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Jüdische Rundschau · 1926-12-10 · Heft 97 (10.12.1926) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 97 (10.12.1926)
Date
1926-12-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 97 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 705 Judentum und Deutschtum Von Sch. Gorelik, Das Sonderheft des ״J 11 d e »“, das dem Problem Judent 11 in und Deutschtum gewidmet ist*), enthält wiederum einen Aufsatz von Oskar A. H, Schmitz (״Der jüdischchristliche Komplex“), welcher die Haiiptaufmerksamkeit des Lesers in Anspruch nimmt. Freilich, wenn mail ihn zu Ende gelesen hat, wird man ein Gefühl des Unbehagens nicht los, das sicli gewöhnlich dann einstellt, wenn einem zum Bewußtsein kommt, daß die Diskussion unfruchtbar war. Schmitz operiert mit sehr feinen, hohen Begriffen, aber wenn er an den Juden etwas auszusetzen hat, wenn er ihnen mit Vorwürfen entgegentritt, bekommt man überraschender־ •weise dieselben Worte zu hören, die man von erklärten Judengegnern zu hören gewöhnt ist. Die Kluft, die das Judentum von der Umwelt trennt, will er in dem Verharren auf einer früheren Heilsstufe sehen. Es fehlt dem Juden das christliche Gnadenerlebnis, dafür aber besitzt er in allzu großem Maße die Leidenschaft der Gerechtigkeit. Daher das fanatische Weltverbessertum, daher das Jagen nach utopischen Theorien. Und es folgt, wenn auch in vornehmer Form, aber dem Wesen und Inhalt nach dieselbe von den Gegnern der Juden tausendmal schon wiederholte Frage: ״Weshalb drängt Ihr der Welt, die in Ruhe und Frieden hätte leben können, einen Lassalle, einen Marx auf? Weshalb stiftet Ihr überall Unruhe an, indem Ihr fanatisch auf Gerechtigkeit pocht.“ ltn zaristischen Rußland wurden die friedliebendsten, angesehensten Juden der Stadt oft zum Gouverneur zitiert, der ihnen erklärte, die Juden sollten sich für die Verfolgungen, die sie auszustehen haben, bei den jüdischen Revolutionären bedanken. Zwar wußte er, daß Pugatschow, Stenjka Rjasin, die Anführer der großen Bauernaufstände, ln ihrem wilden Fanatismus nicht von Juden inspiriert sein konnten. Auch wußte er sehr genau, daß die sogenannte nihilistische Bewegung, wie auch die spätere der ״Narodnaja Wolja“ fast judenrein war und ihre Mitglieder größtenteils aus Adels■ und Beamtenkreisen stammten, daß Bakunin, Dobroljukow und Tschernischowski und die vielen anderen Väter des Radikalistnus echte, echte Russen gewesen sind, aber es half alles nichts, die Juden mußten zur Verantwortung gezogen werden. Ist etwa das Verfahren von Schmitz viel anders? Den Lassalle kann er den Juden nicht verzeihen, dagegen aber läßt er den Bcaconsfield-Disraeli, der nach Zangwills trefflicher Bemerkung ein erfolgreicher Lassalle war, gelten. Dieser Jude, der sich 11m die Vermehrung und Festigung des Besitzes seines Vaterlandes so bemüht hat, ist natürlich der ״erwünschte Jude“. Dazu gehört nicht viel. Jeder Forsyte ist ein Verherrlieber Beaconsfields gewesen, obwohl er wenig von dem Stolz, von dem Ehrgeiz und gewiß nichts von der verborgenen Sehnsucht Beaconsfields verstanden hat. Es gehört aber etwas mehr dazu, die Größe eines Lassalle zu würdigen. lind weshalb immer diese Zurücksetzung anderer Völker, In deren Reihen auch viele Gerechtigkeitsapostel zu finden sind? Der Stock Lassalles, mit dem er einmal einen Ueberfall abwehrte, gehörte zu den historischen Seltenheiten, denn es war der Stock Robespierres, des großen Besessenen der Gerechtigkeitsidee, der nicht vom Alten Testament, von den jüdischen Propheten, sondern von den römischen republi- ,jkaaiscben . Helden;. .yQd;׳-d«1, .Chroniken,, des;-Rlutaßäh, - von!Rousseau inspiriert wurde. Daß in der materialistischen Weltanschauung von Marx der Menschheit die idealistischen Motive ihres Handelns abgesprochen werden, ist für einen religiös und idealistisch eingestellten Menschen gewiß schmerzlich, aber muß man denn nicht das Nicht-wieder-grüßen Schopenhauers noch schmerzlicher empfinden, der den Menschen verachtete und ihn zu allem Niedrigen fällig hielt? Der Nichtjude Schopenhauer vermied es in den letzten Jahren seines Lebens überhaupt, das Wort Mensch auszusprechen und bediente sich des Ausdruckes ״die Zweifüßler“. Hier ist mehr Grund zum Erschrecken als in der Theorie, die erste Rolle in der menschliehen Gesellschaft gehöre der Oekonotnik, Die Gepflogenbeiten der Völker des heutigen Europas scheinen die inaterialistische Weltauffassung eher zu bestätigen. Eis ist wohl auch Herrn Schmitz aufgefalleti, daß man jetzt ein Unrecht, eine Unbill, begangen an einer Gruppe von Menschen, hauptsächlich aus dem Grunde ablehnt, daß es den wirtschaftlichen Interessen schädlich sein könnte. Die große menschliche Geste, den feierlichen Ruf: ״Brüder, es geschieht ein Unrecht, die heiligen Rechte des Menschen sind verletzt worden“ ־— wird man jetzt nur selten hören. Man argumentiert statt dessen mit □1 ünden rein ökonomischer Art: Es schadet dem Fremdenverkehr, es wirkt hemmend auf die wirtschaftlichen Interessen oder, was wird Amerika sagen u. dgl. mehr. Daß in den Marxschen Theorien den altruistischen edlen Motiven im Tun und Handeln der menschlichen Gesellschaft nicht der erste Platz gegeben worden ist, kann schmerzlich, verletzend wirken, aber was bedeutet diese Tatsache im Vergleich zu den Flüchen eines Leopardi? Daß der Unterschied zwischen dem Sozialismus und dem Christentum darin besteht, daß ״das Christentum den Wert aufs Geben legt, der Marxismus auf das Empfangen“, ist schon lange vor Schmitz von dem religiösen Philosophen Wladimir Solowjew fast mit denselben Worten geäußert worden. Aber derselbe Solowjew betete vor seinem Tode für das Volk der Juden. Seine tiefe, gläubige Natur konnte niemals den historischen Materialismus annehmen, auch war ihm bekannt, daß Marx Jude war, aber er wußte, daß für die Be- Ziehungen der Umwelt zu den Juden nicht die ״frühere Heilsstufe der Gerechtigkeit“, auf 'der die Juden stehengeblieben sind, maßgebend war, sondern die grausame Gewohnheit der Menschen, Schwächere anzugreifen. Er wußte, daß der Hauptgrund des Judenhasses nur der ist, daß die Juden eine Minderheit sind. Was so peinlich und unangenehm in dem Aufsatz von schmitz berührt, ist eben der Umstand, daß er das an und für sich interessante Problem von jenen zwei Heilsstufen, der der Gerechtigkeit und der des Gnadenerlebnisses, auf die bestehende Kluft zwischen der Umwelt und den Juden anwendet, während in Wirklichkeit ganz andere Kräfte und Motive dafür maßgebend sind. Indem er aber solche Argumente ins Treffen führt, werden sie zum leeren Geschwätz und dienen nur zur Bemäntelung jener Unfreundlichkeiten, die wir gewohnt sind, von unseren fanatischesten Gegnern zu hören. Ueberkommt einen christlichen Schriftsteller das Verlangen, sich über die Beziehungen zwischen der Umwelt und den *l Jüd, Verlag, Berlin, 3^8Q HL Juden zu äußern, so hat er bei einer solchen Gelegenheit nicht über das Unadcncrlebnis zu philosophieren, sondern soll lieber in der menschlichen Geschichte blättern, in di r Geschichte, die zu lesen für Mendelssohn ein Greuel und Schrecken war. Er soll das Geschwätz ״Ihr habt der Welt den Marx gebracht“ unterlassen und gereehterweise an jenen Ausruf denken, den der edle Renan einst getan hat: ״Wann wird endlich den Juden verziehen werden, daß sie der Welt einen Gott gegeben haben.