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Jüdische Rundschau · 1926-10-19 · Heft 82 (19.10.1926) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 82 (19.10.1926)
Date
1926-10-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 58♦ JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 82 Kr. 82 im Lande niedergelassen und eine Existenz gefunden haben. Auch unter denen, die heute auswandern, sind nicht nur die bekannten Figuren, die Geschrei machen und Palästina beschuldigen, sondern es sind darunter auch sehr viele, die die Situation und die Gründe ihres Mißerfolges sehr gut verstehen und jetzt mit der Absicht nach Europa zurückkehren, die Bedingungen für eine spätere Fortsetzung ihrer palästincnbischer! Tätigkeit zu schaffen und dann wieder ins Land / u r ii c k z u k e h r e n. Leider ist die Stimme dieser stillen und aufopfernden Arbeiter für die Sache nicht zu vernehmen, sondern die Oberhand gewinnen immer die Leute, die sich in der Oeffentlichkeit hervortun wollen. Man dürfe jedenfalls nicht über die vierte Alijah als Oesnmterscheinung ein Urteil sprechen. Dennoch, betonte Herr Sokolow, wäre es falsch, zu verschieiern, daß die Situation wirklich sehr schwer ist. Die Krise findet vor allem ihren Ausdruck in der Arbeitslosig- Leit, die zum großen Teil bewirkt wurde durch den Stillstand des Baugewerbes, weil die Leute aus den erwähnten Gründen kein Geld hatten, begonnene Bauten fortzuführen. Die Arbeitslosigkcit ist ein sehr ernstes Problem. Sokolow berichtet, wie er während seiner Anwesenheit in Palästina die initiative ergriffen hat, um Maßnahmen für eine Erleichterung durchzuführen. In erster Linie müsse das palästinensische Judentum sich selbst helfen. Es gäbe gar kein Wort, das zu hoch wäre, um die Bewunderung für die Disziphn der Arbeiter auszudrücken. Aber es gibt auch Teile des Jischuw, die von der Krise völlig unberührt sind, und denen cs wirtschaftlich sehr gut geht. Zu ihnen gehören in erster Linie die Orangenpflanzer, die in diesem Jahre ein sehr gutes Geschäft gemacht haben und zum Teil reich geworden sind. Es ist daher auch eine Pflicht der Pflanzungskolonien, einen Teil der jüdischen Arbeitslosen einzustellen und bei der Sitzung, die zu diesem Zweck unter Sokolows Vorsitz stattfand, wurden von den Kolonisten Zusicherungen bezüglich der Neuaufnahme jüdischer Arbeiter gegeben. Aber auch abgesehen hiervon, müsse Palästina mit Selbsthilfe vorangehen und es besteht heute bereits in weiten Kreisen Palästinas Verständnis für diese Verpflichtung. Die Aktionen, die in Palästina bei den Zionisten durchgeführt wurden, haben gezeigt, daß dort das erforderliche Pflichtgefühl vorhanden ist. Vor allem aber ist es Aufgabe der Zionisten der ganzen Welt, in diesem Augenblick noch viel stärker als sonst die Verantwortung zu spüren und zu verstehen, daß das Aufbauwerk in Palästina nach all den Erfolgen, die wir bereits errungen haben, nur durch Aufwendung größerer Mittel als bisher in zufriedenstellender Weise weitergeführt werden kann. Es gibt nur e i n Mittel, den ungestörten Fortschritt des jüdischen Nationalheimes zu sichern, das ist der Keren Hajessod. Wir legen rückhaltlos die Tatsachen und die Schwierigkeiten der Kolonisation, die unvermeidlich sind und die wir vorausgeseben haben, vor der zionistischen Oeffentlichkeit bloß, denn es handelt sich um ihre Sache, und wir wissen, daß wir Verständnis finden, wenn wir an ihr Pflichtgefühl