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Jüdische Rundschau · 1926-10-19 · Heft 82 (19.10.1926) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 82 (19.10.1926)
Date
1926-10-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 586 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 82 Palästina - Ausgrabungen Von Lina Wagner-Tauber. Bereits vor dem Kriege haben deutsche, englische und unerikanisclic Forscher von der türkischen Regierung die l.rlaubnis erhalten, Ausgrabungen in Palästina vorzunehmen. Fine große Anzahl jüdischer Kostbarkeiten und Kulturschätze sind dem palästinensischen Boden entnommen worden und den deutschen, englischen und amerikanischen Museen einverleibt worden. Es war den Gelehrten gewiß nicht leicht, die Erlaubnis der damaligen türkischen Regierung zu erlangen und wahrscheinlich ist diese Erlaubnis mit sehr viel Bakschis erkauft worden. Neuerdings werden diese Ausgrabungen, die 1914 vom Deutschen Palästina-Verein begonnen wurden, von Amerikanern in um lassender Weise fortgeführt. Die ganze Fläche Megida, wo König Josia im Jahre 609 in der Schlacht fiel, wird durchforscht. Der Forscher Bede hat bereits Kriegsausrüstungc», bunt bemalte Geschirre, goldene Armbänder und Ringe mit kostbaren Steinen besetzt, aufgefunden. Südöstlich von Nablus, dem alten Sichern, haben deutsche Gelehrte wie Prof. Sellin, Prof. Böhl, Pater Dr. Mader die Genehmigung erhalten, Ausgrabungen vorzunehmen. Auch das ganze Gelände nördlich von Hebron soll innerhalb dreier Jahre erforscht werden. So werden jüdische Kulturgüter aus Erez-Israel herausgeholt und überall zerstreut. In welchem Lande der Welt wäre ähnliches möglich? Es ist zu verstehen, daß diese Schätze, die dem palästinensischen Boden entrissen werden, das Interesse der gesamten Kultnrwclt erweckt. Darf das jüdische Volk hier untätig bleiben? Kein Stein, kein Sandkorn dürfte aus dem Lande getragen werden. Palästinensische Altertümer sind heilige Güter des jüdischen Volkes und das jüdische Volk soll diese Güter schützen. Wo bleibt dIc Zionistische Organisation? Tagore und Bubcr ln P rag fand vorige Woche eine Zusammenkunft zwischen R a b i nd r an a th Ta göre und Martin Bube r statt. Dr. ßuber war bereits vor einiger Zeit von Tagore zu einer Unterredung über das Problem des Palästina autbans aufgefordert worden, und man hatte sich schließlich geeinigt, in Prag, Wo beide Männer zufällig gleichzeitig vortrugen, zusammenzukommen. Uebcr den Inhalt der Unterredung äußerte sich Buber auf Befragen zu einem Redakteur der ,,Selbstwehr": Rafaindranath Tagore bringt dem Aufbau der jüdischen Heimstätte in Palästina reges Interesse entgegen; er sieht darin einen Versuch der Annäherung und Befruchtung des Orients und Okzidents; die Juden, welche als ein urspriinglich östliches Volk die Kultur des Westens in sich aufgenommen haben, werden, in den Orient zurückgekehrt, hervorragend geeignet sein, das Wertvolle der westlichen Kultur dem Orient zu vermitteln. Insbesondere erblickt Tagore in der hebräischen Universität ein hervorragendes Instrument zur Vermittlung und Ermöglichung einer fruchtbaren Synthese vom Orient und Okzident. Tagore bedauerte, daß es ihm nicht möglich gewesen war, der Eröffnung der Universität beizuwbhnen; Tagore hatte bisher überhaupt noch keine Möglichkeit, Palästina