Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 82 (19.10.1926)
- Date
- 1926-10-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 82 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 587 Zu den Berliner Repräsentanten •Wahlen Nachdem Im Preußischen Innenministerium und im Berliner Polizeipräsidium ein Revirement stattgefunden hat, ist nicht anzunehmen, daß vor November eine Entscheidung in der Frage des Protestes gegen die Gemeindewahlen erfolgt. In der Angelegenheit sind, nachdem schon das Ber- Hner Rabbinat sich mit ihr befaßte, von verschiedenen Seiten Vermittlungs Vorschläge gemacht worden, die darauf abzielen, daß die Liberale Partei für Rücknahme des Protestes Sorge tragen soll, falls die Jüdische Volkspartei in eine Abkürzung der in der Regel sechs Jahre dauernden Legislaturperiode einwilligt. Die Verhandlungen dauern, wie der J. T. A.-Vertreter erfährt, noch a!1; es läßt sich aber im augenblicklichen Stadium der Verhandlungen noch nicht übersehen, ob sie zu einem Resultat führen werden. Zur Franc der Atnweittute■ 1■ PreoBea Auf dem vorjährigen Landesverbandstage des preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ist auf Antrag der Fraktion der Jüdischen Volkspartei einstimmig eine Resolution gefaßt worden, durch die der Rat aufgefordert wurde, geeignete Schritte in Sachen der Ausweisung zu ergreifen, fm Anschluß an diese Resolution haben der Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Engeren Rates des Verbandes, die Herren Kammergerichtsrat wolff und Rechtsanwalt Dr. Klee eingehende Verhandlungen mit dem Preußischen Innenministerium geführt. Wie der J. T. A.-Vertreter erfährt, haben diese Verhandlungen ein befriedigendes Resultat ergeben. Der Innenminister Severing hatte in anerkennenswerter Weise in allen berechtigten Beschwerden von sich aus Abhilfe zu schaffen gesucht Es kann nicht verkannt werden, daß noch mitunter Härten Vorkommen. Soweit sie bestehen, sind sic aber fast ausnahmslos auf Mißgriffe untergeordneter Stellen zurückzufühlen, und entsprechen nicht den Intentionen des Ministeriums. Im übrigen wird in der Sitzung des Großen Rates des Landesverbandes vom 17. Oktober d. J. die Frage der Ausweisungen und die erwähnten Verhandlungen :m Ministerium als Runkt der Tagesordnung behandelt werden. V«n Preußisch*■ Laidesverbaid Die Herren Wolpe, Berlin, und Krumholz, Hamborn, naben ihre Mandate zur Landesversammlung niedergelegt. Für Herrn Krumholz, der auf der Lfste der Jüdischen Volksnartei gewählt ist, tritt Herr Rechtsanwalt Dr. Fischer, Barmen-Elberfeld, und für Herrn Wolpe, der auf der Berliner konservativen Liste gewählt ist, Herr Bankier Seckeisohn ein. Außerdem wird die Mandatsnlcderlegung seitens des Herrn Latzki-Bertholdi (Berliner Liste der Jüdischen Volkspartei) erwartet. Herr Latzki-Bertholdi, früher Minister für jüdische Angelegenheiten in der Ukraine, hat, wie bekannt, nach dem Kriege eine Reihe von Jahren in Berlin gelebt und sich hier um die Wohifahrtsarbtit als Mitglied der Exekutive der Jüdischen Welthilfskonferenz und des Emicrationsdirektoriums anerkannte Verdienste erworben. Aus diesem Grunde wurde er, besonders als Spezialist für Wohlfahrtsfragen, von