Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 98 (14.12.1926)
- Date
- 1926-12-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 98 Nr. 98 Seite 710 nünftigen Uebergründungen zum Scheitern brachten. Oder glaubt wirklich irgend jemand, daß ohne die Krise in Polen oder Syrien, in Tel-Awiw Hunderte von Zeitungskiosken, Kleinwerkstätten, Lebensmittclgeschäften usw. hätten prosperiereu und die Mieten au{ 10 Pfund im Monat per Zimmer steigen können? Die Krise in Palästina ist vor allem verursacht durch die kopflose Art, in der gegen alle Warnungen der von Levite so verachteten ״Theoretiker“ die Mittel- Ständler in Palästina sich nach Art von ״Dzika und Nalewki“ Existenzen gründen wollten, wovor Weizmann, der nicht einmal ein ״Theoretiker“ gescholten werden kann, schon im Herbst 1924 öffentlich gewarnt hat. Noch viel früher, auf dem deutschen Delegiertentag 1923, hat Arlosoroff in seinem großen Kolonisationsreferat vor den falschen Vorstellungen gewarnt, daß man mit städtisch-industrieller Kolonisation rasch Massen in Palästina ansetzen kann. Ruppin, der nicht nur ״Theoretiker“, sondern auch unser erfahrenster Praktiker ist, hat schon in seinem Aufbaubuch 1919 (11. Kapitel), ebenso in seinem neuesten Werk über die landwirtschaftliche Kolonisation (20. Kapitel) dargelegt, daß zumindest 30 der Einwanderer landwirtschaftiich angesiedelt werden müßten. (1919 sprach er sogar von 50 °/0.) Was hat die Privatinitiative aber bisher in der Landwirtschaft vermocht? Levite spricht von neuen mittelständischen Kolonien. In Wirklichkeit hat nicht eine einzige von den wenigen, die in Betracht kommen, reüssiert, und alle sind auf die Hilfe des Keren Hajessod angewiesen (von denen, die mit Hilfe der ICA arbeiten, wie Benjaminah, kann hier nicht gesprachen werden). Außerdem sind in den bestehenden alten Kolonien die Pflanzungen vielfach durch neue Eigner erweitert worden. Ruppin rechnet für die Folge damit, daß im Falle des Zustandekommens einer Landwirtschaftsbank (die auch nur mit Hilfe des Keren Hajessod gegründet werden kann) per Jahr 500 Familien mit 500 Pfund Kapital für Orangenplantagen Kredite erlangen könnten. Wenn wir selbst annehmen, daß wir Jahr für Jahr 500 Familien mit 500 Pfund (d. s. zusammen 250000 Pfund) für diesen Zweig der Kolonisation finden würden, so wäre das nur ein Teil jener mindestens 2000 Familien, welche wir per Jahr landwirtschaftlich zu kolonisieren hätten, um 1/a der gewünschten Einwanderungsziffer mit dem Boden zu verwurzeln, für den Rest bedarf es aber 1—11/s Millionen Pfund seitens der Gemeinschaftsfonds, selbst wenn die Anzusiedelnden etwas Kapital besitzen würden. Mit bloßen Kreditinstituten ist diese Kolonisation nicht finanzierbar. Was die Industrie betrifft, so hat die Privatraitiäfiye gewiß viel geleistet (Allerdings kann man die iik|iÄ';'7EaljriÄri ':ni^f^pi'f’/nflMhleftj denn wenn Edmund Rothschild eine Mühle und eine Salzfabrib baut, so ist das nicht auf Konto der ״Mittelstands- Initiative“ zu setzen.) Aber man kann nicht genug warnen vor den übertriebenen Vorstellungen, die diesbezüglich verbreitet werden. Palästina hatte bis zum Krieg so gut wie gar keine Industrie Es war alles nachzuholen und dazu kam, daß durch die Aufbautätigkeit