Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 92 (23.11.1926)
- Date
- 1926-11-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 600 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 92 Nr» 92 sind stolz darauf. Herr Sonnenfeld hat als erster dieses Prädikat der unerschütterlichen Rechtsanschauung erschüttert. Wenn wir dem nicht widersprechen, kommen wir auf eine abschüssige Bahn. Es handelt sich bet dem Brief des Herrn Sonnenfeld um einen höheren jüdischen Beamten von untadeligem Charakter. Kaum ist er in seinem Amte warm geworden, und schon kommt man mit solchen Ver- «lächtigungen und schreibt dem Minister, er möchte sich in acht nehmen vor einem Zionisten. Meine Kollegen im Präsidium haben die Konsequenz gezogen und lehnen eine Mit- Wirkung ab, solange Sonnenfeld Vorsitzender ist. Ein einmittiges Votum wird Herrn Sonncnfcld veranlassen, von seinem Amte zurückzutreten. (Beifall bei Volkspartei und Konservativen.) Dr. B a e r w a 1 d (liberal) erinnert an den Appell von Rabbiner Horowitz, den Frieden zu wahren. Nun wird der Friede gestört. Dr. Sonnenfelds Stellung zum deutschen Judentum ist eine gefestigte; bisher haben auch Zionisten und Konservative ihm das Vertrauen durch Mitwahl ausgesprochen. Wir können einem Manne wie ihm nicht verbieten, sich i m P r i v a£l eben nach seiner Individualität zu b e - tätigen. (!) Auch Zionisten haben außerhalb der Versatnmlung manches gesagt und getan, was dem Brief des Herrn Sonnenfeld nicht nachsteht. (Zurufe von seiten der Volkspartei: Namen und Tatsache Vorbringen!) Was Sonnenfeld getan hat, kann ihn nicht disqualifizieren, hier unser Präsident zu sein. Da die oppositionellen Büromitglieder der Aufforderung des Vorsitzenden, Justizrat Sonnenfeld, ihre Plätze einzunehmen, nicht Folge leisten, ladet dieser Herrn Kommerzienrat Hamburger ein, als 2. Vorsitzender zu fungieren. (Protest bei der Opposition.) Nunmehr gibt Herr Alfred Berger im Namen der Poale Zion eine Erklärung gegen das Verhalten des Justizrats Sonnenfeld ab. Zum erstenmal, führt er aus, wurde von einem Juden gegen einen Juden der Verdacht des Amtsmißbrauchs erhoben. Wenn Sie (zu den Liberalen gewendet) dieses dulden, haben Sic das Recht verloren, sich liberal zu nennen. Im Interesse der Würde der Verhandlung und des deutschen Judentums bitte ich Sic, noch einmal zu überlegen, ob ״Sic das Verhalten Sonneufelds billigen oder zugeben, daß ein schwerer Mißgriff vorliegt, und die Kor.sequenzen daraus ziehen. Der Vorsitzende verliest nun eine zweite Mißbiliigungsresolutioii, die von der konservativen Fraktion eingebracht ist. Sie lautet: Der Verbandstag mißbilligt das Verhalten des Präsidenten in Sachen seines Schreibens an den Minister des Innern wegen der Berliner Wahlproteste und bedauert, daß der Präsident dem Wunsch aller Fraktionen — außer der eigenen, des Präsidenten — auf Rücktritt oder diesmalige Enthaltung vom Amte nicht stattgegeben hat. (Beifall bei den Konservativen und der Religiösen Mittelpartei.) R.-A. Horowitz (konservativ) begründet die Resolution und führt aus, im parlamentarischen Leben müsse jeder, der solche Fehler begeht, die Konsequenzen ziehen. Er wünscht, es wäre uns die Schande erspart geblieben, die Angelegenheit hier zu erörtern. Der Präsident selbst hat in der Repräseiitantenversammlung die Sachlage anders geschildert, als wie sie sich aus dem Briefe ergab. Jeder aufrechte Mann würde die Konsequenzen ziehen, um den Verlauf der Tagung nicht zu stören. Hierzu bemerkt der Vorsitzende: Es wird sich bald entscheiden, ob die Mehrheit hinter mir steht. Vorher zurückzutreten, habe ich nicht das Recht. Er weist darauf hin, daß er sieb als Vorsitzender Schranken