Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 88 (9.11.1926)
- Date
- 1926-11-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 88 Nt. 88 Sehe 630 - -. JUEDlSCHfJ'• RUNDSCHAU in Polen. Dieses traurige Resultat, von deren Tragweite sich noch nicht alle in Polen gehörige Rechenschaft abgeben, ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen. Der Preis des Schekels war für Polen in diesem Jahre allzu hoch und machte einen Massenverkauf, speziell für die linken Gruppen, unmöglich. Ferner rächten sich die schon im voraus erwähnten und auf den letzten Tagungen hervorgehobenen Fehler des polnischen Zionismus, welcher die erzieherische und rein organisatorische Aufgabe lange Zeit vernachlässigt hat. Nicht zuletzt und auch nicht uninteressant für die breite zionistische Oeffcntlichkeit, war die Stellung des Misrachi von Bedeutung. Man konnte es in diesen Orten bemerken und auf der letzten Tagung in Warschau hat dies der Vertreter der Landesschekelkommission bestätigt, daß der Misrachi in Polen an der Schekelaktion nicht teilgenommen hat und zwar wegen des einheitlichen Schekels, dessen entschiedener Gegner der ״Misrachi" ist. Wes ist freilich vielleicht ein Beweis mehr für die ־- Richtigkeit dieses Kongreßbeschlusses. Die wirkliche Stärke der einzelnen zionistischen Föderationen kann und soll nur auf diese gerechte Weise sich manifesticren. Die Ursachen der Depression Eineamerika 11 ischeStim me. fn ״New Palestint“, dem Zentralorgan der amen* kanischen Zionisten, veröffentlicht Meyer W e i s g a I, der Redakteur des Blattes, der gerade aus Palästina zurückgekehrt ist, einen sehr interessanten Artikel über die Ursachen der wirtschaftlichen Depression in Palästina. Der Artikel, dessen Anschauungen wir fast vollinhaltlich zustimmen, ist vor allem darum bemerkenswert, weil der Verfasser zu jener Gruppe amerikanischer Zionisten gehörte, die auf dem 14. Kongreß Anhänger des Systems der 4״. Aljah“ waren und — in bestem Glauben — es für Parteilichkeit oder Ab* ncigung gegen den Mittelstand hielten, wenn von anderer Seite die Meinung vertreten wurde, Palästina sei für eine so übermäßige Einwanderung nicht reif. Wenn ein solcher Mann in Palästina selbst zu anderen Anschauungen kommt, so ist dies um so beweiskräftiger. Weisgal wendet sich zuerst gegen die oberflächliche Ansicht, cs bestehe gar keine Krise, sondern es handle sich nur um Rückwirkungen der Krise in Polen. Er schildert dann die katastrophalen Wirkungen der Boden- Spekulation in Tel-Awiw und kommt schließlich zu der Frage: Wie soll Palästina auf gebaut, werden? ״Worauf י soll der Nachdruck gelegt werden, auf Land- Wirtschaft oder Industrie? Alle Arten von feinen Theorien sind über dieses Thema ausgesponnen worden. Die Land- Wirtschaft wurde als Gespenst hingestellt - als Gegensatz zur Industrie. Es ist reine Demagogie, die zionistische Betonung der Landwirtschaft als eine Gegnerschaft gegen Industrie zu betrachten. Die Beweisführung, die zeigen soll, daß eine jüdische Majorität nur durch die Industrie ermöglicht wird, ist Spiegelfechterei. Die gegenwärtige Krise hat es bewiesen. Für diejenigen, die nicht in Palästina waren, ist es unmöglich, die Gefahren dieses unangebrachten Schreiens nach ״Majorität“ und ״Industrie“« richtig einzuschätzen. Wir haben uns daran gewöhnt, amerikaaische oder europäische Begriffe auf Palästina anzuwenden. ״Wenn, es in Warschau möglich ist, warum sollte es nicht «BÄ In -Tti-^wiw «lögich sein?“ In Warschau ist es mög- ÄH, übet.