“ Im übrigen: Walter Rathcnau versuchte in seinen Schriften, Marx zu widerlegen. Er war bemüht, eine neue soziale Theorie aufzustellen, die den Klassenkämpf überflüssig machen sollte. Dennoch befindet sich Rathenau nicht mehr unter den Lebenden, tung verdient. Handelt es sich doch hier um jene geistig« Richtung im russischen Judentum, die unter dem Name! Autonomismus bekannt ist und darin besteht, daß dajüdische Volk, indem es nach dein Verlust der politischen 11ml territorialen Selbständigkeit vermocht hat, sich als Nation zu erhalten, damit auch den Beweis geliefert hat, daß es zum höchsten Gipfel des nationalen Bewußtseins gedrungen ist, wo die Möglichkeit schon gegeben ist, auch ohne Staat• liehe und territoriale 1 fülle den nationalen Kern zu fördern. Dem Zionismus, der aus einer pessimistischen Betrachtung der jüdischen Lage hcrvorgegangeii ist, tritt Dubnow mit uuverglcichlidiem Optimismus entgegen. Da der Jüdische Verlag die Fortsetzung der Artikelserie Dutmows, bekannt unter dem allgemeinen Namen ,,Briefe über das alte und neue Judentum“ in den nächsten Sonderheften der Zeitschrift ״Der Jude‘* zu bringen verspricht, wird noch Gelegenheit sein, sich mit vier Dubnowschen Richtung ausführlicher auscinanclerziisetzcn. Unter der Rubrik ״Bemerkungen“ kommen noch Ernst W e i ß , Alfred D ö b 1 i n , Siegmund K a z 11 c 1 s 0 11 und Freiherr von Schönaich zu Wort. Alfred Dublin rechtfertigt sein Nichtbctciligeiiwollen im Sonderheft des ״Juden“ damit, daß er diese ganze Art der Umfragen, dieses Einladen wohlwollender Nachbarn, sich zu äußern, für unvereinbar mit dem Gefühl der Selbstachtung hält. Die Erwiderung Kaznelsons erscheint mir dennoch zu heftig. Zwar ist nicht zu bestreiten, daß die Empfindsamkeit Döblins viel von der Empfindsamkeit eines Novizen an sich hat. Er hat eine Reise nach Polen gemacht, hat dort ein jüdisches Volk entdeckt und starke, unvergeßliche Eindrücke mitgebracht; er erlebt sozusagen die Flitterwochen des nationalen Gefühls und nationalen Stolzes. Die Zionisten und Nationalisten aber, die in jüdischer Problematik grau geworden sind, haben das Stadium der idyilik lange hinter sich. Sie fühlen sich nicht verletzt, wenn sie Kritik zu hören bekommen. Das mag alles zutreffen und dennoch, angesichts der Erfahrung, die man mit Herrn Schmitz gemacht hat, ist auch das Bedenken von Alfred Döblin zu begreifen. Ü dich, braucht der Keren Kafemeth! ur wenn auch, du mit einem Sammelblock in einem Bekanntenkreis mindestens 25 Mark sammelst.kann der Keren Kalemetfi Inbeutschland 100 OOO Mark als UubUäams Spende aufbringen eh Den Ausführungen Schmitz' treten in diesem Sonderheft Bub er und Krojanker entgegen. Buber begnügt sich vorläufig nur mit einigen Berichtigungen, während Krojanker eine ernste Abfuhr erteilt, die vielleicht noch schärfer hätte sein können. Indes, Herr Schmitz könnte bei anderen Mitarbeitern des Sonderheftes vieles nachlesen, was zair Erläuterung des jüdischchristlichen Komplexes nützlich wäre. So z. B. wird er auf seine Frage: ״Was in aller Welt gingen Marx und Lassalle die deutschen Proletarier an?“ in dem Aufsatz von Theodor Leasing ^Jüdisch« Schicksal“ eine Antwort finden können, ״Wenn heute — schreibt Lessing — im öffentlichen Leben in Deutschland, Frankreich, Rußland der Jude als Schriftsteiler oder als Gelehrter eine Führerrolle zu haben scheint, welche fast ausschließlich den progressistischcn, wenn nicht gar den revolutionären und radikalen Bewegungen zugute kommt, so Hegt es einfach daran, daß die Masse des Volkes, auch des deutschen Volkes, genau das gleiche Schicksal hat, welches die christlichen Jahrtausende zunächst nur den Juden bereiteten: Entfremdung von Natur und Landschaft, Enteignung von der Scholle, Zusammenferchung in den Städten.