Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1926-11-12 · Heft 89 (12.11.1926) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 89 (12.11.1926)
Date
1926-11-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2652785-2652864--18670-2676462
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 636 Nr 8© JUEDFSCHE RUNDSCHAU Nr. 89 bis zum Terror, eine Kampagne für die Zentralbank, die eine Hypotheken-, Liquidations-, Industrie- und Handelsbank abzuspalten hat, Verbreitung palästinensischer Prödukte im Qaluth und schließlich eine Lebensversicherung für Juden. Schält man aus diesem Konglomerat die zentralen Punkte heraus, so zeigt sich folgendes Bild: Im Zentrum der Bestrebungen Jabotinskys steht ein sehr einfacher Gedanke: Schaffung einer jüdischen Mehrheit in Palästina iri kürzester Zeit. Dieses Programm ist so allgemein, daß es die Zustimmung aller Zionisten finden kann. Die Komplikation beginnt erst an der Stelle, wo man diese Ebene, die alles und nichts bedeuten kann, verläßt und fragt, wie der Jischuw in Palästina, nach dem alle streben und für den alle arbeiten, anssehen soll und wie dieses Ziel zu erreichen i s t. Ueber den ersten Punkt wird weiter nichts gesagt. Wirtschaftliche Grundlinien sind nicht vorhanden. Mit ״aristokratischer Gleichgültigkeit“, um Jabotinskys eigene Worte zu gebrauchen, wird alles, was irgendwie nach sozialer Frage aussieht, zur Seite geschoben. Alle sozialen Probleme, das heißt alle Fragen der Aufbauarbeit, an deren Lösung wir Tag für Tag bemüht sind, weil eben ihre Lösung allein die Voraussetzung bilden kann für eine geregelte und normale Wirtschaft, verschwinden vor der Höhe des revisionistischen Standpunktes. Auch von kulturellen Dingen hören wir nichts. Bringen wir das jüdische Volk nach Palästina, möglichst alle Juden auf einmal, seinen wirtschaftlichen und kulturellen Weg wird es sich dann schon suchen. So ungefähr lautet das Pro gramm, wenn man ihm auf den Grund geht. Damit konnte man vielleicht vor vierzig oder dreißig Jahren zionistische Propaganda treiben, heute wird jeder Jude, der nur ein wenig von Palästina gehört hat, geschweige denn, der im Lande lebt und arbeitet, mit einer Reihe von Fragen beginnen: Wie soll diese Einwanderung wirtschaftlich und kulturell basiert werden? Welche Mittel sind für die Ausführung des Planes nötig und woher sollen sie kommen? Nach welchem System soll diese Masscnansiedlung durchgeführt werden usw. usw. Man fühlt sich zurückversetzt in die utopischen Diskussionen der ersten zionistischen Periode und fragt sich mit Schrecken, ob wirklich Menschen in der zionistischen Bewegung vorhanden sind, die aus den Versuchen einer jahrzehntelangen Kolonisation nichts gelernt haben. Denn Jabotinsky beginnt mit seinen Antworten: Um Boden für die Ansiedlung zu bekommen, muß die Regierung alle nichtbenutzten Böden, von Juden und Arabern, Beschlagnahmen. Um die Mittel zu beschaffen, muß die Regierung für die Juden eine Anleihe aufnehmen. Um die Produkte zu schützen, muß die Regierung Schutzzölle erlassen. Um die Zustimmung aller Landeseinwohner zu allen diesen Maßnahmen zu garantieren, muß die Regierung ein Parlament einberufen, das dem gesamten j^ifchen ׳ydtot in der_gesan»te«-lfelL Stz und; Stimme ־«lillr'Ä ״R^ireng dfe 'Veftelltfunf' nur’ (Jenen” utergetan, die zu der!Constitution, das heißt zum Mandate stehen. (Wie will das definiert werden?) Alle anderen Einzelpunkte des Programms/von der intensiven Kolonisation bis zur Verteidigung der Landesprodukte durch Terror, sind Details nur nebensächlich, zum Teil auch anerkannte Notwendigkeiten. Man kolonisiert in Palästina nicht ohne Wasser, man bemüht sich um die Gründung und den Ausbau der verschiedenen Finanzinstitute usw. Sokolow Anläßlich seines Aufenthaltes in Deutschland Nahum Sokolow i|t dreitausend Jahre jung und etwa