■ nicht•'i1j,;.T«t*Awiw. ln .Warschau• sind wir eine•• ' 'ilne Majorität. .111■ Warschau .haben•1 ־ wllß eilt. .'fcBÄiRläifcÄches' Hinterland und' eine länäwirtiälaftllche Bevölkerung, die Verdienstmöglichkeiten gibt. Aber das landwirtschaftliche Hinterland von Tel-Awiw muß selbst noch gestärkt und entwickelt werden. Bei uns herrscht die Theorie ״Bei Juden ist alles möglich“, eine Theorie, die falsch und für die gegenwärtige Krise in hohem Maße verantwortlich ist. Statistiken sind lehrreich, in Europa beträgt die Höchstzahl von Leuten, die von Handel und Verkehr leben, 15 1׳/o. In Palästina ist der Prozentsatz weit höher, während er niedriger sein sollte. Wenn man durch die Straßen Tel- Awiws geht, ist man erstaunt über die vielen unproduktiven Geschäfte und die enorme Zahl von ״freien Berufen“. Wenn die Zahnärzte alle ihren Lebensunterhalt verdienen sollen, so müßten die 40 0(» oder 50 000 Juden der Stadt an chronischem Zahnweh leiden. Die Mannigfaltigkeit der Beschäftigungen erzeugt die Illusion des Wohlstandes. Zwei Jahre lang dauerte diese Illusion — dann verschwand sie. Die Tatsache, daß von 165000 Juden weniger als 15ס/ח landwirtschaftlich tätig sind, ist eine Anklage gegen unser gesamtes Kolonisationssystem. Je eher wir erkennen, daß in Palästina, wie überall, eine starke und gesunde Landbevölkerung Vorbedingung für die Schaffung von Handel und Industrie und für eine jüdische Majorität ist, in desto weitere Ferne wird die Wiederholung einer Situation rücken, wie sie äugenblicklich das Land verheert. Diese Lage hat aber auch ihr Gutes. Sie hat einen ernüchternden Einfluß auf die Bevölkerung gehabt. Sie hat einen gewaltigen Druck auf die Juden ausgeübt, aufs Land zu gehen. Sie hat nationales Bewußtsein und Solidarität bei allen verantwortlichen Elementen gestärkt, sowohl bei der Arbeiterwie bei der Mittelstandsklasse. Es gibt natürlieh Ausnahmen, wie das kommunistische Element — etwa 500 Leute —, die sich bemühen, das Heu einzubringen, solange die Sonne scheint, oder besser, solange sie nicht scheint, und die Reaktionäre, die sich hauptsächlich in Tel-Awiw konzentrieren, und die jedes Uebel der ״Diktatur des Proletariats“ zuschieben. Vorherrschend aber ist das Gefühl einer verantwortlichen Anstrengung.“ Sokolow in Hamburg Das ״H amburger Israelitische Familienblatt“ veröffentlicht in seiner Ausgabe vom 4. November den Beitrag eines Redaktionsmitgliedes ״Eine Plauderstunde mit Nah um Sokolow“. Der Redakteur hat Sokolow während seiner Anwesenheit in Hamburg besucht und schildert den tiefen Eindruck, den die Persönlichkeit des zionistischen Führers und die Art seiner Einwirkung aut die seine Dispositionen durchführenden zionistischen Funktionäre auf ihn gemacht hat. Zunächst spricht der Verfasser seine Entrüstung aus, daß die Hamburger Tagespresse, die ״den lokalen Besuch jedes abgetakelten Duodezprinzen und jeder Box-Koriphäe registriert“, die ״Anwesenheit eines Präsidenten Sokoiow ignoriert“. Sokolow hat dem Interviewer die von ihm gewünschten Mitteilungen über die politische und wirtschaftliche Lage in Palästina gemacht. Ferner wurde' eine Darstellung von Sokolows Wirksamkeit in Südafrika gegeben. Der Verfasser, der sich in sympathischer Weise über die Intensität der zionistischen Arbeit äußert, schließt seine Ausführungen mit folgenden Worten: ״Für oder gegen, Grundsätzliches beiseite lassend, muß sich, die Hoteltreppe himintersteigend, der für jüdische Empfindungen nicht verschlosscne, gegen falsche Töne empfindliche Gast eines zumindest eingestehen: er hat bei Nalrum Sokolow in reiner, erquickender Luft geatmet....