der jüdischen Voiksparfei für die Landes- Versammlung kandidiert und gewählt. Herr Latzki-Bertholdi ist aber seit einiger Zeit in Riga als leitender Redakteur der Tageszeitung ״Friniorgn“ tätig und es ist anzunehmen, daß er nun dauernd von Berlin abwesend sein wird. Zionistischer Grapprivrrband Obersehlesiei Am 10, Oktober trat in Beuthen der oberschlesische Gruppenverband ku einer Tagung zusammen. Dr. Deutschmann, Oppeln, berichtete über die Situation im deutschen Zionismus, wie sie sich auf dem Delegiertentag darstellte. Seine Ausführungen wurden ergänzt durch ein Korreferat von Dr. Frankel, Beuthen. Ueber die Ergebnisse des Dclegiertentages und im Zusammenhang damit über die Arbeit in den Ortsgruppen schloß sich an die Referate eine eingehende Diskussion an. Als 2. Punkt stand die Frage der Gemeindearbeit auf der Tagesordnung. Herr Salo Guttmann, Beuthen, der als einer der wenigen Zionisten als Vertreter im oberschfesisehen Svnagogenverband diese Arbeit seit Jahren leistet, gab ein Bericht seiner bisherigen Tätigkeit. Insbesondere besprach er das kürzlich angenommene Normaistatut für den obcrscblesischen Synagogenverband. Auf Anregung des Gruppenverbandsvorstandes wurde beschlossen, gegen den im Normaistatut vorhandenen Paragraphen, der Ausländern erst nach zweijähriger Karenzzeit das Walilrecht zubilligt, eine energische Protestaktion elnzuieiten. Nach vorgenommener Neuwahl des Vorstandes schloß der Gruppenverbandstag mit der Behandlung technischer und lokaler Angelegenheiten. Vorher gibt Dr. Frankel noch einen ausführlichen Bericht über das Projekt von Dr. Brünn über Orangeriepflanzungen in Palästina. K. Eingesandt Aus Leserkreisen erhalten wir folgende beherzigenswerte Zuschrift: Immer wieder hört man über die ungenügende Ausbildung der Frauen im Haushalt klagen, gleichviel welchen Kreisen sie angehören mögen. Man klagt, daß die Hausfrau nicht genügend verstehe, sparsam zu wirtschaften. Oft fehlen ihr auch alle Kenntnisse des Kochens und Nähens. Die Knappheit des Geldes verlangt aber ein ökonomisches Wirtschaften und selbständiges Arbeiten. Ist es der Hausfrau möglich, sich den Verhältnissen anzupassen, herrscht im Hause Heiterkeit und Schaffensfreude. Das Gedrücktsein hört auf, wenn man mit wenigem auskommen und seiner Familie ein frohes, gemütliches Heim bieten kann. Selbst wenn viele Mittel vorhanden sind, herrscht Unzufriedenheit, wenn das Geld sinnlos ausgegeben wird und die Hausarbeit nicht zur Zeit fertig ist. Die verschiedenen Krisen, die wir alle durchmachten haben die Unbeständigkeit von Geld und Gut gezeigt. Tüchligkeit und Kenntnisse können aber nie verlorengehen. Gebt deshalb den jungen Mädchen, gleichviel welchen Standes, eine wirklich praktische häusliche Ausbildüng, ohne Rücksicht, welchen Beruf sie ergreifen mögen. Kochen, Nähen und Hausarbeit muß jeder verstehen. Kommen dann einmal schwere Zeiten, immer weiß man sich zu helfen Dann braucht man auch nicht zu sagen: ״Hätte ich nur beizeiten Gelegenheit gehabt und es nicht als wertlos angesehen, mich im Haushalt auszubilden.