fünfundsechzig Jahre alt.1, So erschien er mir, als ich ihm vor wenigen Tagen gegenübersaß und seiner milden, abgeklärten, weisen Erzählung lauschte. Er berichtete von Südafrika, von Palästina und von seinen letzten Eindrücken in Deutschland. Und in jeder Wendung seiner Rede lebte unverfälschtes Judentum, das seine Wurzeln in dem ungeheuren Schatz der Jahrtausende hat und so kraft- und saftstrotzend ist, wie nur irgendein lebendiges Volkstum. Andererseits aber kam in den Teilen seiner so leicht im Plauderton dahinfließenden Rede, die sich auf das Gestern und Heute bezogen, soviel Ueberiegenheit, soviel Distanz zu den Dingen des Alltags zum Ausdruck, daß ich einen zionistischen Nestor zu sehen glaubte, während sonst ein jüdischer Jüngling sprach... Sokolow ist dreitausend Jahre jung und etwa fünfundsechzig Jahre alt. Im Garten, der das Haus meiner Kinderjahre umschloß, stand eine große Esche, deren Holz In Faserung und Farbe dem Holz der Tanne, an Härte und Dauerhaftigkeit dem der Eiche gleicht. Aus diesem Grunde wurde die Esche mein Lieblingsbaum; insbesondere aber liebte ich unsere Esche: ihre mächtigen Zweige reichten nämlich vom weit in den 1 iimnie! ragenden Stamm in flachen Wölbungen bis an die Erde, als ob sie Sehnsucht nach der Quelle ihres Lebens und ihres Sattes zöge. Unter dem Schutze dieser mächtigen Zweige war gut arbeiten, besser spielen und am besten ruhen. Wenn ich in einem Bilde Sokolows Persönlichkeit, wie sie mir erscheint, zu umreißen hätte, so möchte ich ihn mit der Esche in unserem Garten vergleichen: stark und stämmig würze(! er im Erdreich des Volkstums: sein Wesen scheint schütter gefasert und weich von Ansehen wie das Holz der Tanne, ln Wirklichkeit aber gleicht seine Ausdauer und sein Wollen dem Holz der Eiche. Mit den Zweigen seines Wesens und dem reichen Laub seiner Interessen ragt er hoch in vergeschädigt werden. Der Zionismus, der in ein riesiges und verwickeltes Netz internationaler Interessen und diplomatischer Intriguen gezogen ist, das sich heute über den gesamten Middle East breitet, muß schließlich in die Lage kommen, daß ihm solche Programme von der Oder jener Seite vorgehaltcn werden. Und dih arabische öffentliche Meinung, die heute von Persönlichkeiten beeinflußt wird, die Möglichkeiten suchen, um die Menge Über die Absichten der Juden in Angst zu versetzen, wird frohlockend diese einzigartige Handhabe ergreifen, die ihr Jabotinsky hin wirft. Was heute in Tel-Awiw als Losung in die Menge geworfen wird, zirkuliert morgen, als willkommener Beweisstoff in den Straßen von Nablus und Tulkerem und gelangt über die Grenzen Palästinas nach Damaskus, Kairo und Bagdad. Hat doch der Redakteur des ״Phalestin“ erst kürzlich in einem Interview erklärt, daß er seine Informationen über die Absichten der Zionisten aus Jabotinskys Organ, dem ״Raßwjet“ schöpfe und daß ihn daher keine noch so kluge Dar- Stellung der palästinensischen Politiker über die ״wahren Absichten der Juden täuschen könne“. Und der Regierung gegenüber werden auch unsere gemäßigtesten und berechtigsten Forderungen im Lichte dieses ״Maximalprogrammes“ kompromittiert, was eine Kooperation mit der Palästina-Regierung und dem Colonial Office sehr erschweren muß. Die Sonderaktion des Keren Hajessod Franz Oppenheimer spricht in Düsseldorf, Hamburg, BresLal Der Sonderaktion des deutschen Keren Hajessod hat sich in dankenswerter Weise auch Herr Professor | Dr. Franz Oppenheimer zur Verfügung g stellt und in Zirkelversammlungen in Düsseldorf, Hatn-I bürg und Breslau gesprochen. Jn allen drei Städten waren die angesehensten jüdischen Kreise der Einladung ge-| folgt. Die sachlichen, kenntnisreichen, teilweise kritisehen, aber immer^on wirklicher Liebe getragenen Aus-1 führungen des Referenten haben in allen drei Städten | außerordentlich gewirkt. Für den Keren Hajessod