appellieren Das Verständnis dafür ist weit über zionistische Kreise hinaus vorhanden. Ich selbst, sagt Herr Sokolow, habe in Südafrika Jetzt einen Beweis der begeisternden Kraft des Palästinagedankens erlebt. Die dortigen 60000 Juden haben £ 130000 aufgebracht, und Palästina wurde nicht als Parteisache empfunden. Wir Zionisten wollen die Mitarbeit aller Juden gewinnen und kommen ihnen mit voller Loyalität entgegen. Aber vor allem müssen wir selbst unsere Pflicht tun. Nach Sokolow richtete der anwesende Direktor des Keren Hajessod, Herr Leib Jaffe, einen dringenden Appell an die Versammlung, durch eine besondere Anstrengung daran mitzuwirken, daß außerhalb des normalen Budgets Mittel bereitgestellt werden können für außerordentliche Zwecke. Aus dem Kreise des Landesvorstandes sprachen mehrere Herren ihre Bereitschaft aus, sich der Aktion zur Verfügung zu stellen und sie in ihren Ortsgruppen durchzuführen. Herr Blumenfeld teilt mit, daß während der Sitzung aus der Mitte des Landesvorstandes selbst eine Reihe von Zeichnungen abgegeben wurde, nachdem mehrere Berliner Mitglieder des Landesvorstandes größtenteils schon auf Souderveranstaltungen in der vorigen Woche ihre Pflicht gegenüber dem Keren Hajessod erfüllt haben. Folgende von Herrn Blumenfeld vorgeschlagene Resolution wird einstimmig angenommen: ״Der Landesvorstaad der Z. V. f. D. begrüßt die vom Direktorium des Keren Hajessod im Einvernehmen mit der zionistischen Exekutive beschlossene Sonderaktion für den Keren Hajessod. Er verpflichtet alle seine Mitglieder, sich an dieser Aktion persönlich zu beteiligen und sich mit allen Kräften dafür einzusetzen, das diese Aktion in ganz Deutschland zu einem vollen Erfolg führt. Der Landesvorstand verlangt von jedem deutschen Zionisten die Abgabe einer Zeichnung für das Jahr 5687 (1. Oktober 1926 bis 30. September 1927), die der Maafierordnung des deutschen Keren Hajessod entspricht, und appelliert an alle deutschen Zionisten, auf ihre Zeichnung für das Jahr 5687 innerhalb der nächsten 4 Wochen möglichst hohe Barzahlungen an den Keren Hajessod zu leisten.“ Sonntag abend fand unter Vorsitz von Herrn Blumenleid ein Enrenabend für Herrn Sokolow statt, zu welchem sich eine große Zahl Berliner Zionisten eingefunden hatten. Herr Sokolow hielt eine mit großem Jubel aufgenommene Ansprache. Dr. H a n t k c richtete als Direktor des Keren Hajessod einen Appell an die Berliner Zionisten, sich an die Spitze der Sonderaktion des Keren Hajessod in Deutschland zu stellen. Als erstes Ergebnis des Tages liegen Zeichnungen im Betrage von 42 000 Mk. für den Keren Hajessod vor. Me palästiieusisckc fciubtrgcruag Jerusalem, 13• Oktober (J. T. A.) Der jüdische Nationalrat in Palästina (Waad Leumi) richtete einen dringenden Appell an die Judenschaft Palästinas, sich um die Staatsbürgerschaft Palästinas zu bewerben, ln dem Aufruf heißt es u. a : 15000 Juden, die im Jahre 1920 vorläufige Erklärungen übtr die Staatsbürgerschaft abgaben, haben bis heute die Schlußformaütäten bezüglich der Bürgerschaft nicht erfüllt. Nachdem mancherlei früher bestandene Schwierigkeitei׳ hinweggeräumt worden sind, und die Verhandlungen mit der Regierung befriedigend verlaufen, sollten die Juden Palästinas in den Monaten Oktober und November alle Formalitäten für die Erwerbung der Bürgerschaft erfüllen. Die Londoner Wirtscbaltskonlerenz (Vgl. Seite 1.) Nach Beendigung der Konferenz gab die Zionistische