der Juden und ihre wachsende Zahl die Konsumkraft des Landes für Industrieartikel stark wuchs. Deshalb war eine Anzahl von Gründungen möglich. Aber mit Ausnahme einiger weniger großer Fabriken handelt es sich um wenige mittlere und sehr viele kleine, ja winzige Industrien! Der Durchschnitt der beschäftigten Personen ist ~ eingerechnet die großen Fabriken — zirka 9 bis 10 per Betrieb, die der verwendeten Pferdekräfte 11 bis 12. Während von Juli 1925 bis Juli 1926 45 neue Unternehmungen zugewachsen sind, haben nicht weniger als 94 geschlossen werden müssen. Auch hier zeigt es sich, wie schädlich die Uebergründungen und wie übertrieben die Vorstellungen von den Möglichkeiten sind. Gewiß ist der Mangel an Industriekrediteinrichtungen eine starke Hemmung für die Industrieenhvicklung, wer wollte diese Selbstverständlichkeit leugnen? Aber mit allen möglichen Kredithilfen und sogar mit der von Jabotinsky ersehnten Prohibitivzöllen läßt sich eine Industrieentwicklung in Palästina nicht so forcieren, daß jährlich viele Tausende neue Arbeiter Beschäftigung finden könnten. Es gibt keinen Industriestaat der Welt, in dem sich die Fabriken nicht vor allem auf den heimischen Konsum stützen! müßten. Wie ist es damit in Palästina bestellt? Da die Fellachen als Konsumenten nicht in Betracht kommen, in den Städten zumindest 30—60 °/0 der Einwohner nur das notwendigste Einkommen haben, so kann man mit höchstens 200000 Konsumenten von Industrieartikeln rechnen! Das syrische Absatzgebiet kann man nicht ohne weiteres einkalkulieren, weil in Syrien ebenfalls eine Industrieentwicklung vor sich geht und man mit der Zollfreiheit vielleicht dieselben Erfahrungen machen wird wie im Handel, wo der Vorteil vorläufig noch ganz auf syrischer Seite liegt. Jedenfalls könnte man selbst als Revisionist nicht eine Zollmauer gegen Syrien errichten wollen, weil man dann diese Absatzgebiete infolge Retorsion sicher verlieren würde. Kann man das aber nicht, so würden die palästinensischen Schutzzölle nur dazu führen, daß die europäischen Waren via Syrien den Weg nach Palästina finden würden. Zu dem inneren Konsum kommt natürlich noch der Bedarf des Aufbauwerkes. Doch wird davon noch auf lange Zeit ein sehr großer Teil (namentlich Maschinen und sonstige Einrichtungen) nicht im Lande hergestelit werden können. Ein anderer wichtiger Teil, (Baumaterialien), ist kein arbeitsintensiver. Die große Zementfabrik beschäftigte im Juli 1925 266, die Silikatfabrik 125 Arbeiter usw. Die Industrie Palästinas hat übrigens auch mit hohen Löhnen und anderen Schwierigkeiten zu rechnen, so daß selbst bei Vorhandensein von Kreditinstituten die Möglichkeit, jährlich viele tausende Arbeiter in diesem Erwerbszweig unterzubringen, gewiß nicht vorhanden ist Bis heute sind in Werkstätten mit motorischer Kraft im ganzen noch nicht 7000 Arbeiter beschäftigt, davon wurden in der Periode der stärksten bisherigen Aufbauarbeit und Einwanderung November 1923 bis Juli 1925 (1% Jahre) im ganzen 2400 Arbeiter eingestellt. Das sind auf ein Jahr gerechnet dreizehnhundert Köpfe! Es ist auch durchaus nicht zutreffend gegenüberzustellen, daß in ״Privatbetrieben“ 15000, in ״privaten“ Kolonien 5000 Arbeiter beschäftigt sind und nur 3000 von den