“ Zionismus oder Zionistik (Schonungslose Bemerkungen zum österreichischen Parteitag.) Von unserem Wiener b. G.-Korrespondenten. Ein Parteitag will gemeinhin nicht einfach Wiedersehensfest sein, sondern soll Heerschau sein, soll Bilanz geben über das abgelaufene Jahr und soll ausklingen in einem selbstbewußten, zielsicheren Bekenntnis zur Arbeit im kommenden Jahr. Dieser Parteitag aber gab weder eine richtige, aufrichtige Bilanz über das Getane, so scheint es mir zumindest, noch war etwas von einem von tiefster Verantwortung getragenem Bekenntnis zu neuen Methoden zu verspüren, wie sie aus Selbsteinkehr, Selbstbesinnung und schonungsloser Selbstkritik sich zwangsläufig ergeben müssen, wenn das Ziel der Partei als eine unverrückbare, an politische Konstellationen des Tages und an politische Opportunität tmveräußerliche schöpferische Pflicht erkannt wird. Es war aber auch keine erhebende Heerschau, ein ein wenig melancholisch stimmendes Wiedersehensfest vielmehr, denn die Zahl der Delegierten, die diesmal zusammenkam, war klein, nüchtern gemessen, sogar sehr klein. Dieses äußere Zeichen eines quantitativen Verfalles der Organisation, das um so bemerkenswerter wird, wenn man bedenkt, daß der Wahlquotient zu diesem Dclegiertentag erniedrigt wurde, zwang schon vor Beginn der Tagung ein Urteil auf, das vom Niveau, auf dem sich die Verhandlungen hielten, bestätigt wurde. Vom ersten Augenblick an stand der Parteitag im Zeichen einer Kampfstimmung, die sich mitunter zur Gehässigkeit steigerte und sich sogar in persönlichen Ungezogenheiten zu äußern verstand. Aber nicht dies war sein besonderes Kenn- Zeichen, sondern der Mangel an weiteren Horizonten, an denen es sowohl der Majorität wie der, ein wenig emphemistisch ausgedrückt, hilflosen Opposition, vollkommen gebrach, er war es, der ihn zu keinem erfreulichen Ereignis machte. Es gab, sine ira et studio, sei es konstatiert, ein paar rednerische Leistungen, wie die von Dr. •Waldmann vielleicht, ein sachliches, unpolemisches Referat, wie das von Rosenblüth, sonst aber herrschte die polemische Phrase, die leicht, und gelegentlieh witzig, dahinfließendc Rede, die die Abstimmungsmaschine in guter Laune hielt. Rede ohne großzügige Gedanken, welche sich an sich selbst berauscht, und nicht verantwörtlich sein kann einer größeren Zukunft, die nur eingeborene Intuition und redlicher Wille zu demütiger Opferung selbst des persönlichen Ehrgeizes schaffen kann. Referate und gelegentlich auch die Debatte zeugten von einer heillosen Verwirrung und Zersplitterung der Organisation, die sich nicht nur auf ihren rein quantitativen Inhalt, sondern auch besonders auf ihre Qualität erstreckt. Man nahm zur Kenntnis, daß die Jugendorganisationen in einem mehr als losem Verhältnis zur Landesorganisation stehen, man nahm ohne besondere Anteilnahme zur Kenntnis, daß eine der wichtigsten Provinzorgamsationcn überhaupt keine Delegierten geschickt hatte (ja, es traten sogar Zweifel auf, ob dieselbe noch zur zionistischen oder schon zur sozialdemokratischen Partei zu zählen ist, welch letztere in Oesterreich in einem mehr als böswilligen Kaqipfzustaiid zum Zionismus steht), ging über all diese Symptome zur Tagesordnung hinweg und berauschte sich jm■ lahgaftnife.