be• deuten diese Veranstaltungen mit Herrn Prof. Oppen• heimer einen ungewöhnlichen Erfolg. Es ist gelungen, eine gatjze Anzahl uns bisher fernstehender, bedeutender! jüdischer Persönlichkeiten für das Aufbauwerk zu| gewinnen. An der Aktion in Düsseldorf und Hamburg hat Herr I Kurt B1 u m en f e Id, in Breslau Herr Dr. Martin| Rosenblüth teilgenommen. Vo nr. Rosens Palästina-Reise Viel größer jedoch ist die» Gefahr des Einflusses dieser Ideen nach i n tu: tt. Hier wird eine gefährliche Verlockung in die Massen geworfen, die gerade jn dieser Zeit des schweren Kampfes eine Demoralisation der Bcwegung nach sich ziehen muß, wenn sie nicht mit den richtigen Mitteln bekämpft wird. Der Zionismus, die Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes aus eigener Kraft, ist — das ist ein Gemeinplatz ~ auf Hilfe und Kooperation von außen angewiesen. Und eine der zenjtralcn Aufgaben unserer Politik ist es, diese Hilfe In weitgehendem Maße zu sichern. Aber es heißt die Bewegung zu einer ungeheuerlichen Illusion verlocken und ihre Blicke auf eine irreführende Phantasie lenken, wenn man diese äußere Hilfe, die nichts ist und nichts sein kann als def R a h m c u für unsere Arbeit, als ein Garantieschein und eine internationale Schutz mau er, plötzlieh ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit stellt und von der Bewegung nur eines will: möglichst viel und mögliehst laut von anderen zu fordern. Diese Einstellung, die von keiner Selbstkritik wissen will, die seelenruhig proklamiert, daß das jüdische Volk seine Schuldigkeit getan habe und alle unsere Not auf das Fehlen des ״kolonisatorischen Regimes“ zurückführt, die heute von einer Ein- Wanderung von Hunderttausenden im Jahre spricht, die durch eine Anleihe der Regierung finanziert werden soll, reißt das Volk und den Jischuw weg von seiner Aufbauarbeit. Es macht die kleine tagtfigliche Heldenarbeit verächtilCh und erfüllt die Manschen mit ünslnijipn, Ho|^־ ein A41Ä0i stffrzeft wtiss^ri, aas f&Je plamhlÄige kölönisatorische und kulturelle Arbeit zunichte macht. Wir haben kürzlich gemeldet, daß der Präsident des Joint Distribution Committee, Felix Warbt!rg-, bei der Joint- Konferenz in Chikago die Mitteilung machte, daß Agronom Dr. Rosen , der die Kolonisation in Rußland leitet, in der nächsten Zeit Palästina besuchen wird. Das Organ der amerikanischen Zionisten ״The New Pa lest ine“ veröffentlicht nun eine Zuschrift des Joint, worin mitgeteitt wird, daß Rosen nicht im Auftrag des Joint und nicht zwecks späterer Berichterstattung an den Joint nach Palästina fährt, vielmehr habe er crem Präsidium seinen persönlichen Wunsch ausgesprochen, privat Palästina zu besuchen, ״um festzustellen, in welcher Weise er der jüdischen landwirtschaftlichen Bevölkerung Palästinas bei der Lösung ihrer Probleme beistehen könnte“. Zu diesem Zweck habe er den Joint um einen Urlaub vor seiner nächsten Reise nach Rußland gebeten. Bei der Konferenz hat mm Herr Warburg mitgeteilt, daß dieser Wunsch Dr. Rosens dem Exekutiv• Komitee des Joint unterbreitet werden und zweifellos bewilligt werden wird. In dem Brief wird hervorgehoben, daß Dr. Rosen mit Rücksicht auf den befriedigenden Fortgang seiner Arbeit in Rußland in der Lage zu sein glaubt, auch in Palästina seine fachmännischen Dienste anzubieten, ohne dadurch seine andere Arbeit zu beeinträchtigen. JE» Dife Gedankenrichtung, die sich in diesem Programm verkörpert ist gefährlich nach zwei Seiten hin: erstens wird hier unsere Außenpolitik mit einer Bürde belastet, die sie nicht tragen kann. Die offizielle Politik der zionistischcn Organisation kann noch so begründet, noch so vorsichtig und noch so taktvoll sein, sie wird immer durch solche Vorschläge und solche Deklarationen schwer das ArbeitersehvtEflesetz in Palästina Jerusalem, 3. November. (J. T. A.) Die Palästina - Regierung