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Jüdische Rundschau · 1926-11-12 · Heft 89 (12.11.1926) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 89 (12.11.1926)
Date
1926-11-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 640 J U EDI SC H E RUNDSCHAU Nr. 80 Das Keren Hafessod ־ Hauptbüro in Pailsttna Die ״Ziko“ teilt mit: Das Hauptbüro des Keren Hajessod ist nunmehr nach Jerusalem übergesiedelt. Herr Leo Herrmann, der Generalsekretär des Direktoriums des Keren Hajessod und leitender Sekretär des Hauptbüros, ist soeben in Jerusalem eingetroffen und beginnt nunmehr seine regelmäßige Tätigkeit von Erez-lsrael aus. Hiermit ist eine wichtige Etappe in der Entwicklung des Keren Hajessod zurückgelegt. Das Problem der Ueber- Siedlung des Keren Hajessod ist immer mit großer Sorgfalt behandelt worden. Es handelt sich natürlich in erster Reihe um die Hauptfrage, ob es gelingen wird, die Tätigkeit der Zentrale des wichtigsten nationalen Fonds für den Aufbau von Erez-lsrael mit größerer Intensität, größerem Schwung und größerem Erfolg als bisher von Jerusalem aus zu leiten und damit über die Entwicklung des Fonds hinauszukommen, die in London erreicht worden ist. Nicht nur alle Freunde des Keren Hajessod, sondern der gesamte Jischuw und alle, die den Aufbau der nationalen Heimstätte wirklich fördern wollen, müssen dieses Resultat der Uebersiedlung erhoffen, und es ist zu wünschen, daß schon die Entwicklung der nächsten Monate dies erweist, da die Lage im Lande mehr als jemals vorher eine Steigerung der Keren Hajessod-Eingänge erfordert. — Unabhängig von dieser Hauptfrage war aber in den letzten Monaten das Problem zu lösen, die Uebersiedlung selbst in solcher Weise vorzunehmen, daß die Zentrale ihre Tätigkeit keinen Augenblick unterbricht und daß der Kontakt des Hauptbüros mit seinen 55 Larideskomitees und Landesbüros in aller Welt nicht gestört wird. Dieses Problem ist, wie sich zeigt, befriedigend gelöst worden, und zwar in der Weise, daß die einzelnen Departements des Hauptbüros etappenweise verlegt worden sind. Das Propaganda-Departement des Hauptbüros hat schon seit einem Jahre in Dr. Hans Kohri, der früher in London als leitender Sekretär des Propaganda-Departements tätig war, einen Vertreter in Jerusalem gehabt. Unmittelbar nach der letzten Sitzung des Aktionskomitees begann die eigentliche Verlegung des Hauptbüros mit der Uebersiedlung der Treasury, deren Sekretär, Herr A. U 1 i t z k i, mit seinen Beamten schon Anfang Oktober seine Tätigkeit im neuen Büro in Jerusalem aufgenommen hat. Drei Wochen lang funktionierten das Londoner und das Jerusalemer Büro zu gleicher Zeit und erreichten es so, daß die Fäden, die in London abgerissen waren, rechtzeitig in Jerusalem aufgenommen werden konnten. Sobald dies erreicht war, wurde das Londoner Hauptbüro geschlossen und der Sekretär des Direktoriums, der im besonderen noch die Organisationsabteilung leitet, konnte die Reise nach Erez-lsrael antreten. Herr Herrmann hat vor seiner Abreise aus London noch daran gearbeitet, daß die Sonderaktion des Keren Hajessod unter den Zionisten hauptsächlich Europas eingeleitet wird. Der Anstoß zu dieser Sonderaktion ist von dem neuen Direktor des Keren Hajessod, Herrn Leib Jaffe, ausgegangen und Herr Dr. Hantke, der mit Herrn Jaffe zusammen die Geschäftsführung des Keren Hajessod-Direktoriums übernommen hat, schloß sich der Anregung an, die hierauf vom gesamten Direktorium und der zionistischen Exekutive akzeptiert wurde. Es ist zu hoffen, daß diese Sonderaktion jedenfalls einen großen Teil der auf sie gesetzten Hoffnungen erfüllen und damit die Lage im Lande erleichtern wird. Auf alle Fälle hat sie dazu gedient, das moralische Verantwortungsgefühl der Zionisten zu stärken, die gesehen haben, daß das Direktorium des Keren Hajessod ripd die zionistische Exekutive wirklich alles Mögliche tut, S'ÄÄ»l״ÄÄ»£#0P1r|*!v'lVU|tÖ..,p1c...ei1Le;.Ecl#i<iJeruj^ . 