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Jüdische Rundschau · 1926-10-29 · Heft 85 (29.10.1926) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 85 (29.10.1926)
Date
1926-10-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 606 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 85 Nr. SS Oie Joint-Konferenz In Chicago Ueber die am 9. Oktober in Chicago abgehaltene Konferenz des Joint, über die wir bereits einen kurzen tclcgraphischen Bericht gebracht haben, liegen nunmehr ausführliehe Berichte vor, denen wir nachstehende Einzelheiten entnehmen. Der Präsident des Joint, Felix M. Watburg, gab einen Ucbcrblick über die Arbeit des Joint in den letzten Jahren und skizzierte die Pläne tiir die kommenden Jahre. Laut seinem Bericht wurden im Jahre 1926 bis September verausgabt: Arbeit in Rußland $ 2 450 000 Arbeit im übrigen Europa .? 1 702 500 Kinderfürsorge in Palästina $ 50 003 Palestine Economic Corporation $ 500 000 Kulturarbeit S 338 000 ORT (von insgesamt zugebilligte000 150 $ ($300000 ״ Verwaltung in New York, Berlin usw. $ 150000 .? 5 330 500 Voranschlag für das Jahr 1927: Arbeit in Rußland ($ 2 000 000, minus $ ■450 000, die 1926 ausgegeben wurden) $ 1 550 000 Palestine Economic Corporation * 500000 ORT (Beisteuer zu den Ausgaben von $300000) $ 100 OCO Medizinische Tätigkeit in Palästina $ 37 503 $ 3 507 500 Warburg fuhr fort: Von dem Erfolg der Geldeingänge in den nächsten Monaten wird es abhängig sein, wieweit wir den dringenden Ansnrüchcn aus den verschiedenen Teilen Europas werden nachkommen können. Zum erstenmal seit dem Bestehen des Joint ist es vorgekommen, daß wir eine Anleihe in Höhe von einer Million Dollar machen mußten. Wir erwarten, daß die Zahlungen in den nächsten Monaten prompt geleistet werden. Was Palästina betrifft, erklärte Warburg weiter, so wendet Joint dein Aufbau dieses Landes fortgesetzt ein reges Interesse zu. Wir •widmen viel Zeit den Angelegenheiten der Hebräischen Universität und waren bei den Zusammenkünften in Paris und London vertreten. 50 000 Dollar widmeten wir der Waisenerziehung in Paläs t i n a und stellten auch dem medizinischen Werk Summen zur Verfügung. In diesem Jahre wenden wir der Palestine Economic S 500 000 zu und werden in den nächsten zwei Jahren wieder je ■3 500 030 beitragen. Herr Warburg berichtete über die Investitionsziele der Corporation und erwähnte insbesondere die Förderung der Rutlienberg-Gesell- Schaft. Wir hoffen, sagte er, auch in Bananen-Plantagen Summen anlegen zu können, auch das Hotel- Problem behalten wir im Auge. Ich habe mit den Herren S o k o 1 o vv, van V r i e s 1 a n d , Ing. Löwenstein, Sir Alfred Mond und Richter Mack die palästinensischen Wirtschaftsprobleme studiert und hierüber Telegramme und Briefe mit Dr. Weizmann, Colonel Kisch, Dr. Magnes u. a. m. ausgetauscht. Das Problem, das in nächster Zukunft der Lösung harrt, ist die Linderung der Arbeitslosigkeit in Paläs t i n a. Herr Bernard FI e x n e r und einige Herren vom Joint werden dafür Sorge tragen, daß ein Teil des für Palästina reservierten Geldes der Lösung dieses Problems gewidmet wird. Herr Warburg kam nun auf die nötigen Fonds zu sprechen und sagte, Joint benötige für die Arbeiten, für die er noch veroflichtet ist, S 9 000 000 netto. Das Rußland-Budget erfordere $ 2000000 