“ Manche Palästina-Auswanderin wäre weniger Not und Enttäuschung ausgesetzt, wenn sie eine ordentliche Vorbildung genossen hätte. Viele Frauen aber in Palästina müssen allein zugreifen und sich ganz auf sich selbst verlassen, ohne daß sie Hilfe im Hause erhalten können. Deshalb soll es nochmals gesagt werden: ״Vergeßt nicht daß Ihr Hausfrauen werdet, die zu jeder Zeit, ob hier, ob drüben, tapfer dem Mann zur Seite stehen wollt. Darum ist es nötig, zu erkennen, daß es nicht nebensächlich, sondern Hauptsache Ist, den Haushalt resp. das Wirtschaften zu erlernen.“ P. L. Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 13, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheck• konto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Mittwoch, den 20. Oktober abends 81/» Uhr Jüdisch-Nationale Frauenvereinigung, Frauengruppe Süd, bei Frau Dr. Zadik, Neukölln, Kaiser- Friedrich-Straße 13 Vortragszyklus: Die jüdische Arbeit in Palästina Referat Frau Dr. Zadik: ״Die Wirtschaftsorganisationen der « Arbeiterschaft.“ Montag, den 25. Oktober abends S»/״ Uhr Gruppe West-Charlottenburg, im Schubertsaal, Bülowstr. 104 (Noliendorfplatz). Herr Dr. Leo Motzkin, Präsident des zion. Aktions-Comiies: ״Die Minoritätenfrage in der internationalen Politik.“ Karten zum Preise von 30 Pfg. im Büro der B. Z. V. und an der Abendkasse. Dienstag, den 2. November abends S»/2 Uhr Im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestraße 10 Vortragszyklus der B. Z. V. und des Hapoel Hazai'r über: ״Zionistische Neuorientierung“ Referent: Herr Dr. Weltsch. 1. Vortrag: ״Die historische Funktion des Herzischen Zionismus und die Judenstaats-Idee.“ Donnerstag, den 4. November abends 81/3 Uhr Im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10 Palästina-Zyklus der B. Z. V. 2. Vortrag: ״Die palästinensische nichtjüdische Bevölkerung“ (mit Lichth|Idern). Referent: Herr Aschbel. Ans der Vertreferversammluig der B. Z. V. in der letzten Vertreterversammlung vom 14. Oktober wurde der neue Vorstand der B.Z.V. gewählt, der sich wie folgt zusammensetzt: R.-A. Dr. Apfel, erster Vorsitzender, Frau Dr, Bartfeld, Dr. E. Ascher, Hugo Fränkel, Dr. Kanowitz, Dr. Werner Silberstein. Im Anschluß daran fand eine eingehende Aussprache über die Fragen der Gemeindearbeit, besonders über die Beziehungen der Z. V. f. D. und Jüdischen Volkspartei zu Fragen der Gemeindearbeit statt. Einleitend hielt Herr R.-A. Dr. Kolienscher ein sehr eingehendes Referat, in dem er einen Ueberblick über die Entwicklung zionistischer Gemeindearbeit gab, die Entstehung der Volkspartei schilderte und die augenblickliche Konstellation innerhalb der Jüdisehen Gemeinde darstellte. Seiner Meinung nach hätte die Z. V. f. D. nicht immer im genügenden Ausmaße an der Gemeindearbeit teilgenommen. Die Arbeit der Jüdischen Volkspartei sei eine nationalisierende und stelle eine ausgezdehncte zionistische Vorbereitung der jüdischen Massen dar. Im Anschluß an das Referat wurde folgende Resolution angenommen: ״Die Vertreterversammluiig biiügt die von Herrn Dr. Kolienscher in seinem Referat dargelegten Richtlinien zfonistischer Gemeindearbeit. Sie erblickt in der Jüdischen Volkspartei die gegebene Instanz zur praktischen Durchführung dieser Arbeit Sie begrüßt die Organisierung der Jüdischen Volkspartei und erwartet von dieser Organisation eine gedeihliche Zusammenarbeit mit der Z. V. f. D." Vermischtes Die ״Vereinigung für die Interessen der Alten Synagoge“ veranstaltet am Dienstag, den 19. d. M., abends pünktlich 8 Uhr, im Verwaltungsgebäude Rosenstr. 