Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 82 (19.10.1926)
- Date
- 1926-10-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer 0,25 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meinekestraße 10. Erscheint ieden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark. vierteljährlich 5,25 Goldmark. AaelendubonneiBeiit* werden In der Wihrnag der einzelnen Linder berechnet Anzeigen •Verwaltung Jüdische Randschau G. m.b. H., Berlin W15, Meinekestr.10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Aasatgeapnla18(upaltNanperej!]ezeUeOJ0G--M. Stetlengeeneke 0 ÄS G.-M. AfucigeascMafli Dienetal und F r e i t« g aeebaill,( 4 Ubr. Telephon: Bismarck 7165 - 70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392• Für Oesterreich: Posbparkasseaamt Wien, Konto Nr, 156 030- Für Tgchechoilowakei: PosUparkaaseaamt Prag, Konto Nr. 59 410- Für Polen: Postsparkaascoamt Warschau, Konto Nr. 190 708* Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Nummer 82 | Berlin, 19. X. 1926 י״א מרחשון חרס״ז | xxxLJahrg. Oer Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung alnar äflentllch - rachtllch gastcharten Halmstütte In Palästina. ״Basalar Programm." Die Beschlüsse der Die am 10. d. Mts. in London unter dem Vorsitz Sir Herbert Samuels begonnene Konferenz, die über Mittel zur wirtschaftlichen Stärkung des jüdischen Nationalheims in Palästina zu beraten hatte, ist nach Fassung sehr wichtiger Beschlüsse geschlossen worden. Ueber den Verlauf wird uns noch mitgeteilt: Die Konferenz war am Sonntagvormittag noch nicht vollzählig, da eine Reihe von Teilnehmern wegen schwerer Stürme im Kanal nicht rechtzeitig eingetroffen war. Herr Direktor Oskar Wassermann war auch an diesem Tage durch die Konferenz der deutschen und englischen Industriellen am Erscheinen verhindert. Infolgedessen wurde die erste Sitzung nur der Begrüßung und einer vorbereitenden Ausspräche gewidmet, auf Orund welcher zur weiteren Durcharbeitung des Materials zwei Kommissionen eingesetzt wurden, die auch ihre Arbeit bis zur zweiten Sitzung am Montag großenteils fertigstellten, so daß am Montag aie Aussprache sofort konkrete Fragen in Angriff nahm. Die Sitzung war durchaus befriedigend besucht. Den Vorsitz führte vom Anfang bis zum Ende Sir Herbert Samuel, der sehr aktiv in den Gang der Aussprache eingriff Ihm assistierte Dr. Weizmann, der auch ein scharf umrissenes Bild der gegenwärtigen Situation und der Ent- Wicklungstendenzen in Palästina gab. Schon in den ersten Sitzungen beteiligte sich sehr lebhaft und mit bemerkenswerter Sachkenntnis an der Aussprache Deputierter Leon Blum aus Paris. Der Präsident des deutschen Keren Hajessod, Herr Direktor Wassermann, nahm einen intensiven Anteil an der Besprechung jeder Frage, ebenso zeigten sich Herr Dr. Ernst Kahn aus Frankfurt und Herr Dr. E. L. Visser, Mitglied des Obersten Gerichtshofes im Haag, Präsident des holländischen Keren Hajessod, in den verwickelten Problemen des Aufbaus so versiert, daß sie immer wieder mit wertvollen Anregungen hervortreten konnten. James de Rothschild sprach wiederholt zu Gegenständen der Tagesordnung, für die seine Sachkenntnis aller wirtschaftlicnen Palästinatragen von größtem Werte war. Ein großer Teil der Vorschläge wurde von Herrn Dr. R u p p i n erläutert; ferner nahmen an den Aussprachen die Herren Novomejski, M. Pollak (Direktor der