Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1926-10-22 · Heft 83 (22.10.1926) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 83 (22.10.1926)
Date
1926-10-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2651273-2652785-2652858--18618-2676404
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Seite 590 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 83 Nr. 83 zu finden, sowie an der Antipathie der Arbeiter gegen die Feldwcbelallüren eines Vorgesetzten Administrators, wobei besonders der üble Klang des Wortes Administration aus der Rothschildschen Zeit nachwirkt. Den* noch muß für die Frage der technischen und wirt* schaftiichcn Leitung einer so großen und komplizierten Wirtschaft auch nach unserer Meinung eine befriedigendere Lösung gefunden werden als durch Absti1r.״.u:!£cn und Mehrheitsbeschlüsse. Was die zweite Forderung Oppenheimers betrifft, so hat sie ihre Wurzeln in einer psychologischen Unterstellung, nämlich der treibenden Kraft des Eigennutzes. Es wäre freilich zu untersuchen, ob nicht das Gemeinschaftsgefühl und die Solidarität ein ebenso starkes psychologisches Moment in bestimmten Fällen sein kann. Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Uns scheint, daß die Wahrscheinlichkeit für einen derartigen psychologischen Antrieb . a Höchstleistungen in den kleinen KwUzoth viel größer ist als in den großen Kwuzoth, bei denen die Auslese schwerer fällt und das soziale Pathos nicht in aller. Lallen von so nachhaltiger Wirkung und Dauer sein dürfte, daß das persönliche Eigeninteresse völlig in den Hintergrund tritt. Es handelt sich also um sehr schwierige und subtile Fragen, bei denen man mit Vorsicht zu Werke gehen muß, will man nicht wertvolle ideelle Kräfte unseres Aufbauwerkes gefährden. Wir halten es für eine wichtige Aufgabe, Oppenheimers Meinung unter den palästinensischen Arbeitern bekanntzumachen. Daß ihre Wirkung geschwächt wird, wenn Oppenheimer sich zu rhetorischen Uebertreibungen und generalisierenden Urteilen hinreißen läßt, haben wir schon oben angemerkt. Auch in der Darstellung der Zustände der Kwuza ist er zu weit gegangen und hat vor allem zu prüfen unterlassen, ob nicht andere Ursachen als die Organisationsform die von ihm gerügten Fehler erzeugt haben. Oppenheimers positiver Vorschlag ist die Gründung einer Siedlungsgenossenschaft nach der von ihm seit dreißig Jahren vertretenen Anschauung. Diesem Vorschlag können wir mit vollem Herzen zustimmen. Wir wünschen, jede Form der Wirtschaft zu erproben, um dann bei der besten bleiben zu können. Die Frage ist, ob die erheblichen Geldmittel für diese Neusiedlung vorhanden sein werden. Dies ist eine Frage nicht mehr an Oppenheimer, sondern an die jüdische Oeffent- Hchkeit, an den Keren Hajessod-Zahler. An diesen Keren Hajessod-Zahler, an diese jüdische Öffentlichkeit hat Oppenheimer eindringliche Worte gerichtet. Was man auch im einzelnen kritisieren mag, um zu bessern, was auch jeder aus seiner Kenntnis der Dinge zu raten und zu helfen und zu tadeln sich verpflichtet fühlen mag — über Eines hat Oppenheimer keinen Zweifel gelassen: das jüdische Palistinaw^rk ist entscheidende Versuch einer Rehabilitierung der jüdisehen Ehre und einer Gelegenheit für die Auswirkung konstruktiver jüdischer Schaffenskraft. Das Palästinawerk ist eine Bereicherung der ganzen Menschheit, es hat eine große Mission, die Verwirklichung uralter jüdischer Ideen im Angesichte der ganzen Menschheit. Dieser Appell Oppenheimers konnte auf die große Versammlung nicht ohne Eindruck bleiben. Er ■war die beste Antwort auf die Versuche, Oppenheimer gegen das Palästinawerk, den Mann gegen seine eigene Sache atuszuspielen. * Der Verlaut der Versammlung Die Versammlung wurde