« ,Polewlken. gegen 'die 8 b ii:4i 14 f I ««•1»« Idee. Natürlich richtete sich die Polemik offiziell gegen die ö s t e r r e ich i s c h e Sozialdemokratie, aber nicht etwa, weil diese mit Sozialismus verdammt wenig zu tun hat (eines naiven aber herzlichen Bekenntnisses einer Delegierten aus Salzburg zum Sozialismus und zur Religiosität sei hier mit Genugtuung gedacht), sondern weil hier, wie aus manchen Zwischenrufen einwandfrei zu konstatieren war, der um seine Position besorgte Haß des Kleinbürgers das Wort führte, dem Chaluz und Chaluziut nur ein ornamentales Schild ist bei einem zionistischen Indianertanz um ״die Belange österreichischer Landespolitik“ Es war demnach auch der größere Teil der Tagung der Frage gewidmet, ob die Zionistische Partei in Oesterreich Landespolitik treiben soll oder nicht, das heißt, ob der Wiener Gemeinderat oder ob Zion die Dominante zu sein habe. In bedauerlicher Verkennung des Ernstes der Situation fragte man wenig, warum die Jugend sich von der Partei abwendc, warum die Organisation zusammenschrumpfe, sondern polemisierte gegen die Nutznießer dieser Tatsachen, als wäre die Sozialdemokratie die innere Ursache des Verfalles der Organisation. (Und sie ist es in Wirklichkeit nicht, zumindest was die Jugend betrifft, denn die Sozialdemokratie in Oesterreich, wahrlich nichts, das die natürlichen revolutionären Instinkte der Jugend wachrufen könnte, ist nichts anderes, als ein bürokratisch geleiteter gewaltiger Apparat zur ökonomischen Sicherung ihrer Anhänger, der auch antisemitische Melodien zu spielen weiß.) Nur ganz andeutungsweise fiel hier und da ein kleines Streiflicht auf die wahren Ur-Sachen, aber es wurde schließlich doch nicht zur Kenntnis genommen, daß die Jugend einer Idee, einer großen, romantischen, opferfordernden Idee bedarf und daß sie Sehnsucht hat nach inehr als nach der Versammlungsphrase und nach langweiligem Parteigezänk zwischen radikal, revisionistisch oder sonst wie tuenden Zionisten. Es wurde folgerichtig auch nicht daran gedacht; daß der der Jugend immanente Sozialismus leicht in Bahnen gelenkt werden kann, die nicht nach Moskau oder zur Wiener Gemeindemajorität, sondern nach Zion führen, wenn man es versteht, das zum Zionismus bereite Bewußtsein des jungen jüdischen Menschen zu revolutionieren und seinen revolutionären Elan nach dem Osten zu lenken. Dazu bedarf es mehr als einer lendenlahmen Empfehlung der Poale-Zion, die in Oesterreich nichts weiter ist, als ein höchstreduziertes, völlig einflußloses Anhängsel der unter jeder Bedingung antijüdischen Sozialdemokratie. Vorsichtig ging man mit tönenden Worten um den heißen Brei herum und kam dort heraus, wo man gestartet hatte: bei der alten ideenlosen Ideologie de«! ״Hurraii der Judenstaat“ und ״Schlagt die Verräter, die Defaitisten“, mit der man höchstens noch den Revisionismus vom Ofen hervorlocken kann. So mußte diese. Konferenz zu einer bedrückenden Kraftprobe zwischen demagogischem Zionismus und der zionistischen Idee werden, ein Kampf, der trotz seiner fundamentalen Schädlichkeit dem innerlich sehr beteiligten Unbeteiligten es schwer macht, eine Satire nicht zu schreiben. Muß es denn, nicht zur Satire reizen, wenn einer der bekanntesten ehemaligen Führer der jüdischnationalen Partei in Oesterreich, der letzthin sein radikales zionistisches Klubherz entdeckt hat, erklärt, daß die ״Jüdische Rundschau“ antizionistisch ist. Da nun einer der Redner vorher Verlangt hatte, man möge die zionistische Erziehungsarbeit an der Hand der ״Jüdischen Rundschau“ durchführen, ist diese merkwürdige Behauptung aus einem typisch wienerischen Lokalpatriotismus vielleicht ein wenig verständlich, aber