Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 93 (26.11.1926)
- Date
- 1926-11-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 606 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 93 Nr. 93 Neben, unter, hinter uns Gestrüpp, dann Blume, Bäume ind Felder, ein anderes Erez-lsrael. So hat vielleicht das janze Land einmal ausgesehen. So soll es wieder einmal aussehen. Auf einmal reiten wir über behauene Steine. Alte Ruinen schlummern in der Bergwüste. Hart am Abhang führt der Weg. Zweieinhalb Stunden sind wir schon unterwegs. Da sehen wir Pekiiti. Ein ansehnliches Dorf, am Hang des Berges. Steinhäuser und Wasser, Wasser, ein breiter Bach, der mitten durch das Dorf fließt. Die Bevölkerung mutet fremdartig an. Drusen in ihren roten Gewändern, Araber, weißer Und gedrungener, kultivierter aussehend als die, an die wir gewöhnt sind. Die große Tenne vor dem Dorfe Ist, anders als im Süden, in einzelne Teile aufgeteilt, die durch kleine Steinmäuerchen voneinander geschieden sind. Jeder hat so seine eigene Terme. Offenbar herrscht hier nicht mehr das System der Feldgemeinschaft wie bei uns. Der Weg zu den Juden führt durch das Dorf, dahin, wo es am engsten, wo cs am schmutzigsten ist. Schließlich landen wir im Beth- Hamidrasch, einem schönen, Sehr sauberen Betsaal, ohne jede Ausstattung. An den Wänden ein paar in die Wand eingelassenc Bänke, An der Schmalwand der Aron Hakodcsch, durch einen Vorhang abgetrennt. Sonst nichts. Nur zwei Juden sind in der Synagoge. Wie sich bald herausstellt, zwei Zugewanderte. Ein Scphardi aus Safed, der so etwas wie einen Laden hat, sozusagen der Kaufmann des Ortes, und der Schoch! 1 .Kt Schächter, ein echter Jcmenite, lang, schmal und bis zum 1 \׳״eß nervös. Wir möchte« gern etwas essen, aber da gibt cs Schwierig• keiten. Brot? — Habt Ihr Mehl zum Backen mitgebracht? - Milch? — Es gibt keine Milch bei den Juden. — Was also gibt cs? — Vor allen Dingen Wasser, wunderbares Quellw^sser. Mit Mühe bekommen wir doch etwas Brotfladcn, arabische Ritas aus grauem Mehl und schließlich Trauben und Feigen. Aber schon die Trauben und Feigen wurden von den Arabern gekauft. Die Juden haben das nicht. Schließlieh führt uns der kleine, sehr gewandte, sehr intelligente Junge, der uns betreut hat, zum Lehrer des Dorfes. Siehe da, es ist sein Vater. Das ist wirklich ein Lehrer! Er ist Vor einem Jahre aus Safed gekommen und hat in der alten Gemeinde eine kleine Revolution hervorgerufen. So erzählt der Lehrer: Die Juden von Pekiin sagen Von sich selbst, daß sie seit der Zerstörung des zweiten Tempels dort wohnen. Sic haben den Ort niemals verlassen. Sie sind furchtbar arm. ln Pekiin arbeiten die Juden als Knechte bei den Arabern. Warum sind die Juden so arm? Sie haben kein Land, sie sind Bauern ohne Land. Die Araber und die Drusen haben das Land. Das ist so seit vielen Geschlechter«. Niemand kann sich entsinnen, daß es anders war. Diese Juden sind wie Fellachen. Es sind die einzigen jüdischen Fellachen, die wir kennen.. Aber sic sind ärmer als Fellachen, sie haben gar kein Land. Ihre Umgangssprache ist arabisch. Bis vor einem Jahre, ehe der Lehrer kam, kannten sie Hebräisch nur noch im Gebet. Jetzt ist das schon anders. Die Kinder sprechen schon hebräisch, und die Eltern fangen an, wieder hebräisch zu reden. Natürlich sind sie immer Juden geblieben. Sie haben immer untereinander geheiratet, und sie haben die jüdischen Religionsgesetze so gut beobachtet, wie