eröffnet durch den Vfzepräsidenten des Keren Hajessod, Herrn Generalkonsul Landau der die Erschienenen und den Vortragenden begrüßte und u. a. ausführte: Der Neutrale Keren Hajessod, das Jüdische Palästinawerk, hat diese Versammlung' veranstaltet. Es ist seine Aufgäbe, die Oeffentlichkeit in Deutschland über die Bedeutung aller Vorgänge in Palästina aufzuklären und die Juden Deutschlands unbeschadet ihrer Parteistellung in diesem großen und zentralen jüdischen Werke zu praktischer Arbeit zu einigen. Dieses Werk Ist von höchster Bedeutung für das Judentum der Welt. Es ist ein Irrtum, daß nur Zionisten an ihm interrasiert sind. Gerade wir, die wir uns mitverantwortlich für das Gelingen des Palästinaaufbaus fühlen, kennen die Mängel unseres Werkes und wissen, daß sachliche verständnisvolle Kritik uns und unserer Sache nottut. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, mit denen wir immer gerechnet haben, können uns nur anspornen, noch mehr als bisher für dieses Werk einzutreten. Das Präsidium des Keren Hajessod knüpft auch an diese Veranstaltung die Hoffnung, daß sich immer weitere Kreise des deutschen Judentums unserer Idee anschließen und unsere Ziele fördern werden. Professor Dr. Franz Oppenheimer: Vor etwa 14 Tagen habe ich zum ersten Male in Wien öffentlich über meine Reiseeindrücke der dritten Palästinareise — 1910, 1913, 1926 — gesprochen. Diese Rede hat ein merkwürdiges Schicksal gehabt In ungeheuren headlines war ln den einzelnen Zeitungen verkündet worden, daß Franz Oppenheimer die Katastrophe des Zionismus prophezeit habe, daß dort drüben alles in Scherben gehen werde oder in den nächsten Tagen in Scherben gehen werde Ehe geringe Autoritit, deren ich mich in der Welt erfreue, wurde hier ganz braonders hervorgehoben und unterstrichen, um diese schwarze Prophezeiung glaubhaft erscheinen zu lassen. Merkwürdigerweise stand es in anderen Zeitungen anders. Die Neue Freie Presse z. B., von der ich glaube, daß sie bisher wenigstens dem Palistinawerk nicht überaus freundlich gewesen ist, hat ganz anders berichtet. Jeder liest aus dem Buch doch nur sich selber heraus, heißt es Im Faust. Wes gilt auch von Reden. Ich kann nicht einmal sagen, daß Irgendeines der berichteten Worte von mir mit Sicherheit nicht gesagt worden fei Aber die Zusammenstellung. die macht’s! wenn man, wie der selige Schmock es tat, und wie es die Schmocke heute noch tun, alles andere wep׳ViRt und nur die Brillanten für 10 Pfennig die Zeile stehen läßt, kommt etwas heraus, was der Ursprung* lieh gehaltenen Rede sehr unähnlich ist. Dies mag auch hier geschehen sein. Weswegen erzähle ich Ihnen dies? Sie sollen von vornherein um eine Sensation kommen. Ich bin nicht hierhergekommen, um zu lobpreisen oder zu verurteilen, sondern um das, was ich gesehen habe, hier so objektiv zu berichten, wie das ein alten־ Gelehrter von meiner Fasson überhaupt fertigbekommen kann. Ich habe Vieles zu loben. Ich habe manches zu tadeln. Aber große headlines: ״Kata- Strophe Palästinas“ usw. scheinen mir nicht geboten zu sein. Wie liegen denn die Dinge? Ich bin im Auftrag und auf Bitten des Keren Hajessod nach Palästina zum drittenmal gegangen, um das Land, das ich kenne und liebe, in seiner Nacnkriegs- Verfassung kennenzulernen. Ich habe, weil ich den Dingen nützen und nicht schaden will, mein Gutachten erstattet. Mein Gutachten liegt der Zionistischen Organisation und dem Keren Hajessod seit mehreren Monaten vor. Auf Grund dieses Gutachtens bin ich gebeten worden, kurz über die Dinge zu sprechen. Da die Behörden des Keren Hajessod und des Zionismus unmöglich die Vorstellung haben können, daß Franz Oppenheimer öffentlich etwas anderes sagt, als er privatim sagt, so können Sie schon