veröffentlichte soeben den Text eines Arbeiter-Unfallversicherungsgesetzes. Es wird vorgesehen, daß bei einem tödlichen Unfall eines Arbeiters an der Arbeitsstätte der Unternehmer der!unterbliebenen Familie eine Summe bis zu 250 Pfund zu zahlen hat. Ist infolge eines Unfalls Arbeitsunfähigkeit eingetreten, so ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeiter während der ganzen Dauer der Arbeitsunfähigkeit wöchentlich 150 Piaster zu zahlen. Die Regierung selbst unterliegt, wo sie als Arbeitgeber auftritt, den Bestimmungen des Gesetzes. ״New Pa 1 est»ne“ schreibt in seiner Nummer vom 23. Oktober, also kurz vor der Ankunft Dr. Weizmanns: Die Bemühungen der Zionistischen Organ!- sation Amerikas waren während der letzten zwei Wochen darauf gerichtet, eine bessere Verständigung zwischen den Zielen und dem Programm des Joint Distribution Committee und der Palästina-Kampagne zustande zu bringen. Es kann mit Genugtuung festgeste'lt werden, daß die Aeußerungen der Joint-Führer bei der Hilfskonferenz in Chicago ebenso wie die angenommenen Resolutionen den Geist guten ,Willens gegenüber Palästina bekundeten, was von den Zionisten ganzen Lande-äteeptieft-'eMffl ipid »rteL'd*||, (*ttet*'"' 'י iüPSitztii Besonder ffeündlfch •waten idia ״Wort*" vöü Hefm Wafßurt und Marshall, deren echtes Interesse an Palästina niemaß bezweifelt wurde. Die Hüfstltigkeit nimmt jetzt zum ersten* mal dieselbe Form an wie während des Krieges: ״Sie hat ein allgemeines Programm konstruktiver Hilfsarbeit für die notleidenden Juden in allen Ländern, einschließlich Pa- 1 ä s t i n a s, aufgestellt, und das Kolonisationswerk in Rußland, ist ein Punkt innerhalb einer ausgedehnten verschiedenartigen Tätigkeit“. Das Blatt spricht zum Schluß die Ansicht aus, daß Palästina sich als große Unternehmung konstruktiver Art, die das Schicksal von zehntausenden Juden bestimmt, erwiesen hat, und daß, wenn man überhaupt Palästina helfen will, die rechte Zeit zum helfen jetzt gekommen ist. ln ein» Vcröffentlic für Palästii der ״Jüdisc ist es frag der Plan d< Phantasie t sächlichen scheinbar I der verhä! deren Gef! wenn nich wicklung t Leider zur Veröfft einzelnen 5 sondern vo Zusammen! meiner Aus Afule sagt« E n t wick ״Die Anlag einem wir erst gibt d Die Stelle, dieser grün wicklung ׳ Vorbedingt werden.‘ auch wegg ״Die i gungen füi cingetreten Auch bei lung hinau eine Beein oder wen'1! gelingt, in (vor allem ein wenn Leben sich den Vorau eintritt.“ Der b« geschriebei kreis, und die bei Wt liehe An bauliche P führung, v Druck nie Extrakt ai schiedene Kulturen und Gebiete. Aber Zweige und Blätter seines Seins neigen sich, innerem Schwergesetz folgend, zurück zum Ursprung und Kraftborn seines Menschentums: zum Erdreich des Volkes... Es gibt Juden und Zionisten; es gibt Zionisten urtti Juden: Sokolow ist Judzlonist... Ich wollte, wir hätten deren Tausende. Wer Gelegenheit hatte, Sokolow zu hören, und wem das Olück wurde, auch nur wenige Stunden in seiner Umgebung zu weilen, hat nicht mehr nötig, die Geschichte der Entwicklung des jüdischen Volkes im letzten Jahrhundert aus Büchern und Quellen zu studieren. Sokolow selbst ist. die Verkörperung dieser Entwicklung und klassischer Ausdruck einer Periode, deren ungeheure menschlich-jüdische Bedeutung für uns darum verschwommen ist, weil wir Zeitgenossen sind, also Menschen, die mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren gehört haben. Augen- und Ohrenzeugen aber wissen von den Ereignissen am wenigsten und sind die schiechtesten Deuter des zeitgenössischen Geschehens. Der Zeitgenösse Sokolow jedoch bildet eine Ausnahme Er sieht klarer und hört heller und darum vermag er Richtung und Ziel des Weges zu deuten. In seiner Persönlichkeit ist Koinzidenz dreier Epochen: der mittelalterlich-chassidischen Ueberlieferung, der Aufklärungs-Assimilation