sie konnten. Da kein Schochet da war, haben sie nie Fleisch gegessen. Der Lehrer hat den jemenitischen Schochet fn das Dorf gebtacht Und jetzt gibt es hin und wieder ein Huhn W *WeM; %1d־«W^puf ♦ijp1, ÄMÄ^^gehtÖM. Die Beschneidüng Wurde früher voi einem alten Juden ausgeübt, in dessen Familie dieses Amt erblich war. Jetzt gehört das zum Pflichtkreis des Schochet. Schriftliche Dokumente gibt es nicht. Eine andere Ueberlieferung als die, daß man immer in Pekiin wohnte, gibt es nicht Aber in Pekiin sind sie wohnen geblieben, niemals wollen sie Weggehen. Der Lehrer, der aus Safed gekommen ist und sich hier mitten in die Einöde gesetzt hat, ist hier Kulturträger im besten Sinne des Wortes. Er zeigt uns das Schulhaus, das er selbst gebaut hat und um das manche Gemeinde Pekiin beneiden möchte. Er hat sich das Geld von den Fremden zusaminengebettelt, die jetzt etwas zahlreicher hierherkommen, insbesondere seit Mrs. Lindheim aus Amerika in Pekiin war und in Amerika für Pekiin Propaganda gemacht hat Pekiin ist sozusagen entdeckt worden. Jede Spende ist genau eingetragen; das Spendenbuch ist das Fremdenbuch. Wo sind die Juden von Pekiin? Die Männer sind nicht zu sehen. Sie sind auf den Dörfern ringsum, arbeiten Bei Arabern. Aber die Familien, die Wohnungen kann man sehen. Hier ist ein Haus. Vorsicht, es geht zunächst in den EselstaU. Durch den EselstaU führt der Weg in die Wohnung, und die Wohnung ist natürlich kleiner als der Stall. Ich habe schon komfortablere Eselställe gesehen, ich habe nie eine miserablere Wohnung gesehen. Die Möbel sind aus Erde. Ein Schrank aus Erde, ein Bett aus Erde; das kann man alles machen und ist sozusagen leicht zu reparieren. Die Frau im luftlosen, iichtlosen Raume sitzt da, mit vier Kindern um sie herum. Wie steht sie aus? Wie eine Jüdin? Wie eine Fellachin? Es ist schwer zu sagen. Sie sieht aus, wie ein armer, verhungerter Mensch. Eine andere Wohnung, wieder durch einen Stall. Man sorgt erst für den Stall, für den Esel, ehe man an die Wohnung denkt. Das ist eine Wohnung mit sozusagen zwei Etagen. Unten ist der Esel, eine kleine Erdstufe hinauf wohnt die Familie. Sie hat nicht einmal Erdmöbel. Ein paar Lumpen, das ist alles. Wir möchten das Elend gern photographieren, aber es ist zu dunkel und keine Möglichkeit, Licht zu machen. Ich habe viel Elend gesehen und viel jüdisches Elend. Die Krochmalnagasse in Warschau hat sozusagen ihre Armutsqualitäten, und auch in Wilna haben wir einiges an Armut gesehen, was wert war, der soziologischen Literatur überliefert zu werden. Pekiin ist schlimmer. Aber draußen sind Steinhäuser, draußen ist Wofilhabenheit, draußen wohnen Araber und Druser. und haben Land. Die Juden in Pekiiti haben kein Land. So sind sie ganz arm geworden. So sind sie fast wie Tiere geworden. Aber von Pekiin lassen sie nicht Es lebt in ihnen etwas wie eine alte Verheißung, daß eines Tages ihr Los sich bessern müsse. Sie wissen, daß sie die einzigen Juden sind, die noch von Urzeiten her in Erez-lsrael leben. Immer haben sie hier gelebt. Zweitausend Jahre. Sie fühlen die Pflicht, diesen Punkt nicht zu verlassen. Wir reiten hinaus, an den Steinhäusern vorbei, an der Tenne mit dem reichen Getreidehaufen, vorbei an den Feldern lind Olivengärten. Wir blicken von den Bergen hinunter, wir schauen hinab auf das fruchtbare Tal, auf die fruchtbare Ebene. Vor uns liegt das Land der Wunder. Das Land, wo an uralten Steingräbern Jahrzeitlichter entzündet