2—4, eine Versammlung, in welcher Herr Rabbiner Dr. Emil Cohn, Berlin-Gnmewald, einen Vortrag hält über das Thema: ״Der Groll des Juden“. Die Besucher und Besucherinnen der ״Alten Synagoge“ sowie Gäste sind willkommen. Konzert, Die ״Gesellschaft der Freunde jüdischer Musik“ veranstaltet am Mittwoch, den 20. d. M., 19 י Uhr, in den Räumen des ״J u w a 1“-Ve r i a g e s , Lietzenburger Str. 8a, einen Musikabend, in dem die Pianistin Alice Jacob- Loewenson und die Sängerin Rahel Ermolnikoff Klavierwerke und Lieder ost- und westjüdischer Komponisten zu Gehör bringen werden. — Programm: I. 1. Joel Engel: Volksweise; 2. Joel Engel: Chassidenmeiodie a. d. Dybuk; 3. Sanfue! Alman: Verzweiflung; 4. Samuel Alman: Die Zeit des Sanges ist gekommen (Alice Jacob-Loewenson); 5. Josef Achron: Canzonetta; 6. Josef Achron: Im Chalomi (Rahel Ermolnikoff). II. 7. Ernest Bioch: 5 Sepiskizzen• (Urauffiihrung) (Alice Jacob-Loewenson)); S. Darius Miihaud: Jüdische Lieder (Uraufführung) (Rahel Ermolnikoff)). Eintrittskarten zu 1,50 M. (für Jugendliche und Studenten 75 Pf.) erhältlich im Sekretariat der Gesellschaft der Freunde jüdischer Musik, Lietzenburger Str. 8a, Bismarck 6513, und an der Abendkasse. Jugendverein Esra 1 b. Wir veranstalten am Sonnabend, den 23. Oktober 1926, in den City-Festsälen, Dresdener Str. 52, einen großen Herbstball. Erstklassige Kräfte haben ihre Mit- Wirkung zitgesagt. Eintritt inki. Nachtsteuer 1,25 M. Sondno-Gesellschaft. Am Sonnabend, den 23. Oktob er 1926, um 8 Uhr abends, findet im Hotel Atlas, Friedrichstr. KB (nahe Bahnhof Frieclrichstraße), ein Mitgliederabend statt. Die Einführung von Gast :11 ist erwünscht. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Tagesordnung: 1. Vom Einflüße der Zensur aut die hebräische Literatur (Vortrag von Herrn Prof. Dr. Heinrich Loewe); 2. Aussprache und Vorlagen; 3. Mitteilung über die Jahresversammlung am 4. und 5. Dezember. Oie Ortsgruppen -iochum. Um während der Winterzeit in unserer Ortsgruppe eine rege Tätigkeit zu entfalten, haben wir beschlossen, regelmäßige Heimabende zu veranstalten, die an jedem Samstag abend im Gemeindezimmer stattfinden. Unsere Mitglieder haben an den bisher veranstalteten Abenden durch zahlreiches Erscheinen ihr Interesse an zionistischen Fragen bekundet. Der erste dieser Heimabende fand am 11. September statt; Herr Klausner, Bochum, gab einen ausführlichen, klaren Ueberblick über die auf dem Erfurter Delegiertentag behandelten Fragen und Probleme. — Am 18. September, Chalmaud Sukoth, sprach Herr Alfred Philipp, Bochum, über die Bedeutung des Sukothfestes vom nationaljüdischen Standpunkt aus. Mit dem dritten Heimabend, am 25. September verbanden wir eine kleine, sehr schön verlaufene Stmchat-Thora-Feler. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. David, Bochum. — Wir machen darauf aufmerksam, daß auswärtige Gesinnungsgenossen, die sich in Bochum aufhalten, zu unseren Heimabenden willkommen sind. Aas den Berliner Theatern Theater am Nöllen dorfplatz: Gastspiel des Moskauer hebräischen Künstlertheaters Habimahi Dybuk. Staatstheater: 1325 ״. Oktober: Peer Gynt; 19. Napoleon; 20. Hcrodcs und Marianine; 22., 23., 24. Lulu. — Schiller- Theater: 19. Peer Gynt; 20. Kyritz-Pyritz; 21״24 ,.23 ״22 ״ 25. Soldaten. — Städtische Oper: 19. Otto und Theophano; 20. Rheingold; 21. Cosi f&a tutte; 22. Die toten Augen; 23. Ariadne; 24. Euryanthe; 25. Bohiine. — Deutsches Theater: Peripherie. — Komödie: Die Gefangene. — Theater in der Königßrätzer Straße: Mrs. Cheneys Ende. — Kammerspiele: Der gefällige Thierry. — Komödienhaus: Einbruch. — Lessing-Theater: Mensch und Uebermcnsch. — Volksbühne: Lysistrata. — Deutsches Künstler-Theater: Das große Abenteuer. — Theater am Kurfürstendamm! Es geht schon besser; 21. Tänzerin ..u; 22. geschlossen; ab 23. In der Johannisnacht — Tribüne: Die Wildente — Theater am Scniffbauerdamm: Das Grabmal des unbekannten Soldaten. Hans Friedrich Biunck wird am Dienstag, den 26. Oktober d. )., abends 8 Uhr, in Berlin, im Rahmen der Autoren- Abende der Buchhandlung J. M. Spaefh, Königstr. 52, ksen. Jascha Horenstein in der Philharmonie. Das erste Konzert des Arbeiter-Kultur-Kartells Groß-Berlin brachte ein ausgezeichnetes Programm. Nach dem von Igor Strawinsky für Blasorchester gesetzten ״Gesang der Wolgaschifter“ spielte Artur Schnabel das Es-Dur-Konzert von Beethoven. Es war ein ungetrübter, reinster Kunstgenuß. Die nun folgende Symphonie Nr. 1 von Gustav Mahler gab dem jungen Dirigenten Gelegenheit, seine außerordentlichen Fähigkeiten zu beweisen. Horenstein wächst zusehends. Seine Geste ist beschwörend und zwingend, seine Intensität, das Erglühen eines von seinem Wege Ueberzeugten, das Herauswachsen über die Materie, über sich selbst hinaus, sein tragisch-planvoller Aufbau — all« das wirkt unmittelbar bezwingend, oft erschütternd. Wie er die Naturstimmungen des ersten Satz« zum Klingen brachte, wie er das Traumhafte des Trauermarsches uns erleben ließ, das derb Zupackende des Schersos, zuletzt aber den so gegensätzlichen, von Stimmungsrückfällen, von StimmungsrückfäUen, verzweifelten Aufschreien und erlösendem Aufatmen durchwühlten letzten Satz gestaltete, das macht ihm nicht sobald einer nach. In Horenstein wächst wohl ein Großer heran. Das philharmonische Orchester folgte mit gewohntem Ernst und Verläßlichkeit dem jungen Führer, der an seiner Spitze für den sehr warmen, rauschenden Beifall danken konnte. Dr. Kr. Danzig. Am Mittwoch, den 13. Oktober veranstaltete der Verein für jüdische Geschichte und Literatur gemeinsam mit dem ״Tarbuth“ einen Vortragsabend, auf dein Prof- Dr. Felix Perles, Königsberg, über das Thema 3000״ Jahre hebräische Sprache“ referierte. In überaus fesselnder Weise, an Hand von vielen Beispielen schilderte Prof. Peries dem zahl* reichen Auditorium die Entwicklung der hebräischen Sprache. Die Versammlung eröffnetc Justizrat Fabian, der Vorsitzende des Literatu!