Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 81 (15.10.1926)
- Date
- 1926-10-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 574 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 8! Nr 81 technischen Methoden ist unerläßlich. Nicht nur die privaten Siedlungen, bei denen das Profitinteresse sich automatisch geltend machen wird, sondern auch die nationalen Siedlungen müssen nach diesen Oesichtspunkten geleitet werden. Es ist Sache des landwirtschaftlichen Departements der Exekutive, dafür zu sorgen, daß nach Abschluß der Okkupationsperiode der Zustand größter wirtschaftlicher Rationalität in den zionistischen Siedlungen herbeigeführt wird. Der Abschluß von Verträgen mit den Siedlern, der die Eigentums- Verhältnisse und die Verpflichtungen der Siedler genau regelt, wird hierbei vorteilhaft mitwirken. Er wird auch die Gelegenheit bieten, zu der von uns geforderten Sach- und Z wec k re v i s io 11, durch die die vorhandenen Werte genau festgestellt, die durch äußere Bedingungen erforderten nationalen Investitionen abgeschrieben, aber auch die Richtlinien für den Betrieb festgelegt werden müssen. Die Ansiedler müssen genau wissen, daß sic für ihre Wirtschaft und ihre eigene Zukunft selbst verantwortlich sind und von einem bestimmten Zeitpunkt an auf eigenen Füßen stehen müssen. Es gibt bekanntlich drei Haupttypen der jüdischen Arbeitersiedlung: den MoschavvOwdim (bäuerliche Einzel- Siedler), die kleine Kwuzah (Genossenschaft von zirka 50 Genossen) und die große Kwuzah (zirka 200 Geiiossen). Bei dem Moschavv und auch noch bei der kleinen Kwuzah ist die Vereinbarung mit dem Siedler nicht schwer, weil die persönlichen Verhältnisse ziemlieh stabil sind. Etwas anders steht es bei der großen Kwuzah, bei der naturgemäß der Mitgliederstand stärker fluktuiert. Doch ist durch das Statut, das die Kwuzoth nunmehr zu amtlich registrierten Genossenschaften macht und Rechte und Pflichten der Genossen regelt, in dieser Hinsicht insofern viel gebessert, als der Eintritt und Austritt von Mitgliedern, der doch vermögensrechtliche Bedeutung hat, nicht so formlos vor sich gehen kann wie zuvor. Dennoch wird von vielen bezweifelt, daß die große Kwuzah eine dauernde Form der Kolonisation bleiben kann. Heute gibt es in Palästina zwei ״große Kwuzoth“, nämlich En Charod und Tel Josef, beide im Emek Jcsreel, dazu kommt noch der Kibbuz Haschomer Hazair in Beth Alfa, der jedoch auf anderen Prinzipien beruht. Die große Kwuzah als Siedlungsform ist in letzter Zeit öffentlich vor allem von Franz Oppenheimer kritisiert worden und diese Kritik ist von der Presse, die teils nicht verstand, teils nicht verstehen wollte, worum es sich handelt, als ein Debacle der ganzen zionistischen Kolonisation hingestellt worden. Oppenheimer selbst hat sich gegen diese unlautere Berichterstattung bereits zur Wehr gesetzt. Seine Kritik der großen Kwuzah ist aber sicherlich sehr ernst zu nehmen. Wir können sie dahin zusammenfassen, daß die Umwandlung aus dem Stadium der Okkupation in das Stadium der Ansiedlung eben eine exaktere wirtschaftliche Leitung erfordert. Bei dieser Kritik muß jedoch bedacht werden, daß die angewandte ^,Ififcan c״׳< gttZm Kwuzah bei L^e׳ der. VerMltpfese die einzig mögliche war, um überhaupt die gekauften Böden in Besitz zu nehmen. Hätte man etwa im Jahre 1920 bereits nach den Prinzipien der Oppenheimerschen Siedlungsgenossenschaft zu arbeiten beginnen wollen, dann hätte man, um rationell wirtschaften zu können, das ganze für die Gründung der Wirtschaft erforderliche Kapital zur Verfügung haben müssen. Jedermann weiß, daß dies nicht der Fall war, daß die Kwuzoth buchstäblieh von der Hand in den Mund leben mußten, und daß man sich