wenn sie von einer Gruppe von Menschen bejaht wird, die in der Aufwendung eines Uebermaßes von Energie für innerpolitische österreichische Angelegenheiten und gleichzeitig in der Forderung des ,Juden- Staates“ das Ziel der zionistischen Organisation in Oesterreich sieht, wird die Sache mehr als grotesk. Man kann daher solche Proklamationen schwer ernst nehmen oder aber man muß zum Ergebnis kommen, daß ein Zionismus, dem eine solche Gesinnung zugrunde liegt, eine Gesinnung, die das Größte will und das Kleinste nicht schaffen kann, die ein steter Kampftaumel gegen Mitstreiter, Mitkämpfer ist, daß ein solcher Zionismus schließlich versagen muß. Die Lehre aus diesem Parteitag scheint dem Schreiber dieser Zeilen etwa folgende m sein: der nach innen gerichtete Kampfgeist muß schleunigst zugunsten einer Aufbau gesinnung abgebaut werden, die sich weniger mit den End-, Problemen — Judenstaat oder freie binationale Gemeinschaft — befaßt, sondern sich mehr der verständigen Zionisierung der Jugend zuwendet. Dies hieße aber, den Geist wieder in seine Rechte einsetzen und weniger politische aber, mehr geistige, seelische Drives abzuhalten. Und überdies dürfe man in der Jugend dann weder ein Versuchsnoch ein politisches Ausbeutungsobjekt sehen, sondern ein eigenwilliges aber zukunftsfreudiges Subjekt der jüdischen Zukunft. Und schließlich darf auch nicht von vornherein jeder zum ״Defaitisten“ gestempelt werden, der etwa mit Landauer glaubt, daß ״der Staat ein Surrogat für den Geist ist“, und daraus die Konsequenz zieht, daß ein Judenstaat leicht ein seichtes Surrogat des zionistischen Geistes, des jüdischen Geistes, sein könnte. Rein praktisch aber, realpolitisch erwägend, möge vielleicht der Gedanke zur Diskussion gestellt werden, ob es nicht vorteilhafter und reinlicher wäre, in Ländern, in denen die Notwendigkeit einer jüdischen Landespolitik nicht einfach von der Hand zu weisen ist, eine eigene nationaljüdische Partei für Galuthbetätigung zu gründen, die von der zionistischen Partei, die ausschließlich palästinozentrisch wirkt, unabhängig ist. Aber auch dazu bedarf es. geistiger Potenzen, die sich nicht an Kleinlichkeiten verzetteln. Die Tagung der Mandats-Kommission Die Mandats-Kommission hat sich nach ihrem Zusammentritt am 4. November zunächst mit den Vorfällen bei der letzten Sitzung des Völkerbundsrates beschäftigt, bei welcher bekanntlich die Kompetenz der Mandats-Kommission von Briand und Ghamberlain in restriktivem Sinne interpretiert wurde. Ueber die Eröffnung der Sitzung in Genf am 4. November berichtet die ״Times“. Eine elektrische Atmosphäre Herrschte bei der Eröffnung der 10. Session der Permanenten Mandats-Kommission. Es war klar, daß die bei der letzten Sitzung des Rates und der Völkerbundversammlung gemachten Bemerkungen bezüglich dfs Verfahrens der Kommission nicht unbeantwortet bleiben werden. Der portugiesische Ex-minister F r e i r e d’A n d r a d e eröffn,etc״ dm־ Angriff,,;-iidlff m.Mandate• ־,. Kommission seien durch Artikel 22 des Vfilkertpndpaldes.Jpsf•; gesetzt, welcher bestimmt, daß die Kommission den Völkerbund» < rat zu beraten hat. Dem Rat steht es frei, den Ratschlägen der Kommission zu folgen oder sie zurückzuweisen; und ebenso hängt die Kommission nicht vom Rate ab. Ehe Kommission ist nicht verpflichtet, den Direktiven des Rates zu gehorchen. Der Vorsitzende der Kommission, Marquis Theodoli, beschäftigte sich mehr mit dem politischen als dem juristischen Aspekt der Sache und betonte gleichfalls, daß