und der national nach Palästina zielenden Wiedergeburt. Diese drei Epochen hat er stärkstens erlebt: aß Bachur im Reih Hamidrasch, als Maskil in der Schriftleitung seines hebräischen Journals und schließlich als Matador der zionistischen und hebräisch-kulturellen Bewegung. Sokolows innerer Weg ist die Bahn des um Arterhaltung ringenden jüdischen Genius. Er ist der typische Repräsentant des Ge* schlechtes, das den Sprung aus der äußeren und inneren Knechtschaft in die innere und äußere Freiheit wagte. Und darin liegt Sokolows Größe beschlossen. Mit mehr Recht noch als Uscher Ginsberg, der eigentlich stets als Einsamer gedacht und gelebt hat, könnte sich Sokolow ״Achad Haam Einer aus dem Volke“, nennen. Wie das jüdische Volk so ist Sokolow nur klarer und zielsicherer. Er vereinigt, einem Fokus gleich, alle Strahlen der jüdischen Art, des jüdisclien Schicksals und gewiesen 1 vertraut is geweihten Zionisten i Es wären Zusammen im Rahmei weniger n finden kör Von « dem der E arbeit im ■< gesagt 1 wirtsch Oberst Kenworthy, Mitglied des Unterhauses, der die Initiative zur Bildung des überparteilichen parlamentarischen Palästina-Komitees gegeben hat, wird sich im Verlauf des Monats Dezember na«A Palästina begeben, wird sojjann nach den Vereinigten Staaten reisen, um dort die Kampagne zugunsten des Keren Hajessod zu unterstützen. *) Ein Review“ ( Aufsatz fa ף Hi« Wachstum minlstrativ entspringt. der jüdischen Hoffnung und reflektiert das gesammelte Strahlenbündei nach jedem Volkssplitter, der Erleuchtung und Erwärmung braucht. Sokolow, Einer aus dem Volke, Brennpunkt jüdischer Art und jüdischer Hoffnung, ist Licht- und Wärmequelle dreier Epochen gewesen, ein ״more morenu“, ein Lehrer unserer Lehrer. Erste! Hier im Westen weiß man nicht, was Zionismus für die Ostjuden um die Jahrhundertwende bedeutete. Es brodelte damals in der jüdischen Gasse; die Schlacht der Jungen gegen die Alten war noch nicht vollends geschlagen. Bei den obersten Tausend hatte die Assimilation gesiegt, und bei der werktätigen Schicht, die in einem Elendgrad, der nicht mehr produktiv war, lebte, pochte der Sozialismus an die Türen. Der größte Teil der jüdischen Massen, die Baale-Battim, ein Begriff eigener Art, den nur kurzsichtige Analogiesucht mit ״Kleinbürgertum“ zu übersetzen sich vermißt, lag unerweckt in dumpfer Lethargie. Für diese zahlreichste Schicht war Zionismus Revolution, Kampfparole der Söhne gegen die Väter, Einbruch der neuen Zeit ins partriarchalisch versteinerte Mittelalter. Unsere Väter sind die Kinder dieser Revolution gewesen; wir sind die erbenden Enkel, die sich vergeblich bemühen, durch eigenen Erwerb in Besitz zu nehmen, was sie ererbt haben. Was aber ist Sokolow in bezug auf die zionistische Revolutionierung? Er ist nicht ihr Kind und auch nicht ihr Ahne, sondern — der Vater. Pater revolutionis ist er in den Anfängen des Zionismus gewesen und immer noch ist €8 ein Verhältnis von Vater und Kind geblieben, das Sokolow mit dem Zionismus verbindet. Als wir träumten, war er Vater unserer Träume. Jetzt, da unser Geschlecht den Versuch unternimmt, wirklichkeitsnahe zu bauen, da ist Sokolow — pater patriae. Sie sc bei Casals Hat s Ihre. Tech ihre Auffa Stocken, das Stück Inkarnatio unschuldig Nicht Saent-Kon Ich - heute leid« Garbouso« dahingega Liszt. Die C Nahum Sokolow, dreitausend Jahre jung und etwa fünfundsechzig Jahre alt, der Judzlonist, der Lehrer unserer Lehrer, der pater patriae -» Indem das jüdische Volk in Nord und Süd, in Ost und West dich ehrt, huldigt es seinem eigenen Genius,,. Moses Waldmann. wie man im Dämor irdischen geschlosst irgendwo das den 1 Cello nei geschlosst eine wüsi nicht, in nicht, wa! Dann Engelskin Wollt Wunderm Kapel wo es fei Garbouso in der Sit Jüdis Ha bim jüdischer f *4

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.