Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 90 (16.11.1926)
- Date
- 1926-11-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Eduard Bernstein 2× ep/1024794
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- Abraham Geiger 1× ep/1011162
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Seite 64S JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. SO ir. Adalbert Saehs Kurz vor Redaktionsschluß erreicht uns die Trauerbotschaft, daß Dr. Adalbert Sachs nach längerem schweren Leiden In Berlin verschieden ist. Adalbert Sachs stand abseits von offizieller zionistischer Politik, aber mitten im Zionismus und war durch Bande der Freundschaft mit einer Reihe führender deutscher Zionisten verknüpft. Vor drei Jahren ging <־r, der ein ausgezeichneter orthopädischer Chirurg war, nach Palästina und schuf sich in Jerusalem einen neuen Wirkung»- kreis. Als er vor wenigen Tagen Jerusalem verließ, um sich in Berlin einer Operation zu unterziehen, begleiteten ihn die heißen Segenswunsche eines großen Kreises von Verehrern und Freunden, der sich in kurzer Zeit um diesen seltenen Mann auch in Ercz-Israel gebildet hatte. Mit Adalbert Sachs sinkt eine der besten, reichsten und eigenartigsten Persönlichkeiten des deutschen Zionismus ins Grab. Seinem Wesen und seiner Bedeutung soll noch eine besondere Würdigung gewidmet werden. Jüdische Gemeindearbeit Der Landesvorstand der Z. V. f. D. beschloß, für die Angelegenheiten der Arbeit in den jüdischen G:m in len einen Ausschuß einzusetzen, der sich jetzt konstituiert hat und aus folgenden Gesinnungsgenossen besteht: 1. Vorsitzender Kurt Blumenfeld, 2. Vorsitzender R.-A. Kollenscher, Schriftführer die Herren Dr. James Ellenbogen und Karl Glaser, weitere Mitglieder die Herren Deutschmann (Oppeln), Epstein (Duisburg), Foerder (Berlin), Jacobsohn (Breslau), Kalmus (Hamburg), Moses (Zwickau), Nußbaum (Nürnberg), Pionkowski (Dresden), Rosenfeld (Karlsruhe), Sandler (Berlin), Schachtel (Breslau), Schocken (Zwickau), Sichel (Chemnitz), Sondheimer (Frankfurt a. M.), E. Strauß (München), Tumpowsky (Leipzig), Victor (Wandsbek), Wiener (Beuthen), Wolfsberg (Berlin). Die Herren Dr. Klee als Vorsitzender der Jüdischen Volkspartei und Dr. Roscnblüth als 2. Vorsitzender der Z. V. f. D. nehmen an den Sitzungen regelmäßig teil. Der Landesvorstand nahm ferner folgende Resolution an: ״Der Landesvorstand ist der Ansicht, daß die Konstitulerung der Jüdischen Volkspartei in Berlin als Wahl- Vereinigung erfolgen soll. Die Aufgaben der zionistischen Oalutharbeit auf dem Gebiete der allgemeinen Politik, der Schulen, der Erziehung und der nationalen Propaganda bleiben ein integrierendes Arbeitsgebiet der Z. V. f. D.“ Jüdische Vorlesungen an der Berliner Universität Das Institutum Judaicum der Friedrich-Wilhelm- Universität Berlin, unter Leitung von Prof. Greßmann, veranstaltet, wie fm Vorjahre, auch im Winterhalbjahr 1926/27 eine Reihe von Vorträgen unter dem Titel: ״Gestalten und Gestaltungen des modernen Judentums“. Er werden sprechen: Am 25. November Rabbiner Dr. Vogelstein, Breslau, über ״Abraham Geiger und die religiöse Reform des Judentums“; am 6. Januar 1927 Dozent Dr. Wohlgemuth, Berlin, über ״S. K. Hirsch und das gesetzestreue Judentum“; am 27. Januar 1927 Pastor D. Dr. W i n d f u h r, Hamburg, über ״Theodor Herzl und der politische Nationalismus": am 24. Fe» Binar 1927 Dozent Dr. Torczyner, Berlin, über ״Achad;tftpp ^9Cjder.katt»tfBe Natäonalfeinii».