Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 86 (2.11.1926)
- Date
- 1926-11-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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SeHe 6t 4 JUED’SCHE RUNDSCHAU Nr 86 Nr. 86 ¥ ein wichtiger Gedenktag im Leben des jüdischen Volkes, er wird vielleicht einmal ein wichtiger Gedenktag für die Menschheit sein. * In diesen Tagen übersiedelt das Hauptbüro des Keren H a j e s s 0 d von London nach Jerusalem. Damit wird ein Beschluß des Zionistenkongresses, der durch die letzte A.-C.-Sitzung konkrete Gestalt angenommen hatte, ausgeführt. Die Forderung nach der Verlegung des Hauptbüros wird schon seit Jahren, vor allem von unsern amerikanischen Freunden erhoben, für die naturgemäß ein europäisches Büro in technischer Beziehung keine besonderen Vorteile gegenüber einem palästinensi.sehen Büro hat, während die ideellen Vorteile eines von Palästina selbst ausgehenden Rufes auf der Hand liegen. Schwieriger schon liegt die Sache für die europäischen Landesorganisationeil, die sich in fünfjähriger Zusammenarbeit an einen engen Kontakt mit dem Hauptbüro gewöhnt hatten, und für die die Leitung nun plötz-!ich in weitere räumliche Entfernung rückt. Dies wird vielleicht gewisse technische Erschwerungen mit sich bringen, die ja in unserem alten Uebel, dem Kampf gegen die Geographie, begründet sind. Auch andere Bedenken wurden von verschiedenen Seiten erhoben, z. B. wurde darauf hingewiesen, daß ein Hauptbüro des wichtigsten zionistischen Fonds in London auch politisch in die Wagschale fällt. Die Gründe, die für die Uebersiedlung sprachen, haben jedoch überwogen. Der Keren Hajessod ist der Fonds, der die Hauptlast der Kolonisation, der Erziehung, des Sanitätswesens trägt. Er hat in fünfjähriger Arbeit, unter der überlegenen Leitung Berthold Feiwels, ein System der Propaganda aufgebaut und einen Kreis von Menschen um sich geschart, die für ihn wirken. Nicht nur Zionisten, auch nichtzionistische Palästinafreunde beteiligen sich mit vollem Verständnis an dem gänzlich unpolitischen, nur dem konstruktiven Aufbau dienenden Werke des Keren Hajessod. Die Propaganda, die von Palästina ausgeht, unter dem unmittelbaren Eindruck der täglichen Bedürfnisse, der schweren und hingebungsvollen Arbeit unserer Pioniere auf allen Gebieten, unter dem Eindruck der vielen Mängel, die durch Geld beseitigt, der vielen Leiden, die durch Geld beendet werden können — diese Propaganda wird stärkere, wird hinreißende Gewalt über die jüdischen Herzen haben. Die Uebersiedlung des Hauptbüros des Keren Hajessod hat geradezu symbolische Bedeutung. Von Jerusalem aus richtet sich nun der Appell an die ganze jüdische Welt. Das Hauptbüro wird nun auch in engeren Kontakt mit der die Verwaltung führenden Palästina-Exekutive und mit dem Boden kaufenden Nationalfonds kommen. An der Spitze des Hauptbüros werden in Jerusalem neben dem altbewährten Generalffkbspr׳.|«fp;;|l|r»TOannj• als gesehäftsführende Direktoren und Dr. Hantke stehen, ■ ■Me Äber־ nehmen eine schwere Arbeit. Wir wünschen, daß diese Arbeit gedeihen möge und daß die neue Aera des Keren Hajessod Zusammenfalle mit einem Aufschwung der Hajessod-Leistungen in der ganzen Welt, mit einer Vergrößerung der Einnahmen, die das Hauptbüro instand setzt, die Erfordernisse des Aufbaus in höherem Maße zu erfüllen als bisher. Der wirkliche Aufbau wird erst beginnen, wenn die Forderung der zionistischen Exekutive, die £ 2000 000 als das Erfordernis des kommenden Jahres bezeichnet hat, wenigstens annäherungsweise erfüllt wird. * Am 30. Oktober, abends, reiste Dr. Arthur Hantke mit seiner Familie aus Berlin nach Jerusalem ab, um dort gemeinsam mit Leib J a f f e die Geschäfte des nach Palästina verlegten Hauptbüros des Keren Hajessod zu