unter diesen Umständen kein anderes Ziel setzen konnte, als zunächst einmal das Land urbar und bewohnbar zu machen. Diese Funktion haben die großen Kwuzoth in einer Weise erfüllt, die den Chaluzim des Emek, die ihre Gesundheit geopfert haben und auf die man jahrelang Loblieder sang, unvergessen bleiben muß. Auch in Zukunft werden wir das System der ״großen Kwuzah“ brauchen, wenn es gilt, größere neuerworbene Bodenstrecken in Besitz zu nehmen; man denke nur ait die Projekte der Ansiedlung im Süden oder in Trans- Jordanien. Aber wir stimmen mit Oppenheimer darin überein, daß, wenn die Vorarbeiten vorüber sind, eine strenge Rechnung beginnen muß. Am Ende der Okkupationsperiode muß eine Sach- und Zweckre Vision stattfinden und das Bewußtsein der Arbeiter auf die neue Aufgabe sich umstellen. Es muß in den nächsten Jahren gelingen, die L a n d - Wirtschaft rentabel zu machen. Statt sich in allzuvielen Unternehmungen zu zersplittern, muß die zionistische Kolonisationsleitung und der Keren Hajessod sich auf dieses Ziel konzentrieren. Daß große Möglichkeiten vorhanden sind, beweisen die Erfolge der Orangenbauer. Das weitere ist ein technisches und wirtschaftliches Problem, eine Sache stiller und gewissenhafter Arbeit, nicht Gegenstand der Publizistik. Aufgabe der verantwortlichen Publizistik ist nur, an der Bildung einer öffentlichen Meinung mitzuarbeiten, die in einem guten und soliden Aufbau ein wichtigeres Erfordernis sieht, als in einer ״Massen“-Unternehmung, die die Kräfte übersteigt und durch ihr Mißlingen auch die guten Anfänge mitreißt. Was hier von der Landwirtschaft gesagt wurde, gilt ähnlich auch von der Industrie. Bei der praktisehen Wirtschaftstätigkeit darf die agitatorische Phrase nicht mitspielen. Man muß die Grenzen der heutigen Entfaltungsmöglichkeit genau abschätzen und muß alle wirtschaftlichen Faktoren ins Kalkül ziehen, statt sich von einer Großmannssucht, die manchmal wirtschaftliche, manchmal politische Motive hat, zu Gründungen hinreißen zu lassen, die in der Wirklichkeit keine Basis haben. Die Pioniertätigkeit in der Industrie muß von erfahrenen Fachleuten gemacht werden und auch auf diesem Gebiete muß die Zionistische Organisation durch ihre Institutionen einen Teil des Risikos der Erschließung des Landes tragen. Gegenwärtig wird durch das Ressort von Herrn Dizengoff ein Versuch gemacht, die industrielle Entwicklung mit Hilfe der Zionistischen Organisation in richtige Bahnen zu lenken. Es wird sich zeigen, daß diejenigen Unternehmungen, die einen gesunden Kern hatten, auch von der Krise nicht wesentlich berührt wurden. Erst in diesen Tagen sind mehrere Fabriken wieder eröffnet und zum Teil vergrößert worden. Besonders zu erwähnen ist die Seidenfabrik von Delfiner, deren Schließung seinerzeit so großes Aufsehen erregt hat. Man muß sich hüten, sich von den übertriebenen Krisengerüchten täuschen zu lassen. Von der Krise wirklich erfaßt sind nur jene Elemente, deren Unternehmungen schlecht fundiert waren oder auf ganz falschen Voraussetzungen und Unkenntnis des Landes beruhten. Gerade wer immer zur Zurückhaltung geraten und vor übertriebenen Hoffnungen gewarnt hat, darf heute betonen, daß auf wuchtigen Gebieten Fortschritte erzielt worden und große Möglichkeiten noch ungenützt sind; es wäre ungerecht, die Lage einseitig pessimistisch zu sehen, weil sich der unvermeidliche Prozeß des Abflusses einer übermäßigen Einwanderung vollzieht. Das Erfordernis der Stunde ist aber ein? energische zionistische Wirtschaftspolitik, die sich das Ziel setzt, alle bestehenden und lebensfähigen Untemehmungen zunächst gesund und selbsterhaltend zu machen, und dann erst sich neuen Aufgaben zuzuwenden. Zu diesem Zweck muß