zu besuchen, doch hofft er in baldiger Zeit die Reise nach Palästina unternehmen zu können; es hängt mir noch von der technischen Vorbereitung der Reise ab. Vom pallsfiieusiscbM Tabakmarkt Die Vereinigung der palästinensischen Tabakzüchter teilt mit: Dieser Tage wurden die Verhandlungen zwischen der Gesellschaft Lubliner und der Vereinigung der jüdisehen Tabakzüchter zu Ende geführt. Die Malkah- Gesellschaft, an deren Spitze Lubliner steht, hat von der Vereinigung der Tabakzüchter gegen 200000 kg Tabak aus der Ernte 1924 in Judäa, Samaria und dem Emek erworben. Der Tabak soll nach Europa versandt werden. Mit diesem Verkauf sind die Reste der Ernte von 1924 fast ganz erschöpft. Bekanntlich überstieg die Tabakprodukfion des Jahres 1924 bei weitem den lokalen Bedarf. Dieses und der Mangel eines auswärtigen Marktes drückten ungemein auf die Tabakpreise im Lande. Durch den jetzigen Kauf wurde die Lage bedeutend erleichtert, da der überschüssige Tabak, der auf den Markt drückte, aus dem Lande gebracht wird. Es ist noch zu vermerken, daß über SO Vo der jüdisehen Tabakproduktion vom Jahre 1924 von der Malkah- Gesellschaft erworben worden ist, während die lokalen Tabak- Fabriken nur gegen 5 0/0 der Produktion gekauft haben. Der Rest ist an verschiedene andere auswärtige Firmen abgesetzt worden. (Ziko.) ihr Menschentum aus. Es wird, wie jedes gesprochene Wort hier, unmerklich Litanei. Mit einem seltsamlich stillenden Eindruck verläßt man das Theater: als hätte man in der Zeitlosigkeit gewohnt. Und die stimmt fromm. Befremdender noch: ein Deutscher (fragwürdiger Abstammung freilich) war es, dem sich das, was das Theater Habimah mit visionärer Kraft verwirklicht — dies Uebergleiten von Menschentum in Maskenwesen — als innerstes Prinzip Kunst vergegen• wärtigte: E. T. A. Hoffmann.“ Die Habimah richtete an Max Reinhardt anläßlich seines 25 jährigen Künstlerjubiläums ein Glückwunschtelegramm, auf weiches Max Reinhardt mit folgender Depesche antwortete: ,,Der wundervollen Gesellschaft Habimah, deren Hingabe an ihr Werk vorbildlich, deren Kraft wahrhaft erschüttert, und deren künstlerische Größe zwingend ist, ehrerbietigen Dank für die ungemein freundlichen Wünsche von ihrem Salzburg, 15. Oktober. Max Reinhardt." Die Berliner Zionistische Vereinigung, der Verband russlscher Juden in Deutschland, der Hebräische Sprachverein ״Beth Wand lwri“ und der Verband ostjüdischer Organisationen gehen am Donnerstag, den 21. Oktober, abends, im Gartensaal des Logenhauses Kleiststraße, einen feierlichen Empfang zu Ehren des Ensembles des gegenwärtig in Berlin gastierenden Moskauer hebräischen Theaters ,.Habimah“. Die diesjihriye Opemaiäon ii Palislina Die Eröffnung der vierten Saison der palästinensische Oper wurde für den 1. November festgesetzt. Die diesjährige Saison soll nur drei bis vier Monate — bis zum Februar —- dauern. An Neuaufführungen sind geplant: Als Eröffnungs- Vorstellung ״Die Hugenotten", dann ״Barbier von Sevilla", ״Pique Dame“ und eine neue, noch nicht fest bestimmte Oper. Außerdem sollen auch die in den früheren Jahren mit Erfolg gegebenen Opern wieder aufgeführt werden. Es werden große Vorbereitungen getroffen, um auch dieses Jahr die Oper auf hohem Niveau zu halten. Fresse •Scban Im j.Hajischuw׳• (Tel-Awiw) vom 22. September 1926 beschäftigte sich