehend in (aus Raumgründen) gekürzter Fassung die Ansprache des Präsidenten der Zionistischen Organisation Dr. Chaim Weizmann wieder. Red. Als einem, der für die Leitung der politischen Geschicke der Bewegung verantwortlich ist, obliegt es mir, dieser Ver- Sammlung, die den aktivsten Teil der zionistischen Bewegung außerhalb Palästinas verköroert, das wesentlichste über unseren heutigen politischen Stand, unsere Hoffnungen und unsere Schwierigkeiten darzulegen. Unsere Beziehungen zu der Mandatarmacht, die den Ausgangspunkt unserer politischen Tätigkeit bilden, sind solcher Natur, daß wir uns an diese Macht nicht als Blttsteiler um Gunstbezeugungen wenden, sondern als diejenigen, welche ihre auf ihr Recht gegründeten Forderungen formuliereil. Diese Rechte sind im Mandat begründet und niedergelegt, und ich möchte sogleich feslsteilen, daß die Mandatarmacht noch nicht allen Bestimmungen des Mandates volle Wirksamkeit verliehen hat. Viele wichtige Punkte harren noch einer günstigereil und konkreteren Ausführung. Wenn wir aber die schwierigen Umstände und die sehr ernsten Wandlungen in Rücksicht nehmen, die in Palästina zur Fortführung unserer Arbeit in Betracht kamen, können wir vielleicht die Mandatarmacht wegen einer gewissen Trägheit oder Langsamkeit im Handeln kritisieren, aber niemand von uns zweifelt daran, daß ei ׳ r'itiger Grundsatz in der Auffassung der politischen Lage absolute Vertrauen darauf ist, daß das Mandat in einem iilcht weit ent- {ernten Zeitpunkt in seiner Gesamtheit zum Grundstein der britischen Politik in Palästina werden wird. Wenn ich mir in dieser Versammlung ein Wort der Kritik erlaubt habe, muß ich gleichzeitig in Würdigung der politischen Lage feststeilen, daß die große Vorsicht aer Mandatarmacht, wie sie von dem ersten High Commissioner für Palästina, Sir Herbert Samuel, eingeleitet wurde, uns ermöglicht hat, unsere Arbeit fortzuführen. Friede und Sicherheit sind vor allem andern die Grundlagen unserer Arbeit Ohne sie hätten wir vielleicht ein bißchen rascher vorgehen, möglicherweise hätten wir aber auch viel langsa m e r vorgehen können als es tatsächlich geschah. Wenn wir aut der einen Seite unseren brennenden Wunsch abwägen, in rascherem Tempo vorwärtszuschreiten, auf der anderen Seite das hohe Risiko, wenn der Bogen zu straff gespannt würde, wählen wir, so schwierig das sein mag, die Empfehlung einer langsameren, zaudernden Politik, da wir glauben, daß diese letzten Endes doch der rascheste Weg zum Erfolg ist Es ist leicht, eine Heldengebärde zu machen und zu sagen: ״Wir fordern, wir fordern, wir fordern!״ Ich selbst könnte die Forderungen in Ausdrücke fassen, die sicherlich bei dieser oder irgendeiner andern Versammlung Jubel ernten würden. Aber wir haben es nicht nur mit aufgepeitschten zionistischen Versammlungen zu tan. ד Wif‘häbät'•mit der Wien» harten# *MÄrMfriBf*• d»i :Wehte׳?vd«P Zion weiß, mit einer Welt die jüdische Angelegenheiten bi einer ganz anderen Art behandelt hat als die ist, zu welcher sie fetzt erzogen wird; mit einer Well, die nicht verstand und nicht verstehen wollte, was jüdische Renaissance und jüdische Wiedergeburt bedeuten. Und diese Welt würde auf unsere Forderungen kühl antworten und sagen: ״Ehe wir diese oder jene politische Situation gefährden, wollen wir lieber nichts für das nationale Heim tun.