daraus sehen, daß das Gutachten, das ich erstattet habe, unmöglich so ״vernichtend“ gewesen ist. Denn die Behörden hätten immerhin hotten können, daß ich, wenn sie dieses mein Gutachten für so außerordentlich verderblich gehalten hätten, wenigstens eine Zeitlang der Oeffentlichkeit gegenüber schweigen würde Wenn sie mich also ausdrücklich auf Grund dieses Gutachtens gebeten haben, öffentlich zu sprechen, so mögen Sie die Konsequenzen daraus selbst ziehen. So wie es mit einem Vortrag geht, den man hört, und der über Dinge handelt, die uns leidenschaftlich interessieren, wie da jeder von uns je nach seiner Parteistellung, wenn er sich nicht ganz besonders auf das Gegenteil trainiert hat, nur das eine hört und der andere nur das andere, so geht es auch mit Palästina. Wer dort in das Land kammC sieht nur, was er absolut sehen will, oder was er vielleicht nach »einer ganzen Klassenlage, nach seiner Erziehung, seiner Persönlichkeit, Vergangenheit, zum Teil auch nach seinem Charakter gezwungen ist zu sehen. Man muß sich direkt trainieren, um das Richtige zu sehen. Ich wiü nicht einmal behaupten, daß es jedem von uns gelingt Wir haben wenigstens eins gelernt Mißtrauen gegen uns selbst Da, wo wir am geneigtesten sind zuzustimmen, schauen vir am schärfsten hin. Von diesem Standpunkt aus wollen Sie das aufnehmen, was ich Ihnen jetzt zu sagen habe. Drei große Probleme waren es, mit denen ich idch beschäftigte, ehe ich nach Palästina ging, die ich in vorbereitender Untersuchung zu lösen versuchte, die mir von früher her schon bekannt waren, drei lebenswichtige Probleme der palästinensischen Kolonisation: die Arabertrage, die Frage des Kapitalismus, die Frage schließlich der landWirtschaftliehen Siedlung. Die Araberfrage hat vor 16 Jahren, als wir, mein Freund Dyk und Ich, dfüben in Palästina anfingen, uns schwer zurückgeworfen. Die Arbeiter duldeten keine arabische Arbeit, teils aus berechtigter Angst, selbst eine Ausbeuterkolonie zu werden, teils aber auch aus primitivem Nationalismus. Damit komme Ich auf den Schlüssel überhaupt zu sämtlichen Problemen. Wir finden die europ ä i s c § e Mentalität bei unsern Juden dort im Lande genau so wie bei den Völkern des Westens. Dazu gehörte auch der Nationalismus. Daraus entstand die arabische Gefahr, die ich letzt, für lange Zeit, vielleicht auch für immer beschworen halte, jsdftieat J$l AugfnbHqk Jeine «ragte Arabjer-M ' ffatfe 11* Lande. “•01* ist allerdings mit einem gewissen Veracht erkauft, der manchen Leuten sehr schwer geworden ist Palästina kann kein reines Judenland werden. Palästina kann nur werden eine levantlnische Schweiz, kann nur werden ein Zweisprachenland, ein Land, in dem zwei Stämme miteinander friedlich als Brüder leben. Ich habe von Anfang an gefordert, daß man den Araber nicht nur als gleichberechtigt, sondern direkt als Bruder behandelt und betrachtet Diese Dinge habe ich verlangt erstens aus — man muß sich beinahe schämen, in dieser hundsniederträchtigen Welt das einzugestehen — dem Grunde, weil ich unentwegt am Kantschen kategorischen Imperativ festhalte. Der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir, die Gleichheit der Würde aller Personen ist mir das oberste aller Gesetze, ich mache für mein Volk, meine Konnationale und Korreligionäre nicht den geringsten Ansprach auf Vorrang. Wir naben, gerade wir Juden, die Verpflichtunp — das ist unsere historische Aufgabe —־• diese Gleichheit der Würde der Person zu verwirklichen, wo wir es nur können. Aber selbst der raffinierteste Realpolitiker, der nichts sieht als die Macht, wird in diesem Fall einfach, weil die Trauben zu sauer sind, gar nicht anders können, als dieselbe Politik in Palästina zu treiben. Es ist ausgeschlossen, daß