״.׳.׳■ד-'. :■ ■ Presse-Schau Die ״Frankfurter Zeitung“ veröffentlicht seit einiger Zeit unter der Ueberschrift ״Reise in Rußland“ Berichte ihres Mitarbeiters Joseph Roth der soeben von einer längeren Reise aus Rußland zurückgekehrt ist. Der letzte Abschnitt ist der Lagederjuden in Sowjetrußland gewidmet. Der Verfasser teilt mit, daß Sowjetrußland heute das einzige Land in Europa ist, in dem der Antisemitismus verpönt ist, wenn er auch nicht aufgehört hat Die Juden sind vollkommen freie Bürger — mag ihre Freiheit auch noch nicht die Lösung der jüdischen Frage bedeuten. Als Volk haben sie alle Rechte einer ״nationalen Minderheit‘. De Geschichte der, Juden kennt kein Beispiel einer so plötzlichen und einer so vollkommenen Befreiung. Der Verfasser teilt folgende Ziffern mit: Von den 2750 000 Juden in Rußland sind: 300000 organisierte Arbeiter und Angestellte, 130 (»0 Bauern, 700 000 Handwerker und freie Berufe. Der Rest besteht: a) aus Kapitalisten und ״Deklassierten“ die als ״unproduktive Elemente“ gelten; b) aus kleinen Händlern, Vermittlern, Agenten, Hausierern, die als nicht produzierende, aber proletarische Elemente angesehen werden. De Kolonisation der Juden wird eifrig Betrieben — zum Teil mit amerikanischem Geld. Es gibt jüdische Kolonien in der Ukraine, bei Odessa, bei Cherson, in der Krim. Seit der Revolution sind 6000 jüdische Familien zur Landarbeit herangezogen worden. Im ganzen wurden 102000 Desjatin Acker den jüdischen Bauern zugeteiit. Gleichzeitig ״industrialisiert“ man die Juden, das heißt: man versucht, die ״unproduktiven Elemente“ als Arbeiter in den Fabriken unterzubringen und die Jugend in den (etwa dreißig) jüdischen ״professionell-technischen‘‘ Schulen zu Facharbeitern neranzubilden. Der Verfasser stellt fest, daß trotz der Freizügigkeit die alten Ohettos noch immer überfüllt sind. Dem jüdischen Proletarier geht es schlechter als jedem anderen. Er gibt eine traurige Schilderung seiner Wanderungen durch die ״Moldawanka“. dem Judenviertel in Odessa, und schreibt dann über seine Erlebnisse in den jüdischen Kobnien: ״Ich habe jüdische Bauern gesehen; sie haben keinen Ghetto-Typus mehr, sie sind Landmenschen, aber sie unterscheiden sich sehr deutlich von anderen Bauern. Der russische Bauer ist zuerst Bauer und dann Russe; der jüdische zuerst Jude und dann Bauer.“ Er zweifelt an der Möglichkeit, aus jüdischen Menschen mit ihrer Vergangenheit 2000 jährigen Geistesarbeit wirkliche Bauern zu machen. Er schreibt weiter; ״Wenn man also in Sowjetrußland Synagogen in Arbeiterktabs verwandelt und die Tatmud-Schulen verbietet, weil sie angeblich religiöse sind, so müßte man sich zuerst ganz klar darüber sein, was bei den Ostjuden Wissenschaft, was Religion, was Nationalität ist. Aber Wissenschaft ist ja bei ihnen Religion und Religion — Nationalität Ihren Klerus bilden ihre Gelehrten, ihr Gebet ist eine nationale Aeußerung.