w'erden, und wo die Kühe die Treppe hinaufschreitea wie verzauberte Sokolow in Westdeutschland Herr Nahum Sokolow ist Donnerstag, den 25. d. M., von Berlin abgereist und hat sich zunächst nach Frankfurt a. M. begeben, wo er in einer Versammlung sprechen wird. Ferner spricht Herr Sokolow noch in Köln und Essen und begibt sich sodann direkt nach London, wo er bereits in der nächsten Woche im Rahmen der englischen Keren Hajessod-Kantpagne in London und andern englischen Städten sprechen wird. Anläßlich der Abreise Sokolows aus Berlin versammelten sich Mittwoch, den 24. d. M., die Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschusses der Z. V. f. D. sowie eine Anzahl von Freunden und Mitarbeitern zu einer intimen Abschiedsfeier. Herr Blumenfeld daa^te Herrn Sokolow in herzlichen Worten für seine im Diemste Palästinas und des Zionismus in den letzten Wochen in Deutschland geleistete Arbeit und charakterisierte die Führerpersönlichkeit Sokolows, der uns allen nicht nur als Politiker, sondern als Lehrer, Freund und als Mensch teuer ist. — Die verschiedenen Seiten der Sokolowschen Persönlichkeit und des Sokolowschen Wesens feierten dann in weiteren Ansprachen die Herren Dr. Soloweitschik, Gronemann, Oskar Cohn, Lichtheit», Weltsch, Alfred Berger und Dr, Klatzkin. Herr Sokolow erwiderte in einer längeren Rede, in der er seine Freude über die Erfahrungen der letzten Wochen in Deutschland Ausdruck gab und aus dem unerschöpflichen Schatz seiner Erlebnisse eine Reihe von Geschichten• zum Besten gab. Sokolows warme persönliche Art, sein Humor und seine intime Herzlichkeit fanden dankbaren Widerhall und gaben der Veranstaltung eine Atmosphäre jüdischer und zionistischer Verbundenheit. Prinzen. Salzsee ist da und Wüste, fruchtbare Getreidefelder und Bananenhaine. Hinter uns liegt Pekiin, das reiche Araberdorf, in dem die Juden elend sind, weil sie keinen Boden haben. Aber vor uns liegt Galiläa mit seinen jüdischen Siedlungen, mit Ajeleth Haschachar, mit Klar Gileadi und Tef-Chai, um das jüdisches Blut geflossen ist. Da unten ist der Kinerethsee, und der grüne Fleck an seinem Südende, das ist Dagania. Weiter hinten aber, das zarte Grün jenseits der Berge, ja, das ist der Emek, wo unsere Leute arbeiten, wo sie auf ihrem Boden sitzen und glücklich und zufrieden sind. Sie sind Bauern, Bauern wie die in Pekiin, aber Boden haben sie, ihren Boden bearbeiten sie. Freie Menschen sind sie. Wir reiten den Berg hinunter. Pekiin hinter uns, den Emek vor uns. Und wenn wir es nie gewußt haben, da haben wir gewußt, was Keren Kajemeth heißt. Der Nationalfondsgediuike Von Adolf Böhm. der Keren Kajemeth so Überaus , populär sein soll, sich schon ins Bewußtsein der Zionisten gehämmert hat. Leider äst das durchaus noch nicht der Fall, selbst leitende Personen des Fonds zeigen noch nicht das richtige Verständnis dafü§\ Man sieht heute überall nur die eine Seite des Keren Kajemeth-Gedaukens: durch Ankauf des agrarischen Bodens in Gemeinbesitz die landwirtschaftliche Siedlung der Juden in Erez-lsrael ökonomisch überhaupt zu ermöglichen, und sie in nationaler Beziehung (jüdische Arbeit) zu sichern. So weit, so schön. Aber der Nationalfondsgedanke hat noch andere, tiefere Wurzeln, und diejenigen, welche für ihn Propaganda trieben, berufen sich ja auf seine soziale Be• deutung, zitieren das Bibelwort: ״Mein ist das Land", und sprechen von der modernen Bodenreform, die wir in Palästina verwirklichen. Diese