eine Revision des Bestehenden vorangehen. Dieses Ziel ist des Einsatzes der äußersten Kräfte der Zionisten wert. Durch die Klärung, die der heutige Moment mit sich bringt, werden dem Keren Hajessod und Keren Kajemeth bedeutende Aufgaben im Rahmen eines wohldurchdachten Planes zufallen. Wir sind überzeugt, daß die Fonds dadurch so populär werden können wie nie zuvor. Mit überwältigender Deutlichkeit wird sich zeigen, daß Keren Hajessod und Keren Kajemeth die entscheidenden Instrumente eines prosperierenden Aufbaues sind. R. W. Nochmals: Jüdische Krim-Republik Die ״lta“ meldet aus Moskau vom 10. Oktober: Die Regierung der Sowjet-Union nahm in ihrer letzten Beratung den Bericht der gemischten Kommission über die bisherigen Resultate der Landansiedlung von Juden in Rußland entgegen und faßte die folgenden Beschlüsse: Der gesamte In der nördlichen Krim noch verfügbare Boden wird zu Zwecken der Landansiedlung von Juden freigegeben. Es handelt sich um zusammenhängende Areale in den Rayons Dschankoje und Jewsatorje, die für die Ansiedlung von etwa 250000 Seelen in Betracht kämen. In der gleichen Sitzung nahm die Regierung den Be- Schluß an, daß der ursprünglich gestehende ...pjfSv }QQ'OOß judhehe Familien mit 500 060 Seelen auf dem Lande anzusiedeln, erweitert werde. Der neubeschlossene Plan sieht die Ansiedlung von 200 000 jüdischen Familien mit einer Mil- 1 i o n Seelen vor. In Regierungskreisen gilt als eine beschlossene Sache, daß die Nord-Krim in absehbarer Zeit als eine jüdische autonome Provinz erklärt wird. Um nicht eine Unzufriedenheit In nichtjüdischen Bauernkreisen im Zusammenhang mit der Erweiterung des Kolonisatioiisplanes für Juden aufkommen zu lassen, wurde gleichzeitig beschlossen, den noch verfügbaren freien Boden in der südlichen Krim (Feodosia-Rayon) der Kolonisation ukrainischer Landarbeiter freizugeben. * Diese Notiz, die offenbar den propagandistischen Auftakt zur ״Ozet“-Konferenz in Moskau darstellt, zeigt wieder, welcher politische Mißbrauch mit dem an und für sich begrüßenswerten Hilfswerk für die russischen Juden getrieben wird. Schon seit längerer Zeit ist es bekannt, und wurde von zahlreichen sowjetfreundlichen Besuchern berichtet, daß in der Krim kein brauchbarer Boden mehr vorhanden ist. Aus diesem Grunde verstummte eine Zeitlang auch die Propaganda des ״Krim-Projektes“ und man sprach von Juden- Siedlung in der Ukraine (Gouvernement Cherson usw.). Wenn jetzt wieder das Krim-Projekt mit dem Plane der jüdischen Republik auftaucht, sogar mit der phantastischen Ziffer von einer Million Seelen, das wäre etwa ein Drittel des ganzen russischen Judentums, so ist es klar, daß es sich um ein Manöver handelt. Der Sache des russisch-jüdischen liitfswerkes, soweit es ernst zu nehmen ist, wird hierdurch nicht gedient. Köiig Feisnl in Palästina Jerusalem, 11. Okt. (J. T. A.) Gestern, 10 Uhr abends, ist König Feisul von Irak aus Frankreich, wo er sich einer Kur unterzog, in Palästina eingetroffen. Er wurde auf dem Bahnhof vom Oberkommissar Lord Piumer und dem Chefsekretär der Palästina-Regierung, Colonel Symes, empfangen. Zur Begrüßung fanden sich auch zahlreiche arabische Persönlichkeiten, die Scheichs der verschiedenen Stämme, sowie die Führer der christlichen Gemeinden des Landes ein. Abteilungen der Palästina-Polizei, der Jerusalemer Garnison und der Pfadfinder nahmen vor dem Bahnhof Aufstellung. Das Polizei-Orchester spielte die arabische Nationalhymne. Der König nahm im Wagen zwischen Lord Piumer und Colonel Symes Platz, die ihn nach dem Regierungspalais brachten. Heute nachmittag empfing König Feisul im Hause von Ismaril Bey Hassainv die Führer der arabische® Parteien in Palästina. Von hier begibt sich König Feisul nach Amman, der Hauptstadt von Transjordanien, zum Besuch seines Bruders Abdullah. Wie schon mitgeteilt, beabsichtigte König Feisul sich auch an die palästinensisch-syrische Grenze zu begeben, um dort im Einverständnis mit der französischen Regierung mit den Drusenführern zusammenzutreffen und mit ihnen über einen Frieden mit Frankreich zu verhandeln. (Wie ״Times“ meldet, hat Feisul, der auf dem Schiff mit dem neuen französischen Oberkommissär P o n s o t zusammen reiste, diese Absicht aufgegeben. — Red. ״J. R.