“ — Der Verfasser stellt fest, daß die plötzliche Freiheit der Juden hier und dort einen heftigen, wenn auch stillen Antisemitismus weckt, meint aber, wenn in Rußland die Judenfrage gelöst wird, so ist sie ln allen Ländern zur Hälfte gelöst Es weide dann der Zionismus gegenstandslos werden, der Antisemitismus auch, aber wahrscheinlich das Judentum verschwinden. Seit anfangs November d. I. erscheint in Bratislava (Preßbürg) eine neue jüdische Wochenschrift ״Jüdisches Familien- Man‘‘ In deutscher Sprache. Ei■ nizeilgemißer Programmsireit London , 10. November. (J.T. A.) Bei einem Diner, das zu Ehren des Präsidenten des Jewish Board of Deputies, O. E. d’Avigdor Ooldsmid, gegeben wurde, hielt das Mitglied der zionistischen Weltexekutive, Dr. M. D. Eder, eine Ansprache, in der er ausführte, es bestünden sonderbare Definitionen des Zionismus, mit denen die Zionistische Organisation nichts zu tun haben wolle. Die Exekutive ist dazu da, den Willen des Kongresses durchzuführen; der Zionismus basiere auf dem Baseler Programm mit den Interpretationen, die vom 12. und 13. Kongreß gegeben worden sind. Herr Greenberg, der Herausgeber des ״Jewish Chronicle“, forderte auf Grund des mißverstandlieh wiedergegebenen Berichtes einer Rede des Herrn Felix Rosenbiüth das Ausscheiden Dr. Rosenblüths aus der Exekutive. De Exekutive ist nicht willens, die Autorität des Herrn Greenberg in diesem Belange anzuerkennen. Herr Rosenbiüth hat sich zu keiner Politik, die vom Kongreß gebilligt wurde, in Widerspruch gesetzt; er hätte also nichts zurückzunehmen. (Es handelt sich um Rosenblüths Rede beim Wiener Parteitagj die dem ״Jewish Chronicle“ Gelegenheit gegeben hat, einen recht unzeitgemäßen Programmstreit zu beginnen. — A. d. R.) Autoverkehr zwitchei Palästina und dem Irak London, 10. November. (J. T. A.) In der Sitzung des Unterhauses richtete Viscount S a n d o n an den Kolonienminister die Frage, ob die neue Gesellschaft, die einen Automobilverkehr zwischen Palästina und dem Irak einrichtet, im Besitze einer Regierungskonzession ist, ob den Transporten ein regelmäßiger militärischer Schutz beigegeben wird und ob jedes Gefährt mit einer Drahtstation ausgestattet ist, um die Sicherheit der Passagiere zu verbürgen. Kolonienminister Araery erwiderte; Die neue Gesellschaft wird eine Hauptlinie zwischen Syrien und dem Irak einrichten; zwisehen Haifa und dieser Hauptroute wird ein Hilfsdienst eingerichtet werden. Was die Sicherheit betrifft, so werden dieselben Vorschriften wie für die anderen Transportdienste zwischen dem Irak und Syrien Anwendung finden. Jabres-Eiaginge des Jüdische■ Nationalionis Der Jahresabschluß des Jüdischen Nationalfonds für das Jahr 5686 (1925/26) schließt mit einem Einkommen von £ 281 450, d. h. mit einem Monatsdurchschnitt von £ 23 454 ab. Des bedeutet einen Fortschritt gegen die früheren Jahre; die entsprechenden Ziffern für 1923/24 betragen £ 167665 (pro Monat durchschnittlich £ 13972) und für 1924/25 £ 260336 (pro Monat durchschnittlich £ 21 694). Es steht zu hoffen, daß der Fonds in seinem jetzigen silbernen lubiliumsjahr einen neuen Rekord erreichen wird. (Ke Ziffern bezeichnen die Brutto- Eingänge.) De September-Eingänge des Keren Kajemeth stehen mit £ 30 618 über dem Durchschnitt. De Haupt- Einnahmen stammen aus den folgenden Ländern: Amerika (6483 