Dr. I. Norm an n eingehend mit der Frage des für Palästina Gesetzgebenden Rates. Der Verfasser erinnert an die Zeit, wo dieses Problem zum ersten Male auftauchte und wo der allgemeine Eindruck dahin ging, daß die Juden zwar nicht besonders begeistert iilr dieses Projekt seien, aber ihm zuzustimmen bereit wären, während der Widerstand der extremen arabischen Kreise das Projekt zum Scheitern verursachte. In der Zwischenzeit aber habe sich die Situation bei den drei in Betracht kommenden Faktoren, Arabern, Engländern und Juden verändert. Bel den Arabern hätten heute die gemäßigten Elemente die Ueberhand und diese seien bereit, ״die Balfourerklärung stillschweigend zu schlucken“. Was die Regierung anbeträfe, so halte sie offiziell an ihrem früheren Standpunkt fest und habe deshalb auch jüngst mit den Arabern über ihre Beteiligung an dem Gesetzgebenden Rat verhandelt. Aber dieser Eindruck trüge. In Wirklichkeit sei die Regierung gar nicht mehr an diesem Projekt interessiert. Die Beamtenschaft halte es natürlich für viel bequemer ohne eine demokratische Aufsichtsinstanz 711 regieren. Die Haltung der Juden bestärke die Regicrung in ihrer Stellungnahme und ermögliche es ihr, unter Hinweis auf die unklare Haltung der Landesbewohner die Gründung des Gesetzgebenden Rates immer weiter hinauszuschieben. Was nun die Stellung der Juden anbetreffe, so sieht der Verfasser eine sich immer mehr steigende Abncigung gegen das Projekt, während auf arabischer Seite sich gerade das Gegenteil bemerkbar mache. Wohl spreche man bei uns viel von Demokratie, Autonomie und Ausgleich mit den Arabern, aber in dieser Frage, wo es einmal möglich sei, alle diese schönen Dinge in die Tat umzusetzen, sehe man die schwersten Bedenken. Man befürchtet, daß eine arabische Majorität in dem zu schaffenden Rat uns die Ein- Wanderung erschweren, der hebräischen Sprache den offiziellen Charakter nehmen, uns den Bodenkauf erschweren werde. Demgegenüber meint der Verfasser: ״Wir dürfen keinen Augenblick der Verdächtigung Raum geben, als wäre die Verwirklichung unseres Gedankens verbunden mit dem Bestehen einer antidemokratischen Regierung...“ ״In einem Lande, wo zwei gleichberechtigte National!• täten wohnen, beschränkt man von vorne herein die Kompetenz des Gesetzgebenden Rates, um die Betätigung solcher Gesetze unmöglich zu machen, die die elementaren Rechte eines der beiden Völker beeinträchtigen könnten.“ Auch die Regierungsvertreter würden in der Versammlung Verletzungen des Mandats verhindern. Hingegen bestanden eine große Reihe gemeinsamer Aufgaben wirtschaitlicher und kultureller Art, wie etwa Herab- Setzung des Oscher, Verwendung der Anleihe, freier Schulunterricht usw. Der Verfasser schließt damit, daß er betont, wir müßten der Welt beweisen, daß wir in unserem Lande die demokratischen Ideale hochhalten und appelliert an den Waad Leuml, seinen bisherigen ablehnenden Standpunkt zu revidieren. * Dieselbe Nummer von ״Hajischuw“ vom 22. September veröffentlicht einen Artikel von Schalosch, der an den gegenwärtigen Formen der zionistischen Wirtschaft in Palästina Kritik übt, in dem er fhr vorwirft, daß sie mir das arbeitende Element des Jischuw unterstütze und die Schaffung ״eines sozialen Gemeinwesens in Palästina“ anstrebe. ״Hätte die Zionistische Organisation für die Unterstützung des Mittel- Standes nur ein Viertel von dem ausgegeben, was sie für die Kwuzoth ausgegeben hat, so hätten sich 90 ®/» von denen, die heute das Land verlassen, jm Lande verwurzeln können.