die Juden in Palästina in irgend absehbarer Zeit die starke Majorität im Lande werden. Den Arabern geht es heute unter englischer Herrschaft wesentlich besser. Die Fellachen waren immer ein sehr fruchtbares Volk. Demgegenüber steht nur ein sehr geringer Zuwachs aus inneren Kräften der jüdischen Bevölkerung:. Von einer Zuwanderung vom Maß der letzten Jahre oder gar des letzten Jahres, 40 000 Köpfe in einem Jahr, kann fit der nächsten Zeit absolut nicht die Rede sein. So wird es mindestens noch sehr lange dauern, bis die Juden auch nur annähernd gleich Zahl werden wie die Araber, wenn sie es jemals werden. Und so müssen sie schon aus diesem Grunde, weil die Trauben zu sauer sind, eine vernünftige Politik den Arabern gegenüber treiben. Nun, das ist teils aus Gründen der Staatsklugheit, teils aus Gründen des wirklichen Empfindens für das, was unsere Schuldigkeit und unsere historische Aufgabe ist, jetzt wohl auch in fast allen leitenden Männern der zionistisehen Bewegung vollkommen lebendig. Ich glaube, ich darf sagen, daß es nur noch ganz wenige gibt, die die Phantasie vom reinen Judenstaat und von der untergeordneten arabischen Rasse haben. Jedenfalls sitzen sie nicht mehr in der Leitung. So drohen von dieser Seite kaum noch Provokationen, die Unruhen hervorrufen könnten. Das zweite Problem, das mich interessiert, war, wie ich sagte, das des Kampfes zwischen Arbeitern und Kapitalismus• Diejenigen von Ihnen, die meinen Werdegang kennen, wissen, daß ich zwar kein Marxist und gewiß »ein Kommunist bin, aber ein absolut zuverlässiger getreuer Sozialist, und daß ich mein ganzes Leben lang Tn dem Kampf der Arbeiter- Schaft gegen den Kapitalismus auf der Seite der Arbeiter gestanden habe. Das wissen auch die palästinensischen Arbeiter. Ich habe mir die Dinge dort genau angesehen. Es ist viel und gutes gemacht. Es sind Genossenschaften geschaffen worden, die auf neuen Wegen mit neuen Mitteln und Methoden versuchen, das Problem der Arbeit zu lösen; erfreuliche Dnge, von denen man nicht weiß, wie sie sich entwickeln werden. Es sind sehr schöne Anfänge zu einer konsumgenossenschaftlichen Organisation vorhanden, wenn auch — das ist wieder ein Stück europäischer Mentalität — sich eine Art von Ueberorganisation zu entwickeln scheint. Ab« was ich gern wissen wollte, ist folgendes: ist die Arbeiterbewegung im Lande nicht vielleicht so stark, daß sie das Aufkommen gewerblicher neuer Betriebe hemmt oder gar verhindert? Ich nabe den Arbeitern — ich bin ja mit vielen von ihnen seit 16 Jahren Intim befreundet — die präzise Frage vorgelegt: Was treibt ihr für eine Preis* und Lohn- Politik, seid ihr euch darüber klar, wer in letzter Linie der Auftraggeber ist? Das ist ja gar nicht der industrielle Unternehmer, sondern der Auftraggeber ist der Konsument. Der Konsument gibt dem Kapitalisten oder Unternehmer, wa3 nicht dasselbe ist, seinen Auftrag, und der Unternehmer wirbt Arbeiter und läßt den Auftrag ausführen. Der Konsument kann nur innerhalb der Grenzen seiner eigenen Kaufkraft Aufträge geben. Wenn also die Preise über seine Kaufkraft hinausgetrieben werden, kann er nicht mehr kauten. Wonach richtet ihr euch? De Antworten waren manchmal etwas kleinlaut Man richtet sich nach den ״Marktpreisen“. Die Marktpreise sind für die meisten Produkte nicht allzu ungünstig, weil der allgemeine Wertzoll von 10 °/0 und die verhältnismäßig großen Trans• portkosten ein Aufgeld gegenüber Dingen garantieren, die von außen kommen, und wie wird der Lohn festgestellt? Ein ״living wage“, ein Lohn, der den Arbeiter befähigen soll, als Mensch einigermaßen zu existieren. Nun halte ich jede Industrie, die es nicht erreicht, ihren Arbeitern solche Löhne zu zahlen, für ausrottungswürdig. Aber