Behauptung ist leider bis zum heutigen Tage nur in ganz geringem Maße richtig. Wenn wir K. K. L sagen, so meinen wir zwar Bodenreform, aber wir denken nicht daran daß zu einer solchen eine ganze Reihe von Maßnahmen ge hören, von denen wir die meisten in praxi noch nicht einmal gefordert, geschweige denn selbst ausgeführt haben. Ja, noch mehr! Als die Regierung mit der Land Ordinance No. 2 schüchtern mit der Bodenreform anfangen wollte, stimmten die jüdischen Mitglieder des Advisory Gouncil für die Auf• hebung der Verordnung. Der bodenreformische Gedanke, aus dem der K. K. L. geboren wurde, ist es, die Nutzung des Bodens, dieses unvermehrbaren Monopolgutes, unter ein solches Recht zu stellen daß sie im Interesse der Volksgesamtheit erfolgt und daß nicht einzelne Bodenbesitzer die Volkswirtschaft tributär machen. Dieser Gedanke verlangt zunächst Rechtsnormen in Stadt und Land. Zunächst die Bodenwertsteuer von bebautem und unbebautem Terrain. Für das bebaute der Landwirtschaft ist sie die einzig gerechte Steuer, die nur Wertsteigerungen trifft, die dem Eigner von selbst in den Schoß fallen, aber seine Arbeit und ihre Früchte von jeder Belastung befreit, fn Palästina haben wir aber noch den Oscher, und wir hören nicht, daß gerade die Juden dessen Reform eifrigst!«־gieren. Die Steuer auf unbebautes Terrain zwingt die Eigner, entweder die brachliegenden Flächen in Kultur zu nehmen oder sie zum Markt zu bringen, wodurch das Angebot vermehrt, die Preise gedrückt werden. Etwas, was im eminentesten Interesse der Zionisten liegt. Dazu tritt noch, namentlich in den Städten, wo natürlich obige Steuerarten auch nötig sind und von denen die zweite (Bauplatzsteuer) sogar in Tel-Awiw schon Eingang gefunden hat, die Wertzuwachssteuer, die leider dort noch nicht eingeführt ist*). Die Einnahmen aus diesen Steuern müßten von den Stadtgemeinden zur Führung einer eigenen Bodenpolitik verwendet werden, die zunächst darin bestünde, große Flächen in der Nähe der Stadt zu kaufen und nur in Erbpacht unter bestimmten Bauvorschriften zu vergeben. Die Vorgänge des letzten Jahres in Tel-Awiw: Die Grund- Spekulation, das Hinauftreiben von Bodenpreisen und Mieten hätte allen Zionisten die Augen darüber öffnen können, wo eigentlich die allererste Grundlage für den Aufbau zu legen *) Ueber all diese Fragen kann mail sich jetzt aus dem Buche Dr. Grauovskys: ״Probleme der Bodenpolitik“ (Jüdischer Verlag) informieren. ist. Wir haben seither unendlich viel Debatten Über die Krise gehabt, aber fast von keiner Seite hörten wir mit Entschiedet!, heit und Nachdruck erklären, daß cs unsere erste und wichtigste Aufgabe sei, den Siedlern zu ermöglichen, ohrie die furchtbarste Ausbeutung seitens der Bodeneigner zu wohnen und zu produzieren. Sie zu lösen liegt fn unserer Hand. Es ist keine Frage des Geldes allein, sondern die einer vernünftigen Steuerpolitik, die wir zunächst im eigenen Wirkungskreis un gehindert ausführen könnten. Aber natürlich reicht dies nicht aus. Würde der K. K. I über genügend Mittel verfügen, so könnte er auch in größerem Maße städtisch« Bodenpolitik treiben, d. h, große Flächen im Umkreis der Städte erwerben. Die Gelegenheit bezüglich Haifa war im Falle Djidro schon einmal gegeben und wurde leider von der Leitung versäumt. Die Stärkung der Mittel des K. K. L. gibt natürlich die wichtigste Möglichkeit, Bodenreform praktisch und unabhängig von den langsamen Bewegungen der Administration und den zufälligen