Fonds angesiedelt wurden. Denn man kann beispielsweise die Arbeiter des Solei Boneh nicht einfach auf Konto der Privatinitiative setzen, denn sie bauen nicht nur; fff:'UnteKtehiner Hälseff sondern ,sfe!1Ätten׳n&vB; auch Ameliorationen für den K. K. L. aus oder bauen an der Universität usw. Die 5000 in den alten ״privaten“ Kolonien beschäftigten Arbeiter konnten nur mit Hilfe der Fonds untergebracht werden, im übrigen kann man diese Kolonien, in die ein reicher Wohltäter 80 Millionen Goldfrancs steckte und die 25 bis 45 Jahre alt sind, nicht auf Konto der Privatinitiative von heute im Sinne der Eth liwnoth buchen! Der Faktor Zeit erscheint in Levites Rechnung überhaupt nicht berücksichtigt. Gewiß werden in einem Jahr nur relativ wenige Familien von den Fonds angesiedelt (allerdings nur wegen ihres Geldmangels, nicht etwa wegen gegenüber der Privatinitiative minderen sonstigen Kapazität). Aber Tatsache ist, daß die Fonds seit Kriegsende 60 neue Siedlungen gegründet, dabei durch die Emek-Kolonisatkm das Kernstück des neuen Aufbauwerks geschaffen haben und daß heute doppelt so viel Juden auf dem Lande leben als 1919 (24000 gegen 12000). Levite weist auch auf die Bodenkäufe des Privatkapitals hin. Was dies betrifft, so kann man nur bedauern, daß die öffentlichen Fonds und Institute nicht soviel Geld haben, um die für den Aufbau wichtigsten Bodenflächen selbst zu kaufen. In Tel-Awiw hat der private Bodenkauf die Grundpreise in die Höhe getrieben und damit die Existenzmöglichkeiten der Ein- Wanderer erschwert. Demgegenüber wird in Australien eben jetzt eine neue Bundeshauptstadt gebaut (Canberra), wobei der dazu nötige Boden vom Commonwealth erworben und für ewige Zeiten der Grund- Spekulation entzogen worden ist! Der Fall Djidro ist nicht minder lehrreich. Dort ist das vielleicht zukunftsreichste Gelände Palästinas in private Hände gekommen, und wenn man schon annehmen wollte, daß die Haifa Bay Cy damit nicht selbst spekulieren wird, so verkauft sie die Parzellen in Privatbesi^z und die Spekulation wird also die nächsten Besitzer reich machen. Ja noch mehr: Da die Haifa Bay Cy sich ״übernommen“ hat und nicht genügend Geld für die nötigen Ameliorationen besitzt, muß der Keren Hajessod Gelder aus dem Titel der Arbeitslosenfürsorge vorstrecken. Das heißt nichts anderes, als daß die Gemeinschaftsfonds noch durch die geschaffene Zwangslage jene Spekulationsmöglichkeiten des privaten Kapitals zu fördern genötigt sind! Führen wir also die Dinge auf das richtige Maß zurück! Das Fehlen von Kreditinstituten ist gewiß ein schwer fühlbarer Mangel und hemmt die Privatinitiative. Aber das Bestehen solcher Anstalten ist noch nicht die Panacee, durch welche die Bahn für ungehemmte Einwanderung freigemacht wäre! Denn Kredit kann nur gegeben werden, wo sichere und rentable Unternehmungen vorliegen und solche können nur im Maße der Ökonoraischen Möglichkeiten Palästinas geschaffen werden. Wenn ferner die Privatinitiative gegen die Fonds ausgespielt und gesagt wird, daß sie soviel mehr getan hat als diese, so muß daran erinnert werden, daß selbst die geringe Kredithilfe für die Privatinitiative, die in Palästina geleistet wurde — Hypotheken- und Industriekredit, neuestens auch Hilfe für