im Jahre. Herr Dr. Bernhard Kahn benötigt für di« Arbeit in Osteuropa im fahre 1927 weitere $ 2900000, davon\ 600000 tffi׳ Wiederaufbuiarbeit, f 500 0T0 für Kinderfürsorge, $ 250 000 für Gesundheitswesen, I 500000 für kulturelle Zwecke, I 750 000 für dringende Hilfe, ferner § 200 (WO für Flüchtlinge und $ 100 0C0 für verschiedene andere Zwecke. Wir haben Verpflichtungen weiterer Art in Höhe von etwa $ 2 000 000. Der Palestine Economic Corporation müssen wir im Jahre 1927 $ 500 000 geben. So sind von den von uns geforderten $ 9 000000 $ 7500000 zur Ver- Wendung gestellt. Der Rest wird benötigt, um die weiteren Erfordernisse für 1927 zu decken, wie z. B. die Zuwendungen für ORT, für die von Dr. Adler geforderte Kulturarbeit für medizinische Tätigkeit, Waisenfürsorge, Notstandsarbeiten in Palästina usw. Nunmehr erhob sich Louis Marshall, dem eine langandauernde Ovation bereitet wurde, zu einer Ansprache, in der er einen historischen Rückblick über die Arbeit des Joint seit Kriegsbeginn gab. Nach der Ansprache Marshalls und der darauffolgenden eingehenden Diskussion kam die f o I - gende Resolution zur Annahme: 1. Wir hegen das volle Vertrauen zu den Beamten und Vertretern des Joint Distribution Committee und geben der Erwartung Ausdruck, daß Joint und die zusammenarbeitenden Organisationen die heroischen Anstrengungen in der großen Aufgabe des jüdischen Aufbaues im europäischen Rußland, in Palästina und in jedem anderen Lande der Welt, wo Juden Hilfe brauchen, fortsetzen. 2. Noch einmal nehmen wir an und ratifizieren wir die Beschlüsse, die im September 1925 von der Konferenz der Vereinigten Jüdischen Kampagne zu Philadelphia einstimmig gefaßt wurden. 3. Wir weisen alle diejenigen, die sich bereits in die Zeichnungslisten der Vereinigten Jüdischen Kampagne eigetragen haben, auf die dringende Notwendigkeit hin, die Barzahlungen auf die übernommenen Verpflichtungen mit aller Promptheit zu leisten, um die Fortführung des Werkes möglich zu machen. 4. Wir fordern jeden Juden in Amerika auf, dessen zu gedenken, daß das Schicksal es gut mit ihm meinte und ihn einen amerikanischen Juden sein ließ, und, des Gebots dieser Stunde eingedenk, seine Mittel zum äußersten zu steigern und sich in die Listen der neuen Fonds einzutrageii. Herr Felix M. Warburg, der die Resolution einbrachte, gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß diese eine direkte Bezugnahme auf Palästina enthalte. Herr Warburg teilte dabei mit, er habe mit Dr. Joseph Rosen besprochen, daß Dr. Rosen vor seiner Rückkehr nach Rußland Palästina besuche, um die Lage in diesem Lande, insbesondere das Kolonisationswerk zu studieren. Er sei sicher, daß das Exekutivkomitee des Joint diesen Plan billigen und Dr. Rosen zur Reise auffordern wird. Louis Marshall erklärte nach Annahme der Resolution, daß das Joint Distribution Committee gegenüber der Arbeit in Palästina niemals gleichgültig gewesen sei. Joint gab seit seinem Bestehen für Palästina nicht weniger a;s 7 Millionen Dollar aus. Es gibt, fügte Herr Marshall hinzu, keine größeren Zionsfreunde als wir es sind. Wir können heute noch keine besonderen Zuwendungen für Palästina machen, weil uns die Fonds noch nicht zur Verfügung stehen; wir werden aber Palästina» stets gerecht werden. Der Konferenz lag ein Antrag vor, zu der