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Jüdische Rundschau · 1926-10-29 · Heft 85 (29.10.1926) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 85 (29.10.1926)
Date
1926-10-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 604 JUEDTSCH E RUNDSCHAU Nr. 85 Nr. 85 Roman Pflicht. Aber wenn man diese neuen Bücher betrachtet, so kann man doch nur sagen, daß die Notschreie zu seinem Schaden in einer einlullenden Däntmerttng untergingen. Denn diese Bücher scheinen nicht von Sehern, sondern von Träumern geschrieben zu sein, ein widriges und paradoxes Mißgeschick zu einer Zeit, wo helle Köpfe sicher nicht weniger zu brauchen wären als in jeder anderen. Der melancholische Jude dieser Romane hat seinen Selbsthaß etwas verlernt. Dafür scheint ihm auch jedes Streben und jeder Halt in gleicher Weise abhanden gekommen zu sein, und im wesentlichen klagt er nur vor Himmel und Erde wegen der ihm widerfahrenden Leiden. Damit wird ein Appell von einzigartigem Ausmaß an die jüdische Sentimentalität gerichtet, und dieser Appell wird nach Lage der Dinge kaum ungehört bleiben. Tritt dazu noch die Möglichkeit, durch eine nicht sehr tiefsinnige Rat- und Hilflosigkeit in erotisehen Angelegenheiten der Geschichte den roten Faden zu geben, so scheint der Autor keine weiteren Forderungen an sich zu stellen, und es scheint keine Leser zu geben, die darüber ungehalten sind, oder wenigstens keine, die dies öffentlich äußern. An diesem Rezept soll natürlich nicht beanstandet werden, daß die Helden dieser Romane Schwächlinge sind, denn dies würde kein gültiger Einwand sein. Bedenklicher aber stimmt, daß die Autoren von diesen Helden geradezu fasziniert scheinen und willenlos mit dem Strome schwimmen. Sie scheinen nicht zu wissen, was sie gestalten, und scheinen es für etwas Legitimes oder gar Bewundernswertes zu halten. Sie gehen wohl von der Annahme aus, daß das Leben so ist und halten es für unnötig, dem zu widerstehen. Wie anders sich der Dichter in ähnlichem Milieu zeigen kann, sieht man in Agnons Novelle Giw’ath ha-chol. Nicht daß er etwa moralisierte, aber eine Szene wie die, wo er den Schatten des Helden als Spiegelbild aller Mängel zeigt, genügt, um zu zeigen, daß hier ein Sehender schreibt. Man könnte auch Hamsun, der bei so vielem Pate gewesen zu sein scheint, oder auch nur Brenner zum Vergleich heranziehen, um zu sehen, was es heißt, daß in diesen neuen palästinensischen Romanen die Dichter nicht klüger sind als ihre sehr unweisen Geschöpfe. Es muß eben eine Hand da sein, die den Faden hält, ein Urteilender, der beileibe nicht aufzutreten braucht, oder unser palästinensischer Roman bleibt im besten Falle Stoff für eine spätere Erforschung einer versunkenen Geistesverfassung. In dieser Rolle aber wäre er ebenso zweifelhaft wie in der literarischen, denn die literarischen Ambitionen schließen fälschende Tendenzen in sich und schon jetzt dürfte es nur dem Kundigen möglich sein, das Echte vom Unechten zu unterscheiden. Das vorliegende Buch ״Tage und Nächte“ von ranf^ffirKr ׳gCSrlssStr Ansprubh auf Beachtung, denn seine' zwei Bände zählen zusammen über 600 Seiten. Der Roman ist eine Art Schlüsselroman. Im Mittelpunkt steht das Leben einer Kwuza, in der der Autor einmal mehrere Monate verbracht hat. Nähere Kenntnis der Geschicke dieser Kwuza zeigt, daß $jeser Gegenstand ein fruchtbarer ist, und daß siefr hier etwas über Palästina und überhaupt etwas von Bedeutung sagen ließe. Die Mitglieder der Kwuza sind als 17—20-Jährige ins Land gekommen, sie haben die harten ersten Jahre in einem Lebensalter durchgemacht, in dem viele von ihnen allein körperlich der Situation noch nicht gewachsen waren. Die meisten aber werden nicht gewußt haben, was sie getan, hatten. Ueber 100 junge Kinder im Alter der höchsten erotischen Spannungen fanden sich in Palästina einem Schicksal gegenüber, dessen