Pfund), Polen (3209 Pfund), Südafrika 72717 Pfund), England (1722 Pfund), Tschechoslowakei (1097 Pfund), Erez- Israel (9S8 Pfund). Nach dem Jahresbericht über die Einnahmen des Jüdischen Nationalfonds 1m Jahre 5686 (1925/26), den das Hauptbüro in Jerusalem veröffentlicht, halben die einzelnen Länder zu dem Gesamteinkommen von 281 450 £ die folgenden Stimmen beigetragen (die eingeklammerten Ziffern geben die Zahlen des Vorjahres an): Vereinigte Staaten 99 £ (außer einer besonderen Spende von 2697 £; 1924/25 54 960 £; Polen (alle PröVlnMti) 36308 £ (60*27 £); England 19 541 £ <15196 £)r Südafrika 15 761 £ (17196 £); Rumänien (alle Provinzen) 14249 £ (15443 £); Deutschland 12080 £ (21617 £); Tschechoslowakei 7800 £ (7648 £); Kanada 7123 £ (3592 £); Argentinien 6522 £ (4911 £); Erez-lsrael 6147 £ (8066 £). De übrigen Länder brachten weniger als 5003 £ auf. Die Hälfte aller Eingänge stammt aus Amerika und England. Die Einnahmen aus den Versicherungspolicen zugunsten des Keren Kajemeth Lejisrael betrugen 3501 £. Die Borabenexploslan in Tel-Awiw Jerusalem, 8. November. (J.T. A.) De Ursache der Bombenexplosion in der Kalischerstraße zu Tel-Awiw, durch welche zwei Kinder getötet und ein junger Mann schwer verletzt wurden, ist nun geklärt. Es handelt sich um einen sogenannten Blindgänger, eine Granate, die in der Kriegszeit während der Bombardierung von Jaffa eingeschlagen und damals nicht explodiert war. De spielenden Kinder haben nun die Bombe ausgegraben, wobei diese bei unvorsichtiger Hantierung explodierte. Vom Praner Jüdischen Nationalrat Der Prager Advokat und Stadtrat Dr. Ludwig Singer hat auf den Vorsitz und auf seine Mitgliedschaft im jüdisehen Nationalrat sowie auch auf die Mitgliedschaft im zionistischen Dstriktskomitee verzichtet. Die Resignation ist, wie eine Lokalkorrespondenz erfährt, auf Meinung«- Verschiedenheiten zurückzuführen. Jerusalem, 10. November. (J.T.A.) Der 22 Jahre alte yemmitische Jude Nassim Manges wurde wegen Ermordung eines Freundes vom Jaffaer Gericht zum Tode verurteilt. Der Mord geschah im Verlauf eines Straßenstreite^ der zwischen den bisher Befreundeten ausgebrochen war. Es ist dies der zweite Fall, daß in Palästina ein Jude zum Tode verurteilt wird. Deses Urteil erfolgte in zweiter Instanz, nachdem Nassim Manges in erster Instanz wegen Geistesgestörtheit außer Verfolgung gesetzt worden war. 1 Voranzeigel 1 Die I Jüdisch-nationale Frauanvereinigung i feiert das 25 jährige Jubiläum des Keren | Kajemeth durch ein Sc 1 viMnii ocrcT g 11.1 ni mj sh r £!»9 1 I und lädt alle jüdischen Kinder dazu ein. | jg Das Fest wird Mitte Dezember stattfinden; alles 1 Nähere wird noch bekanntgegeben. %lliyUlfiVI₪₪UUIilUWUIUIIIIIIIIIWiUlUIII!llilWIIIIIIIII1yiMIIIWUllllllllillli(iillllllillllliill Der Palisfln* Arbeiter-Foods De diesjährige Aktion für den Palästina-Arbeiter-Fonds fällt in eine Zelt schwerer Wirtschaftskrise in Palästina. Seit Monaten ist das Land in wirtschaftlicher Depression. De Arbeiterschaft, die bauende und schaffende Kraft des jüdischen Jischuws im Lande hat die Hauptlast dieser Krisis zu tragen. Aber mit außerordentlicher Geduld und Aufopferung durchkämoft der jüdische Arbeiter diese schwere Zeit Er weiß, daß die Hauptschwierigkeit