Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 78 (5.10.1926)
- Date
- 1926-10-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 554 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.־» Nr. 78 ijfcer muß allerdings vorausgelten der nahe bevorstehende Zusammenbruch des nationalen Chauvinismus mit seiner Wahnidee vom. zentralistischen National- Staate, die Erkenntnis von der absoluten Notwendigkeit der Beseitigung aller wirtschaftlichen Schranken und endlich die Organisation der nationalen Minoritäten und ihre Erkämpfung der Völkerautonomic sowie des Föderalismus in den meisten Staaten. Man darf in allen diesen Punkten keine allzu optimistischen Erwartungen an den paneuropäischen Kongreß knüpfen, wie es denn überhaupt ein großer Fehler ist, in Kongresse und Parteitage große Illusionen zu setzen. Der paneuropiische Kongreß wird bloß der erste Aufmarsch jener europäischen Armee sei«, deren Kampfparole lautet: Für ein völkerversöhntes, national und sozial erneuertes Europa. Diese soziale Erneuerung, ganz zu schweigen vom Sozialismus, ist in dem jetzigen chaotischen, vom nationalen und sozialen Herrschaftsprinzipe besessenen Europa nicht möglich. Der Sozialismus benötigt ebenso neue Kulturmenschen wie der Zionismus zum Aufbau Palästinas und für eine erfolgreiche Landespolitik. Eine solche aber fordert eine neue, den heutigen Verhältnissen angepaßte, mit den Juden Europas als nationale Einheit rechnende jüdische Volkspolitik, welche als Landesarbeit die Palästinaarbeit im Sinne der paneuropäischen Idee für die Renaissance unseres 16-Mil- Uonenvofkes ergänzt. י Die Entwicklung I« Palästina beweist deutlich, w*s die Einsichtigen jahrelang bereits eingeschen haben, daß die Kolonisation Palästinas mir sehr langsam, vor sich gehen kann, und daß man ihren Erfolg keineswegs beschleunigt, wenn man die Landesarbeit unterbindet; allerdings darf die Landesarbeit nicht in jenen bisherigen engen territorialen Grenzen kultiviert werden, wie. es in manchen Ländern geschieht, sie darf auch nicht auf dem reinen Klassenstandpunkt stehen und so zur Steigerung der daraus resultierenden Parteikämpfe zum Schaden der Juden beitragen, sondern sie muß im paneuropäischen Geiste alle jene nationalen religiösen und sozialen Probleme in ihr Tätigkeitsgebiet einbeziehen, die in ihrer Totalität die Judenfrage bilden. Ihre erfolgreiche Lösung speziell in Europa ist zum großen Teile von der Ucberwindung des nationalen Chauvinismus und von einem Siege der Minoritätsforderungen als natürliche Folge einer neuen modernsozialen Auffassung des Verhältnisses zwischen Staat und Nation und Staat und Individuum abhängig. י Die Belogiiue der Mjadalskemratsslon Genf, 29. September. (J. T. A.) Lord Robert Cecil hat vor seiner Abreise aus Genf die ,Vertreter der *Presse empfangen und sich ihnen gegenüber über die verschicdentlichen Juffassungen in der Frage• der Kompetenzerweiterung der 1t|d*te«in14ls1sf0f»- gelüiects■ ...En voa, Sir Äusfen;•Ce.rL*i n und wies darauf hin, daß sowohl Briand als auch andere Mitglieder des Völkerbundrates mit Chamberlain darin übereinstimmten, daß eine direkte Entgegennahme von Petitionen der Bevölkerung der Mandatslinder und eine Anhörung der Vertreter die Lage der Mindaiannichte schwierig gestalten könnte. Die Arbeit der Mandatskommission, setzte Cecil fort, sei eigentlich nicht kritisiert worden, ihre Methoden erfreuen sich großer W'ert- Schätzung, allein es sei als notwendig empfunden worden, die Mitglieder der Mandatskommission zu ermahnen, gewissen Gefahren, die sich aus mancherlei Umständen ergeben könnten, aus dem Wege m