Art und Ausmaß sie nie geahnt hatten. Es war nicht nur die Schwierigkeit der äußeren Lage und die durch die Erotik geschaffene Spannung, es waren auch anspruchsvolle Ideologien von Gemeinschaff und Liebe, die Verwirrung schufen und nährten. So entstanden lange Perioden der Verstörung, der Un- Sicherheiten, der nächtelangen Diskussionen und feierlieh schwülstigen Verbrüderungen. Das Schicksal dieser Kwuza war sicher eines, das der Betrachtung wert war. Aber in diesem langen Roman scheint weder Raum für den Stoff noch für die Idee zu sein. Der Verfasser hält die Periode der Zerstörung fest, er erzählt von dem gescheiterten Versuch einer Gemeinschaft der Liebe und Brüderlichkeit. Aber es gibt keinen Hintergrund für das Schicksal der Einzelnen oder für das des ganzen dargestelltcn Unterfangens. In diesem Roman der Chaluzim ist der Zionismus versunken, die Arbeit kommt nicht vor, aber es gibt dort einen ewigen Diskussionsabend über Allgemeinmenschliches. Es ist nicht unmöglieh, daß dies im wesentlichen einmal richtig war, aber in zionistischen Enttäuschungen und in zio* n isti schein Versagen ist doch wohl der Schlüssel zu dieser unglücklichen Sache zu suchen. Ganz so kraß wird zudem die Wirklichkeit nie gewusen sein, und das Ausfallen dieser Grundlage einer Chaluztragödie läßt sich sicher nicht durch das Prinzip photographischer Treue rechtfertigen. Der Autor läßt eben seinem Bedfirfnis nach völliger Labilität zuliebe alles ausfallen, was cs noch an weltlichen Manifestierungen gegeben haben mag. Das arbeitende Palästina fehlt völlig, aber er sieht gespenstisch schemenhafte Figuren, die miteinander Kaffeehausgespräche führen. Wenn dies in irgendeinem Sinne Wahrheit ist, so hätte die Diskrepanz zwischen Aufgabe und Erfüllung einen Ausdruck finden müssen, denn hier ist der Ort für eine Groteske oder doch für eine Betonung der Paradoxen. Man sehnt sich hier nach dem lästigen ״Ratlosen“ Brenners, der wenigstens einen Kopf hatte, um ihn zu verlieren. Er hätte sich nicht mit seitenlangen Diskussionen begnügt und zum Schluß einen Versager in der allumfassenden Liebe gemeldet, er hätte die derbe bittere Wahrheit nicht verschwiegen, daß Leute, die die Nächte diskutieren,, am Tage nicht richtig arbeiten können, und daß das* Chaluztum junger Irrender in solchem Falle auf schwachen Füßen stehe. Er hätte sicher nicht die seelische Not vergessen, aber ebensowenig, daß der Mensch auch vom Brot lebt, und das zweifelhafte Heldentum solcher Chaluzim hätte in ihm einen unbarmherzigen Schilderer gefunden. Solchen Aufgaben, die eigengesetzlich aus dem Stoff hervorgehen, hat der Autor also abgeschworen, und es bleibt von seinem Werke nur die nackte Sprache übrig. Ueber sie läßt sich nur vom nichthebräischen Standpunkt aus Lobendes sagen: der hebräische Wort* schätz des Verfassers ist groß und er handhabt ihn mit Leichtigkeit. (Objektiv gedacht beginnt uatürlieh unter entsprechenden Voraussetzungen erst die Literatur.) Sonst hat er sich, wie hier schon gesagt worden ist, den Klang der Sprache zunutze gemacht. Interjektionen und dauernde Wiederholungen unterstützen die zerfahrene Wirkung des Geschriebenen. Sie sind sehr reichlich verwandt, und wfer weiß, wie viele von den 600 Seiten des Buches einer mäßigen Ernüchterung des Stils zum Opfer fallen würden. Das Wesentliche ist dies: Wer dieses Buch mit dem brennenden Eifer zur Hand nimmt, etwas über das neue Palästina zu erfahren, der wird nichts finden, wonach er bei noch so guter Intuition einen brauchbaren Eindruck gewinnen könnte. Er wird sich gequält dem prunkenden wiegenden Stil entwinden, und er wird sich langweilen, selbst wenn Palästina das Zentrum seines Lebens ist. Um sich dem Gefühl der Langeweile zu entziehen, müßte man schon ein Schlüsselroman-Interesse haben oder eben unausdenkbar loyal sein. Man könnte höchstens die