'vÄiBisse »'1Etödstael m sorgen.' ■ "י Die beiden Direktoren, Herr Dr. A. Hantke und Herr L. Jaffe, treffen ebenfalls dieser Tage in Jerusalem ein. Herr Dr. Hantke hat vor seiner Abreise eine Propagandist!'- sehen und organisatorischen Keren Hajessod-lnteressen gewidtnete Rundreise durch Deutschland, die Tschechoslowakei und Oesterreich gemacht. Herr Jaffe hat zuerst an der Arbeit in England teilgenommen, hierauf Paris und Antwerpen besucht und nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin an Beratungen und Versammlungen des Keren Hajessod in Warschau, Krakau, Lemberg, Czernowitz und Bukarest teilgenommen. Auf diese Weise ist ein großer Teil der europäischen Länder noch unmittelbar vor der Uebersiedlung des Hauptbüros in persönlichen Kontakt mit den Leitern der Keren Hajessod-Arbeit gekommen, während in andere Länder, wie Holland, Schweiz, Bulgarien, Aegypten und Rumänien Delegierte des Keren Hajessod abgegangen sind, die die letzten Wochen vor Beginn der Kampagne in Erez- Israel verbracht haben. Unmittelbar vor der Schließung des Hauptbüros in London hat auch noch die zu Ehren Dr. Weizmanns vor seiner Abreise nach den Vereinigten Staaten veranstaltete Rezeption, auf der Herr Bernard Baron persönlich einen Scheck über £ 25 000 dem Keren Hajessod überreichte, stattgefunden, über die wir schon ausführlich berichtet haben. Die Wirkung dieser Londoner Abschiedsfeier war nach der moralischen und finanziellen Seite hin jedenfalls sehr ermutigend, und alle Freunde des Keren Hajessod werden fn dem Wunsche einig sein, daß der Beginn der Arbeit des Hauptbüros in Jerusalem bald zu noch besseren Resultaten führt, als die Tätigkeit des Büros, so lange es in London war. Meine Nachrichten Der Rektor der Universität Warschau verfügte die Schließung des anatomischen Instituts für unbestimmte Zeit Ursache dieser Maßnahme sind die wilden Tumulte, die die polnische Studentenschaft in Verbindung mit ihrer Forderung nach Beistellung jüdischer Leichen zu Sektionszwecken täglich veranstaltet hat. In Haifa wurden einige Araber, die aus Anlaß des Jahrestages der kommunistischen Revolution am 7. November Proklamationen In jiddischer und arabischer Sprache verbreitet haben, verhaftet. Herr Israel Matz, New York, der im vergangenen Jahre zur Förderung der hebräischen Literatur und zur Hilfe an hebräische Schriftsteller 100000 Dollar gespendet hat, trat eine Reise nach Palästina an. Es wurde ihm zu Ehren eine Abschiedsfeier gegeben, der Dr. Weizmann beiwohnte. In der letzten Woche wurde die Landübertragung vorgenommen, durch die der Keren Kajemeth Lejisrael der Besitzer des Grund und Bodens geworden ist, auf dem das ״Peter-Schweitzer-Hospital“ in Tibetias errichtet ist. Das Exekutivkomitee der Joint-Ica-Reconstruction Foundation hat auf Vorschlag der Direktoren der Foundation, der Herren Dr. Bernhard Kahn und Dr. Louis Oungre, beschlossen, sofort 100 000 Dollar für die jüdischen Kreditgenossenschaftenin Polen zu überweisen. Dieser Tage erlag in Wien im 60. Lebensjahre Dr. S. We 1 lisch einem Herzschlag. Er gehörte aem ältesten Freundeskreise Theodor Herzls an, dem er z. Zt., da er als Arzt in der Seuchenbekämpfung in türkischen Diensten arbeitete, seine Beziehungen zur Verfügung stellte. J|III1I!II!!I!IIII)IIII!II(IIIIII!II1IIIIII1IIIIII!IIIIII1IIIIIIIIM Voranzeige! Die Jüdisch-nationale Frauenvereinigung feiert das 25 jährige Jubiläum des Keren Kajemeth durch ein KINDERFEST und lädt alle jüdischen Kinder dazu ein. g Das Fest wird Mitte Dezember stattfinden; alles 1 Nähere wird noch bekanntgegeben. Vom Preußische! Landesverband Für den am 21. November stattfindenden Verbandstag des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden hat die liberale Fraktion eine Beamten- Ordnung eingereicht, die für Rabbiner, Lehrer, Kantoren, Schächtbeamten usw. in den jüdischen Gemeinden Preußens die Anstellungsverhältnisse regeln soll. Die liberale Fraktion