übernehmen. Die Abreise Dr. Hantkes bildete für seine Mitarbeiter und Freunde einen willkommenen Anlaß, um ihm ihre Gefühle der Zuneigung, Hochachtung und Freundschaft zum Ausdruck zu bringen. Wer die Geschichte des deutschen und des Wcl;Zionismus der letzten drei Jahrzehnte kennt, weiß, weich hervorragenden Anteil der stets tätige, in seinem sachlichen Optimismus niemals schwankende Dr. Hantke an dem Wachstum der Zionistischen Organisation hat. Dr. Hantke war einer der ersten Anhänger des Zionismus in Deutschland. Seinern Wesen entsprechend, begnügte er sich doch niemals mit der platonischen Zugehörigkeit zur zionistischen Gedankenweit, sondern vom ersten Augenblick der Ent- Scheidung setzte er Gesinnung und Ueberzeugung in unermtidliche Arbeit um. Seiner leidenschaftslosen, Jahrzehnte gleich intensiv bleibenden Beharrlichkeit verdankt insbesondere der deutsche Zionismus fast alles, was er seit seiner organisatorischen Zusammenfassung unter den deutschen Juden gewirkt und erreicht hat. Hantkes Sinn für das Sachliche, seine auf Erfahrung und Veranlagung beruhende Gabe zu organisieren, sollen nunmehr, nachdem er in den verschiedensten zionistischen Bezirken Wertvolles und Bleibendes geleistet hat, hauptsächlich dem Ausbau und der Arbeit unseres Hauptfonds gewidmet sein. Im Interesse dieses wichtigen Zieles hat sich Hantke von seinem altgewohnten Arbeitskreise losgerissen; seine Freunde und Mitarbeiter sehen ihn sehr ungern scheiden und wünschen ihm und seinen Angehörigen auf dem neuen Posten die größten Erfolge. Presse -Schau CoL Sy nies hat einer Deputation des Waad Leumi, die ihn wegen der Aufnahme von Juden in das palästinensische Militär (״transjordanisches Grenzkorps“) interpellierte, einen abschlägigen Bescheid gegeben. Dazu schreibt im ״Haarez“ vom 17. Oktober M. G. (Glücksohn): Wir haben uns bereits an die politische Methode unserer Regierung gewöhnt, Probleme zu vertuschen, eine Klärung oder einen Entschluß immer wieder aufzuschieben, sich für die Sache zu ״interessieren“ usw. und am Ende doch alles zu lassen, wie es war. Es ist die Methode, einem Stachel langsam die Schärfe zu nehmen, sich den Anschein großer Objektivität zu geben und damit das Temperament und die Energie der Fordernden abschwächen. Der Jischuw kann unter keinen Bedingungen der Aufstellung rein arabischer Heeresformationen, an denen den Juden kein Anteil gewährt ist, zustimmen, da er eine Statuierung von Bürgern zweiter Klasse nicht anerkennt. Trotz aller Versprechungen der Regierung, selbst im britischen Parlament, trotz der Bemühungen der zionistischen Leitung, die sich ihres Sieges schon sicher fühlte, und die.jüdsiche Oefientlichkcit mit der Siegeskünde beruhigte, daß an Stelle der rein arabischen Truppe des Ostjordanlandcs eine gemischte jüdisch-arabische Formation aufgestellt werden solle, ist in praxi gerade das Gegenteil Tat- Sache geworden. Was man in Jerusalem versprochen hat, ist in Sarafend gebrochen worden. Von den 150 jüdischen Rekruten, die sich zur Aufnahme in das Korps gemeldet hatten, wurde der größte Teil unter Ausflüchten, ja zum Teil aüfch öhfte Angabe eines ¥®rwandes -ibgewfesen. Schließlich Weißen hitir 17, die als tauglich anerkannt wurden. Von dem aufgelösten höheren Gendarmeriekorps hat man die Araber in das neue Grenzschutzkorps überführt, von den Juden aber nur 13 mitübernommen und diese nur a 1s Facharbeiter mit kurzfristigen Verträgen. Unter den Neuaufgenommenen dagegen finden wir Araber aus Transjordanien, Tscherkessen, Aegypter, Sudanesen, Griechen, Serben, während man von dem einen Hauptteil der palästinensischen Bevölkerung, den Juden, nur 17 für ״tauglich“ befunden hat Aber auch diese 17 sind in dem Korps dauernden Angriffen von seiten ihrer Kameraden und der