“ ״Das einzige Äüskunftsmittel in unserer schwierigen Lage — sagt der Verfasser — ist die Ausrufung eines Waffenstill- Standes im Inneren und die Uebertrasrung der gesamten Leitung an einen Mann, und zwar an Sir Herbert Samuel. Wir alle verpflichten uns schon heute, seinen Worten und Befehlen nachzukommen, wir alle, Arbeitgeber und -nehmer, Fromme und Freisinnige.“ iiumorislische Ecke ״Der nationaldeutsche Jude“, Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden, veröffentlicht foigenden Bericht über den Erfurter zionistischen Delegiertentag: ״Nach der Krisis in Palästina unterhielt man sich dann über die Krisis im deutschen Zionismus. Damit machte Herr Kurt Blumenfeld, der Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, den Anfang, und aus der Versammlung heraus scheint es Angriffe auf die Politik der Vereinigung nur so gehagelt zu haben. Diese Kritik wurde auf die Haltung der ״Jüdischen Rundschau“ zugespitzt, die man nannte, während man das Präsidium der Vereinigung meinte. Man dürfe nicht, hieß es, Leute wegen ihrer Stellung zum Zionismus heftig angreifen und gleichzeitig von ihnen Geld für die zionistische Bewegung nehmen. Die jüdische Bourgeoisie werde von Blumenfeld angegriffen, während es ebenso notwendig sei, zur Sowjetrepublik Stellung zu nehmen. Ein anderer Redner empfahl den Geist wirksam werden zu lassen, aus dem heraus das Erfurter sozialistische Programm entstanden sei. Ein dritter wieder verlangte, daß die konfessionellen Konsequenzen aus dem Zionismus gezogen würden, und bedauerte, daß Blumenfeld nur gegen die liberalen Juden des Central-Vereins gesprochen habe, aber nicht von den orthodoxen Juden, die dem Zionismus ebenfalls ablehnend gegenüber ständen. Im ganzen traten fünf Parteigruppen innerhalb der deutschen Landes- Organisationen hervor mit recht weit auseinandergellenden Einstellungen in politischen und religiösen Fragen. Selbst die glühende Begeisterung des Herrn Blumenfeld für die Weltanschauung des Asiatentums konnte nicht verhindern, daß die Gegensätze zwischen dem westlichen und dem östlichen Judentum auch in dieser Versammlung immer wieder aufbrachen, in der übrigens auch über Bevorzugung der Araber durch die englische Mandatarmacht geklagt wurde, ebenso wie über die Anlage ägyptischen Geldes in Palästina, mit dessen Hilfe man mit der zionistischen Arbeit in Konkurrenz treten wolle. So ging es drei Tage lang vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Man kann danach wohl begreifen, daß die Leitung der Deutschen Zionistischen Vereinigung der Zukunft ihrer Bewegung zum mindesten in Deutschland mit sehr gemischten Empfindungen entgegensicht." Eme ■eut Brosehire Das Propagandabürb des Keren Hajessod hat soeben ine neue Broschüre von I. Ettinger ״Emek Jesreel“ als Gegenstück zu der vor einiger Zeit erschienenen Broschüre ״Tel-Awiw“ herausgegeben. Die Broschüre stellt die erste sachgemäße Zusammenfassung über die Kolonisation im Emek dar. Die schöne Ausstattung, wie auch die zahlreichen Illustrationen machen sie geeignet, alle, die sich eingehend für die Tätigkeit des Keren Hajessod interessieren, zu inforinieren