hat in einem weiteren Antrag darauf hingewiesen, daß die Einbürgerung in Deutschland wohnender Ausländer jüdischen Glaubens nicht oder nur in äußerst seltenen Fällen stattfinde, insbesondere hat das den Ländern in Einbürgerungsfragen gewährte Einspruchsrecht aus § 9 des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes vom 22. Juli 1913 zu diesem Ergebnis geführt. Die liberale Fraktion betont in ihrem Anträge, daß sich unter den in Deutschland wohnenden Juden ausländischer Staatsangehörigkeit zahlreiche Persönlichkeiten befinden, die seit Jahrzehnten mit dem deutschen Wirtschaftsleben und der deutschen Kultür verbunden sind, zum Teil bereits hier geboren wurden, und erblickt in dieser Praxis eine unbillige Härte, die auch nicht im deutschen Interesse liegen könne. In dem Antrag wird der Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ersucht, bei den zuständigen Behörden für eine Beseitigung dieser Praxis einzutreten und eine gleichberechtigte Behandlung der Personen jüdischen Glaubens mit anderen Ausländern in Einbürgerungsfragen herbeizuführen. Am Sonntag, den 14. November, hält der Rechtsausschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden eine Sitzung ab. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Konstituierung, Wahl des Vorsitzenden usw.; 2. Geschäftsordnung des Recntsausschusses; 3. Revision der preußischen Judengesetzgebung; 4. Entwurf eines Normal- Statuts für die Synagogengemeindeii; 5. Allgemeines deutsches Strafgesetzbuch; 6. Antrag Fleischer-Schneidemühl, auf Aenderung des Artikels 16 der Verfassung des Landesverbandes; 7. Antrag Kahn-Jaffa auf Klarstellung der Frage, ob eine Verpflichtung des Rates zur jeweiligen Berichterstattung an den Ständigen Ausschuß besteht. 8. Rechtsfragen. Auf gemeinsamen Antrag der philosophischen und theologischen Fakultäten ist vom preußischen Kultusministerium an der Universität Halle ein üjktorat für rabbinisch* . Nahärtabi als Lektor berufen worden. insbesondere mit dem politischen Liberalismus der Assimilation. Entscheidend für die Stärke der zionistischen Bewegung sei die Intensität des zionistischen Erlebnisses, das nur dann geistig fundiert sei, wenn es geboren sei aus der Konzeption einer großen zionistischen Auseinandersetzung. Das Schlußwort von Dr. Landsberg, dessen starke Wirkung, abgesehen von der glänzenden Diktion, aus Unbedingtheit seiner Auseinandersetzung floß, bildete den Höhepunkt der Tagung, deren Sinn dann bestand, der Mechanisierung der K.K.-Arbeit durch eine gedankliche Fundierung entgegenzutreten. Sie hinterließ bei den Anwesenden einen starken Eindruck, der sich hoffentlich in einer Steigerung der K.K.-Arbeit im Jubiläumsjahr und in einer Intensivierung des allgemeinen zionistischen Lebens auswirken wird. n. Palästina-Touristen-Organisatioa Die Entwicklung Palästinas zu einer Schweiz Vordera s i e n s ist vielfach angestrebt worden. Die historische Bedingtheit, die jüdische Entwicklung des Landes, Klima und Landschaft lassen Palästina zu einem Reiseziel für breite Massen aller geistig und religiös Interessierten werden. Lediglieh äußere Umstände verhindern . den Aufschwung der Touristik. Gewiß gelingt es einzelnen katholischen Reisegesellschaften, ihre Pilgerfahrten zu überaus billigen Preisen auszuführen. Das jüdische Reisepublilaim leidet unter seiner mangelhaften Organisierung, ist daher den Schiffahrtsgesellscharten und Hotels gegenüber in einer viel schlechteren Lage, pedantischer Behandlung in Häfen, in Quarantänen usw. ausgesetzt und findet sich nicht in die Kenntnis der Reisemöglichkeiten ein. Wie es Alpenvereine gibt, die das Bergsteigen in einzelnen Gebirgen fördern, so muß es Organisationen geben, die das Palästina-Reisen propagieren und erleichtern, im Inland den Ausbau der Sehenswürdigkeiten unterstützen, Kurorte mitbegründen, die Hotels überwachen, die Fahrverbindungen modernisieren, Sonderreisen veranstalten, Zusammenkünfte, Kongresse