Organisation zu Ehren der Teilnehmer an der Wirtschaftskonferenz ein Frühstück. Dr. Weizmann sprach namens der Exekutive und aller Zionisten dem Vorsitzenden der Konferenz, Sir Herbert Samuel, den herzlichen Dank aus. Seine Leitung der Verhandlungen, seine Persönlichkeit und seine genaue Kenntnis von Palästina und Zionismus waren von außerordentlicher Bedeutung für die Konferenz. Auch die Tatsache, daß so zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten zusammengekommen sind und so eifrig gearbeitet haben, wird von Wirkung sein, ganz abgesehen von der Tatsache» daß bedeutsame Prinzipien der Politik festgelegt worden sind. Die Konferenz, sagte er, hat die verschiedenen Probleme, die mit der Landwirtschaft und industriellen Entwicklung Palästinas verbunden sind, geprüft, und hat sich bemüht, Wege zu finden, um die verschiedenen Institutionen des Aufbaus zu stärken. Redner ist überzeugt, daß die Versammelten bei nächster Gelegenheit wieder zusammentreten werden, um die Fortschritte der jetzt festgelegten Politik zu erörtern. Weizmann betonte, daß die Probleme der gegenwärtigen kritischen Situation in Palästina der Konferenz nicht vorgelegt worden sind, um die Verhandlungen über die grundsätzliche Wirtschaftspolitik nicht zu beeinträchtigen. Herbert Samuel erklärte, die Konferenz sei gut und nützlich gewesen. Er beglückwünschte Dr. Weizmann, Persönlichkeiten von solchem Range zusammengebracht zu haben. Weizmann habe dadurch bewiesen, daß er ebenso Menschen sammeln könne wie Geld. Die Konferenz habe eine Anzahl von Resolutionen angenommen, die gewisse Richtlinien der zukünftigen Arbeit darstellen. Die größte Bedeutung der Konferenz wird aber in ihrer psychologischen Wirkung liegen, insbesondere auf die Juden in Palästina, wo Menschen einem großen Ideal dienen ud bereit sind, alles dafür hinzugeben. Diese Menschen, sagte Samuel, werden nun begreifen, daß Juden auch anderswo in der Welt, in Amerika, England, Deutschland, Frankreich und andern Ländern, sich mit den Bedingungen der Aufbauarbeit beschäftigen. Es ist eine Pflicht aller führenden Juden, ihr Interesse an Palästina zu beweisen. Samuel schloß sich der von Weizmann geäußerten Hoffnung an, daß die Konferenz in gewissen Zeiträumen immer wieder zusammentreten werde, und schlug vor, daß die nächsten Sitzungen vielleicht an verschiedenen Orten stattfinden, um auch andere jüdische Personlichkeiten heranzuziehen. Zum Schluß sprach Samuel seine Anerkennung aus für die unermüdliche Führerarbeit des Präsidenten der Zionistischen Organisation und seiner Kollegen. Der Richter des Obersten Gerichts im Haag, Dr. V i s s e r, sagte, er habe bei den Verhandlungen Viel zugelernt in bezug auf den heroischen Kampf der Zionistischen Organisation für die Erreichung ihres Ziels. Dies habe seine Bewunderung für diese Bewegung noch gesteigert. Herr Adler aus Rom versprach in seinem eigenen und im Namen des Senators Deila Torre, sie würden alles tun, was in ihrer Macht steht, um der Sache Palästinas zu nützen. Außer den von uns bereite mehrfach angeführten Teilnehmern der Wirtschaftskonferenz nahmen an dem Frühstück auch Sir Windham Deedes und Sir George Albu teil. Katholizismus and PaUsttna Der ״Deutsche Verein vom Heiligen Lande", dessen Präsident der Kardinalbischof von Köln ist, vertritt die Palästinainteressen der deutschen Katholiken, organisiert die katholischen Pilgerfahrten aus Deutschland nach Palästina und