“ Theodor Lessing erscheint die Industrie-Arbeiterschaft von heute als ״eine einzige Judenheit“, als ״ein einziges riesiges Ghetto“. Sonst sieht er für den Juden nur zwei Möglichkeiten, zwei Auswege: Entweder ״Uebernahme einer zwischenvölkisehen allvermittelnden Sendung“, ״die Flucht in den Geist“ oder die Befolgung der Losung ״Zurück zu den Müttern“, ״ln die Scholle“, das heißt Zionismus. Es befinden sich in diesem Sonderheft außerdem Aufsätze wohlwollender und freundlicher Art von Max, Herzog zu Sachsen über ״Zionismus und Rücksicht auf deutsches oder anderes Nationalgefühl“, und einige Nachdenklichkeiten der Frau Katharina von Obeitnb über die Judenfrage, die sie als Geschmacksache betrachten will. Den ängstlichen Geistern, die sich nicht zu dem Gedanken durchringen können, daß es wohl möglich ist, gleichzeitig Zionist und sehr!ovaler Bürger des Staates, in dem man lebt, zu sein, ist jetzt geholfen. Aus den. Ausführungen des Herrn Max, Herzog zu Sachsen ist klar ersichtlich, daß aus diesem Sachverhalt keine Konflikte hervorgehen können und sollen. Zu demselben Resultat kommt übrigens auch Herr Walter Sulzbach in seinen geistreichen Ausführungen: ״Die Juden unter den Deutschen“. Wenn der bedeutsame, höchst interessante Aufsatz von Simon Dubnow ״Das alte und das neue Judentum" bis jetzt unerwähnt blieb, so ist es nur deshalb geschehen, weil dieser Aufsatz, der nur ein Bruchteil einer größeren, vor vielen Jahren in einer russisch-jüdischen Zeitschrift veröffentlichten Arbeit ist, eine besondere, ausführliche Betrach- J|llll!llllllll!llllllllllllllllllllll!llii!illlllllllllll!llllllillllllllll₪ I Kinder IIIIIL kommt uni Seien das Sftj&fcrig -■ii e JabllSam des Keren Kaitmelh (Jüd. Nitioimlfoad»). Am Dienetagr, den 14. Dezember, findet ln den Rlumen des Lojrenhauses, Klelststrafie 10, ein Kinderfest statt mit Musik, Theater, Kaffeetafel, Geschenken und Überraschungen. Al» Theaterstück zeigen wir Euch — von Kindern aufgefühfl - zum ersten Male das biblische Spiel die ״Arche Noah“ von Albert Baer. Eintrittspreis 1 Mk. Einlatt '4 4—4 Uhr (um 4 Uhr werden die Saallüreti geschlossen) Bon» für Schokolade und Kuchen (nur für Kinder) werden mit den Eintrittskarten zugleich für BO Pi. ausgegeben Karten sind im Büro des Keren Kajemeth Meioefecutr. 10. erhältlich Auf vierfachem Wunsch haben wir uns entschlossen, »viel! eine Tag?« kasse einzurichten. JfidiidfiUtttODBl« Fraueft-Vereiaigung. Iil1ul]!ill!ii'l!lllllllllll!lll!1l,llllllllllll■ Kleine Nachrichten Laut offizieller Mitteilung sind im Oktober 641 Personen, unter ihnen 598 Juden, in Palästina eingewandert. In dem gleichen Monat sind 1302 Personen, unter ihnen 1061 Juden, ausgewandert. Dr. Nord, der deutsche Generalkonsul für Palästina, und Dr. Hubicky, der polnische Generalkonsul, machten in der letzten Woche eine Tour durch den Emek und Galiläa. In Begleitung von Herrn Kalvarisky von der zionistischen Exekutive besuchten die beiden Konsuln die zionistischen Siedlungen, 11. :1. Merchawia, Kfar Jecheskiel, Ain Charod, Beth Alpha und Dagania, und andere jüdische Kolonien. Im oberen Galiläa besuchten sie Tel Chai, Kfar Gileadi und Metultah. Das Jerusalemer Komitee der Völkerbundliga hat sich soeben konstituiert und M. M. Ussischkin zum Präsidenten, Richter Frumkin und S. Schwartz zu Vize■ Präsidenten gewählt, in Haifa wird demnächst eine Völkerbundliga gegründet. Louis D. Brand eis war, wie aus Washington gemeldet wird, aus Anlaß seines 70. Geburtstages Gegenstand vielfacher Ehrungen. Louis Marshall, der Präsident des American Jcwish Committee, erließ aus Anlaß des 70; Gcburtstags von Brandeis eine Kundgebung. Dr. Be 11 sion, der Delegierte des Keren Hajessod, ist in Argentinien angelangt und hat die Arbeit mit der Organisierung einer K. H.