am 15. November in Moskau stattfindenden Konferenz der unparteiischen allrussischen Gesellschaften für Jüdische Kolonisation ״OZET“ eine offizielle Abordnung zu entsenden. Der Antrag wurde a b g e I e h n t. Das Joint Distribution Committee wird aber seine Moskauer Vertreter dahin instruieren, dal! sie den Sitzungen der OZET-Konferenz inoffiziell bei- Wohnen. Vom kommenden Reichsverbaad der deutschen Juden Mitteilung der Presseabteilung des Preußisehen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. Am 24. Oktober fand eine Versammlung der Vertreter der deutschen Landesverbände jüdischer Gemeinden statt, die dem Entwurf der Verfassung für den Reichs verband der deutschen j u de 11 seine endgültige Formulierung geben sollten. Den Vorsitz führte Kammergerichtsrat Wo Fff, die Berichterstattung hatte wie bisher Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer übernommen. Vom Preußischen Landesverband waren die Herren Justizrat Lilienthal, R.-A. Dr. Klee, O a 1 e w s k i, Rabb. Dr. Se 1 ig m an 11 erschienen, vom Allgem. Deutschen Rabbinerverband Dr. B1 u m e n t h a 1. Bayern war vertreten durch Herrn J.-R. Dr. Hommel- Schweinfurt. Als beratende Mitglieder des Bayerischen Landes- Verbandes sah man die Herren Rabb. Dr. Freudenthal- Nürnberg, Kommerzienrat Joseph Landau, Rabb. Dr. S t ei n-Schweinfurt, Dr. E. S t r a us- München, als Abgesandten des Württembergischen Ve.rbandes Reg.-Rat Dr. Nördlinger - Stuttgart. Baden hatte die Herren R.-A. Dr. K a u f m a n n - Heidelberg, Dr. [י f ä 1 z e r - Weinheim und Prot. Dr. N. S te i n - Karlsruhe entsandt; vom Sachs. Landesverband waren die Herren R.-A. S a 1 i 11 g e r - Dresden und Karl Gold- Schmidt anwesend; vorn Hessischen Verband Kommerzienrat Meyer-Mainz, vom Anhaitischen Verband Staatsrat Dr. Cohn- Dresden, von Hamburg R.-A. Da v i d , Dr. N. M. Nat h a n, von Bremen Max Markreich״ von Oldenburg Rabb. Dr. d e H aas, von Lübeck R.-A. Dr. Rüben sohn- Rostock (auch Abgesandter von Mecklenburg-Schwerin), von Braunschweig Dr. Regenburger. Vertreter der Achduth waren die Herren Rabb. Dr. H o r ov it z-Frankfurt a. M., Dr. U n 11 a - Mannheim. Die Beratungen zogen sich wiederum von vormittags um 10 Uhr bis in die späten Abendstunden hin. In den Erörterungen wurden alle Anschauungen der verschiedenen Richtungen vertreten; im Interesse des Zustandekommens des großen Werkes hat jede von ihnen einen Teil ihrer Wünsche zurückgestellt. So ist es gelungen, einen Entwirrt der Verfassung zustande zu bringen, der allen berechtigten Ansprüchen genügen dürfte und eine geeignete Grundlage für eine Gesamtvertretung der deutschen Juden schafft. Der Entwurf wird nunmehr an die verschiedenen Landesverbände zur Stellungnahme weitergeleitet. * Von anderer Seite wird über die Beratung mitgeteilt: Die Verhandlungen galten dem vorliegenden Münchener Entwurf des Reichsstatuts, der inzwischen einige Aenderungen erfahren hat, aber in seiner Gesamtstruktur erhalten geblieben ist. Die grundsätzliche Differenz, ob die Reichswählen auf direkten allgemeinen Wahlen beruhen sollen, wurde noch einmal durch Dr. David-Hamburg zur Erörterung gestellt, der die schweren Bedenken auch des Hamburger emeindevorstandes gegen die undemokratische Struktur des Verbandes ausdrückte. Da aber Oberlandesgerichtsrat Neumever