auferlegen müsse. ' er"WmIe^־deshälb7WicÄf' seTb'st zü""3etn20'egensfa1w^'äer Angriffe sprechen. Dr. Breslauer legt dagegen Verwahrung ein, daß die Verhandlung auf eine Basis geführt wird, die mit dem Gegenstand der Tagung nichts zu tun hat. Herr Kurt B1 u m c n f e 1 d zieht im Nainen der Volks- Partei den zweiten Teil der Mißbilligungsresolution zugunsten des Antrags der Mittelpartei und der Konservativen zurück und führt dabei aus: Entscheiden Sie, ob ein solches Vorgehen des Vorsitzenden mit unserer Stellung im Staat, mit unserer jüdischen Einstellung sich vereinbaren läßt. Keiner wird dies bejahen können. Dr. Wert heim (Liberal) erklärt, die Opposition wolle die Gelegenheit benutzen, um eine Aeußerung des Vorsitzenden außerhalb der Versammlung, die nichts mit seinem Amt als Vorsitzender zu tun hat, hier nachprüfen zu lassen. Das lehnen wir ab. Ob Sonnenfeld die Eignung hat, hier die Würde eines Präsidenten auszufüllen, darüber entscheidet seine ganze politische Persönlichkeit. Wie oft haben nicht Aeußerungen von Zionisten in Versammlungen der jüdischen Beamtenschaft, dem jüdischen Recht und jüdisehen Interesse geschadet. Aus Sonnenfelds Brief kann nicht geschlossen werden, daß er etwa nicht objektiv das Präsidium leiten wird. Wir Liberalen wollen nicht darüber diskutieren, ob der von uns präsentierte Vorsitzende Ihnen recht ist. Der Vorsitzende erteil* Herrn Alfred Berger wegen des Ausdrucks ״schamlose Rede“ den Ordnungsruf. Justizrat S e I i g s o h n appelliert an Konservative und Mittelparteiler, nicht mit der Volkspartei zusammenzugehen. Badt ist Partei; ist es verwunderlich, wenn die andere Partei ihm ihre Angelegenheit nicht anvertrauen will? Legationsrat Prof. Dr. Sobernheim (Mittelpartei): Der Schritt des Herrn Sonnenfeld Ist politisch und taktisch unklug. Er schrieb, der Herr Minister möchte einen Zionisten von der Mitwirkung ausschließen. Ich kann es nicht begreifen, daß jemand sich erlaubt, einem Minister Vorschriften zu machen, daß er den betreffenden Abteilungsleiter verbiete, in Erscheinung zu treten, um bei einer Sache mitzmvirken, bei der er zuständig ist. Der Redner scbildert die verwaltungsrechtliche Seite _ der Angelcgenheit und schließt: Wir von der Mittelpartei haben das Vertrauen zum Herrn Vorsitzenden verloren, wenn wir auch glauben, daß er technisch den Vorsitz sehr gut führen kann. Wir bitten ihn, für dieses Jahr zurückzutreten. Entbinden Sie (zu den Liberalen gewendet) den Herrn Präsidenten von seinem Amt! Der Vorsitzende bemerkt, wenn er zu den Angriffen schweige, so nicht darum, weil er ihre Berechtigung zugebe. Es wird mm zur Abstimmung über die verschiedenen Mißbilligungsaiiträge geschritten. Ueber den ersten Teil der Resolution der Volkspartci wird namentlich ab gestimmt; der Antrag wird mit 67 gegen 38 Stimmen bei zwei S t i m m e n 11! a 1111 n g e n abgelchnt. Es wird nun über den Antrag der Konservativen und der Mittelpartei abgestimmt; auch dieser wird mit 57 gegen 48 Stirnmen abgelehnt. Kollenscher stellt fest, daß außer den Liberalen alle anderen Parteien gegen den Vorsitzenden sind und erklärt, daß solange der Vorsitzende hieraus nicht die Konsequenzen zieht, die Opposition nicht ins Präsidium geht. Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten. Der Tätigkeitsbericht Dr. Ismar Freund erstattete den Tätigkeitsbericht des Rates, dessen Hauptteil gedruckt vorliegt. Seit dem ,letzten Verbandstag ist die Zahl der dem Verbände an geschlossenen Gemeinden von 657 auf 690 gestiegen. Es ergibt sich das folgende Bild: Insgesamt sind in Preußen rund 950 Synagogengemeinden vorhanden; 690 gehören dem Landesverband, weitere nind 90 dem Halberstädter Bund an, mithin bleiben rund 170 Gemeinden übrig, die keinem der beiden Verbände angeschlossen sind. Die. Gründe für deren Außenseiterei sind verschiedener Natur: Gleichgültigkeit, Verlust des Zusammenhanges mit dem lebendigen Judentum, Eigen- Willigkeit der Gemeindevorsteher, Furcht vor finanzieller Belastung u. a. m. Der Redner geht nun auf die Gliederung der Räte und der Verteilung der Dezernate ein. Er referiert über die Verteilung dr• Staatsbeihilfen, die Frage der Bildung von Lehrbezirken und Rabbinatsbezirken. Unter unvorstellbaren Schwierigkeiten hat der Landesverband eine Prüfung der Verhältnisse von rund 700 Gemeinden vorgenommen. Auf dem Gebiet des Unterrichtswesens ist es gelungen, bei dem Unterrichtsministerium die Bereitwilligkeit zu erwirken, in die neuen Lehrpläne für die höheren Schulen auch den jüdischen Religionsunterricht aufzunehmen. — Zum vorliegenden Entwurf eines Strafgesetzbuches sind Anträge gestellt worden. In der Frage der Gestattung der Sonntagsarbeit in jüdischen Betriebet, In der Entgegenwirkung gegen die Propaganda für ein Schächtverbot, wurde vielfaches geleistet. Zusätzliche Berichte erstatteten die Herren G a 1 e w s k i (Rechnungsabschluß) und Kareski (Etat). Sodann wurde die Generaldebatte eröffnet. Als erster Redner sprach noch in der Abendsitzling namens der Jüdischen Volkspartei der Delegierte Ministerialdirektor Dr. Badt. Ueber seine mehr als einstündlge, mit großer Aufmerksamkeit angehörte Rede werden wir in nächster Nummer berichten. Um 83/י Uhr abends wurde die Sitzung geschlossen. Montag vormittag erstattete zunächst Dr. Lilientha 1 das Rgferat über Verfassungsänderungen. Sodann wurde die Generaldebatte fortgesetzt. Es sprachen Rabbiner Freund (Hannover), Dr. Katzenstein, Dr. Breslauer, Dr. Baerwa 1 d , Rabb. Dr. Weisse und namens des Rates dessen Vorsitzender K.-G.-R. W o 1 f t. Auch die Affäre Sonnenfeld kam neuerlich zur Sprache. Der Vorsitzende forderte die Vizepräsidenten auf, ihr Amt zu übernehmen, was diese ablehnten. Montag nachmittag wird die Generaldebatte weitergeführt, die bei Schluß dieses Berichtes noch andauert. Der KMfllkt zwischen Mandatskontmlssioa and MaadafanaSchtea Wir haben bereits mehrfach über den Konflikt bcrichtet, der zwischen der Mandatskommission und den wichtigsten Mandatarmächten über das Ausmaß der Befugnisse der Kommission ausgebrochen ist. Die Mandatarmächte betrachten die Aussprüche der Kommission als Eingriff in ihre Souveränität. Zugrunde liegt offenbar eine Meinungsverschieden־ heit über Wesen und Sinn des Mandates als einer eigenartigen und neuen völkerrechtlichen Konstruktion. Bei der gegenwärtig tagenden Sitzung der Mandatskommission hat bereits eine Diskussion über die Vorfälle bei der letzten Völkerbundversammlung statt gefunden, und die Kommission hat sich einhellig mit der Auffassung ihres Vizepräsidenten Van Rees, der bei der Bundesversammlung die Kommission repräsentiert hatte, solidarisiert. Nun wird aus Genf gemeldet, daß eine Note Großbritanniens, das die Frage auf der soeben abgehaltenen Weltreichskonferenz bchandelt hat, beim Völkerbund eingelaufen fei. In dieser Note, die die Antwort auf die Fragen des Völkerbundsekretariates darstellt, wird auf die Bestimmungen der Satzung über die Mandate verwiesen und erklärt, es sei nach diesen Bes timmungen nicht Aufgabe des Rates, entweder selbst oder durch die Mandatsko in m i s s i o n jede Einzelheit der M a n d a t s v c r w a 1 (u n g zu prüfen. Der Rat habe auch nicht die Mittel, eine solche gewaltige Aufgabe!zu erfüllen. Er habe nur darüber zu wachen, daß die Be- Stimmungen des Bundes beobachtet würden. Wenn er finde, daß dies nicht geschehe, so habe er selbstverständlich