Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 95 (3.12.1926)
- Date
- 1926-12-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 05 Nr. 05 Seite 84״ JUED1SCHE RUNDSCHAU die Schwierigkeiten, die sich aus den nicht erfüllten Ansledluiigsversprecheti an die alte palästinensische Arbeiterschaft ergeben, wir haben volles Verständnis für die Situation der Arbeiterführer des Merkas Chaklai, welche dem ersten Ansturm dieser berechtigten Forderungen standhalten müssen. Wir sehen aber keinen anderen Weg, als ein unseren Oeldeingängen und Kreditmöglichkeiten angepaßtes Arbeitsprogramin aufzusteilen, in welchem die Fertigstellung der bestehenden Siedlungen die erste Stelle einnehmen muß. Läßt man sich verleiten, mit einem ungesunden Finanzplan neue Ansiedlung schon heute zu beschließen, so heißt das, das Programm der unrationellen und unfundierten Wirtschaft verewigen. Wir glauben, daß es möglich sein wird, nach Erlangütig der £E 200 000 Anleihe und Verwendung aller Gelder des diesjährigen landwirtschaftlichen Budgets für die Konsolidierung, für das Jahr 5688 einen Plan vorzubereiten, nach welchem in den Jahren 88 bis 00 weitere 1000 Familien mit einem Kostenaufwand von £E 700 000 angesiedelt werden können, und daß außerdem in dem gleichen Zeitraum 1000 Pflanzerf a m i I i e n mit eigenem Kapital durch Kredithilfe die Möglichkeit der Ansiedlung gegeben werden kann. Mit den Siedlungen, welche im Jahre 5686 erst- «malig vom Keren Hajessod unterstützt worden sind, wurden bereits Verträge abgeschlossen, bevor das erste Pfund ausgezahlt wurde. Wir halten es für erforderlich, daß die Investierung von Mitteln für neue Kolonisation oder die Hergabe von Krediten an Pflanzer erst beginnt, nachdem zwischen Kolonisationsinstanz und Siedler Verträge abgeschlossen worden sind, deren Erfüllung sowohl für den Keren Hajessod als auch für den Siedler im Bereich der Möglichkeit liegt Weffgwood in Wien (Für aktive Mitarbeit der Mandatarraacht) €01. Wedgwood, M. P., ist auf der Rückreise von Palästina in Wien eingetroffen und wurde auf dem Bahnhof von Vertretern des Zionistischen Landeskomitees empfangen. Wedgwood, der in Wien in öffentlicher Versammlung über Palästina sprechen wird, empfing die Vertreter der in- und ausländischen Presse und erklärte laut ״Wiener Morgenteitung“, u. a.: Die Ansiedlung der neuen Juden in dem Lande, das einmal ein freies jüdisches Dominium Innerhalb des britischen Bundes von Nationen sein wird, Ist von großem Interesse für uns Engländer. Was dem Beobachter besonders auffällt, ist der ungewöhnliche Geist freier Zusammenarbeit, den das Ideal, für das eigene Nationalheim zu arbeiten, eingibt. Die Welt hat nie etwas Aehnliehe« gesehen, wie die Kolonien von Ejn-Charod und Tel- Joseph. Das Kolonisationswerk in Palästina ist natürlich ein gemeinsames Wagnis von Juden und Englänoern, obwohl ich nicht fühle, daß die gegenwärtigen eng- Ischen Beamten soviel Unterstützung geben, als sie es tun (enteil, sie verhalten fl!h viel zu viel neutral. _.. leÄ"־Ärt,l»d ... ,. fm «fft wtfli W*w' düf־vv»iuieiigÄ 'fit ||»fst a«» den Kreisen des englischen Unterhauses ein Komitee gebildet worden, dem auch Zionisten aller Parteien angehören, mit dem Ziele, von der englischen Regierung die aktive Mitarbeit zu erlangen, die im Mandat, das wir für Palästlna