unterhält oder unterstützt die deutschen katholischen Institutionen im Heiligen Lande. Der Verein ist in sögenannten Diözesanverbänden über ganz Deutschland verbreitet. ln einem Aufruf an die Katholiken Schlesiens hatte sich unlängst der schlesische Diözesanverband gegen angebliche zionistische Aspirationen auf die der Christenheit heiligen Stätten gewandt. Die Zionistische Vereinigung für Deutschfand hat daraufhin Gelegenheit genommen, sich mit der Zentrale des Vereins in Verbindung zu setzen und sie unter Vorlage von Material darüber zu informieren, daß der jüdischen Palästinakolonisation nichts ferner liegt als die Besitzergreifung oder auch nur die Einflußnähme auf die Heiligen Stätten anderer Religioneu und daß alle Fragen, die mit den Heiligen Stätten Zusammenhängen, im Mandate speziell geregelt sind und der Aufsicht einer besonderen Kommission des Völkerbundes unterstehen. Der ״Deutsche Verein vom Heiligen Lande“ hat diese Erklärungen mit Befriedigung zur Kenntnis genommen und betont, daß es der aufrichtigste Wunsch der deutsehen Katholiken sei, beim Neuaufbau Palästinas nur im Frieden mitden anderen Religionsgemeinschäften zu arbeiten. Er wünsche, daß beide Organisationen sowohl hier als auch im Heiligen Lande einträchtig nebeneinander wirken werden. Inzwischen hat sich der ״Verein vom Heiligen Lande“ bereit erklärt, in die Reiserouten der katholischen Pilgerfahrten die Besichtigung der jüdischen Kolonien mit aufzu nehmen .׳as Munizipal-Wahlgesetz j e r u s a I e 111, 13. Oktober. (J. T. A.) Das auf Grund der Mandatsbestimmung betreffend Autonomie der Gemeindeverwaltung geschaffene Gesetz über Wahlen zu den Stadt- Verwaltungen ist soeben veröffentlicht worden. Wahlrecht hat jeder über 25 Jahre alte palästinensische Bürger, der als Grundbesitzer mindestens 10 Schilling jährlich oder als Landpächter mindestens 1 Pfund jährlich an Steuern leistet. Für Bürger von 30 Jahren aufwärts erhöht sich das Minimum der Steuerleistung als Voraussetzung für die Ausübung des Wahlrechtes um das Doppelte. Die Zahl der Stadtratsmitglieder schwankt zwischen 6 und 12 und richtet sich nach der Wählerzahl. Den Bürgermeister ernennt der Oberkommissar aus der Mitte der erwählten Stadtratsmi'tglieder. Am 1. Dezember d. J. werden die Gouverneure , die W a 111 k o m m i s s f o n c n zwecks Aufstellung der Listen der Wahlberechtigten ernennen. Innerhalb eines Monats müssen die Listen fertiggestellt sein. Die Wahlen selbst werden Anfang 1027 vorgenommen werden. Der di.׳ ״;ihrige erste Regen fiel in Jerusalem am 5. Oktober. Am st׳■ Iben Tage ging auch in Haifa der erste Regen nieder. (Ziko.) Karl Severiag Einer der wenigen Männer, die durch die Revolution in Deutschland in leitende Position gestellt, es verstanden haben, ihre freiheitliche und republikanische Ueherzeugung durchzusetzen, der preußische Minister des Innern, Karl Severing, ist vor wenigen Tagen aus Gesundheitsrücksichten aus seinem Amt geschieden. Der ehemalige Schlosser Severing ist ein Mensch von starker Begabung, von eiserner Arbeitskraft und außerordentlicher Energie und dazu ein Mann, dem das Bekenntnis zu seiner Ueberzeugung kein Lippenbekenntnis ist. Dieser Mann, der nie bemüht war, seine Herkunft vergessen zu machen und dein die Position, die er sich errungetn hat, nie etwas anderes war als ein Arbeitsplatz für seine Idee, dieser charakterstarke Mann hat auch die jüdisehen Geschicke in Deutschland zu