Frage interessant finden: warum gerade jetzt, wo das palästinensische Leben so rauh ist, palästinensische Schriftsteller die weichlichsten Töne anschlagen. Aber diese Frage führt auf nichts Interessantes. Ihre Lösung liegt nicht in einer besonderen Abnormität der palästinensischen Verhältnisse, sondern darin, daß für schriftstellerische Schwäche und mangelnde Produktivität der ekstatische Stil leichter ist als der nüchterne. Leo Molzkin Aber Minoritäfenfragen Auf Einladung der Berliner Zionistischen Vereinigung sprach am 25. Oktober Leo Motzkin ln Berlin in einer zahlreich besuchten Versammlung über Minoritäten- Eindrücke auf dem zweiten Oeinfer MinorititenkOngreB, an dem er als Führer der jüdischen Minderheitsdelegation teilgenommen hatte. In seiner Begrüßungsansprache wies der Vorsitzende der Berliner Zionistischen Vereinigung, Dr. Alfred Apfel, darauf hin, daß die Zionistische Organisation recht* zeitig die Bedeutung der Minderheitsprobleme erfaßt habe, als sie in ihrem bekannten Kopenhagener Manifest Minoritätenrechte für die Minderheiten aller Länder verlangte. Herrn Motzkins hervorragende, einmütig anerkannte Mitwirkung bei dem II. Genfer Minoritätenkongreß, der kürzlich stattfand, knüpfte an die beste jüdische Tradition und an die nach unserer Auffassung beste jüdische Politik an: Unsere Forderungen auf politischem Gebiet in Einklang mit den großen allgemeingültigen Menschheitsgedanken zu halten. Der Vortragende ging aus von der Arbeit der jüdischen Delegation in Paris, die als einzige der zahlreichen Delegationen allgemeine Minderheitsfordeningen proklamierte, während für die anderen damals nur das einzige große Ziel der territorialen Freiheit bestand. Hemmungen aller Art standen der Ausbildung und Durchsetzung des Rechtes auf nationale Ent- Wicklung entgegen: einmal der Begriff der Souveränität, der lange Zeit hindurch jede auch freundschaftliche Einwirkung auf fremde Staaten verbot, und weiterhin die Theorie des historischen Materialismus, die die Ursache dafür war, daß in sozialistischen und demokratischen Kreisen die nationale Idee als notwendigerweise mit reaktionären Bestrebungen verknüpft angesehen wurde (erst der Brunner Parteitag der Österreichischen Sozialdemokratie von 1899 brachte die große Wendung). Während des Weltkrieges wurde die Bedeutung der nationalen Idee auf beiden Seiten erkannt. Die Vorschläge zur Lösung des nationalen Problems gingen zumeist darauf hinaus, jeder geschlossen siedelnden Nation einen eigenen Staat zu geben. Aber bald stellte es sich heraus, daß, wieweit auch die Grenzen gezogen werden mögen, immer Splitter der eigenen Nation in fremden Staaten!eben würden, und daß diese Volkssplitter den größten Ungerechtigkeiten auf allen Gebieten des nationalen Lebens ausgesetzt sind, wenn sie nicht besonders geschützt werden. Heute will daher die nationale Idee international geregelt sein. Die großen internationalen Organisationen haben die Minderheitenfrage in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten gestellt. Der Völkerbund hat den Schutz der Minderheiten übernommen. Daneben aber haben sich die Minderheiten selbst zusammengeschlossen und den Kongreß der europäischen Minderheiten geschaffen, auf dem die Minderheiten aus über 20 Völkern vertreten sind. Dieser Kongreß ist recht eigentlich der Völkerkongreß, auf dem alle Bedrückten auf Grund einer Idee Zusammenkommen. Er ist auch vielleicht das stärkste Mittel, uns Juden mit den anderen Völkern als Oleiche mit Gleichen zu vereinigen. Der Redner schloß unter dem Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft mit den Worten: Die große Idee der Autonomie im internationalen Leben wird die ganze Welt einschließen, von einem Ende zum anderen. Unter den Erschienenen bemerkte man Vertreter des Auswärtigen Amtes, Abgeordnete, Vertreter der Gemeinde, Körperschaften und die