Nesher-Fabrik, Haifa), Dr. V. Iacobson, Dr. Feiwel und Dr. Ha 1 pern Anteil Bemerkenswert war die Teilnahme zweier italienischer Finanziers, des Herrn Seattle(* Deila Torr? und des Herrn Adler aus Mailand. Ara Dienstag trat atjeh noch: Herr ■Wriyifts׳' am Frankfurt ein; Außer den Genannten waren an der Konferenz beteiligt die Herren Nassatissin, Naiditscb, Joseph Cowen, Dr. Eder und Felix Rosenblüth als Mitglieder der Exelmtive, Dr. K a s t e 1 i a n s k i als wirtschaftlicher Beirat der Exekutive und Leo Herrmann für den Keren Hajessod. Als Sekretäre der Konferenz funktionierten die Herren J. L. Cohen, Dozent für Nationalökonomie an der Universität in Cambridge, und Herr Israel Cohen, Sekretär der Zionistischen Exekutive. Die Konferenz erhielt eine Reihe von Begrüßungen und Entschuldigungen von eingeladenen Persönlichkeiten, die an der Teilnahme verhindert waren. Lord Reading sandte eine Zuschrift, worin er sein Bedauern ausdrückt, daß er infolge Abwesenheit von England an der Konferenz nicht teilnehmen kann und ihr vollen Erfolg wünscht. Herr B e 1 i s h a war durch Krankheit verhindert, ebenso bedauerte Bankier Armand Dreyfuß (Schweiz), durch Krankheit verhindert zu sein, versprach jedoch, in Zukunft mitzuarbeiten. Ueber den feierlichen Abschluß der Konferenz berichten wh־ an anderer Stelle. Die Konferenz, die am 13. Oktober zu Ende ging, faßte die folgenden Beschlüsse: I. Keren Hafessod und Keren Kafemeth Im Hinblick darauf, daß a) der größere Teil der jüdischen Einwanderer in der Landwirtschaft und in der Industrie Unterkunt't finden soll und b) ein großer Prozentsatz der Ein- Wanderer nicht über hinreichende private Mitte! verfügt und daher bei seiner Festsetzung in Landwirtschaft und Industrie unterstützt werden muß, ist die Konferenz der Ansicht, daß der Keren Hajessod neben seinen wichtigen Funktionen aut sozialem und kulturellem Gebiete noch eine beträchtliche Zeitlang bei der Beschaffung der unerläßlichen Fundierung dieser wirtschaftlichen Unternehmungen in einem größeren Ausmaße wird teilnehmen müssen. Im besonderen ist der Keren Hajessod dazu berufen, die ersten Vorbedingungen für solche Institutionen zu schaffen, die Kredit auf einer wirtschaftlichen Basis gewähren helfen. Die Konferenz, die die überragende Wichtigkeit der Schaffung einer großen Landwirtschaft treibenden Bevölkerung erkennt, legt den größten Nachdruck aut die Bedeutung des Land-Fonds, des Keren Kajemeth. Die Konferenz betrachtet eine fortschreitende Vergrößcrang der Hilfsquellen der beiden Fonds für eine wesentliche Vorbedingung für den wirtschaftlichen Aufbau des jüdischen Nationalheim' II, Landwirtschaftliche Kolonisation 1. Landwirtschaftsbank• Die Konferenz ist der Ansicht, daß es zur Förderung der jüdischen Kolonisation in Palästina wünschenswert sei, eine Landwirtschaftsbank ins Leben zu rufen, die den im Lande bereits festgesetzten Siedlern gesicherte Kredite geben soll. Bevor an die Errichtung der Bank geschritten wird, sollte ermittelt werden, a) ob eine Möglichkeit besteht, das Aktienkapital der Bank, das sich auf mindestens £ 20001)0 belaufen müßte, einesteils von dem Keren Hajessod und anderen jüdischen Institutionen, zum anderen Teil von Bankiers, die an dem Absatz der Bankbons interessiert sein würden, aufzubringen; b) ob eine Möglichkeit besteht, die Bankbons mit Hilfe der Bankiers auswärts unterzubringen; Wfrfediattskonferenz c) ob die