Majoritäten von Stadtgemeinden auszuführen. Aber die Propaganda darf sich nicht damit erschöpfen, die Taten des K. K. L. zu preisen, sondern sie muß den Zionisten die bodenreformerische Gesinnung so tief einprägen, daß sie diese in Palästina überall, wo es nötig ist, zu Taten verdichten Die Londoner Jahreskonferenz 1926 war bisher die einzige zionistische Tagung, welche die Bedeutung des Bodenproblems erfaßt hatte. Seither ist auf keinem zionistischen Kongreß diese Frage in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt worden. Das Jubiläum des K. K. L. sollte diesbezüglich zur Einkehr mahnen! Die Leistungen des K. K.L? sind große, und sie waren namentlich in den ersten Jahren nach dem Krieg bahnbrechend für den Aufbau. Aber vergessen wir nicht, daß der K. K. L. noch nicht 10/0 des Palästinaterrains und erst ein Fünftel des in jüdischen Händen befindlichen Bodens besitzt. Und darüber hinaus müssen wir uns eingestehen, daß der soziale Grundgedanke des K. K. L. noch so gut wie gar nicht verwirklicht werden konnte. Es bedarf der Einsicht in der Bedeutung der Bodenfrage und des festen Willens der Zionisten, sie in bodenreformerischer Weise zu lösen, damit wir nicht ln der wichtigsten Grundlage des Aufbaus versagen und außerdem unsere Renaissance-Idee bloßstellen. Zionismus ist nicht irgendeine wirtschaftliche Betätigung von möglichst viel Juden in Palästina, sondern der Oedanke des Aufbaus einer Heimstätte auf menschlich gesunden Grundlagen. Wec Krimprofekt and Zionismus Am 10 Ahschiedsbt die auf ein Siedlungen meister, w! der Stadtgi und der 1 Herr L N a 1i o 11 a von Col d e tt e Bt. den Grund nonunen 1 aufgezogen Rede gesa ci ne m j würde die Schloß gc des Lande gegebene weil es ih Der beste Co 1. Megillath rühmte Sa mein Got Col. und Volkes an! und Rech Die״OZET״-TagunginMoskau. Moskau 21. November. (J.T.A.) In seiner zweiten Ansprache auf der Konferenz der Unparteiischen Gesellschaften für jüdische Kolonisation ״OZET“ erklärte der Präsident der OZET, und Mitglied des Zentralexekutivkomitee der Sowjets, L a r i n, die Bewegung für jüdische Landansiedlung in Rußland sei keineswegs als eine Gegenbewegung gegen den Zionismus anzusehen. Wenn aber, fuhr er fort, die Zionistische Weltorganisation darauf ausgehen sollte, das jüdische Kolonisationswerk in Rußland za beeinträchtigen, so würde ein solches Tun, das ein verrlterisches unternehmen gegen die verarmten jüdischen Massen wäre, sich selbst brandmarken. Wir für unser Teil, so» schloß er, werden bei unserem Werke der jüdischen Landansiedlung ־ .*1׳yRiißjaaia ,ד d־tAVtj&lipÄih »»-§ iäi ehrt «:Ä - #LskJ:a. •. (?. ־;Mam Rü» r-üinmi•.. di«!Wischen?fettängin Rußlands! — Ä. d. R.) ■••־?־••־ -. Hierauf sprach der Vizepräsident von OZET, Herr Weinstein, der die Darlegungen Larins bekräftigte. Viel bemerkt wurde eine Reae Mereschins, des Führers der jüdischen Sektionen der kommunistischen Partei (״fewsekzia“), der. ebenfalls betonte, daß das russische Kolonisationswerk keinerlei Spitze gegen den Zionismus trage und zur Bekräftigung darauf hinwies, daß viele Zionisten Mitglieder der Gesellschaft OZET sind. Die Frage, ob hn Zusammenhang mit der Schaffung einer zusammenhängenden jüdischen Landsiedlung auch die Schaffung autonomer jüdischer Territorien oder gar einer jüdischen Republik in Angriff genommen werden sollte, bildete den Gegenstand einer erregten Debatte in der letzten Sitzung der OZET-Konferenz. Es ergab sich eine