“) Vor den Wahlen in Tel-Awiw Von unserem Korrespondenten. AO., Tel-Awhv, den 29. September. Nach dem Urteilsspruch im Prozeß zwischen der Stadtverwaltung Tel-Awiw und der Grundbesitzerpartei wurde entsprechend der Verpflichtung, die vor dem Gerichtshof abgegeben wurde, mit Vorarbeiten zu den Neuwahlen begönnen. Wie man sich erinnern wird, konzentrierten sich die Verhandlungen in den letzten Stadien des Prozesses um den Begriff des ״Steuerzahlers“. Die Absicht der Hausbesitzer- Partei war, die Zahl der Wahlberechtigten in der Munizipalität soweit wie möglich zu verringern. Ihr Antrag ging darauf hin, nur den ״Besitzern unbeweglichen Eigentums“, also von Hausern und Grundstücken, Stimmrecht zu gewähren. Nach der Definition des Gerichtshofes, die sich auf das Gesetz der englischen Munizipalitäten stützte, wurde die Mietssteuer zur Grundlage des Wahlrechts. Damit schien fürs erste der Streit abgeschlossen und die Wählerschaft stark dezimiert. Denn die Frauen und die erwachsenen Töchter und Söhne schieden aus den Listen aus. Nach der Beschlußfassung erhob sich in der Munizipalität und unter den Einwohnern der Stadt eine erregte Diskussion über die Frage, welche Steuern als zur Miete gehörig zu rechnen seien. Von der engeren oder weiteren Fassung dieses Begriffes hängen die Stimmen von Tausenden von Wählern und damit das Schicksal der städtischen Politik ab. Die Munizipalität beschloß kurz nach Schluß des Prozesses, daß alle Abgaben außer der Schul- Steuer zur Beteiligung bei den Wahlen berechtigen. Der Termin wurde für Ende Oktober festgesetzt, die Wahlkonimission trat zusammen, die Bedingungen schienen geregelt. Die Hausbesitzerpartei wandte sich jedoch — diesmal niciif im Prozeß-, sondern auf administrativem Wege — an die Regierung, um eine bestimmtere Definition zu erlangen. Sie wollte den Beschluß der Munizipalität über die Steuern nicht anerkennen, äußerte Mißtrauen gegen die Wahlkommission, weil sie von der bestehenden Munizipalität eingesetzt war und forderte einen eindeutigen Beschluß und Eingreifen der Regierung. Ehe Behörden verlangten Verschiebung der Wahlen, bis die Schwierigkeiten endgültig behoben seien. Unterdessen hat sich bereits — inoffiziell — geklärt, daß die Regierung einen Teil der Steuern nicht als Wahlberechtigung anerkennen wird. Dahin gehört die Abgabe für Wasser und für Reinigung der Höfe. Die Steuer für Krankenhäuser, die in Tel-Awiw von jedem Einwohner erhoben wird, ist in Zweifel gezogen. Die Frauen der Wähler sind dagegen nach einer Erklärung der Regierung stimmberechtigt und es scheint, als ob auch Kooperativen, die gemeinsam Steuern zahlen, Stimmrecht erhalten. Im Zentrum der Diskussion steht äugenbücklich die Frage der Bewohner der Baracken, die zurzeit 20—25 °/0 der Einwohner von Tel-Awiw ausmachen, und die Frage des Zensus. Heute besteht ein Zensus von 10 Pfund pro Jahr, den die Hausbesitzer auf 120 Pfund (das Zehnfache) heraufsetzen wollen, was die Wählerschaft stark vermindern würde. Dem Außenstehenden mögen alle diese Einzelheiten u!