-Kampagne unter den Mitgliedern der Sephardischen Gemeinde in Me 11 doza eingeleitet. Es wurde eine sephardische zionistische Gruppe unter dem Namen ״Bnei Kedem“ gegründet und der zionistischen Föderation angeschlossen. Das Keren Hnjessod-Komitee in F e z hat dein Hauptbüro mitgeteilt, daß bei dem kürzlichcn Besuch Dr. M. Haiperins, des K. H.-Delegierten für Nordafrikn, 100 (MX) Frc*, gezeichnet wurden. Am 2. November eröffnete der Keren Hajessod in Bukarest eine Kampagne, deren Ergebnisse am 12. November sich auf 1S30 500 Lei beliefen, wovon mehr als 1 200 000 bar Ungezählt waren. Die Zahl der Spender ist 330 gegen 267 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Bnc Brith-Loge in Jerusalem hat be schlossen, sich in den Jubiläumsband des Goldenen Buches des Keren Kajemeth eintragen zu lassen, ebenfalls die Anglo Palestine Company. Das Informationsbüro der Zionistischen Organ!״ sation in Jerusalem teilt mit, daß alle Vorbereitungen für die kommende Touristensaison getroffen sind. Vertreter in Kantara, Haifa und Tel-Awiw werden die Besucher empfangen und ihnen Informationen, Literatur usvv. zukommen lassen. Das Jerusalemer Hauptbüro steht für die Zusammenstellung von Touren usw. zur Verfügung. Kfar Jecheskiel, die größte unter den Kleinsied־ lungen des Nuris-Komplexcs auf Boden des Keren Kajemeth Lejisrael, feierte am 19. November ihr fünfjähriges Bestehen. Bei dieser Gelegenheit wurde der Grundstein für das demnächst zu errichtende Schul ha us feierlich gelegt, das die völlig ungenügenden Holzbaracken, in denen jetzt Kindergarten und Elementarschule untergebraelit sind, ersetzen soll. Zum Vorsitzenden des Stadtrats von K o \v 11 o wurde mit den polnischen und jüdischen Stimmen der bekannte jüdische Politiker Dr. MescliuUm Wolf gewählt. Die administrative Kommission des litauischen Sejm hat die Gesetzcsvorlage über die Sonntagsruhe, welches wesentliche Erleichterungen der Zwangssonntagsruhe vorsieht, in allen drei Lesungen angenommen. ln der letzten Sitzung der Warschauer Jüdischen Gemeinde referierte der Vorsitzende, Abg. Farbsteitt, über das Gemeinde• Budget für 1927, das 3 250000 Zloty beträgt. Die nächste Tagung des Verbandes bayerischer Israelitischer Gemeinden wird voraussichtlich am 13. und 14. März 1927 in Fürth stattfinden. Die israelitischen Kultusgeraeinden der Pfalz haben sicli bekanntlich auf Grund der Reichsverfassung zu einem eigenen Verband zusammengeschlossen. Seit einiger Zeit machen sich Bestrebungen geltend, die pfälzische Organisation in de! bayerischen auf gehen zu lassen. 111 der nächsten Verbands- Versammlung soll diese Frage zur Erörterung gelangen. Der vor kurzem begründete einheitliche Verband der Israelitischen Kultusgemeindcn von Böhmen, Mähren und Schlesien hat sich soeben konstituiert. Dem Obersten Rat des Kultusgemeindeverbandes gehören ein tschechischer, ein deutscher, ein indifferenter Jude, sowie zwei Zionisten an. Am 2. Dezember verstarb in Amsterdam der Oberrabbiner der historischen portugiesischen Gemeinde Rabbiner f. van Palache im Alter von 69 Jahren.

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