unterschiedliche Auffassung zwischen jüdischen Kornmunisten und Unparteiischen. Der Sprecher der Unpartei-!'sehen, Herr Abraham Bragin, setzte sich mit großer Wärme für die Idee einer jüdischen Republik ein und wurde darin von Larin unterstützt. Bragin und die anderen unparteiischen Redner erhoben gegen die jüdischen Kommunisten, insbesondere gegen die Führer der jüdischen Sektion, den Vorwurfj daß sie bestrebt seien, über die jüdische nationale Tendenz in der Kolonisationsbewegung hinwegzusehen und sie zu ignorieren. Der Sprecher der jüdischen Kommunisten, Tschemeriski. erwiderte, sie widerstreben nicht prinzipiell der Idee einer jüdischen Rupublik. Aber das Wort von der ״Jüdischen Republik“ als Kriegsruf ausstoßen, konnte der gegenwärtigen Lage der Kolonisationsbewegung nacht e 11 i g, ja gefährlich werden. Obgleich die jüdische Kolonisationstätigkeit, die Heranführung der Juden zur Industrie und die ganze Kulturarbeit unter den Juden eigentlich nationale Bindungen haben, weisen die jüdischen kmnmunistischen Sektionen jede ausgesprochene nationale Tendenz entschieden zurück. Ihm erwiderte Larin, der ausdrücklich erklärte er stimme mit den jüdischen kommunistischen Rednern nicht üoerein. Die Juden hätten durchaus ein Recht auf territoriale Unabhän gigkeit und auf die Errichtung einer jüdischen Republik. Tschemeriski erwiderte im Namen der Kommunisten, diese sprächen Hefrn Larin das Recht ab, Ansichten über jüdische Probleme zu äußern. Er, Tschemeriski, beanspruche für die jüdischen Sektionen der kommunistischen Partei aas alleinige Recht, für die jüdische Bevölkerung zuspre chen. Dr. D. Jocheimann, der Präsident der Londoner Gesellschaft zur Förderung der jüdischen Kolonisation ln Rußland, der bekanntlich eine hervorragende Rolle in der von Zangwili geschaffenen Jewish Territorial Organisation gespielt hat, warf die Frage auf, ob man Juden aus dem Ausland nach Rußland bringen könnte, wo sie auf dem Lande angesiedelt werden sollten. Mereschin erwiderte, die Frage wäre zunächst durch das Komitee für Arbeit und Verteidigung prinzipiell zu beantworten. Wenn er aber nach der Erfahrung urteilen Wollte, so glaube er, daß einzelne Oruppen von Juden aus dem Auslände in Rußland einwandern und sich hier im Rahmen des jüdischen Kolonisationsplanes ansiedeln könnten. M rs. sie nicht ״Ich kenn das aus, ו uns jene bekannt s eigenen S können. 1 ich weiß, Propheten die Juden es ist nu daß eine sitzt unte hat keine fruchtbare Palästina müssen, <1 bedeutet diese Wai länder es stände al es noch eine ganz! zeitig frei Sie nicht In Jerusal verteilt w für das Nehmend( Bewegung Zeitabsch! ן Darai danke Ih! ־fcpSfcT Baen un« gewählt ׳ neigung Gott hab und nur , um für rusteilen. Eindruck habe, wa für alle L and a r feil in n bin nicht zu lern zu h elfer Was Atmosphä die eine jenen Eg Vielleicht Reichtum 11er, daß Liebe zu Ich Ich wilns Cliarod 1 eigenen Verkündu und daß auch ein deuten u einanders und daß Der zweite Teil des Aufsatzes von Moses Calvary über ״Die Tagung der Arbeiterjugend und die Frage der sozialistischen Erziehung in Erez-lsrael“ mußte wegen Raummangels wieder zurückgestellt werden. im Berci dachte, d in C a n! ln Indien habe nie! praktisch« Men ge der Fehl! englische will, mul arbeit Ich glaul hing. W! infolge d dete Völ Völker k! geliebt w welches _ die Regi• länder h< es in Ca folgreich Leitung sich ili d daß es u in die H zu entwi Col. Arne Ich verw britische des Steu gebaut %