“ Unsere harte Aufgabe ist es, nicht nur die Juden zu erziehen, sondern auch aie Nichtjuden zum Verständnis dessen za erziehen, was der Zionismus bedeutet und was er anstrebt Erziehung ist ihrer Natur nach ein langsames Oeschäft. Darum wollen wir nicht murren, daß wir in sechs oder sieben Jahren soweit gekommen sind und nicht weiter. Unsere Beziehungen zur Palästina-Regierung werden durch einen hauptsächlichen Faktor bestimmt: durch unsere Stärke im Lande selbst. Wir sind heute 163003 in Palästina gegen 500 000 bis 690000 Nichtjuden. Möglicherweise ist das spezifische Gewicht dieser 160000 höher als das spezifische Gewicht derer, die die Mehrheit bilden. Damit soll der Mehrheit nicht nahegetreten werden. Sie haben es in mancher Beziehung schlechter gehabt als wir. Sie haben sich nicht der Segnungen der europäischen Kultur erfreut. Aber der Unterschied zwischen ihnen und uns — und das' wiegt in hohem Maße den Unterschied im spezifischen Gjwicht auf — ist, daß sie im Lande sind und seit Jahrhunderten im Lande waren. Wir sind die neuen Ankömmlinge und müssen Teil und Glied des Landes werden. Wir pflanzen ein neues Volk in das Land. Oewiß, es ist unser Land, aber es ist auch das ihrige. Um diese beiden Interessen in Einklang zu bringen, ist es unerläßlich, daß wir genau so versuchen, sie zu verstehen, wie wir erwarten, daß sie uns verstehen. Die Palästina-Regierung wird ständig von dieser besonderen Ueberlegung in ihren Handlungen geleitet. Ich muß von neuem wiederholen: Der Prozeß ist langsatn, er ist ermüdend, manchmal vielleicht trivial. Vielleicht werden manche von den Beamten der Palästina- Regierung durch alte antisemitische Vorurteile beherrscht. Das mag sein, aber insofern die höheren Behörden der Palästina- Regierung in Betracht kommen, erkläre ich mit aller Deutlienkeit, daß Lord Piumer und seine unmittelbaren Mitarbeiter die Politik der britischen Regierung loyal und voll ausführen wollen, mit ihrer besten Kraft. Je mehr wir für den Aufbau Palästinas leisten, je mehr Juden produktiv und verwurzelt im Lande sich festsetzen, desto leichter werden unsere Beziehungen zur Palästina-Refierung werden. Unsere Beziehungen werden sich im Verältnis zum Anwachsen unserer Stärke bessern. ich habe vielleicht, so unparteiisch zu sein, wie cs für einen Menschen in meiner Position nur möglich ist. Ich behaupte, daß wir langsame, aber sichere Fortschritte machen. Vor vier oder fünf Jahren sah die Welt im großen und ganzen unsere Arbeit in Palästina als ein Experiment an. Manche betrachteten dieses Experiment mit Sympathie, manche mit dem Gegenteil von Sympathie, aber für beide war es bloß ein Experiment. Zu unserer Schande müssen wir zugeben, daß manche Juden auf das Mißlingen dieses Experiments warteten. Heute gibt cs keinen Menschen in der zivilisierten Welt, der sich Rechenschaft über seine Worte gibt, der nicht zugäbe, daß das Stadium des Experiments überschritten ist. Es ist etwas, Was Gestalt angenommen hat, geschehe was da wolle. Und wenn nicht Palästina vom Mittelmeer weggeschwemmt wird, weiden Wir dafür weiter arbeiten und arbeiten, bis eine Generation kommt und sagt: ״Da ist es, es steht fest.“ Die andern, ob Juden oder Nichtjuden, können die Aufgabe leichter machen oder sie können sie schwerer machen. Aber es gibt hatte keine Kraft auf Erden, die uns zwingen kann, davon zu lassen. Unsere Beziehungen zum Völkerbund sind erheblich besser geworden. Seit vielen Jahren glaubte man, der Völkerbund würde als Oberster Gerichte* nof für Appellationen gegen gute und böse Handlungen der Mandatarmacht dienen, aber die Leute vergessen, daß die öffentliche Meinung in Europa einen ganzen Erziehungsweg durchlaufen mußte, bevor sie überhaupt unsere Forderungen verstehen konnte. Dieser Erziehungsprozeß geht heute im Völkerbund vor sich. Täuschen Sie sich nicht; es ist für den Bund schwer, unser Mandat zu verstehen. Der Bund