gehen. Mandatskommission und Völkerbunt! sollten * selbst ihre Kompetenzsphäre abgrenzen. Ihre Arbeit liegt in der internationalen Sphäre; nationale An gelegenheiten sollten sie nicht in ihr Bereich ziehen. Eine Er- Weiterung der Kompetenz der Mandatskommission in der Riehtung der gemachten Vorschläge würde Verwirrung in der Verwaltung der Mandatsterritorien bringen und deti Mandataren mancherlei Ungelegenheiten bereiten. In Tel-Awiw wurde ein neues großes Hotel ״Pai latin“ eröffnet. Pächter des Hotels ist Herr Barsky. I Das Kreuz Europas Von unserem Wiener b. g.-Korrespondenten. Wir bringen an anderer Stelle eine Betrachtung von Dr. Kadisch zum Pancuropa-Kongreß und geben hier noch der Aeußerung unseres Wiener b. g.-Korrespondenten Raum, der die Sache unter einem anderen Aspekt behandelt. Wir möchten jedoch nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß Imperialismus davon erhofft, was also Konsequenzen, wie die vom Verfasser dieses Artikels befürchteten aggressiven Tendenzen gegen den Orient, ausschließen würde. Red. Ein Aegypter, Wortführer einer Gruppe intransigenter, im Exil lebenden Patrioten (nebenbei in Parenthese erwähnt: ein Freund der zionistischen Sacne), bringt anläßlich des in diesen Tagen stattfindenden paneuropäischen Kongresses ein Flugblatt gegen die paneuropäische Bewegung heraus. Er wünscht Europa das Beste, aber er fürchtet, daß ein vereinigtes Europa als innerlich gefestigter Sklavenhalter dem Orient entgegentreten würde. Vielleicht hat der Mann nicht unrecht, aber er dürfte, in diesem Augenblick zumindest, die paneuropäische Bewegung ein wenig überschätzen. Aber gleichviel, ob sie schon emst zu nehmen Ist oder nicht, ob ihr die Zukunft Europas gehört oder nicht, ob die aggressiven Tendenzen, die der Aegypter hinter ihr vermutet, tatsächlich vorhanden sind, oder ob Goethes, des letzten großen Europäers Liebe zum Osten diesen Paneuropäem durch ihr Programm gestattet und empfohlen wird, darf er, ein um sein Vaterland besorgter Patriot, aus seinem, den ganzen orientalischen Kulturkreis umfassenden Hermatsgefühl gegen jede, auch nur leise Möglichkeit einer Gefahr auf der Hut sein. Niemand aber wird leugnen, daß ein geeintes Europa dem Osten gefährlicher ist, zumindest solange die imperialistische Mentalität des europäischen Menschen seine Schritte in die orientalischen Lebensräume lenkt als ein Europa, dessen Staaten sicherlich nicht aus Liebe, aber aus einer politisch-defensiv immerhin auswertbaren Eifersucht um die Freundschaft dieser oder jener ortentalischen Völker buhlen. Der paneuropäische Kongreß findet in Wien statt, in Jener Stadt also, in der eine gewisse jüdische Schichte, deren einzige Lebensmaxime Assimilation um jeden Preis heißt, hysterisch nach jeder neuen Idee greift, hinter der sie sich und ihr Judentum verbergen kann, ob sie nun Revolution, Monarchie, Expressionismus oder wie es immer heißt. Aller neuen Ideen Bannerträger (soweit es sich nicht um positiv j&- dische Ideen handelte) waren zu jeder Zeit jene tonangebenden Wiener Juden, für die zehn Pogrome in Rußland weit weniger wogen als ein Liebes wort des spezifisch wienerischen Fakultativen Antisemitismus, der da sagt: ״Ja, wenn alle Juden so wären wie Sie, Herr von Ypsilon!