für die süddeutschen Verbände die Erklärung abgab, daß eine andere Organisations- 40rm von ihnen nicht akzeptiert werden würde, verblieb es bei der jetzigen Formulierung, trotz der in der Preußischen Tagung gegebenen Anregung Dr. B a e c k s, daß eine demokratischere Basis für die Reichstagung gefunden werden möge. Auf Antrag des Justizrats Hommel wurde beschlossen, daß die Verhandlungen des Rates in der Regel öffentlieh sein sollen. Für den Vorschlag Hommel sprach sich Rechtsanwalt Dr. Klee aus, gegen ihn die Herren Justizrat Mako wer und Kammergerichtsrat Wolff. Der Name des Verbandes, für den bisher die Form ״Deutsch- 1 : ך־ ־־! Die Mer-Miion ^•וןן•Mוון*ו■MווווווווtווווMווווווווווווווMltlMוווווווו)ו•ווtווווMllMtוווווווו>tווווווMlt•»ו• \ BesäüaD des Landesvorsiandes! \ ״Der Landesvorstand der Z. V. I. D. be- § | grüßt die vom Direktorium des Keren ־ I Hajessod im Einvernehmen mit der ziog i nistischen Exekutive beschlossene Sonder• I l aktion für den Keren Hajessod, Er ver- | | pflichtet alle seine Mitglieder, sich an j | dieser Aktion persönlich zu beteiligen 1 | und sich mit allen Kräften dafür ein- I | zusetzen, daß diese Aktion in ganz i 1 Deutschland zu einem vollen Erfolg führt. f | Der Landesvorstand verlangt von jedem : 1 deutschen Zionisten die Abgabe einer I I Zeichnung für das Jahr 5687 (1, Okt. 1926 I § bis 30. Sept. 1927), die der Maasser- : \ ordnung des deutschen Keren Hajessod | | entspricht, und appelliert an alle deut- | \ sehen Zionisten, auf ihre Zeichnung für l \ das Jahr 5687 innerhalb der nächsten i \ vier Wochen möglichst hohe Barzah- : | lungen an den Keren Hajessod zu leisten.“ : mu$ in allen Ortsgruppen durchgefflhrf werden Jüdischer Reichsverband" akzeptiert war, wurde geändert in: ״Reichsverband der deutschen Juden“. Die Aufgaben des Reichsverbandes wurden so formuliert: ״Der Reichsverband vereinigt die deutschen Landesverbände und Gemeinden und erstrebt die Zusammentassung aller Kräfte zur Pflege des Gesamtbewußtseins der deutschen Juden und ihrer gemeinsamen Interessen.“ Die Pflicht des Verbandes, sich an den Aufgaben der Gesamtjudenheit zu beteiligen, worunter nach den Vorschlägen der Achduth in Frankfurt a. M. auch die Palästinaarbeit fallen würde, wurde einstimmig angenommen. Ebenso wurde der Antrag des Preußenverbandes nach einer Befürwortung durch Dr. Klee, betreffend das Zusammen, wirken mit außerdeutschen Verbänden, wobei in erster Linie an den österreichischen Verband gedacht wird, zum Beschluß erhoben. Die Frage, ob jeder Landesverband, auch der kleinste, im Rat vertreten sein solle, riet eine Kontroverse zwischen den badischen Vertretern, von denen sich Prof. Stein dagegen aussprach und dem energisch für dieses Recht der kleinen Verbände eintretenden Staatsrat Dr. Cohn- Dessau hervor. Die Entscheidung fiel 111 - gunsten der kleinen Verbände aus. Dagegen wurde ein von H o m in e 1 - Schweinfurt vorgeschlagener besonderer Minoritätenschutz bei der Wahl in den Rat nicht angenommen. Dem Antrag׳ S t r a 11 s- München wurden einige Bestimmungen angefüg't, die die Einberufung der großen und kleinen Reichstagung erleichtern sollen. Mit diesen Beschlüssen der Konferenz, die den Reichsverbandsentwurf definitiv formulierten, ist eine etwa einjährige Arbeit zu Ende geführt worden, die im wesentlichen