Möglichkeit besteht, daß die palästinensische Regierung im Verlauf einer noch zu bestimmenden Zeit jährlich von ihrem Budget der Bank eine gewisse Summe als langfristige Anleihe gewähre. Solche Anleihen von, sagen wir £ 200 000 jährlich würden die Bank in die Lage versetzen, ihre Geschäfte von Antang an in weitem Ausmaße zu führen, selbst wenn der Absatz der Bons in den ersten Jahren nur eine mäßige Summe einbringen sollte. Der Anspruch an die Regierung, der Landwirtschaftsbank finanziellen Rückhalt zu gewähren, wird durch die Tatsache gerechtfertigt, daß die Zunahme der Regierungseinkünlte während der letzten Jahre hauptsächlich auf die jüdische Einwanderung und Kolonisation, den Hausbau und den Landerwerb von Juden zurückzuführen ist, was eine erhebliche Steigerung der Einnahmen aus Zöllen, Land- und Hausstcuern bewirkte. Ebenso tragen die jüdischen Einwohner einen sehr großen Teil zu den Einkünften des Eisenbahn- und Postdepartements bei. Demgemäß würde die Regierung, indem sie die Bank unterstützt und so die jüdische Kolonisation fördert, sich für die Zukunft neue Steuer- und Einnahmequellen sichern. Der Regierung sollte eine angemessene Kontrolle über die Verwaltung der Bank eingeräumt werden. Die Konferenz betrachtet nicht als innerhalb ihrer Sphäre liegend, eine Meinung auszusprechen betreffend den Anspmch irgendeines anderen Teils der Bevölkerung auf landwirtschaftliche Kredite seitens der Regierung. 2. Steuern. Die Konferenz empfiehlt der Zionistischen Organisation, bei der palästinensischen Regierung Vorstellungen zu erheben mit dem Ziele, Steuererleichterungen für neue landwirtschaftliche Siedler eintreten zu lassen, von denen während der ersten 15 Jahre keine höheren Beträge an Vergho und Oscher gefordert werden sollen, als von denselben Böden vor der neuen Bcsi״dh!n״• worden sind. 3. ü r a 11 g c 11 - tJ i a n t a g e n. Die Konferenz ist der Ansicht, daß der bisherige Erfolg der Orangenzucht in Palästina die Empfehlung rechtfertige, daß eine Ausdehnung der Orangenzucht mit allen geeigneten Mitteln gefördert werden müsse. 4. St*»t4bo4$a iftr di*.. Sits*11 er. ' Di«, ' ‘ßfgpalsttimt, bei der palästinensischen Regierung Vorstellungen zu erheben mit dem Ziel, daß ein Komitee für die Regelung: der Frage des Staatsbodens unter Teilnahme der Zionistischen Organisation eingesetzt werde. Dieses Komitee solle den gesamten dem Staate gehörenden Landbesitz bezüglich seiner Verwendbarkeit für eine dichte Besiedlung durch Juden gemäß der Bestimmung des Palästinamandats prüfen zu dem Zweck, daß alle jene Landgebiete, die für jüdische Kolonisation geeignet sind, dafür bereitgestellt werden. III. Indus tri eile Kredite Die Konferenz legt der Entwicklung von Industrien durch selbständige Bemühungen industrieller Unternehmer die größte Bedeutung bei. Diese Unternehmen sollen durch Kredite, wie sie in allen Ländern üblich sind, gefördert werden. Diese Kreditmöglichkeiten sind gegenwärtig in Palästina völlig unzureichend. Die Konferenz lenkt die Aufmerksamkeit des Keren Hajessod, der Palestine Corporation in London und der Palestine Economic Corporation in New York darauf hin, daß die Schaffung einer starken Institution oder die Errichtung einer Abteilung einer schon bestehenden Institution für diesen Zweck in hohem Maß!’ erwünscht sei. IV. Der Anleihe-Plan Die Konferenz ist der Ansicht, daß die Zionistische Organisation unter