“ Was Wunder also, daß auch das rotgelbe Kreuz Paneuropas das Knopfloch dieser abgebauten Franz-Jos ef־Ordenskandidaten schon zu einer Zeit zierte, da der bodenständige Europäer sich der Sache gegenüber noch skeptischer verhielt als heute. Nun, das ist nicht unsere Sache, möge die paneuropäische Bewegung sich selbst darum kümmern, ob die Haussiere ihrer Idee auch die notwendige Deckung in Gesinnung für die Bewegung mitbringen. Ein wenig nachdenklich aber stimmt es, wenn man das Paneuropaabzeieheu ist Knopfloch ׳ vw Zionisten- 61׳e!1V'־K« <A»e«*wie1ratiÄ«ei dIi'Tia'ge gestattet, ob Zionismus sich wirklich Po anstandslos mit Paneuropa verträgt. Der Wortführer dieser Bewegung weicht, wie ich höre, dem Zionismus aus, was ja von seinem Standpunkt verständlich ist, denn eines Teils kann er mit diesem Stein des Anstoßes in seinem paneuropäischen Gebäude nicht viel anfangen, anderseits aber, wozu soll er sich’s mit den Zionisten verderben? Wir aber müssen uns doch fragen, was rum Teufel uns Zionisten, Menschen, die nach Palästina, in ein orientalisches Land gravitieren, die bereit sind, ihre staatsrechtlichen Verknüpfungen mit Europa zu lösen, eine Bewegung angeht, die in erster und letzter Linie die europäischen Angelegenheiten ordnen will. Dürfen wir uns erlauben, jenen Möglichkeiten, die der eingangs erwähnte Aegypter befürchtet, auch nur scheinbar, auch nur als Mitläufer, positiv gegenüberzustehen? Wer in aller Welt gibt uns die Garantie, daß diese Bewegung, wenn sie nicht eines Tages an Unzeitgemäßheit oder an einem Denkfehler zerschellt, einst nicht tatsächlich den Kokmialfreibeutern ihr rotgoldenes Kram auf die Achseln heften wird? Soll dies dann auch in unserem Namen ge- Der Zwerfl im Riese■ (Dostojewskis Briefe an seine Frau.) Tolstoj und Dostojewski, die Dichtertitanen der russischen Literatur,,entstammen beide einem Milieu, in dem die heranwachsende Jugend in völliger Unkenntnis der Juden und jüdischer Dinge erzogen wurde, in den Kreisen der adeligen russischen Gutsbesitzer hatte in der Regel jeder Angehörige bis zu seinem 30. Liebensjahr keine Ahnung vom Leben der Juden und vom Judentum, glaubte, die Juden seien ein antikfs Volk oder irgendwo, unendlich weif, vielleicht *uf einem andere* Kontinent wohnende Menschen, Ws er irgcndeinmal durch die Tagespresse oder sonstwie aufmerksam gemacht wurde, ck8.cs skh 1*n ei« mitten in Rußland lebendes Volk handelt, dns sogar ein kompliziertes Fremden-Probfera verkörpert He Einstellung der russischen Adeligen zu de« Juden war nicht Haß, sondern ein natürlicher, von Kindheit a'n gezüchteter Abscheu vor dem Juden, wie etwa vor einem Zigeuner. Und auch Tolstoj tmd Dostojewski, die übrigens keine Ausnahmen auf dem russischen Olymp darstellen, über- «ahmen kritiklos diese Einstellung. Möge* die Werke 1'tostojcwskis durchweg tos selbstbiographbeher Art sein, möge das Schaffen Tofctojs mehr ats das irgendeines anderen Lichters von »einem eigenen Lieben gespeist worden sein tirnf die unmittelbare, organische Fort- Setzung dieses Lebens bikfcn, — das volle und richtige Verstämlnis für diese bedeutendsten IJichtergrößen Rußlands gewinnen ■wir erst, wenn wir hinter die Kulissen ihres Schaffens zu dringen versuchen. Uw! nachdem wir in die Tiefen ihres persönlichen Lebens hineingeblickt haiton, erhalten wir das Bi» ihrer differente« Entwicklung: der Denker und Mortbst Tolstoj hat gegen, seine angcerbte Judenfeindschaft gekämpft und vermochte sie erkenntnis- und willensmäßig zu überwinden; der Künstler DosfojewslÜ aber blieb bis zu seinem Lebensende gefühlsmäßig ein fanatischer Verächter jedes Mensehen, der den Namen Jude trug: dieser titanische Geist konnte nicht das Menschlich-Zwerghifte in sich ersticken. Vor uns liegen die Briefe Dostojewskis an seine zweite Gattin, Annt Gngorjewn* geb. Snitkin, soeben vom Zentralarchiv, Moskau, herausgegeben, die die 14 Jahre (1866—1880) seiner zweiten Ehe umfassen. Diese Briefsammlung einer eingellenderen kritischen