Arbeiten in den Stadtgemeinden, auf den Privatböden, wie Djidro, in den privaten Kolonien (z. B. Bnei Brak, Migdal, Chassidim- Siedlung) — von den Gemeinschaftsfonds gegeben wurde, die jetzt gutmachen sollen, was eine ungeregelte Einwanderung verdorben hat, und daß die Fonds durch die neue Kolonisation, die Beteiligung an den Arbeiterinstitutionen (Solei Boneh, Bank usw.) das Rückgrat für den Aufbau geliefert haben. Wenn man ein noch so großer Freund der Privatinitiative ist, so hat man deshalb nicht den mindesten Grund, die Arbeit der Gemeinschaft durch Keren Hajessod und Keren Kajemeth zu bagatellisieren. Im Gegenteil:JJZie: die . Dlifgj«* in Palästina liegen, muß jeder, der die Privatinitiative fördern will, vor allem danach trachten, die Fonds, die ihr den Vorspanndienst leisten, zu kräftigen. Me palästinensische Orangenzueht ״Mischar Wetaasia“ berichtet: Die im Sommer gehegten Hoffnungen an! ein gutes Orangenjahr wurden nicht getäuscht. Die Früchte sind besonders gut geraten. Es gelang im Laufe dieses Jahres, die Orangen-Anbaufläche in Palästina zu vergrößern. Vermittels Traktoren wurden in verschiedenen Orten Judäas weite Flächen für neue Orangenplantagen umgepflügt. Allein in der Gegend von Rechoboth wurden 1200 Dunam für neue Orangengärten bearbeitet und zu diesem Zweck 14 Brunnen gegraben. Auch in der Nähe von Chederah bemerkt man neue Orangenglrten, ferner in Petach-Tikwah, Neß Zionah und Rischon-Ie-Zion. Neben der Vergrößerung der Anbaufläche wurden auch Vervollkommnungen in der Pfropfung, Zucht und dem Vertrieb der Setzlinge erzielt. Der verirrte Kosak (Eine Geschichte aus einer deutschen Synagoge.) Von Fische! Schneersohn. Mußte es so passieren, daß gerade Awremele, ein chassi* discher Lehrer und beliebter Sänger aus einem kleinen wolhynischen Städtchen, sein Letztes zu verkaufen gezwungen war, um mit seiner schwerkranken Frau nach Berlin zum Professor zu fahren? Und gerade eine Woche vor Neujahr. Man hat ihn den Awremale des Rebben genannt, obgleich er von einfachen Eltern stammte und selbst nur ein einfacher Lehrer war. Aber der Rebbe hat ihn sehr geliebt, und ihn immer-,,mein Awremale“ genannt. Es genügt, von ihm zu sagen, daß er im Nu einen neuen Nigen schaffen konnte, einen lebendigen, frischen Nigen. Fast an jedem chassidischen Tisch erfindet er neue Niganim, und jeder ist ein Geschönt für sich voll eigener Lebenskraft. Er ist darin wahrhaft unerschöpflich. Er war aber ein ganz merkwürdiger Mensch. Mittelgroß, mit kleinen, lebendigen Aeugleln und einem runden, blonden Bärtchen, lächelt Und strahlt er immer vor sich hin. Er macht keinen Unterschied zwischen Fremden und Bekannten, mit jedem ist er wie mit einem Bruder. Sieht er einen fremden Menschen, so lächelt er ihm zu und spricht zu ihm wie zu einem guten alten Freund. Dann hatte er noch etwas Merkwürdiges an sich: inmitten eines Gesprächs wird er plötzlich zerstreut, das Gesicht zuckt, die Augen umnebeln sich, er ist gar nicht mehr auf dieser Welt, und auf einmal wendet er sich zur Wand und fängt an, wie geistesabwesend zu singen. Das war so seine Art, sich ״plötzlich“ zum Gebet hinzustellen, voller Ekstase und Gesang. In der Synagoge war immer große Freude,, wenn es hieß, daß sich Awremale ״plötzlich“ zum Beten anschickt. Unterwegs nach Berlin hat er immerzu lächelnd auf seine kranke Frau eingeredet: ״Du wirst schon sehen, Ssore, daß du in Berlin mit Gottes Hilfe volle Genesung finden wirst. In Berlin sind doch die größten Professoren. Wenn irgendwo ein König krank wird; so ruft man einen Professor aus Berlin zu ihm. Außerdem ist in Berlin, wie doch überall, ein so roßer Gott, ein gnädiger und erbarmender! Laß gut sein, sore, du wirst schon senen, wie schnell dir in Berlin geholfen werden wird, du wirst schon sehen Auf dem Weg von der Bahn zu ihrem kleinem Hotel hat Awremale sich verwundert umgeschaut auf die ungeheuren Steinhäuser, gewaltigen Straßen, Menschen, Wagen, Stadtbahnzüge. Man geht, man läuft, man fährt: immerzu, immerzu. Das hat er doch schon immer behauptet: eine Wundersfadt! ״Begreifst du jetzt schon, Ssore, was sich hier alles tut? Du wirst schon sehen, wie schnell uns der Allerhöchste helfen wird So hat sich Awremale fortwährend gewundert: über den Fahrstuhl, der in einem Augenblick einen Menschen in die Höhe bringt, über den erhabenen Professor mit seiner sonderbar breiten Stirn und seiner großen goldenen Brille, hauptsächlich aber über die Klinik, in die man Sara gebracht hat Die Klinik ist so groß, daß ein menschliches Auge sie gar nicht fassen kann. Das ist keine Klinik, das ist eine Stadt. Da sind zahllose Gebäude, und jedes Gebäude hat viele Treppen, und jede Treppe führt zu zahllosen Zimmern und Korridoren. Ueberall sient man Schwestern, Aerzte und Professoren, lauter große Menschen in schneeweißen Mänteln. Herr der Welt — was sich da alles tut!|ן Awremele hat voll Freude die Schultern hochgezogen. Am Tage vor dem Neujahrsfest hat Awremele seinen festlichen, schwarzen Rock angezogen und jemanden gebeten, ihn in eine Synagoge in der Nähe zu führen. Ein paar Schritte vor der Synagoge ist Awremele stehengeblieben und hat entzückt das gewaltige Gebäude, mit den großen, glattbehauenen steinernen Stufen betrachtet. Zwischen den vielstöckigen Häusern ist die Synagoge wie aus einem Guß in die Höhe geschossen und hat ihre Größe voller Geschlossenheit in eine goldene Kuppel zusammengefaßt. Wirklich: ein königlicher Palast! Awremele hat voller Entzücken gelächelt. Er hat sich gefreut, daß er das Glück hat, mit seinen eigenen Augen zu sehen, daß man nicht für Könige, sondern für den Allerhöchsten Paläste baut. Daheim in Wolhynien sind doch die Synagogen meistens aus Holz, selten einmal aus Stein. Aber hier, gerade mitten in Berlin, baut man für seinen heiligen Namen einen königlichen Palast. Und siehe da: auf den glatten steinernen Stufen, neben der schönen, weit geöffneten Tür, stehen königlich geschmückte ״Schamossiro“, fest und steif, schwarz gekleidet, runde Samtmützen auf dem Kopf — wirklich ganz wie königliche Diener! Mit heimlicher Neugierde hat es Awremele die glatten Stufen hinaufgezogen. Aber an der Tür hat ihn der vornehme Schammes aufgehalten und ihm steif etwas auf Deutsch gesagt, daß Awremele kein Wort davon verstehen konnte. Da hat der Schammes ihm ins Gesicht geschleudert: ״Karte! — Karte!