den gegenwärtigen Verhältnissen keine Möglichkeit hat, eine große Anleihe zu tätigen, da diese Körperschaft keine genügend großen Aktiva besitzt, die eine Basis für eine solche Anleihe abgeben könnten. Die Konferenz stimmt darin überein, daß, soweit landwirtschaftliche Kredite in Frage kommen, diese von der vorgeschlagenen Landwirtschaftsbank beschafft werden sollten, während Kredite zu anderen Zwecke ׳, soweit sie hinreichend gesichert werden könnten, durch die Ausgabe von allgemeinen Bons oder anderweitig von den verschiedenen schon bestehenden oder für spezielle ökonomische Zwecke noch zu bildende Institutionen beschafft werden sollten. Der Vorsitzende der Konferenz, Sir Herbert S a tn u e 1, enthielt sich im Hinblick auf seine Stellung als früherer Oberkommissar für Palästina einer Meinungsäußerung bezüglieh jener Vorschläge, die auf eine Aktion durch die nalästinensische Verwaltung hinauslaufen. Der Rabbinerverbaid Obmcblfsieni liir Palästina Der Rabbinerverband von Oberschlcsien hielt dieser Tage in Hindenburg eine Versammlung ab,' in welcher er bezüglich Palästinas folgende Resolution annahm: ״Bei aller selbstverständlichen Liebe zu Heimat und Vater-!and und bei aller unentziehbaren Hingabe an den Dienst fiir Heimat und Vaterland ist das Heilige Land, das Land göttlicher Verheißungen, eine heilige, gottgewollte Angelegenheit des gesamten, also auch des deutschen Judentums!“ Ein Antrag auf eine dementsprechende Kundgebung wurde an den Vorstand des Verbandes der Rabbiner Deutschlands weitergeleitet. Ferner wurde eine Beteiligung an dem Deutschen Rabbinerhain des Keren Kajemeth beschlossen und eine Anzahl Bäume gestiftet, entsprechend der durch freiwillige Beiträge der Mitglieder aufzubringenden Summe. Sitzung des Landesvorsiandcs Teilnahme Sokolows — 42000 Mk. für Keren Hajessoa Der Verlauf der Veranstaltungen des letzten Sonntags hat gezeigt, daß die zionistische Energie und das zionistische Pflichtbewußtsein sich nicht beirren lassen von pessimistischen Darstellungen und am allerwenigsten durch die Erkenntnis der wirklichen Schwierigkeiten unseres ungeheuren Werkes. Die Kraft des Zionismus, die Stärke der zionistischen Idee hat sich bisher stets am besten in Zeiten der Not bewährt. In Zeiten großer äußerer Erfolge gibt es eine Menge Mitläufer, die von diesen Erfolgen profitieren wollen, ln Zeiten der Nost jedoch kommt alles auf die Menschen an, die sich wirklich verantwortlich fühlen und die wissen, daß sie einer Sache dienen, die nicht durch momentane Situationen entschieden wird, sondern durch gute und schlechte Zeiten hindurch ihrer Vollendung entgegengetragen wird. Alle Zionisten wissen, daß heute in Palästina ein Notstand herrscht. Sie wünschen, daß diese Krise so schnell als möglich überwunden wird, aber sie wissen auch, daß dies nur durchgeführt werden kann, wenn die Zionistische Organisation die Machtmittel dazu hat. ln erster Linie ist es eine Geldfrage. Darum heißt es heute vor allem die Mittel des Keren Hajessod stärken. Die Mitglieder des Landesvorstandes und die Teilnehmer an der Berliner Zionistenversammlung haben auf den Appell, der an sie gerichtet wurde, in würdiger Fe in geantwortet. 