die nötigen Feststellungen über etwaige Mißbräuche zu machen und ihre Beseitigung zu empfehlen. Auf keinen Fall aber sei die Schlußfolgerung berechtigt, daß die Mandatsmachte jährlich dem Rate oder der Kommission alle Einzelh e i t e n ihrer Gesetzgebung und ihrer Verwaltung in den Mandatsgebieten unterbreiten sollten. Die Vorschläge der Kommission beruhen auf einer mißverständlichen» Auffassung ihrer Aufgaben und derjenigen des Rates. Es sei korrekt, daß die Gesuchssteller ihre Beschwerden zur Kenntnis bringen sollten; aber der Vorschlag der Kommission, daß sie selbst angehört werden sollten, sei inkorrekt und gefährlich. Die Erweiterung des Fragebogens sei mit den für die Mandatsmächte geltenden! Grundsätze unvereinbar. Die britische Regierung erhebe entschiedensten Einwand gegen die Anhörung von Petenten aus Mandatsgebieten durch die Kommission. Diese könnte sich auf Grund schriftlicher Eingaben in ausreichender Wesse ihre Meinung bilden. Auch im britischen Kolonialamte habe man eine Anhörung von Eindrücken niemals für nötig gehalten. Das vorgeschlagene Fragen Verzeichnis, das über 230 Fragen enthalte, gehe weit über das hinaus, was für die Aufgabe der Kommission notwendig sei oder der Satzung mitspreche. Ke Note schließt mit der Zusicherung, daß die britische Regierung die Arbeit der Mandatskommission vollauf würdige, und hoffe, daß sie in dieser Note keine unfreundliche Absicht erblicke. Es Ist natürlich von großem Interesse, wie die Kommission auf diese Mitteilung reagieren wird. Wie erinnerlich, wurde bei der Julitagung der Mandatskommission die Frage der ÄnhöfUHg;vom liefen ten vor altem durch!da« Verlangen der Delegation des Waad Leumi aufgerollt. Ke Kommission hat dem Waad Leumi damals mitgeteilt, sie müsse ihre Berechtigung, Petenten anzuhörett, erst vom Rate bestätigt erhalten. Im Rate erhob sich die Opposition der Mandatarmächte. Auf seiner am 6. Dezember stattfindenden Sitzung wird sieh der Rat mit der Frage neuerlich beschäftigen. ״Falestta“ dtneatitrt Die ״Time s“ vom 17. d. M. bringt ein Dementi der arabischen Zeitung ״Falestin“ bezüglich der Haltung der Araber zur Balfour-Deklaration. Bekanntlich hat ״Times“ in ihrer Ausgabe vom 20. Oktober (siehe ״Jüd. Rundschau“ vom 26. Oktober) gemeldet, daß ״Falestin“ einen radikalen Wechsel in der Haltung der arabischen Exekutive gegenüber der Balfour-Deklaration und eine Ebnung des Weges zur Versöhnung und Zusammenarbeit mit den Juden befürwortet. Dazu schreibt jetzt ״Falestin“, dieser Bericht sei ungenau und irreführend. Das Blatt fügt hinzu: Wir glauben noch immer, daß die Balfour-Deklaration uns unseres konstitutionellen Rechtes beraubt und daher halten wir an unserem Protest dagegen fest. Vom Chanukkah - Büchertisch Der schöne Brauch, zu Chanukkah Bücher zu schenken, macht es wünschenswert, in diesen Tagen einen Blick auf die Erscheinungen des Büchermarktes zu werfen, die für diesen oder jenen Interesse haben mögen. Kein streng wählender ״Ratgeber“ kann an dieser Stelle sprechen, vielmehr sollen eine Reihe von Werken, zum Teil vom Zufall geordnet, erwähnt werden, als Anregung für den, der solches sucht. Das wichtigste jüdische Werk des Jahres ist die Bibel- Übersetzung von Martin B u b e r und Franz Rosenzweig (Verlag Lambert Schneider, Berlin-Dahlem), von der bisher zwei Bände, das Buch ״Im Anfang•'‘ und das Buch ״Namen“ (je 4 M.) erschienen sind. Dieses Werk hat eine ungeheure Resonanz gefunden und im allgemeinen kann man sagen, daß die vollbrachte Leistung nach Gebühr von der Oeffentlichkeit gewertet wurde. Diese deutsche Bibel ist nicht nur die erste rhythmisch treue und dichterisch hohe Verdeutschung, sie ist auch ein nicht zu