empfangen haben, vorgeschrieben ist. Bas palisfineisiselie Cemefndewablr^fhl Jerusalem, 28. November. (J.T.A.) Die Palästina- Regierung gibt bekannt, daß das am 12. Oktober verkündete Gesetz betreffend Wah'en in die Gemeinden unverändert bestehen bleibt. Somit sind alle Abänderungsvorschläge, die von Waad Leumi betreffend Gewährung des Wahlrechts an die Frauen und Herabsetzung des Wahlalters, sowie um Gewährung des Wahlrechtes auch an kleine Steuerzahler, unterbreitet worden sind, abgelehnt. Prof. Oarsfang teilt mit, er habe die alte Hauptstadt H a z o r des Königs Janin, der Kanaan zur Zeit von Josua and Debora beherrscht hat, in Nordpalästina ausgegraben. British Empire und ״Judenstaat“ Die bedeutungsvollen Ergebnisse der britischen Reichskonferenz sind auch für uns Zionisten sehr interessant und lehrreich. Die Tatsache, daß die einzelnen Gliedstaaten des Weltreichs fast völlige Unabhängigkeit erlangt haben, ändert für unsere Politik wenig, denn auch bisher hatteu wir mit den Dominions als selbständigen Faktoren zu rechnen, die in der Gesamtpolitik des Weltreiches eine immer schwerer wiegende Stimme hatten und selbständige Mitglieder des Völkerbundes waren. Die Unterstützung der Dominions wurde uns zuteil, besonders die kanadische und südafrikanische Regierung haben den Zionismus stets auf das wärmste gefördert Der kanadische Ministerpräsident Mackenzie King ist unser Freund und wenn wir von Südafrika rdßen, so können wir nicht die wundervollen Worte vergessen, die General Smuts in entscheidender Stunde über Zionismus und jüdische Renaissance gesprochen hat Aber nicht nur Smuts, sondern auch sein Opponent, General Hert zog, der jetzt Chef der südafrikanischen Regierung ist, hat tiefes Verständnis für unsere Sache. Erst vor kurzem konnten wir berichten, welche außerordentlich weitgehende Erklärung der Sympathie für den Zionlsmus die südafrikanische Regierung dem Präsidenten So ko low übermittelt hat Von nun an wird für uns die Pflege politischer Beziehungen zu den Dominions noch wichtiger sein. Aber auch abgesehen von diesem direkten Zusammenhang lohnt für uns eine Betrachtung der inneren Entwicklung des British Empire. Wir gewinnen daraus wichtige Aufschlüsse für das Wesen der englischen Politik, für ihre Bestimmtheit durch Tradition und innere Gesetzlichkeit ohne jeden äußeren Zwang, für die Elastizität, mit der sie sich neuen Situationen anpaßt. Mit Recht hat Lord Baifour, der auch diese ״Balfour-Deklaration" der Unabhängigkeit der Dominions gegeben hat, darauf hingewiesen, daß Ausländer diese Politik oft ganz mißverstehen. Auch uns Juden, die wir vom Schicksal in den Bereich dieses großen Weltreiches, das sich stolz den ״britischen Friedensbund“ nennt, geführt worden sind, haben begreiflicherweise nicht immer genügendes Verständnis für diese durch Jahrhunderte allmählich gewachsene staatsmännische Haltung. Wo anders in der Welt wäre «5 möglich, ein so gewaltiges Reich ohne jede geschriebene Konstitution zu verwalten? Wir' Juden stammen aus einer anderen politischen Schule und meinen, daß nur durch ein Massenaufgebot von Programmen, Resolutionen, Paragraphen politische Gebäude garantiert werden können. Die Engländer wissen, daß es nicht auf derartige Satzungen ankommt, sondern auf das wirkliche Leben der Nation, das die Macht in