־Vereins. Er betonte, daß zwei Vereine, deren Mitglieder grundverschiedenen Richtungen augehören, sich zusammengeschlossen haben, um diesen Vortrag zu veranstalten, und schloß in der Hoffnung, daß dies der Beginn einer fnichtbaren kulturellen Tätigkeit in Danzig sein möge. D. S—y. Gesucht werden Stellen für: a) kaufmännisches Personal, männliche und weibliche Kräfte, für Büro und Verkauf. Es sind höchstqualifizierte Kräfte mit langjährigen Zeugnissen und guten Referenzen vorgemerkt Tüchtige Stenotypistinnen mit perfekten Sprachkenntnlssen können jederzeit zugewiesen werden, desgleichen Anfängerinnen. Nachweisungen yon sabbatfreien Stellen wären sehr erwünscht, b) Hauspersonal, Hausdamen, Wirtschafterinnen in frauenlosen Haushalten, für Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen in Heimen und Kindergärten, c) Ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen, d) Erwerbsmöglichkeiten für Werkstudentinnen und Studenten, e) Für Lehrlinge in der Kürschnerei, Schneiderei, Schlosserei, Elektrotechnik, in der Herren- und Damenschneiderei, ntögliehst in Betrieben, die am Sabbat geschlossen halten, für kaufe־."..mische und handwerkliche Lehrlinge in kleinen Städten mit Kost und Logis, f) Für Lehrmädchen in der Schneiderei, Putzmacherei, im Friseurfach, ferner kauft«. Lehrstellen in Betrieben, die am Sabbat geschlossen halten, g) Erwünscht wäre: Zuweisung von leichter Heimarbeit für ältere Mädchen und Frauen, die nicht außer dem Hause tätig sein können. Meldungen an: Jüd. Arbeitsnachweis, Berlin N 24. Auguststr. 17, Tel.: Norden 7085-87 und 9130. Spor! Wien, 13. Oktober. (J. T. A.) Am Montag wurde Wei die Generalversammlung des jüdischen Sportverbandes bei großer Beteiligung abgehalten. Vertreten waren die Vereine: Hakoah, Kadhnah, Makkabi, Hagibor, Bar Kochba, Hechawer, Achduth, Hackadur, Libanon und Zion. Nach Anhörung des Berichts des Präsidenten Feldes und des Kassaberichts wurde beschlossen, dem Allgemeinen Oesterreichischen Fußballbund die folgende Resolution zu übermitteln: ״Der jüdische Sportverband Oesterreichs ersucht den Allgemeinen Oesterreich!- sehen Fußballbund in Hinkunft zu veranlassen, daß die den verschiedenen Landesverbänden angehörenden jüdischen Vereine ungestört ihre Fußballtätigkeit ausüben können/' Dieser Beschluß ist darauf zurückzuführen, daß sich in der letzten Zeit wiederholt Ausschreitungen gegen jüdische Sportvereine ereignet haben. Briefkaste■ der Redakfl«■ D. Samburskv. Sie irren. Es handelt sich nicht um ein Mitglied der Familie Sassoon, sondern um ein Mitglied der Familie David, einer gleichfalls führenden Familie des sephardischen Judentums in Indien, die mit der Familie Sassoon verschwägert war. Warnung. Wie wir hören, beruft sich ein Mann namens Bernand Kaganowitsch auf die Zionistische Ortsgruppe Dresden und legt ein Schreiben vor, nach welchem aie hiesige Ortsgruppe für Beträge bis zu 50 M. haftet. Ein solches Schreiben haben wir nie ausgegeben; es liegt eine Fälschung vor. Es ist zweckmäßig, Kaganowitsch bei Auftreten festnehmen zu lassen. Zionistisch e Ortsgruppe Dresden. Gesehlltllehe Mlieilunqen!.er bekannte Restaurateur, Herr M. Gorodecki, hat in ucr Joachimsthaler Str. 41 (zwischen Kurfürstendamra und Kantstraße) eröffnet. Die Küche ist, wie bekannt, erst- Massig. Bestgepflegte Biere, Weine und Liköre werden ausgeschenkt. Die bestens renovierten Räume bieten einen an• genehmen Aufenthalt