der jetzigen Lage auf das Fehlen der notwendigen Mittel zurückzuführen ist, und daß unzählige Arbeits- und Lebensmöglichkeiten vorhanden sind, wenn die notwendigen Mittel beschafft werden. Der jüdische Arbeiter in Palästina kam als Pionier ins Land, um den Weg für Tausende Arbeiter zu bereiten, die ihm ins Land folgen wollen. Es ist die Pflicht dieser Massen und vor allem die unserer Chawerim in allen Orten, der jüdischen Arbeiterschaft im Lande die Möglichkeit zu geben, die schwere Aufgabe zu erfüllen, die sie aut sich genommen hat Eines der wichtigsten Instrumente der Aufbauarbeit der Arbeiterschaft ist der im Jahre 1912 vom Weltverbande Poale Zion ins Leben gerufene Palästina-Aufbau-Fonds, der seit der zweiten Konferenz für das arbeitende Erez-lsrael in den Besitz der allgemeinen Arbeiter-Organisation Palästinas übergegangen ist. Der Palästina-Arbeiter-Fonds stellt das Pionier- und Initiativkapital der palästinensischen Arbeiterschaft dar, das der Erschließung und Eroberung neuer Arbeitszweige und der Schaffung neuer Arbeitspositionen dient. Auf diesem Gebiet erfüllt der Palästina-Arbeiter-Fonds seit 14 Jahren wichtige Aufgaben. Er greift in die Arbeiter- Wirtschaft ergänzend ein, wo es den an ihren Budget gebundenen anderen Fonds nicht möglich ist, und wo die Arbeiter* bank zurückhaltend sein muß. Der Palästina-Arbeiter-Fonds hat die Arbeiterkolonien Tel-Chai, Ajeleth Haschachar, Kfar Giladi, Machnajim und Tirah bei Haifa gegründet Der Palästina-Arbeiter-Fonds schuf die wichtigsten industriellen Genossenschaften ״Karmel“ und ״Amal“ in Haifa, ״Toeleth“ und ״Achduth“ in Tel-Awiw u. a. Er förderte die Gründung der ersten Arbeiter-Oartensiedlung ״Schechunath-Borochow“ bei Tel-Awiw. Eine der hervorragendsten Arbeiten des Palästina- Arbeiter-Fonds bestand in der Versorgung der Arbeiterwirtschaften mit Maschinen und Werkzeugen. So dient der Palästina-Arbeiter-Fonds der Verwurzelung und Befestigung der jüdischen Arbeiterschaft in allen Zweigen der Landwirtschaft und der Industrie in Palästina. Wir wenden uns an alle, welche die Arbeit unserer Pioniere in Palästina zu schätzen wissen, daß sie unsere Aktion mit aller Kraft fördern und den Palästina-Arbeiter- Fonds instand setzen, seine Aufgaben in dieser schweren Zeit zu erfüllen. Alfred Berger, Eduard Bernstein, M.d. R., Martin Buber, Dr. Oskar Cohn, Prof. S. Dubnow, Julius Kaliski, Ing. Salomon Kaplansky, B. Locker, Dr. E. Ascher, Fritz Naphtali, Dr. Robert Weltsch. Geldüberweisungen sind zu richten an: Postscheckkonto: Berlin Nr. 152083; Eduard Bernstein, Palästina-Arbeiter-Fonds. Das iüdische Emigratioisprobiem Berlin, 14. November. (J.T.A.) Der Präsident des Vereinigten Jüdischen Emigrationskomitees Emigdirektj Herr Dr. Miron K r a i n i n , weilt gegenwärtig in den Vereinigten Staaten, wo er eine Aktion im Interesse der jüdischen Emigrauten in Europa durchführt Er ist. dort Gast der jüdischen amerikanischen. Emigrationsgesellschaft Hlas.die In 4*־יי> W*te» Jahren die Europa-Arbeit gemeinsam mit EÖwIrekt durchführt Der Auswandererstrom geht jetzt, abgesehen von Palästina, hauptsächlich nach Südamerika; ein kleinerer Tejl der Emigranten bat Australien und Südafrika zum Ziel. Um die Möglichkeit