beeinflussen Gelegenheit gehabt. In die Zeit seiner Amtstätigkeit fällt die Ein- Wanderung der Ostjuden nach Preußen, fällt die Aufnahme der Vertriebenen, der Wandernden, Pogromierten in Preußen. Diese Einwanderung war für eine demokratische Regierung eine außerordentlich schwere Belastung. Jahrelang wurden aus ihr die giftigsten und gefährlichsten Waffen für den Kampf gegen das preußische Innenministerium geholt. Immer wieder wurden Interpellationen über Interpellationen im Landtage, im Reichstag gegen das ״System Severing“, gegen den ״Schützer der Ostjuden“ eingebracht. Nicht nur von antisemitischer Seite. Bis in die Kreise der Demokraten hinein, unterstützt vom Verband nationaldeutscher Juden, wurde der Kampf gegen die Ostjuden geführt Severing hat sich nie gescheut, auch diesen Kampf aufzunehmen und seine Ueberzeugung oft genug selbst gegen die eigenen Ministcrkollegen auch hier durchzusetzen. Nicht aus Freundschaft oder aus Feindschaft, sondern aus Gerechtigkeitssinn, weil er wirklich ein Mann des Rechtes ist, der auch den Fremden, den Staatenlosen, den Vertriebenen ihr Recht gibt. Severing hat sfeh für die Ostjuden eingesetzt, unbekümmert tim Gegnerschaft, unbekümmert um Freundschaft. Er hat nie Dank gefordert und hat nie um Dankes willen gearbeitet. Aber wir, die seine Tätigkeit, seinen Mut, seine Uncrschrockenheit auf dem Gebiete kennen, werden diesem seitenen Mann, einer der wenigen Führerpersönlichkeiten des neuen Deutschland, sein menschliches, schützendes Verhalten gegenüber wehrlosen Juden nicht vergessen. A. B. Ein deutscher Politiker zur Palästinalrage Das ״Hamburger Israelitische Familienblatt" veröffentlicht an leitender Stelle in seiner Nr. 41 einen Aufsatz ״Deutschland und das neue Palästina. Zu Deutschlands Eintritt in den Völkerbund“ ans der Feder des bekannten demokratischen Reichstagsabgeordneten Pfarrer A. K ז ס e 11. Der Verfasser vertritt den Standpunkt, daß Deutschland die Entwicklung der jüdischen Heimstatten mit Sympathie verfolgen soll, wenn es auch aus begr ei fliehen Gründen sich heute nicht zum Wortführer einer etwaigen Beschwerdepolitik im Völkerbund machen kann, wodurch der Sache nicht genützt würde. Für das jüdische Paüstinawerk, das den hohen Idealen des Völkerbundes entspricht, findet Korell Worte wärmster Anerkennung. Er schreibt u. a.: », Wer < kann ,*ich dem״:׳: heroteciien Eindeudc verschließen, ei! der Entschluß jener Juden hervorruft, die nicht nur unwirtliche und ungastliche Länder — es war immerhin doch eine Heimat —, sondern auch kulturell und staatsbürgerlich moderne, verlassen, um, einer tiefen Sehnsucht folgend, nach dem Lande der Väter auszuwandern und dort zu siedeln, wo der Boden wieder oder neu urbar gemacht und die Abneigung der Landesbewohner überwunden werden muß? Sieht man ganz ab von den neuen sozialen Vc״- suchen der Siedler, welche gerade in Deutschland Interess erwecken müßten — wenigstens bei denen, die in der Bode!' Verteilung und -Intensivierung eine nationale Aufgabe < blicken —, so sollte allein der OpferwiSie und das Ein stehen für Ueberzeugung und Glaube Achtung erwecke!:, gerade beim nichtjüdischen Deutschen. Dort wird unter 111:• gewöhnlichen wirtschaftlichen, finanziellen und nationale:: Schwierigkeiten, aus idealen Antrieben heraus, der Versuch der Neubegründung einer nationalen Heimat gemacht. Ei scheint mir das etwas anderes zu sein als die Auswandenm allein aus wirtschaftlichen