und Tagungen in Palästina veranstalten, Ausstellungen veranlassen usw. Durch die Herausgabe eines Jahrbuches und einer Vierteljahresschrift kann die Kenntnis der Reiserouten, der Preise, die Kenntnis von der Schönheit und Mannigfaltigkeit des Landes, seiner Architektur und Geographie, aller wichtigen Fragen, die mit der Reise und dem Lande Zusammenhängen, verbreitet werden. Die Anzahl der Zionisten, die Palästina noch nicht besucht haben, ist leider eine recht bedeutende. Von den Juden überhaupt nicht zu sprechen. Von den Rabbinern, den Führern jüdischer Organisationen, Gemeindevorständen usw. war der allerkleinste Teil in Palästina. Die akademische Jugend findet keine Möglichkeit, ihre Ferien dort zu verbringen. Die Aufgabe der P. T. O. wird es sein, überall für die Reisen nach Palästina einzutreten. Es ist vorausgesehen, daß die Mitglieder einen Ausweis oder ein Abzeichen erhalten, damit sie unterwegs und im Lande Vergünstigungen genießen. Jeder, der Palästina näher kennt, wird die Notwendigkeit einer solchen Institution verstehen. Voraussichtlich dürfte wie das Zeichen des Alpen- Vereins auch das eines solchen Vereins bald ein besonderes Ehrenzeichen sein, insbesondere für die, die Palästinareisen für Höhepunkte ihres Lebens ansehen. Der Beitrag ist auf drei Mark jährlich angenommen und soll erst mit dem Jahr 1927 erhoben werden. Die Begründung ähnlicher Zweigvereine in anderen Ländern wäre dringend erwünscht. Alle einschlägigen Zuschriften bitten wir der vorläufigen Geschäftsstelle: Herrn Dr. Felix A. Theilhaber, Wilmersdorf, K־lr «r: Sanitätsrat Gaspari; Richard Lichtheim, Dr. Felix A. Theilhaber, Dr. Ascher. Gruppenverbandstag Unksrheinland Bezirkskonferenz des K.K.L. (Von unserem Berichterstatter.) Am 7. November fand in Köln eine Bezirkskonferenz des Keren Kajemeth, verbunden mit dem Gruppenverbandstag des linksrheinischen Bezirks statt. Dr. Bruno N a t ]1 a n eröffnetedie Konferenz mit einer Begrüßung der erschienenen Vertreter und Gäste. Zugegen waren Vertrauensleute aus Bonn, Koblenz, Düren, Elberfeld, München-Gladbach, Siegburg, Neuenahr, Essen, Düsseldorf, Aachen, Crefeld, Geilenkirchen; Grevenbroich und Flamersheim. Das Palästinareferat hielt Dr. Alfred Landsb erg-Wiesbaden. Er gibt einen Ueberblick über die Kolonisation der letzten Jahre und sucht die Ursache der heutigen palästinensischen Krise aufzudecken. Er streift die Probleme der Krise in Polen, soweit sie auf die Krise Palästinas einwirken und schildert ausführlich die Selbsthilfeversuche der jüdischen Arbeiterschaft. Es gilt, ohne Ueberreizung und Nervosität die L!ge Palästinas zu erkennen und bei gerechter Würdigung aller Faktoren auch die psychologischen Ursachen der Krise nicht zu übersehen. Für die Berliner Landeszentrale des K. K. L. sprach Karl G 1 a s er - Berlin über ״die Aufgaben der praktischen Arbeit“. Er kennzeichnete die Unzulänglichkeit der früheren Keren Kajemeth-Propaganda, die allzusehr von der Statik Palästinas und viel zu wenig von einer letzten zionistischen Ideologie ausging. Nach einer anregenden Debatte, an der sich die Vertrauensleute und die Vertreter der Ortsgruppen beteiligten, wurden am Schluß folgende Resolutionen angenommen: 1. Die auf der Bezirkskonferenz anwesenden Vertrauensleute des K. K. L. versprechen in Anerkennung der besonderen Bedeutung des K. K. L. für das Kolonisationswerk, im Jubiläumsjahr für eine Intensivierung der Arbeit in Deutschland Sorge zu tragen. 