>- wichtig und nebensächlich erscheinen, aber sie bedeuten den ן Ausdruck und die Stadien eines erbitterten Kampfes I zweier Gegner, bei dem es sich um zentrale prinzipielle Dinr ן handelt, die eminent praktische Rusul täte habt Es handelt sich uim den Zusammenstoß gegensätzlich# IMforl: יessen, um den Vorstoß eines engen Kreises von ״Besitzenden“, die zu allen Mitteln bereit sind, um ihre Stellung zu verteidigen. Trotz der Entrüstung über die Sprengung des nationalen Rahmens, der allgemein als ״nationaler Verrat“ bezeichnet wird, trotz der Stärkung der Elemente der demokratischen Mittelgruppe, die durch diese verantwortungslose Taktik völlig vom Block der Rechten abgedrängt worden kt, geht das kleine Häuflein der ״Hausbesitzer“ (beileibe nicht alle Hausbesitzer umfassend) unbekümmert seinen Weg. Die Folgen dieser Politik sind sehr gefährlich, sie beeinträchtigt unsere nationale Stoßkraft, sie gibt der Regierung Gelegenheit zum Eingreifen und zur Beschränkung der demokratischen Einrichtungen, sie gefährdet die junge und empfindliche, werdende Autonomie. Trotz des Widerstandes der überwältigenden Majorität der Einwohner der Stadt gelingt es nur mit der größten Anstrengung, gegen diese Kreise anzukämpfen. Es ist ein Streit um jeden Fußbreit Boden. Und eo ipso ist der demokratische Block und die Linke in der Defensive. Sie können und wollen sich nicht der Waffen bedienen, die die Gegner gebrauchen. Unter diesen Umständen ist die Majorität in der Hauptsache darauf beschränkt, ihren ganzen Einfluß nach innen aufzubieten, um die Macht dieses Kreises zu brechen. Die Regierung hingegen ist in diesem Spezialfalle daran interessiert, eine Plattform zu schaffen, die — soweit als möglich — beide Seiten befriedigt. Es handelt sich für sie um eine endgültige Beilegung des Kampfes. In gewissem Sinne benutzen zugleich die Behörden die Gelegenheit, um sich eine bestimmte Kontrolle zu sichern. Und wir haben wenig Möglichkeiten, unsere Autonomie in vollem Umfang zu verteidigen, weil ein Teil des Jischuw — man mag ihn einschätzen wie immer — diese Intervention veranlaßt und gefordert hat. Das Problem erhält einen besonderen Aspekt durch die Tatsache, daß wir vor der Publikation des Munizipalitätengesetzes stehen. Die Hausbesitzerpartei hat äugenbücklich ein Interesse daran, die Wahlen hinauszuschiebei!, weil das Gesetz aller Wahrscheinlichkeit nach für die Munizipalitäten im Vergleich zu deren Reglement von Tel-Awiw starke Beschränkungen bringen wird (z. B. Wahlrecht nur für palästinensische Bürger). Der Jischuw jedoch ist daran interessiert, sich Tel-Awiws und seiner Konstitution als eines Präzedenzfalles zu bedienen, auf den wir die Forderungen an anderen Stellen aufbauen können. In den nächsten Wochen soll die Entscheidung der Regierung fallen. Unterdessen ist die Munizipalität und damit die Stadt in einer komplizierten Situation. Unter den gegenwärtigen Umständen, die der Stadtverwaltung Tel-Awiw geradezu ungeheure Aufgaben stellen, bei der drückenden wirtscbaftllchen Lage, der ausgebreiteten Arbeitslosigkeit, hängt von einer aktiven und machtvollen Verwaltung sehr vieles ab. Heute wird durch die bevorstehenden Wahlen vieles verhindert, was notwendig wäre. Der Kredit der Stadt ist beschränkt, weil man einen Wechsel in der Leitung erwartet und befürchtet, daß die Unterschrift der heute leitenden Männer in vier Wochen nicht mehr gelten wird. Daher ist nichts dringlicher, als die baldige Stabilisierung der Verhältnisse. Er I Kommt Palästina ei und Teil e und Stärkun Organisatio! gaben die besondere 1 dieses Fel!;, h'ger Bcgini Lehrer i!1 u durch die talischen G< nis nach R; cs wäre di wenn wir dt von Schüler ist, befriedi Ländern Ei spüren eine auch die f ablehnend < mm Teil ei ders ihre J! Form beka Fall ist. 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