Behandlung 7u unterziehen, würde weit über den Rahme* einer nicht speziell-literarhistorischen Zeitschrift hinausgehen; dies erscheint um so entbehrlicher, als die Mehrzahl der Briefe, mögen sie auch das lebhafte Interesse der Dostojewski-Verehrer noch so reizen, keinen großes! literarischen und allgemein-menschlichen Wert darsteift. Van großer Bedeutung für die Literatur und Geschichte sind nur die Briefe aus den Puschkin-Tagen in Moskau, Mai-Juni 1880, als das Denkmal des größten Dichters des russischem Volkes enthüllt wurde, aus welchem Anlaß Dostojewski während der mehrtägigen Festlichkeiten seine berühmte Puschkin-Rede hielt. Diese Briefe werfen ein grelles Licht auf den Streit der ״Slawophilen“ und der ״Westler“ (Dostojewski gehörte zu den SUwophilen), dieser einander heftig bekämpfenden Weltnnschainmge», und sie zeugen von starken Empfinde■ Döstejewskis für Ruh»« u»d Hekleutui•. Die Briefe an seine Frau ncl—en 300 starke, eag bedruckte Seiten in Anspruch. An keiner einzigem Stelle aber findet man tfea Wort ״Jewrej“ (Jude). Hingegen werden die ״Schkli‘׳ (verächtliche Bezeichnung für Juden) sehr häufig erwähnt. Manchmal begegnen wir in einem einzigen Briefe zehnmal Bezeichnungen vrie ״Schklok“, . ״Schkkmick“, ״Schidowka“ (Jikflein, fudenweib usw.), lauter Varianten der üblichen belekflgemfen Form für die Bezeichnung von Juden. Nirgends «her wind das Judenprobiem oder das jüdische wesen oder das Schicksal des Judenfcms auch nur mit eine* einzigen ernsten Worte gestreift. Der große Psychologe, der menschliehen Natur und der menschlichen Widerspräche, <der Schriftsteiler der sich ins Leben und ins Innere der Menschen hineinbohrte, ״ein raubtierhafter Dichter, fin Tiger des Wortes“, wie ein russischer Literaturkritiker ihn nennt, fand überall die Schuld des ihm verhaßten Juden. ״Ich wende wie der Schid epielen“, ״ich werde fernerhin wie der Schid, einsichtsvoll sein", ״der russische Schid. und eine Menge hiesiger (Bad Ems. S. M.) Schidi, und alles Geschäft und Kahal“, ״der Arzt, der Schidok", ״die häßlichen achidowsjrie Fratzen“ ״die niederträchtigsten schidowskie Schnauzen“, ״alles beherrschten die Schidi, die unendlich betrügen“ — so sehen die unmittelbaren Aeiißerungen Dostojewskis aus, so erscheint der nackte, ungeschminkte, ungeschliffene Stil des hinreißenden Künstlers. Dieser ehrfurchtsvolle Schätzer der Bibel, dieser begeisterte Bewunderer des Hiobbuches {-— Jch lese das Ruch Hiob, und es versetzt mich in krankhaftes Entzücken .., ich will fast weinen vor Glück . •. .“, sagt er an einer Stellt —) findet eine entsetzliche Schuld des Bibelvolkes darin, daß er schehe«, Im Name» teer, deren Vorfahren Schulter an Schüft«.-r1 mit den ״Sarazenen“ die Mauern Jerusalems gegen di? Kolonialfreibeuter der Vermandoises, der Löwenhme 0«j der Bouillons verteidigt haben? Wir haben das Kreuz Europas lange genug getragen, rot ist es geworden im Blut der Juden zu Köln und Mainz und Speyer und golden in den Flammen der Scheiterh.aufr:;> Toledos und Sevillas. Wozai also das Kreuz Paneuropas auf uns nehmen, als wären wir bodenständige Europäer und nicht mpr nach dem Westen vorgeschobene Orientalen, auf deren Rücken noch Immer die Probekreuzzüge, die Kreumi: manöver sozusagen, unternommen werden. Oder soll <1ז!ו Kreuz auf unserer Brust, das so schlecht zu unserem Exterieur j paßt, uns etwa als die Hekatomben deklarieren, mit denen der getäuschte Orient die neu« Idee begrüßen wird?. Wir wissen nichts, wir sehen nicht in die Zukunft; nur eins ist sicher: die Notwendigkeit, vor allem in unserem Heim Ordnung m »*che«, zun wehen, daß es dort mit rechten Dingen zugehe, dann erst können wir eventuell miihelfen, die europäischen Angelegenheiten ins reine zu bringen -י wenn unser Rat und unsere Hilfe erwünscht wird. Möge Europa, möge Pan europa gedeihen, möge die Mer. talität des europäischen Menschen eine wirklich panhunta•!