Offiziere, Männern, die zum Teil nicht schreiben und lesen können, ausgesetzt, so daß für sie der Aufenthalt dort seelisch und körperlich zur Qual wird. Und unsere Regierang, die für den Frieden und die Sicherheit des Landes verantwortlich ist, bedenkt nicht, was die Folgen dieser Erziehung und Ausbildung vor den Augen der kulturlosen und unkritischen arabischen Masse sein können, welche Bedeutung einem rein arabischen Korps in einem Lande mit entwickelter chauvinistischer Propaganda zukommen kann. Colonel Symes hat, als die Delegation des Waad Leumi eine Behebung dieses Zu- Standes forderte, es nicht für nötig befunden, wie sonst stets, eine ausweichende Antwort zu geben, sondern kurz und klar erwidert, daß für neueintretende Juden und für Hebräisch kein Piatz in dem Korps sei. Die Stimme Von Am Horch, — Zweitausend Jahre — Wie grauenvoll! — Zweitausend Jahre Verdursteter Sang, Flehen zum Gotte Der aus wilder Zürnender Hand Dich fallen ließ, Dich blind vergaß, Dy buk — Israel! Stahlst du dich, Gemordetes Volk In die Seele Dieses Mondcnweibes, Blaß und bloß Und uferlos! Ajj, Alelaj li! Ajj, Alelaj li! Ach, mein Volk, Man Jeremias-Kindlein, Gesäugt vom Kummer, Gezeugt vom Wahnsinn der Liebe, der Liebe, Ajj, der Rowina > N adeL Ajj, Alelaj li, Alelaj li — Lausche, lausche Ihrem rauhen Ton, ihrem Schwert-Goldlaut, Dem haarscharfen; Der dir durchs zitternde Herz fährt, Er wird dir Die Seele, die Tiefste, herauftreiben, Dich mit Weinen und Hoffnung Erfüllen, Daß du nie Deine Schmerzensnacht Vergißt, O, lausch ihm, lausch ihm, Dem süßen Wohllaut Meiner Empörung, Meiner Zuversicht. Äffe! Zir Aatlühraag des Ewigen Joden Erst war eine Treppe im Profil, die das Bühnenbild beinahe ausfülite, dazu schmaler Himmelsstreifen, schmale Seitenränder. Hintergrund für die Rowina, eine Feuerbachsche Medea. Braunschwarz auf Grau. Und, wenn das Schluchzen der Medea, nein, der Tochter Zions, sich in mächtigen Kadenzen emporschwang und in süßen Singsang erstarb, nie überschlug sich die Stimme, stieg ungebrochen wieder auf, reiner, reicher, herb im Klang, unendlich zart im Verklingen. Die Stellungen, Gruppenbewegungen, bunten Trachten des Volkes blieben aber irgendwie hn zu oft Gesehenen stecken. Es erwies sich, daß die Habimahleute, das Orientalische nur wie Europäer, und zwar ältere, sehen konnten. Sie suchten dieser Schwäche durch den scharfen Akzent ikonenmäßiger Gesichtsbemalung abzuhelfen, man fragte sich, ob mit Erfolg, als plötzlich der Kontakt sich einstellte. Jäh emporgerissen glitt man die Treppe hinauf, eins geworden mit der EI Grecoschen Gestalt des Ewigen Juden. Aus dunklem, niedrigem Himmel blitzte ein Strahl. Alles versank. Man war zur Habimah bekehrt. Rahel WIschnitzer-Bernstein. Habimah: ״Mabnl“ (״Sintflut״) Theater am Nollendorfplatz. Um all ihrer Verdienste willen sei der Habimah auch dieses Stück vergeben. Die andern vier Stücke ihres Repertoires sind von jüdischen Autoren, jüdischem Inhalt und ausgesprochen nationalem Charakter. Um dessentwillen muß man manche Unzulänglichkeit in Kauf nehmen, denn wir haben eben noch kein anderes jüdisches Drama (wiewohl auch auf diesem Gebiete das Programm noch erweiterungsfähig wäre); die Weltliteratur aber ist unermeßlich und vielseitig, und wenn schon der Sprung gewagt wurde, warum mußte die Wahl auf diesen Schmarrn von Hennig Berger fallen? Daß die hebräische Sprache auch den Anforderungen modernen Bühnenspiels genügt, dieser Beweis wurde erbracht Aber da wir wirklich so wenig hebräische Stücke und Uebersetzungeri besitzen, so wären wir der Habimah für ein anderes Stück dankbarer gewesen. Nun aber genug räsonniert; es muß anerkannt werden, daß die Habimah auch hier Außerordentliches gab. Die Fabel, wie paar in einer mindern Bar zusammengewürfelte