2. Gemäß dem Beschluß des Erfurter Delegiertentages der Z. V. f. D., im Jubiläumsjahr in Deutschland 500 000 M. aufzubringen, versprechen die auf dieser Konferenz anwesenden Vertrauensleute des K. K. L. sich dafür einzusetzen, daß das Kontingentdeal inksrheinischen Bezirks von 20000 Mark für das Winterhalbjahr des Jubiläumsjahres restlos aufgebracht wird. 3. Jeder Zionist verpflichtet sich durch aktive Mitarbeit bei der kommenden Jubiläumsaktion die im Laufe des Monats Dezember in allen Orten stattfinden soll, sich für den Erfolg der Aktion einzusetzen, insbesondere dafür Sorge zu tragen, mindestens 25 Mark in seinem Bekanntenkreis als Jubiläu msspende für den K. K. L. aufzubringen. Die Annahme dieser Resolutionen erfolgte e i n s t i tn - mi g. Nachdem Moses Waldmann -Berlin noch über die Probleme des zionistischen Gemeinschaftsgedankens gesprochen hatte, berührte Dr. Landsberg in seinem Schlußwort die Grundprobleme der zionistischen Bewegung. Er schilderte die Bejahung des zionistischen Gedankens aus der Problematik der Stellung des Juden als Juden in der Krise der Gegenwart, setzte sich insbesondere mit der uns gegenüberstehenden ideologischen Assimilation auseinander. Er betonte mit *Recht, daß unser Zionismus hervorgehen müsse aus einer Auseinandersetzung mit den uns gegenüberstehenden Ideen, Eingesandt Verbaid der Ingeiieore and Architekten Palästinas Der Verband der Ingenieure und Architekten Palästinas hat bereits an der vom 25. bis 26. September 1926 in Tel- Awiw abgehaltcnen Jahreskonferenz in einem energischen Proteste Stellung genommen, zu der Tatsache, daß die Vergebung des Projektes für den Bau der Jüdischen Natio- 11 albi blioth ek in Jerusalem nicht auf dem Wege des allgemeinen Wettbewerbes erfolgt ist. Nun stehen wir vor der weiteren Tatsache, daß auch das Projekt für den wichtigen Zentralbau der Heb rätschen Universität in Jerusalem nicht auf dem richtigen Wege eines Wettbewerbes vergeben wurde. Die an und für sich befremdende Erscheinung, daß mit dem Baue der Hebräischen Universität in Jerusalem ein Nichtjude ausgezeichnet wurde, soll nicht ursächlichen Gegenstand unserer Stellungnahme bilden, obzwar sich die jüdischen Baukünstler in der internationalen Baukunst eine vornehme und achtunggebietende Stellung erworben haben. Der Bau der Hebräischen Universität in Jerusalem ist nicht eine Angelegenheit des Verwaltungsausschusses, welchem die materielle Leitung dieser Kulturstätte obliegt, sondern ist ein Gegenstand eines besonderen geistigen Interesses des ganzen jüdischen Volkes unid auch der Kulturmenschheit. Die bedeutendsten Vertreter der internationalen Wissenschaft, Juden und Nichtjuden, haben ihren Wissenschaftliehen Namen mit der Hebräischen Universität verbunden. Die baukünstlerische Lösung des Universitätsbaues in Jerusalem ist ein Problem der internationalen Baukunst im allgemeinen, der jüdischen Baukünstler im besonderen. Ein Komitee, bestehend aus sehr achtungswerten;» Persönlichkeiten, welches das Urteilsrecht in baukünstlerischen Fragen für sich nicht beansprucht und das ihm auch niemand zuerkennen wird, ist nicht das Forum für die Lösung des Universitätsbau-Projektes. Ein allgemeiner Wettbewerb und eine Jury, zu der anzugehören sich die Großen der internationalen Baukunst zur besonderen Ehre anrechtien würden, ist das einzigeund alleinige Forum iürdie Lösung dieser Frage. Im Namen des Verbandes der Ingenieure und Architekten in Palästina und im Namen der jüdischen Technikerschaft der ganzen Welt protestiert das gefertigte Präsidium gegen dieses unberechtigte Vorgehen, welches in seinen Folgen dahin abzielt, die jüdischen Baukünstler vom Universitätsbau prinzipiell auszuschließen und welches geeignet ist, der jüdischen Architektensehaft den Stempel der Inferiorität aufzudrücken. Es erhebt die berechtigte Forderung, das Projekt der Hebräischen Universität in Jerusalem in allen seinen weiteren Bauteilen auf dem Wege des öffentlichen und allgemeinen Wettbewerbes zu vergeben. Alle jüdischen Organisationen werden aufgefordert, sielt unserem gerechten Proteste anzuschließen. Dieser Protest wird in der gesamten jüdischen Weltpresse publiziert. Das Präsidium des Verbandes der Ingenieure und Architekten in Palästina. Immanuel Tuwim M. E. Richard Pacovsky C. E. Sekretär. Präsident. Tel-Awiw, am L November 1926.

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