״ werden, aber wir Zionisten wollen in Angelegenheiten, die um! primär nichts an gehen, uns ein wenig zurücklialten und nicht immer an fremde Fronten vordringlich sei«, den« jede Front j braucht fan-ze Menschen, und wir können ja doch nicht tmgeteilten Herzens für eine nichtjüdische Sache kämpfen, wenn die jüdische noch nicht geordnet ist. Fram Profcs vor kurzen bereist un■ gangenc IX Morgenzeil Oppen welche ju! 100 prozen noch nirgr Maßnahme härtete Ts iitehtnunger jeiiigcn, w in Palästin päische Zu , von zehn wichtigste Palästina Eifer g< jeder venu das Wohl Me Joiea In ier Ukraine Moskau, 29. September. (j.T.A.) Bekanntlich hat da, aflukrainische Zentralexekutivkomitee gemeinsam mit dem Rat der Volkskommissare der Ukraine am 1. Mai beschlossen, Maßnahmen zu ergreifen, um die infolge der Politik der früheren zaristischen Regierungen und des jetzigen Wirtschaft,. Systems in der Sowjetunion wirtschaftlich zugrunde gegangenen jüdischen Massen produktiven Erwerbs zweigen zuruführen und Insbesondere die jüdische Jugend bei der staa*- liehen Industrie einzustellen. Diesem Beschlüsse gemäß wurden 300 jüdische junge Leute als Lehrlinge in die ukrainische Mfihlenindustrie — bei 800 freien Stellen — aufgenommen. Gegen diese Politik der ukrainischen Regierung erheben sich von gewissen Seiten Einsprüche, indem behauptet wird, die Regierung betreibe eine Politik der direkten Bevorzugung der Juden. Die Charkowe.r Tagespresse wurde mit Protestschreiben gegen, die angebliche Favorisierun,״ de, Jüdischen Elements geraden! überflutet. Der Präsident der ukrainischen Sowjetrepublik Petrowskyj sah sich veranlaßt, die Klagen über die angebliche *Bevorzugung von Juden abzuwehren. Eine solche Behauptung, heißt es ln seiner Erklärung an die Presse, zeuge von geistiger Bcschränktheit und Nichtverstehen der wirklichen Sachlage. Wenn von 800 unbesetzten Lehrlingsstellen 300 den Juden zugewiesen wurden, so geschah dies darum, weil gegenwärtig in der Mfihlenindustrie überhaupt keine jüdischen Lehr■ 1 i n g e vorhanden sind. Dieser Status muß dadurch korrigiert werden, daß bei der jetzigen Besetzung der Vakanz den Juden eine proportionell größere Zahl der Lehrlingsstellen zugewiesen wird. Es ist Zeit, daß man begreifen lernt, daß es ׳dief:.Ppl!tik,-d»;S.owjetregierang ,ist״ für ..alle National(,tätttt im.-, Tande .die,; gleiche!! ,Bedingungen., zu.. schaffen. Drei I I er sich ans [suchen: ds ]Kapital [der land Araber!!durchaus f über Palä! lischen He Kolonisatic Bestellung Nach Opr | eintreien, Minorität für gegebc I der vierte! die jüdi! | zum K i n dem enorn Folgerung geteilte Ei Araber• Araberl Was d | talismu I in Palästit 1 druck. E! Zähne ge! stehe — c in Palästit Die Uebei erst beseit wunden s< nicht exisl Gewerksck I Arbeitsma! ׳ um die G Btr hebrliscke KsItarkiiirtS hi Litsien Kowno, 27. September. (J.T.A.) Der gestern eröffnet? Kongreß für hebräische Kultur und Erziehung in Litauen gestaltete eich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für das hebräische Schulwesen rm Lande. Mehr als 300 Delegierte aus ganz Litauen hn.be« sich zu den Beratungen eingefunden. Der Vorsitzende der jüdischen Sejm-Fraktion," Dr. J. Ko bin- 30 n, hielt auf dem Kongreß eine Rede und führte aus, angesicht* der jetzigen Kräfteverteilung im Sejm sei den jüdisehen Abgeordneten eine