sich verkörpert, sich seine Formen zu schaffen. Ein Streit über terminologische Fragen, über Worte und Bezeichnungen würde ihnen — und man kann vielleicht sagen: mit Recht — als Zeit- und Kraftvergeudung erscheinen. Sie gebrauchen heute dieses, morgen jenes Wort, und doch weiß man stets, was gemeint ist, weil eine Realität daneben steht In der neuen Magna Charta der Dominions wird, seitsam genug, ein Wort gebraucht, das bei un# seit Jahren heiß umstritten Ist Es Ist dort die Rede davon, die Domi- :Äsllti ftt'.ßtöife::t*tw .,.18•'־ dem berühmten Churchillsehen Weißbuch bezüglieh Palästinas, wo davon die Rede ist, die jüdische natfonale Heimstätte sei gedacht als ״tfie further development of the existing Jewtsh conimunlty; . . in Order that it may become a center . . .״ usw. Das Wort Community, schwer ins Deutsche übersetzbar, wird gewöhnlich wiedergegeben als ״Gemeinde“, wobei jeder Jude zunächst an religiöse Gemeinden (Kehilloth) denkt, die englisch auch communlty heißen. Im Zusammenhang des Weißbuches war dieses deutsche Wort unbrauchbar und wir übersetzten daher ״Gemeinschaft', Im Bewußtsein, nicht den genauen Sinn zu treffen. In dem oben zitierten Freibrief der Dominions bedeutet das Wort aber fraglos nichts was irgendwie mit einer Kehillah zu tun hätte, sondern es bedeutet soviel wie Gemeinwesen, d. h. die organisierte Nation. So haben wir auch stets den Sinn des Ausdrucks im Churchillsclren Weißbuch verstanden und darum schien uns jene Formulierung ganz angemessen das zionistische Ziel zu formulieren und eine brauchbare Basis für unsere praktische Poli. tik zu bieten. Denn in dieser unserer Aufgabe kommt es wahrhaftig nicht auf einen Streit um Worte an. Ein jüdisches Gemeinwesen im Sinne der s i c h s e 1 b s t b e s t i m - menden jüdischen Nation in Palästina ist unser Ziel. Dies ist zwar kein ״Judenstaat“, aber es ist die Lösung der Judenfrage durch die Befreiung der jüdischen Nation zu selbständigem Leben. An dem nationalen Gehalt dieses Zieles ist nicht zu zweifeln, und es ist ein unverständliches Beginnen, wenn z. B. die englisch-jüdischen Assimllanten, deren Organ der ״Jewlsh Guardian“ ist, den Versuch machen, unter Berufung auf das Weißbuch einen ״wahren“ Zionismus zu konstruieren, der nicht national sei. Dieser Streit, der mit der schwankenden Bedeutung des Wortes ״national‘■ (in Westeuropa — staatlich, in Mittel- und Osteuropa volklich verstanden) zusammenhängt, gehört auch in das Gebiet frucht. loser Wortkämpfe. Der Zionismus ist national oder gar nicht, darüber möge der ״Jewish Guardian“ sich keiner Täuschung hingeben. Da nun In den letzten Wochen eine Debatte über den ״Judenstaat“ bei uns aus gebrochen ist, ln der man nicht nur fanatisch um Worte kämpft, sondern bedauerlicherweise auch vor der üblen Waffe der Entstellung der Ansichten des Gegners nicht zurückschreckt, 80 sei zu diesem Gegenstand noch ein Wort geragt. Wie bekannt, erklärt das Weißbuch, es habe nie im Sinne der Baifour- Deklaration gelegen, Palästina zu einem ״Judenstaat" zu machen. Und dies wird dahin erläutert, daß nicht beabsichtigt sei, den nichtjüdischen Bewohnern Palästinas eine jüdische Nationalität, d. h. Staatsbürgerschaft aufzuzwingen (״not the imposition of a Jewish nationality upon the inhabitants of Palestine as a whole“). Ebensowenig sollen — eine ohnedies absurde Annahme, die aber besonders bei den 0:gnern des Zionismus als antizionistisches Argument immer wieder auftaucht, —- die nicht in Palästina wohnenden Juden in Bürger des jüdischen Staates und dadurch in Ihren Heimatländern gewissermaßen in Ausländer verwandelt werden. Es ist schwer vorstellbar, daß irgendein Zionist dieser Definition des Weißbuches nicht zustimmen sollte. Der Zionismus will eine jüdische Nation in Palästina wieder auf bauen, aber er denkt nicht daran, etwa die Araber zu ״Juden arabischer Nationalität“ zu machen. Wenn er das aber nicht will, dann gibt es nur einen Ausweg: daß nämlich die palästlnensische Staatsbürgerschaft sowohl die jüdische Nationalität als auch die arabische Nationalität als Personalcharakter anerkennt Wir haben dann eine staatsrechtliche Form, dis wir ״b!nationalen Staat“ genannt haben und gegen den in der zionistischen Presse ein unverständlicher und lächerlicher Don Quichotte-Kampf geführt wird. Das Ziel der jüdischen Renaissance durch Konstituierung einer freien, durch Zuwanderung nach Maßgabe der zu schaffenden neuen Siedlungsmöglichkeiten sich stetig vergrößernden jü• di sehen Gemeinschaft (community) wird durch Anerkennung dieser Tatsachen in keiner Weise eingeschränkt. Wenn in letzter Zeit von zionistischer Seite gesagt wurde, ein solches Ziel sei ״uninteressant", dann fehlt uns für diese zionistische Auffassung jedes Verständnis. .. ״ 1 ■AfevUeterii«! uis a t i־o n, die: auch wIt TöA ־u«e#tt»ehriich halten; Ife» Faktors der ״Oeffentlichen Meinung“ und die Methode unserer Politik soll noch nächstens die Rede sein, wenn wir — nach seinem zweiten Berliner Vortrag — uns mit Jabot in sky auseinandersetzen werden. R W. Die Zentralschule Im Eitiek Am 12. November ist in Kumi, wo die endgültige״ Wirtschaftsgebäude von Ain Cbarod und Tel Joseph errichte! werden sollen, der Grundstein für die Zentralschule des Emek gelegt worden. Die Schule, dis zwei Gebäude mit 32 Zimmern, wie auch ein Handwerkerhaus umfassen soll, wird von der Kulturabteilung der Histadruth errichtet. Man hofft, die Schule nach Ostern eröffnen zu können Aus Alexandrien wird telegraphiert, daß Rabindranath Tagore dort eingetroffen ist und seinen Willen kundgegeben hat, in einigen Tagen nach Palästina zu reisen Der Stadtganew Von Moses Waldmann. Unter den vielen nützlichen und komfortablen Einrichhingen, die unser Nachbarstädtchen hatte — weswegen das Leben in ihm uns primitiven Dorfleuten erstrebens- und beneidenswert erschien —, befand sich auch die Institution eines Stadtganews. Diesen Posten versah Reb Itzikel Kradiner, ein Ehrfurcht gebietender Jude mit glatten Pajes und graumeliertem Bart. Zum besseren Verständnis sei bemerkt, daß Kradiner vom slawischen Zeitworte ״kraditi“, gleich stehlen, stammt. Daß Itzikel auch ״Reb“ genannt wurde, wie andere Juden mit angeseheneren Berufen, lag in der or!süblichen Redeweise; jeder Jude ist ja bekanntlich ein ״Reb Jüd“. Mit der Behauptung, daß Itzikel Kradiner Stadtganew war, soll nicht gesagt sein, daß er etwa der einzige seiner Gilde im Städtchen gewesen wäre. Damit ist nur gemeint, daß er sozusagen als Stadtganew anerkannt und konzessioniert war und als Haupt seiner engeren und weiteren Berufsgenossen betrachtet wurde. Reb Itzikel stand bei der Gemeinde in festem