unter Führung des Bayerischen Landesverbandes und seines Vorsitzenden, Oberlandesgerichtsrat N e u 111 e y c r, geleistet wurde. Der Entwurf geht nunmehr an die Landesverbände und muß, bevor er Geltung erlangt, von den einzelnen Landesversammlangen angenommen werden. Die Preußische Latidesversammlung wird sich bei ihrem Zusammentritt am 21. November mit dem Entwurf befassen. Sein Schicksal ist im Hinblick darauf, daß er von weiten Kreisen als undemokrafisdi empfunden wird, ungewiß. In allen religiösen Fragen aber, in denen wegen der verschiedenen Stellungnahme der deutschen Juden Schwierigkeiten bestanden, sind Kautelen geschaffen worden, die die absolute Gewissensfreiheit sichern. * Am 24. Oktober trat der Wohlfahrtsausschuß des Preußisehen Landesverbandes jüdischer Gemeinden zu seiner ersten Sitzung zusammen. Erschienen waren die Damen: Frau Paula O 1 le n d o r f f-Breslau, Frau Gertrud S e 1 i.gs o h n - Berlin, Frau W r o n s k y - Berlin, ferner die Herren: Dr. Ollend o rf f-Berlin, Dr. E s c h e I b a c h e r - Düsseldorf, Dr. Wilde-Magdeburg, Dir. S i 1 b e r b e r g-Ahlem, Seckelsohn- Berlin, Dr. S e g a 11 - Berlin, Eugen Caspary - Berlin. Den Vorsitz führte Prof. Türk. Das wichtigste Thema der Beratung bildete die Fest- Setzung der Wohlfahrtsausgaben des Landesverbandes und ihre Abgrenzung gegenüber denjenigen der Berliner Zentrahvohlfahrtsstelle. Einmütig war man der Ansicht, daß die Zentralwohlfahrtsstelle erhalten bleiben müsse; freilich unter der unbedingten Voraussetzung, daß eine vollständige Reorganisation dieses Ins t i t u t s vorgenommen werde. Wenn diese Sicherheit gegeben sei, kämen afs wichtigste Aufgaben des Preußischen Landes- Verbandswohlfahrtsausschusses folgendes in Betracht: 1. Der Wohlfahrtsausschuß soll die preußische Gesetzgebung in bezug auf Wohlfahrt dauernd beobachten und wenn nötig, beeinflussen. 2. Der Ausschuß soll die Zentralbeschwerdestelle für alle Mißstände in den Anstalten, wie auch in den Verbänden sein und soll diesen abhelfen, 1 3. “Der Ausschuß soll Anregungen In bezug auf den Adsbäii bestehender und die Einrichtung neuer Anstalten geben. ' 4. Der Landesverband soll im Rahmen seiner Kräfte die Wohlfahrtsinstitutionen materiell unterstützen. Sobald der Reichsverband zustande gekommen ist, sollen auch Mitglieder außerpreußischer Wohlfahrtsämter im preußischen Ausschuß tätig sein. Darauf konstituierte sich der preußische Wohlfahrtsausschuß. — Zu Vorsitzenden wurden neben Prof. Türk Frau Justizr. Paula Ollcndorff - Breslau und Frau S. W r o n s k y- Berlin gewählt. Die vorliegenden Subventionsgesuche sollen zunächst einer finanziellen sachlichen Prüfung unterzogen werden. Für diejenigen Anstalten und Verbände, die sich gegenwärtig in Not befinden, wurden Vorschüsse bewilligt. Ein Antrag des Gerneindevorstandes Görlitz, die gesamte Wohltätigkeit in Preußen zu zentralisieren, wurde unter Hinweis darauf, daß eine Zentralwohlfahrtsstelle und nunmehr auch ein Landesverbandsausschuß bereits bestehe, abgelehnt. Man war der Meinung, daß eine schematisch durchgängige Zentralisation alle lebendigen privaten und gemeindlichen Bc- Strebungen ersticken würde. Schließlich wurde ein aus Berliner Mitgliedern zusammengesetzter Unterausschuß gewählt, bestehend aus den Herren: Prot. T ü r k , Direktor K