und auch als Führer für Touristen zu dienen. Die Broschüre ist vorläufig in Deutsch und Jiddisch erschienen. Es ist geplant, sie auch in andere Sprachen übersetzen zu lassen. Der Preis der Broschüre beträgt 6 Pence Von der Jüdischen Koloatalbank London, 13. Oktober (J. T. A.) Am 12. Oktob,: wurde in London die 28. ordentliche Generalversammlung des Jewish Colonial Trust abgehalten. Nach dem Bericht der Direktoren für das Jahr 1925 verfügt das Institut gegenwärtig über ein voll eingezahltcs Aktienkapital von 395 000'£. Vorfälle besonderer Wichtigkeit haben sich im Berichtsjahr nicht er• eignet. In Großbritannien ging die Geschäftsführung in den gewohnten Grundlinien vor sich. Die ungeregelte politische Lage in gewissen Teilen des Orients und die gespannte Wirtschaftslage 1 n Palästina im letzten Halbjahr übten eine ungünstige Wirkung auf den Handel mit den Ländern des Nahen Osten aus. Trotz der finanziellen und politischen Krise, die Polen eben durchgemacht hat, blieb die Lage der Lodzer Depositenbank stabil, der Jewish Colonial Trust hat aus seiner Beziehung mit diesem Institut einen zufriedenstellenden Gewinn erzielt. Der Nettogewinn nach Abzug aller Ausgaben einschließlich der Leistungen an Einkommensteuer betrug 16 258 £ gegenüber 15929 £ im vorausgegangenen Geschäftsjahr. Gemäß der gewohnten Taktik der Direktoren, die Reserven der Bank zu stärken, lehnten sic die_ Ausschüttung einer Dividende ab und verwandten den Reingewinn wie vorher zum Ausgleich der Abschreibungen alter noch ausstehender Schulden. Später werden die Dividendenzahlungen wieder aufgenommen werden. — Der Rechnungsabschluß weist eine Summe von 1 269 362 £ in laufenden Depositen und anderen Konten auf. ZosimmeiscklnB der ״Laadsmainsehalteii“ ii Amerika New York, 1. Oktober. (J.T.A) Im Hause von Benjamin Winter, dem Präsidenten der ״polnischen Landsmannschaften" in den Vereinigten Staaten, fand eine Zusammenkunft der Präsidenten aller übrigen Landsmannschäften statt, der 11. a. der Präsident der Föderation rumänischer Juden, Leo Wolfsohn, der Präsident der Föderation galizischer Juden, Philipp Wattenberg, der Präsident des Vereins Bukowinaer Juden, Dr. A. D. Kätscher, der Präsident der Föderation ungarischer Juden, Dr. S. Buchler u. a. m. beiwohnten. Alle sprachen sich im Prinzip für die Schaffung einer Verbindung aller Landsmannschaften aus, die mit dem Amerikanisch-Jüdischen Komitee und dem Amerikanisch- Jüdischen Kongreß Zusammenarbeiten wird. Zum vorläufigen Fräsidenten der Union der Landsmannschaften wurde Herr Benjamin Winter gewählt. Eile Arbeitsbörse Iilr landwirtschaftliche Arbeiten Die landwirtschaftliche Abteilung der Histadruth H a o wd im zeigt die Einrichtung einer besonderen Stelle zur Uebemahme von landwirtschaftlichen Arbeiten in den alten Kolonien an. Die neue Vermittlungsstelle verfügt über ein Anfangskapital von 5000 £E. Sie übernimmt ganz oder teilweise die Pflanzung und Pflege von Orangen- und Obstgärten, Pflügen, Bodensanierung einschließlich Jäten und Reinigen des Bodens, Erntearbeiten und Weinlese, sowie das Pflücken von Mandeln und Oliven. Die neue Arbeitsbörse übernimmt diese Arbeiten für Gesellschaften und einzelne, sei es in oder außerhalb Palästinas befindliche Besitzer, Das Hauptbüro der Arbeitsbörse ist in Tel-Awiw; Zweigbüros sind in