hat mit einer ganzen Reihe von Mandaten zu tun. Unser Mandat ist ganz besonders׳ schwer; irgendwie paßten wir nicht in die von andern geschaffenen allgemeinen Formen. Stellen Sie sich einmal vor, um ein Beispiel zu nennen, daß eine Dame aus Schweden, ein sehr tüchtiges Mitglied der Ständigen Mandatskommission, die Aufgabe bekam, den Unterschied zwischen den Anschauungen der Agudath JisracI und denjenigen Rabbi Berlins über die Schechitah zu studieren. Es war das eine Frage, die tatsächlich ernste Beachtung vom Völkerbund verlangte, da es den Kernpunkt der Verfassung der jüdischen Gemein- Schaft in Palästina berührt. Es erforderte beträchtli he Mühe um den Leuten verständlich zu machen, daß es einen ernsten Unterschied macht, ob dieser Sch och et oder ein anderer Schochet den Akt der Schechitah ausführt Wenn die Ständige Mandatskommission zwölf bis fünfzehn Stunden der Schechi.ah widmete, ehe sie zu einer Einigung kam, um wieviel lingei mußte sie studieren, um das Lanaproblem zu verstehen, um unsere Beziehung zu den Arabern zu verstehen und die Hunderte von Dingen, die zur Kenntnis des palästinensischen Lebens gehören. Es ist notwendig, hier den Herren und Damen der Ständigen Mandatskommission unseren Respekt zu, bezeugen. Sie befassen sich viel ernster mit der Frage Palästinas als viele Fachleute und viele Touristen, die von dort kommen. Ein weiteres Zeichen eines Fortschrittes in unserer politischen Lage ist in zwei weiteren Tatsachen verkörpert, von denen ich heute berichten möchte. Hier auf der Tribüne sitzen einige amerikanische Herren, darunter Dr. Wise und Richter Mack, die in den heroischen Tagen der Friedenskonferenz mit uns waren und die spöttische Haltung kennen, die von der französischen öffentlichen Meinung und Presse eingenommen wurde. Wir hatten sehr wenige Freunde. Sie wollten uns nicht durch Argumente, sondern mit der schlimmsten aller Waffen niederscnlagen, indem sie uns lächerlich machten. Der Weg, den wir seither gemacht haben, wurde erst vor ein paar Monaten völlig klar, als ich die Möglichkeit hatte, mit dem High Commissioner für Syrien über unsere Arbeit zu sprechen. Das einzige, was dieser High Commissioner zu sagen hatte, und es ist kein Geheimnis, denn ich denke, es Ist in der Presse veröffentlicht worden, war, daß er den Wunsch ausdrückte, die Zionisten möchten auch in Syrien zu arbeiten beginnen, weil er.•■ haffe». dnreb «könne:!־!fe s&fcfliftMnufjfder'׳po®|fi)hen Lage in Syrleh terbeipftthrt weBlen.:י ■"־ ׳ ״■■־•; ״ Welch ein Abstand zwischen der Haltung des Manucs, der zu jener Zeit Redakteur des ״Matin״ war und der Haltung des High Commissioner in Syrien! Und das Ist nicht das einzige Beispiel. Ob es sich um Briand oder Poincare handelt, um einen radikalen oder uin einen nichtradikalen Politiker, sie würdigen und respektieren glaube ich den Wert unserer Leistung in Palästina. Frankreich ist ein Mittelmeerland, Frankreich Ist ein Nachbar Palästinas und die Beziehung und das Wohlwollen der französischen Regierung ist ein wichtiger und bestimmender Faktor. Was ich von Frankreich gesagt habe, gilt in gleichem Maße von Italien, das ein ebenso wichtiger Faktor im Mittelmeer ist Die Welt sieht auf uns ais auf einen neuen Faktor, der im östlichen Mittelmeer auftritt. Sie blickte zuerst mit Mißtrauen auf uns. Heute läßt sie uns gelten. Hier sind wir, und wenn wir uns entwickeln, werden wir mit Ehre» in die Familie und Gemeinschaft der Nationen im Mittelmeerbccken eintreten. Manchmal glaube und fühle ich, daß wir diesen Ereignissen zu nahe sind, um ihre ganze Bedeutung zu verstehen, gerade wie man, wenn man