führenden deutschen Zionisten. Sokolow in Hamburg Präsident Sokolow, der bekanntlich zum Kuraufcnthalt in Deutschland weilt, hat sich, wie wir bereits mitgeteilt haben, in aufopferungsvollster Weise bereit erklärt, sich der zionistischen Arbeit in Deutschland zur Verfügung zu stellen und insbesondere in die Sonderaktion des Keren Hajessod, über deren Notwendigkeit er aus persönlichster Erfahrung auf Grund seines letzten Aufenthaltes in Palästina sprechen kann, führend einzugreifen. Herr Sokolow hat bereits in Berlin bei mehreren Veranstaltungen mit stärkster Resonanz und größtem Erfolg gesprochen und am Mittwoch an einem zionistischen Bankett in Hamburg teilgenommen, das ihm zu Ehren von der zionistischen Ortsgruppe Hamburg veranstaltet wurde. Herr Sokolow hielt eine Ansprache, in welcher er die Lage in Palästina und im Zionismus ausführlich darlegte und die Verpflichtung der Zionisten, in diesem Augenblick durch entsprechende materielle Leistungen an der Erleichterung der Situation mitzuwirken, mit größtem Nachdruck betonte. Sokolows Rede wurde mit Enthusiasmus aufgenommen und dem Führer eine lebhafte Ovation dargebracht. An der « Seine er Die Ver geworden, der Jisc.huw letzte Jahr ai mit Hochdn was zu re brechen die Schwäche ui Kampfes. L straßen Telzwischen fa teilung glei! von Autos, von Neugie strahlender um in seine posten jung Derselbe Ai formiert. L( Geschmacks1 Veranstaltung nahmen nicht nur die Hamburger Zionisten teil, sondern aus dem ganzen Bezirk war eine große Reihe von Persönlichkeiten erschienen. Der Abend war dank der guten Vorbereitung ein großer Erfolg und brachte dem Keren Hajessod ein beträchtliches Ergebnis. Dr. Badt — Ministerialdirektor Das Preußische Staatsmiiiisteriuin ernannte unseren Oesinnungsgenossen, den bisherigen Ministerialrat im Preu- Bischen Innenministerium, Dr. Hermann Badt, zum Ministerial-Direktor und zum Hauptbevollmächtigten Preußens im Reichsrat. Dr. Badt ist der erste ungetaufte Jude, der in Preußen in der Beamtenlaufbahn zur Stellung eines Ministerial-Direktors emporgerücki ist. Diese Ernennung hat eine grundsätzliche Bedeutung. Seit zwanzig Jahren steht Dr Badt in der Zionistischen Organisation und tritt für eine zionistische Lösung der Judenfrage ein. Er ist deswegen von jüdischer Seite heftig bekämpft worden. Man ging sogar soweit, bis in die letzten Tage vor seiner Ernennung Behörden vorzuhalten, daß er als Zionist im Staatsbürgerliehen Sinne nicht genügend zuverlässig sei. Das Staatsministerium hat durch die Ernennung Dr. Badts zu erkennen gegeben, daß es weit von einer Auffassung abrückt, die seinerzeit in den Sozialdemokraten und nunmehr in den Zionisten vaterlandslose Gesellen erblickt, und zwar nur deshalb, weil diese die Ansicht vertreten, daß gewisse Menschheitsprobleme nur auf internationalem Wege zu lösen sind. Aehnlich wie in England, Frankreich und den Vereinigten Staaten gelangt nun auch in Preußen ein Zionist unbeschadet seiner jüdischen Parteistellung auf den Posten eines hohen Staatsfunktionärs. Dr. Badt hat seiner Karriere niemals Konzessionen gemacht und stets in entschiedenster Weise' die Forderung jüdisch-assimilatorischer Kreise, for-. mell aus der Zionistische« Organisation auszutreten, ab~l gelehnt;. •' ’~ •' ־•••'־ ׳ . v. י י. ■ ■•י.