wichtige Rolle eiiigeräumt. Sollte die Regierung das hebräische Schulwesen bekämpfen wollen, so sei die jüdische Fraktion im litauischen Sejm durcham imstande, das Kabinett zu stürzen. I nur einen I man nicht ] nung nicht Oppenhein ן Bodenun! bare Nied (winden w! 1 abfällij kulturloses beutung ( eingeschri wie etw sichtsreich Haifa. I fonds in I Kowno, 27. September. (J.T.A.) Die litauische Regierung hat mittels Dekret den von der früheren Regierung eingesetzten jüdischen Religionsrat, in welchem insbesondere die Agudistcn cinfiüßreich waren, aufgelöst un<i die Institutionen für abgescliafft erklärt. Das c schaftli Aeste am 1 falle mit I Es gebe 1 in Wiesbaden versehentlich in eine ״schidowskie“ statt einer russischen Kirche geriet, daß im Wagenabteil auf der Reise nach Berlin ein geschwätziger Jude seit! Nachbar war, oder daß im Hotel Mitglieder einer jüdischen Familie um 10 Uhr abends zu laut im Nebenzimmer sprachen und seinen Schlaf störten, so daß er ihnen ״Ach, die verfluchten Schidi“ zuruft. Die Schidi tragen die Schuld, daß der Verkäufer einen Schirm nicht zurücknehmen will, den er gekauft hat, daß der Wechselkurs für die Rubel gesunken ist, daß Im Kurorte kein■• russischen Badegäste ־zurzeit vorhanden sind, usw. ln einem Briefe aus Berlin vom Juli 1876 schildert der große Kenner der Menschenseele seine Reisegefährten, 7.11m größten 'Feil Deutsche. Der Briefschreiber schont in seiner Charakteristik auch die Deutschen nicht: ״Lauter Kaufleute, immer das Gesprich über Geschäft, OeM und Prozente, keine Spur von Bildung, von höheren Ansprüchen“, schreibt er und äußert sich gutmütig über einen äußeret geschwätzigen Deutschen aus Petersburg, unterläßt aber nicht hinzunufügen, daß die Deutsehen sonst sehr höfliche, delikate und freundliche Kameraden sind, was, selbstverständlich, bei der Schilderung der jüdischen Mitreisenden keineswegs der Fall ist. Wenn ich nicht irre, war Achad Haum der erste, der schrieb, daß er!tm die geistige Erziehung unserer Schuljugend sehr besorgt ist, dt man ihr z. B. täglich über die Größe und Erhabenheit der Kunst und Moral Tolstois predigt, der nach Achad Haams Auffassung eine falsche Vorstellung von der jüdischen Religion und der Lehre des Judentums hatte. Das ist kein Chauvinismus; mit Recht weist Achad H*am darauf hin, daß sich in den jungen Seelen der Eindruck festsetzt, als wäre die von Tolstoj angeschwärmte Nächstenliebe ein ausnchließliebes Charakteristikum des Christentums, und hätte nichts mit Judentum zu .tun. Der verstorbene Schriftsteller Tsehemerinski (Reb Mordchele) wies einmal in einer Einleitung zu einem literarischen Abend, in dem seine jüdischen Uebersetzungen aus der Bibel vorgetragen wurden, auf die Tatsacke hin, *teil wir Juden der Bibelforschung wenig Aufmerksamkeit widmen und sie anderen überlassen, was beispielsweise solche Aeußerungen möglich macht, wie das aus einem Tagebuch Tolntojs entnommene Zitat: ״Ich bin mit dem hebräische» Schrifttum | Zadik im kenner ge Was י unter den Sie hätten jewski so I sein verm Der J1 Rätsel. D | führt abe! tierung ni | schein MiE Interieur, [ Stück ״C vertraut, studierte die ganze Bibel- und MittebMer-Litertte sowie den Talmud — und bin wie «us eine* MiiBirastea heraus.“ Mit Recht, erklärte Tschemerinski der im Saal befindlichen, für Tolstoj schwärmente» jüdischen jugtad: ״Der I ״Interieurs lange nicht in objekti' Naturalist viel Sentii mäßiges S selbst der unordentlic die Einhei Charaktere Zänkische, junge Chri die Lügen junge Soh sehnt die Glaubens, haft unreil macht er [ um das tä nicht, W( I recht, die in dem St! ist mehr I Sozialist -