a r e s k i. Dr, Ollendorff, Caspary und Frau Wronsky, der, so oft es nötig ist, die Arbeiten des Gesamtausschusses vorbereiten soll. * W. Latzki-Bertholdi hat sein Mandat als Mitglied des Landesverbandes der Preußisch-jüdischen Gemeinden niedergelegt, da er sich jetzt in Riga als Redakteur der Tageszeitung ״Frimorgn“ niedergelassen hat. An seine Stelle rückt der nächste Kandidat. der volksparteilichen Liste, voraussichtlich Frau Sonja Oronemann, als Abgeordnete ein. Frau Gronemann ist besonders durch ihre Tätigkeit im Verbände jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina weiteren Kreisen bekannt. Die jüdische Im'asfrie in Palästina Nach einem Bericht des Departements für Handel und Industrie der zionistischen Exekutive hat sich die Lage der jüdischen Industrie in Palästina seit Beginn der Krisis gebessert. Im November 1923 bestanden 279 Fabriken mit 2331 beschäftigten Personen und einem investierten Kapital von 966 518 LE. Im Juli 1925 waren die entsprechenden Ziffern 547 Fabriken mit 5003 Arbeitern und 2 Mill. Pfund, und im Juli 1926 592, 5711 und 1 819 227 XE. Wenn man die Elektrizitätsgesellschaft, die in den letzten zwei Jahren keine Daten angab, mit berücksichtigt, so werden die entsprechenden Zahlen sich auf 533, 6000 und 2 300 000 XE belaufen. Unter Hinzurechnung einiger unbedeutender 111• -'׳istrien, die in dem Bericht nicht berücksichtigt worden find, würde die Summe sich nicht unbeträchtlich e-höhen. Von den 94 jüdischen Industrieunternehmungen, die seit dem vorigen Bericht ihren Betrieb eingestellt haben, wird wahr- :cheinlieh eine Anzahl die Arbeit wieder aufnehmen, ln den meisten Fähen ist das investierte Kapital in Form von Ma- ־f!!inen noch vorhanden; diese Investitionen stellen ein erheb- 'iches totes Kapital dar. Dr. Jehuda Wilensky ist vor einigen Tagen nach mehrwöchigem Aufenthalt in Palästina in Berlin e'ingetroffen und '־cgibt sich im Einvernehmen mit dem Keren Hajessod-Direk- :i'rium nach Holland und Belgien, um in diesen Ländern uie diesjährige Kereu Hajessod-Kampagne zu unterstützen. Da ma absichtliche;«man trag spricht, so von dem 1 an seelisch׳ Leben Berl ui debattii wesenden, hebräische ersten >/<■ werden ka Lauschen c buchstäblicl auch das jene Form der Habim nämlich da ungeduldig rührencler Herren, vv allen anerk nur seine seines GUI seine Ohm er sich in vor sich h Die D Unterbrech Aiiscinande der Unter! interessiert ״Wie 1 ein Herr a war, jüdisc allgemeine! dischcs Sei in einer 2 man Verga auffordert, rätselhafter gedeiht ei Theater, es diese wird es ve Jugend, di Experiment Gesang ar aus jenem kraft aufg! ivit die jü! in feierlich! folgt, sond Kultur leb« wenigen F nicht mehr jene Feier Sie fragen den Vorst waren es Herren, Si stark war, Tanz der Das ist di die Bettler sie in der sie brauche sie Sieger Haß und d Welt, und ist der Hai Atmosphär! daran erini Mögen die analytiker ein elende! cordia in der Batlon: weifen bud großen fn befanden 1 nicht, woh sie Mensch scheiterten, Leben, kai sich im B befindet. 7 sich nach Bank zur I Halbschluu Nikopol mt sagen, das and läßt je »1s eine bt sind wir de doch Ding □olusleben worden! gemacht!“ Durch Anwesende Und wirk! fahlen, im Vorstellung Kleider mi man einen als Grimas wandelt“, theose de! 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