■;• י In den letzten Tagen setzte — offenbar von einer bestimmten Stelle aus einheitlich geleitet — in der antisemitisehen Tagespresse eine starke Hetze gegen die bevorstehende Ernennung Dr. Badts ein. Die ״Deutsche Tageszeitung“ und die ״Deutsche Zeitung“ brachten unter der fettgedruckten Ueberschrift ״Der Zionist Badt ein Hindernis für die große Koalition“ eine mehrspaltige Zuschrift ״von unterrichteter Seite“, derzufolge Ministerialrat Dr. Badt für einen besonderen einflußreichen Posten in der preußischen Verwaltung in Aussicht genommen worden sei. Auf diesen Posten erhebe jedoch die ״Deutsche Volkspartei“ Anspruch. Würde das preußische Kabinett diesem Wunsche der Volkspartei nicht Rechnung tragen, so würde hieran das Zustandekommen der großen Koalition in Preußen scheitern. Gegen die Kandidatur des Ministerialrats Dr. Badt wurde insbesondere geltend gemacht, er sei ein ״strenggläubiger Zionist, der am Sabbat nicht einmal eine Unterschrift eigenhändig vollzieht“, in ähnlicher Weise wandte sich die ״K r e u z z e i t u n g“ gegen die Ernennung eines ״eifrigen Zionisten“ für einen so honen Posten. Demgegenüber machten das ״Berliner Tageblatt“ und andere Blätter darauf aufmerksam, daß diese Hetze doch sehr durchsichtig sei. Dr. Badt habe das in Frage kommende Amt tatsächlich schon seit eineinhalb Jahren mit bestem Erfolge verwaltet, ohne bisher freilich formell ernannt zu sein. Während sonst gerade die Rechts- Parteien immer — theoretisch — die Besetzung solcher wichtiger Posten mit Fachbeamten verlangten, ertöne hier, wo man gegen die fachliche Eignung des ganz hervorragend qualifizierten Beamten nichts sagen könne, plötzlich der Ruf nach Besetzung der Stelle mit einem Parteimann. Der ״Vorwärts“ wies unter der Ueberschrift ״Eine Zweckhetze“ darauf hin, daß die seit eineinhalb Jahren sich gegen die Ernennung des Ministerialrats Dr. Badt geltend machenden Widerstände wohl auch darin ihren Grund hatten, daß Dr. Badt Sozialdemokrat sei. Um seine Ernennung zu verhindern, eröffnet jetzt die deutschnationale Presse einen antisemitischen Feldzug gegen den ״Zionisten Badt“. In parlamentarischen Kreisen ist inan, wie die J. T. A. meldet, davon überzeugt, daß sich in der Tat diese Ernennnug bisher durch das Bekenntnis Dr. Badts zum Zionismus verzögert habe, da die hervorragende fachliche Eignung dieses Beamten bisher selbst von seinen politischen Gegnern stets ausdrücklich anerkannt wurde. Prolessor Salomon Ehrmann gestorben Ia Wien verstarb im Alter von 72 Jahren Professor Salomon Ehrmann, der langjährige Leiter der Dermatologischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses und hervorragender Lehrer an der Wiener Universität. Sein größtes Werk ist der ״Vergleichend diagnostische Atlas der Hautkrankheiten“. Zahlreiche bedeutende Dermatologen des In- und Auslandes sind aus der Schule Ehrmanns hervorgegangen. Professor Salomon Ehrmann war eine führende Persönlichkeit der österreichischen Judenheit. Er war Großpräsident der österreichischen Bnei Brith Loge und betätigte sich in hervorragender Weise an kulturellen und charitativen Unternehmungen, ln den letzten Jahren stand er auch dem jüdische Aufbau in Palästina sehr nahe. Während des letzten Zionistenkongresses in Wien präsidierte er dem großen Empfang im Wiener Logenhaus. Aber unter mit Ehreng tärischen G heute in P,' nur auf unre als Kopfschi Die ers zu einer S! worden und in der Straß wieder eintr Das Publiki weisen, daß erweckte r< Sammlung ii bereitungen in der Rede Der größte hing drängt nicht auf s! mal seine S erhielt eine dieser einle hafte revisi! zu hören b legehheiten dem die Dis versuchte e für eine Ai Beleidigung zu einem g ihm wieder! Grenzkorps twecken, E JProgrammp dem Ton, d Man erhält seine Grup] verzweifelte würde, die 1 gibt. Seine Jischuw in das Grenz! wirtschaftlic muß man di Fortsetzung bisher gesa daß die wir materielle, Mandatsreg sich ausein: Daß sie all keiner Bew irgend etw; ökonomisch Das Land k Eine D Lande nicht renten, dei Anzahl, bes Umfang ut als solcher, Tatendrang drohen. Da Lande. Es י Weiterführ! den Kampf zu führen, in Palästina lieh. Jabot; Reden beg einer griim ungenutzt י In dies Ostens ges hinter dem glücklichen heute eben umsieht ur Unterschif c wichtige G Produkte v steht ein s dem Erfolg darf man großen Ma anderen St! und die K: Jahre drär Teilen der ־) )st Meldung ai

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