unterschätzender Wegweiser jüdischer und hebräischer Bildung. Viele Worte una Neubildungen, die auf den ersten Blick als Absonderlichkeiten erscheinen, enthüllen gerade dadurch, indem sie Aufmerksam•- keit und Denken auf sich ziehen, den früher verdeckten Ursinn des hebräischen Wortes. So kann diese deutsche Bibel selbst für Hebraisten ein Helfer sein, aus überkommenen unrichtigen Auffassungen von Wort und Sinn herauszukommen. Von der ״Weltgeschichte des jüdischen Volkes“ von Simon Duonow, die der Jüdische Verlag (Berlin), in vorzüglicher Uebersetzung aus dem Russischen von Dr. A. Steinberg, herausgibt, liegen bereits drei vorzüglich ausgcstattete Bände vor, die die Darstellung bis zum Janr 1000 nach Christi führen, bis zur Zeit der großen babytonischen Hochschulen, bevor endgültig der Schwerpunkt des Judentums für die nächsten 1090 Janre nach dem Okzident wanderte. Dubnows Geschichtswerk, die erste moderne, großangelegte jüdische Geschichte, ist wahrhaftig unentbehrlich für jedes jüdische Haus, das die Verbundenheit mit dem Judentum erhalten und starken will — daran sei zu Chanukkah eriunert. Der Altmeister der christlichen Judaisten, Rudolf Kittel, dessenStandard-Works die zweibändige ״Geschichte des Volkes Israel“ (bis zum babylonischen Exil, 586 v. Chr.) vor kurzem in neuer Auflage Im Verlag F. A. Perthes, Gotha, erschienen ist, schenkte uns ein sehr schönes Buch: ״Gestalten und Gedanken in Israel, Geschichte eines Volkes in Charakterbildern“ (Verlag Quelle & Meyer, Leipzig, 16 M.) voll stärkster Begeisterung für die großen jüdischen Persönlichkeiten, deren Wesen und Wirken mit Liebe und Darstellungskraft erzählt wird. Kittel hat vor einigen Jahren in dem von Prof. Sellin herausgegebenem ״Kommentar zum Alten Testament“ (A. Deichertsche Verlagsbuchhandlung, Leipzig) die Psalmen bearbeitet. Nun liegen die ersten zwei Lieferungen einer Ausgabe der Psalmen, eingeleitet, übersetzt und erklärt von dem bekannten Gelehrten Eduard König, vor (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh, je 6 M.); die Einleitung gibt einen gedrängten Ueberbliek über Wesen und Formen der hebräischen Poesie, der Kommentar sprachliche und sachliche Erklärung. Von katholischer Seite wird der Versuch gemacht, den Urtext der Psalmen mit Hilfe der Septuaginta wiederherzustellen und von Verstümmelungen zu befreien: Das Buch ״Die Psalmen“ von Franz Wutz (München, Kösel & Pustel, 30 M.) bringt den hebräischen, lateinischen und deutschen Text mit textkritischer Untersuchung. — Eine sehr interessante Behändlung eines Spezialproblems unternimmt in den von Rudolf Kittel herausgegebenen ״Beiträgen zur Wissenschaft vom Alten Testament“ Gottfried Quell in seiner Arbeit ״Das kultische Problem der Psalmen, Versuch einer Deutung des religiösen Erlebens in der Psalmendichtung Israels“ (W. Kohlhammer, Stuttgart, 6 M.), worin er die Psalmen nach ihrer kultischen Beziehung einzeln charakterisiert und in Gruppen einteilt. Den religiösen Gehalt und Wert der Psalmen führt mit besonderer Innigkeit Rabb. Dr. Arthur Posner vor Augen, in seiner Schrift ״Ke Psalmen“, das Religionsbuch der Menschheit“ (C. A. Schwetschke & Sohn, Berlin, 3,50 M.). Er nennt sein Werk eine ״ethisch-ästhetische Wertung“ des Psalmbuches, es ist aber mehr, es ist obendrein eine religiöse Wertung. Derselbe Verfasser hat uns auch mit einer vortreffliehen kleinen Ausgabe des ״Buches des Propheten Micha“ (J. Kauffmann, Frankfurt a. M., 2,50־ M.) beschenkt, die den Urtext samt Uebersetzung, Erklärung, zeitgeschichtlieber Darlegung gibt; eine Monographie, die jeder mit Nutzen und Freude lesen wird. — In dem erwähnten großen Sellinsehen Kommentarwerk, dessen Herausgeber gerade durch seine palästinensischen Ausgrabungen Aufsehen erregt hat, erschien zuletzt das Buch Ezechiel, bearbeitet von Johannes Hermann (Deichert, Leipzig). Eine praktische ״kurze Uebersicht über den Inhalt der Alttestamentlichen Schriften“ gibt Prof. Georg Beer (J. C. B. Mohr, Tübingen, 176 S., 4,80 M.). ״Der Verkehr Gottes mit den Menschen im A.T.