es fragt sich doch, ob nicht für gewisse Uebergangsperioden eine leichtere Hand nötig ist in der Lohnpolitik, um erst einmal neue Betriebe aufkommen zu lassen. Allzu hohe Forderungen für die Löhne bedingen natürlich auf seiten des Unternehmers entsprechend hohe Forderungen in bezug auf die Preise zunächst einmal, und das hat nun einen doppelten Einfluß aut den Arbeiter selbst Erstens besteht ein großer Teil der Konsumenten aus Arbeitern, sie treiben sich selbst ihre Preise ln die Höhe. Zweitens verengern sie sich ihren eigenen Arbeitsmarkt, und das bedeutet doch schließlich Senkung der Löhne. Sie sind zwar imstande, durch ihre strafte Organisation einen Standardlohn zu erzwingen, aber sie müssen, um diesen halten zu können, von ihren Löhnen sehr beträchtliche Mengen abgeben, um die Arbeitslosen zu unterstützen. Sie sehen also, die Gesetze des Marktes lassen sich aut die Dauer nicht umgehen. Es war mir in der kurzen Zeit meines Aufenthaltes nicht möglich, dahinter zu kommen, ob die lohnpolitischen Bestrebungen nicht übertrieben werden, ob nicht auf diese Weise die Entfaltung eines Gewerbes im Lande, eines etwas entfalteten Gewerbes in ein etwas "höher gestaffelt« Gewerbe aufgehalten wird. De Arbeiterschaft von Palästina hat die Mentalität Europas mitgebracht. Sie hat sich mit einer Rüstung sozialistischer Art versorgt, die für Belgien, Deutschland, England und die Vereinigten Staaten ausreichen würde, von Kopf his zu Fuß gepanzert mit Visier und Sporen — gegen wen? —- Gegen einen Kapitalismus, von dem man schließlich nur mit Begeisterung ״Nebbich“ sagen kann. Den wenigen vorhandenen industriellen Betrieben, von denen die meisten Unternehmungen winzigster Art sind, stehen nun gewappnet bis an die Zährte die Gewerkschaften gegenüber. Das scheint mir etwas unverhältnismäßig zu sein, ich will aber nichtsagen, daß daraus ernste Schäden entstehen. Nur ist es merkwürdig, wie stark diese europiische Mentalität immer noch in dem Lande nachwirkt. Man muß ja blind geboren sein, um nicht zu sehen, daß es nur einen einzigen gefährlichen Kapitalismus heutigen Ai Mann. Ein man“, wie Monteur, , muß nicht er muß at wieviel er stehen, er striegeln, 1 Traktor be ,,unqualifizi! aber nur, v hochqualifiz Der La muß alle I sitzen. Der trolliert E hinaus die muß überdi hat der La: Bauernwirts noch so tüi Die dr der Manage Er muß die denn er du griff vorzu des Bau! in d u s t r i ponenten u der gewöh Vorstellung in jeder Be arbeiter nc noch lange In Palt Sie werden begonnen 1 und Orang worden, die die Arbeit sie mieten, die man hi Methode, g der aber c jüdische Ri Es sine betriebe vo Rothschilds׳ nicht allzu Land, sie 1 und haben Bauern ged Dann 1 Genösse Anteilswirts schaft Men eine komm Iebensunfäh Heute torische Ti trieben wir in Form von im Lande gibt, und zwar den Bodenkapitalismus. De großen Bodenbesitzer, die syrischen Christen, die arabischen Bftendis, die kurdischen Paschas, die sich nochvor 30,40׳ Jahren, 1 genau wie In unserm!«Sten!®itundert, an der Spitze einer י Räuberbande zu Oroßeigentum und Hochadel emporgdraubt haben, (Heiterkeit) bilden mit ihrer Herabdrückung der vom Bodeneigentum ausgesperrten, bis aufs äußerste exploitierten kleinen arabischen Pächter zunächst einmal die ungeheure Gefahr auch für den industriellen Arbeitsmarkt. Es strömen selbstverständlich diese unterbezahlten Leute auf den Arbeitsmarkt. Es ist gar nicht möglich, diesen Arbeitsmarkt zu sanieren, solange dieses ungeheure Ackerproletariat besteht Was der agrarische Kapitalismus nicht verschuldet, das verschuldet der städtische Boden wacher. Wir haben es ja in unserm Tel-Awiw erlebt, was diese europäische Mentalität in ihrer allerschümtnsten Gestalt in der Gestalt des