Gründen, und mögen die Siedle herkommen aus allen möglichen Völkern — uns Deutsche sollte, soweit wir nicht *in die Anbetung der eignen Nah nalität versunken sind, dieser Idealismus zu hoch stet: um seiner im Völkerbund nicht zu gedenken." Sodann betont Korell, daß er auch für die Anschauun der Nichtzionisten volles Verständnis habe. Er schließt sei ’ sowohl durch die Persönlichkeit des Verfassers als ■r durch die Stelle, an der er erschienen ist (in einem nie' zionistischen Organ), bedeutungsvollen Aufsatz, der bei d deutschen Juden Aufmerksamkeit finden sollte, mit folgen1׳ Thesen: 1״. Die Energie der Siedler darf nicht nachlassen;! muß dort Tatsachen schaffen Dazu bedürfen s, der Unterstützung ihrer Glaubensgenosse־ ohne daß diese sich mit den speziellen A11 gaben zu identifizieren hätten. (Von uns sperrt. — Red. ״J. R.“) 2. Die deutsche Politik muß wie überall so auch hier eine friedliche Verständigung hinarbeiten. Je weniger Deutschiand in Konflikte offiziell eingreifen kann, um so mehr soh es allgemein und auf den nächstliegenden Gebieten die Ideale des Völkerbundes betonen, um Vertrauen und dadurch Führung zu gewinnen. 3. Deutschland soll bei sich eine gerechte Staatsbürgerliehe Politik machen; seine Gesellschaft soll den Antiscmitismus in jeder Form bekämpfen und sich mit Achtung vor dem Recht und mit Humanität erfüllen; nicht nur, damit der Zustrom nach Palästina, aus Deutschland wenigstens, beschränkt bleibt auf die Enthusiasten und nicht durch Bedrückte vermehrt wird. Je bestimmter Deutschland de!1 Weg einer humanen, friedlichen Politik auch im Innern geht, um so sicherer gewinnt es Einfluß in der Welt, auch in de! palästinensischen Frage.“ Wegebau in der Haifa-Bucht In Ergänzung des kürzlich von uns veröffentlichten Berichteüber die von der Haifa B a v Development Co. vorgenommenen Arbeiten bittet die Gesellschaft, milzuieiien, daß die Hauptstraße zwischen I' ifa und Akko den Boden der Gesellschaft von Norden nach Süden durchschn idet Diese Straße, die etwa 16 km lang sein wird, läuft ungefähr parallel zur Küste und 2 km von dieser entfernt. Die Arbeiten wurden Anfang 1926 in Angriff genommen und werden gpnrinsam mit der Regierung durchgeführt Die Brücken sind Eigentum der Gesellschaft. Eine zweite Straße durchschn.•iriet den Besitz der Gesellschaft von Osten nach Westen. Sie wird etwa 4'/״k:u lang sein ur.d wird vom Solei Boneh ausgeführt enannt sses d ramen D> :ßner w ühnc veitc C isgetrie er die pie vierte Sünden d Das : sation“, w zwei lange köpfigen f ein ״G e r richtstribur die vierte Der diese Mek daß die Zionisten! nämlich in im Sowjet breitete Si allen Vors zessen“ מ ״Angeklag es wird e öffentlich! strengung( Es ist seine eige Sie sind Bewegung Weise be und Stadt! gegen Zic jetzt die des ״Mit Wir 1 richtet, v Palästina dabei am sichtliche allen Z ״Gericht“ aus der jenigen z ’״gcfichtlii zwei Jah propagier scheu Er wandern, Palästina ln di wurde v< verlesen Die Vert lieb, F traten ai Eine lan! und Part liefen ni Zwischen ein und gebungen War« za füngh beantwor wie die nung sei daß wäh als man Aera“ in den Jahr daß dam die ״Al-F große Ui die heut« vorausge! wanderur scharfe f Was viel Net des Zion diese gr< Münzen hingen i gegen Z zwischen Seht Ihr Regie, s! Ihr \ die pack in Schm« aufjauchz Ihr tote Spr! klingt, d prädestin Sprache, Sprache Odem isi Geht Ihr י ganze Le Berli

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