Sold, den er allerdings nicht für die Ausübung, sondern für die Unterlassung seiner Berufstätigkeit bekam. So zahlten ihm die reichen Baalebattim wöchentlich einen silbernen Vierdger. Regelmäßig erschien am Donnerstag Reb Itzikels Oattin Fradel, in einen weiten Schal gehüllt, und nahm den Wochenlohn in Empfang. Reb Itzikel war im übrigen ein frommer Jude, der regelmäßig betete, am Freitag sein Tauchbad nahm und an Sabbaten ln die ״Schneiderische Klaus“ zum Beten ging. Allerdings muß betont werdend daß man ihn in der ״Kl us“ nicht voll nahm, daß er an der Türe seinen Stehplatz hatte und niemals zur Thora gerufen wurde. Soweit ging eben die Toleranz nicht Im öffentlichen Leben des Städtchens, auf dem Marktplatz, hingegen war Itzikel ein vollgenommener Stadtgenosse. Er duzte sich mit allen Parnassim, gab seine Meinung über verschiedene Angelegenheiten, wie z. B. die Bestellung eines neuen Schochets oder das Projekt einer ehelichen Verbindung zwischen dem Sohne das Fleischers und der Tochter des Schinders zum besten. Daß er fromm war, erschien allen selbstverständlich. Im Leben der Ostjuden war jüdische Lebensführung allgemeine Sitte und ich bin überzeugt, daß Reb Itzikel bei Antritt einer seiner ״Kunstreisen“ ins benachbarte Gebiet, für welches der Verzicht auf seine Diebestätigkeit nicht galt, zweifellos Talles und Tefillim mitzunehmen pflegte. Mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit dir ein heutiger Westeuropäer bei Antritt einer Reise Zahnbürste und Seife mitnimmt Von Fradel, der Gattin Itzikels, erzählte man, daß sie heiße Gebete zum Himmel richtete, wenn sich ihr Mann zur Durchführung einer seiner Pläne auswärts befand. Meine Qroßmutter kannte sogar den Text einiger dieser Gebete. Eines lautete: ״Lieber Gott, laß meinen Mann ,beglücken‘; ich habe sechs Kinder und ihre hungrigen Mäuler müssen gestopft werden, Fieber Gott, laß meinen Mann verdienen.“ Diese Fradel war überhaupt sehr hinter dem Geschäft ihres Mannes her. Wenn Itzikel bei schlechtem Wetter schlafen wollte, weckte ihn Fradel mit den Worten; ״Itzikel, steh auf! Eine güldene Nacht, eine finstere Nacht! Wir haben im Haus kein Mehl, kein Schmalz. Itzikel, steh auf! Draußen ist eine güldene Nacht!“ Reb Itzikel wurde kurzwegs der ״Czortkower“ genannt. Ungefähr so, wie ein Wunderrabbi genannt wird; nicht mit dem Familiennamen, sondern durch Ortsbezeichnung, etwa wie der ״Oerer“ oder der ״Beizer". Die berühmtesten Ganowim in unserer Gegend waren der ״Czortkower“ und der ״Zbarazer“. Von Beruf war Reb Itzikel ursprünglich Ochsentreiber gewesen; später vertauschte er dieses Metier mit dem eines ״Wasserers“. Darunter ist folgendes zu verstehen: Das Städtchen Czortkow lag im Tale und die Bauernfuhren, die keine Bremsen hatten, pflegten sich bei der Einfahrt von den umgebenden Hügeln im Städtchen heiß zu laufen. An den Stadtschranken stand nun Reb Itzikel mit einer großen Kanne kalten Wassers und begoß die heißgewordenen Achse־ Für diese Mühewaltung bekam er von den Bauern ein Ei, einige Kartoffeln usw. Möglicherweise führte ihn diese Beschäftigung auf die Idee, beim ״Wassern“ aus den Bauerngefährten verschiedene Dinge m stehlen. Außerdem pflegte Reb Itzikel auch Pferde zur Tränke zu führen. Freilich führte er die Pferde nur bis ans Wasser. Niemals traute er sich, wie andere ״Schwemmer“, rittlings auf dem Pferde ins Wasser zu steigen. ״Denn“, sagte Reb Itzikel, ״auf dem Trockenen getraue ich mich noch, es mit dem lieben Herrgott aufzunehmen. Im Wasser aber ist er viel stärker als ich,' und da riskiere ich es lieber nicht, seine Allmacht herauszufordern.