die Mandats-Kommission keine Dienerin des Rates sei. Im Gegensatz zu dieser Meinung erklärte M. R a p p a r d , die Permanente Mandats-Kommission sei einfach und lediglieh Dienerin des Rates, und diese ihre Stellung habe verschiedene Mißverständnisse über die von ihr gefällten Ent- Scheidungen erzeugt. Die Mandatsgebiete werden namens des: Völkerbundes verwaltet, und dies gab oft Anlaß zu Miß- Verständnissen, denn diese Frage bedeutet geradezu eine Revolution des internationalen Rechtes. Die Mandatsmächte sind mächtige souveräne Staaten. Es ist daher natürlich, daß sie eifersüchtig über ihre Macht wachen und die geringste Beeinträchtigung ihrer Souveränität ablehnen. Ebenso aber wie ein reicher Mann, der zugleich Vormund ist, über sein eigenes Vermögen frei verfügen kann, über die Vormundschaft aber dem Familienrat Rechenschaft ablegen muß, so müßten auch die Mandatarmächte bezüglich der Mandatsverwaltung der Mandats-Kommission mit bester Gcsinnung Rechenschaft ablegen, denn die Kommission habe ja den Auftrag, einen Bericht fiir den Völkerbundsrat abzufassen. Allmählich zerrann die Sturmwolke und der Präsident der Kommission schloß die Diskussion mit der Feststellung, daß unter den Mitgliedern keine Meinungsverschiedenheit besteht. Ihre Arbeit werde von Tag zu Tag schwieriger und sie müßten einen neuen Beweis von dem Geiste der Solidarität, der sie immer beherrscht, ablegen. Die J. T. A. meldet aus Genf, es herrscht dort die Ansicht, daß durch die jetzige Haltung der Mandatskommission der Konflikt mit dem V ö 1 k e r b u nd s r a t auf die Spitze getrieben ist. Der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, ist gemäß dem Beschluß des Rates gegenwärtig damit beschäftigt, im einzelnen die Ansichten der Mandatsmächte über die Frage der direkten Vernehmung von Einwohnern von Mandatsterritorien durch die Kommission entgegenzunehmen. Frankreich übei* das syrisch palistiiensische Komitee Beim Empfang des englischen High Commissiöner voi A?gyptcn, Lord Lloyd, und des ägyptischen Außenminister Zivär Pascha regte der französische Außenminister Briand ein schärferes Vorgehen der ägyptischen Behörden gegen das syrisch -palästinensische Komitee an, dessen Sitz in Kairo ist und das von dort aus den Auf-, stand der Syrer gegen Frankreich leitet. (Zikoi) Der Premier voa Traasjordanieii Jerusalem, 3. Nov. ,(J.T.A.) Der Premier von Transjordanien, Hassan Chaled Pascha, der wegen Meinungsverschiedenheiten mit den englischen Behörden in! diesen Tagen von seinem Posten zuruckgetreten war, hat sich auf Bitten des Emirs Abdullah bewegen lassen, in seinem Amte zu verbleiben. An Lieber C verdient ein« söbnlkhkeit ich doch ai eine gewisse gesagt habe Absatz fest, aus meinen Bewegung 1 äh Sie eint Jasen. Nun, sicherlich un ak eine und ich frei ges gedruckten ' erscheint es in dieser gi einmal durc oder manche abgedruckt ו mildern, viel ilch nicht d,־ »nacht“? Ic zu sein, um Hang zu gel zwar nicht z Feh glaube, nur diejenig .Willens abzi vermißt habt Freunde, ein der Sledfunj worweggenoi Menschen er ׳!ich umi ein meine Absic Entschuldige «ras ihm obl Sicherheit zu Chaluz sehr die in der hatten. Heu wo eine kr; wo die jüd schaftlich sti komm ende 1 zu bewerten I ch ver: Art von See das Opfer ״ ich gesprocl jüdische öffe hafb des H eine alte s Leute -fast Kollektivität isönlfche Lo! ihrer Seele sind, nichts säumte Pflic unkampensit Wert. Sie v sich in einet so außerord sagen wolle! 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