“ wird von Hans Duhm behandelt (Mohr, Tübingen, 8,40 M.), und zwar von ältester bis zur vorchristlichen Zeit, unter kulturhistorischer und psychologischer Charakteristik. — Eines der bedeutendsten und umstrittensten Werke Christlicher Theologie, ״Die Religion des Judentums im späthellenistischen Zeitalter“ von Wilhelm B o u s s e t, wurde von Hugo Greßmann soeben neu!1erausgegeben (Mohr, Tübingen, 15 M.). Keses nur für reifere Leser zu empfehlende Buch, das in seiner Einseitigkeit mancher Korrektur bedarf, gibt in seiner grundlegenden und konsequenten Scheidung zwischen ״prophetischem“ und ״rabbimschem“ Judentum doch auch dem Juden manchen wertvollen Aufschluß über das Wesen jüdischer Religiosität und die spezifische Kalektik der jüdischen Geschichte, ganz abgesehen von der Fülle stofflicher Bereicherung. Als Geschenkbuch für jung und alt sei nochmals auf den hier bereits angezeigten Bibe 1 a11 as von Solowcitschik (Jüdischer Verlag, Berlin) verwiesen, der die Bibellektüre realistisch belebt Der Verlag Dwir (Tel-Awiw) gibt soeben eine Reihe von Lehrbüchern heraus, die für hebräisch lesende junge Leute in Betracht kommen: Eine ״Geographie von Erez-Israel“ mit vorzüglicher Karte una vielen Illustrationen von Jesaja Preß; eine zweibändige Geschichte Israels im Galuth von Ben Zion Dünaburg (bis zu den Kreuzzügen) — beide Werke interessant wegen ihres palästinozentrischen Blickfeldes; ferner einen Abriß der Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit von James H. Robinson (übersetzt von Dr. S. Perlmann). Ke hebräischen und jüdischen Schulen im Galuth sollten diese Bücher beachten und verwerten. Auch des von Jabotinsky redigierten hebräischen Atlas (yerlag Hasefer, Paris) sei bei dieser Gelegenheit nochmals rühmend gedacht. Für den Freund der hebräischen Sprache empfiehlt sich ab Chanukkahgabe der eben erschienene Band der Schriften des verstorbenen Schl« —׳ Schiller, herausgegeben von R. Benjamin (Ver- Die Tr Di« Name! jüdischen David Fall im Dienst« systematiscl in Rumänii ücher ,äNir es, den Din Studenten sitäten zu! die jüdisch! Vortragssäl der Alma devastiert 1 wieder den gewöhnlich Attacken u die angegr missartet al Kese j Regierung welche unt Jassy steht;e wa lts Lande tu Ke Regier Liga offen! ™"ff Reger hörden ersi die Juden anders dar. die Regier So wurde 1 Jonel Bra den Behör» den Angeh wurde ein bestimmte, mission für in einem G ״zu werfen' Exeminator aus dem A werden, we der nations Jahre wurd minister zi Mitglieder dieser Bern bei der M; gehörigen fiel kein e unter den der Verkün Di a co n e wurde. Seil gegen die und einer mit schwer Freilassung Knaben ve wurde bald sehen N ab Verteid Antisemiten besonders hervor, we und beraub gesprochen legung des Orte, um < eine schwe Währet ein furchtb Student D Einvernahm gab, wurd« Jassyer an schossen ur er am 12. Mörder, de Attacke ge! lag der He einer ideali Von V( erster Stell Moreh Neb Führer c und mit A (drei Bänd« hat, auf de lesbare dei aus dem ai essante un< gelesen wu Verlag Dan Bche, 320 S nides philo eine ganze . Alfred K11 kleinen Sch Kaim Di Mehlis , Guenther V Reinhardt, beiden erst• Ernst Alt] Urteil des Brunner“ (I lebendige Z ja zu den geschichte ן von Leo B a furt) und a Bände, Schv nen liberale lohnt. An Kin fast gar nie Jüdischen V Käthe B a e bevorzugen, Märchen, di von Ludwig