der Einwanderung von Juden in diese Länder zu vergrößern, hat Einigdirekt eine ganze Reihe Aktionen in Angriff genommen. Es soll in den sudamerikanisehen Ländern ein Netz von Arbeitsbüros geschaffen werden, deren Aufgabe die Verteilung der jüdischen Einwanderer über das Land und deren Versorgung mit Arbeit in produktiven Berufen sein soll. — Herr Dr. Krainin befürwortet in Amerika auch den Plan der Ansiedlung jüdischer Emigranten in Palästina mit Hilfe ihrer überseeischen Verwandten, Deser Unternehmung von Einigdirekt wendet Hias großes!Interesse zu. Die Jüdische National- und Universitätsbibliothek hat als Separatabdruck aus ihrer bibliographischen Vierteljahrsschritt ״Kirjath Sepher“ ein Verzeichnis sämtlicher zurzeit in Palästina erscheinenden Zeitschriften he raus gegeben. Demnach erscheinen in Palästina 97 Zeitungen und Zeit- Schriften, darunter 52 hebräische, 25 arabische, 8 englische, 3 jiddische, 3 deutsche, 3 französische, 1 griechische, 1 itaüenische, 1 spanische. Der Permanent Court of international Justice im Haag sandte der Bibliothek alle seine Veröffentlichungen, darunter drei Bande betreffend die Mavromatis-Konzession für Jerusalati. — Der dänische Dichter Johannes V. Jensen, der vor einiger Zeit in Palästina war, sandte der Bibliothek seine sämtlichen Werke. — Der bekannte chassidische Rabbiner Friedmann in Stefanesti in Rumänien sandte der Bibliothek seine sämtlichen Werke und sicherte der Bibliothek auch seine weitere Unterstützung zu. — Außerdem erhielt die Bibliothek von Herrn Dr. Fritz Kahn, Berlin, der ihr schon mehrmals wertvolle Zuwendungen gemacht hatte, Binde der populären naturwissenschaftlichen Sammlung Kosmos. De Bibliothek des verstorbenen Prof. Klein in Göttingen, die von dem Mathematischen Institut der H ebräischen Universität Jerusalem angekauft wurde, ist jetzt in den Räumen des Instituts, Abyssinian Str. 138» aufgesteilt und steht zur öffentlichen Benutzung. De Bibliothek zählt 3500 mathematische Bände und enthält besonders kofflplette Ausgaben aller wichtigen mathematischen Zeitschrifter. in verschlafenen europäischen Sprachen. Palästina auf dem Landwege. Gesinnungsgenossen, die sich an einer Reise nach Palästina auf dem Landwege, also mit Vermeidung einer Schiffsreise (Konstantinopel—Konm— Adana—Aleppo—Beirut—Haifa) beteiligen würden, wollen sich alsbald mit dem Palästina-Amt, Meinekestraße 10, oder mit dem Unterzeichneten in Verbindung setzen. Zeitpunkt etwa Ende Januar. Dr. Hugo Schachtel, Breslau VI, Königsplatz3b. Die Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen zn Berlin beabsichtigt, in der Zeit von Sonntag, den 26. Dezember 1926, nachmittags, bis Donnerstag, den 30. Dezember, abends, Ferien-rortbildungsk u r s e in Religionswissenschaften abzuhalten. Lehrer und Lehreriiuien, die an den Kursen teilnehmen wollen, wollen sich rechtzeitig mit den für sie zuständigen Verbänden oder Gemeinden in Verbindung setzen, damit sie von diesen eine Subvention erhalten, weil die Wissenschaftliche Vereinigung in diesem Jahre wahrscheinlich außer billiger Verpflegung und Unterkunft nicht viel wird bieten können. Anträgen sind zu richten an die Schriftführerin Frau Auguste Rosenthai-Budwig, Berlin NW 52, Calvinstr. ÖS.