dicht vor einem Berge steht, seine Höhe nicht abschätzen kann. Man beginnt seine Höhe erst zu verstehen, wenn man zu klettern beginnt. Diejenigen, die mit wunden Füßen die harten Berge Palästinas erklettern, wissen sehr wohl, daß wir einen klaren und dauernden Fortschritt gemacht haben, einen Fortschritt, der seine Spur und seine Marke in der Geschichte der Juden hinterlassen wird. Bevor ich dieses Kapitel verlasse, möchte ich eine Sache erwähnen, die ein Diskussionsgegenstand wird und aus der politischen Situation erwächst. Es ist die Frage der Staatsländereien in Palästina. Ich möchte diese Erklärung im Bewußtsein meiner Verantwortung als einer, der einige Kenntnis von Palästina hat, abgeben. Die guten Staatsländereien sind besiedelt. Diejenigen, die nicht besiedelt sind, lohnen kaum, daß man sich um sie bemüht. Es ist daher eine Illusion, daß cs eine große oder auch nur eine beträchtliche Menge verfügbarer Staatslindereien gibt, mit Ausnahme der Gegend von B e i s a n, für welche Sir Herbert Samuel mit den Bauern einen Vertrag abgeschlossen hat, der zugestandenermaßen unter Druck zuwege kam und eine Ungerechtigkeit gegen uns bedeutet, der aber ein Vertrag ist, den keine Regierung desavouieren wird und kann. Ich möchte . nicht, daß Sie glauben, daß wir, die Exekutive, den Versuch aufgegeben haben, die verfügbaren Staatsländereien zu bekommen. Ich sage nur, man soll nicht zuviel übertriebene Hoffnungen hegen, aber was möglich ist, um Boden von der Regierung auf rechtlichem Wege zu bekommen, wird versucht und ich hoffe auf einen Erfolg. Ich glaube, daß e§ möglich ist, durch gegenseitige friedliche Vereinbarung mit den Arabern zu einem modus vivendi bezüglich des Beisan-Landes zu gelangen und ich möchte so weit gehen zu sagen, daß jede mögliche Anstrengung in dieser Richtung gemacht wird. Aber es kann nur durch friedliche gegenseifige Verständigung geschehen. Wir werden die Bajonette Großbritanniens — seihst, wenn wir das könnten•— nicht benützen, um auch nur einen einzigen Bauer zu verjagen. Und, um zu schließen, möchte ich Sie an ein Wort von Bismarck erinnern: Man kann einige Zeit auf Bajonetten sitzen, aber man kann nicht dauernd auf Bajonetten sitzen. Obgleich wir langsam gegangen sind, obgleich die Regierung nach der Seite zu große Vorsicht geübt haben mag, dürfen wir stolz sagen, daß es 1n Palästina heute so gut wie keine britischen Bajonette gibt Wir können der Welt Dieser Punkt in Palästina. Ziehungen zu Wir seien zi Arabern Ang meint man, Bajonett ang lassen, uns 1 Unser Wun! Beziehun! Ich sage die fester, kfar Als Illus Jordanien und Verstau! machen in Stellung keii Ostjordanlam Macht habei zeichnen. W die England genau so wie die als der kannt, daß 1 zu einem a! mals die \X Das wäre,! denn es wt der Balfourin Transjorc gung un< dem arab Iästina nach k e i t, n i c 1 wird, wird in Transj genau so s! weil zwischc beide kein Augenblick, die Araber u die für beid Nun zu Was wir bis bar es auci Anfang, auf eines Änfanj wir, wenn ו destens bringen daß wir hei Land zu vi Palästina u die Ansied auf bewässe der politisch zugänglich 1 ist sein F gesiede'.t \\ gebracht w Platz ist, 1 heute der ' liegt — wc Der Sei nicht be Diese Bödt Wenn wir wir in An sind, hättei Hand und einem Zati mit Respek Willens sh isi das Lati wartet 1 zwei Jahre ewig wa Wir ha Frauen, di der Landei diese Chal Der Chalu wird mit $ Tomaten h die Hof! ten, ged a rbe itei kann! \! schon and< jemand ei er eine h! wir Spezia daß der g nur dar ptlanzu solches Hi Siedlung, ( Kapital Kenntnisse haben der Volkes. 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