42000 M. sind ein Resultat, das in anbetracht der Verhältnisse als ansehnliche Leistung ge• bucht werden darf, besonders wenn man berücksichtigt, daß zahlreiche Anwesende bereits früher gezeichnet haben. Noch wichtiger jedoch ist das Versprechen der führenden Zionisten aus ganz Deutschland, den Geist der Entschlossenheit, der in dieser Sitzung herrschte, in die zionistischen und jüdischen Kreise ganz Deutschlands hinauszutragen und ihre Kraft dafür ein- »!setzen, daß das deutsche Judentum — in erster Linie *jfÜÄ der' deütstebf — beweist, daß er begreift, was er Palästina schuldig ist. ״Nachstehend der Verhandlungsbericht: Am Sonntag, den 17. Oktober, fand im Sitzungssaal des zionistischen Büros in Berlin eine Plenarsitzung des Landes- Vorstandes der Z. V. f. D. statt, an der der Präsident der zionistischen Exekutive, Herr Nahum So ko low־, und die Direktoren des Keren Hajessod, die Herren Dr. Arthur H a n t k e und Leib J a f f e , teiinahmen. Es waren anwesend: Vom Geschäftsführenden Ausschuß: Bfumenfeld, Rosenblüth, Cohn, Foerder, Kober, Naphtali, Sandler, Weltsch. Vom Landesvorstand: Apfel, Ascher, Beyth, Hans Bloch, Buchholz, Benno Cohn-Berlin, Deutschmann, Epstein, Erhard, Goldmann, Grünstem, Heilbrunn, Jacobsohn, Kanowitz, Klatzkin, Kollenscher, Kuhn, Landsberg, Lichtheim, Möller, Moses, Nathan, Nußbaum, Pomeranz, Rabin, Rosenberg, Rosenfeld, Samuel, Soloweitschik, Tumpowsky, Wolfheim, Wolfsberg, Wronsky, ferner der Vorsitzende der Keren Kajemeth-Kommission für Deutschland Dr. Schwarz. Vom Finanzausschuß: Gerson, Baer, Frankel, Preiß, Siegfried Hirsch, Senator. Die Vormittagssitzung war den Fragen des Keren Hajessod gewidmet. In der Nachmittagssitzung fand eine sehr eingehende Aussprache über die Frage der jüdisehen Gemeindepolitik statt, die durch ein Referat von Herrn R.-A. Kollenscher eingeleitet wurde. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Epstein, Nußbaum, Soloweitschik, Moses, Foerder, Wolfsberg, Samuel, Grünstein, Rosenfeld, Sandler und Blumenfeld. Es wurde in den wichtigsten Fragen eine völlige Uebereinstimmung erzielt und befriedigende Beschlüsse gefaßt. * In der Vormittagssitzung begrüßte der Vorsitzende, Herr Blumenfeld, zunächst den Präsidenten der zionistischen Exekutive, Herrn Sokolow, und gab der Freude der deutschen Zionisten Ausdruck, Herrn Sokolow in ihrer Mitte zu sehen. Er dankte Herrn Sokolow, daß er seinen Erholungs- Urlaub unterbrochen bat, um an der Konferenz teilzunehmen. Sokolows Ansprache Herr Sokolow besprach sodann die Situation in Palästina. Er ist bekanntlich erst vor kurzem aus dem Lande zurückgekehrt und versicherte, daß die Schwierigkeiten zwar sehr groß sind, man dürfe sich jedoch nicht zu völlig unbegritndeten Uebcrtreibungen hinreißen lassen, sondern müsse genau untersuchen, worin die Gründe der heutigen Krise bestehen. Die Einwanderer der vierten Alijah hätten zu einem großen Teil ein sehr wertvolles Element für den Aufbau des Landes bilden können, wenn sie wirklich genügend Mittel mitgebracht hätten. Sie waren aber in ihrer Mehrzahl gezwungen, bei ihrer Abreise aus Polen ihr dortiges Vermögen nicht gegen har zu verkaufen, was infolge der Wirtschaftslage unmöglich war, sondern gegen Ratenzahlungen. Nun hat sich die Wirtschaftslage in Polen so verschlechtert, daß die meisten Käufer die Raten nicht bezahlen konnten und dadurch gerieten die Leute in Palästina in Schwierigkeiten und konnten ihre Betriebe zum großen Teil nicht aufrecliterhalten. Es müsse jedoch mit allem Nachdruck betont werden, daß eine ganze Reihe von Einwanderern dieser vierten Alijah sich doch