Haifa, Petach-Tikwah, Rechoboth, Sichron Jacob und Chederah errichtet worden. Auflösung der Judengeaieiide Chsrbi« Charbin, 11. Oktober. (J.T.A.) Die oberste chinesische Behörde in Charbin lehnte die Bestätigung des Statute der Ch?rbiner jüdischen Gemeinde ab una forderte Idle Gemeindeverwaltung auf, sich aufzulösejt.; Als Grund wird angegeben, es sei unzulässig, daß ein Organ existiert, welches alte jüdischen Institutionen vereinigt und seine Mitf“ . bilden. Dagegen hätten die einzelnen Institutionen Existenzberechtigung. Die chinesische Behörde ordnete die Schließung der Jüdischen musikalisch^ literarisch-dramatischen Gesellschaft an. Die Gesellschaft existiert seit 18 Jahren und war noch in der Zarenzeit legalisiert. Sie besitzt eine reiche Biblothek und sorgt für die Erhaltung einer Reihe von Kulturinstitutionen. Kleine Nachrichten Wladimir J a b o t i n s k y ist auf der ״Lotus“ am 3. Oktober in Palästina eingetroffen und von seinen Anhängern feierlich empfangen. In Tel-Awiw begrüßte ihn eine große Menschenmenge. In T e I - A w i w wurden am 19. September 2669 A r b e! t slose gezählt, darunter 255 neue Einwanderer. In Haifa betrug zur selben Zeit die Zahl der Arbeitslosen 864, von denen 47 durch die Lischkat Haawodah bei zeitweiligen Arbeiten beschäftigt werden. In Jerusalem betrug die Zahl der Arbeitslosen 392, in Afuleh 310 und in IVtr■׳ ׳■ Tikwah 132. (Ziko.) Das Hauptquartier der britischen Luftstreitkräfte i Palästina wurde nach Amman in Transjordanien verlegt.!:־׳ führt jetzt den Namen ״Hauptquartier für Transjordanien um! Palästina“. Die in Tel-Awiw vor einigen Monaten eröffnete Filiale der Bulgarisch-Palästinensischen Bank wurde von der Bulgarischen Nationalbank in Sofia, der offiziellen Bulgarischen Staatsbank, mit der Vertretung für die Geschäfte in Palästina betraut. Das ״Lemberger Togblatt“, die einzige jiddische Tageszeitung in Galizien und eine der ältesten in Polen, hat in diesen Tagen zu erscheinen aufgehört. Auf Initiative des bekannten russischen Rechtsanwalts Henri Slios be r g hat sich in Paris eine russisch-jüdische Gemeinde gebildet. Die Konferenz der ״Al Hamischmar“-Gruppe ist für den 24. Oktober nach Warschau einberufen worden. (Ziko.) Im Alter von 59 Jahren verstarb in London Sir Arthur Myers, der früher Mitglied der Regierung von Neuseeland war. Die Bestattung fand auf dem Friedhof der Libcraten Jüdischen Synagoge in Willesden statt. Der Arbeitsminister Davis machte dem Präsidenten Coolidge den Vorschlag, zuzustimmen, daß einmalig 6000 Einreisevisa für Verwandte amerikanischer früherer Ein- Wanderer außer der Quote ausgegeben werden. Am vergangenen Sonntag predigte Rabbi Dr. Stephan S. Wise in der Unabhängigen Kirche zu Washington, der offiziellen Kirche des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Der jüdische Reformtempel zu Washington wird gegenwärtig restauriert und bis zur Fertigstellung der Arbeiten hält die Reformgemeinde ihre Gottesdienste in der Kirche ab. Der Predigt von Dr. Wise wohnte Präsident Coolidge bei. (Dies ist jedenfalls ein Kuriosum. — Red.) Bei der Ausbesserung der Synagoge in P e k i i n (Palästina) wurde die Ruine einer alten ’ Synagoge ausgegrabeu. Au! Steintafeln waren eine Menorah, ein Esrog und ein Scho!״ dargestellt

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