“ Karte? —• Hier in diesem Palast geht wahrscheinlich etwas so Großes vor, daß man nur auf Karten hineinkommt. Inzwischen aber sind einer nach dem anderen nach der Synagoge gekommen, deutsche Juden mit glänzenden Zylindern. Awremele lächelt und spricht zu ihnea wie zu alten Bekannten. Einer von ihnen hat dem Schammes gewinkt und Awremele durchgelassen. In der Synagoge hat Awremele ein paar langsame Schritte nach der nächsten Bank gemacht, und ist dann wieder ganz entzückt stehengeblieben. Ueber der ganzen Synagoge ist ein wunderbar hohes Gewölbe ausgebreitet. In festen, gleichmäßigen Reihen stehen voller Ehrfurcht schöne, feine Bänke — von der Tür bis zum Almemor, der sich in nie gesehenem Glanz erhebt. Unzählige elektrische Lämpchen gießen Licht von allen Seiten herab. Und die Stille ist so groß, man hört nicht einmal Schritte. Des Kantors Stimme fließt wie ein dünner Silberstrom von dem weiten Orned, und ihre metallenen Klänge sind ebenso glatt geschliffen und innerlich steif wie die steinernen Stufen draußen. Aber woher kommen die Töne, die des Kantors Stimme begleiten? Awremele hat die Augen erhoben und sich suchend umgesehen. Ah! ein verborgener Chor, ebenfalls wie die steinernen Stufen glatt und geschliffen. Auf den Bänken sitzen steif aufgereckte, vornehme Menschen in glänzenden Zylindern und schwarzen Röcken. Wenn sich nur jemand gerührt hätte! — Wie ausgemusterte Soldaten sehen sie aus, die beim König Wache stehen, Achtung! Nicht von der Stelle gerührt, nicht mit den Augen gebunzelt! Der König aller Welten, der König der Könige steht über uns! Wie ein Mensch erheben sich plötzlich alle Menschen und bleiben eine Weile erstarrt stehen. Und bald setzen sie sich wieder auf ihren Platz — eine feste, steife Wand. Nicht gerührt von der Stelle, nicht mit deii Augen geblinzelt! Plötzlich haben Awremele die Ohren gesaust. Die Stille selbst hat in großer Furcht und Freude ausgerufen: ״Der König aller weiten! Der König aller Könige!“ Awremele hat sich plötzlich erinnert: einmal hatte er das Glück gehabt, mit dem Rebben in einer Stadt zu sein, durch Urb« Seit eii Straße, in eine neue nisation D von den T; Und denno Beginnes e sehen Kok kinder — 1 den für sic Departmen Zweigen $ gefunden, < zu sorgen Augen vie einnehmen Der E des neuen ihm manif! ponent Di Stellung zi Opposit steckenzub! Gesundung dem unzwi hoffen zu zur Sachlic wird. Es gib stritten sin nicht best! ist mit dei Palästina 1 Erkenntnis selbst iron leutc, als 1 darin gleic vielen andi haben, um Am 25 ״M o a z aI heimelnd s tistiken ur dem piläsi len sich t städtischer monatig w arbeit wir« raissionen sionen hat Textilindu! für das St! Lebenskos eine Berat der Indust nicht durc schinen ui etwa siebt Depnrtme! Der י Dlzengoffs Kongreß i Landwirte, Losung ״ liseigt wu sei jedoc! Die ohne beschäftig in der La man berei Wirtschaft Die JV ׳ die Proje palästinen! Regierunc an ein tii briken un währte, n Zwecke c In eii zu überm dankbarer Situation klärt. Dt ein guter bald gute die der 1 Gefolge v aufmarsel ״ist das daten de höchsten marschier ausgemus lieh — St für Chas! der Bode geröteten s a k e n 1 sam mit in jeder bereit sir stürmen. Kosaken doch ger ein chass Ursprung Awre agoge. i Garde! Gesichter es wiedei furcht in haben d sich zu and sein Seele is Sprüngen und inde hlneinste! zu slnj sich in! verhalten und Inbr höher un viele Zvl J' und Bat