Menschen durch die vermeintliche Todesgefahr einander menschlich näherkommen, Feindschaften vergessen, Bri'n'c ’i -'deeit verkünden, zu einer ״Kette“ werden, und wie dann, we m die ״Sintflut“ Es fragt sich, ob es unter diesen Umständen einen Sinn hat, daß das kümmerliche Häuflein Juden in der i Truppe in einer Atmosphäre der Fremdheit und Feindschaft j verbleibe; etwa nur deshalb, damit die englische Regierung den Beweis liefern kann, daß auch Juden in die Truppe autgenommen wurden? Wenn die Regierung diese Frage wirklich nicht in einer Weise lösen will, die unsere Ehre und unsere Interessen wahrt, dann bleibt uns nur zu fordern, daß sie auch diese wenigen ״Gefangenen“ noch ent aßt, damit wir und die ganze Welt es wissen: es ist in der Verteidigungsarmee des jüdischen Nationalheimes unter der britischen Mandatsschaft kein Platz für jüdische Soldaten. Vor einigen Tagen sind Beter an der Klagemauer durch Steinwürfe arabischer Burschen gestört und zum Teil verletzt Word >n. ״Haare z“ vom 19. 10. bemerkt dazu: Wir wollten diese Vorgänge bisher nicht zu einer politischen; Angelegenheit machen; der letzte Zwischenfall aber beweist,! daß sich das alte Spiel, durch Einflößung von Furcht eine Preisgabe jüdischer Rechte zu erreichen, wiederholt. Die Regierung sieht es, hört es und schweigt; dadurch gibt sie jenen Hooligans die Freiheit, sich ungestraft an den Heiligtümern des Volkes zu vergreifen. Die Passivität der Regierung, die alle Grenzen übersteigt, ist schwer zu verstehen. Könnte man sich ein gleiches Verhalten vorstellen, wenn der Fall umgekehrt liegen würde und etwa jüdische Banden auf Christen und Mohammedsner Ueberf,rille veranstalten zur Zeit, wo diese an dem Grabe des Stifters oder an der Omarmoschee ihr Gebet verrichten?! Oie (Odische Militäreinheit Zu der von uns in der vorigen Nummer veröffentlichten Resolution des Waad Leumi, der die Aufstellung einer jüdischen Miütäreinheit bei der transjordanischen Grenzmacht forderte, meldet die Londoner ״Jewish Times“: Die palästinensische Regierung lehnte die Forderung des Waad Leumi kategorisch ab. Sie ist hingegen bereit, die Zahl der Juden bei der Polizeitruppe zu vergrößern, und entsprechend den Forderangen des Waad Leumi gewisse Aenderungen im Munizipalgesetz durchzuführen. Wladimir Jabotinsky verläßt in den nächsten Tagen Palästina, um sich nach Griechenland, Bulgarien und Polen zu begeben. Yen der Hebräischen Universität Jerusalem, 26. Oktober (J. T. A.) Die offizielle Er- Öffnung des Wintersemesters 1926/27, des ersten normalen Studienseinesters, der Hebräischen Universität zu Jerusalem erfolgt am Montag, den 1. November (24. Cheschwan) in der großen Vortragshalle des Universitätsgebäudes. Die Eröffnungsansprachen werden Dr. M a g n e s und Y e 11 i n, die Eröffnungsvorlesung wird Dr. Arthur R u p p i n halten. Die normalen Kurse werden am Dienstag, den 2. November, beginnen. Es werden Kurse von den Professoren und Dozenten des Judaistischen Instituts, des Orientalischen Instituts, der Institute für Chemie und Mathematik abgehalten werde». Die Institute für Mikro-Biologie, Hygiene und pa- Ji^eSS%,we'1X^Ituf^eschlchte1 wjeNe» ihre E<j>tschung9arbf|l^ foraünren; 'ך'-.״*׳-1, * 'י יי'׳, י י',‘ י' 'י'׳ Mit Beginn dieses Semesters erfährt die Universität eine weitere Ausgestaltung. Wie die Abteilung für Biochemie soll auch diejenige für allgemeine Chemie nunmehr eine endgültige Leitung erhalten, ebenso das mikro-biologische Institut; die Errichtung des mathematisch-physikalischen Instituts soll unter der Leitung der Professoren Landau- Göttingen und O r n - s t e i n - Utrecht geschehen. Die Schaffung von Lehrstühlen für jüdische Soziologie und Anthropologie, hebräische Dichtung der spanischen Epoche, biblische Philosophie und