gewissenlosen Einwanderes, der nicht kommt, um das Land Jer Väter neu zu erobern, um Opfer zu bringen, nicht auch nur um sich eine Umgebung zu schaffen, in der er als freier Mensch atmen kann, sondern um Geschäfte zu machen — wir haben es erlebt, was diese Leute, die nicht nach Palästina gehören und jetzt Gott sei Dank wieder massenhaft abströmen, nachdem sie sich die Finger gehörig verbrannt haben, aus Tel-Awiw gemacht haben. Davon sieht man kaum etwas, daß hier die letzte Wurzel aller sozialen Problerne liegt. Europäische Mentalität! Marxismus! Marx hat nichts von dem Einfluß der Bodenspekulation, der Bodensperre und des Bodenwuchers auf die industrieproletarische Frage gesehen. Und so sieht man es heute noch nicht in einem Lande, wo jeder Zaunstecken davon brüllt, daß diese Zusammenhänge bestehen. Nun, das sind Kinderkrankheiten. Es wird ein bißchen viel im Lande organisiert. Ich glaube, daß eine überflüssig starke gewerkschaftliche Bürokratie besteht, lauter prachtvolle Leute, die ganz sicher davon überzeugt sind, daß sie unbedingt für das wohl der ihnen Anvertrauten nötig sind. Aber das sind harmlose Dinge, die, wie ich glaube, die Entwicklung nicht stören würden, die recht erfreulich vor sich gegangen ist, wenn auch Tel-Awlw mit dem Kurfürstendamm eine fatale Aehnlkhkeit hat. Aber schließ• lieh, was Groß-Berlin hat ausstehen müssen inklusive der Siegesallee, durch die ich heute wieder mit Schaudern gefahren bin, daß kann auch Tel-Awiw sich leisten. Es sind dock überall Ansitze zu erfreulicher Arbeit. meine ,x ן bin felsenfc wie ...er sic tit, sonder I Sozialismus felsenfesten I daß diese! können, eb schon, wo er doppelt Absicht hin nur sichtba wußte, es mstische Li Dinge von konnten, da in Provisor diese Prov so daß Ue Geld, Mut ich, und da: habe — je! schlimmstei Es wird langsamer gehen, als die Leute geglaubt haben, aber es wird schließlich gehen, und es wird dann immer schneller gehen, wenn das letzte Problem seine Lösung finden kann, und dasistdasProblemderLandwirtschaft. Darüber ist—das darf ich wohl zum Teil meinem besehe!- denen Verdienst zurechnen — von Anfang an in der Bewegung der Eroberung Palästinas kein Zweifel gewesen: Das Land kann nur durch den Pflug und den Schweiß des jüdischen Bauern erobert werden. Man kann ein Land nicht mit dem Schwert erobern, und man kann es auch nicht kaufen, sondern es wird nur dadurch nationalisiert, daß der Mensch seine Arbeit hineintut. Jetzt ist das große Problem: Wie ist das zu machen? Wenn sie verstehen wollen, um was es sich handelt, so müssen Sie erstens verstehen, daß ein Land aut die Dauer und im Durchschnitt keinen anderen Markt hat als seinen igenen Binnenmarkt, und der ist tm wesentlichen Dese ן k e 11. Sie munistisch steigern, d; einmal unte z. B. ein F liefen sehr! blieb. Ich großes Stü< geblieben \ Sie den Ai habe einen hätte hindu sondern du all kurz ui ist, der V1 Ich muß 1 Man wird : bat, die il Holitscher: daß, wenn her reformi aus guter < Weg weitet mehr gescl nur der be zu finden gebildet durch seine eigene bäuerliche Bevölkerung. Es gibt einen Satz, in dem sie die ganze Sozialpolitik wie in einer Nuß zusammenfassen können und der heißt: Wer Bauern schafft, s hafft Städte. Wo ein wohlhabender Bauer kaufen kann, entsteht die Stadt ohne weiteres. Es gibt drei Stufen der landwirtschattliehen Ausbildung. Die unterste wird durch den landwirtschaftlichen Arbeiter dargestellt. Das ist da in seiner Ganz sind eine j Beispiel — Fieberkamp und gefror ein erstkla: Stufe de getan und hältnismäßi! großen Kw Feldfrüchte Futterwirts< Ierei, ohne wortung fü daß ein ein; gemacht hi Buchführun zu sehen, darauf, das müssen, R! Gras, d. h.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.