“ Reb Itzikel saß mehrmals im Zuchthaus. Als er im Alter von 64 Jahren (auch im Zuchthaus) sanft entschlief, rechneten Kundige aus, daß er von seinen 64 Lebensjahren nicht weniger als 25 Jahre im Zuchthaus verbracht hatte. Aber schließlich ist das Zuchthaussitzen das Risiko des Diebsgeschäftes und Itzikel sah in der jedesmaligen Verurteilung eine natürliche Begleiterscheinung seines im übrigen einträglichen Gewerbes, ln den österreichischen Zuchthäusern pflegten die jüdischen Häftlinge alljährlich am ersten und am zweiten Peftaehabend je ein Ei zur Feier des Festes zu bekommen. Weswegen ein Jahr Zuchthaus im Sprachgebrauch der jüdischen Zuchthausgtfangenen ״ein Paar Eier“ hieß. Wenn nun Itzikel drei oder fünf ״Paar Eier“ bekommen hatte, so war das eben Schicksal, gegen das sich aufzulehnen sinnlos gewesen wäre. Der Aufenthalt im Zuchthaus lehrte unseren Itzikel verschiedene nützliche Dinge. Er perfektionierte sich durch Berührung mit anderen Branchefreunden und durch Austausch von Erfahrungen in seinem Beruf. Außerdem erlernte er im Zuchthaus Zigeunerisch. Das hatte die Bedeutung, daß Itzikel dann gerichtlich beglaubigter Dolmetsch für Zigeunerisch wurde. Uebrigens war er in dieser Hinsicht ein Unikum in der ganzen Gegend. Auch in der Zeit, wo Itzikel im Zuchthaus saß, pflegten die Baalebattim seiner Frau den traditionellen Wochcnlohn zu geben. Einer dieser Baalebattim aber, der Eisenhändler Chairn Braxmeyer, erklärte eines Tages, daß er nicht mehr geneigt sei, an die Gattin Reb Itzikels Gehalt zu zahlen. Einige Wochen später kam Itzikel aus dem Zuchthaus von Tarnopol heim. Sofort begab er sich zu Braxmeyer, um das rückständige Gehalt einzuforderr Braxmeyer blieb jedoch bei seiner Weigenuig. Am nächst *•־־“♦»»abend, als die Familie Braxmeyer Gründung städtische Von Vor ku p a 1 ä s 11 n Die palästin Volkswirtscl Zeit der S1 Organisiert!: Namen eint haben, als י letzten Jah kurzes und sie betroffc schwächt, d nur natürlic der Verbind hilft und O! Konferenz r a t i o 11 d lassen. Dai Entwickln»! wirtschaftsp dabei nicht untereinand Wirtschaft tert eine g! Verband, c Industriedej mächtigen Regierung, nationalen deihliche A Die K1 Fragen, wi Arbeitsum und des Kr über die I Wicklung d Föderation beklagt, mi vorwärts?(:! sie den F sich gleich; für diese I Verwendun von der Lc Industriebai Bank über die darauf der Arbeit Interesse z zielle Lage hindere, w l#afos|n!: aktuelle Pr sprechen. 1 Ciesichtswli tik geg! statt Anleih vermöge a rührte sich diesen Tag gaben, dal je Oeld fiit Auch die E Die B! nahm einet Zweifel aus der zionisti geäußert, c Kapitalmarl schlossen, mit größt« wurde auf nach dem Betten sch Reb Itzikel gebunden, meyers V Itzikel zu in Ihrer \ wegkommt Itzikel bis genen Wo Wenn man etwa los gewesr Fall dar, י halb von Stelle. Eir daß sich Czortkowe viel Gold- Itzikel ziti< zum ״Czoi wenn eine hat, so w *Hat sie je werden Si Besom her, wenn vielen Ja tu ausgewand mit goldei zu Besuch getrieben, Janeiro ui gegangen er viel C Ehren des und weite Wunder %