Geschichte, sowie talmudische Rechtswissenschaft wird vorbereitet. Die Bibliothek des verstorbenen Professors Klein aus Göttingen, die man für das mathematische Institut erworben hat, wird in diesem Semester den Studierenden zugänglich P‘ ־־ ־"׳ ermöglicht Sie enthält rund 3500 Bände der mathematischen Disziplin sowie eine große Anzahl der Mathematik gewidmeter Zeitschriften in mehreren Sprachen. Inoffiziell wird mitgeteilt, daß der Oberste Richter Palästinas, Thos. W. Haycraft, wegen Meinungsverschieden, heiten in der palästinensischen Regierung seinen Posten niedergelegt hat. Er soll demnächst Palästina verlassen. Sith über die Palästina ן Ihrer Aust wie es m< eine der j machen v< zioiiistischi Stellung 11 Sie ha Sie stellte: so günstig Aufbauwei Herzens, £ x i s t e n Aber vorbei ist, die ״Kette“ zerfällt, jeder an sich denkt, das Gemeine wiederkehrt — dies wird von der Habimah in eine Sphäre jüdischer Sentimentalität transponiert, die diesen Schauspielern zugänglicher ist als der rauh-brutale amerikanische Naturalismus. Die Habimah spielt keine Amerikaner, höchstens solche vom Broadway; aber sie stellt ein paar köstliche Typen (Friedland, Itkin, Winiar, Bertenow, Raikin- Benari) hin, und entfaltet in ein paar Szenen die grandiose Kunst ihres Zusammenspiels und ihrer musikalischen, ekstar tischen Rhythmik. Frau Grober insbesondere spielt die DiriA Lissi mit geradezu keuscher Anmut und einer Zartheit der Bewegung, die in manchen Momenten den Kitsch vergessen ließ. Sie singt — diese Amerikanerin, in der Bar des Wirtes Streaton — ein Volkslied von Bialik; und summt ein bekanntes jiddisches Liebeslied, wenn sie ihren ehemaligen Geliebten (Herrn Prudkin) an süße Stunden erinnern will. Und als die Lichter ausgehen und man sich zu Tode rüstet, sitzen diese Amerikaner in selbstvergessener Ergebenheit einer Neiiah-Stimmung um eine Art Sedertisch und singen einen chassidischen Niggun zu ihrem letzten Punsch... Das alles aber, die Wahrheit zu sprechen, sieht und hört mar: mit gemischten Gefühlen. Es wird, wenn auch nicht stilgerecht, so doch in hinreißendem Tempo und mit großem Elan gespielt. Aber ein Rest bleibt zu tragen peinlich. Ist unsere hebräische Seele solcher Belastung noch nicht gewachsen? Um ihrer großen Verdienste, um ihrer herrlichen Leistung, um des Klanges der hebräischen Sprache, um dieses Bialik-Liedes der Frau Gröber willen... sei der Habimah auch dieses Stück vergeben. ML Wa. Pressestimmen Die ״Voss. Ztg.“ schreibt über ״Sintflut“: ״Wie die Habimah die ganze Skala von *•יי■ ersten Panik bis zur fröhlich verzweifelten Todesberefc'haft und wieder zurück zum gesund-brutalen Alltag mit unerschöpflichem Variationsreichtuai der Sprachsinfanik und des Bevvcgnngsder seit 5' füll rangen s c h a f 11 i Rciseei Ihren na wesentlich Stellung, 1 gegeben h Sie fs den Begril in der öfi glaube, de das Objek fiel einem wohl dqi 1 Reaktion a geht nacl wirtschaftl für die E Sie den Poel, daß öffentliche Ich weiß, etwas and bat Ihnen Geschichte irgendwo Nctianköm deinem Sc geduldig: renzierte i Halbgöttei Haber! Regierung die Küste Masten uu Stunden s Landes, u geschrien von sinn! 1d der e 'M#ä!: leb! verstand, 1 eben Einw einem and bereitet, d; Und k die einen I wenn er ו Herberge < diese auch ״Sie l zeichnet 11 sich in ei nicht, wer bahn in P keine ang: so direkt von selbst lung gelai Arbeiten ii muß, daß längere od chores gE indirekten Augenblick ernsthaft, bitterang, ins minutic oder morg Theater in weisen... so unfaßbi daß man; Im ״B< ״Wenn stück zeig־ wir auf eil Hebräer v spensterhat Mittelalters Eindruck d Zwiespalt, kt: sie sine und Chara Primäre fe sind sie t Albert Berlin zur! bimah“. D erscheinen. ZwischenaJ mann ihn mit große: tiefen Ein! hatten und rischen um Die Künst Ovation.